All language subtitles for Makta S01E03

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2023

* Stöhnen *

Na, was gucken wir denn Schönes?

Es geht um die Kommunalwahlen 1979,

wo Gro und Reiulf sich einen Wahlkampfzug ausgedacht haben.

Oh, verdammt, der Wahlkampfzug. - Du kennst doch die Geschichte?

Die vergesse ich nie. Jetzt geht's richtig abwärts!

Das kann man so sagen.

Na ja, tüt tüt ...

* Wie fühlen Sie sich vor dieser Fahrt? *

* Etwas zusammenrücken. Natürlich. Daumen nach oben!

Parteichef und Vize-Parteichefin fertig zur Abfahrt.

Das wird der Klasse!

Hallo. - Hi, ist Odvar unterwegs?

Ja, seit 20 Minuten. - Und Kleppe? - Sitzt im Taxi.

Dann läuft ja alles wie geplant. Bringst du sie zum Bahnsteig? - Ja.

Starke Frau! Und so nehme ich ihn mir dann vor.

So sind wir:

Freunde im Privatleben, aber bittere Feinde im Büro.

Nein, nein.

Das sieht richtig gut aus. Wirklich gut.

Mit einem Wahlkampfzug kannst du nichts falsch machen.

Zugfahrten gehen immer.

Warte, wir haben noch ein kleines Problem, Genossen.

Der Ministerpräsident ist noch nicht da.

Ah, da ist er ja.

Geht das schon wieder los. - Ein Wort zum Wahlkampf, Nordli?

Nein, er ist noch nicht so weit! Jetzt noch mal von vorn.

Können Sie auch Lächeln, Odvar? - Ja, genau.

Lächeln!

Machen wir noch ein paar Fotos auf dem Treppchen,

als wärt ihr grad am Einsteigen.

Jaja - der Hampelmann macht immer alles mit.

Reiulf, du auch.

Lächeln und die Daumen hoch!

Die freuen sich richtig!

Super! - Das Dreamteam!

Reicht das jetzt? - Danke, perfekt.

Das ist der Streckenplan.

Odvar, hast du gesehen, wo wir anhalten - nach Eidsvold?

Und Stange, halten wir da nicht?

Natürlich halten wir auch in der Heimat des Ministerpräsidenten.

Das wird wunderbar!

Und immer schön draufrumreiten, wofür wir stehen:

Zusammenhalt, Solidarität, Arbeitsplätze.

Dynamik!

Verkehr und ... Altersheime.

Und die Presse ist informiert,

dass sie sich auf die Lokalpolitik beschränken.

Hörst du zu, Reiulf? Was?

Es gab viel Verwirrung wegen unserer Finanzpolitik.

Es ist problematisch,

wenn der Finanzminister etwas sagt und du das Gegenteil.

Schwierig, wenn die Regierung quasi keine Finanzpolitik hat.

Du verstehst sie nur nicht.

Die Abschreibungsobergrenze kommt, wir geben es nur nicht zu.

Wir haben sie bloß aufgeschoben. Wir sollten das Thema vermeiden.

Das wäre eine Steilvorlage für die Konservativen.

Aber ich glaube nicht,

dass uns heute die Finanzpolitik erspart bleibt.

Dass wir an der Steuerschraube drehen,

das müssen wir ansprechen.

Das ist einfach zu zentral. Spinnst du?

Das war ein nur Spaß. Kommt, steigt ein.

Willst du an das Thema wirklich ran?

Was ist das denn?

Das Bier und der Schnaps. - Warum ist das noch nicht drin?

Vorne ist schon eine Ladung.

Hinten ist kein Platz, also muss es woanders hin.

Es wäre peinlich,

wenn es auf halber Strecke nichts mehr gibt.

Aber wohin damit?

Hier vielleicht?

Da ist jede Menge Platz. Komm schon.

* Pfiff *

♪ Titelmusik ♪

* Rumpeln und Klirren *

Hi, hi - Entschuldigung. Was ist in Trondheim?

Auf jeden Fall viel Erfolg.

Wir sehen uns später.

Dann wollen wir mal.

Ich hier ...

Schon erledigt.

Gerade noch geschafft! Das war knapp. Ja, gut!

Ist hier noch frei? Setz dich.

Entschuldige, ich bin ein bisschen verschwitzt.

Bist du gerannt? Ja.

Das Sakko ... Danke.

Oh ... Nicht die Schuhe.

Nein ...

Per, gut dass du hier bist.

Ich wollt was mit dir besprechen.

Wir sollen eine Rede halten, stimmt's? Genau.

Wie heißt der Ort noch? Oyer. Oyer, richtig.

Können wir noch mal über die Passage reden ...

Ich kann ein paar Biere holen - Kleppe, Gro?

Danke, für mich nicht. Es gibt Bier?

Selbstverständlich haben wir Bier, auch Calvados.

Oh, Calvados!

Also? - Ich trink ein Bier.

Gro? Limo.

Nicht so viel Alkohol vor dem Mittagessen.

Du hast doch gesagt, wir brauchen gute Stimmung im Zug.

Es ist ja alles da: Sambuca, Sherry ...

Essen gibt's auch? Ja.

Hast du Kleppe gesehen? - Im letzten Moment aufgesprungen.

Aus dem kriegst du nichts raus über die Steuerreform.

Vielleicht hast du ja Chancen bei Nordli?

Er sagt mir vielleicht, ob er Ministerpräsident bleiben will.

Das wär 'ne klasse Schlagzeile: "Ich geb auf, Grüße Nordli."

Er ist ein Träumer.

Wie lange müssen wir hier rumstehen? - Ich weiß nicht.

Es hieß, wir kriegen einen Streckenplan.

Ich weiß nichts von 'nem Plan. - Nein? - Nein.

Mist, was passiert da? - Ich guck mal nach.

Die Konservativen führen in den Umfragen.

Die schaffen es irgendwie,

die großen Themen mit ihrer Ideologie in Übereinklang zu bringen.

Das gefällt den Leuten.

So ist das mit den Konservativen:

Die klauen unsere Themen und verkaufen sie als ihre eigenen.

Genau, sie behaupten ...

Verzeihung. Ja.

Parteivorsitzender? Hallo, Solli.

Ivar, Schnüffler im Waggon!

Darf ich Ihnen ein paar Fragen stelle?

So weit sind wir noch nicht. Es dauert nur 'ne Minute.

Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir etwas erklären können,

was letzte Woche im Arbeiterblatt stand.

Welche Äußerung meinen Sie?

Es geht um Ihre Bemerkung zur Abschreibungsgrenze.

Ich wüsste gern, ob es stimmt ...

Nein, dazu kann ich nichts sagen. Das ist nicht mein Ressort.

Nein? Nein.

Sprechen Sie mich noch mal in Lillehammer an.

Dann reden wir über unsere Beschäftigungsmaßnahmen in Oppland.

Wunderbar, wir sehen uns. Hm.

Ach was - Kleppe! - Jens? - Hi!

Lang ist's her! - Ja, sehr lange.

Jens hat früher für mich gearbeitet. Super. Im Ministerium.

Was machst du hier? - Ich bin jetzt beim Rundfunk.

Ja, schön.

Ich mach hier und da eine Reportage über Wahlkämpfe.

Bei euch wird schon serviert. Ja, schon.

Du kannst zu Förde gehen, wenn du Durst hast.

Gute Idee, wir trinken einen zusammen!

Du bist ja inzwischen eine Berühmtheit.

Vielleicht für Leute,

die sich für Handel und Seefahrt interessieren.

Ich denk da eher an die Olsenbande.

Du hast mich im Film gesehen? - Na klar!

* Gleich schnapp ich mir das Kleppe-Paket. *

"Gleich schnapp ich mir das Kleppe-Paket."

Haben Sie es gesehen? Ja, war ganz nett.

Ich fand's legendär!

Ich hatte nur einen einzigen Satz. - Wie war der noch mal?

Den hab ich vergessen. - Das glaub ich dir nicht.

"Kann ich dir behilflich sein, Egon Olsen?"

Du bist ein echter Filmstar!

Du musst mir alles erzählen.

Jetzt sofort? - Klar, warum nicht?

Also Gro, wir machen das dann in ... Oyer. Oyer, genau.

Es hat Spaß gemacht, die Schauspieler kennenzulernen.

Die waren alle so freundlich.

Bis auf einen, der war richtig arrogant.

Ich werd aber keine Namen nennen.

Oioioi, ich hab das Tonband doch gar nicht eingeschaltet.

Wirklich? - Gut, dass du mich erinnerst.

Also der Teil des Films, wo die Bande das Kleppe-Paket klauen will,

der war ein bisschen doof.

Als würde ich im Büro

den Staatshaushalt in einem Safe aufbewahren - in bar!

Nein.

Skol, Jens! - Ja, skol, Kleppe!

Nett dich wiederzusehen. - Ja, wirklich nett.

Eine Sache verstehe ich nicht.

Ich denke, es könnte für normale Leute schwierig sein,

die Zusammenhänge bei euch zu verstehen.

Ja, es ist kompliziert ...

- Antizyklische Geldpolitik, Einkommenssteuer, Zinsabschreibung:

Das kann schnell verwirrend sein.

Vor allem wenn es noch mit 'nem Wahlkampf zusammenhängt.

Reiulf hat ja letzte Woche was dazu gesagt im Arbeiterblatt.

Er sagt, dass am Haushalt noch gearbeitet wird.

Er hat was von Abschreibungsgrenze erwähnt.

Ja. - Das ist ja ...

... das Recht auf Abzug der Kreditzinsen bei der Einkommensteuer.

Ja, sehr interessant!

Na ja, das ist sehr faszinierend.

Ja, faszinierend - erklär mal!

Es soll ja alles laufen. - Ja.

Die Details sind extrem kompliziert.

Da hängt alles zusammen, die ganzen Einzelheiten.

Da muss man ganz schön schwierige Entscheidungen treffen.

Was denn für Entscheidungen?

Alle mal herhören!

Die Presse wird gleich kommen.

Bitte achtet darauf, dass ihr auf euren Plätzen sitzt.

Odvar, gleich kommt Eva Bratholm vom Dagbladet zu dir.

Ihr geht dann in den Speisewagen.

Kleppe ... Kleppe?

Wo ist Kleppe?

Der ist weg - mit Jens Solli. Bevor die Presse reindurfte?

Irgendetwas Privates. Ist das ein Problem?

Viel passieren kann ja nicht.

Die sollen sich an die Kommunalpolitik halten.

Das weiß er bestimmt. Das denk ich.

Ivar, es gibt ein Problem mit dem Eintopf.

Er riecht schlecht, wir können ihn so nicht servieren.

Gibt es eine Alternative?

Wir haben hinten noch den Schinken,

aber eine Palette Alkohol blockiert den Weg.

Und was soll mit dem anderen Zug passieren?

Ein anderer Zug? - Der muss vor Stange an uns vorbei.

Ja ...

Geht's dir gut, Ivar? Brauchst du Hilfe? Alles in Ordnung.

Hallo, Gro. Hallo, Jens.

Geht's gut? Ja, absolut.

Jens, wir sind nicht zum Flirten hier.

Wolltest du nicht den Schinken nach vorne bringen?

Ja, mach ich - bis später.

Ich krieg langsam Hunger.

Wir kommen also um 17.30 Uhr in Lillehammer an.

Wie lange hält der Zug da?

Das steht im Streckenplan. - Im Streckenplan ...

Da bist du ja. - Hi. - Weißt du, wo Kleppe ist?

Er war grad noch im Speisewagen. - Du hast ihn aber nicht interviewt?

Wir haben ein Bier getrunken und uns über die Olsen-Bande unterhalten.

Ist das der Streckenplan?

Ja - danke!

Warte, den brauch ich noch.

Ist Gro Brundtland in Wagen 7? Können wir das Interview dort führen?

Äh ... ja, das ...

Okay.

Herr Ministerpräsident? - Ja.

Sie kommen vom Dagbladet? - Das stimmt.

Geht es Ihnen gut? - Doch, mir geht's gut.

Nett, dass Sie fragen.

Schön, mal so in der wirklichen Welt. - Oh, ja ... was soll ich sagen?

Um die Welt da draußen geht's ja eigentlich.

Das ist schon was ganz anderes hier auf dem Land,

allein schon der Geruch.

Ja, das stimmt.

Sie haben hier draußen viel Unterstützung.

Genau, ja.

Im Rest des Landes aber nicht.

Was sagen Sie dazu, dass die Mehrheit der Norweger

lieber einen Konservativen als Ministerpräsident hätte?

Na ja ...

Die Norweger ...

... sollen das selbst entscheiden.

Ich will nur meiner Verantwortung gerecht werden

und gute Arbeit machen.

Der Zuwachs der Rechten ist Ihnen egal?

Na ja, also ... das könnte schon ein Grund zur Sorge sein.

Aber ich denke,

es ist nicht besorgniserregender als normalerweise auch.

Normalerweise?

Es ist doch nicht normal,

dass Ihre Partei so schlecht in den Umfragen dasteht.

Haben Sie einen Plan, um das zu ändern?

Meinen Sie,

Sie sind in dieser Situation noch der Richtige?

Es gibt vielleicht mal Momente, wo man sich wünscht ...

- Äh ... ob man vielleicht ab und zu ...?

Sehen Sie, das ist Gjottebakka, der Hof von Almerud.

Ja.

Aber Sie sagten gerade ...

- Sehen Sie! - ... dass man sich überlegen könnte ...

Ah!

Ich werd Ihnen was zeigen, Eva. Spüren Sie das.

Kommen Sie rauf! - Ja.

Na? Eijeijei ...

Das ist was anderes.

Tief einatmen!

Ist das nicht mal was anderes!? - Ja.

Wir kommen gleich in Stange an, da können Sie mit mir aussteigen.

Odvar! - Was? - Das wird leider nichts.

Wir können da nicht anhalten. - Warum? Das war doch geplant.

Ja, aber da ist noch ein Zug hinter uns.

Den müssen wir vorbeilassen.

Aber die Leute aus Stange können uns in Hamar oder Lillehammer begrüßen.

Das schaffen wir doch niemals! Die warten in Stange am Bahnhof.

Du könntest Ihnen zuwinken - so im Vorbeifahren.

Winken, ich kann doch nicht einfach nur winken.

Wenn da Leute sind, müssen wir anhalten.

Aber ... - Oder soll ich die Notbremse ziehen?

Nein, nein, ... äh ... Ich werd das regeln.

Bitte entschuldigen Sie, ein kleines Missverständnis.

Wir halten auf jeden Fall an, also kommen Sie einfach mit. - Gut.

Gleich sind wir da.

* Bremsen-Quietschen *

* Klatschen *

im Hintergrund) Hallo ... danke!

Wir müssen zum Schluss kommen.

Ich bedanke mich für dieses konstruktive Gespräch.

Und ich freu mich drauf, es gedruckt zu sehen.

Vielen Dank.

Sollen wir nicht auch mit rausgehen?

Nein, dass ist nur ein Zwischenstopp für Odvar.

Ah - dann haben wir wohl Pause. Genau!

Hi, Almerud! Schön, hier zu sein!

Da freut sich jemand. Jetzt ist er in seinem Element. Ja.

Gleich schwadroniert er über das "große Licht".

Was soll das sein? Das wirst du früh genug erleben.

Ach so ... Ja.

Ja, ja ...

Du bist heute gut gelaunt, was? Findest du?

Ja, finde ich schon. Du hast ganz rote Bäckchen.

Ich geh jetzt immer schwimmen. Ah, super.

Wohnst du noch mit deiner Freundin zusammen, Eli?

Nein. Nein?

Nicht mehr, hat leider nicht funktioniert.

Ich dachte mir schon, dass es nicht ganz einfach ist.

Wir sind uns ja mal begegnet.

Gro, hör endlich auf, dich an Reiulf ranzumachen!

Ja ...

Sie hat gedacht, dass wir zwei ... Ja.

Das ist ein bisschen dumm gelaufen.

Man muss wohl sagen, dass sie eine ...

... vorsichtig gesagt - eifersüchtige Natur ist.

Gut erkannt.

Aber ich hab eine Neue kennengelernt.

Eine wirklich sehr nette Frau.

Wirklich - so schnell? So schnell.

Ja, sie ist toll, lebt in Chile.

Du hast eine Freundin in Chile? Ja.

Also, "Freundin", das weiß ich noch nicht, aber ...

Jedenfalls ... hab sie ziemlich gern.

Genossin. Genossin - toll.

Ja, wunderbar.

Sie ähm ...

Sie war sogar in der Regierung von Salvador Allende.

Also, eine, äh ... ausgesprochen interessante Frau.

Und du, was macht dein Leben? Ist Arne Olav nett zu dir?

Ja, Arne Olav ist nett zu mir.

Uns geht's sehr gut.

Super.

Toll.

Odvar, Die Leute in Lillehammer warten!

Ja, ja, ist ja gut.

Kommt rein, kommt rein!

So Leute, der gute Furnes kommt bis Lillehammer mit.

Gebt ihm was zu trinken.

Ivar ... tut tut - weiter geht's.

Ja, ja, ja.

Ja.

Wo waren wir?

Sie haben gesagt, dass früher alles einfacher war.

Ja, äh ... unkomplizierter, einfacher war es auch nicht.

Als ich klein war, kamen Kameraden nur jeden zweiten Tag in die Schule,

abwechselnd mit ihren Geschwistern.

Es gab nicht genug Schuhe für alle.

Heutzutage haben die Leute keine Ahnung,

was es heißt, keine Schuhe zu haben.

Und darüber bin ich froh, aber das war früher eben anders.

Und wenn wir vergessen, was es heißt, Hunger zu haben oder Lebensangst

weil einem kalt im eigenen Haus ist, dann haben wir ein großes Problem.

Wissen Sie, was der wahre Fluch des Wohlstands ist?

Gleichgültigkeit.

Hm - ja, klar.

Aber jetzt sind Sie in der Hauptstadt und regieren das Land.

Wie gehen Sie mit dem Thema Armut um?

Tun Sie genug für die, die Hunger haben?

Mein Vater hat hier an der Zugtrasse mit gebaut.

Sie haben bei der Arbeit gesungen, damit die Zeit schneller vergeht.

♪ Singt auf Norwegisch ♪

♪ Mehrstimmiger Gesang ♪

* Lachen * Skol!

Skol!

♪ Entspannte Musik ♪

♪ Entspannte Musik ♪

* Stimmengewirr *

Okay, Genossen - Willkommen in Lillehammer!

* Jubel *

Draußen warten die Chauffeure mit den Autos auf euch.

Also, raus mit euch!

Skol!

♪ Ruhige, angespannte Klänge ♪

* (Radio) ... teilweise sonnig. *

* In der gesamten Region Gefahr einzelner Regenschauer. *

* Im Gebirge sind Graupelschauer und leichter Schneefall. *

* Leicht steigende Temperaturen in der West-Finnmark. *

* Die Temperaturen in der Ost-Finnmark und in Tromsö *

* sind etwa gleichbleibend. *

* Im Nordland sollen die Höchsttemperaturen sinken, *

* im Rest des Landes ansteigen. *

* Die nächste Wettervorhersage hören Sie morgen um 6.45 Uhr. *

* Piepen *

♪ Musik aus dem Radio ♪

* (Radio) Die Arbeiterpartei eröffnet heute ihren Wahlkampf. *

Das ist wirklich gut gelaufen, Gro!

Die Menschen waren aus dem Häuschen, als du gesprochen hast.

Vielen Dank, Per. Du hast das auch sehr gut gemacht.

Und Odvar ist auch gut angekommen.

Es läuft perfekt.

Das ist mal was, so viel Begeisterung.

Du hast ja auch hart dafür gearbeitet, Ivar.

Der Zug hat viel Aufmerksamkeit gebracht.

* (Radio) ... auch um die Finanzpolitik. *

* Es gab Vermutungen über eine geplante Abschaffung *

* von Abschreibungsmöglichkeiten. *

Seid mal ruhig!

* ... dementiert. *

* Finanzminister Kleppe trat dann *

* mit einer Bestätigung an die Öffentlichkeit. *

* Danach ist die Abschreibungsgrenze im Haushaltsplan fest eingeplant. *

* Dazu der Fraktionsvorsitzende der Konservativen, Willoch: *

* Eine Abschreibungsgrenze ist ein enormer Eingriff *

* in den privaten Wohlstand der Wähler. *

Woher weiß Kare Willoch,

dass wir eine Abschreibungsgrenze einführen wollen?

Was hast du Jens Solli erzählt? Ich habe nichts in der Art gesagt.

Wir haben nur darüber gesprochen,

dass es schwierig, das alles zu verstehen.

Dass kaum jemand die ganzen Zusammenhänge versteht.

* (Radio) ... dramatische Folgen ...*

Das ist aber eine enorme Vereinfachung!

Du hast nichts in dem Stil gesagt? Nein.

Dann ist das frei erfunden.

Dann müssen wir dafür sorgen, dass die Leute das dementieren. Ja.

Du kennst den sicher, der war mal Pressesprecher.

Erinnerst du dich? Das war ein lustiger Typ!

Solli, komm mal mit.

Okay, was ist denn los?

Beruhig dich erst mal.

Was soll das hier?

Kleppe hat nichts von dem Mist erzählt.

Du kannst das nicht einfach so in die Welt posaunen.

Er will es nicht gesagt haben? - Nein, kein Wort davon ist wahr.

Per, ich hab dich auf Band. - Was, auf Band?

Dann lassen Sie mal hören.

* (Tonband) Es ist offensichtlich, dass da was läuft - *

* mit Reiulf und ... *

Wartet - da.

* ... das richtig hinzubekommen, es soll ja alles laufen. *

* Die Details sind schon extrem kompliziert. *

* Da hängt alles zusammen, die ganzen Einzelheiten. *

* Da muss man schwierige Entscheidungen treffen. *

* Was denn für Entscheidungen? *

* Es ist noch zu früh, um konkret zu werden. *

* Ja, ich verstehe. *

* Aber wenn die Abschreibungsgrenze kommt, *

* dann haben wir einen ausgeglichenen Haushalt. *

* Die einzige Alternative wäre ja, die Steuern zu erhöhen. *

* Das ist noch weniger populär. *

* Dann ist die Abschreibungsgrenze die einzige Lösung? *

* Ja, das ist wahrscheinlich die Lösung. *

So, kann ich jetzt gehen?

Jens, ich hab dir vertraut. Das war einfach gemein!

Du weißt doch, dass das informell war.

Per, ich mach hier nur meinen Job.

Was kann ich dafür, wenn ihr nicht miteinander redet.

Dann lass mich ein zweites Interview geben,

um das wieder auszubügeln.

Nein, ich bin hier fertig.

Gleich wird der Schinken serviert und ich genehmige ein paar Aquavit.

Tut mir leid, Per.

Das war doch nichts Neues.

Das hat Reiulf alles schon dem Arbeiterblatt gesagt.

Ich habe nur gesagt ...

... dass wir einen super Haushalt hinlegen könnten,

wenn wir die Obergrenze einführen würden. Ja ...

Dabei war alles so perfekt geplant.

Ivar, scht.

Per hat einen Fehler gemacht. Das können wir nicht mehr ändern.

Also, was jetzt?

Wir müssen ... geschlossen auftreten und die Sache runterspielen.

Weiß Odvar davon? Ich glaub nicht.

Er muss dazu Stellung nehmen.

Du musst die Genossen in Oslo informieren.

Vielleicht kommen wir um das Thema Obergrenze rum.

Er soll sich an unsere Kernthemen halten.

Zusammenhalt, Solidarität, Arbeitsplätze. Ja, ja, ja.

Man sollte doch davon ausgehen,

dass die Finanzpolitik auch ein Kernthema ist.

Alles ein bisschen unglücklich.

Du musst unbedingt ein Dementi verfassen.

Also dass wir keine Abschreibungsgrenze einführen?

Ja. Aber das machen wir doch.

Aber du musst sagen, das wir es noch nicht entschieden haben.

Darüber muss der Sender informiert werden.

Ich spreche mit Odvar, damit er Bescheid weiß.

Entschuldige.

Ein Dementi!

Also Jungs, Skol,

Das steht Ihnen gut.

Gro, hast du den Schinken probiert?

Ich muss mit Odvar reden.

Du hast ja mitgekriegt, was los ist.

Ja, das war sehr ungeschickt von Kleppe.

Aber es lässt sich nicht mehr ändern.

Aber Odvar muss wissen, was los ist und sich auf alles vorbereiten.

♪ Gesang ♪

Musst du ihn unbedingt jetzt mit schlechten Nachrichten belästigen?

Der Mann ist Ministerpräsident.

Wir können da im Moment sowieso nichts machen.

♪ Gesang ♪

Gro?

Entschuldige ... Ivar?

Reiulf, hilf mir mal kurz bei meinem Dementi.

Kleppe, Kleppe, Kleppe ... Was hast du da bloß angestellt?

Du hast zehn Minuten und einen Calvados gebraucht,

um die Wahlkampagne zu ruinieren.

Das muss dir mal einer nachmachen. - Er hat mich beschissen.

Von Journalisten kann man keine Loyalität erwarten.

Ich habe nur gesagt, was du schon dem Arbeiterblatt gesagt hast.

Aber ich bin nicht der Finanzminister.

Weiß einer von euch, wie man ein Dementi formuliert?

Ja, aber das wird schwierig, wenn sie dich auf Band haben.

Wir kommen nicht nach Oslo durch, alle Leitungen sind tot.

Dann bleibt uns nichts übrig - wir müssen bis morgen warten.

Wir können noch was machen:

Wir können uns einen Calvados genehmigen.

* Gelächter *

Wisst ihr was?

Hui!

Wenn Odvar so viel Spaß hat ...

Ivar kriegt auch einen, reich mal rüber.

Du kriegst natürlich auch einen. Skol!

Und noch mal: Skol!

♪ Musik und Gesang ♪

In der Taiga, dem Wald, der bis nach Wladiwostok reicht,

da siehst du das "große Licht".

Ivar!

Jetzt geht richtig die Post ab.

Tolle Stimmung! Ich geb mir Mühe!

Im Namen der Arbeiterbewegung möchte ich mich bei euch bedanken

für euren Einsatz für die norwegische Eisenbahn.

Danke. Ja. Skol!

♪ Musik und Gesang ♪

Odvar, es rührt mich so,

wenn du diese Lieder spielst und deine Gedichte.

Du hast eine poetische Ader.

Bratholm, machen wir einen Schnapswettbewerb!

Was? - Wenn du gewinnst, wirst du Staatssekretärin.

Staatssekretärin von wem? - Von mir!

Und du denkst, das kommt gut an:

Eine rechte Journalisten als Staatssekretärin?

Ich bin dein Schutz und Schirm in allen Stürmen. - Echt?

Eins, zwei ... Na los!

♪ Musik und Gesang ♪

Hallo, wenn du gewinnst, dann wirst du Staatssekretärin.

Und wenn ich gewinne ...

♪ Musik und Gesang ♪

Solidarität für Zukunft und Suff!

* Jubel *

♪ Partymusik ♪

Oh, hi!

Tut mir leid, wenn ich Sie erschreckt habe.

Nein, nichts passiert.

Ich brauch nur etwas Luft.

Fördes Gegrabsche geht mir auf die Nerven.

Dann müssen Sie was sagen.

Ja, nur wem?

Hier, wollen Sie eine?

Ja.

Wenn das nicht gleich wieder im Dagbladet landet.

Nein, das verrat ich nicht.

Hier!

Die Stimmung ist jedenfalls prima.

Sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, was passiert ist.

Sie meinen das mit Kleppe?

Euer Wahlkampfauftakt war wohl ein bisschen anders geplant?

Zum Untergang der Titanic fehlt nur noch die Streichquartett.

Ja.

♪ Laute Partymusik ♪

Herr Parteisekretär?

Telefon für Sie.

Die Leitung ist tot. - Nein, funktioniert wieder.

Kommen Sie!

Jemand in der Parteizentrale möchte Sie sprechen.

♪ Laute Partymusik ♪

Hallo, Leveraas am Apparat.

Hallo, hier ist Leveraas.

* Ich habe grad jemand von der Konservativen am Telefon, *

* wegen dem Termin morgen. *

Sag einfach, dass wir erst mal alles verschieben.

Odvar wird morgen informiert und dann klären wir das.

* Sie sagen, der Termin morgen um 9 Uhr in Trondheim steht - *

* mit ... äh ... wie war der Name? *

* Willoch, der mit der Glatze? *

Hallo? * Hallo? *

* Es heißt, dass Nordli morgen eine Debatte mit Willoch hat. *

* Das ist der mit der Glatze. *

* In Trondheim. *

Sag das noch mal! * Also sie sagen ... *

Und Odvar, haben Sie vorhin was herausgekriegt?

Nein, ich glaub nicht.

Das waren hauptsächlich Anekdoten über alte Zeiten - und Schuhe.

Verstehe.

Aber ich erinnere mich an mein erstes Interview mit Ihnen.

Ah, ja? In diesem alten Fischerdorf.

Sie waren gerade Umweltministerin geworden.

Und ich stand da zusammen mit den Fischern -

lauter harte Typen, die Sie haben warten lassen.

Großer Gott, waren die sauer.

Die hätten Ihnen was erzählt!

Und da kommen Sie an in Ihrem Hubschrauber.

Sie springen raus, in ihrem flotten Hosenanzug

und laufen direkt auf sie zu, als wär nichts.

Sie haben Klartext mit ihnen geredet.

Sie haben Ihnen zugehört und ich dachte:

Scheiße, wer ist diese kleine zornige Frau,

die niemand kennt und die einfach sagt, wofür sie steht.

Nein, ich war nicht zornig, ich war engagiert.

Ja, das stimmt.

Aber warum erzählen Sie mir das?

Weiß nicht, ist mir grad so eingefallen.

Das war ein Moment, den ich nie vergesse.

Ich find, dass Sie einem Mut machen.

Gro, da bist du ja.

Geht's dir nicht gut? Nein, gar nicht gut.

Raus damit, was ist?

Odvar soll morgen um 9 im Radio mit Kare Willoch debattieren -

über Kleppes Abschreibungsgrenze, auf dem Marktplatz von Trondheim.

Hat die Parteizentrale arrangiert.

Das ist nicht wahr. Doch.

Viel Glück.

Das wär in sechs Stunden, Ivar! Ja.

Weiß Odvar Bescheid?

Er kann unmöglich in sechs Stunden mit Willoch darüber debattieren.

Du musst ihnen sagen, dass das abgesagt wird.

Spinnst du?

Wir haben einen Stand in Trondheim!

Odvar soll da auftreten, das ist längst geplant.

Sonst kann Willoch da eine Stunde ungestört

über Finanzpolitik schwadronieren.

Wollen wir das?

Ihr solltet ihn auf dem Laufenden halten!

Jetzt ist es zu spät.

Äh, ja, hast du gesagt.

Das hast du.

* Gegröle *

♪ Giuseppe Verdi: "Nabucco - Gefangenenchor" ♪

♪ Giuseppe Verdi: "Nabucco - Gefangenenchor" ♪

♪ Giuseppe Verdi: "Nabucco - Gefangenenchor" ♪

Solli, komm her und kämpf mit mir! Ich polier dir die Fresse!

Odvar.

Verschwinde!

Odvar, ich muss dir was sagen. Es ist wichtig.

Was gibt's wieder zu nörgeln?

Du musst morgen ein bisschen früher aufstehen.

Hör auf, dich ständig als Klassenprimus aufzuspielen.

Deshalb gehst du allen immer so auf die Nerven.

Was willst du?

Gute Nacht.

Gute Nacht!

* Schnarchen *

Ivar?

Ivar!

Das ist doch eine langfristige Strategie,

wenn es um den Sozialismus geht.

Und wenn man dann weiß, wer ...

Was hast du? Hier, bitte!

Ihr seid noch alle versorgt?

Und man sollte sich keine Illusionen machen,

das wird ein steiniger Weg.

Hallo! Hi.

Wir trinken noch 'nen Absacker, bist du dabei?

Nein, danke.

wenigstens ein paar von uns sollten morgen in Form sein.

Das hört sich wieder mal sehr vernünftig an - Gro eben.

Gute Nacht. Gute Nacht. Schlaf gut.

Reiulf, red weiter!

Warum verlieren die Menschen das Interesse an der Sozialdemokratie?

Hm?

* Klopfen *

Hi.

Ich würde gern mit dir über etwas reden.

Hast du kurz Zeit?

Ja.

Ich hab nachgedacht über das ...

... mit Eli.

Ja.

Und ich wollte mich entschuldigen,

dass ich dich damals so mit reingezogen hab.

Ja, schon gut.

Gut ...

Sie war einfach eifersüchtig. Wie du schon sagtest.

Einfach zu ... ja.

Das war nämlich so:

Meine Exfrau hat ...

... also Eli eine Liste gezeigt.

Ich mein, mit allen, mit denen ...

... mit denen ich jemals ...

Ja, verstehst du?

Eine Liste.

Und ... dein Name hätte natürlich nicht draufstehen dürfen.

Darauf ist sie voll explodiert.

Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Ja, das wollt ich dir nur sagen.

Was?

Na ...

Eli wollte die Namen aller Frauen, mit denen ich schon mal ...

Und ich stand auf die Liste?

Ich wollt's dir schon früher sagen.

Tut mir leid.

Das hätte unter uns bleiben müssen.

Was hätte unter uns bleiben müssen?

Komm, tu nicht so.

Wir sind hier unter uns, da musst du nicht ...

Was muss ich nicht?

Gro, du musst dich nicht mehr verstellen.

Das ist ... Wir sind hier ganz allein und ...

Also ... Gro.

Nein! Ich glaub, du gehst jetzt besser.

Der Vorsitzende und die Stellvertretende

arbeiten bis spät in die Nacht.

Planung für morgen. Natürlich!

♪ Angespannte Klänge ♪

♪ Unheimliche Klänge ♪

* Klopfen *

Entschuldigung, tut mir leid.

Guten Morgen.

Guten Morgen.

Guten Morgen, Ivar. Guten Morgen.

Hast du was gegen Kopfschmerzen?

Frag Reiulf, ich glaub, der hat was da.

Nur damit du es weißt:

Ich hab nicht mit Odvar gesprochen. Er war zu betrunken.

Ich wollte es dir sagen, aber du warst eingeschlafen.

Er weiß noch nichts?

Ja gut, in einer halben Stunde soll er auf Sendung sein.

Irgendjemand muss es ihm sagen.

Ja, irgendjemand muss es ihm sagen.

Ja, ähm ... der Termin ist leider von der Partei bestätigt worden.

Du bist um neun auf Sendung, also in einer halben Stunde.

Eine Debatte mit Willoch über die Abschreibungsgrenze.

Ich weiß, das ist nicht ideal, aber leider ...

Kleppe ist gestern was rausgerutscht, der Journalist hatte es auf Band.

Warum zur Hölle erfahr ich das erst jetzt?

Ja, sicher ...

Aber es ist nun mal so.

♪ Angespannte Musik ♪

Wir wären dann so weit. Sind Sie bereit? - Ja.

Wir gehen dann auf Sendung in drei - zwei - eins ...

Ja, so war das damals.

Und in der nächsten Folge? - Die Pleite bei den Kommunalwahlen.

Da bin ich dabei!

Das dürft ihr nicht verpassen! - Noch mal.

Das dürft ihr nicht ver... Das dürft ihr nicht verpassen!

Super, danke.

Copyright Untertitel: NDR 2023

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