All language subtitles for Makta S01E02

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2023

♪ Titelmelodie ♪

Folge eins schließt mit dem Parteitag.

Was jetzt?

(Regisseur) Eine Öko-Katastrophe auf der Bohrinsel Bravo und Neuwahlen.

Scheiße, die Neuwahlen.

Da hat sich Reiulf '77 total verzockt.

Okay, keine Angst, ich verrate nichts.

Aber bin ich auch in der Folge drin? - Ja, klar.

Das ist ... herrlich ... herrlich.

(Reporter) * Gegen 22.30 Uhr ereignete sich ein Blow-out *

* auf der Nordsee-Bohrinsel Bravo. *

* Noch in der Nacht begann die Evakuierung der 112 Arbeiter. *

* Am Vormittag *

* fliegen wir mit Umweltministerin Brundtland über die Unglücksstelle. *

* Es schießen große Mengen Öl und Gas aus der Plattform. *

Er kann das Bohrloch "killen", sagt er.

Warum soll Red Adair so gut sein? Er ist optimistisch.

Sind Amerikaner immer.

Was machen wir jetzt?

Überlegen, was wir sagen, und, wer.

Angenommen, die Amerikaner schaffen es nicht ...

Das kann ich machen, wie in Stavanger.

Ja, reden kannst du.

Aber was mache ich?

Die Arbeiter bangen um ihre Jobs.

Nur, weil irgendwelche Idioten eine ganze Branche einstampfen wollen.

"Nur"? Neuigkeiten von diesen Yankees?

Sie sind dran. Die Umweltschützer wollen Bravo "killen".

Wenn 20.000 t Rohöl in die Nordsee geraten,

kann die Fischindustrie dichtmachen.

Darüber sollte der Industrieminister nachdenken.

Aber "killen", kann man das nicht abschwächen?

* Klopfen *

Die Feuerwehr will ein Gespräch. Gehst du ran?

Ja ... (beide) Ich mach das.

Ja. Soll er das machen.

Er will das Umweltministerium eh raus haben.

Wer ist am Apparat? - Dupree von Red Adair.

Dann macht das doch Odvar.

Lern Englisch. Nicht jeder kann sich Harvard leisten.

Dupree ist doch immer so aggressiv. Das ist Boots. Dupree ist der Dicke.

Heißt der nicht Hank?

Jerry? Gro.

* Gro! How are you doing, gorgeous? *

I'm fine, thank you. How did it go?

* Well, let me tell you, we killed it! * Good.

Thank you. * Let's talk more soon. * Bye.

Geschafft.

♪ Rhythmische Instrumentalmusik ♪

Toll, eine Frau in der Regierung! Danke.

Vielen Dank, schönen Tag!

Ist das Gro? Ja.

Wir finden es wichtig, dass Sie sich ums Klima kümmern.

Hör ich gern, danke.

Foto?

Danke, tschüss.

Hallo! Guten Morgen!

Post für dich!

Was Wichtiges?

Nein, aber die Leute gratulieren und wünschen dir Glück.

Reiulf, du musst mir helfen. Wobei? Hardangervidda.

Haben wir doch abgesagt.

Ja, aber vor dem Unfall hat sich keiner für mich interessiert.

Plötzlich ist mein Terminkalender randvoll.

Das wäre eine Gelegenheit, den Nationalpark aufleben zu lassen.

♪ Rasante Streichmusik ♪

Wir müssen die Flüsse schützen,

bevor da Kraftwerke hingesetzt werden.

Ich hab versucht, das Gjerde auszureden.

Jetzt haben wir bessere Karten: Ich bin richtig populär.

Ja. Und wir wissen,

der Umweltschutz beschäftigt die junge Wähler.

Aber ich kann immer nur auf ein verzagtes Parteiprogramm hinweisen,

demzufolge vielleicht mal etwas passiert.

Das hab ich geschrieben.

Hast du.

Ich wollte dich nicht ... Nein, du hast völlig recht.

Es bringt nichts.

Lauter zahnlose, schwafelige Kompromisse.

"Wir denken und sind davon überzeugt,

dass wir versuchen sollten ..."

"... Dinge auf den Weg zu bringen."

Du bist damit auch unzufrieden?

Ja, aber das kann ich nicht laut sagen,

Nordli und Gjerde stehen bei der Industrie im Wort.

Jetzt hat sich der Wind gedreht.

Das können wir nutzen. Deine Beliebtheit? Genau.

Ich bin populär, der Schutz der Hardangervidda auch.

Wir gewinnen die Wahlen - alle sind zufrieden.

Ja ...

Vielleicht.

Pass auf. Red mal mit Odvar unter vier Augen.

Ohne Gjerde kriegst du ihn leichter rum. Gute Idee.

Kommst du mit? Was?

Ohne dich hört mir keiner zu.

Aber nicht doch, Gro. Wir alle bewundern dich.

Ich wusste nicht, dass du so populär bist.

Naturschutz ist populär, vor allem bei den Jungen.

Das ist ein Vorteil.

Wir sind die Einzigen, die sich dazu positionieren.

Hi. - Kannst du Odvar bitten, sich das anzugucken?

Mach ich.

Ich höre, er spricht gerade mit jemandem.

Gro und Reiulf sind drin.

Hm?

So gesehen, habt ihr recht.

Ich red mit Bjartmar.

Bjartmar!

Guten Tag! Keine Angst, ich will nicht stören.

Ich wollt nur wissen, ob ... die Sache ...

Was? - Nein, die kann warten. Um was geht's bei euch?

Reiulf und Gro haben eine interessante Idee.

Ach ja?

(Nordli) Dass wir uns zum Schutz der Hardangervidda bekennen

und was für die Flüsse tun.

Das Thema Umwelt, sagen sie, wär ... Wie war das?

Populär bei den jungen Wählern.

Seit dem Unfall sind die Leute von dem Thema fasziniert.

Interessant.

Wir verlieren Jungwähler an die Jungsozialisten.

Das ist bekannt.

Wir sollten uns auch Gedanken um die Wähler machen,

die wir an die Konservativen verlieren.

Aber die Katastrophe auf ...

Hat gezeigt, wie klug es ist, auf alternative Energiequellen zu setzen.

Zum Beispiel, ich könnte noch viele andere nennen, Wasserkraftwerke.

Die Bravo-Katastrophe hat gezeigt,

wozu dieses Wachstumsdenken führen kann.

Das Wasserkraftwerk an irgendeinem Stausee

schadet keinem Bauern, der seinen Kartoffelacker pflügt.

Aber wenn wegen Naturschutz Agrarnutzflächen wegfallen,

können die Bauern dort die Höfe dichtmachen - für immer!

Naturschutzgebiete vertreiben keine Bauern.

Denk nach, was du da sagst.

Ich versuche nur, mich in unsere Wähler zu versetzen.

Das ist ein Glaubwürdigkeitsproblem. Worum es wirklich geht, ist klar.

Worum? Dass du gern Ski fährst.

Wie bitte?

Meinst du, wir haben nicht die Fotos gesehen,

wo du mit deinem Mann posierst?

Wenn Politiker-Hobbys über Regierungsentschlüsse entscheiden ...

Das stimmt nicht.

Aber es könnte so aussehen.

"Der Keilhosen-Adel aus den Villen von Bygdoy

fährt am Wochenende gern in die Hardangervidda zum Skifahren.

Und diese Kreise fühlen sich von Kraftwerken,

Baggern und anderen Beeinträchtigungen nicht amüsiert."

Irgendwann fragen die Wähler Odvar,

was aus den versprochenen Arbeitsplätzen geworden ist.

Da kann er nicht mit "Angst vor Umweltkonsequenzen" antworten.

Oder: "Die zuständige Ministerin fährt halt gern Ski.

Deshalb wird es nichts mit euren Arbeitsplätzen."

(Nordli) Da ist was dran.

Hm ...

* Seufzer *

Da ist was dran.

Dann fahr ich eben gern Ski. Ich bin nicht die Einzige.

Wir können nicht so tun, als würden die Norweger nicht gern Skifahren.

"Keilhosenadel" - was will er damit sagen?

Ich hab gar keine Keilhose.

Doch, ich hab welche, aber die sind längst aus der Mode.

Bjartmar sucht Streit,

weil er hofft, dass du ihn dann nicht mehr kritisierst.

Mach einfach weiter mit deinen Reden und Interviews.

Lass dich davon nicht abbringen.

Wie sieht das aus, wenn die Regierung

eine Position vertritt, und der Parteivorsitz sagt was anderes?

Ich muss mich zurückhalten, aber du hältst

den Schutz der Hardangervidda für unverzichtbar - und Schluss.

Isst du das nicht?

Kannst du haben.

Nein, nein, ich geh nach Hause. Olav macht Fischsuppe.

Fischsuppe? Ja, ja, fleißig. Ja.

Irgendwas musst du essen.

Du machst dir Sorgen um mich. Ich hab dich noch nie essen sehen.

Ich hab keinen Hunger, wenn es Streit gibt.

Zu konfliktscheu.

Bjartmar kann einen auf die Palme bringen.

Essen musst du trotzdem.

Das hat nichts mit Bjartmar zu tun.

Sondern mit Lis und mir. Das ist die Wahrheit.

Oh.

Habt ihr Streit?

Ja, aber ich hab jetzt ein Zimmer in der Stadt.

Das hebt die Lebensqualität.

Du bist ausgezogen? Ja.

Das war ...

Das war nur eine Frage der Zeit.

Ich verstehe. Aber ... Ich hätt noch Lust auf ein Bier.

Bist du dabei?

Nein, ich muss nach Hause. Danke.

Ja, Arne Olavs Fischsuppe.

Grüß ihn. Mach ich.

Bis morgen? Bis morgen.

* Seufzer *

Noch ein Bier, bitte.

♪ Rhythmische Elektrobeats ♪

Noch eins!

Ein Bier! Hi. Hallo!

♪ I'm singing in the rain ♪

♪ Pulsierende Elektrobeats ♪

* Schnarchen *

♪ Heitere Instrumentalmusik ♪

* Knuspern *

♪ Düstere Synthesizer-Musik ♪

* Plätschern *

♪ Treibender Elektrobeat ♪

* Stöhnen *

Entschuldigung. Schon in Ordnung. Ich bin spät dran.

Die Arbeiterpartei redet sonst nicht mit uns. Warum denn nicht?

Ich nehm ein Bier.

Ich vielleicht auch. Ein Bier, ja.

Zwei Bier!

Deine Stellvertreterin hat Gegenwind wegen dem Naturschutzprojekt.

Das ist richtig.

Wir wollen das zu einem zentralen Thema machen.

In eurem Parteiprogramm ist es das nicht.

Nein, ist es nicht.

Was Brundtland so sagt, geht aus eurem Programm gar nicht hervor.

Sätze wie: "Wir denken, dass wir versuchen sollten ..."

"... Dinge auf den Weg zu bringen."

Wir haben schon Ideen.

Aber wir haben sie gewissermaßen auf Eis gelegt.

Wie lang will die Regierung sie da liegenlassen?

Im Augenblick erfordert die Lage, dass wir uns um Kompromisse bemühen,

um unsere Ziele zu erreichen.

Das ist der notwendige Abstimmungsprozess.

Du stimmst also der Kritik zu? Nein, das sag ich nicht.

Aber du redest von Kompromissen.

(leise) Nein, nein, ich persönlich find es sehr bedauerlich ...

♪ Verzerrte Elektromusik ♪

* Lautes Scharren *

(Unverständlich)

♪ Treibende Elektromusik ♪

Ja. Nein, kein Kommentar. Der Vorsitzende ist beschäftigt.

Alles in Ordnung?

Hast du das Interview gelesen? Von wem?

Reiulf.

Da bist du ja.

Was ist?

"Was ist?"

Ja, ich hab Eva von der "Ny Tid" ein Interview gegeben.

Warum auch nicht? Das ...

Es ist richtig,

mit den Linkssozialisten in Dialog zu bleiben.

Der Parteivorsitzende gibt den Linkssozialisten ein Interview

und kritisiert unser Programm?

Eine Woche vor dem Parteitag in einem Wahljahr.

Ich hab doch nur gesagt, dass ...

Dass das vorliegende Programm eine erste Fassung ist.

Ich mein ... Wir müssen zugeben,

dass es Leute gibt, die es zahnlos finden.

Wenn man das liest,

sind wir eine Wackelpartei ohne Kontakt zur Realität. Ja.

Sind wir auch! Also bitte!

Okay, was ist dein Problem?

Dass wir eine Wackelpartei ohne Bezug zur Realität sind,

oder, dass es jemand ausspricht?

Deshalb hat die Partei sich geweigert,

dich zum Ministerpräsidenten zu machen.

Damit haben wir die Wahl verloren.

* Tür fällt laut ins Schloss *

Dr. Brundtland!

Trygve!

Ich hab versucht, dich zu erreichen.

Ich bin Fraktionsvorsitzender und muss versuchen,

diese Situation zu klären.

Situation? Ja.

Okay, machen wir.

Aber ich hab um zwei ein Interview zu Hardangervidda.

* Rumpeln *

Worum geht's?

* Glockenschlag *

Reiulf.

Was meinst du, das Interview? Nein, die Situation.

Es wär gut, wenn die Partei offen damit umgeht,

statt in Hinterzimmern Gespräche zu führen.

Das ist eine gute Idee.

Andererseits wäre es nicht gut,

wenn sich alle an der Debatte beteiligen.

Ich hab an so was gedacht wie ... einen kleinen Arbeitskreis.

Ja, sehr gut. Mhm.

Soll ich da mit rein? Mmmm ...

Deine Expertise wäre ein Gewinn für den Arbeitskreis.

Expertise? Ja, es stellt sich die Frage, ob Reiulf der Sache ...

... noch gewachsen ist.

Aus medizinischer Sicht.

Du bist doch Ärztin.

Aus medizinischer Sicht? Nein, kann ich nicht.

Dazu äußere ich mich nicht.

Um Gottes Willen! Du musst dich zu nichts äußern.

Deine Anwesenheit genügt.

Ich versteh dich, aber darauf würde ich lieber ...

Bitte schön.

Trygve!

Hm?

Wir sind da.

Ja ...

Danke, dass ihr gekommen seid.

(Aspengren) Wollen wir anfangen?

Ja.

Ja ... Ähm ...

Wenn jemand was sagen möchte ...

Worum geht's eigentlich ... konkret?

Ich muss eine Rede schreiben. Können wir schnell machen?

Hast du ihm gesagt, worum es geht?

Es geht es um das Interview in der "Ny Tyd". Ja?

Ich geb zu, dass meine Äußerungen taktisch unklug erscheinen mögen.

Aber es ist nicht so ...

... dass die Wähler jetzt völlig verunsichert sind.

Das ist sicher zu einfach.

Ich glaube im Gegenteil, dass ...

... ein gewisses Maß an Offenheit notwendig ist.

Damit wir das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.

Es geht nicht darum, was taktisch klug war.

Es geht um die Frage,

ob du Entscheidungen unter Alkoholeinfluss triffst.

Alkoholeinfluss?

Jeder weiß, dass der Alkohol in der Parteizentrale in Strömen fließt.

Du bist nicht durch eine große Abneigung aufgefallen.

So.

Wie gesagt ...

Ich steh zu dem, was ich gesagt hab.

Wir können gerne über strategische Themen reden.

Aber so, wie das Gespräch anfängt zu laufen, das verbitte ich mir.

Es war nicht das erste Mal. Was heißt das? Was meinst du?

Gjovik, zum Beispiel. Da war ich nicht betrunken.

Du konntest kaum laufen. Weil ich Rückenschmerzen hatte!

Willst du dich dazu äußern, Dr. Brundtland?

Äh ... Nein!

Vielleicht ist das nicht der richtige Ort.

Das ist eine Hinterzimmerintrige.

Ich halte die Partei nach links offen.

Leert ihr deshalb den Jauchekübel über mir aus?

Die Partei driftet immer weiter nach rechts!

Das ist der Grund!

Man sollte meinen, wir durchschauen dieses Spiel.

Mann, Reiulf, wir versuchen doch nur ...

* Stöhnen *

Hat jemand ein Taschentuch?

Verdammt! Krieg ich ein Taschentuch?

Arrrgh!

Sind wir dann durch?

Trygve?

Kann vielleicht jemand das Blut wegwischen?

* Knall *

Trygve, ich glaub, das war nicht ganz optimal.

Weil Aspengren Dampf abgelassen hat.

Wenn Reiulf trinkt, ist das Teil eines größeren Problems,

mit dem er versucht klarzukommen.

Sein Rücken? Er schläft schlecht.

Er isst nicht richtig.

Er eröffnet Donnerstag den Parteitag.

Es ist nicht hilfreich, über ihn herzufallen.

Nein. (Trygve) Ja ...

Wo ist Reiulf?

Der ist weg.

Weg?

* Freizeichen *

* Freizeichen *

* Freizeichen *

* Klingeln *

Arvid. * Ja, hier Thor. *

* Es geht um Reiulf. *

* Ja? * Ich hab versucht, mit ihm zu reden.

aber das ist aus dem Ruder gelaufen.

* Ich frag mich, ob du dich um ihn kümmern könntest. *

Natürlich, geht klar.

Nur, um sicher zu sein, dass er ...

Du weißt schon.

Ich fahr hin.

Ja. - Ich muss sowieso zu ihm rüber.

Ja ... Und du?

Alles klar? * Ja, danke. Danke. *

Du hast Ärger mit Halvorsen?

Hör nicht auf das Arschloch. Du bist immer noch der Boss!

Liebe Parteigenossen ...

Liebe Freunde ...

* Telefonklingeln *

Reiulf Steen.

Ja, ich bin die ganze Woche in der Stadt. Der Parteitag!

Ja.

Können wir das nicht ...

Die müssen nicht alles wissen.

Aber wir müssen klarkommen, bevor wir die Kinder involvieren.

Moment! Was hast du gesagt?

Nein, ich rede nicht mit ihm.

Ich hab gesagt, nein, jetzt nicht!

Hallo, Kleiner!

Ja. Nein.

Ich schlaf diese Woche in der Stadt.

Es ist furchtbar viel zu tun.

Wegen dem Parteitag, weißt du?

Ich weiß.

Können wir da drüber reden, wenn ich wieder zu Hause bin?

Natürlich.

Das können wir in Ruhe besprechen, wenn ich da bin.

Ein andermal.

Ich muss eine Rede halten.

Ja ...

Auf dem Parteitag.

Ich muss ...

Ich muss jetzt aufhören.

Gute Nacht.

Hab dich lieb.

Liebe Genossen ...

♪ Düstere Synthesizer-Musik ♪

Als Vorsitzender dieser Partei ...

... ist es mir eine Freude, unseren Parteitag zu eröffnen.

Heute ...

... geht es um mehr als jemals zuvor.

♪ Verzerrter Gesang ♪

Wenn wir nach diesen drei Tagen im Streit auseinandergehen ...

... werden unsere Feinde uns vernichten.

Hohn und Spott ...

... haben wir schon ertragen.

Bis an den Rand unserer Kräfte.

Und doch wissen wir, dass viele Menschen unsere Sache unterstützen.

Seid stolz darauf.

Und steht dazu!

Genossinnen und Genossen, reicht euch die Hände und ...

* Knall *

(leise) Reiulf!

♪ Verzerrte Synthesizer-Klänge ♪

(leise) Reiulf?

* Klopfen *

Reiulf!

♪ Verzerrte Synthesizer-Klänge ♪

Morgen, Junge. Sag Bescheid, wenn dir schlecht wird ...

* Würgen *

Iss das nicht!

Wir müssen ihn bis morgen hinkriegen.

Ist das Reiulf?

Fass mit an. - Mach ich doch.

In die Wanne.

(Arvid) Umdrehen!

Versuch ich ja!

♪ Düstere Synthesizer-Musik ♪

Augenblick!

Gleich geschafft.

Ganz ruhig.

Hm.

* Seufzen *

Nein, nein, das bin ich nicht. Das ist mein Bruder.

Wir waren ...

... Zwillinge.

Er ist tot.

Tragischer Autounfall.

Er sieht genauso aus wie ich, aber er ist nur mein Bruder.

Kannst du so was nicht ohne mich machen?

Ich dachte, du machst das gern.

Was? Krankenschwester?

Für Reiulf Steen.

Vergiss mal die Politik, Schätzchen.

Du sagst doch immer, Reiulf sieht so toll aus.

Ich geb dir deine Chance.

Du brauchst 'n neuen Mann, nachdem Arne gestorben ist.

Ich hab nie gesagt, dass er toll aussieht.

Und er lässt sich scheiden.

Warum, meinst du, hab ich ihn hergebracht?

* Reiulf stöhnt *

Hi.

Ich bin Eli.

Hi. Hi.

Sie müssen was essen.

Hier.

Kann nicht.

(Eli) Muss aber. Kann nicht.

* Reiulf stöhnt *

Versuchen Sie's.

Hier.

Sie müssen bald auf den Parteitag, hm?

Und die Eröffnungsrede halten.

Reden können Sie ja.

Vor Leuten, die mich danach niederbrüllen.

Ich kenne ein paar Ihrer Reden, die waren hinreißend.

Die Leute waren begeistert.

Das war einmal.

Hier.

Warum machst du das?

Ist doch selbstverständlich.

Ich weiß nicht, ob er noch leben würde,

hätte Aspengren nicht angerufen.

Auf den Parteitag hätte er's nicht geschafft.

Und jetzt wohnt er hier mit Eli zusammen.

Das ist so weit ganz nett.

Aber Gro wohnt um die Ecke, und Eli ist eifersüchtig.

Dazu hat sie allen Grund.

(Eli) Ich hab gesehen, wie du Gro hinterhergetanzt bist.

Wir sind Kollegen! Alter Bock!

Einbildung! Du bist nur eifersüchtig.

Du änderst dich nie!

Brauchst du eine Liste meiner Opfer? Bist du dann zufrieden?

Da ist sie garantiert drauf!

Gro!

Hör auf, dich an Reiulf ranzumachen, sonst steht es morgen in der Zeitung!

Ich mach mich an niemanden ran. Reiulf vielleicht an mich.

Das stimmt nicht! Ich weiß, was du für eine bist!

Alles wissen das! Hast du einen Schaden?

Glaubst du, ich bin blind? Ich merk doch ...

Das war später, nachdem sie die Wahl verloren hatten.

Oder gewonnen?

War das '77?

Oder '81?

Ja, ja, ist ja auch egal!

♪ Düstere Elektro-Musik ♪

* Verschlussklicken *

Kommt es zur Abstimmung über die Hardangervidda?

♪ Düstere Elektro-Musik ♪

Da ist er ja. Hi! Morgen.

Geht's dir gut? Ja.

Mir geht's bestens. Ich bin ... in bester Form.

Ich war 'n paar Tage zu Hause und hab mich vorbereitet.

Ich finde, wir müssen Reiulf gegenüber ehrlich sein.

♪ Angespannte Synthesizer-Musik ♪

(unverständlich)

Das Wort hat der Parteivorsitzende.

* Applaus *

♪ Pulsierende Töne ♪

* Räuspern *

* Applaus *

* Jubel *

♪ Ruhige Synthesizer-Musik ♪

Liebe ... Genossen ...

Ich muss mich bedanken.

Wir wollten dir reinen Wein einschenken.

Danke. Sogar Odvar und Bjartmar sind aufgestanden.

Die Partei steht hinter ihrem Vorsitzenden.

Gut, gut so ...

Genau.

Tausend Dank. Das sieht gut aus.

Schmeckt auch gut.

Gratuliere, gut gelaufen.

Gro, ich hab gesehen ...

... du hast keine Redezeit.

Was ist mit der Hardangervidda?

Ich halt mich da zurück.

Da fehlt doch nur ein kleiner Schubs.

Wir haben uns dagegen entschieden.

Wer ist wir? Das Redaktionskomitee.

Redaktionskomitee?

Ja. Hätten Sie zwei Minuten?

Wir haben Fragen zur Hardangervidda. Ja, ich komme.

Also? Gibt es schon konkrete Projekte?

Wir wollen einen Nationalpark auf der Hardangervidda,

besonders im Gebiet Dagali und zum Schutz des Veig-Flusses.

Du bist von Reiulf enttäuscht.

Aber wenn wir im Wahlkampf eine Chance haben wollen,

darf der Parteitag keine neuen Gräben aufreißen.

Auch du und Odvar.

Wenn wir deiner Logik folgen,

müssen wir auch alle anderen Konflikte unter den Teppich kehren.

Wie sich der Parteitag zu Hardangervidda stellt,

weiß ich nicht.

Du bist Umweltministerin.

Wenn du das Thema zurückstellst, passiert das auch.

Sie unterstützen die Formulierung,

die Partei sei "vielleicht" zu einer Lösung bereit?

Das ist im Augenblick die richtige Entscheidung,

aber die Diskussion ist nicht vom Tisch.

* Entfernte Polizeisirenen *

Ich ...

Ich weiß, wie du dich für das Projekt geschlagen hast.

Wir kriegen es schon noch durch.

Bjartmar meint vielleicht,

dass ich ihm jetzt keine Steine mehr in den Weg lege.

Da täuscht er sich.

Er beißt sich an mir die Zähne aus.

Ich freu mich drauf.

Das wird er.

Wenn wir jetzt die Wahlen verlieren ...

Das wird nicht passieren.

Nein!

Das passiert nicht.

♪ Feierliche Blasmusik ♪

Der Wahlkampf ist vorbei, der Wähler hat das Wort.

Wir heißen Sie herzlich willkommen.

Die üblichen Tabellen und Diagramme erwarten Sie.

Auch der beliebte Wahl-o-meter mit dem Ergebnispfeil ist wieder da.

Er zeigt das Ergebnis der letzten Wahl

mit dem Stimmenvorteil für die Linke.

Wir bleiben am Ball

und schauen in der Parteizentrale der Arbeiterpartei vorbei.

Dort sieht Herbjörn Sörebö sich für uns um.

Hier ist bei vielen eine Sorge zu spüren:

Was mag die erste Parlamentswahl unter der Doppelspitze

für die Partei bringen?

Aber erst wird gesungen.

♪ Mit der Zukunft der Menschheit im Blick

Für eine Welt Voller Frieden und Glück

Im Herzen die Glut Für der Völker Geschick

Frei und gleich woll'n wir sein Schließt die Rei... ♪

* Lauter Knall *

Hier.

Nein.

Was ist los? Ist es nicht zu früh dafür?

Ich komm immer zu früh. Meine Frau mag das.

Bjartmar glaubt, dass wir verlieren. Seit wann hörst du auf den?

Das können wir nicht gebrauchen. So leicht kriegt man uns nicht klein.

Gleich kommt die erste Hochrechnung.

♪ Angespannte Perkussionsmusik ♪

(Moderator) * Wir erwarten jeden Moment die ersten Ergebnisse, *

* die nah ans Resultat kommen dürften. *

* 577 von 587 Kommunen und Distrikten sind bereits ausgezählt. *

* Signalton *

* Jubel *

(Chor) Odvar! Reiulf! Odvar! Reiulf!

Odvar! Reiulf! Odvar! Reiulf!

Jaaa!

Ja, ja, ja!

* Räuspern * Genossinnen und Genossen ...

Ein großes Dankeschön an euch alle, auch wenn das Ergebnis vorläufig ist.

Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben!

Jaaa!

Genossen ...

Äh ...

Ihr wisst, ich bin in Hedemark aufgewachsen.

Da sagen wir ...

Göla aus Möla ist besser als Möla aus Göla!

Daran muss ich denken, wenn ich so vor euch stehe.

In diesem Sinne ...

Göla aus Möla - besser als Möla aus Göla.

Göla, Möla!

Wer angenommen hat, dass der Führungskonflikt Folgen haben würde,

wurde eines Besseren belehrt.

Es könnte bald aus sein mit den Heiterkeitsausbrüchen,

denn die Partei steht vor großen Herausforderungen.

♪ Rhythmische Gitarrenmusik ♪

Das verdanken wir dir, Gro. Nein.

Sicher nicht. Doch. Acht Sitze mehr im Parlament.

Das liegt nicht an mir und Odvar. Sie haben dich gewählt.

Das haben wir zusammen geschafft.

♪ Norwegische Popmusik ♪

* Zusammen mit den Mandaten der äußersten Linken *

* kommen die Sozialisten auf 77 Sitze. *

♪ Norwegische Popmusik ♪

Bjartmar, du Langweiler!

Komm! Na los!

Ich komme.

Wir führen mit einem Mandat. - Was?

Wir haben nur ein Mandat mehr und 98,8 % ... - Ist gut, prima.

Tanz mal.

Ist noch was zu trinken von der Weihnachtsfeier da? Kein Wein.

Du hast doch noch Schnaps! Nichts, keinen Tropfen.

Du hast aufgehört. Ein Vorbild für die Jugend.

(Mann) Gro, tanz mit mir!

Ich geh nicht auf die Wahlparty. Was? Du kommst!

Gro ist auch da. Sie kommt? Was sonst!

Gro! Wahlparty! Wir feiern!

(Foerde) Wahlparty! - Wahlparty!

(Foerde) Du musst! Ich muss morgen arbeiten. Du auch.

Vergiss es! Doch, doch.

Der Papst arbeitet auch nicht, wenn er das Konzil gewonnen hat.

Doch. Der ist auch verklemmt.

Und der wird nicht vom Volk gewählt, so wie wir.

Okay. So was muss man feiern.

* Jubel *

♪ Rhythmische Tanzmusik ♪

* Schnarchen *

* Telefonklingeln *

Guten Morgen.

* Telefonklingeln *

Hallo, hier Ivar Leveraas.

(Ivar) Ja, hi.

Wer, alle beide?

Der Ministerpräsident und der Parteivorsitzende

sollten heute nicht im TV auftreten.

Soll ich ihnen was ausrichten?

* Nach Auszählung der Briefwahl stellt sich heraus, *

* dass die Konservativen eine Mehrheit haben. *

* Odvar Nordli hat gestern bereits seine Siegesrede gehalten. *

* Aber es sieht so aus, dass die Konservativen *

* mit der Regierungsbildung beauftragt werden. *

* So dürfte die Gesprächsrunde der Parteivorsitzenden *

* von Bedeutung sein ... *

Na? Seid ihr jetzt zufrieden?

Wer?

Du und Odvar.

Bist du verrückt?

Im reaktionären Norden fehlen uns nur 18 Stimmen.

Wir haben in allen Distrikten zugelegt,

die für Umweltschutz kämpfen.

Wir sind die Arbeiterpartei!

Es geht nicht um 18 Stimmen mehr hier und weniger da.

Wir haben unsere Kernwähler verprellt!

Und die Jugend hat gar nicht gewählt!

Stimmt. Nur warum?

Wen hätten sie wählen sollen? Uns?

Sie hätten eine stabile Regierung gewählt.

Und keine, die dauernd von ihrer Parteiführung sabotiert wird.

Nein. Ist doch so. Ihr treibt Odvar vor euch her.

Reiulf muss sowieso weg.

* Sie sind sicher enttäuscht, dass Sie Ihre Mehrheit verloren haben. *

* Nein, nicht wirklich. So ist das in einer Demokratie. *

* Da muss man den Blick nach vorn richten. *

"So ist das in einer Demokratie." Sonst fällt dir nichts dazu ein?

Ein rechtschaffender Politiker würde Konsequenzen ziehen.

Ich nehme an, du hast andere Pläne.

Hm?

♪ Angespannte Synthesizer-Musik ♪

(Reporter) Odvar Norli, eine Frage!

Was sagen Sie zu der Niederlage? - Haben Sie sich zu früh gefreut?

Das Problem ist nicht mein Kampf für den Umweltschutz

oder Reiulfs Interviews.

Er war betrunken!

Es kann niemandem verborgen bleiben, dass er nichts taugt.

Und wir applaudieren ihm noch!

Ihr weigert euch auf die Interessen der Bürger einzugehen.

Kann das warten?

Bin ich jetzt an allem schuld?

Etwa nicht? Durchaus, auch.

Du nicht? Doch.

Ich hab zugelassen, dass unsere Politik verwässert wird.

Von mir, was? Dein Ministerium ist nur symbolisch.

Es war nicht vorgesehen, dass du die Regierung behinderst.

Nein, ich soll lächeln und das Quotenfrauchen sein.

Hast du vergessen, wem du deinen Posten verdankst? Was?

Du könntest dankbar sein für die Unterstützung erfahrenerer Leute.

Auch wenn sie nicht so gut Englisch können. - Ist gut!

Wenn jemand was behindert hat, dann du!

Odvar wollte den Umweltschutz auf der Agenda haben.

Entschuldige mal!

Du musst nicht alles tun, was Bjartmar dir sagt.

Du bist der Chef.

Du kannst auch selbst entscheiden.

Wir streiten über Verantwortung ...

Als ob der Wähler nicht wüsste,

dass der Ministerpräsident nur eines will:

Zu Hause unter seine Bettdecke kriechen.

Reiulf, ich hab keine Lust auf dein Gepöbel.

Du drischst wie ein Wilder auf uns ein.

Dabei hast du alles verbockt. (Ivar) - Genossen, das reicht!

Holt euch einen Kaffee.

Bin ich ein Hampelmann?

Nein, Odvar. Lass dich auf das Niveau nicht ein.

Warum sagt er das?

Denken die Leute, ich mach nur, was du sagst?

Nein! Kann ich mir nicht vorstellen.

Der Sender.

Der Parteivorstand ist zusammengetreten

und analysiert die Zahlen in aller Ruhe.

Er denkt nach, wie es weitergehen soll.

Also kein Kommentar.

Ja!

Das hab ich verstanden.

Ich geb das weiter und meld mich.

Ich ruf zurück.

Okay, kommt mal alle her. Kommt, kommt! Ihr auch!

Ich hab Neuigkeiten. Haltet euch fest.

Sie haben einen Kasten mit nicht ausgezählten Wählerstimmen entdeckt.

In Narvik, also eine der Kommunen, wo es knapp war.

Wisst ihr was?

Die Stimmen ...

... an wen gehen die?

30 Stimmen.

An uns.

Also, die Linkssozialisten

haben sie den Konservativen abgeknüpft.

Das heißt, meine Damen und Herren, wir haben doch noch gewonnen.

Vier weitere Jahre!

Na? Das ...

Das ist ... fantastisch.

Ja, super.

Super. Dann ...

Bleibt mir wohl nur ...

... euch zu danken und zu gratulieren.

Gut gemacht, Genossen.

Ich schlage vor, dass wir uns ...

Es war eine anstrengende Nacht.

Wir haben uns eine Atempause verdient.

Und was zu essen.

Vor der Sitzung des Parteivorstands heut Nachmittag.

Klingt gut.

Gratuliere. - Ja, dir auch.

Das war ...

Was ist los?

Wir haben doch noch gewonnen. Sag ich doch! Hab ich Kopfweh ...

Erst gewonnen, dann wieder nicht ... aber jetzt ... Ich sag's doch.

So leicht ist die Partei nicht kleinzukriegen.

♪ Auf Sozialisten Schließt die Reihen ♪

Copyright Untertitel: NDR 2023

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