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Jetzt müssen wir gehen!
Sie pfeift energisch.
Wir müssen zurück!
Bevor die Flut uns nach Hause spült!
Kommt!
Füße gut abduschen!
Sonst tragt ihr den Sand ins Haus!
Achtung, Wespen!
Hier, für die Füße!
Mama! Post ist angekommen. Zwei Karten und ein kleines Päckchen!
Habe ich dir hingelegt. Danke!
Also! 8 Uhr gibt es Abendessen!
Mama! Moment!
Ja?
Alles in Ordnung mit dir? Ja.
Anna ist krank. Kannst du mir morgen früh in der Küche helfen?
Ja, mach ich.
Mach ich, Verena. Gute Nacht!
Sie seufzt tief.
Draußen läutet eine Glocke.
Entschuldigung! Könnten wir noch von den Krabben mit Rührei haben?
Ja. Und frischen Kaffee, bitte!
Sofort! Wo steckt denn Ihre Mutter?
Das möchte ich auch gerne wissen.
Mama!
Gunnar! Hast du Mutter gesehen?
Die ist vor 5 Minuten los.
Wohin?
Nach links.
Nee, rechts!
Quatsch, die ist zum Fähranleger!
Ohne was zu sagen? Nicht mal "Moin, Moin".
Kaffee?
Ja.
Mach den Gästen ein paar Omeletts. Krabben sind aus.
Lachs ist im Kühlschrank,
koffeinfreier Kaffee in der Speisekammer.
Kannst dich auch mal um irgendwas kümmern!
Der Toaster wirft Brot aus.
Herr Gunnar! Ich wollte Sie nur an den Kaffee erinnern!
Kaffee!
Und einen Darjeeling! First Flush, wenn Sie haben. Mit braunem Zucker!
First Flush!
Das Meer rauscht. Eine Möwe schreit.
Mama! Was machst du denn hier?
Du hast mir gestern versprochen ...
Ach, Verena. Das hab ich vergessen.
Wo willst du hin?
Mal weg von hier!
Luftveränderung!
Straßenlärm hören, Autoabgase einatmen ...
In deinem Trauerkleid?
Wer ist gestorben? Unser Friedhof ist da hinten!
Also, Mama, wo willst du hin?
Die nächste Fähre geht in 3 Stunden!
Ich werde abgeholt!
Abgeholt? Ja! Da gibt es jemanden, der ...
Jemand hat den Wunsch ...
Ein Handy klingelt.
Ich hab jetzt keine Zeit, Gunnar!
Was? Ja, der Tee!
Nein, nicht oben rechts, in der Schublade! Die zweite!
Vier Minuten ziehen lassen. First Flush ...
Bis gleich!
Verena!
Erinnerst du dich an den Tag, als dein Vater diese Aufnahme machte?
Ist lange her. 40 Jahre.
Wir waren damals sehr aufgeregt, wegen ...
Wer ist das?
Ein Astronaut!
Ein Astronaut?
Hier auf der Hallig?
Ja.
Mit dem bin ich zum Mond geflogen!
Gesang ertönt aus der Ferne.
"Heute fliegen die Amis zum Mond und wir sind dabei.
Heute fliegen die Amis zum Mond, komm steig bei uns ein!"
Verena! "Heute fliegen ..."
Na, komm! Sing mit!
"Heute fliegen die Amis zum Mond ...
... komm steig bei uns ein!"
Alle singen jetzt.
Das Fernseher rauscht.
Er geht nicht!
Papa! Im Fernsehapparat schneit es!
Ole! Im Fernsehapparat schneit es!
Was sagst du?
Es schneit!
Mama! Der Fernseher geht nicht!
Ole!
Im Fernseher schneit's immer noch!
Obwohl Sommer ist! Schneit es noch?
Die Hühner gackern.
Verena?
Hier bist du also!
Willst du nicht schauen, ob der Fernseher funktioniert?
Hast du mich lieb, Mama?
Und wie!
Ich will nicht nach Hamburg zu den Schiffen fahren!
Das ist aber schade!
Weißt du, die Welt ist groß!
Und wenn du mit deinem Papa und deinem Bruder nicht mitfährst,
siehst du nicht, wie schön sie ist.
Schau mal! Siehst du den Schmetterling?
Der fliegt überall herum, weil er so neugierig ist!
Willst du mein kleiner, neu- gieriger Schmetterling sein?
Ja!
Nein!
... 80 kg pflanzlicher Nahrung zu sich ...
... von Baum zu Baum ...
Ja!
Papa! Es funktioniert! Da laufen Giraffen in unserem Wohnzimmer rum!
Ole lacht triumphierend.
Ja!!!
Giraffen!
... men are preparing to leave their Earth,
on a journey to another planet.
Eine Tür schlägt zu. Moin!
Moin! Moin!
Wir sind hier!
Geht's schon los?
Ja! Ja, ja!
Moin, Johanna! Moin!
Na, neue Frisur?
Ach, das geht ganz einfach! Dass du dafür Zeit hast! Hier!
Ja? Ach! Entschuldigung! Danke!
Na, Ole, ist die Neuan- schaffung schon kaputt?
Kaputt? Deutsche Technik!
Die überlebt uns alle!
Verbraucht viel Strom, oder?
Wenn er Wasser verbrauchen würde,
könnten wir ihn uns auch nicht leisten. Nicht wahr, Fiete?
Was wollt ihr trinken? Bier ... Alles, was du hast! Komm, bring!
Kekse? Ja, bitte!
Na, komm auf den Sessel! Komm!
Mit Spannung verfolgen wir ...
die letzten Startvorbereitungen. 4 lange Tage müssen wir warten,
bis die Landefähre auf dem Mond landet. Wir schalten nach Texas,
zum Start der Apollo 11.
Wo können wir wohl in 20 Jahren hinfliegen?
Dann könnten wir sogar auf dem Mond wohnen!
Dich können wir ja schon mal vorab raufschicken!
Dann macht der Fiete da oben Signale rauf!
Ja, sicher! Klar!
Wie schnell ist die Rakete eigentlich?
Apollo 11 fliegt 4000 km/h.
Wenn dein Trecker so schnell wäre, gäbe es nicht mal eine Rauchspur!
Gegen 3000 Tonnen ist mein Trecker ein Mückenschiss!
Johanna, wo bleibst du denn? Es fängt an!
Moment!
Hab ich was verpasst?
Nein. Nö.
Wenn du reisekrank wirst, hast du Pech gehabt! Wirst du nicht, Ines!
Mama!
Die sind alle. Ich back dir neue, versprochen!
Über 100 Meter lang, inklusive Mutterschiff!
Wenn du da drin bist, willst du überhaupt nicht mehr raus!
Johanna!
Der nächste Urlaub geht nicht zur Windjammerparade, sondern zum Mond!
Was hältst du davon? Na ja.
10, 9, 8, 7, 6 ...
Die Rakete hat Knut in der Schule gebastelt.
... 0! All engines running! Lift-off!
We have a lift-off!
32 minutes past the hour.
Lift-off Apollo 11!
400 000 Kilometer bis zum Mond!
Immer weiter. Und weiter.
Bis es nicht mehr geht.
Starkes Donnern begleitet den Steigflug der Rakete.
Hiev die mal rüber!
Was ist denn da unten? Nix!
Fliegen da unten die kleinen neugierigen Schmetterlinge?
Nein.
Wo fliegen die denn?
Weiter oben.
Bringst du mir aus Ham- burg was Schönes mit? Ja!
So, meine Lütte! Komm her! In den Arm! Hops!
Komplett sind wir nicht, wenn du nicht dabei bist!
Das schaffst du auch ohne mich!
Mach's gut, mein Seestern!
Ihr auch!
Fiete, nimmst du sie mal?
Ja! Mädel, Komm mal her!
So! Mach mal los, Arne!
Die Schiffsglocke läutet.
Schönen Tag noch, Hein!
Moin, Johanna! Moin!
Moin, Ines! Moin, Johanna!
Na, langweilst du dich schon?
Wieso langweilen?
Na ja, so ganz allein ...
Der Mann weg, die Kinder ...
Was wirst du denn machen?
Ich werde endlich mal ein Buch zu Ende lesen,
jeden Tag einen langen Mittagsschlaf machen,
und viele Sachen bestellen, aus dem Versandhauskatalog!
Keine Gäste?
Nur einen, aber den mache ich nebenbei!
Ich hatte schon ewig keinen freien Tag mehr!
Ist das für mich?
Ja, das ist gestern für dich angekommen!
Was ist denn da drin?
Rate mal!
Du, keine Ahnung!
Überraschung!
Für mich! Also, ... eigentlich für Ole.
Nun sag schon!
Schreib's auf, ja?
Wie viele Tonnen Trinkwasser trans- portieren Sie denn im Durchschnitt?
Mal so, mal so.
Und heute die Fuhre?
Mal so.
Entschuldigung?
Ich möchte nicht stören. Guten Tag!
Sie müssen unser Gast sein.
Ja. Anton Brunner.
Johanna Thamsen. Freut mich!
Ich hab Sie nicht so früh erwartet!
Der Mann mit dem Versorgerschiff ...
Fiete. Fiete Petersen. Der hat mich übergesetzt.
Redet nicht viel, der Herr Petersen.
So sind wir hier oben auf der Hallig.
Kommen Sie!
Es gibt Zimmer mit Ra- dio und Waschschüssel,
das Wasser wird jeden Tag erneuert,
oder Zimmer ohne Radio. Und ohne Waschschüssel?
Nein, die Waschschüssel ist in jedem Zimmer.
Es gibt nur kein flie- ßendes Wasser. Nirgendwo!
Wegen des Wassers bin ich auch auf der Insel.
Wir sind eine Pension. Garni.
Sagen Sie es mir, wenn Sie etwas brauchen.
Garni? Ja.
Das ist Italienisch und heißt: Frühstück, aber kein Abendessen!
Dafür gibt es das Wirtshaus auf der nächsten Warft.
Frühstücksei?
Muss ich das jetzt schon wissen?
Nein. Es reicht morgen früh.
Gut! Dann nehme ich das Zimmer mit dem Radio.
Gute Wahl!
Und ein Ei. Fünfeinhalb Minuten.
Die Eier bei uns sind sehr groß.
Sechs Minuten.
Gerne.
Entschuldigen Sie, Frau Thamsen!
Ich müsste ... Wissen Sie, wo ich hier ein Boot mieten kann?
Sie können unser Boot nehmen.
Es hat nur ein paar kleine Macken, die man beachten muss,
Kleine Macken?
Ja, zum Beispiel der Motor.
Sie lassen ihn an, dann klingt er so:
Sie imitiert auf skurrile Weise ein stotterndes Motorengeräusch.
Was ganz normal ist, weil nach ein paar Minuten klingt er so:
Sie ahmt ein normales Motorengeräusch nach.
Ah ja.
An dem Boot kann man nichts beschädigen, es ist uralt.
Es wäre mir lieber, wenn Sie mir das Boot vor Ort zeigen könnten.
Wenn ich bis zum Schafe zählen wieder da bin ...
Was bringt Sie auf unsere Hallig?
Ich muss im Auftrag des Wasser- versorgungsamtes in Flensburg
ein geologisches Gutachten machen,
wo ich hier Wasserlei- tungen verlegen kann.
Eine Wasserleitung hier?
Ja. Na, endlich!
Dann kann ich auch meinen Waschautomaten benutzen.
Den Sie in weiser Voraussicht auf mein Kommen schon beschafft haben.
Nein, es war ein Geschenk.
Ein Hochzeitsgeschenk meiner Mutter. Sie konnte nicht ahnen,
dass wir hier oben so lange auf eine Wasserleitung warten müssen.
Dann wird's ja höchste Zeit, dass sich hier was ändert, Frau Thamsen!
Was ist das denn? Das ist ein Bohrgestänge.
Damit nehme ich die Boden- proben. Ich muss prüfen,
ob der Boden schlickig, moorig oder lehmig ist.
Der Motor startet stotternd.
Klingt ja genauso, wie Sie es gerade vorgemacht haben.
Er macht das Motorengeräusch nach.
Frau Thamsen!
Was haben Sie denn da vorhin im Hafen gemacht?
Was meinen Sie?
Sie haben diese Plakette berührt, kurz bevor wir losgefahren sind.
Hab ich das?
Ja, haben Sie!
Abergläubisch?
Das ist der Heilige Christophorus, der Schutzpatron der Reisenden.
Sie kennen ihn nicht?
Doch, kenne ich, aber ich vertraue keinen Heiligen!
Schade! Das ist nicht schade!
Die sind unzuverlässig!
Man weiß ja nicht,
ob sie nicht gerade Wichtigeres zu tun haben, wenn man sie braucht.
Die Plakette ist von meinem Vater.
Er wollte, dass ich auf dem Meer beschützt bin.
Ich glaube nicht an fremde Hilfe! Sondern?
Dass man nur sich selbst helfen kann. Das ist meine Erfahrung!
Die Menschen hoffen, sie beten, sie suchen,
und am Ende des Tages sind sie doch allein.
Haben Sie eigentlich Kinder?
Ja. Zwei.
Und beide sind ... Sicherlich großartig!
Ich brauchte noch mal so ein Glas.
Sehen Sie!
Wo war denn jetzt der heilige Christophorus?
Nicht da!
Können Sie hier mal kurz stehenbleiben?
Ja. Ho!
Brr!
Schön haben Sie's hier!
Frau Thamsen?
Eine Möwe kreischt.
Nur, wenn man das jeden Tag hat ...
Manchmal vermisse ich die Berge.
Die Berge?
Ich bin in den Bergen aufgewachsen.
Jetzt bin ich schon so lange auf dieser Hallig,
aber gewöhnt habe ich mich immer noch nicht daran.
Manchmal schaue ich da raus und ...
Nichts!
Da fehlt doch einfach was.
Kenne ich. Am anderen Ufer ist das Gras immer grüner!
Nur, dass es hier die andere Seite nicht gibt!
Danke!
Darf ich Sie etwas fragen?
Bitte!
Was machen Sie denn, wenn Ihnen was fehlt?
Dahin gehen, wo ich's bekomme!
Und Sie?
Milch und Zucker habe ich schon reingetan!
Schmeckt perfekt!
Wo kommen Sie eigentlich her?
Aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Bochum.
Später wurde mein Vater in die Schweiz versetzt, ins Wallis.
In die Schweiz?
Dann kennen Sie ja die wilden Tiere!
Die Gewitter in den Bergen! Die sind doch wie wilde Tiere!
Da haben Sie recht. Ja, denen bin ich immer sehr gerne ausgeliefert!
Haben Sie schon mal hier oben ein Gewitter erlebt?
Auf hoher See?
Nein.
Die klingen anders.
Gut, Viktor!
Jetzt geht's in den Stall!
Komm mit! Komm! Gut! Gehen wir!
Ines stellt den Motor ab.
Moin!
Guten Tag!
Ja, ich suche die Frau Thamsen. Moin, Johanna! Alles in Ordnung?
Moin, Ines! Ja, dein ...
Dein Ole hat bei mir angerufen! Weil er dich nicht erreicht hat!
Ich glaub, der hat sich Sorgen um dich gemacht!
Ich soll dir ausrichten,
dass er und die Kinder gut in Hamburg angekommen sind.
Schön, danke. Bei dir ist der also untergekommen!
Ja. Wieso? Weißt du, wer das ist?
Ja. Der Ingenieur, der die Wasserleitung plant.
Wieso wohnt er ausgerechnet bei dir?
Wieso nicht? Johanna!
Der Mann macht Fietes Geschäft überflüssig!
Wir haben uns das über Jahre mühsam aufgebaut.
Plötzlich kommt so ein Besserwisser vom Festland,
mischt sich ein, und du nimmst den auf! Der macht uns brotlos!
Jeder weiß, dass es hier so auf Dauer nicht weitergeht.
Wir brauchen alle fließendes Wasser!
Sonst leben wir noch ewig wie im Mittelalter!
Du bist nicht hier auf- gewachsen. Das merkt man!
Eine Wasserleitung muss nichts Schlechtes sein!
Frau Thamsen!
Ja?
Wo finde ich diesen Gasthof?
Da runter,
rechts, und dann immer geradeaus!
Ah ja.
Sie können auch gerne mein Fahrrad nehmen!
Gerne!
So kommt er schneller zu seinem Abendessen.
Brunner klopft an den Türrahmen.
Entschuldigen Sie, Frau Thamsen!
Die Glühbirne ist kaputt, und ich müsste noch Aufzeichnungen machen.
Sie müssen sich nicht entschuldigen.
Bitte schön!
Danke!
Möchten Sie vielleicht auch einen Pfannkuchen?
Nach der Nordseescholle wäre ein Pfannkuchen genau das Richtige!
Setzen Sie sich!
Ich hab aus Gewohnheit zu viel Teig gemacht.
Meine Kinder sind mit meinem Mann verreist.
Quittengelee oder Johannisbeermarmelade?
Johannisbeermarmelade!
Oder ...
Warten Sie!
Quittengelee!
Oder ...
Kann ich vielleicht beides haben?
Natürlich war das anstrengend und heiß und oft enttäuschend,
aber wenn man auf Wasser gestoßen ist und einen Brunnen bauen konnte,
dann war das für die im Senegal so ähnlich wie die Mondlandung!
Dann haben Sie die Menschen vor dem Verdursten gerettet!
Ja. Vielleicht.
Wahrscheinlich hätten die auch ohne mich
irgendwo ein Wasserloch gefunden. Warum sind Sie sich da so sicher?
Ich hatte damals einen Fahrer. Dieser Mann hieß Keita Asuf.
Er war ein ganz einfacher Mensch, konnte mir aber die Welt erklären.
Auf seine Art. Mit seinen Worten.
Wir Europäer denken immer, wir wüssten alles besser.
Ist aber nicht so! Einiges wissen wir besser!
Was denn?
Wie man Pfannkuchen macht, zum Beispiel!
Stimmt!
Das werde ich nachträglich in meinen Afrika-Bericht einfügen!
Hier also waren Sie?
In Louga?
Oui, Madame!
Ganz schön weit weg!
Wollen Sie vielleicht einen Friesengeist?
Einen was?
Das ist so eine Art Anisschnaps.
Nein, danke!
Was ist das denn?
Was?
Das obere Bild!
Erkennt man das nicht?
Das ist die große Sturmflut von 1962. Das hat mein Sohn gemalt.
Damals hatten wir 4,50 Meter Land unter!
Das Wasser stand uns bis zum Hals!
Was haben Sie dann gemacht?
Wir haben auf dem Heuboden abgewartet.
Und dann ...
Dann wurde meine Tochter geboren.
Sie hat sich die rich- tige Nacht ausgesucht!
16. auf 17. Februar 1962!
Ein Telefon klingelt.
Entschuldigung!
Johanna Thamsen.
Ich bin's!
Ole! Wie geht's euch?
Habt ihr eine schöne Unterkunft?
Nicht so schön wie bei dir!
Schlafen die Kinder schon? Ja, tief und fest!
Ich habe am Nachmittag schon versucht, dich zu erreichen!
Ich war draußen unterwegs.
Was macht ihr morgen?
Wir wollen auf den Michel. Den Hafen von oben sehen.
Wir winken dir zu! Freut mich!
Ich liebe dich! Ich dich auch!
Hallo! Die haben Sie vergessen.
Danke schön!
Gute Nacht! Gute Nacht!
Er stellt einen Sender mit Big-Band-Musik ein:
Es erklingt "La vie en rose".
Die Musik dringt zu ihr herüber.
Bin ich eigentlich der einzige Gast?
Ja!
Ich hoffe, das Radio hat Sie letzte Nacht nicht gestört.
Ich konnte eh nicht gleich einschlafen!
Ihre Familienbilder ...
Wie lange sind Sie schon verheiratet?
15 Jahre.
15 glückliche Jahre?
Ja. Wir sind glücklich.
Und Sie?
Ich bin auch glücklich, Frau Thamsen. Mit meiner Freiheit!
Bin heute hier und morgen dort.
Mal auf einer kleinen Hallig, dann wieder auf einem anderen Kontinent.
Da lernt man viele Menschen kennen.
Die sind oft anders, als man denkt.
Überall, wo ich hinkomme, werde ich nett empfangen.
Und hervorragend bedient!
6 Minuten!
Hervorragend!
Brauchen Sie noch was?
Willst du ein Bier?
Was ist denn los, Fiete?
Nichts.
Jeder macht seine Arbeit.
Und seine Kundschaft kann man sich ja nicht aussuchen, oder?
Tag, Herr Petersen!
Herr Petersen, ich weiß, dass es für Sie nicht leicht ist,
dass sich auf der Hallig hier viel verändern soll.
Hier verändert sich gar nichts.
Mein Auftraggeber sucht für den Bau der neuen Wasserleitung
fähige Arbeiter. Männer wie Sie.
Die sich gut mit dem Wattenmeer auskennen.
Ich kenne niemanden.
Moin, Ines!
Moin.
Ich brauche 2 Kilo Mehl.
Ist aus.
Dann nehme ich solange das da!
Hast du heute Obst?
Nur Äpfel.
Guten Tag!
Willst du nun Äpfel?
Ich warte auf ein Telex aus Flensburg. Ist es schon da?
Danke!
Ich dachte, Sie hätten draußen auf See zu tun?
Nein, heute nicht.
Frau Thamsen ist eine wunderbare Gastgeberin.
Besonders die Frühstücks- eier sind sehr schmackhaft.
Frau Thamsen kauft bei mir keine Eier. Sie hat selbst Legehühner.
Aber Sie sind ja nicht wegen der Eier hier auf der Hallig, oder?
Sie werden hier nicht gebraucht!
Äh, Frau ...
... Petersen! Das sehen Sie falsch!
Wissen Sie, was das für meinen Mann heißt? Arbeitslos auf einer Hallig?
Sie verlegen hier irgendwelche Rohre,
und was Sie damit anrichten, das ist Ihnen völlig egal!
Sie werden doch davon profitieren!
Sie müssen nicht mehr zwischen Trink- und Waschwasser trennen!
Das wird Ihnen und Ihren Kin- dern die Zukunft erleichtern!
Wir haben keine Kinder!
Frau Thamsen! Einen Moment, bitte!
Es wäre schön, wenn Sie mich noch mal mit dem Boot begleiten würden.
Warum denn? Sie haben mich doch schon kennengelernt.
Sicher waren Sie überrascht: Ich bin auch anders, als Sie dachten.
Aber natürlich wie all die anderen,
von denen Sie so nett empfangen und hervorragend bedient werden!
Sie schaltet den Staubsauger aus.
Johanna!
Johanna!
Moin! Moin, Johanna!
Eines deiner Schafe lahmt!
Ich schaue mir das an. Ich muss eh da vorbei.
Warte! Ich komme mit!
Ist nicht nötig!
Doch, ich schau mir das selber an.
Ole ist mit den Kindern in Hamburg!
Da würde ich doch die Füße hochlegen!
Ja, ja.
Aus euch Weibsbildern soll einer schlau draus werden!
Der Experte verdient sich viel Geld daran,
dass du arbeitslos wirst, Fiete!
Kauft sich davon eine Villa im Grünen. Und einen Harem!
Ja, genau! Die tanzen dann oben ohne Hula-Hula!
"Hula-Hula-Hula!"
Scheißkerl, du!
Zahlen, bitte!
Was glaubst du denn, wer du bist?
Willst du den Helden spielen, der die armen Leute rettet, oder was?
Sollen wir uns auch noch bedanken?
Herr Petersen, wir können über alles in Ruhe reden!
Petersen ist nicht käuflich!
Ich habe Ihnen nur ein Angebot gemacht!
Ruinieren willst du mich!
Sie denken doch nur an sich!
Ohne Wasser zieht's die Leute aufs Festland!
Dann laufen Ihnen so- wieso die Kunden weg!
Das werden wir sehen!
Die Leute freuen sich über fließendes Wasser,
wenn es soweit ist. Ihre Freunde werden sich mit ihren Ehefrauen
in der vollen Badewanne amüsieren!
Die Gäste lachen. Halt die Klappe!
Wie bitte?
Du sollst die Klappe halten!!!
Die Gäste feuern Petersen an.
Das ist ja gar nicht so schlimm wie ich dachte!
Das wird schon wieder!
Was hältst du denn so von unserem Ingenieur?
Der trägt die Nase auch ziemlich hoch!
Die in Flensburg werden niemanden schicken, der sich nicht auskennt.
Der verschandelt hier noch unsere unberührte Natur!
Nur damit das Wasser aus der Wand läuft?
Euch Mannsbilder soll einer verstehen!
Schau mal!
Probier mal! Ja, gut!
Jemand macht sich in der Küche zu schaffen.
Suchen Sie was bestimmtes?
Nein ...
Doch.
Haben Sie sich verletzt?
Das ist nichts.
Nur eine kleine Geschichte zwischen mir und Petersen.
Die Menschen hier fühlen sich von Ihnen bedroht!
Sie bringen alles durcheinander!
Gehört das auch zu Ihrem Auftrag?
Nein. Natürlich nicht!
Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.
Für heute Morgen.
Ich wollte Sie nicht beleidigen! Ich habe dummes Zeug geredet.
Tut mir leid!
Verbandszeug ist hinter Ihnen in der Schublade.
Rechts!
Nehmen Sie meine Entschuldigung an?
Fiete Petersen ist zwar Friese, er hat aber italienisches Blut!
Das muss man wissen.
Von der Platte erklingt Klaviermusik: ein Blues.
Als Kind hatte ich Asthma.
Und als es immer schlimmer wurde, so um 1949 oder 50,
hat ein Arzt meinen Eltern geraten,
mich an die Nordsee zu schicken. Dann sind Sie schon seit fast ...
20 Jahren hier auf der Hallig!
Mein Mann kommt von hier!
Wir haben uns damals kennengelernt,
waren sehr verliebt,
er hat mich gefragt, und ...
Den Rest können Sie sich denken.
Sehr mutig! Sie wussten ja nicht, was auf Sie zukommt.
Na ja, mutig. Ich wollte studieren!
Ich hatte mich schon ein- geschrieben für Pharmazie.
Pharmazie! Gute Wahl!
Ich wollte was wissen!
Heute weiß ich, was Ebbe und Flut ist. Mehr nicht.
Und Sie haben kein Asthma mehr!
Ja, das ist weg.
Aber einiges andere auch.
Manchmal ...
Manchmal denke ich ...
Das Telefon klingelt.
Entschuldigen Sie!
Thamsen!
Hallo, Johanna, hier ist Ines. Ich muss deinen Gast sprechen.
Der ist nicht da.
Wo soll er denn um diese Zeit sein? Mein Fiete ist auch schon zu Hause.
Ich weiß es nicht. Viel- leicht schläft er schon.
Was willst du denn von ihm?
Der Henner vom Königspesel hat seine Brieftasche gefunden.
Da ist mächtig viel Geld drin. Ich werde es ihm ausrichten.
Danke, dass du Bescheid ge- sagt hast! Gute Nacht, Ines!
Die Einheimischen hier sind schon speziell, oder?
Wenigstens sind sie ehrlich! Frau Petersen hat Ihre Geldbörse.
Die Schallplatte endet.
Haben Sie noch Lust auf einen kleinen Spaziergang?
Noch zwei Tage, und dann sind wir Menschen oben auf dem Mond!
Ein Studienkollege von mir, der arbeitet bei der NASA.
Von diesem Augenblick haben er und 400 000 andere Ingenieure
jahrelang geträumt!
Und wenn sie dann da oben sind,
und alles entdeckt haben, sind sie trotzdem nicht zufrieden.
Dann kommt der nächste Planet dran!
Und dann noch ein Planet!
Der Mars, Jupiter, Saturn ...
Das ist wie eine lange Reise. Und am Ende ...
Ich weiß auch nicht, wohin das führt.
Wenn das mein Mond wäre, dann ...
... dann dürfte da keiner rauf!
Ich muss morgen früh raus.
Die Schafe.
Natürlich. Also, schlafen Sie gut!
Gute Nacht!
Jemand steigt die Treppe hinauf.
Die Uhr beginnt zu ticken.
Sie lauscht Brunners Schritten.
Wissen Sie, wie meine Mutter die Spiegeleier früher genannt hat?
Wie denn?
Glotzaugen!
Möchten Sie noch Kaffee? Ja, gerne!
Haben Sie schon gefrühstückt?
Nein.
Johannisbeermarmelade oder Quittengelee?
Oder beides?
Jemand öffnet die Haustür.
Ines ruft: Johanna!
Johanna, bist du da?
Moin, Ines! Na? Moin!
Hier! Die dicke Brief- tasche vom Ingenieur!
Und ein Telex für den Herrn!
Das ist nett von dir! Danke!
Möchtest du Kaffee? Ich bin gerade dabei!
Wo ich schon mal da bin ...
Ach, dein Gast!
Spiegeleier mag er also!
Dieser Brunner! Ein feiner Herr! Wollte meinen Fiete verprügeln!
Ich glaube, das war eher umgekehrt!
Ach, hat er dir davon erzählt?
Er hat eine Schramme. Brunner hat ihn geärgert!
Sonst hätte Fiete niemals ...
Dein Fiete hat wieder mal ein paar Bier zuviel gehabt und dann ...
Du kennst die Männer! Die prügeln sich, wenn die Argumente ausgehen.
Mein Fiete nicht!
Johanna schnaubt verächtlich.
Darf ich ein Butterbrot ...?
Und wenn schon. Der Streit wegen dieser Wasserleitung,
das ist lächerlich!
Lächerlich?
Wenn es hier fließendes Wasser gibt, dann ist es für alle gut!
Dann kommen auch mehr Touristen! Du kannst deinen Laden vergrößern,
das Postgeschäft läuft besser! Sag Fiete das!
Etwas scheppert.
Das war die Katze.
Die andere.
Das war wahrscheinlich dein Gast!
Der alles durcheinanderbringt,
hier bei uns! Und dich auch!
Der will doch was von dir!
Der denkt gar nicht daran, dass du verheiratet bist und Kinder hast!
Und du? Dich stört das ja nicht!
Du genießt es sogar noch! So ein Mann könnte ja ...
Moment, Ines!
Ich kann nichts dafür, dass du nicht so glücklich bist!
Aber lass das bitte nicht an mir aus!
Bilde dir bloß nichts ein!
Wiedersehen, Ines!
Frau Thamsen!
Ich wollte schon immer mal wissen, wie so eine Maschine funktioniert.
Wo sie doch bald zum Einsatz kommt!
Es freut mich, dass ich Ihnen dazu Gelegenheit gegeben habe!
Ich bin aber nur bis zum "Schleudern" gekommen!
Das Kapitel "Spülen" habe ich ausgelassen.
Wie können Sie "Spülen" auslassen? Ohne "Spülen" kein "Schleudern"!
Manchmal muss man den zweiten Schritt vor dem ersten machen!
Wem gehört denn die Warft hier im Osten?
Behnemanns.
Sie mussten letztes Jahr die Warft erhöhen.
Das Wasser ging bei Land- unter bis an die Fenster.
An der Stelle könnte man die Doppelrohre tief genug verlegen.
Und das Landstück da hinten? Wo?
Na, da! Genau hinter Ihnen, Frau Thamsen!
Das ist ein Teil der Anlegestelle.
Dort haben sie den Grund tiefer gegraben.
Wegen der Schiffsschrauben.
Wegen der Schiffsschrauben!
Wäre ein guter Platz für eine Wasserdruckstation.
Was ist denn mit Ihnen?
Nichts.
Ist Ihre neugierige Freundin irgendwo?
Ines ist in Ordnung.
Die Leute hier haben auch Ferngläser und sehen alles.
Sie haben sonst nichts zu tun.
Wem gehört das Landstück da hinten mit der Scheune?
Das ist die Warft vom alten Hansen. Sein Enkel ist mit Knut befreundet.
Und welches Landstück gehört Knut?
Knut ist mein Sohn!
Da fahren wir jetzt hin!
Kommen Sie, Frau Thamsen! Wer als erster oben auf dem Leuchtturm ist!
Johanna lacht vergnügt.
Ja, was ist denn jetzt?
Ich war nie besonders zuverlässig.
Was die Frauen angeht.
Immer wenn's mehr wurde als ein Abenteuer, war ich weg.
Von einem Planeten zum anderen. Immer weiter.
Jetzt will ich bleiben!
Können Sie das verstehen?
Ich wollte immer wieder weg von hier und Sie ...
Sie wollen bleiben!
Schon komisch.
Vielleicht ist es ja dasselbe!
Wer weiß schon,
was einen hinter die- sem Horizont erwartet?
Au!
Schau mal! Eine Glasscherbe!
Das ist der Grund!
Geht schon wieder.
Moin! Immer noch am arbeiten?
Ja, so wie du und der Herr Ingenieur.
Die Zimmertür wird geöffnet.
Johanna!
Guten Morgen!
Morgen!
Wir könnten nach Langeneß fahren und schwimmen gehen.
Hast du Zeit?
Wir nehmen das Boot.
Nein. Nicht das Boot.
Komm mal her! Komm doch mal!
Wir nehmen nicht das Boot!
Wir fliegen! Wir fliegen zum Mond!
Aber da waren wir doch schon!
Gestern Nacht!
Das Telefon klingelt.
Lass es klingeln!
Lass es klingeln!
Johanna Thamsen. Guten Morgen!
Ich mich auch. Bis später.
Was ist denn mit dir?
Was soll sein? Mein Mann kommt heute mit den Kindern zurück.
Einen Tag früher. Jetzt über- lege ich, was ich kochen werde.
Verstehe.
Als erstes muss ich backen!
Haferflockenkekse.
Und dann ...
Johanna!
Was soll das denn?
Willst du das wirklich wissen?
Ja.
Ich merke, dass ich tat- sächlich darüber nachdenke,
meine Koffer zu packen und von hier wegzugehen.
Bevor du hierher kamst, war es gut.
Da war alles gut.
Bist du dir da sicher?
Wer bist du eigentlich?
Du tauchst hier auf und ...
Warum jetzt? Warum nicht vor 20 Jahren?
Ich bin verheiratet! Ich habe eine Familie!
Aber das interessiert dich natürlich nicht!
Du glaubst, ich lebe hier in einem Gefängnis
und warte nur darauf, dass einer kommt und mich befreit.
Ich kam nicht hierher, um dich aus irgendeinem Gefängnis zu befreien!
Du musst schon selber wissen, was du willst!
Was ich will? Ich kann nicht ein- fach tun und lassen, was ich will!
Aber dein Leben, das ist die große Freiheit!
Du hast dich doch selbst ent- schieden für das Leben hier!
Niemand zwingt dich, auf dieser Hallig zu bleiben.
Mit all diesen Menschen, die eifer- süchtig sind und dir nichts gönnen!
Du verstehst nichts, gar nichts! Diese Menschen sind meine Freunde!
Dieses Leben und dieser Platz sind mein Zuhause!
Johanna schluchzt verzweifelt.
Gut.
Dann vergiss mal alles, was war!
So wie du kann nur einer reden, der nicht weiß, wo er hingehört!
Das Dünengras raschelt im Wind.
Das schaut ja schon gut aus!
Komm, lauf!
Hops! Los, los!
Sind sie noch alle da?
Wer?
Na, die Schafe! Hast du sie heute schon gezählt?
So schnell laufen die nicht weg!
Komm mit mir!
Bitte!
Das kann ich nicht!
Meine Kinder brauchen mich hier! Und mein Mann!
Dein Mann ist erwachsen!
Ich kann ihm die Kinder nicht einfach wegnehmen!
Wie stellst du dir das vor?
Mich verbindet so viel mit Ole!
Wir haben uns zusammen hier etwas aufgebaut!
Etwas geschaffen. Die vielen Sturmfluten ...
Sogar der Umgang mit dem wenigen Wasser!
Was verbindet dich mit mir?
Viel!
Sehr viel!
Dann komm mit!
Es geht nicht, stimmt's?
Du gehörst hierher.
Ich muss später noch mal raus. Kann ich mir das Boot leihen?
Danach reise ich ab.
Das Wetter schlägt um.
Der säuft ab mit dem Kahn!
Ein Pferd wiehert.
Mama, wir sind wieder da!
Mama! Mama, wo bist du?
Hallo!
Na, mein kleiner Schmetterling!
Wie war's?
Wir haben dich ganz schön vermisst!
Mama, wir haben dir ein Geschenk mitgebracht!
Oh, was ist denn da drin? Habt ihr den Hafen und die Schiffe gesehen?
Ja! Die größten! Und bei einem war ich am Steuer!
Du wirst doch noch Seemann! Ich habe es immer gewusst!
Du, Mama ...
Heute landen doch die Amerikaner auf dem Mond! Aha!
Dürfen wir so lange aufbleiben?
Das wollen wir doch ...
alle sehen, oder?
Ja, aber erst wird ausge- packt! Kommt, ab nach oben!
In der Ferne donnert es.
Was essen die Männer auf dem Mond?
Ganz spezielle Mondnahrung!
Ich muss die Antenne festbinden! Sonst bläst der Sturm sie weg.
Aber erst öffnet Mama das Geschenk!
Genau!
Nicht so langsam, Mama!
Oh, ist das schön!
Wo bekommt man in Hamburg denn so ein Wetterhäuschen?
Man muss nur ganz genau schauen!
Es tut mir leid! Ich ...
Du hast gesagt, wenn wir wieder- kommen, gibt es frische Kekse!
Ich weiß. Wenn die Amerikaner auf dem Mond landen, sind sie fertig!
Versprochen!
Du bleibst sitzen!
Sie lacht.
Na, lauf!
Hab schon gehört.
Was denn?
Hattest viel zu tun!
Die Schafe. Hier das Ganze!
Hättest ja auch mal die Füße hochlegen können!
Es war wenig Zeit dafür!
Es donnert stärker.
Lass mich mal!
Jetzt aber flott, Fiete! Geh du schon mal vor!
Wo willst du denn jetzt noch hin? Ich muss noch einmal aufs Schiff!
Johanna singt das Schlaf- lied von Johannes Brahms.
"... mit Näglein besteckt, schlüpf unter die Deck'.
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder ..."
Das Gewitter ist jetzt sehr nahe.
Die Amis landen auf dem Mond, und dein Mann ist draußen im Regen!
Verpassen tut er ja nicht viel, der Fiete.
Ach, das wird schon wieder!
Wenn der Wind erstmal nachlässt,
dann gibt es auch wieder was zu sehen!
Wenn du meinst ...
Und euer Gast, Ole? Interessiert er sich nicht für die Mondlandung?
Weiß nicht. Ich hab ihn noch gar nicht gesehen.
Johanna! Ist unser Gast schon abgereist?
Sehr heftige Donner- kaskaden setzen ein.
Johanna!
Der Ingenieur!
Schon weg?
Nein, er ist draußen.
Er ist unterwegs.
Er hat viel zu tun.
Dann lerne ich ihn ja noch kennen!
Ja, solltest du auch!
Man hat ja nicht alle Tage so einen studierten Herrn im Haus!
Ach, Mama!
Macht doch nichts!
Ich hole einen Lappen!
Der Wind pfeift durch die Tür.
Was ist hier los?
Fiete, was ist los?
Er war noch draußen!
Mit unserem Boot?
Boot ist es keins mehr.
Hast du etwa unser Boot verliehen? Du weißt doch, dass es Macken hat!
Ich mache Ihnen mal einen Grog!
Papa!
Kommt schnell!
Die Astronauten hüpfen auf dem Mond! Kommt!
They've got the flag up now and you can see the stars and stripes
on the lunar surface!
Siehst du, Ines?
Geht doch!
Beautiful! Just beautiful!
Weißt du, Papa, da hinten,
das ist nur die Mondfähre! Die Kommandokapsel kreist um den Mond!
Und da sitzt der andere Astronaut drin und wartet.
Bevor ich dich da raufschieße, musst du dir so einen Anzug nähen!
Und wenn die Mondfähre nicht mehr starten kann?
Ja, dann ... Dann ...
Die kann schon starten, und dann kommen die wieder so zusammen!
Man muss sich erst daran ge- wöhnen, so langsam zu laufen!
Mann, Ines!
Die können gar nicht anders! Die haben keinen Sauerstoff!
Das weiß ich auch!
Mann, Fiete, ohne Sauerstoff könnten die gar nicht gehen!
Da oben gibt es keine Schwerkraft!
Da schwebst du!
Da hebst du ab!
Ines und Fiete lachen amüsiert.
... your forward mobility is not quite as good ...
... as it is ...
... in the more conventional ...
Was meinst du, Fiete? Kommen die Amis auch wieder runter?
Na klar!
Die wollen irgendwo im Wasser landen.
Wenn die sich verfliegen, landen die hier bei uns vor der Hallig.
Ja. Dann kannst du die ja aus dem Wasser fischen wie den Ingenieur.
Ines, vor zwei Tagen in der Küche, da ...
Es tut mir leid!
Mir auch!
Johanna!
Du musst auf dein Glück aufpassen!
Und ich auf meins!
Ines!
Komm raus jetzt, wir wollen nach Hause!
Ich muss mal raus aus der Büx!
Ich geh dann mal.
Du auch!
Ines, Mensch!!!
Jemand öffnet die Haustüre.
Johanna!
Ich weiß, dass du oft einsam bist.
Dass ich dir viele von deinen Wünschen nicht erfüllen kann.
Ich kann keine Berge auf eine Hallig zaubern.
Was ich dir sagen will, ist:
Ich bin sehr glücklich, dass du bei mir bist!
Schau mal, wie hoch der fliegt, Knut!
Nicht so weit nach links!
Meinst du, ich komm noch höher?
Kann sein.
Tja, das ist ein Ding!
Jetzt haben wir die ganzen Jahre so gelebt und nun das!
Das hätte ich mir nicht träumen lassen!
So ist es aber!
Morgen! Mein Seestern!
Gut geschlafen?
Ja.
Ich bringe den Herrn Brunner ans Festland.
Aber nicht mit unserer Titanic!
Fiete Petersen hat sein Boot angeboten.
Noch einen Kaffee?
Danke, wir fahren gleich los!
Johanna, machst du dem Herrn Ingenieur ein Proviantpaket?
Damit er nicht verhungert!
Pack noch ein paar Kekse ein, falls noch welche da sind! Ja.
Das Wetter wird sich halten bei der Überfahrt!
Das Häuschen hab ich meiner Frau geschenkt!
Sie kommt aus Tirol bei Inns- bruck. Kennen Sie die Gegend?
Ja. Ich war da mal.
Ganz schön viele Berge haben die da!
Du!
Da müssen wir auch mal wieder hin! Aber wir kommen ja hier nicht weg.
Schade.
Ja, da sagst du was!
Schade.
Ja, da ist es gut, Herr Brunner!
Bleiben Sie da stehen!
Knut, Verena! Stellt euch mal zu dem Herrn Ingenieur!
Da ist es gut! Kommst du auch mal, Johanna?
Ole! Fiete wartet! Ihr müsst zum Boot!
Ich weiß, Johanna! Stell dich mal dazu! Geht ganz schnell!
Ja, so ist es gut!
Ja!
Johanna! Lächeln!
Die Kamera klickt.
Auf Wiedersehen, Frau Thamsen!
Wiedersehen!
Herr Brunner!
Die Pferde wiehern.
Ihr Proviant!
Danke!
In der Dose klappert etwas.
Wann können wir denn mit dem Wasser aus dem Hahn rechnen?
Wird ja wohl noch etwas dauern,
bis die Wasserleitung fertig ist.
Oder?
Schöne Überfahrt!
Leinen los!
Sie schluchzt heftig.
Mama!
Warum weinst du?
Weil du nicht auf den Mond kannst?
Nein.
Nein, mein kleiner Schmetterling!
Ich möchte hier bleiben!
Hier bei euch!
Mama!
Verena hat meine Rakete versteckt!
Ach! Stimmt das? Nein!
Mama!
Ja!
Ich hab diesen Mann nie wieder gesehen!
Und jetzt, nach vierzig Jahren, bittet er mich,
seine Asche dem Meer zu übergeben!
Damals, nach diesen Tagen im Juli, habe ich gedacht,
ich könnte nicht weiterleben.
Ein Jahr später ...
Erinnerst du dich an den Tag, als wir das Bäumchen gepflanzt haben?
Ole schreit laut.
Wasser! Das Wasser!
Mama, das Wasser!
Mama! Das Wasser ist da!
Alle jubeln laut über das Wasser.
Wir haben ein schönes Leben!
Ich bin glücklich!
Ich schenk's dir!
Ich habe mein Bestes gegeben.
In der Küche.
Gunnar!
Bist du glücklich?
Ja!
Die Schiffsglocke läutet.
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