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Dies ist Vöglershausen, ein reizvolles, idyllisches Dorf zwischen Wäldern und
Bergen. Der Ort, dessen Geschichte wir erzählen wollen.
Keine Angst, diese Geschichte ist alles andere als trocken.
Dafür sorgten die fröhlichen Bewohner, die auf allen Gebieten einen Bienenfleiß
entwickelten.
Besonders auf dem Gebiet des Nachwuchses.
Selbst die ältesten Ehemänner scheinen hier die Flinte, verzeihen sie die etwas
direkte Bezeichnung, noch nicht ins Korn werfen zu wollen.
Woher kommt nun diese märchenhafte Fruchtbarkeit?
Nun, die Bewohner von Vöglershausen schreiben sie jenem berühmten Wind zu,
dem... Hm, heute kriegen wir wieder einen strammen Föhn. Ich kann es kaum
erwarten. Sorgt mal dafür, dass unsere Alten rechtzeitig losmarschieren.
Nun haben sie es ja schon gehört, also dem Föhn, der sich gerade hier ungeheuer
segensreich auf die Manneskraft auswirken soll.
Und so versammeln sich seit vier Jahren an den föhnigen Abenden...
Die Männer und solche, die es bleiben wollen, um bei einem Spaziergang durch
Wälder und Auen ihre Lungen mit dem würzigen, hormonfördernden Naturelement
vollzusaugen. Aber damit sind wir schon mittendrin in unserer vergnüglichen
Geschichte. Dann sage ich dem Bürgermeister Bescheid.
Freunde, ich habe das Gefühl, das wird wieder mal eine sehr fruchtbare Nacht
werden. Du hast recht, Bürgermeister. Ich spüre den Föhn schon ganz gewaltig
meinen Knochenrumoren.
Dann wäre es so, dass du bald marschierst.
Aber du Apotheker scheinst keine große Lust auf den Föhn zu haben.
Weshalb auch, Bürgermeisterin?
Warum soll ich in meinen vorgerückten Jahren unentwegt Kinder kriegen?
Weil sie der Trost meines Alters sein sollen, wenn du eines Tages nicht mehr
bist. Na, Apothekerchen?
Sie denkt aber weit voraus, dein Zusammen.
Hättest halt nicht eine so junge Frau heiraten dürfen.
Die vom Föhn noch etwas erwartet. Dann könntest du genauso getrost zu Hause
sitzen, wie unser Schmied da drüben.
Mei, der hat's gut.
Na Brüderlein, heute kommt wieder Arbeit auf dich zu.
Neidisch?
Frechdachs.
Bürgermeister, die Föhnmannschaft ist angetreten.
Also, auf geht's.
Viel Glück, Männe, komm schön gestärkt zurück.
Du auch, mein alter Nussknacker, lass den Föhn gut blasen. Ja, so wie immer,
Weibe. Oder hast du dich über den Föhn schon mal beklagen müssen?
Du machst schon Haut ab und komm nicht zu schnell wieder, sonst wirkt der Föhn
nicht.
Also, eins, zwei, drei.
Eins,
zwei, drei.
Sie knobeln schon um die Reihenfolge.
Da wird der Herr Schmid wohl zahlen wollen.
Wie kommst du darauf, Annelie?
Ich habe das Gefühl, dass der Herr Schmied bald ins Bett muss.
Stimmt schon, Annelie, wir müssen gehen.
Du wirst wohl kaum noch Zeit haben, mich nach Hause zu bringen.
Ach, Michael, ich kann es nicht mehr aushalten. Föhne mich.
Männer, wisst ihr, was ich am schönsten finde an unseren Föhn -Spaziergängen?
Das Gefühl, wie sehnsüchtig unsere Frauen auf uns warten.
Und deshalb müssen wir uns richtig vollschrauben. Tief einatmen, Männer.
daran, was ihr euren jungen Frauen schuldig seid.
Ich spüre es. Meine Susanne wird heute Nacht sehr zufrieden sein.
Ich bin so zufrieden wie schon lange nicht.
Das ist ja gut, Susannchen.
Ich muss nämlich weiter.
Schon?
Du hast ja keine Ahnung, wie viele Bestellungen heute vorliegen.
Bei dir bin ich schon eine Viertelstunde zu lange gewesen.
Habt ihr es bereut?
Noch nie, Susanne.
Du bist die Größte in Vöglershausen.
Du brauchtest einen Pfögl für dich allein.
Soll ich dir einen Ersatzmann besorgen?
Erlauben mal, ich bin eine Treue. Frau, ich will nur dich, und zwar gleich.
Komm, komm, sei ein guter Kumpel. Denk an die anderen Frauen.
Ich kriege sonst die Runde nicht. Tschüss.
Warum ist nicht öfter früh?
Susannchen, halt noch ein halbes Stündchen aus, dann bin ich wieder bei
Also, was mich angeht, Kräftiger kann ich nicht mehr werden.
Ich gehe um.
Meinst du nicht, dass es noch ein bisschen zu früh ist? Nein, nein, ich
heim. Meine Felicitas zerplatzt bestimmt schon vor Ungeduld.
Servus.
Michael, ich bin schon ganz verrückt vor Ungeduld. Tut mir leid, ich wurde
aufgehalten. Ich kann es mir schon denken. Susanne will nie begreifen, dass
einständiger Mensch die guten Sachen zu teilen hat.
Komm, lieber die Zeit wird knapp.
So, der Karl kommt schon heim.
Das ist aber schön, Mavie, dass du mich schon so feierlich empfängst. Mein
geliebter Nussknacker.
Du, Mavie, halt gefolgt.
Raus!
Weil, wie meinst du nicht, es wäre gemütlicher, wenn wir uns hinlegen
Die Liebe ist in jeder Stellung schön. Los!
Stimmt, jetzt hast du lang genug gestanden.
Weil, wie so stürmisch warst du schon lang nicht mehr.
Deine neuesten Babys rücken an.
Pass bloß auf, dass du dich nicht verplatterst.
Gratuliere.
Na, hat der Föhn wieder mal hingehauen?
Genau wie im letzten Jahr bei deinem Alten.
Ja, mein Papi ist tüchtig.
Gratuliere.
Gratuliere.
Wirklich, dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Ja, so gehört es sich auch.
Stimmt es, dass der Kleine genauso heißt wie ich?
Ja. Susanne wollte es unbedingt.
Mein Sohn soll einmal ein genauso starmer Kerl werden wie er.
Liebe Bürger von Vöglershausen, wer nun an unserem fröhlichen Taufschmaus
teilnehmen will, ist herzlichst eingeladen in den goldenen Bosch.
So, Freund Gabi, ich komme gleich.
Haben wir eine gute Fahrt gehabt?
Aha.
Da geht es wohl schon hoch her.
Der ganze Ort ist rein aus dem Häuschen.
Das ist ja auch kaum zu fassen.
Was ist bloß im Papst gefahren?
Dass es in seiner zweiten Ehe noch mal so viel Kinder regnen würde, hätte ich
nie gedacht.
Er wollte halt nicht zurückstehen, wenn in ganz Vögelhausen der Nachwuchs
spielt.
Unser Ort ist direkt gefährlich geworden.
Ich kriege schon Angst, dass ich als Mutter auf die Hotelfachschule
Keine Sorge, Fräulein Gabi. Bei uns im Föhn geht es hier moralisch zu.
Solange wir so ledig sind, kann Ihnen nichts passieren.
Wie weit sind die denn mit ihrer Feier? Unser Papa wird sicher gerade seine
Ansprache halten.
Möchte ich, nachdem in den letzten zwei Wochen acht weitere Gemeindemitglieder
das Vöglershausener Licht der Welt erblickt haben und unser Ort mit seinem
Geburtenüberschuss
nunmehr im ganzen Landkreis einzig dasteht.
Ui, das hat schon der Gott im Hauch. Gibst mir was zu trinken.
Krutzig Türken, jetzt habe ich den Faden verloren.
Einzig dasteht.
Verstehe ich nicht.
Wer steht einzig da?
Na, wer wohl?
Wirst du wohl still sein?
Werde ich beim Landrat Dr. Nagel die Prämie beantragen, den fettbarsten Ort
ausgesetzt.
Ist.
Und so möchte ich allen danken, die Vöglershausen zu diesem Aufblühen
haben. Sie mögen sich von ihren Plätzen erheben.
Na los, du musst aufstehen. Ach so.
Ihr werdet alle in die Geschichte von Vöglert... Was bist du denn unter diesen
Nahkampfhelden? Schwirscherl, du willst dich wohl mit fremden Vätern schmücken,
was? Verglichen mit diesen strammen Vätern bist du doch ein ganz nutzloser
Mitbürger. Schleich dich da runter.
David, David, durch diesen Zwischenfall bin ich schon wieder hängen geblieben.
Am besten du machst Schluss, da kommen nämlich die Schweinssachsen.
Hat recht, mein Liebling.
Und so möchte ich meine Rede beenden mit einem kräftigen Mahlzeit.
Weißt du, worauf ich gespannt bin?
Wann einer der Männer Spitz kriegen wird, dass der Segenspendende Föhn genau
selben Zeit entdeckt wurde, als wir nach Vöglershausen kamen.
Was dieser Schmied zusammenfrisst, das ist einfach unglaublich.
Der braucht's schon.
Wenn man bedenkt, was er so täglich unter seinen Hammer kriegt.
Schleierhaft ist mir nur, wieso so ein gestandenes Mannsbild noch keine Braut
hat. Was macht er nun mit seiner Kraft?
Was fragst du das mich?
Rösser beschlagen, nehme ich an.
Das kann doch einen richtigen Mann auf die Dauer unmöglich befriedigen.
Den Michael schon.
Wenn der ein Ross unter sich hat, dann gibt er sein Letztes.
Sag, Michael, warum kommt der Föhn immer nur zu den Verheirateten?
Du Kesselsluder, du hast wohl spioniert.
Ein Hausmädchen muss Augen und Ohren offen halten.
Also?
Weil der Föhn nicht an sein Vergnügen denkt, sondern der Familiengründung
will. Was du nicht sagst, dann muss ich ja gleich dann nicht wegen heiraten.
Michael, was wir gerne wissen möchten.
Warum hast du eigentlich noch nicht geheiratet?
Ich warte auf die große Liebe.
Bis dahin möchte ich Jungfrau bleiben.
Aber vorher kannst du ruhig schon mal mit mir tanzen.
Oder was habt ihr so gedacht?
Sag mal, findest du es denn richtig, wie sich deine Frau an den Schmied
ranschmeißt? Hast du keine Angst?
Schäm dich, Mann, von uns Frauen immer gleich so schlecht zu denken.
Sehr richtig.
Meine Susanne steht auf mir.
Nur beim Tanzen komme ich nicht mehr so recht mit.
Ich hab wohl die Geburt zu sehr geschwächt, was?
Ich hoffe, wir kriegen einen föhnreichen Sommer.
Meinst du nicht, die pausenlose Vaterschaft könnte deinem Mann
werden?
Glaubhaft war das nie.
Warum habe ich ja damals die Sache mit dem Föhn erfunden?
Naturereignisse kann man nicht erklären.
Und was ist, wenn ich mich mal verliebe und als Föhn nicht mehr tätig sein will?
Dann gibt es eine Revolution.
Gabi.
Mein allerherzlichsten Glückwunsch.
Dankeschön. Ja, Kind.
Du kriegst laufend Geschwister. Und du kriegst aus diesem Anlass ein Geschenk
von mir.
Das heißt, das ganze Dorf kriegt es. Es kommt morgen an.
Ihr werdet Augen machen.
Du siehst prima aus, Stiefmütterchen. Herzlich willkommen, Gabi.
Tag, Gabi.
Tag, Michael.
Lass mich schnell mal tanzen.
Ich bin ganz verwirrt.
Verblick's noch mal.
Sie haben sich rausgemacht. Zu einer richtigen Dame.
Du spinnst wohl, sie zu sagen.
Erklär mir lieber, wieso hat dich unser Föhn noch nicht dazu gebracht, zu
heiraten? Tja.
Ich bin sehr froh darüber.
Du hast mir Zeit gelassen, erwachsen zu werden.
Aber was sagst du zu meinem Alten?
Und Stiefmütterchen, die kriegt wohl auch nie genug.
Da hast du allerdings recht.
Guten Morgen, Landrätchen.
Guten Morgen, Fräulein Richard.
Sie kommen wieder zu spät. Auch wegen dem reichlichen Stündchen.
Und Ihre Röcke werden von Tag zu Tag kürzer.
Stimmt.
Aber keine bange, Landrätchen.
Hiermit ist die Grenze des Möglichen erreicht.
Sie sind heute richtig unmoralisch. Und wieso futtern Sie denn schon wieder?
Wir haben zu arbeiten.
Grüß, Landrätchen. Dazu bin ich ja hier.
Erleben Sie das.
Aha. Der Bürgermeister von Vögelhausen beantragt die Fruchtbarkeitsprämie. Was
sagen Sie dazu?
Fantastisch. Märchenhaft. Alle Achtung. Ich liebe Männer, die so oft und gut...
Schweigen Sie von Ihrem Hobby, Sie.
Sie leichte Person.
Erklären Sie mir lieber, wie machen die das?
Was meinen Sie?
Dass ein Nest, das vor vier Jahren fast am Aussterben war, mit einem Mal die
höchste Kinderzahl im ganzen Landkreis aufweist.
Soll ich Ihnen wirklich die Technik der Fortpflanzung erklären?
Das hätten Sie wohl gerne.
Aber Sie werden mich nicht auf das schlüpfrige Niveau Ihrer Fantasie
Schade, es hätte hübsch werden können.
Also was machen wir mit diesem Fruchtbarkeit -Antrag?
Wir schreiben einen Brief.
Also?
Sehr geehrter Bürgermeister, bevor wir Ihren Antrag beantworten, möchten wir
noch ein paar Einzelheiten, Einzelheiten über Ihren drolligen Föhn.
Ich wünschte, der drollige Föhn würde auch mal in diese vergammelte Amtsstube
blasen. Christina, ich bin empört. Und wie sitzen Sie wieder da?
Sie sollen mir nicht immer Ihre, Ihre, Ihre Schenkel unter die Nase halten.
Ich habe sie nun mal. Ich kann sie leider nicht abschnallen und zu Hause
Wenn Sie so weitermachen, zerreißen Sie mir das Kleid und Sie dürfen mich in
Hütchen sehen.
Aus, Ende, Schluss damit.
Es wird nicht geschrieben, es wird gereiht.
Ich will einmal den Föhn persönlich kennenlernen.
Aber wenn er bei Ihnen auch so anregend wirkt, wie rette ich mich dann?
Christina, eines Tages schmeiße ich Sie doch noch aus.
Lammträdchen, das können Sie ja gar nicht.
Dazu haben Sie ein viel zu gutes Herz.
Täuschen Sie sich nicht.
Auf mich hat noch nie etwas gewirkt.
Papst, die Überraschung ist da.
Welchen Platz hast du dir gedacht?
Dort, vielleicht neben dem Brunnen.
Das ist aber lieb.
Ein Denkmal von mir, schon zu meinen Lebzeiten.
In Anerkennung der Verdienste meiner Landsleute um die Vermehrung. Die
Fruchtbarkeitsgöttin von Vöglershausen.
Die Tochter vom Bürgermeister.
Stimmt das? Du bist diese Magdefee?
Alle erkennen mich, nur der eigene Vater nicht.
Das ist ja ein Skandal.
Nein, das ist die Kopie einer Plastik, die Lorenz... Übrigens, Herr Fehling,
mein Vater, der goldene Bock. Freut mich.
Mich auch, Schwan. Freut mich gar nicht. Sie Saubär.
Eine Plastik, die Lorenz für eine Kunstausstellung geschaffen hat.
Das ist ja nicht so krass. Meine Tochter als Aktmodell.
Mich trifft der Schlag.
Deine unmündigen Geschwister werden sich noch im Grabe herumdrehen.
Ich meine in der Wiege.
Ich wüsste nicht, weshalb.
In einem Ort, wo so viel geliebt wird, kann ein nackter Körper doch nichts
Anstufiges sein.
So,
da
habt ihr meine Antwort.
Herr Bürgermeister, du machst sie ja lächerlich, unsere Göttin der
Fruchtbarkeit. Wie soll sie denn da ein Kind kriegen, wenn sie da diese Schürze
davor hat?
Was hat ein Kükel wie du überhaupt mit der Fruchtbarkeit zu schaffen?
Was nicht ist, kann noch werden, Papst.
Wenn Gabi jetzt mal dahinter kommt, woher hier der Föhn in Wirklichkeit
dann sehe ich dich schon dort auf dem Sockel stehen.
Zufrieden mit meiner Figur?
Das ist einfach toll.
Erste Klasse.
Aber dass du dich so ohne weiteres nackt?
Lorenz war der Meinung, ich könnte mich sehen lassen.
Dieser Lorenz, was bedeutet er eigentlich für dich?
Ich habe im Modell gestanden, das ist alles.
Schließlich bist du auch erst 18.
Eben, ich habe noch ein langes Leben vor mir.
Und... Ich glaube, das fängt in diesem Augenblick erst richtig an.
Was hältst du zum Beispiel vom Badengehen? Da kannst du gleich prüfen,
meine Figur richtig getroffen hat.
Ich weiß nicht, ich müsste... Quatsch nicht lang, komm!
Ja, was spinnt sich denn da an?
Inge, komm doch mal, rasch!
Und ich hab gedacht, du bist Kavalier.
Ja.
Will ich auch.
Ist was nicht recht?
Schickt es sich etwa, angezogen ins Wasser zu gehen, wenn man ein reines
Naturkind an der Seite hat?
Das war wohl schwer, was?
Ja. Und jetzt wirst du erst recht. Tätig, los!
Unglaublich, von wem hat das Kind nur diese Schamlosigkeit?
Was schaut denn Michael an? Ich bin nicht ihre Mutter.
Aber Michael ist schon ein Mordskerl.
Endlich sehe ich ihn bei Tageslicht.
Wir können uns ihm nur gratulieren.
Wer weiß, wie lange noch, wenn er sich nun in Gabi verknallt und den Föhn an
Nagel hängt.
Da passen wir ihm ein Denkzettel. Damit ihm klar wird, dass er sich nicht
benehmen kann wie andere Männer, sondern Verpflichtungen hat, dem ganzen Dorf
gegenüber. Gute Idee.
Vielen Dank.
Du,
unsere Wachen sind weg.
Na und? Gehen wir eben so, meine Figur kennt ja das doch.
Hier, das Ding da, das kannst du dir überstülpen.
Probier mal.
Nimm's lieber für dich. Wenn unsere Frauen dich so sehen, dann fallen sie
unwach. Hast du eine Ahnung?
Dann steigen wir beide hinein.
Das hört sich schon besser an.
Wie stellst du dir das vor?
Willst du rückwärts gehen?
Ach so.
Auf den Heimweg freue ich mich.
Mach endlich kehrt.
Und marschier.
Und eins und zwei. Und eins und zwei.
Du vertreibst so die ganzen Gäste.
So was wie Gastwirt werden.
Inge, Mutter Inge.
Komm, mein Kleiner.
Annelie, kannst du mit kleinen Kindern umgehen?
Ich möchte wissen, woher. In diesem Ort kommt ein lediges Mädchen ja nie zu
sowas. Gehen Sie doch zur Apothekerin. Ja, genau.
Gustav, ist deine Frau daheim?
Nein, ich wollte gerade zu der Deinen. Ich kann es einfach nicht beruhigen, das
blöde Bein.
Was denn?
Das süße Kleine.
Wo stecken sie denn auch, die Weiber?
Himmelkreuz, Sonnerwetter.
Andern muss man Kinder zur Welt bringen und dann lassen sie einen damit sitzen.
Alsdann schreiten wir zur Selbsthilfe.
Anli, bring Windel und Puder.
Sie werden schon ruhiger. Unsere Methode scheint richtig zu sein.
Der Deinig ist aber ein unfeiner Charakter.
Warte erst mal ab, was bei deinem los ist.
Na bitte.
Mindestens das Dunkelste.
Na und?
Ein Bürgermeister macht immer mehr Mist als die Gewöhnlichen.
Das duftet ja infernalisch.
Sag einmal, womit fütterst du ihn denn?
Mit Küchenabfällen?
Ich soll dich wohl einsperren.
Wegen Beleidigung einer Amtswirtin, oder was?
Nun beeile dich schon, du eiserne Jungfrau.
Ich heirate jetzt und dann kommt der Föhn auch zu mir, hat er gesagt.
So, hat er gesagt.
Wann hast du denn gesprochen?
Gestern. Gib mir doch mal ein paar Pillen gegen galoppierenden Schwachsinn.
Das Baby hat recht.
Erst müssen Sie es mit dem Öl säubern.
So, erst das Öl.
Schau nicht so blöd her. Du machst mich ganz nervös.
Hier, ich leide ein paar Tropfen.
Hoffentlich hast du nicht das Salatöl erwischt.
Sag mal, der Deine will wohl zuerst gepudert werden.
Gestatte, dass ich das Deine genauso unfreundlich pudere.
Sag mal, du bandagierst das arme Würmerl, als hättest du einen doppelten
Beckenbruch. Entschuldige, das bin ich von meinen Patienten so gewöhnt. Da
kommen die Frauen.
Hey, was macht ihr mit dem Baby? Nehmt sofort eure groben Pfoten weg.
Da habt ihr sie.
Knusprig und frisch.
Das wollen wir erst mal sehen. Ja, lass mal nachschauen.
Großartig, Männe. Das machst du in Zukunft immer. Bravo.
Ja, die Stimme des Blutes sagt, uns vätern schon, was so ein Würmerl
Ich weiß nicht, mir kommt es vor, als würde es hier drin immer enger.
Vielleicht besser, du lässt mich vor, ja?
Schade. Es ist nämlich ein schönes Gefühl für eine Frau, wenn sie einen
aus der Fassung bringen kann.
Hallo, wieder!
Entschuldigen Sie bitte, gibt es hier wohl ein bisschen Benzin?
Wir haben jedenfalls keins bei uns.
Lustig, Ihre neue Methode.
Aber das weiß ich aus Aufklärungsfilmen.
In der Tonne wird es schwer sein.
Jetzt sind wir schon heiß vom Zuschauen.
Nur kein Neid, Fräulein. Das ist die Belohnung, wenn man mit Michael baden
Wie wäre es mit ein paar Tagen Urlaub?
So schnell wie Sie hat mich noch keiner überredet.
So, von wem denn?
Von Felicitas. Na, die kann auf ihren nächsten Föhn lange warten.
Guckt weg, Leute, oder ihr holt euch noch eine Augenkrankheit.
Sie
haben keine
Angst, dass Sie blind werden?
Dann müsste ich schon hundertmal sein.
Bleib einen Moment stehen.
Das wird mein verrücktestes Bild.
Abstand, du Kniesch, das ist nicht jugendfrei. Wenn du übrigens dein Kleid
suchst. Da.
So ist recht.
Die Tochter muss nackt rumlaufen, damit das Denkmal was zum Einziehen hat.
Das wird ein ganz zauberhaftes...
Und du kommst sofort ins Haus, verdorbenes Ding.
Ich kann dir die Hand geben.
Nur, dann stehe ich im Freien.
Und ihr verschwindet. Die Vorstellung ist aus. Komm jetzt.
Kind, ich meine es doch gut.
Michael ist kein Umgang für dich. Ein verkommener Bursche.
Ich werde ihm seine Weibergeschichten schon austreiben.
Das wirst du nicht tun.
Ich meine, daran ist nichts zu ändern.
Man reißt einen Menschen nicht einfach aus seinen Gewohnheiten heraus.
Das ist ungesund.
Und jetzt zieh dich gefälligst an.
Sag mal, was hat Stiefmütterchen bloß gegen Michael? Der ist doch der einzig
richtige Kerl in ganz Höglers Haus. Eben deshalb.
Ich glaube, es ist Zeit, dass sie endlich die Wahrheit erfahren.
Haben Sie ein Zimmer frei für ein paar Tage? Mit oder ohne Föhn?
Wie meinen Sie?
Wir fragen, ob Sie geföhnt werden wollen in Ihrem Zimmer.
Ach so, stellen Sie mir doch einen rein. Wenn es mir zu heiß wird, benutze ich
ihn.
Was kostet denn das Aufschlag?
Oh, gar nichts. Das ist ein service -Inbegriff.
Also so verglüht bin ich noch nie empfangen worden. Was gibt es denn da
Schmutzig?
Es ist richtig spannend. Spaß wie für mich in einem Dorf zu sein, das noch nie
etwas von Aufklärung gehört hat.
Tja, bis jetzt ging es auch eigentlich ohne ganz gut.
Das bilden Sie sich ein.
Ich finde Sie richtig niedlich.
Aber wenn ich Ihnen aufzählen würde, was Sie alles beachten müssen beim Umgang
der Geschlechter.
Sie machen mir direkt Angst.
Stumpft man eigentlich nicht ab, wenn man sich so viel mit Aufklärung
beschäftigt? Im Gegenteil.
Ich habe so viel Neues erfahren, dass ich gar nicht weiß, wohin mit den vielen
Erkenntnissen. Ich weiß auch nicht, wohin.
Du etwa?
Ich verstehe überhaupt nichts mehr. Auf jeden Fall wäre es egoistisch, wollte
man sein Wissen nur für sich behalten.
Ich habe so ein Gefühl, so was beinahe missionarisches.
Als hätte ich die Pflicht, die Fackel der Aufklärung bis in den letzten
Winkel hineinzutragen.
Soll ich Licht machen?
Außerdem ist mir schleierhaft, dass in diesem Nest noch keine ein solches
Prachtstück von Mann eingefangen hat. Ich habe einfach keine Nerven für
Die Schmiede erfordert meine ganze Kraft.
Tatsächlich? Die ganze?
Diese Schmiede müssen Sie mir zeigen.
Ja, hier, bitte.
Ein interessanter Arbeitsplatz.
Völlig neu für mich.
Und hier bringen Sie wohl Ihre Eisen zum Glühen?
Genau. Und wenn sie genügend heiß sind, lege ich sie auf den Amboss und
bearbeite sie.
Auf diesen hier?
Und wie geht es dann weiter?
Ich... Ich weiß nicht, ich... Junge, was soll denn das?
Du kannst dich doch in der heutigen Zeit nicht als einziger der Aufklärung
entziehen.
Die Liebe auf dem Land soll sehr gesund sein.
Wollen wir nicht nach oben gehen?
Jetzt ist es doch unbequem.
Bequem habe ich oft genug gehabt.
Man soll die Liebe mit Abwechslung würzen, sagen die Aufklärer.
Aber ein bisschen fest musst du mich dabei schon halten.
So allein, Herr Bildhauer?
Sie kennen mich?
Ich gehöre zur Schmiede und habe den ganzen Tag Ihr nacktes Werk vor Augen.
Alle Achtung, wenn Sie trotzdem noch mit mir sprechen, wollen Sie nicht Platz
nehmen?
Ich war gerade im Begriff, auf die langweiligen Arme den Vöglershausen zu
schimpfen. Dabei soll hier doch die Liebe in der Luft liegen, behauptet Gabi
jedenfalls. Nur in den gewissen Nächten.
Gehen wir ein Stückchen? Ich nehme den Block mit und zeichne Sie als Nixe im
Mondschein. Sie meinen, so ganz ohne?
Gabi hatte den Mut.
Hoffentlich wird das Bild nicht auch auf dem Marktplatz ausgestellt.
Das kommt in mein Schlafzimmer. Das sehe nur ich.
Und einige Damen, nehme ich an.
Die werden vor Neid erblatten.
Sie verstehen es, Ihre Modelle bei guter Laune zu halten.
Und Sie, wie man einen Mann verrückt macht.
Ich denke, Künstler sehen Ihre Modelle.
Ganz sachlich, nur so als Mittel zum Zweck.
Fragt sich nur zu welchem.
Da habe ich aber schönes eingerichtet. Stimmt.
Da hilft nur eins.
Oh, nicht so wild. Sie kitzeln mich.
Und Sie?
Sie sind das aufregendste Geschöpf, das jemals auf meine Zeichnungen tropfte.
Erlaubt sich so eine Frechheit. Haben wir etwa eine Verräterin unter uns?
Da kommt er.
Unser Schmied als Göttin der Fruchtbarkeit.
Ausgerechnet der, der noch nie was zusammengebracht hat.
Wer hat sich denn das ausgedacht? Keine Ahnung.
Ich dachte, mir bleibt das Herz stehen.
Na, Herr Föhn, war das nicht aufmerksam von mir? Du kleines Biest.
Du wartest also.
Klar. Ehre wem Ehre gebührt.
Und du hast dir deinen Ruhm ja wirklich mühsam erarbeitet.
Umso weniger verstehe ich, warum du bei mir so knallst.
Wenn es schon mal so ist.
Eben weil es so ist.
Komm, setz dich.
Warum verstehst du mich bloß nicht?
Du sollst dein erstes Erlebnis nicht mit einem Mann haben, der so viel Dreck am
Stecken hat.
Warum nicht?
Anfänger bin ich selbst.
Und wie du dich auch drehst und drückst.
Eines Tages schlag ich zu und dann hab ich dich.
Denn du magst mich ja.
Das spüre ich.
Verehrter Gemeinderat, ihr habt euch sicher gewundert, dass ich diesmal auch
Frauen zu unserer Sitzung zugelassen habe.
Obwohl Weiber bei solchen Anlässen stets Verwirrung stiften und mit ihrer Logik
niemals... Du bist schon wieder privat.
Halt dich gefälligst an deine Rede.
Aber es geht dieses Mal um das brennende Problem... Erlaube mal, ich habe
schließlich eine Zungenlähmung.
Um das brennende Problem, dass wir... Verfliegst du mal, wo brennt es denn?
Zu wenig Fremdenverkehr haben.
Aha.
Um das brennende Problem, dass unsere Frauen zu wenig Verkehr mit Fremden
Um
also
unser geliebtes Vöcklershausen dem Tourismus zu erschließen, beabsichtige
in einem Werbeprospekt auf unseren fruchtbarkeitsspendenden Föhn
Besonders kinderlose Ehepaare müssten dadurch in Scharen...
angelockt werden.
Ich höre schon unsere Kassen klingeln.
So gibt es also keinen unter euch, der mit diesem fortschrittlichen Beschluss
nicht einverstanden wäre. Doch, doch.
Was? Wer?
Natürlich,
die Weiber.
Ja, habt ihr alle den Wurm im Hirn?
Weshalb scheidet ihr denn dagegen?
Weil das die Kraft von unserem Föhn zersplittern würde, wenn so viele
Interessenten herkamen. Ja, genau, das könnte der stärkste Föhn nicht
Also,
das ist doch ein ausgemachter,
ein ausgemachter Schmamm.
Der Föhn ist ein Naturereignis. Und was für ein?
Dem ist es völlig egal, ob ein paar Männer mehr durch die Wälder
Der Föhn gehört uns einheimisch nicht. Wir sehen, Bürgermeister, dass er auf
Fremden gar nicht will.
Das wäre allerdings eine schöne Blamage.
Na gut, dann werden wir den Föhn testen.
Wenn das erste kinderlose Ehepaar, das hier bei uns absteigt, gleichfalls von
dem fruchtbaren Wind gesegnet wird, werden wir den Stein des
ins Rollen bringen.
Genau so. Das ist das Ei des, des, des, des
Dings da. Genau.
Na, meine Lieben, da heißt es aber höllisch offen.
Guten Tag. Guten Tag, liebe Függlers.
Guten Tag.
Guten Tag.
Ich hoffe, ich störe Sie nicht im Fabrizieren des nächsten Nachwuchses.
Jetzt haben wir keinen Föhn, aber heute Abend könnte er wieder blasen.
Ach so, ja. Darf ich Ihnen meine Sekretärin vorstellen?
Fräulein Christina?
Christina? Welche Gesellschaft muss ich Sie erblicken?
Eine nackte Göttin, ist das nicht reizend? Ja, aufreizend.
Aufreizend zum... Kein Wunder, dass in Vöglershausen so viel geht.
Herr Bürgermeister, hiermit ordne ich an, dass diese sittengefährdende
Frauensperson an einen Ort gebracht wird, wo sie von möglichst wenig Leuten
gesehen werden kann.
Jawohl, Herr Landrat.
Fall du ihn? Hast du gehört?
Erledige das noch heute.
Zu Befehl.
Hey, was ist mit dir?
Und nun wünsche ich, dass mir in einer halben Stunde alle Kinder der letzten
vier Jahre samt Eltern vorgeführt werden.
Jawohl.
Unglaublich. Überwältigend.
Sauber. Sauber.
Wirklich.
Gute Arbeit.
Danke, Herr Landrat.
Das sind alles Ihre Kinder?
Nicht zu fassen. Wirklich, man lernt nie aus.
Ich bin gespannt, wann die Wirkung bei Ihnen eintritt.
Herr Bürgermeister?
Ich sehe keinen Grund, Ihnen die Fruchtbarkeitsprämie länger
Danke sehr, Herr Landrat.
Aber jetzt möchte ich von den Müttern doch mal genauer wissen, wie das so im
Einzelnen vor sich geht.
Also, wenn Föhn ist, warten Sie in Ihren Schlafzimmern. Und wer kommt dann?
Unser Schmied.
Bitte?
Ich möchte Ihnen unseren Schmied Herrn Hahn vorstellen.
Guten Tag, Herr Landrat.
Tag, Tag. Auch schon, Vater?
Ja, leider nein.
Wieso heißen Sie dann Hahn?
Schämen Sie sich.
Aber jetzt möchte ich den Föhn noch rasch persönlich schnuppern.
Herr Landrat, Sie wollen es wirklich riskieren? Ich habe richtig Angst um
Unschuld. Dann werden Sie eben mitkommen und darauf aufpacken.
Seit meiner Studentenzeit bin ich nicht mehr mit einem Mädchen durch Wald und
Feld gewandert.
Landrätchen, Sie vergessen sich.
Wieso sehen Sie mich plötzlich als Frau und nicht als Büromaus?
Ist das etwa schon die Wirkung des Höhens?
Zehn Schläge mehr als sonst.
Das ist seit meinem Doktorexamen nicht mehr vorgekommen.
Nur nicht Bange machen lassen.
Wie sehr Sie dafür noch quälen mag, ich halte still. Ich meine zu Ihnen.
Sie haben vollkommen recht, Christina. Wir wollen dieses Phänomen bis zu Ende
studieren. Weiter.
Ein wunderbares Plätzchen. Ideal für Liebespaare.
Christina, Sie haben ja vergessen, ein Höschen anzuziehen.
Landrätchen, Ihr Interesse für meine Unterwäsche ist äußerst verdächtig.
Mir scheint, der Föhn braust schon gewaltig in Ihrem Hirn.
Durchaus nicht.
Aber ein Chef ist schließlich für die ordnungsgemäße Kleidung seiner
Angestellten verantwortlich.
Er lässt sich nicht ziehen.
Meine Rücke lassen sich nie ziehen.
Höchstens ausziehen.
Landrädchen? Was bedeutet das?
Auf dem nackten Schenkel einer Büromaus herumstreichen? So kenne ich sie ja gar
nicht. Ich kenne mich selbst kaum noch.
Schon wieder fünf Schläge mehr.
Um Gottes Willen, wie soll das weitergehen?
Mit einem erfrischenden Bad.
Ich mit einer Frau im selben See?
So weit werde ich mich nicht vergessen.
Um Himmels Willen, was ist denn das?
Man nennt es Bikini.
Verzeihen Sie, dass ich versäumt habe, Ihnen Büro vorzuführen. Ich verbiete
Ihnen, mir so viel Fleisch zu zeigen.
Das ist Verführung eines Vorgesetzten. Heute sehe ich Sie nicht als
Vorgesetzten, sondern nur als Mann.
Hilfe, Lammträdchen!
Ich habe eine Krampf! Ich gehe unter!
Ich komme!
Halte durch, mein Mädchen.
Ich wusste gar nicht, dass sie auch schwimmen können.
Seit meiner Studentenzeit war ich nicht mehr.
Im Wasser.
Richard, sie haben verschüttelt.
Seit ihrer Studentenzeit.
Nicht mehr gemacht.
Sind sie hier in Krampf? Los.
Jetzt hat er mich erwischt.
Ade, du schöne Welt.
Christian, mein Lebensretter, wenn Sie nicht gewesen wären.
Mein Herz ist link.
Entschuldigung.
Gott sei Dank, Ihr Herz schlägt.
Sie lebt.
Und meins?
So schnell kann ich gar nicht mehr zählen.
Oh, dieser Föhn.
Dieser Föhn.
Mir bricht der Angstschweiß aus.
Das ist nur das Wasser vom See.
Landrätchen, zum ersten Mal habe ich Sie als Mensch kennengelernt.
Verzeihen Sie, dass ich Ihre Formen geöffnet habe.
Aber das ist mir seit meiner Studentenzeit nicht mehr passiert.
Oh!
Können Sie massieren?
Das ist die Stelle, wo der böse Krampf saß.
Da?
Ich weiß nicht. Seit meiner Studentenzeit?
Ich weiß, haben Sie keine Frau mehr massiert.
Von den Händen geht eine äußerst beruhigende Wirkung aus.
Hallo, was war denn das?
Entschuldigung. Haben Sie sich verbrannt?
Ich glaube, jetzt ist es auch gut.
Und was wird aus mir? Als nasse Vogelscheuche kann ich doch unmöglich
zurück. Sehen Sie mal dort.
Die Hütte schickt uns der Himmel.
Wir hängen ihre Sachen zum Trocknen auf und verkriechen uns so lange im Heu. Ein
nackter Landrat im Heu. Das ist einmalig in der ganzen deutschen Geschichte.
Also irgendwas ist dran an den Gerüchten.
Hier liegt was Erotisches in der Luft.
Ich bin das beste Beispiel dafür.
Aber so wirken Sie viel stärker als im Büro.
Ich kann mir vorstellen, dass es zum Kinderkriegen nur noch ein winziger
ist. Unterstehen Sie sich.
Ich habe eine gute Freundin, seit sechs Jahren verheiratet. Die wünscht sich so
sehnliches Kinder.
Ich werde sie hierher einladen.
Oh, da kommt jemand.
Ich glaube, es ist der Schmied.
Wenn die mich hier so sitzen sehen, dann ist meine Karriere im Eimer. Ach,
Unsinn. Vergessen Sie nicht, dass an allem, was passiert ist und an allem,
vielleicht noch passieren wird, nicht Sie, sondern der Völlenschuld ist.
Wenn das der Lockruf eines girrenden Weibchens sein sollte, dann vergessen
nicht, dass auch ein nackter Landrat eine Respektperson bleibt.
Allerdings eine, die Schiss hat.
Ich verziehe mich nach drinnen.
Ich auch.
Eine tüchtige Sekretärin folgt ihrem Chef selbst ins tiefste Heu. Gut, gut.
Aber ich werde dafür sorgen, dass immer genügend davon zwischen uns bleibt.
Hör mal zu, mein eiserner Schmied.
Du musst dich von der Anfängeridee befreien.
Dass es im Zusammensein allein auf die rohe Gewalt ankommt.
Auch wenn du Schmied bist, musst du deiner Partnerin das Gefühl geben, dass
diese Pranken nicht nur Rösser beschlagen, sondern auch streicheln
Nicht, dass du ein rein wissenschaftlich empfindendes Mädchen wie mich damit
schwach machen könntest.
Ich will dir nur ein paar Tipps geben, die du im Lebenskampf brauchen kannst.
Die Liebe hat viele Arten.
Ein unermüdliches wissenschaftliches Forschen ist nötig.
Ein langer Weg führt zum Genießen ein... Warum
riechst du ab?
Empfindest du nicht mehr rein wissenschaftlich?
Ich sage nie mehr was gegen die Rohrgewalt.
Lass mich diesmal daheim.
Drei Kinder sind doch wirklich... Du gehst. Der Föhn ist ein Mädchen und du
kein Recht, in deinem jungen Frauchen vorzuhalten.
Und du unterstehst diesmal wieder, früh heimzukommen. Ich verspreche es,
Schwäbelein. Auf geht's, Männer.
Das macht gut.
Das Wort Büro stört Sie wohl nicht.
Typisch. Zuerst kommt wohl dieses hier. Darf ich beginnen? Ich glaube, Sie haben
nicht alle. Meinen Sie, ich kann mich nicht alleine anziehen?
Es war nur ein Akt der Höflichkeit. Als tüchtige Sekretärin... Akt, Akt, Akt.
Was anderes haben Sie wohl nicht im Kopf. Es gibt keinen Akt. Merken Sie
das endlich.
Das hat man von seiner Hilfsbereitschaft.
Au.
Da piekt mich was.
Sehen Sie, es geht nicht ohne mich.
Was haben Sie denn da sonst noch drin?
Der Föhn hat Ihnen wohl ins Gehirn gespuckt.
Na nun!
Bürgermeister, trampeln Sie immer auf Ihren Feriengästen herum?
Och, entschuldigen Sie, Fräulein.
Lassen Sie sich nicht stören.
Nein, nein, nein.
Das hier.
Nein, lieber, doch, lieber.
Ja, gut.
Das
Stroh
werde ich kratzen. Mach. Es dient alles dazu, meine Erfahrungen abzurunden.
Wie vielleicht?
Wo waren wir denn stehen geblieben, bevor man uns so brutal aufgescheucht
Ah, ich weiß schon.
590? Oh, das wäre geschafft.
Der Herzinfarkt ist mir sicher.
Du, halten Sie doch endlich Abstand. Ich bekomme ja kaum noch Luft. Wenn Sie so
raschelnd hätten, und Sie beiden auch.
Oh, dieser Föhn.
Was war denn das?
Tja, ich weiß nicht.
Aber ich weiß es.
Du solltest dir doch mal ein Aufklärungsbuch kaufen.
Damit du wenigstens nachlesen kannst, wie man sowas nennt.
Du mit deiner Aufklärung.
Als ich noch unaufgeklärt war, ist mir das nie passiert.
Schließlich sind wir ja auch schon ziemlich lange beisammen.
Lange? Die Nacht fängt doch erst an.
Ja, was macht ihr denn da?
Wir, wir...
Willst du wohl deine Finger von meinem empfindlichen Busen nehmen? Du machst
ja Katze in die Haut.
Sei es so handlich, wir möchten am liebsten nicht mehr loslassen.
Und wo willst du damit hin?
Das Zimmer vom Landrat. Ja, wir sollen es da hinstellen, wo es die wenigsten
Leute sind.
Mein Lieber, der wird Augen machen.
Bring sie aufs Zimmer rein.
Hey.
Waldwin. Hast du Michael irgendwo gesehen?
Wir möchten ihn auf frischer Tat ertappen. Wenn er als Föhn die
aufsucht. Ihr seid ja die rechten Spionistinnen.
Ihr habt aber Pech. Er ist mit dem fremden Fräulein weg.
So ist es recht. Und unsere Frauen gucken in den Mond.
Wir nehmen diesen Hallodre viel zu wichtig.
Nach Berlin.
Schlafen Sie gut, Fräulein Gabi.
Manchmal habe ich direkt eine gute Idee.
Eichel, spät, Michael.
Hast du... Baldwin!
Stimmt, Bürgermeisterin. Heute gefühlt bin ich der Richtige an heute Ausgang.
bist doch völlig übergeschnappt, oder? Du hast wohl einen anderen erwartet.
Meinen Mann natürlich.
Genauso habe ich mir es vorgestellt. Ich glaube, du spinnst. Du willst dich mit
unserem Twain vergleichen?
Au!
So trauriger Wind, du schwindsüchtiger Anfänger.
Hier geht ja schon nach dem ersten Kuss die Puste aus. Hier musst du doch noch
mal laufen, Dickerin.
Raus!
Da!
Da!
Und da!
Da ist er.
Endlich.
Ich bin aber nur ein Ersatzfühler.
Besser ein Ersatzfühler als gar keiner. Komm.
Genau aufgepasst.
Viermal hab ich...
Da hört jemand kostenlos unserem Unterricht zu.
Wisst ihr wer?
Nichts wie weg.
Ach,
Landrätchen. Unsere Atemlosigkeit wäre einer besseren Sache wert
gewesen. Welche Sachen meinen Sie?
Dass wir zusammen... Nein, ich will es nicht wissen. Gehen Sie schlafen und
vergessen Sie das Ganze.
Ganz im Gegenteil. Im Traum werde ich alles nochmal erleben.
Sie schrecken wirklich vor nicht zurück.
Gute Nacht.
Ihr Zimmer ist nebenan.
Oh, eine Unverschämtheit. Das ausgerechnet mir.
Gönnen mir die Weiber heute überhaupt keine Ruhe?
Wie soll man dabei nur einschlafen?
Oh, Dieter Föhn!
Du, Fräulein Gaby, schon so früh auf? Grüß Gott, Fräulein Colline, noch so
auf? Warum denn so kratzbürstig?
Oh, Junge, bin ich geschafft.
Im Stroh kommt man wohl schlecht zum Schlafen.
Richtig geraten.
Ach, jetzt verstehe ich. Sie sind wohl eifersüchtig. Oh, Kindchen, ganz
überflüssig.
Dürfte ich Sie wohl ein paar Minuten sprechen? Oh, jetzt nicht. Ich muss
unbedingt ins Bett. Bitte.
Na okay, bringen Sie mir dabei das Frühstück rauf. Zimmer 6.
Natürlich, gern.
Wer ist da? Ich bin's, Gabi.
Kommen Sie rein.
Ihr Frühstück. Kleinen Moment, ich frühstücke im Bett.
Ah ja.
Stellen Sie es her.
Setzen Sie sich.
Danke schön.
Und nun raus mit dem Kummer, ganz ohne Hemmungen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so hübsches Mädchen Probleme hat, die
sich nicht lösen lassen.
Wie soll ich anfangen?
Vielleicht fällt es Ihnen leichter, wenn ich wiederhole.
Ich habe nicht die geringste Absicht, Ihren Schmied zu kassieren.
Nein?
Sie sind ja drollig. Ich bin Mannika.
Heute hier, morgen dort.
Was soll ich da mit einem Schmied?
Womit ich nicht sagen will, dass tüchtige Handwerker nicht auch ab und zu
nützlich sein können.
Sind Sie denn gar nicht verknallt in ihn?
Verknallt? Sie haben wirklich lustige Vokabeln.
Michael und ich haben ein bisschen in Aufklärung gemacht.
Weil es mein Hobby ist und weil ich Urlaub habe. Und ich es primitiv finde,
man dabei immer nur an Essen und Trinken denkt.
Aber wenn ich morgen weiterfahre, dann ist Michael eben eine nette Erinnerung.
Erinnerungen, das sind nämlich die Sachen, von denen man im Alter zehren
Sie sind wunderbar.
Dankeschön. Danke.
Haben Sie eigentlich schon gefrühstückt?
Ich hatte keinen Appetit. Ich denke, jetzt wird er wieder da sein.
Ich fühle mich schon viel besser.
Ich verstehe nicht, wieso.
Wenn ich auf Michael verzichte, haben die ihn doch noch lange nicht.
Ja, das ist der Mist.
Was macht man mit so einem Kerl? Er hat gesagt, er ist zu schlecht für mich.
Schlecht?
Das kann man wirklich nicht behaupten.
Sonst wäre ich nicht so müde.
Es lohnt sich schon, ihn zu angeln.
Aber wie?
Geben Sie mir doch einen Tipp. Sie haben doch so viel Erfahrung.
Schon, aber nicht mit Männern, die mich nicht wollten.
Immerhin habt ihr doch schon gemeinsam in einer Tonne gesteckt. Das reicht mir
aber nicht.
Da ist was dran.
Man müsste ihn überlisten.
Das wäre was.
Sind Sie einer kleinen Schandtat bereit?
Natürlich, zu jeder.
Wenn man einen solchen Schuft kriegen will, darf man nicht zimperlich sein.
Okay, ich denke mir was an.
Oh Gott.
Jetzt habe ich aus Ihrer Tasse getrunken. Wenn zwei denselben Mann
sie auch dieselbe Tasse benutzen.
Neue Gäste, ich muss gehen.
Meine erste Tochter soll Dagmar heißen.
Angelika, Fritz, das ging aber schnell.
Also wirklich, Christina, die Sache mit dem Föhn, bist du sicher, dass du uns
nicht Grimms Märchen erzählt hast?
Was soll ich lang reden? Überzeug dich selbst.
Föhn, Ahoi, Herr Doktor. Wie bitte? So begrüßen wir in Zukunft unsere Gäste.
so.
Föhn, Ahoi. Ich kann es brauchen.
Darf ich bitten?
Danke.
Sieh dir das an.
Grüß Gott, Freundin Andra. Guten Tag.
Die morschesten Knochen kriegen hier noch Kinder.
Und wieso haben die alten Männer hier so oft junge Frauen?
Alles Töchter von Familien, die nach dem Krieg hierher verschlagen wurden. Die
wollten reich einheiraten.
Die Frau von dem da zum Beispiel ist schon wieder im fünften Monat.
Nicht so fassen.
Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn mein Fritz es nicht
schafft. Das wäre die Rettung unserer Ehe. Was hast du gesagt? Der Michael
mit der Fremden weggehen? Das dürfen wir auf gar keinen Fall zulassen. Haben wir
zusammen etwa weniger Sex als diese Salatschnecke?
Wenn er wenigstens eine hiesige heiraten würde, dann bliebe er uns erhalten.
Genau. Eine hiesige?
Leidenschwestern. Ich glaube, das kann ich hinkriegen.
Du, Gabi.
Was ich dich schon lange fragen wollte, so von Frau zu Frau.
So frag halt Stiefmütterchen.
Was ist eigentlich aus deiner Liebschaft mit Michael geworden?
Gar nichts.
Du hast das hoffnungsvolle Pflänzchen ja im Keim erstickt.
Das verstehe ich nicht.
Seit wann hörst du denn noch das, was deine Stiefmutter dir sagt?
Ich bin halt ebenso folgsam, als wäre ich deine richtige Tochter. Ich an
Stelle hätte mir niemals so ein tolles Mannsbild ausreden lassen.
Vor ein paar Tagen hast du Michael noch einen vollkommenen Kerl genannt.
Was schert mich mein dummes Geschwätz von gestern?
Willst du zusehen, dass eine Fremde unser bestes Stück schlug? Hast du gar
keinen Patriotismus?
Also gut.
Ich werde mich für Vöglershausen opfern.
Du wirst lachen. Das hatte ich sowieso vor.
Brave Tochter. Ich wusste, wir können uns auf dich verlassen.
Aber denk daran, du hast nur noch eine Nacht Zeit.
Das reicht, wenn ein Mädchen seine Waffen richtig benutzen will.
Und das muss in die Wäsche.
Sag mal, schläfst du schon?
Welches Mädchen könnte schlafen, wenn es auf dich wartet?
Komm.
Bitte komm.
Du zitterst ja.
Als wärst du aufgeregt.
Aber du, eine Frau, die schon so vielen Männern den Kopf verdreht hat.
Was hast du denn heute?
Ich liebe dich, Michael.
Bitte sprich jetzt nicht mehr.
Gabi!
Siehst du, jetzt habe ich dich doch überlistet.
Bin ich dir tatsächlich in die Falle gegangen?
Also weißt du, wie kann man mit 18 schon so raffiniert sein?
Das Leben zwingt einen dazu.
Eigentlich bin ich froh.
Ich habe nämlich immer nur an dich gedacht, seitdem du da bist.
Und du bist mir nicht böse, wegen dem kleinen Betrug? Böse sein? Das wäre eine
Beleidigung für die zukünftige Frau Schmid.
Die erste Kuppelei in meinem Leben.
Hoffentlich erfährt das nicht der Justizminister.
Und wenn Sie mal nicht weiter wissen, ich habe Ihnen ein Aufklärungsbuch
Kopf gegeben gelegt. Wie fest mich mein Partner bis ins hohe Alter.
Das liest du aber zuerst. Klar.
Wo wohnt eigentlich der nächste Schmid?
In Großhaarpenning, zwölf Kilometer.
Danke.
Der ist aber 82.
Prima, mal was anderes.
Tschüss.
Gute Reise, Fräulein Dagmar.
Moment, Fräulein Land.
Nun habe ich endlich mal ein glückliches Paar gestiftet und möchte, dass es so
bleibt.
Bitte reden Sie dem Schmied ins Gewissen, dass er mit seiner Föhnerei
macht. Warum mit? Mit der Föhnerei.
Oder wollen Sie etwa andeuten, dass Sie von dem Riesenschwindel keine Ahnung
haben?
Ich bin erschlagen.
Es gibt gar keinen Föhn.
Den Föhn gibt's schon.
Nur mit der Fruchtbarkeit hat er nichts zu tun. Das erledigt der Schmied.
Das ist ja grauenhaft.
Wem sagst du das?
Ich war schon so nah am Ziel mit meinem Landrat.
Wenn der den Schwindel erfährt, ist alles futsch.
Ich sag's einfach nicht. Aber was nützt das mir? Ich bin restlos im Eimer. Ich
brauch in diesem Netz überhaupt nicht länger zu hocken.
Moment mal, nicht so stürmisch.
Überlegen wir doch mal.
Wenn der Schwindel geheim bleibt, bleibt auch der Glaube an den Föhn bestehen.
Dass dieser in Wirklichkeit ein sehr, sehr menschliches Wesen ist,
In deinem Fall könnte man vielleicht mal drüber wegsehen.
Du meinst doch nicht etwa, dass ich und der Schmied... Du musst verrückt sein.
Ja, warum nicht?
Der gute Zweck heiligt das Mittel.
Und wenn du mit dem langersehnten Baby die Ehe rettest, einen besseren Zweck
gibt es gar nicht.
Du bist ja ein Abgrund.
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich...
Mein Gott, bring mich doch nicht so in Verlegenheit.
Da sitzt er, der Fruchtbarkeitskönig. Ob er überhaupt weiß, wie oft er schon
Vater ist? Ich habe das Gefühl, die nächste Mutter wird Gabi sein.
Und nur ich, ich werde es nicht, obwohl ich mich schon sechs Jahre danach
abstrampfe, dass sie es doch zum jungen Hunde kriegen.
Was willst du mit jungen Hunden? Denk lieber an ein Kind.
Und wie ich dran denke.
Und wenn man sich ganz dumm stellt.
Wenn man einfach beide Augen zumacht und sich fest einbildet, man hat es mit dem
eigenen Mann zu tun.
Du, das ist doch genial. Eine glänzende Idee.
Und bestimmte moralische Lösung, die in diesem heiklen Fall möglich ist.
Ich bin entsetzt über mich selbst, auf einen solchen Gedanken zu kommen.
Irgendwas muss in diesem Vöglershausen wirklich in der Luft liegen.
Das hat mein Nagel auch schon gemeint.
Aber wie soll man es einfädeln, dass der Schmidt zu mir ins Zimmer kommt?
Mit dem gleichen Trick, wie die Gabe es geschafft hat.
Ich bespreche das mit Amélie.
Ich spüre, die heutige Nacht bringt eine Wendung in mein Leben.
Hier, Kampfgefährte, stärke dich gleichfalls.
Danke.
Wie sind deine Pläne für die Nacht?
Was sonst?
Als den Stammhalter herbeizuzaubern.
Freut euch, Christina und Angelika. Ihr geht einer unvergesslichen Nacht
entgegen.
Christina, mir zittern die Knie.
Das hat doch Zeit bis nachher.
Ob Michael den Brief schon hat?
Annelie ist bestimmt zuverlässig.
Was meinst du?
Soll ich besser ausziehen?
Wenn du für Gabi gehalten werden willst.
Ich bin überzeugt, die lebt im Naturzustand. Das wird ja immer
mich mal ziehen.
Mamma mia.
Ich komme mir vor wie eine Jungfrau vor der Hochzeit.
Warte, ich komme mit. Ich denke, Gabi kommt heute hierher.
Sie hat mir eben geschrieben.
Sie hat Angst, dass uns die Föhnweiber in der Gmiede tören.
Wir treffen uns wieder in Zimmer 6, wie gestern.
Und ihr? Wie weit ist Lorenz mit seinem Bild?
Wir kommen so wenig zum Arbeiten. Na, du kennst das ja.
Das liegt bei uns in der Familie.
Schläfst du schon, Liebes?
Schnell, komm.
Du zitterst ja wieder so.
Das brauchst du doch heute nicht mehr.
Heute kannst du ruhig sprechen.
Es ist ja nicht mehr wie gestern, als du mich überlisten wolltest.
Zimmer 9, Herr Landrat.
Föhn, Ahoi.
Ach, heute möchte ich Ihre Sekretärin sein.
Das glaube ich dir, du Knuspermaus.
Das dumme, verwirrte Ding kann nicht mal neun und sechs unterscheiden.
Das war wunderbar.
Nicht wieder zu erkennen.
Fritz, der Föhn hat dich... Fritz, wer heißt hier Fritz?
Gabi, du hast einen Fritz erwartet?
Du bist ja... Sie sind ja gar nicht Gabi. Und du?
Sie? Sie sind ja gar nicht mein Fritz.
Furchtbar. Ich schäme mich so.
Beruhigen Sie sich doch.
Mir ist das auch verdammt peinlich.
Meine Gabi darf das auf keinen Fall erfahren.
Und erst recht nicht, mein Frick. Ich verstehe gar nicht, wie das passieren
konnte.
Mein Mann!
Verstecken Sie sich!
Schnell!
Mein Christinerchen, da bist du ja.
Immer pünktlich zum Dienst antreten.
Aber Herr Landrat, ich bin weder Ihre Christina noch ist das Ihr Zimmer.
Verzeihen Sie mehrmals, dann habe ich vielleicht doch Zimmer 9.
Zimmer 9, okay.
Schnuckimaus, Höhen, Ahoi.
Schnuckimaus, wo steckst du denn?
In der Stühle der Fruchtbarkeit.
Auf, lass uns taten sehen.
Ich könnte Bäume ausreihen.
Na nun, da liegt ja schon ein Landrat.
Hallo, Doktor Richterchen. Was machen Sie denn in meinem Bett?
Nennen Sie das Föhnen?
Aber ich wollte ja sowieso zu meinem Christinerchen.
Gleich nebenan.
Meine Göttin der Fruchtbarkeit.
Du bist ja gar kein Standbild, du lebst. Herr Landrat, der Fünder hat Ihnen aber
stark den Blick getrübt.
Das faule Stück hat sich wohl schlafen gelegt.
Habe ich dich deshalb in den Wald geschickt?
Ach, Herr Landrätchen, wenn man nicht alles selber in die Hände nimmt.
Aber Chef, ich dachte, Sie würden mir wenigstens eine gute Nachkuss geben.
Ihre Sekretärin hat das Zimmer auf der anderen Seite, Nummer 10.
Dauernd erwische ich die Falschen.
Entschuldigen Sie die Störung.
Weitermachen.
Da steht es ja. Anmeldung ohne Ausnahme im sechsten... Sechster Jahr 2010.
Jawohl. Ordnung muss sein.
Oh, ich möchte mal mich bei dir anmelden.
Frau, wenn Sechsritterin ist nicht da, dann werde ich im Sechsritterin -Bett
die Sechsritterin warten.
Jetzt scheint alles ruhig zu sein.
Dann gehen Sie, rasch. Jeden Augenblick kann mein Mann kommen.
Und was hier geschah?
Bleibt unser Geheimnis.
Ein schönes Geheimnis.
Und wo Gabi nun wirklich stecken mag? Keine Ahnung.
Ich muss Anderich fragen.
Michael, was ist los? Bist du da?
Michael, kommst du endlich mal zu mir?
Habe ich dich endlich erwischt, du gefräßige Naschkatze?
Und der Föhn? Heute mal bei den Ledigen? Halt keinen Schmarrn. Ich will wissen,
wo die Gabi ist.
Wo sie steckt, weiß ich nicht. Wohnen tut sie zwei Zimmer weiter. Nummer 16.
Dankeschön.
Die heutige Nacht hat es in sich.
Ich nehme dich lieber in Schutzhaft. Das war schon lange mal völlig.
Michael!
Sei nicht böse, Inge. Ich möchte zu Gabi.
Heute ist Föhn. Hast du das vergessen?
Entschuldige, es hat sich ausgefüllt.
Ich habe vor zu heiraten.
Hoffentlich erinnerst du dich nach der Hochzeit wenigstens wieder an deine
Verpflichtung. Herr Schwindel, der Bürgermeister.
Ja, Mei, ist es lieb, dass du mir gleich in deinem Festgewand entgegenspringst,
mein Hausengel. Einen schönen Gruß vom Föhn.
Komm, lass uns keine Zeit verlieren.
Wo Fritz nur bleibt, da stimmt doch was nicht.
Christina! Christina, wach auf!
Schon wieder sie.
Ist das nicht Christinas Zimmer?
Wohl, wohl. Und was wollen Sie von ihr?
Ich wünsche mir meinen Mann.
Schluck die Maus, da bist du ja. Da wollen wir mal rasch dem Föhn zu seinem
Recht verhelfen. Föhn, Ahoi!
Fritz?
Christina, du?
Aber Fritz, ihr habt doch Zimmer 6.
Ich bring dich runter.
Verstehe ich nicht. Was sollte Fritz in Zimmer 9 wollen?
Hey!
Ich weiß es nicht.
Jedenfalls ist er dort. Und jetzt will ich schlafen.
Ein Verkehr herrscht hier wie am Broadway.
Na also, jetzt reicht mir. Langsam beginne ich auch an den Föhn zu glauben.
Wo steckt denn jetzt wieder Angelika?
Blinde Kuh ist nichts dagegen.
Auf jeden Fall ist das dein Zimmer.
Und hier bleibst du jetzt.
Lorenz, ich bin's, Gabi. Mach auf.
Der Föhn geht aber diesmal aufs Ganze.
Christel, ich bin auf Hochtouren. Wieso ist Michael nicht in der Schmiede?
Ganz einfach, weil du ihn ins Hotel bestellt hast.
Christina, es ist zum Verzweifeln. Ich finde Fritz nicht.
Den habe ich eben auf Zimmer 6 gebracht.
Aber mein Landrat, den scheint der Föhn zerritten zu haben.
Nein, der schläft in deinem Bett.
Ui, so mutig hat ihn der Föhn gemacht.
Dann nichts mehr ran. Viel Erfolg.
Danke gleich. Was macht's gut?
Gott sei Dank, es stimmt der Inhalt.
Landrätchen, gestatten Sie, dass ich in mein Bett schlüpfe?
Sie brauchen nur ganz wenig zurück.
Aufwachen, Fritz!
Ein Saboteur, der an Schlaf denkt, wenn der Föhn von Vöglershausen durch alle
Ritzen pfeift. Aber das ist kompletter Schwachsinn. Ich habe Michael heute
niemals auf Zimmer 6 bestellt. Das war doch nur gestern.
Mir schleierhaft. Er hat mir deinen Brief gezeigt.
Na gut.
Ich kann ja dort nochmal nachsehen. Aber wenn das nur ein fauler Trick ist,
damit er in Ruhe seine Föhnrunde drehen kann, dann...
Genug gearbeitet, Liebling. Du hast eine Lockerungsübung verdient.
Ist Michael hier? Ich meine, der Schmied. Beziehungsweise war er hier?
Aber, Fräulein Ehrentraut, diese Frage dürfte wohl sehr unpassend sein.
Entschuldigen Sie bitte.
Ich habe schon recht mit meiner Ahnung.
Wenn ich den Kerl erwische, dann verpasse ich meinen Feuchtheitsgürtel.
Den muss man sich eigenhändig schmieden.
Tut mir leid, ich hatte vergessen abzuschließen. Warum schlafen wir
hier? Ist ein bisschen eng für zwei.
Ja, ich weiß auch nicht, man hat mich einfach umgelegt.
So, umgelegt?
Was soll das Gefahr sein mit dem Schmied?
Frechheit. Der hat uns gerade noch zu unserem Glück gefehlt, was,
Das hat er wirklich, Männlein, du hast ja so recht.
Dieser Stolch!
Man sollte ihn mit einem spitzen Absatz irgendwo hintreten.
Der soll mich kennenlernen.
Mich an der Nase rumführen zu wollen.
Was geschieht mir ganz recht?
Was muss ich mich ausgerechnet mit einem Föhn einlassen?
Soll er in Zukunft blasen, wo er will?
Aber nicht bei mir.
Den ganzen Abend warte ich schon auf dich.
Man hat mir was von Zimmer 6 erzählt.
Ein blöder Scherz von irgend so einer Föhntante. Aber seit gestern falle ich
sowas nicht mehr rein.
Und ich wollte dir schon ein Keuschheitsgürtel verpassen.
Das hättest du fertig gebracht?
Kaum.
Aus Angst. Ich könnte mal den Schlüssel verlieren.
In der Nacht eine Frau lieben und sie am Morgen erschlagen, ist auch nicht
gerade höflich.
In der Nacht lieben?
Wollen Sie damit?
Fräulein Richard, wie kommen Sie überhaupt in mein Bett?
Würdest du die Güte haben, dich mal umzuschauen?
Die Frage muss wohl lauten, wie komme ich in Ihr Bett?
Christian, nach dieser föhnenreichen Nacht darfst du mich ruhig duzen.
Soll das heißen, dass ich... Du willst mir doch nicht weit machen. Ein
Mann könnte die ganze Nacht neben einem nackten, knusprigen Persönchen liegen,
ohne es zu föhnen.
Ausgeschlossen. Dann sind wir uns ja einig.
Könnte man dieses Gewimmel nicht glatt für Hochzeitsglocken halten?
Nein!
Danke schön.
Ein Hoch auf die größte Massenfrauung in der Geschichte von Vöglershausen.
Formiert euch zum Hochzeitszug.
Herzlichen Glückwunsch für euch alle.
Stell dir vor, es hat geklappt, das Baby marschiert.
Hoffentlich kommt es nicht mit einem Schmiedehammer zurück. Willst du wohl
sein? Schau, dort steht der glückliche Papi.
Werdet glückliche zwei.
Danke, Papi.
Und so kann ich euch an diesem außergewöhnlichen Festtag noch die
erfreuliche Mitteilung machen, dass der Urlaub, den unser Testpaar, das reizende
Ehepaar Richter, vor drei Monaten bei uns verbrachte, gleichfalls ein voller
Erfolg wurde.
So hat also auch unser Föhn bei den Auswärtigen nicht versagt.
Und ich kann die Fremdenverkehrssaison von Vöglershausen mit gutem Gewissen
eröffnen.
Bravo! Bravo!
Bravo!
Wie schöne Aussicht für dich.
Bürgermeister, der Marktplatz wimmelt von Frauen. Alle wollen den Schmied
Sie haben sogar Schilder bei sich. Es lebt der Stolz von Vöglershausen.
Die Weiber, die schwimmen ja geradezu.
Frauen pflegen leider in allem zu übertreiben. Ja, Liebling, was eine Frau
braucht, muss sie haben.
Na, Michael, dann geh mal eben raus zu den überspannten Weibern, damit endlich
Ruhe wird.
Hast du eigentlich keine Angst, dass Michael nach der Hochzeit wieder als
rumgeistert? Dazu werde ich Ihnen keine Gelegenheit geben, meinst du wohl? Nicht
ganz.
Auf den nächsten Föhn freue ich mich direkt.
Ich stelle fest, auch an unserem Ehrentag lässt uns der Föhn nicht im
Alle Ehemänner sind herzlich...
Ist
dir eigentlich klar?
Dass heute ein neuer Abschnitt für dich beginnt?
Natürlich. Das Leben als Ehemann.
Das bedeutet, dass der Föhn nur noch für das kleine Gabilein bläst.
Die
Männer sind
schon eine halbe Stunde im Wald.
Wird Michael seine Pflicht tun?
Ich habe ihm vorhin gesagt, es wird fest mit dem Rechnen.
Du willst doch nicht schon schlafen.
Heute ist schön.
Denk daran, wie aktiv du davor warst.
Kinder, wie sieht es aus? Die Zeit ist kostbar. Hat er sich schon gerührt?
Wir stehen wie auf Kuh.
Ausgeschlossen. Wer kriegt heute nicht mehr die Kurve?
Wir könnten inzwischen knobeln.
Knobeln? Heute ist Michael mein Schwiegersohn geworden.
Da werdet ihr mir wohl gestatten, dass ich in Zukunft die Erste bin.
Hey, was ist denn mit dir?
Ach, du bist das Fräulein.
Wer denn sonst?
Dein junges Frauchen ist nach langem nicht müde.
Komm du doch. Ich möchte stolz auf dich sein. Das geht zu weit.
Eine Viertelstunde warten wir noch. Dann schicke ich Baldun hinauf, dass er ihn
erinnert.
Jetzt könnten wir doch wirklich schlafen.
Aber, aber, du Stolz vom Vöglershausen. Wie stellst du dir eine Ehe vor?
Schlafen können wir noch genug, wenn wir alt und grau sind.
Das ist wirklich ein Skandal. Der kann uns doch nicht so lange warten lassen.
Baldun!
Liebes Rehlein, ein Sprichwort sagt, wenn etwas am schönsten ist, soll man
aufhören.
Sicher eine Botschaft für dich.
Die Frauen schicken mich, sie fragen nach ihrem Föhn.
Hoffnungslos. Sag ihnen, mit dem Föhn ist Feierabend.
Ich bin in Zukunft ausgelastet.
Kommst du bald, mein starker Bär?
Gleich, mein Rehlein.
Ich ernenne dich zu meinem föhnen Nachfolger. Das wird eine Wucht. Vielen
Das wird eine Wucht, hast du gesagt? Die Wucht kannst du gleich erleben. Mir
scheint, jetzt muss ich dich in Schutzhaft nehmen. Komm sofort auf mein
Jetzt bin ich endgültig geschafft.
Geschafft? Dagegen müssen wir sofort etwas tun.
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