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(Stimmen im Hintergrund)
(Assunta): Beatrice!
(Schluchzend): Meine liebe Tochter.
Nein. Du in dieser Kiste ...
Was mach' ich denn ohne dich? Nein!
Nein!
Beatrice!
(Mario): Wir müssen zur Beerdigung. So wie alle.
Sonst sagen sie, wir sind schuld.
(Gennaro): Hier hat nur einer Schuld: er.
(Salvo): Nichtsnutz!
Ihr müsst euren Bruder immer beschützen, egal, was ist.
(Klirren)
Sie werfen Steine. Wegen dem haben wir das ganze Dorf gegen uns.
Schäm dich, Mario! Wie redest du von deinem Bruder?
Sagt, was ihr wollt. Ich bin sicher: Er war's.
Nicolino!
Nicolino!
(Nicolino): Beatrice! Beatrice!
Verschwinde! Verschwinde!
Lass mich los. - Du hast hier nichts zu suchen.
(Alle schreien durcheinander)
(Salvo): Bringt ihn nach Hause.
(Die Frauen reden ihr zu)
Beatrice!
(Mann): Ihr wagt es, hier aufzutauchen?
Verzieh dich! Verzieh dich!
(Pasquale): Hör zu, wir beerdigen hier eine Heilige.
Hab ich recht, Salvo? - Das stimmt.
Also macht hier keine Schwierigkeiten. Kapiert?
Danke, Pasquale.
Ach, und Salvo, ...
er erwartet dich.
EIN WUNDER
als Fabrizio Pietromarchi
als Sole Pietromarchi
((Titelsong): "Il Mondo" von Jimmy Fontana)
als Sandra Roversi
als Pater Marcello
DIE OBERSTE PFLICHT DER LEBENDEN
DRITTER TAG
(Votta): Molocco.
Du weißt doch, was ich wissen will.
Ich will wissen, woher diese Statue kommt,
seit wann sie Blut weint,
seit wann du sie in deinem Unterschlupf hattest,
und ich will, dass du endlich redest.
Wache!
Wache!
Wache!
(Mysteriöse Klänge)
(Gesang): "Zum Geburtstag viel Glück".
(Sie singen weiterhin)
(Weiterhin Gesang; mysteriöse Klänge)
(Langsam anschwellender Orgelton)
(Jolanda): Sie wird schon ganz steif. Ja.
Jetzt noch den Arm.
So geht's.
(Orgelton dauert an)
(Mystische Klänge und Summen der Fliege)
Sag mal, hast du das gesehen? Da war eine Fliege.
Danke.
Erklär's mir.
Erklär's mir genauer.
Meine Kräfte schwanden, dann spürte ich so ein Hitzegefühl
im Herzen und in den Knien.
Ich hatte eine Erleuchtung - buchstäblich.
Alles war erleuchtet.
Dann bin ich wohl ohnmächtig geworden.
War das vielleicht durch Suggestion?
Nein. Wenn du wissen willst, ob's ein Wunder ist: ja.
Bist du dir sicher?
Woher weißt du das?
Ich hab's gespürt, daher. Und zwar kräftig.
Dennoch werden wir weitere Analysen durchführen.
Es könnte eine chemische Reaktion oder sonst was sein.
Ein neuer Kunststoff zum Beispiel.
Der menschliches Blut produziert? Es ist menschliches Blut, oder?
Ja.
Es ist ein Wunder, und die Analysen und die Auswertungen
werden lediglich ergeben, dass es göttlicher Natur ist.
Du sagtest, Wunder braucht nur, wem es an Glauben fehlt.
Darum ist sie wohl zu uns gekommen.
Fehlt es dir an Glauben?
Glaube ist nichts, was dir für immer gegeben wird,
er ist kein Brandzeichen, man prägt ihn dir nicht in die Seele.
Er ist schwer greifbar, fordert dich jeden Tag heraus.
Und ich brauchte ein Zeichen. Ich hab darum gebetet.
Hast du nichts gespürt?
Nein.
Nein, ich habe nichts gespürt. Tut mir leid, Marcello.
Wenn du es nicht gespürt hast, wird das noch kommen.
Es hat einen Grund, dass sie zu dir kam,
dass du mich zu ihr brachtest.
Du trägst sie bereits in deinem Herzen.
(Marisa): Was hat der Priester gesagt?
Pff. Er ist eben ein Priester. Warte, ich ruf dich zurück.
(Paolo): Wo ist er?
Tag, Paolo.
Wo steckt unser Ministerpräsident? Der x-te Notfall?
Er ist gleich da. - Verarsch mich nicht, Marisa.
Er glaubt, er kann alles allein regeln.
Aber dass ich von Moloccos Tod inoffiziell
durch den Gefängnisdirektor erfahre - als Innenminister!
Votta antwortet nicht auf meine Anrufe.
Ich kann dir da nicht helfen.
Sorgen machst du dir nicht?
Wir verlieren ein Prozent pro Tag.
Wenn du ihn siehst, teil ihm höflich mit,
das Seil ist kurz davor zu reißen.
Wenn es nicht mehr hält, gehen wir alle zusammen unter.
Dann gehen wir eben unter.
(Gemurmel im Hintergrund)
(Alanda): Hallo. (Jolanda): Hallo.
Komm rein.
(Signora Pina): Ich, äh... Tut mir leid. Sie können später zu ihr.
Die gehen mir auf 'n Nerv, diese Alten.
Es tut mir sehr leid. Danke, dass du gekommen bist.
Was denkst du, wann ist sie gestorben?
Wo warst du, als es passiert ist? Arbeiten.
Vor etwa 12 Stunden.
Ich freu mich, dass du mich angerufen hast.
Tja.
Sie wirkt heiter.
Sie muss nicht mehr leiden, nach den vielen Jahren.
Ich möchte dir was zeigen.
Und?
Es geht um die Fliege.
Die Sache ist einfach unglaublich.
Diese Fliege war in der Faust meiner Mutter.
So. Fest zu.
Und du weißt: Mama hat seit drei Jahren keinen Muskel bewegt.
Sie konnte die Hände nicht schließen, die waren immer so.
Es könnte im Moment des Todes eine spontane Kontraktion gewesen sein.
Es gibt so viele seltsame Geschichten aus dem Autopsie-Saal.
Warum hast du sie gefangen?
Machst du bei Mama eine Autopsie? Eine Autopsie? Ja.
Aber wozu denn? Was soll das bringen?
Sie kann nicht einfach so gestorben sein.
Ich war nicht da. Ich bin sicher, dass etwas passiert sein muss.
Sandra, du darfst dich nicht schuldig fühlen,
nur weil du nicht da warst, als es geschah.
Clara weiß, was du für sie getan hast.
Ich will wissen, wie sie gestorben ist.
An Brustfell-Entzündung, an Herzversagen,
es gibt so viele Todesursachen in ihrem Zustand.
Schon. Aber ich muss wissen, was es war.
Ich bitte dich.
So, hier entlang.
Da hinten.
Danke.
Geben Sie bitte auf das Parkett acht, ja?
(Carlo): Mama, Vorsicht!
Was machst du da? Was soll das? Bist du verrückt geworden?
Ich muss ihn doch begraben. Er lebt doch noch. Das geht nicht.
Aber wenn ich ihn begrabe und ein Gebet spreche,
kommt er ins Paradies.
Wer setzt dir nur so einen Unsinn in den Kopf.
Ich wollte ihn neben die Krähe legen.
Das wird der Zoo der toten Tiere.
Wie bitte? Ich darf's dir nicht sagen,
ich hab's geschworen. Was hast du geschworen?
Und wem? Na, Alma.
Alma.
Wir bleiben alle ganz ruhig.
Und du setzt dich schön da hin.
Was ist das für eine Geschichte mit der Krähe?
(Alma): Du alte, doofe Petze.
(Carlo): Du bist doof, lass mich.
Hört auf. Schluss jetzt. Sind hier alle verrückt geworden?
Olga!
Olga!
Olga, was ist los mit den beiden?
Was ist mit dieser Krähe? Erzähl!
Wir haben eine Krähe gefunden.
Sprich lauter. Ich verstehe nichts.
Wir haben in der Schule eine tote Krähe gefunden.
Und dann haben wir sie begraben.
Wo?
(Dramatische Klänge)
Du brachtest meine Kinder dazu, dieses Tier zu begraben.
Auf unserer Terrasse.
Ja, Signora.
Aber wieso?
Weil sie lernen müssen, dass...
es Pflicht der Lebenden ist, sich um tote Geschöpfe zu kümmern.
Du lässt das jetzt sofort verschwinden
und wir reden morgen darüber. Das hat noch ein Nachspiel.
Kommt, Kinder. Wir gehen rein.
(Sie klopft an die Tür)
Was machst du denn hier? Ich mach das allein.
Ich ruf dich an, wenn ich fertig bin.
Ich will lieber hier warten. Aber draußen.
(Melancholische Klänge)
(Türglocke)
Hi.
Wir müssen quatschen.
Komm rein.
Äh,... setz dich.
Da.
Ich hab mir gedacht, ich zeig dich an.
Ich sag, du hast mich missbraucht, ja, mich vergewaltigt.
Du bist 'n Pädophiler.
Mach das.
Du wärst absolut im Recht. Ich hab Fehler gemacht, tut mir leid.
Nein, wart mal.
Du gibst mir 200, 300 Euro, und ich zeig dich nicht an.
Nein, nein, nein. Du musst mich anzeigen.
Pass auf. Wir machen's so. Ja.
Ich werd' dir einen blasen, und du gibst mir 20 Euro.
Fest, ganz fest. So magst du's doch, oder?
Hast du doch immer gesagt, hm?
Hm. Ja? Hör auf!
Du bist kein Priester, sondern ein Junkie.
Du bist genauso wie ich, du bist schon so geboren.
Hier, hol dir 'ne Pizza, du bist viel zu dünn. Geh!
Siehst du, wer suchet, der findet.
Geh jetzt.
Siehst du.
Asia. Hm?
Gott existiert. Klar.
Ich hab das Licht gesehen.
War da auch eins für mich dabei? Hm?
Das Licht wird für alle reichen.
Ja, natürlich, Marce.
Hm?
Ciao.
(Clelia): Nein, da ist dieser Drehknopf für die Programmwahl,
auf dem steht "Kurzprogramm 38",
aber davon steht nichts in der Gebrauchsanweisung.
Das hab ich verstanden, aber ich kann nicht mehr, ich dreh durch.
Ich mache erst dann weiter,
wenn das Original-Handbuch korrigiert wurde.
In der Zwischenzeit übersetze ich das GPS-Ortungsgerät für Hunde.
Ja, bitte. Sagen Sie mir Bescheid. Auf Wiederhören.
(Luigia): Aber, das ist doch das Geld für die Mission.
Genau.
Warum hast du es?
Diese Mission gibt es nicht, darum.
Das sind alles Lügenmärchen.
Dein Sohn betrügt deine Freundinnen.
Das stimmt nicht.
Tut mir leid, aber es stimmt.
Sieh selbst.
Er hat nichts mit der Organisation zu tun,
die er angeblich leitet.
Dein Sohn ist ein Schwindler.
Ein mieser Betrüger.
Der die Gutmütigkeit der Leute ausnutzt.
Du bist so wütend auf ihn, Clelia.
Ich verstehe nicht warum.
Ich bin gar nicht wütend auf ihn.
Ich bin nur wütend auf dich.
Nur deinetwegen wurde er Priester.
Er war ein verwirrter Junge.
Und du hast ihn weggeschickt.
Er hat mich geliebt,
und du hast ihn ins Priesterseminar gesteckt.
(Er betet unhörbar und seufzt)
Verreisen Sie? (Votta): Ich fahr nach Kalabrien.
Tut mir leid, das mit Ihrer Mutter. Mein Beileid.
Danke.
Generale. Ja?
Konnten Sie etwas über die Herkunft der Statue erfahren?
Molocco ist tot. Was?
Er hat sich selbst die Zunge abgebissen. Niemand merkte es.
Schicken Sie das Blut nach Phoenix.
Verzeihung.
Hast du die Umfragen gesehen? Mhm.
Wieviel haben wir verloren? 6 Prozent.
Viele sagen auch es wären 7. Das muss genügen, danke.
Aber mach dir nicht zu große Sorgen,
die Medien werden nur 4 Prozent Verlust melden.
Die Einschätzung von Dromos ist noch schlimmer.
Du musst mit Di Giovanni darüber sprechen.
Wir dürfen ihn nicht verlieren. Schhh!
(TV): ... erreicht uns eine traurige Eilmeldung.
In Imonge, in den Alpen, ist die Seilbahn von Sant'Ivs abgestürzt.
Soweit bekannt ist, war sie voll besetzt mit Touristen
und ist 100 Meter tief ins Tal gestürzt und zerschellt.
Ich muss da hin. Natürlich.
(TV): Die Gründe für das Reißen des Seils
liegen noch im Dunkeln.
Die Zahl der Opfer ist noch ungewiss.
Nach dem Interview brechen wir auf. Ja, ist gut.
(Moderator): Presidente, folgender Punkt:
Viele Ökonomen vertreten die Meinung,
wenn wir Europa verlassen
und unsere inländischen Produkte besser schützen können,
dass "Made in Italy" eine Art zweiten Frühling erleben könnte.
Wie ist dazu Ihre Meinung?
Säugetiere stammen von Reptilien ab, wussten Sie das? Wie bitte?
Die ersten Säugetiere ähnelten Mäusen.
Überleben konnten sie, indem sie Dinosauriernester plünderten.
Von diesen Lebewesen stammen alle anderen Säugetiere ab,
selbst der Mensch.
Auch die Delfine sind Nachfahren dieser Maus.
Die Vorfahren der Delfine lebten an Land, und dann,
so als hätten sie sich geirrt,
als hätten sie die Evolution nicht akzeptiert,
sind sie zurück ins Meer, haben die Attribute
von Landtieren verloren und bekamen wieder Fischform.
Die Delfine sind wunderbare Wesen.
Presidente, ganz meine Meinung.
Nur ich sehe den Zusammenhang da nicht.
Stimmt, Italien kann man nicht vergleichen mit einem Delfin;
eher mit einer Sardine, die von einem Delfin verschluckt wird.
Wenn das Ja gewinnt, werden wir uns von Europa befreien
und vordringen in ein dunkles, gefährliches Meer,
dessen Abgründe uns, die wir nunmehr verloren sind,
dann komplett verschlingen.
Die Zinssätze steigen in astronomische Höhen,
die Verschuldung der Unternehmen nimmt zu
und wir erleben eine furchtbare Liquiditätskrise.
Können wir es mit diesen Abgründen aufnehmen?
Haben wir ausreichend Luft in den Lungen, um überleben zu können?
(Tropfgeräusche)
(Weinendes Kind)
(Er drückt den Klingelknopf)
Mercedes, alles in Ordnung? Kevin weint schon seit zwei Stunden.
Der Tag heute ist was Besonderes, ich brauche Ruhe beim Gebet.
Können Sie mir helfen? Ich weiß nicht, was Kevin hat.
Der Arzt hat gesagt, er wäre gesund, aber Kevin isst nichts.
Sprechen Sie doch bitte ein Gebet für ihn. Gut.
(Kevin weint weiterhin)
Heilige Mutter Gottes, erbarme dich und hilf diesem Jungen.
Sorge für seine Seele, heile seinen Körper.
Ich bitte dich, beschütze ihn und vertreibe seine Leiden.
Dein Wille geschehe.
Danke, Padre.
Vielleicht mag er jetzt was essen.
(Kind hustet und spuckt)
Er hat mich vollgespuckt.
Verzeihen Sie, Padre Marcello, tut mir leid. Entschuldigung.
Sie können sich im Bad saubermachen. Gut. Da.
(Leise atmosphärische Klänge)
(Klänge werden lauter)
(Klänge gehen über in Hubschrauberlärm)
(Pilot): Presidente, wir sind da. Ich geh jetzt runter.
(Hubschrauberlärm und düstere Klänge)
(Frau): Bitte sehr. (Votta): Danke.
(Vogelgezwitscher)
(Gläubige): Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesu...
(Priester Kala): Sie wünschen, bitte?
Sie ist nicht angegangen, die Kerze da.
Keine Sorge, es funktioniert trotzdem.
Hübsche Kirche. Kompliment. - Danke, sehr freundlich.
Verzeihen Sie, Padre, aber haben Sie irgendwann einmal etwas
von einer Madonnenstatue gehört, die Blut weinen soll?
So wie die in Civitavecchia?
Die finden Sie in Civitavecchia.
Ah! Aber vielleicht gibt es ja noch andere Statuen,
Heiligenschreine, Votivbilder? - Aber sicher.
Wir haben hier so viele Madonnen wie wir Sünder haben. - Ach.
Aber sagen Sie mir doch, was Sie genau brauchen. - Ich, äh...
Auf Wiedersehen, Padre.
(Mann): Hier ist noch eine.
Bildschön, ja. Und das waren dann alle?
Es gibt noch die Madonna der Botesan.
Die ist oben, an der Straße auf'm Berg.
Wissen Sie, warum sie so heißt? - Keine Ahnung.
Und? Laufen wir hin? - Nein.
Der Weg ist viel zu lang
und steil, das schaffe ich nicht mehr.
Ist gut. Trotzdem: vielen, vielen Dank.
(Er seufzt)
Ich sagte doch, da ist nichts, Sandra, wirklich nichts.
Woran starb ist sie dann?
An dem, woran 60 % der alten Leute sterben, ihr Herz setzte aus.
Wo steht denn bloß mein Auto?
Hast du die Organe histologisch untersucht?
Selbstverständlich, aber das Labor braucht 3 Tage, das weißt du.
Klar. Hör zu, jetzt reden wir mal Klartext.
Hast du mir irgendwas zu sagen?
Du hast doch was gefunden.
Zum 100. Mal, es gab keine Anomalien.
Seltsam. Das ist nicht seltsam.
Doch, ist es. Deine Mutter war seit 10 Jahren krank.
Sie hatte ein irreversibles Leiden, war extrem geschwächt.
Und irgendwann sterben Menschen nun mal, so ist das.
Schon, aber Mutter...
Kümmerst du dich auch je um andere oder gibt es nur deine Mutter?
Tut mir leid, aber kannst du ihren Tod nicht als Befreiung sehen?
Ihr Leiden hat aufgehört
und du bekommst die Chance auf ein neues Leben.
Lebe, Sandra. Ich bitte dich.
Diese Reise, wohin wolltest du? Wohin wir wollten meinst du?
Nach Nepal. Dann los, buch dir den Flug.
Leck mich am Arsch. Gerade starb meine Mutter,
und du schickst mich allein nach Nepal?
Hast du gar kein Mitgefühl?
Ich hab 2 Jahre mit dir bei deiner Mutter gewohnt.
Und bist mit der erstbesten Fotze abgehauen.
Vergiss es. Du bist heute zu durcheinander. Nein.
Ich weiß, dass du mir was sagen willst.
Du hast es geschafft, alle Liebe, die ich für dich hatte,
zu zerstören. Obwohl sie so groß war.
(Handyton)
Und ich find das Auto nicht.
Leck mich doch! Lass mich in Frieden.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes.
(Dramatische Klänge schwellen an)
(Gelächter)
(Kellnerin): Waren Sie zufrieden? Möchten Sie noch etwas?
Ja, einen Digestiv. Einen Hausgemachten. - Gerne.
Für die Herren auch. Darf ich einen ausgeben?
(Jäger 1): Gerne. Setzen Sie sich zu uns.
Danke. Darf ich? - Bitte, bitte.
Sie kommen nicht von hier, oder? - Sieht man das?
Sie haben hier zu tun, oder? - Ach, ich...
mache Urlaub. Ich mag's hier.
Hübsche Gegend, oder? - Hübsch ist untertrieben.
Die ganze Natur tut mir gut, da verwöhnt man die Seele.
Sagen Sie, jemand erzählte mir, dass es hier irgendwo
eine Madonnenstatue geben soll. Wie war noch der Name?
Die Madonna der Botesan. (Jäger 2): Nein, die gibt's nicht.
(Jäger 3): Klar. Da gab's sogar 'n Wunder.
(Jäger 1): Ich war neulich da. Die ist verschwunden.
(Jäger 4): Sogar Madonnen brennen mal durch. Entschuldigung.
(Alle): Zum Wohl.
(Tür quietscht)
(Lauter Jubel)
(Jazz-Musik mit Piano)
(Applaus und Jubelrufe)
Und ihr wolltet schon fast wieder gehen.
Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz.
(Stimmengewirr)
(Er singt auf Italienisch)
(Unverständliche Unterhaltungen)
Woher konnte ich ahnen, dass an deinen Geburtstag
eine Seilbahn abstürzt?
Hätte ich alle anrufen und absagen sollen?
Wäre's keine Seilbahn gewesen, wär'n Vulkan ausgebrochen.
Aber heute ist dein Geburtstag... Du musst nicht brüllen.
Ich finde jede Art von Überraschung furchtbar.
Gut, weißt du was? Geh schlafen. Ich regle das. Und weißt du wie?
Ich schicke sie alle weg, einfach so.
Aber eins sage ich dir, ich warne dich.
Ich sterbe hier irgendwann.
Nach und nach krepiere ich in diesem Haus.
Ich muss mich heute Abend amüsieren. Das brauche ich.
Ich gehe aus. Warte, warte. Wo willst du hin?
Und, was sagst du ihnen? Das kannst du doch nicht machen.
Entschuldige.
Es ist, weil du nicht weißt, was da oben geschehen ist.
Die zerstörte Kabine.
Und ich hab die Leichen gesehen.
Und die Blicke der Verwandten.
Ich verstehe, tut mir leid.
Nein, du hast keine Ahnung.
Ich finde, du darfst dich nicht so mitnehmen lassen.
Du kannst kaum noch schlafen, du wirkst wie ein Zombie.
Das ist eine enorme Last. So wirst du noch verrückt.
Du hast keine Ahnung. Heute ist dein Geburtstag.
Jetzt komm, trink einen Cocktail.
(Leise anschwellende Klänge)
Padre.
Helfen Sie mir.
Ich bin ein Sünder.
Ich war ein Mann des Glaubens, so wie Sie, ein aufrechter Mensch.
Jetzt aber bin ich verloren.
Satan lebt in meinem Fleisch und treibt sein Spiel mit mir.
Er verwirrt mich und lässt mir keinen Frieden.
(Dumpfe Hintergrundklänge)
Gott hat mich verlassen.
Er gab mir das Licht, um es mir wieder wegzunehmen.
Ist Gott dazu fähig,
einer seiner Kreaturen dieses endlose Leid aufzubürden?
Wenn es eine Prüfung ist, bin ich dafür nicht stark genug.
Wenn Sie wüssten, welche Abscheulichkeiten ich...
(Er schluchzt)
Es gelingt mir nicht, vom Wort Gottes erfüllt zu sein.
Denn ich... ich begreife seine Worte nicht mehr.
Helfen Sie mir, Padre.
(Bedrohliche Klänge)
Ich frag mich ständig, warum.
Warum setzt er mich all dem aus?
Ich sehne mich danach, zu glauben.
Um zu akzeptieren, ohne zu begreifen.
(Bedrohliche Klänge dauern an)
Ich bitte Sie nur um eine Sache.
Und flehe Sie an, mir die Wahrheit zu sagen.
(Stille)
Ist das hier die Hölle?
Willst du etwas Mozzarella?
Ist aus Battipaglia. Exzellent.
Mm, nein, danke.
Entschuldige wegen der Musik.
War kein Problem, ehrlich. Ich mag doch Musik.
Ich bin überrascht: Du magst Musik, aber keinen Mozzarella.
(Sie lacht hämisch)
Es ist Zeit. Gute Nacht, Signora.
Gute Nacht.
Lust auf dein Geschenk?
(Sie stöhnt auf)
Gehen wir rüber. Wegen der Kinder. Nein, wir machen's hier.
(Sie stöhnt)
(Stöhnen und Schreien von nebenan)
(Sie stöhnt)
(Langsam anschwellende Klänge)
(Gelächter)
(Sie singen): "Noch ein Gläschen von dem guten Wein..."
(Stimmengewirr und Gelächter)
(Jäger 1): Das da vorne ist die Kurve des Todes.
Oh, Mann, wie viel Unfälle es da schon gegeben hat.
(Bedrohliche Musik)
(Weiterhin bedrohliche Musik)
(Die Musik klingt aus)
(Klingeltöne)
(Klingeltöne werden lauter)
(Musik mit zeremoniellem Gesang)
(Die Musik wird lauter)
(Die Musik klingt langsam aus)
Deutsche Stimmen:
Fabrizio: Torben Liebrecht
Votta: Tobias Lelle
Sole: Britta Steffenhagen
Marcello: Torsten Michaelis
Marisa: Claudia Galdy
Sandra: Marie Bierstedt
Übersetzung: Susanne Kirsch
Dialogbuch und Regie: Masen Abou-Dakn
Deutsche Fassung: Christa Kistner Synchronproduktion
Redaktion: Uta Cappel
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2018
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