All language subtitles for Makta S01E01

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2023

♪ Titelmusik ♪

Bist du jetzt Anarchist?

Nein, aber man wird doch fragen dürfen:

Ist der Staat wirklich nötig?

Sind es Politiker?

In manchen Gesellschaften geht es dem armen Mann

ohne staatliche Regulierung besser.

In Amerika etwa ... Da ... Nein, das war nicht gut. Noch mal!

Nehmen wir Amerika ... Nein, das wird auch nichts.

Noch mal? Ja. Jetzt aber!

Alle fertig? Können wir anfangen? "Netzwerk" war das Wort.

Reiulf, kann's losgehen? Klar! * Klacken *

In Amerika gibt es ein Netzwerk von Organisationen,

die Frauen bei Abtreibungen helfen.

Diese Leute sind praktisch Anarchisten,

weil sie sich weigern, die Gesetze zu befolgen.

Genauso wie damals die Gewerkschaften.

Manche Leute behaupten,

die Demokratie wäre das Beste für alle.

Ja, ja, aber es gibt immer wieder Dinge, die wichtig sind,

Man muss umdenken lernen. Wir müssen Bestehendes hinterfragen.

Wie wäre zum Beispiel Kant? Ghandi?

Marx? Engels? Trotzki? Plottsky? Jesus?

Wir wären eher so in der Gegend von Bakunin.

Bakunin! Er soll die Klappe halten! Sag einfach ... (imitiert Bellen)

Das Bier soll die gute Sissel davon überzeugen,

ein Regierungsamt zu übernehmen.

Ui! - Mhm.

Hmm? - Das Gesundheitsministerium wird vakant.

Ich will dich vorschlagen, wenn ich Trygve sehe.

Danke, der Vorsitz der Jungsozialisten reicht mir.

Frag doch Thorbjörn. - Sie brauchen eine Frau.

Das wird wohl ein Arbeitskreis.

Um eine halbwegs intelligente Frau zu finden?

Bald hast du eh alle Arbeitskreise unter dir. Mach es doch selbst.

Wieso? Na ja, ihr wisst schon.

Was wissen wir schon?

Noch nicht gehört? Dein Ernst?

Was?

Okay! * Lachen *

Unser Ministerpräsident soll gesagt haben,

dass er als Parteivorsitzender zurücktreten will.

Und wenn er als Parteivorsitzender zurücktritt,

dann bist du als sein Nachfolger im Spiel.

Nein! Das ist 'n Witz? Das Interview wird gerade gedruckt.

Aha! Jetzt wacht er auf.

Wenn das wahr ist, dann ... Also, das gibt ...

Was gibt es?

Tumult und Aufruhr?

Revolution? Ganz große Oper?

(mit Nachhall) Anarchie?

♪ Pulsierende Klänge ♪

Hey!

* Straßenlärm *

Erinnerst du dich nicht?

Du hast vor drei Stunden ein Interview gegeben!

Du wärst erschöpft, ja.

Allein das ist suboptimal, aber du hast angekündigt, zurückzutreten.

(nervös und hektisch) Ja. Okay. Mhm.

♪ Pulsierende Klänge ♪

Also, bitte, heute keine Pressekontakte mehr.

Nein, auch nicht mit Randi! Mit niemandem!

* Poltern *

* Hektische Schritte *

* Keuchen *

Ah. Hey! Was verschafft mir die Ehre?

Ich hab gehört, der Ministerpräsident

hat euch ein Interview gegeben.

Ich wollt nur fragen, ob du davon weißt?

Könnte sein. Ja, ich glaub, ich hab da was gehört. Ja, ja.

Ja, ja, ja. Und ... Ich geh davon aus, ihr bringt es?

* Lachen *

Interviews vom Ministerpräsidenten bringen wir meistens.

Verstehe, "meistens"! Und wann?

Morgen, glaub ich? Ah. Morgen, glaubst du. Ist klar. Morgen.

Habt ihr ... ein Problem damit?

Äh, also ... Nein, es ist nur ... Also ... na ja, Trygve, der ...

Der sagt manchmal Sachen, die er sich nicht richtig überlegt hat.

Es wäre gut, wenn wir Zeit bekämen, um noch mal mit ihm zu reden,

damit wir das besser organisieren können.

Das klingt, als würde sich ein Parteisekretär

in redaktionelle Entscheidungen des Arbeiterblatts einmischen.

Nein! Nein, auf gar keinen Fall!

Nein, ich bin nur hier, um mir ein Bild zu verschaffen von der Lage.

Also, ihr bringt es morgen. Mhm. Gut zu wissen, sehr schön. Ja.

Danke für die Information. Ja, sehr gut.

Auf der Titelseite? Ihr bringt es ...

In dem Interview kündigt der Ministerpräsident an,

den Parteivorsitz niederzulegen. Ja.

Ob das auf die Titelseite kommt?

Ja! Kommt es! Natürlich. Gut zu wissen. Danke, danke.

Schönen Abend! Vielen Dank! Tschüss.

* Hektische Schritte *

Hey! Hey! Was ist los?

Wusstest du, was er vorhat? Hat er dir was gesagt?

Nein! Ich hatte nicht die geringste Ahnung.

Soweit ich weiß, sagt er, dass seine Leistungsfähigkeit

begrenzt ist und er als Parteivorsitzender zurücktritt.

Nein! Ja! Und du wusstest wirklich von nichts?

Nein.

Nein, das wusste ich nicht.

Aber dir ist klar, was es bedeutet?

Darüber brauchen wir nicht reden.

Wir müssen warten,

bis der Arbeitskreis einen neuen Parteivorsitzenden vorschlägt.

Im Juli! Ja. Zeit für die Presse, über den Nachfolger zu spekulieren.

Was machst du dann? Ich? Ja. Du bist sein Vize. Was meinst du?

Ob du auch zurücktrittst. Das wird eine Bombe morgen.

Darauf müssen wir reagieren. Und wie?

Eine neue Parteiführung, die nichts mit der Krise zu tun hat.

Das ist keine Krise.

Wir verlieren Wähler nach links und rechts.

Bald ist die Arbeiterpartei am Arsch.

Trittst du dann auch zurück?

Du bist genauso verantwortlich, du gehörst auch zur Parteiführung.

Das ist doch was anderes. Nein. Ich bin Parteisekretär.

Das ist mehr so ein administrativer Job, das ... Das haut dich um, was?

Es ist was anderes, Mann.

Aber ja, ich bin auch verantwortlich.

Und Verantwortung heißt, Dinge zu regeln.

Eine neue Führung ... Macht Kompromisse mit den Konservativen.

Nein. Das ist nicht gesagt.

Dafür werden die Genossen sorgen, die immer mehr nach rechts wollten.

Und einer davon steht gerade neben mir.

Weißt du was? Das war jetzt mal so was von deplatziert.

Verstehst du den Ernst der Lage? Ja, vollkommen.

Wir verlieren Wähler, wirken ausgelaugt,

aber der schlimmste Fehler wäre, jetzt zu kapitulieren.

* Signaltöne *

Aber du kannst gern zurücktreten, wenn du das willst.

Muss ich. Ich hab's gesagt.

Du trittst nur zurück, wenn Reiulf zurücktritt. Ja?

Vielleicht überlegt er sich's.

* Schmunzeln *

Meinst du, Reiulf tritt nach zehn Jahren als Stellvertreter zurück,

wenn er die Nummer eins in der Partei werden könnte?

Reiulf hat sich nie um die Macht gerissen.

Alle reißen sich um die Macht, Ronald. Sogar Reiulf Steen.

Wir brauchen einen neuen Mann. Erst mal einen Gesundheitsminister.

Was ist daran so schwer? Dass wir eine Frau brauchen.

* Seufzen *

Was ist mit dir?

Ich bin keine Frau.

Als Parteivorsitzender.

Ich bin der pragmatische Typ. Der Job wär das Letzte, was ich brauche.

Haben wir 'ne Alternative?

* Schnarchen *

* Schnarchen *

* Tür öffnet sich *

* Tür knallt zu *

* Stöhnen *

Du schläfst?

Nein, nur Entspannung für die Augen, bevor ich los muss.

Ein langer Tag im Verfassungsausschuss.

Nimmt dir 'ne Wohnung in der Stadt.

Ich kann in Oslo nicht schlafen. Zu viel Trubel.

Was wollt ihr?

Äh ... nichts, nur Bratteli hat angekündigt,

er will als Parteivorsitzender zurücktreten.

Was? Sie bringen es morgen raus.

Wir dachten, es schadet nicht, wenn du es weißt.

Du musst davon ausgehen, dass dein Name fällt,

wenn die Medien die Sache breittreten.

Meiner?

So: "Einflussreiche Kreise in der Partei haben sich verständigt,

dass Odvar Nordli der beste Nachfolger wäre."

Äh, nein, ich will den Parteivorsitz nicht.

Wir auch nicht.

Aber ... - Wenn wir nicht aufpassen, kriegt ihn Reiulf.

Der ist ja auch an der Reihe. Keiner ist an der Reihe.

So meine ich das nicht.

Reiulf ist nett, aber 'n Dampfplauderer.

Grandiose Ideen, aus denen nie was wird.

Wir brauchen jemanden, der die Dinge anpackt. Einen Mann wie dich.

Aber Reiulf hat viel für die Partei getan.

Eine Schmutzkampagne gegen ihn ist nicht fair.

Aber wie kommst du denn darauf?

Ein paar Leute in der Fraktion finden,

Odvar Nordli wäre ein guter Nachfolger für Trygve Bratteli.

Zu denen kannst du nicht sagen: "Sorry, kein Interesse."

* Seufzen * Ja. Tut mir leid, Jungs, ich muss auf den Zug.

Könnte ich nicht auch Minister werden?

Gesundheit ist doch gerade frei.

(beide) Nein, da muss eine Frau ran. * Seufzen *

Was heißt das, Sie haben keinen Kontakt zum Vater?

Ja, ich bin ihm nur einmal begegnet.

Als ich versucht hab, ihm zu sagen, was passiert ist,

meinte er nur, er hat damit nichts zu tun.

Haben Sie nicht über Verhütung nachgedacht?

Nein.

Gibt es eine medizinische Diagnose,

die den Abbruch der Schwangerschaft rechtfertigen würde?

Nein.

Kjersti, du musst mir ehrlich antworten:

Willst du die Abtreibung wirklich?

Hat jemand dich dazu gedrängt oder beeinflusst?

Nein, das ist mein freier Wille. Ja? Ja. Danke.

Gut, das war's.

Ja.

Danke schön.

Ganz klarer Fall, so wie ich das sehe. Ja?

Ich bin dafür.

Ohne medizinische Indikation für einen Abbruch?

Sie will kein Kind, ist jung und kann nicht für das Kind sorgen.

Dafür ist das Sozialamt zuständig.

Wir berücksichtigen bei allen Patienten ihre Lebensumstände.

Hier nicht?

Nach meiner privaten Überzeugung könnte man anders entscheiden.

Warum stehen Sie nicht zu Ihrer privaten Überzeugung?

Unterschreiben Sie, dass Sie dem Abbruch zustimmen.

Aber die Rechtslage ist eben so.

Sonst müssen Sie sich beim Parlament beschweren.

Können wir weitermachen? - Ja.

Die Nächste bitte.

♪ Hektische Percussion-Rhythmen ♪

♪ Hektische Percussion-Rhythmen ♪

Odvar Nordli? Ja, ja, ja. Ja. * Lachen * - Was ihr nicht sagt.

Hat der Interesse am Parteivorsitz? - Absolut.

Die Fraktion steht hinter ihm. Geschlossen. Wie ein Mann.

Ist das Gro?

Hey, Gro. Hey. Hey, lange her. schön dich zu sehen. Gleichfalls.

Ja, ja, ja. Geht's gut? Ja. Ja, ja, danke, geht schon.

Fährt einer gerade in die Zentrale? Ja, ich. Gut.

Kannst du das beim Arbeiterblatt abgeben? Ja, klar.

Ist da deine Kolumne drin? Du schreibst fürs Arbeiterblatt?

Ja, zur Abtreibungsdebatte oder über die Härtefälle.

Die Abgelehnten, wie sie sagen.

Erzähl du es ihnen doch. Die Kolumne ist stark. Und wie.

Du liest das Arbeiterblatt?

Schön. Es reicht nicht, meine Kolumne nur gut zu finden.

Nein, da hat sie recht, aber wir sind dran.

Wir bereiten einen neuen Gesetzesentwurf

zum Thema Abtreibung vor.

Ja? Kriegt ihr ihn diesmal durch? Wir hoffen es.

Wir haben doch das internationale Frauenjahr, also ... Ja.

Gut. Danke für die Hilfe. Leg sie in Arnes Fach. Klar.

Grüß den Papa. Mach ich. Hey. Wiedersehen.

Wie wär's mit der? Hör doch auf.

Nein, ich meine, fürs Ministerium. Ach so.

Im Ernst, meinst du?

Sie steht hinter der Partei, ist immer engagiert.

Plus, sie ist attraktiv.

Wenn sie nur halb so gut ist wie ihr Vater, reicht das allemal.

Aber ihr Mann ist ein Konservativer.

Pragmatismus. Genau, was wir brauchen.

Sie ist besser als ihr Vater, zumindest im Kopf.

Ich war mal bei ihnen zu Hause.

Das saß sie in ihrem Laufställchen und hat "Das Kapital" gelesen.

Oh. Fand sie es gut?

Sie ist Ärztin. Das kommt immer gut an.

Außerdem: Die Frau hat in Harvard studiert.

Ja? Na ja, niemand ist perfekt.

* Telefonklingeln *

* Leises Gespräch im Hintergrund *

* Knarzen *

Gro Harlem Brundtland.

Guten Tag. Guten Tag.

* Telefonklingeln *

* Räuspern *

Ich wollte dich bitten, in die Regierung einzutreten.

* Verlegenes Lachen * Ähm ... Ja, du wurdest mir sehr ans Herz gelegt.

Wir haben eine Vakanz im Kabinett, wie du sicher gehört hast.

Ich soll Gesundheitsministerin werden? Nein.

Nein? Ist das nicht die Vakanz?

Ja, aber du bist doch Ärztin, stimmt's?

Ja.

Deshalb würde ich mir wünschen, dass du das Umweltministerium übernimmst.

Das überrascht mich. Wäre es nicht besser ...

Nein, wir wollen grundsätzlich kein Experten-Kabinett.

Ja, verstehe. Trotzdem ... wenn ich in die Politik gehe:

Dann wäre ich doch eher fürs Gesundheitsministerium geeignet

als für ... Was war's noch mal? Das Umweltministerium.

Jede andere Kandidatin hätten wir

im Gesundheitsministerium untergebracht, aber du ...

Mit deinem Bildungshintergrund ...

Ich verstehe.

Und ... eine Frage: Wäre ich Ministerin in einem Kabinett

unter Ihrer Führung oder unter jemand anderem?

Ah, du liest Zeitung. Ja, das kann schon mal vorkommen.

Ja, du hast recht.

Ich hab überlegt, als Partei-Vorsitzender zurückzutreten.

Aber ich will mein Amt als Ministerpräsident

bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben.

Ach so. Wissen Sie, wer Ihnen als Parteivorsitzender folgt?

Dafür haben wir einen Arbeitskreis. Ja. Der Arbeitskreis Wahlen.

Nein. Der vorläufige Arbeitskreis Wahlen.

Briefkasten nennen wir ihn.

Der wertet die Briefe

mit Vorschlägen für den neuen Vorsitzenden aus.

Dieser Briefkasten-Arbeitskreis legt dem Wahlausschuss

seine Empfehlung vor, der dann im Parteitag zur Abstimmung gelangt.

Sehr schön.

Mhm. Ja, also ... (zögerlich) Danke für das Angebot.

Muss ich mich sofort entscheiden?

Das Thema sorgt für Unruhe in der Partei.

Manche drängen auf eine schnelle Klärung.

Es wäre großartig,

wenn du mir binnen zwei Monaten antworten würdest.

Ja, ich könnte Ihnen bis morgen früh Bescheid geben.

Das ist natürlich noch besser.

♪ Angespannte Instrumentalmusik ♪

* Plingen des Aufzugs *

Ich höre, sie war schon bei Trygve Bratteli.

Soviel ich weiß, ja.

Und viele sehen das positiv. Ja.

Was denken die Gewerkschaften?

Eine Akademikerin und ein Konservativer.

Ein Vater in der Gerhardsen-Regierung

war ein Vorteil.

Wenn sie das Umweltressort kriegt, ist alles gut.

Solange sie keine Ahnung haben, was im Umweltressort passiert. Hmm.

Reiulf? Hmm? Telefon für dich.

Wer ist dran? Das wollte er nicht sagen.

Hey, Arvid.

Nein, hier hört niemand mit.

Was gibt es?

♪ Angespannte Musik ♪

Daimler. Daimler, sitz.

Ist okay, ist okay. Sitz.

* Reifenquietschen *

Du weißt, was sie vorhaben?

Wer? Die Leute, die Odvar Nordli ins Amt wuchten wollen.

Dass der Zeitungsartikel gepusht wurde, ist klar.

Zeitungsartikel. Nein. Das ist das geringste Problem.

Bratteli hat einen Arbeitskreis einberufen,

der Vorschläge für seine Nachfolge bringen soll.

Ja, ja. Der Briefkasten. Eben, eben.

Eine Kettenbriefaktion, mit der Unterschriften für Nordli

als dein Nachfolger eingesammelt werden sollen.

Und woher weißt du das, bitte?

* Hallo, Hjalmar, hier Arvid Engen. *

* Wer? - Der Möbelhändler. - Was willst du? *

Weiß er vom Mitschnitt?

* Ich hab gehört, Leute wurden angeschrieben, mit der Bitte, *

* sich mit ihrer Unterschrift für Nordli als Parteichef einzusetzen. *

* Hast du den Brief auch gekriegt? *

* Lies mir bitte vor, was drinsteht. *

* Nein, ich weiß nicht, ob ich das machen soll. *

Wer hat sich das denn ausgedacht?

Ich bin unsicher, aber dieser Kettenbrief ist mehr

als Werbung für Nordli als Vorsitzenden.

Das soll einen gewissen Ronald Bye ins Amt des Parteisekretärs hieven.

Ronald? Mhm.

Du glaubst, dass er ...

Dem kannst du nicht vertrauen, der Mann ist CIA. Ach, Quatsch.

Ist er. Und was soll ich tun?

Wenn die das machen wollen, machen sie's.

Ich kann dafür sorgen, dass Vassbotn eine Kopie des Briefes kriegt.

Das Dagebladet. Ja.

Gerhardsen wird verlangen, die Briefe zu ignorieren.

Mauscheleien werden in der Partei ungern gesehen.

Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist.

Du musst damit rechnen, dass es noch viel schlimmer kommt für dich.

Wieso?

Was passiert, wenn ein Land am Rande Europas,

das an die Sowjetunion grenzt, vor einem Regimewechsel steht?

Die CIA hat meinen Namen auf der Liste.

Nein, du wirst überwacht.

Und sie werden dich mit allen Tricks von der Macht fernhalten.

♪ Bedrückende Klänge ♪

Warte, Reiulf. Hier, für dich.

Wenn du Hunger kriegst. Ja.

* Winseln *

* Klingeln *

Hier? - Ja.

Hey.

Shoot.

* Lachen *

Action.

Ja, ich bin der Arvid Engen, ich bin Möbelhändler, Unternehmer.

Das ist unser Laden.

Wir verkaufen exklusiv das Originalsortiment von Chesterfield.

Alles Top-Qualität.

Und nebenher betätige ich mich als Berater für politische Parteien.

Pro Bono.

(Kassette) * Dagbladet, hallo. *

Ja, hallo, hallo. Können Sie mich mit Vassbotn verbinden?

* Telefonklingeln *

Vassbotn.

Per. Hier ist Arvid.

Wer?

Arvid Engen. - Ah, ja. Hey, hey.

Also, hör zu, hör zu.

Ich habe neulich diesen Artikel von dir über Odvar Nordli gelesen.

(zögerlich) Ja?

'n Tipp: Da läuft 'n zwielichtiges Ding mit dem Kerl.

Könnte interessant sein für einen Bluthund wie dich.

Ah, du meinst den Kettenbrief?

Ja.

Das weißt du schon? - Ja.

Aber wenn du eine interessante neue Quelle hast,

hör ich sie mir gerne an.

Ich hab den Brief auf Tonband. Soll ich's vorspielen? - Lass hören.

Was zum Teufel ist das denn hier im Dageblat, Trygve?

Ja, nein, das ist wieder so ein Gemauschel.

Wart erst mal ab.

Verzeihung? Entschuldigung. Ha, da bist du ja.

Mhm. Schön. Also, schön, dich zu sehen.

Ja, gleichfalls. Schön, schön, schön. Komm. Ja, danke.

Hey. Hey.

Na?

* Schmunzeln *

Kommt nicht oft vor, dass alle da sind.

Vielleicht um Gro in unserem Kreis zu begrüßen.

Ist Gro Brundtland hier?

Ah, da. Wieso? Geht es hier um mich? * Verlegenes Lachen *

Nein. Ich hab nichts vorbereitet. Hätte ich das tun sollen?

Nein, nein. * Lachen *

Worum geht es denn, Trygve? Warum fragst du?

Nichts Besonderes. Ich frag halt nur.

Also, ich hab gehört, dass es da so ein ...

... Gemauschel im Hintergrund gibt, um den Briefkasten zu manipulieren.

Deshalb werden wir, also, die Mitglieder vom Arbeitskreis,

diesen "Kettenbrief" ignorieren.

Den habt ihr wahrscheinlich leider im Dagebladet gelesen.

Gut.

Somit wäre das geklärt.

Ich bitte alle Beteiligten, sich daran zu halten

und irgendwelchen Blödsinn in dem Stil künftig zu vermeiden.

* Räuspern * Da ist noch etwas,

worüber wir in diesem Zusammenhang sprechen sollten.

Also, ich meine Ronald Bye.

Äh ...

Es gibt unklare Informationen über deine Zukunft als Generalsekretär.

Und wir fragen uns ... Ach, das.

Ja, ein paar von uns haben gehört, du hättest vor, zurückzutreten.

Habt ihr gehört.

Ja. Du kannst einfach nein sagen, wenn es nicht stimmt.

Ja, das ist richtig.

Jetzt, wo sich Trygve entschlossen hat, sein Amt niederzulegen,

sollten auch wir, der Rest der Parteispitze, zurücktreten.

Und das betrifft auch mich als Parteisekretär.

Daher habe ich entschieden, nicht noch einmal zu kandidieren.

* Räuspern *

Ja?

Sonst noch was?

Ich muss weiter, Termin.

Bis dann. Absolut. Wir sehen uns. Wiedersehen. Ja.

* Lachen *

Ich wollte nur sagen, ich freue mich furchtbar,

dass du bei uns im Boot bist.

Ja, find ich auch. Das ist gut.

Wenn ich dir bei irgendwas helfen kann, frag mich.

Da wär was. Ja?

Die Vorlage zum Schwangerschaftsabbruch?

Was? Trygve sagt, ich soll dich fragen.

Ja, ich leite den Arbeitskreis Gleichstellung.

Sie kommt doch bald ins Parlament, oder? Ja.

Ich würde wirklich gerne einen Beitrag leisten,

wenn ihr mich braucht.

Ja. Das ist nett. Ich erklär dir gern alles.

Trinken wir ein Bier oder einen Kaffee? Ja. Das wäre toll.

Entschuldigen? Für was? Du hast ja gemerkt, dass die Stimmung ...

Ja, dass es Diskussionen gibt, ist klar.

Ich hoffe, sie halten dich nicht von der Arbeit ab.

Nein, ich nehm's nicht persönlich.

Du musst aber damit rechnen, dass du da auch mit reingezogen wirst.

Manche Leute haben klare Vorstellungen,

wie es in der Parteispitze zugehen soll.

Die könnten dich in Stellung bringen wollen, gegen mich.

So läuft das?

Ja ... Es wäre am besten, wenn ihr mich da raushalten könntet.

Natürlich. Mein Vater war ja viele Jahre mit dabei.

Ich hab mitgekriegt, was da so passiert:

Die heimlichen Absprachen, die Männerrunden in der Sauna,

die Brunchs bei Trond Johansen zum Austausch.

Mir ist vollkommen klar,

dass sich daran seither praktisch nichts verändert hat.

Damit will ich nichts zu tun haben. Ja, ja, genau.

Ich mach das auch nicht mit.

Ich will nur, dass du weißt, dass es Leute gibt,

die da anders ticken.

* Klatschen *

Die einfachste Lösung wäre, wenn Reiulf zurücktreten würde.

Der Geheimdienst hat sich auch schon beschwert. Tatsächlich? Ja.

Beim Freitagstreffen. Freitagstreffen? CIA.

Ah ... In deutlichen Worten, so wie ich das mitgekriegt hab.

Haben sie vor, was zu machen? Nein, sie halten sich bedeckt.

Aber sie haben Reiulf Auge, das steht definitiv fest.

Die CIA bleibt halt die CIA.

Das wirft uns nicht aus der Bahn.

Hast du nicht demnächst 'nen Fernsehauftritt? Ja.

Sie werden dich über Odvar Nordli löchern und den Kettenbrief.

Mit Glück wissen sie, dass die Fraktion ihn unterstützt.

Das Fass machen Sie dann gleich mit auf.

Ich trete das im Fernsehen nicht breit. Musst du nicht.

"Ist es richtig, dass die gesamte Fraktion

Odvar Nordli als Vorsitzenden favorisiert?"

Wenn das kommt, sagst du nur:

"Ich bitte um Verständnis,

dass ich das aktuell unmöglich kommentieren kann."

* Ich bitte um Verständnis, *

* dass ich das aktuell unmöglich kommentieren kann. *

* Sie möchten sich nicht zum Kettenbrief äußern? *

* Nein. Aber es haben sich wohl 58 von 60 Mitgliedern der Fraktion *

* für Odvar Nordli ausgesprochen. *

* Quellen sind einflussreiche Kreise der Parteispitze. *

* Kann Nordli auf erhebliche Unterstützung im Parlament bauen? *

* Noch mal: Ich bitte um Verständnis, *

* dass ich das aktuell unmöglich kommentieren kann. *

* Dem Parlament stehen stürmische Wochen bevor. *

* Zurück ins Studio. *

Hast du es gesehen? Klar, hab ich's gesehen.

Wer zum Teufel war das? Woher kommt die Info?

Die haben sie Heradstveit vor der Sendung zugespielt.

Dass die Fraktion geschlossen hinter Odvar Nordli steht?

* Auf unsere Kettenbrief-Kritik müssen Sie reagieren. *

Ich hörte von einem Techtelmechtel zwischen dir und dieser Dame. Gro?

Hast du gehört, hmm? * Ja, hab ich. *

* Du musst ... dich vorsehen. *

Hmm. * Die Leute reden, das weißt du. *

Was reden sie denn?

Was wohl? Dass du zu viele Frauengeschichten hast.

Ist das alles? Was noch? Was haben sie sonst noch auf Lager?

* Dass du zu viel säufst. *

* Und, äh ... Du hättest ... schwache Nerven. *

Schwache Nerven? Dummes Zeug. * Ja. * Wer sagt das?

Ich und schwache Nerven? Wer kommt denn auf so was?

Aus welcher Ecke kommt das? * Da ist mehr. *

Wenn du einen guten Draht zu ihr hast,

bringt es die Leute auf dumme Ideen.

* Du bist verheiratet. Schon vergessen? *

* Die warten nur auf einen Fehltritt. *

Das geltende Gesetz bringt uns Ärzte in eine paradoxe Lage.

Man erwartet von uns,

über das Leben und die Zukunft Anderer zu entscheiden.

Ja? Weiter. ... über Andere zu entscheiden.

Wo ist die Gleichberechtigung, wenn eine Kommission

Frauen aus der Eigenverantwortung entlässt? Ein Menschenrecht.

Ja. Das ist großartig. Bist du sicher? Schau.

Das muss so klar wie möglich formuliert werden. Ja.

Ich hab nicht richtig hingehört, weil alles so toll klingt.

Ich weiß, du brauchst meine Hilfe gar nicht.

Du bist blass. Fehlt dir was? Nein, alles in Ordnung. Keine Sorge.

Viel los. Ja. Aber damit will ich dich nicht belästigen, Gro.

Hör zu ... * Räuspern * Hast du ... etwas gehört?

Also, ich meine ... über mich?

Gibt es da irgendwelche Gerüchte oder so?

Ich versteh nicht. Was meinst du? Ich will nur ... Ich sag nur ...

Wenn du irgendwas hörst, also, Gerüchte und so was,

kannst du absolut sicher sein, das kein Wort davon stimmt. Klar?

Aber egal. Du will damit ja nichts zu tun haben. Wir müssen.

Halt drauf.

Mein Körper, meine Entscheidung. Mein Körper, meine Entscheidung.

Mein Körper, meine Entscheidung. Mein Körper, meine Entscheidung.

* An die Abstimmung knüpfen sich Hoffnungen. *

* Vor dem Parlament sind Hunderte Demonstranten, nicht nur Frauen. *

Ich soll dich von Trygve grüßen.

Er sagt, eine der besten Parlamentsreden,

die er je gehört hat und er hat recht.

Verschwendete Zeit. Das hätte ich wissen können.

Wir hatten die nötigen Stimmen der Opposition

und das ist ein großer Erfolg.

Wäre Otto Hauglin nicht katholisch, hätten wir gewonnen.

Ja, ist gut, Reiulf.

Aber die meisten Abgeordneten verstehen gar nicht,

worum es in der Vorlage geht.

Das ist mein Problem.

Und warum müssen sie immer lügen?

Sie haben schon einen roten Kopf, wenn sie aufstehen.

Dann sagen sie am Pult, sie wollen die Interessen der Frauen schützen.

Wovor schützen, frag ich mich. Vor unserem eigenen freien Willen?

Nein, vor den Gefahren, vor den Komplikationen, sagen sie,

die mit dem Schwangerschaftsabbruch angeblich verbunden sind.

Ja, die bestehen aus Kopfschmerzen und Fieber, das wissen die genau.

Ich bleib dabei: Was diese Leute verbreiten, sind Lügen.

Es empört mich, dass sie sich da oben hinstellen

und Sachen sagen, die schlicht ... falsch sind.

Und dass sie sogar noch durchkommen damit.

Ja, furchtbar.

Und was mich noch mehr ärgert, sind ihren religiösen Phrasen.

Ich hab gedacht, das haben wir hinter uns.

Du hast recht. Bloß haben wir eine Minderheitsregierung.

Das macht die Dinge nicht einfacher.

Ich will auch mehr durchsetzen von dem, wofür wir stehen.

Aber du wirst sehen: Der Parteitag eröffnet uns ganz neue Chancen.

Chancen, die mit deinem Namen verbunden sind.

Ja, Reiulf, das ist sehr freundlich von dir, aber ... Gro. Gro.

Es gibt keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben.

Ich sag ja nicht, dass ich die Hoffnung aufgebe.

Es war einfach ...

... naiv von mir ... zu glauben,

ich könnte in der Politik mehr bewegen als im Beruf.

♪ Angespannte Musik ♪

Klar machen sich Leute Gedanken, wenn man die zwei zusammen sieht.

Sie ist hübsch. Nicht unbedingt mein Typ, aber na ja.

Aber ich interessier mich nicht für die Bettgeschichten in der Politik.

Haben sie was miteinander oder nicht?

Über schlüpfrige Details musst du dich woanders erkundigen,

aber die Dame hat es in die Schlagzeilen geschafft.

Das wird sich bald

auf Brattelis Briefkasten-Dingsda auswirken.

Viel Spaß.

Ah, das ist der Arbeitskreis. Da sitzt ein wichtiger Mann:

Thor Aspengren von der Metallgewerkschaft.

"Thor mit dem Hammer", aber nenn ihn, wie du willst.

"Arbeitnehmervertreter", von mir aus.

Kurzfassung: Er hat verdammt viel Macht.

Und er ist ein Kumpel von mir.

Tag, wie sieht's aus?

Bisher eine größere Anzahl von Stimmen für Nordli

und ziemlich genauso viele für Reiulf.

Schön. Und ... Was ist mit dem restlichen Haufen?

So, jetzt ratet mal.

Das Einzige, was der Briefkasten hergibt, ist,

dass die Dame irgendwie mit ins Boot muss.

Also, Gro, wir hätten dich gern als Stellvertretende.

Was? Es passt. Internationales Frauenjahr.

♪ Getragener Gesang eines Männerchors ♪

(Reiulf summt mit)

* Leise Gespräche im Hintergrund *

* Zischen *

♪ Getragener Gesang eines Männerchors ♪

* Zischen *

(Gro summt mit)

(summt mit)

* Plätschern *

* Lachen *

Schön, Sie zu sehen. Ja.

Hey. Hey, geht's dir gut? Ja.

Ein erhebender Anblick, wie sie da mit verkrampften Lächeln so tun,

als wäre alles ein großer Spaß.

Dabei stehen sie unter Strom bis in die Haarspitzen.

Wer wird neuer Parteivorsitzender?

Keiner hat eine Ahnung, aber wenn Reiulf kandidiert,

steht der ganze Saal geschlossen hinter ihm.

Also werden sich Odvars Leute alle möglichen Tricks ausdenken,

damit Nordli als einziger Kandidat ins Rennen geht.

Bloß ist es schwer, die Machtinteressen von Wenigen

als Wunschtraum der schweigenden Mehrheit aussehen zu lassen.

Ein versierter Politiker würde sagen: "Darin besteht die Kunst."

* Räuspern *

Ronald. Ja?

Was machen wir denn jetzt mit dieser Frau, Brundtland?

Was soll das sein? Eine Art Ultimatum?

Ein was?

Zum Schießen, was auf dem Parteitag passiert.

Ich sag nur: Hühnerhaufen.

♪ Rasante Musik ♪

'tschuldigung. 'tschuldigung.

* Gespräche im Hintergrund *

Hey, darf ich Gro kurz entführen? Ja, natürlich.

Verzeihung, dauert nicht lange. Ja. Vielen Dank.

Gro. Ja? Das hier ist neu für dich.

Aber dem Arbeitskreis kannst du nicht sagen:

"Wenn Reiulf nicht Vorsitzender wird,

trete ich auch nicht an."

Entweder du sagst ja oder nein.

Aber ... Klar, ihr habt 'n gutes Verhältnis.

Aber du darfst dich nicht von Reiulf

als Steigbügelhalter missbrauchen lassen.

Reiulf, warum meint der Arbeitskreis,

ich weigere mich zu kandidieren, wenn du nicht Vorsitzender wirst?

Im Ernst? Warum? Ja, sie regen sich furchtbar auf.

Woher haben sie das? Woher hast du das?

Ronald hat mich zur Rede gestellt. Ronald, kein Wunder.

Er will dich gegen mich ausspielen.

Ich würde nie einen Arbeitskreis beeinflussen.

Hör nicht drauf. Okay. Aber die anderen hören drauf.

Die Leute müssen wissen, dass ich das nicht gesagt habe,

zumindest der Arbeitskreis.

Ja, ja. Schon verstanden.

Schon verstanden. Ist was?

Nicht so schlimm. Nur mein Rücken.

Ich glaub, ich muss kurz an die frische Luft.

Verzeihung, schlechter Zeitpunkt.

Dumm, dass das ausgerechnet jetzt passiert

Ja. Entschuldige mich.

* Ächzen *

♪ Angespannte Musik ♪

* Husten *

* Sirene im Hintergrund *

* Seufzen *

* Schniefen *

Thor Aspengren hat sich im Namen des Arbeitskreises an mich gewandt.

Sie haben da ... ein Problem.

Ich weiß, ich soll aufgeben.

Logisch, im Arbeitskreis sitzen Odvars Leute, das wissen wir beide.

Ich mache das jetzt seit 15 Jahren.

"Alles für die Partei."

Keiner von uns hat deine Verdienste für die Partei infrage gestellt.

Aber: Ministerpräsident?

Ich weiß nicht, ob das wirklich was für dich ist.

* Tiefes Atmen *

* Tiefes Atmen *

Wenn es gut für die Partei ist ...

Na ...

Dann geb ich auf.

Aber wenn ich nur aufgebe, weil Odvar und Co

sich mit ihren Verleumdungen und Lügen durchsetzen, ist das ...

... nicht gut für die Partei.

Und wenn du da mitmachst, auch gut.

Dann müsst ihr beweisen, dass das der Wille der ganzen Partei ist.

Die Abstimmung wird es zeigen.

♪ Bedrohliche Musik ♪

Das Wort hat der stellvertretende Vorsitzende der Partei.

* Applaus und Jubel *

♪ Bedrohliche Klänge ♪

* Andauernder Applaus *

Liebe Genossinnen und Genossen.

Man hat mir die ehrenvolle Aufgabe anvertraut,

Trygve Bratteli zu danken, unserem Vorsitzenden ...

Er scheidet heute aus dem wichtigsten Amt aus,

das die norwegische Arbeiterbewegung zu vergeben hat.

Er hat uns mit seiner Gewissenhaftigkeit oft genervt

und manche erinnern sich ...

Er zieht seine Kandidatur nicht zurück.

... um die Lösung der Fragen gerungen haben, die ...

Wenn Trygve es nicht schafft, weiß ich nicht weiter.

Prost, Mahlzeit. Dann gewinnt er.

Ja, es stimmt. Trygve Bratteli ist eine vielschichtige Persönlichkeit.

Dieser Mann hatte 16 Jahre lang die mächtigste Position inne,

die unser Land kennt.

Aber er ist ein herzensguter Mensch,

dem autoritäres Gehabe widerstrebt.

Jede Art von Elitedenken ist ihm fremd:

Dass eine Minderheit sich anmaßt,

über das Leben anderer zu bestimmen.

* Verhaltener Applaus Einzelner *

Alles unter Vorbehalt.

Es ist schwierig, jemandem wie Trygve Bratteli gerecht zu werden.

Manche nennen ihn eine Sphinx.

Ah, hier seid ihr. Leute, wir müssen reden.

Ihr hab gemerkt, dass sich hier was zusammenbraut.

Ich hab nachgedacht.

So, wie die Dinge liegen, zieh ich meine Kandidatur besser zurück.

Ihr sagtet, der Vorschlag des Arbeitskreises kommt durch.

Der Arbeitskreis schlug dich vor. Reiulf hat Mist gebaut.

Das ist mir egal. - Es gibt keine Kampfabstimmung.

Eine Kampfabstimmung will keiner. Überlass das ruhig uns.

Was ist mit Gerhardsen? Gerhardsen? Der ist für Reiulf.

Gerhardsen will eine Doppelspitze. Da steckt was dahinter.

Odvar Ministerpräsident, Reiulf Vorsitzender.

Ich weiß nicht ... Aber besser als gar nichts.

Gerhardsen ist 'n Denkmal, aber er ist wahrscheinlich froh

über den Schlamassel, weil unter ihm wäre so was nie passiert.

Er wird sich freuen, wenn wir ihn im letzten Moment präsentieren.

* Applaus *

Okay, ich versuch's.

* Jubel und Applaus *

Was habt ihr? Reiulf ist doch ein guter Mann.

Hast du seine Rede gehört?

Ja, aber eine gute Rede heißt nicht, dass Reiulf

nicht nur die Partei, sondern ein ganzes Land führen kann, wie du.

Ja, stimmt. Das ist hart. Da braucht einer einen starken Willen.

Ja. Der weiß, wie man das Schiff sicher in den Hafen steuert.

Sonst laufen wir Gefahr, dass die Partei auf Grund läuft.

Okay, aber woher nehmen - das ist nicht leicht.

Ja, also, weißt du, Ich hatte neulich so eine Idee. Ja? Eine Idee?

Doppelspitze. Ein Parteichef, ein Regierungschef.

Ah, interessant. Ja, nicht?

Ja, ja. Könntest du dir vorstellen,

die Idee dem Arbeitskreis vorzuschlagen?

Wir fangen jetzt mit der Abstimmung an.

Nein, nein, nein, wir brauchen keine Abstimmung.

Genossinnen und Genossen: Einar Gerhardsen.

* Trommelwirbel und Knall *

* Eingespielter Jubel und engelsgleicher Akkord *

Genossen, ich weiß, dass ihr kleines Problem habt.

Deshalb hab ich mir überlegt, euch einen Vorschlag zu machen.

"Wir verhindern den drohenden Zerfall der Partei, indem wir

ihre Führung und die des Staates in zwei verschiedene Hände legen."

Das Beste von Reiulf, und das Beste von Odvar.

Denn es hat sich gezeigt, dass wir keinen Kandidaten finden,

der beides in sich vereint.

Ich schätze,

dass viele hier Gerhardsens Idee unterstützen würden.

Weil er weiß, wovon er redet.

Der Mann war Jahre lang Ministerpräsident.

Wie viele Jahre waren es?

Irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen. Zu anstrengend.

Wenn es so kommt, wird Trygve auch als Ministerpräsident

zurücktreten müssen.

Er wird nicht begeistert sein.

Keine Sorge. Ronald, kümmer dich darum. Hmm?

Gut, dann machen wir das so. Seht ihr, das nennt man Leadership.

Manchmal fehlt nur die zündende Idee.

Dann passt der Schlüssel ins Loch, es macht Klick,

und die Lösung des Problems purzelt dir entgegen.

Neue Gesichter.

Nein, viel besser: neue Hoffnungen.

Hmm?

Das war Gerhardsens Einfall.

* Resigniertes Seufzen *

Versteh ich recht?

Du verlangst, dass ich ihnen sage,

dass ich als Ministerpräsident zurücktrete?

Ich frag mich, wie du dir das vorstellst.

Das muss ich doch irgendwie begründen.

Du kannst ja wieder sagen, dass du erschöpft bist.

Wie neulich.

* Applaus *

Als Vorsitzender des Arbeitskreises Wahlen

möchte ich euch jetzt mitteilen:

Welche Genossen wir für die Partei-Führungsämter vorschlagen.

Für den stellvertretenden Parteivorsitz

benennen wir Gro Harlem Brundtland.

* Applaus *

* Pfiffe *

Als Nachfolger von Ronald Bye im Amt des Generalsekretärs: Ivar Leveraas.

* Applaus *

Na dann, viel Spaß.

* Lachen *

Für das Amt des Parteivorsitzenden

der sozialistischen Arbeiterpartei ...

... lautet unsere Entscheidung:

Reiulf Steen.

* Applaus *

* Lauter Jubel *

Und als Ministerpräsident: Odvar Nordli.

* Jubelruf *

Danke, danke.

* Andauernder Applaus *

* Jubel *

Geschafft. * Jubelruf * Ja.

Gro, Gro, Gro.

Stellvertretende Partei-Vorsitzende. Ja.

Dein Vater wird stolz auf dich sein. Hoffentlich.

Wissen sie es schon? Das mit der Doppelspitze? Ja.

Es war ja mein Vorschlag, Kind. Dacht ich mir.

Ein verantwortungsvoller Posten.

Du musst dafür sorgen, dass beide zusammenarbeiten.

Alles für die Partei.

Odvar Nordli und Reiulf Steen? Zwei so verschiedene Typen?

Genau. Ein Pragmatiker als Ministerpräsident

und der Vorsitzende ein Idealist.

Hoffen wir's. Glaubst du nicht daran?

Nein. Das wird ein Traum. * Lachen * Immerhin hast du Humor.

Aber du wirst durch die Hölle gehen.

Das ist ein Himmelfahrtskommando, Genosse.

Ich mach dir nichts vor.

Pass auf, dass die beiden nicht aus der Reihe tanzen,

sonst gehen wir den Bach runter.

Also, dann: zum Wohl. Du, ich wollte nur sagen:

Diese Sache mit dem Ultimatum, das war ich nicht. Schon klar. Danke.

Danke, Jungs, es war eine schöne Zeit.

* Verlegenes Lachen * Du bist 'ne tolle Nummer, Ronald.

Hallo, Gro.

Odvar.

Ja, dann sind wir jetzt also alle hier die neue Parteiführung.

Ich würde sagen, darauf trinken wir einen.

Auf gute Zusammenarbeit. Auf die Arbeiterpartei.

* Klirren *

Na dann: Skal.

♪ Tuba-Klänge ♪

Ja, war's das?

Toll.

Was wird das jetzt eigentlich? Ein, äh ...

... ein Film oder eine ... Dokumentation?

Ein Film.

Ah, klar, ein Film.

Ja, das hätt ich mir denken können. Ich bin ja tot. Also ...

Ja ... Wo sind wir eigentlich?

In den 70ern?

Wie, in den 70ern? Man sieht dauernd moderne Sachen im Hintergrund.

Ja, ja, ja, ja, ja.

Das ist so.

Aber wieso?

Copyright Untertitel: NDR 2023

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