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Original subtitles

Mein Name ist Anna Reiter.

Mein Name ist Anna Reiter.

Heute, vor sechs Jahren, ist meine Tochter Viktoria spurlos gefunden.

Sie war drei Jahre alt.

Nach einem Besuchswochenende bei meinem Ex -Mann Julian brachte er sie nicht

nach Hause zurück.

Seitdem fehlt von beiden jede Spur.

Das ist das letzte Foto, was ich von ihr gemacht habe.

Und das hier, das ist Julia.

Die Polizei fand damals Spuren, die auf einen erweiterten Suizid hinweisen.

Und nach nur einem Jahr hatten sie die Ermittlungen eingestellt.

Weil es keinen Ermittlungsansatz mehr gab, wie sie sagten, gilt das

meiner Tochter jetzt.

Als Altfall.

Julian hatte Probleme, aber er hätte Viktoria niemals etwas angetan.

Er hat sie geliebt.

Und auch die Polizei meint, es gibt viele Widersprüche in diesem Fall.

Und doch hat sie die Suche nach meiner Tochter eingestellt.

Aber ich will nicht schlecht sprechen von der Polizei.

Eine Polizistin beschäftigt sich auch heute noch intensiv mit dem Fall.

Ich bin ihr sehr dankbar.

Sie hat mich auch zu diesem Video ermutigt.

Ich möchte hiermit die Öffentlichkeit um ihre Mithilfe bei der Suche nach meiner

Tochter bitten.

In der Kommentarfunktion des Videos findet ihr alle Unterlagen zu dem Fall.

Für jede neue Spur zu Viktoria stelle ich je 5000 Euro zur Verfügung.

Egal wie unbedeutend euch der Hinweis scheint.

Wenn jemand einen Mann und ein Kind irgendwo flussabwehrwestlich von

gesehen hat, vielleicht in der Nähe von Högl, wenn Sie irgendwann mal

ein Kind gesehen haben und Ihnen dabei etwas komisch vorkam, wirklich,

egal was, bitte melden Sie sich.

Viktoria lebt.

Ich weiß das.

Danke.

Guten Morgen, Hansa.

Guten Morgen.

Gib her.

Du kannst auch so ein Tutorial machen, Mann.

Ist egal.

Du brauchst keine Krawatte.

Ja, du hast ja recht, ja.

Ist es okay?

Siehst gut aus. Ja?

Dankeschön.

Herr Kuliner, wir würden heute gerne noch einmal mit Ihnen über den Ablauf

Ereignisse vom 14. Mai sprechen.

Sie und Ihr Kollege wurden nach Sichtung des Rauschgifthändlers Thomas Löbel zum

Hauptbahnhof gerufen.

Sie kannten Löbel noch aus Ihrer Zeit bei der Schutzpolizei, ist das richtig?

Ja, das ist richtig, ja.

Wo genau haben Sie Löbel gestellt?

Beim Ticketautomaten. Also wir sind auf den Hauptbahnhof gekommen und die

Kollegen vor Ort haben uns den Standort mitgeteilt.

Und was ist dann passiert?

Dennis Leukern und ich haben uns aufgewiesen, wir haben eine Ansprache

und in dem Moment ist er sofort losgeraten. Also sind wir nicht aus zwei

Richtungen auf ihn zugegangen?

Es war Routine, wir haben nicht damit gerechnet. Wie Routine?

Und dann?

Wir sind sofort hinterher, natürlich, so schnell wir konnten.

Löwe ist dann in die Taunenstraße gelaufen.

Dort wurde er an einer Kreuzung von einem Taxi angefahren, richtig?

Und dann?

Dann sind Dennis Seukahn und ich zum Taxi gerannt.

Also Dennis war erster.

Herr Seukahn hat ihm also die Handschellen angelegt.

Ja, also Herr Löbel ist aufgestanden wieder, er wollte losrennen. Und Dennis

ihn gefasst, auf den Boden gerissen und es sah so aus, als hätte er beide Arme

schon hinten auf dem Rücken. Und warum haben Sie Ihren Kollegen nicht

unterstützt?

Weil es so aussah, als... Wie es sah so aus.

Warum haben sie sich nicht vergewissert?

Es war ein Mann, der in so großem Stil dealt, der vor ihnen davonläuft. Wie

gesagt, Löbel ist bis dato nicht gewaltbereit aufgefallen.

Er war ein Dealer. Deswegen, denke ich, ist er auch davon gerannt, weil er

nervös war.

Trotzdem hat er ihren Kollegen mit dem Messer attackiert und lebensbedrohlich

verletzt. Hamza!

Leitstelle 113, für ihn drin, komm!

Hey.

Hey.

Wie war es?

Die Untersuchung läuft noch.

Wir werden jetzt ganz bald Dennis befragen, der ist gestern aus dem Kummer

erwacht.

Und dann treffen sie eine Entscheidung.

Du hast nichts falsch gemacht, Hamza.

Nein.

Ich... Ich denke, nein.

Aber vielleicht habe ich die Situation und den Typen unterschätzt.

Keine Ahnung.

Ja? Maria, es hat sich jemand auf den Aufruf gemeldet.

Sie sollten den doch offline nehmen.

Ja, ja, das wollte ich.

Aber dann habe ich diese Nachricht bekommen.

Was für eine Nachricht? Von wem?

Da steht, dass Viktoria noch lebt.

Die Nachricht war anonym.

Die Person will sich heute Nachmittag treffen.

Was genau steht in der Nachricht? Die Person meinte, sie lebt und sie hat die

Kette beschrieben, die ich Viktoria zu ihrem dritten Geburtstag geschenkt habe.

Wie kann die Person sowas wissen?

Ja, die polizeilichen Vermisstenanzeigen online, die sind oft sehr detailliert.

Es kann also sein, dass er zum Beispiel die Kette... Nein, nein, nein, da wird

die Kette gar nicht beschrieben.

Hm, okay.

Dann, ähm...

Lassen Sie uns bitte treffen, bevor Sie was unternehmen, ja?

In einer halben Stunde, okay?

Gut.

Was war das gerade?

Das war ein alter Vermisstenfall.

Ich... Ich muss weg.

Alles okay?

Ja, ja.

In der Nachricht stand eine Uhrzeit und eine Adresse und er verstockt. Sonst

nichts. Ich habe nochmal in die Akten geschaut.

Im allerersten Polizeiaufruf war neben der Kleidung, die sie getragen haben

könnte, auch Victorias Kette.

Ganz genau beschrieben. Nein, das ist doch Jahre her. Das weiß doch kein

mehr. Das steht im Internet. Das findet man, wenn man nur lang genug sucht.

Ich habe das Geld schon geholt. Ich gehe da hin. So oder so.

Nein, nein.

Stopp. Anna. Glauben Sie, ich spinne? Ich glaube, Sie sollten sich keine

Hoffnungen machen.

Ich schaue mir das an, okay?

Aber allein.

Was, wenn er oder sie nicht mit der Polizei reden will? Ich mache das, ja.

Nein.

Die Person hat ausdrücklich darauf bestanden.

Ich höre mir an, was die Person weiß, und dann melde ich mich. Marian, bitte,

was, wenn der sonst nichts sagt?

Wer auch immer diese Nachricht geschrieben hat, der weiß was,

Ich melde mich.

Hallo?

Haben Sie Frau Reiter kontaktiert?

Mein Name ist Mariam Azadi. Frau Reiter schickt mich.

Sie haben gesagt, Sie haben Informationen zum Verbleib von Frau

verschwundenem Kind, Viktoria.

Stimmt's? Sind Sie von der Polizei?

Ich komme von Frau Reiter.

Ich will bloß die Kohle haben.

Sie können Ihre Aussage machen.

Und wenn die valide ist, dann bekommen Sie auch Ihr Geld.

Nein, ich weiß von nichts.

Ich weiß von nichts.

Warten Sie!

Warten Sie!

Warten Sie!

Das war ein Betrüger, leider.

Ein Obdachloser, vermutlich drogenabhängig. Er hatte es auf die

abgesehen. Und zu mir meinte er, er weiß von nichts. Nein, nein, er wusste von

der Kette.

Mariam, das ist der erste große Hinweis seit Jahren.

Ich will doch einfach nur meine Tochter wieder haben.

Mariam, schauen Sie mir in die Augen.

Sie ist da draußen, Viktoria ist da draußen und braucht mich.

Ich verstehe das.

Ich verstehe das wirklich. Nein, nein.

Schauen Sie mir in die Augen und sagen Sie mir, dass es nicht so ist.

Sie wissen es doch auch.

Sie wissen, dass Viktoria noch am Leben ist. Nein, ich weiß das nicht.

Niemand weiß das.

Gehen Sie bitte.

Ich tue mein Bestes.

Ich gehe jedem... Gehen Sie jetzt bitte einfach.

Frau Asadi, warten Sie mal.

Meine Frau hat ohne mein Wissen diesen absurden Finderlohn ausgesetzt.

Das ist doch nicht das erste Mal, dass sie auf der Suche nach Viktoria

irgendwelche dubiose Typen anzieht.

Sie will die Hoffnung nicht aufgeben. Das ist doch verständlich.

Nein, ist es nicht.

Sie sind ja schuld daran, dass Anna die Hoffnung nicht aufgibt.

Ich will nur helfen.

Das tun Sie aber nicht.

Ihre Kollegen haben die Ermittlung abgeschlossen.

Ergebnislos. Vor Jahren schon. Das ist ein Altfall.

Jedes Mal, wenn Sie auftauchen, geben Sie Anna erneut Hoffnung. Das ist ein

ungeklärter Altfall.

Und ich werde so lange an dem Fall dranbleiben, solange es

Sinn macht.

Wohin hat denn die Ermittlung geführt?

Georg wächst ohne seine Mutter auf, weil die nur in der Vergangenheit lebt und

seine tote Schwester sucht.

Ich will das nicht mehr.

Wir brauchen unseren Frieden damit.

Ich will Sie ja nicht mehr sehen.

Abteilung Altfälle, Kolina, hallo?

Ja, die ist da.

Okay, sag ich ihr.

Ja?

Dein Termin kommt jetzt hierher.

Ich hab keinen Termin. Welcher Termin?

Ein Ulrich Haag, oder?

Anna ist verschwunden.

Sie hat gestern Abend noch darüber geredet, dass sie diesen Penner noch mal

aufsuchen will. Heute Morgen bin ich aufgewacht und dann war sie weg.

Okay, ich versuche, Sie zu erreichen.

Was soll denn die Scheiße?

Was glauben Sie, was ich die ganze Zeit mache? Sie geht nicht an. Hey, hey,

ruhig, ruhig. Ich habe gerade versucht, Sie als vermisst zu melden. Ihre

Kollegen meinen, dass das viel zu früh dafür ist. Was soll das? Ich glaube, ich

weiß, wo Sie ist. Ich überprüfe das. Wenn einer irgendetwas passiert ist,

ist das Ihre Schuld. Ich werde das überprüfen, okay?

Bitte gehen Sie jetzt nach Hause, okay? Ich melde mich.

Ich rufe Sie an.

Ja.

Kommst du mit?

Ich weiß, wo Anna ist.

Wenn wir Glück haben, ist sie noch da.

Er war ein Betrüger, das habe ich ihr gesagt. Aber wahrscheinlich will sie ihn

selber sehen.

Sie ist halt total verzweifelt und hält sich an allem fest, was ihr in

irgendeiner Form Hoffnung gibt. Ich kann das verstehen.

Denn hier...

Hi, Gude. Was ist los hier? Kollegen sind schon vor Ort.

Zweiter Innenhof, erster Stock.

Danke.

Hansa!

Danke.

Was macht ihr denn hier?

Wieder raus aus dem Keller?

Hallo, Christina. Nee, ich bin da noch.

Freiwillig. Was ist hier passiert? Hallo, Marian.

Anonymer Anruf kam rein, dass hier eine Leiche liegt.

Der Tote heißt Otto Gerald Buchmann. Letzte Meldeadresse, Übernachtungsstätte

Ostpark.

Wir befragen gerade eine Zeugin.

Sie hat die Kollegen hierher geführt und laut ihrer Aussage gab es zuvor einen

lauten Streit im Obergeschoss.

Die war gestern auch da. Die da mit dem Mantel. Die war da.

Und dann kam die andere Frau.

Und dann ist der Autor gestorben.

Ich war wegen eines Salzfalls hier.

Ja klar, genau.

Die war es. Also Sie haben den Streit gesehen, ja? Und was genau ist da

passiert? Ich habe es gehört.

Der Otto hat geschrien.

Ganz laut geschrien hat er.

Aber gesehen haben Sie den Streit nicht?

Also war es wirklich diese Frau?

Ja klar.

Und warum hast du den Einsatz hier nicht gemeldet? Das war kein Einsatz.

Es war eine Spur, die ins Nichts geführt hat.

Das hier ist nicht nichts.

Ich meine, die Spur hat nicht zu Frau Reiters vermisstem Kind geführt.

Frau Reiter scheint die Spur aber ernst genommen zu haben.

Die Fahndung läuft.

Die Handypeilung ist bislang fehlgeschlagen.

Erschickt uns bitte alle Informationen zu dem vermissten Fall. Okay, machen

Weiß man schon etwas über das Opfer?

Ich weiß ja nicht.

Wir haben nur seinen Personalausweis gefunden.

In seiner Schlafstätte, da drüben.

Ja?

Hallo.

Was sollen diese ganzen Spiegel hier?

Ich verstehe das nicht.

Das Haus steht leer, er hätte ein Dach über dem Kopf. Warum baut er sich direkt

daneben so ein Lager auf, draußen?

Why?

Du meintest vorhin, sie wollte von ihm nur Informationen.

Warum tötet sie ihn dann?

Sie ist keine Mörderin.

Warten wir mal ab, was die Moko dazu sagt.

Ihr Mann vorhin im Büro, hat er gemeint, dass er gesagt hat, du bist schuld?

Woran bist du schuld?

Seit Jahren gehe ich jedem Hinweis nach. Und damit mache ich ihr falsche

Hoffnung. Das ist es, was er mir vorwirft.

Hoffnung, dass du den Körper findest oder dass die Kleine noch lebt? Weder

Eine Mutter sucht ihr Kind.

Seit sechs Jahren sucht sie ihr Kind. Was sie braucht, ist Klarheit und

Gewissheit. Schickst du sie nach Hause, wenn sie mit einem neuen Ansatz kommt,

ja?

Das mit dem Video, kann das von dir? Nein, ich habe ihr gesagt, sie soll

Scheißding offline nehmen.

Okay, und trotzdem erwähnt sie dich. Ja, ja, aber nicht namentlich.

Okay, und dann, was dann? Du bist alleine zu dem Buchmann und wolltest mit

reden?

Hast du das wenigstens in deinen Tagesbericht notiert?

Mariam, das wirkt schon so, als hättest du das ja alles ausgelöst.

Ich stecke mitten in einer intern.

Deswegen sag mir eins, hast du irgendetwas gemacht, was dienstrechtlich

ist?

Ja oder nein?

Nein, dienstrechtlich ist alles im Rahmen.

Okay.

Okay.

Dann zeig mir die Akte.

Julian Ibanez, seit 2014 verheiratet mit Anna Reithart, 2016 kommt ihre

gemeinsame Tochter Viktoria zur Welt.

Die beiden haben sich kennengelernt, als Anna gerade ihr Studium der sozialen

Arbeit beendete und einen Job anfing in einem Wohnheim für Suchtkranke. Er war

Programmierer bei einer Bank.

Alle, die Julian kannten, beschrieben ihn als ruhig und gutherzig. Aber laut

Anna war schon ziemlich früh klar, dass er im Alltag zu kämpfen hatte.

Depression, ja.

Nicht diagnostiziert, aber sehr wahrscheinlich.

Dagegen definitiv diagnostiziert. Eine Herzinsuffizienz. Potenziell tödlich und

wahrscheinlich Folge seiner Alkoholsucht.

Als er dann seinen Job in der Bank verloren hatte, hat sie angefangen, sich

richtig Sorgen zu machen. Er hat lange nach einer neuen Stelle gesucht, aber

nichts gefunden.

Okay, ungewöhnlich für einen Programmierer. Der findet doch ganz

irgendetwas. Ja, aber Anna sagte, er wollte weg vom Computer. Ein Neuanfang.

Der Job hat ihn ausgelaugt.

Also hat sie eine Stelle für ihn gefunden als Hausmeister in einer

Aber da fing sein Alkoholkonsum an zu steigen. Und als sie ihn darauf

angesprochen hat, wurde er aggressiv. Anna sagt, in den Monaten hätte er sich

wahnsinnig verändert.

Und dann wurde sie mit Viktoria schwanger.

Ungeplant. Aber das hat wohl frischen Wind in die Beziehung gebracht.

In der Zeit nach Viktorias Geburt ist er unglaublich aufgeblüht.

Aber das hat nicht lange gehalten.

Irgendwann ist er betrunken zur Arbeit gekommen.

Dann haben sie ihn entlassen.

Das Markante ist, sie wusste sechs Monate lang nichts von seiner

geht das?

Sie hat es durch Zufall erfahren.

Die Hausverwaltung hat sich bei ihr gemeldet. Das Konto, von dem die Miete

abgeht, das sei nicht mehr gedeckt. Ihr Mann hätte seit Monaten nichts mehr

eingezahlt. Aber wie kann er denn so eine Veränderung über sechs Monate von

geheim halten?

Erst jeden Morgen um 6 Uhr aus dem Haus, kam nach 9 Stunden wieder, hatte seine

Hausmeisteruniform an und hat behauptet, dass er arbeiten war.

Als sie von seiner Entlassung erfahren hat, wollte er darüber nicht reden.

Er hat komplett resigniert, hat wieder angefangen zu trinken und ist zum Teil

nächtelang nicht nach Hause gekommen.

In der Zeit hat sie ihren jetzigen Ehemann kennengelernt, Ulrich. Er hat

verliebt und hat Julian verlassen. Er wollte das nicht wahr. Und als dann

richterlich beschlossen wurde, dass er sein Kind nur jedes zweite Wochenende

sehen darf, ist er daran komplett verbrochen.

Okay. Am 16. August 2019 verschwindet Viktoria nach einem Besuchswochenende

Julian. Richtig. Gleich nach Annas Meldung bei der Polizei wurde die

eingeleitet. Verdacht auf Kindesentzug.

Am nächsten Morgen hat man Julians Auto an der Staustufe in Griesheim verlassen

aufgefunden. Es wurden ziemlich viele Schlaf - und

im Auto gefunden, die meisten davon leer.

Hier beginnt es unklar zu werden, was genau passiert ist.

Komm her, mein Schatz.

Okay, er betäubt sich und seine Tochter und springt mit ihr hier in den Fluss.

Warum taucht keine Leiche auf?

Also ich meine, selbst wenn ein Körper zum Beispiel von einer Strömung

weggetragen worden wäre, wie wahrscheinlich ist es, dass gleich zwei

verschwinden?

Es gab in Frankreich vor ein paar Jahren mal den Fall eines erweiterten Suizids

durch Ertrinken. Dabei hat sich der Vater an den Sohn gekettet. Es könnte

auch nur ein Körper gewesen sein. Einer, der mit einem Gewicht belastet und dann

von der Unterwassersprüngung nach Hongau getragen wurde.

Wie groß war der Suchradius der Taucher?

20 Kilometer Taucheinsätze an jeder Schleuse und Brücke.

Hubschraubereinsatz auf 200 Kilometer entlang der Flussströmung.

Sechs Jahre tauchen nirgendwo Wasserleisten auf. Wie kann das sein?

Das sind nicht die einzigen Ungereimtheiten in dem Fall.

Die Spuren auf Suizid sind einfach zu eindeutig. Nicht nur im Auto.

Auch in der Wohnung haben sich Bücher gefunden über Suizid. Die hat er kaum

angerührt. Es sah so aus, als hätte er sich für die Ermittler genau dahin

platziert.

Er hätte auch alles so inszenieren können, dass es aussieht wie ein

Suizid. Nur um dann von einem anderen abgeholt zu werden und zu verschwinden.

Okay.

Okay, stellen wir uns vor, Sie leben beide noch. Wie soll das so lange gehen?

Also ich meine, wovon sollen sie leben? Was ist, wenn die Kleinen einen Arzt

brauchen?

Was ist, wenn sie erkannt werden? Vielleicht sind sie ins Ausland. Eine

Auslandbringung wurde sofort überprüft.

Passagierlisten, Grenzübertritte. Er hatte da keine Kontakte ins Ausland. Er

die Reisepässe da gelassen.

Vielleicht ist er abgetaucht mit einer falschen Identität. Nein, das kostet zu

viel Geld. Das hatte er nicht.

Es gab keine Kontobewegung.

Er hat das Auto stehen lassen. Damit hat er seine Mobilität aufgegeben.

Und damit enden die Ermittlungen.

Ein Jahr lang keine neuen Ansätze und dann landete der Fall bei den Akten.

zu mir.

Glaubst du, dass die beiden noch leben?

Ich kenne die Statistiken. Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden noch

ist gleich null.

Okay, ich meine die Statistiken. Was glaubst du?

Otto Buchmann ist die erste konkrete Spur zu Viktoria.

Da müssen wir ansetzen.

Okay, dann müssen wir uns angucken, was der tote Wurzel macht.

Sowohl der Sturzwinkel als auch die auffälligen Hämatome an den Oberarmen,

typisch sind für eine plötzliche Krafteinwirkung, sprechen mit hoher

Wahrscheinlichkeit gegen einen Unfall.

Die Verletzungsmuster deuten vielmehr darauf hin, dass hier Fremdeinwirkung

vorliegt.

Und dass der Sturz nicht allein durch Eigenverschulden verursacht wurde.

Im Moment gehen wir davon aus, dass es als Totschlag gewertet werden müsste.

Ich habe jemanden gefunden.

Aber besser, du weißt noch nichts.

Nick, bitte frag mich das nicht.

Je weniger du weißt, desto besser.

Also kannst du mir jetzt helfen, ja oder nein?

Okay, sag an.

Alles klar, danke.

Definitiv kein Eigenverschulden, weil auf mich wirkte er so, als hätte er

genommen. Also Drogen waren keine im Spiel, nicht mal Alkohol.

Das zeigt der toxikologische Befund.

Also genauer gesagt ist es so, dass er nicht nur keine Drogen im Körper hatte,

sondern gar nichts.

Also nicht nur der Magen, sondern auch der Verdauungstrakt war komplett leer.

Er hat überhaupt nichts gegessen und das für einen Zeitraum von mindestens zehn

Tagen. Sonst hätten wir Nahrungsreste im Verdauungstrakt gefunden.

Er scheint sich nur von Wasser ernährt zu haben.

Das Einzige, was wir nachweisen konnten, waren Spuren von Sibutramintropfen.

Was ist Sibutramin?

Das ist ein Arzneimittel, das aber seit 2010 in der gesamten EU verboten ist.

Ein Appetitzügler mit hochgefährlichen Nebenwirkungen.

Okay.

Und habt ihr irgendwas wie in den Spiegeln am Hof da?

Okay.

Alles klar, danke, Christina.

Also immer noch sehr wenig Neues über Buchmann. Vor acht Jahren war er mal in

einem staatlich geforderten Entzug.

Und ab da weiß man nichts mehr. Er hat nicht mal Sozialhilfe bezogen.

Hat gelebt wie ein Geist.

Keiner weiß wovon.

Ich habe hier was zu Seputramin gefunden.

Ja?

Vor fünf Jahren war die Polizei auf dem Hof einer Sekte hier.

Spiegel wie bei Buchmann.

Hier, die Gruppe nannte sich Licht der Welt.

Wir haben auf dem Hof im Taunus gelebt und wurden 2020 von der Polizei

durchsucht. Es waren damals knapp 50 Erwachsene und ein paar Kinder und sie

lebten alle vollkommen abgeschieden von allem.

Kein Strom, kein Wasseranschluss, nur einen Brunnen.

Die Leute wollten ohne weltliche Einflüsse da kommen und sich von Licht

ernähren.

Ernsthaft.

Sie wollten, dass sogar ihr Körper autark ist.

haben gesagt, dass Licht Nahrung sie heilen kann.

Deswegen das Sibutramin, damit sie nicht so viel essen müssen.

Wer konnte noch so eine Idee?

Jan Pichler. Die Gruppe hat ihren Ursprung in den 80er Jahren. Jan

Schweizer, ehemaliger Benediktiner, der hat eine Nahtoderfahrung gemacht und

sagte, er sei Gott begegnet.

Von da an hat er sich nur noch Astra genannt und behauptete, dass Gott eine

Botschaft habe und er, Jan Pichler, sie den Menschen mitteilen müsse.

Und die Botschaft lautete, dass ein Mensch sich von allen Krankheiten und

befreien kann, wenn er sich nur von jeglichen weltlichen Einflüssen reinigen

würde. Ohne Essen und nur mit Lichtnahrung, oder was? Ja, das wurde

ultimative Ziel eines autarken Lebens betrachtet. Die Gruppe hatte mehrere

hundert Mitglieder in den 80er Jahren, aber es gibt bis heute noch einige, die

an ihn glauben.

Was sind das für Leute?

Das sind Menschen aus verschiedenen Schichten, Idealisten und manche davon

und Tichler ihre letzte Hoffnung.

Und er hat die gnadenlos ausgenutzt.

Die Mitglieder mussten ihm ihr ganzes Vermögen vermachen, egal wie viel oder

wenig sie hatten. Geschäftsmann.

Ein Geschäftsmann.

Warum hat die Polizei die Gruppe gefunden?

Hier. Rupert Los wurde als Teenager von seinen Eltern aus der Schule mit in die

Sekte genommen. Dort war er dann zwölf Jahre lang, bis er dann eines Tages

völlig ausgehungert in einem Imbiss bei der Autobahnabfahrt bei Hanau auftaucht.

Für was wurde er bestraft?

Er wollte zum Ahn.

Und wegen seiner Aussage wurde er an den Hof gestimmt.

Meine Eltern waren beide tief in der Esoterik.

Denken die moderne Medizin ab.

Jedenfalls waren sie also meine Mama vor allem. Sie waren lange bei Astra.

Sie dachten, dass er mich heilen kann.

Wie wollte er das machen?

Wie wollte er sie heilen?

Astra sagte, dass alle Krankheiten von einem Lichtmangel in den Zellen kommen.

Und dass man alles mit Licht und Gebet heilen kann.

Und wie ist das dann abgelaufen?

Es gab feste Gebetszeiten.

Zwei Stunden vorm Schlafen gehen und dann wieder zwei Stunden vor dem

Sonnenaufgang.

Vier Stunden lang durften wir schlafen, nie länger.

Wir mussten manchmal stundenlang in der Sonne stehen, weil es hieß, dass uns das

Licht heilt.

Meine Krankheit ist so eine Nierenerkrankung. Sie wurde immer

Wenn man sie nicht behandelt, dann stirbt man daran.

Und deswegen haben Sie dann den Hof verlassen?

Als ich gesagt habe, ich möchte wieder in die Stadt, weil ich zu einem Arzt

will, da haben sie mich weggesperrt.

Drei Wochen lang.

Selbst als ich Blut gekotzt hatte, wollte Astra mich nicht in die Stadt

Ich bin geflüchtet.

Ihre Eltern, wo sind die heute?

Die sind nach ihrer Haftstrafe nach Frankreich, glaube ich, in einen anderen

Ableger von Licht der Welt.

Ich weiß nicht genau, wo sie sind. Wir haben keinen Kontakt.

Haben Sie diese Männer schon mal gesehen?

Die sind Ihnen nie begegnet in der Zeit, als Sie in der Gruppe waren?

Nein.

Und dieses Mädchen, haben Sie das schon mal gesehen?

Nein.

Würden Sie noch einmal genauer hinschauen, Herr Loos?

Es könnte sein, dass sie älter war, als sie ankam.

Wir haben uns nicht so viel vermischt.

Wir waren getrennt in Arbeitsgruppen.

Ich war mit ein paar anderen für den Kräutergarten zuständig.

Ich hatte nicht zu allen Kontakt, die am Hof waren.

Wissen Sie, ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich rausgebracht hat.

Wem?

Na ihm.

Meine Eltern waren auf dem falschen Weg.

Sie haben an einen Menschen geglaubt, der sie nur ausgenutzt hat.

Es gibt nur einen Weg zu Gott.

Der führt über Jesus.

Sind Sie gläubig?

Ich? Ja.

Bei mir ist es Allah.

Aber Jesus spielt bei uns auch eine Rolle. Er ist ein Prophet.

Das ist schön.

Sehr schön.

Er schützt uns alle.

Und Sie?

Glauben Sie?

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Loos.

Was ist seit der Razzia mit der Gruppe passiert?

Also der Großteil hat sich aufgelöst. Manche von denen sind ins Ausland und

haben sich dort in kleinen Gruppen neu formiert. So wie Ruperts Eltern.

Und dann gibt es hier noch welche, die sind in Haft.

Heute leben nur noch ein paar auf dem Hof unter der Leitung von der Ex von

Astra. Und seitdem ist Ruhe.

Ich finde, wir sollten uns das Ganze mal anschauen.

Ich glaube, weder Julian noch Viktoria waren jemals bei denen. Die Kinder waren

zwar alle abseits des normalen Systems, aber sie waren alle registriert. Aber

Otto Buchmann schien eine Verbindung gehabt zu haben. Und irgendwo müssen wir

mit der Suche anfangen.

Der Suche nach wem?

Nach Anna.

Und Anna sucht ihre Tochter.

Hallo?

Ich bin Mariam. Und wer bist du?

Ich tu dir nichts.

Sind deine Eltern da?

Azadi?

Ja, bitte.

Das ist Privatgrund.

Hallo?

Hallo.

Kulina, Kripo Frankfurt, hallo.

Ich würde mich gerne mit... Das ist trotzdem Privatgrund.

Ja, ich bin ja nicht auf dem Grundweg.

Ich würde mich gerne mit der Leiterin dieses Ortes hier unterhalten. Ist das

möglich?

Die Polizei hat uns schon genug angetan.

Wir wollen nur unseren Frieden.

Das tut mir leid. Ich habe auch nur eine Frage. Vielleicht können Sie mir da

weiterhelfen.

Haben Sie...

Diesen Mann schon mal gesehen? Nein.

Ja, gucken Sie sich das Foto mal vielleicht an.

Ich kann ja auch mit einem Durchsuchungsverschluss nochmal

haben nichts zu verbergen.

Hast du den hier gerade gesehen?

Das war gerade die Mordkommission.

Wir haben Fasern von Annas Kleidung am Körper von Otto Buchmann gefunden und

auch in seinem Zelt.

Und kurz bevor sie ihr Handy entsorgt hat, hatte sie Kontakt zu einem

aus der Zeit, als sie Sozialarbeiterin war. Und er hat ausgesagt, dass sie bei

ihm eine Waffe kaufen wollte.

Hallo. Hallo.

Hallo.

Wer sind Sie denn?

Hey, hey. Wo ist sie?

Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen. Wo ist sie?

Ich will mit Ostra sprechen.

Langsam, langsam bitte, ja?

Bleib da oben. Gehen Sie mit uns ins Zimmer.

Ich will jetzt wissen, wo sie ist.

Wo wer ist?

Wo ist sie?

Hat sie gesagt, was sie wollte?

Sie sucht ihre Tochter, Viktoria.

Und irgendjemand hat ihr gesagt, dass Ostra weiß, wo ihre Tochter ist.

Sie hatte so ein kleines Notizbuch dabei.

Hat sie erwähnt, von wem sie die Adresse hat?

Sie meinte Otto.

Ich kenne keinen Otto.

Keine Ahnung, woher er meine Privatadresse hat.

Vielleicht von allen dieser Aktivisten.

Die haben die mal online gestellt.

Seitdem bekomme ich bei jedem neuen Immobilienprojekt Drohbriefe.

Und sagt Ihnen der Name Arthur etwas?

Diese Lichtnamen kenne ich nur bei meinem Kackhub.

Ihrem Hof?

Ja? Alles klar, danke.

Das ist die Kreisleitung.

Komm zurück.

Komm zurück, Mariam.

Mariam, wir warten auf das SEK.

Mariam!

Scheiße.

Mariam, das SEK geht zuerst rein.

Wo ist meine Tochter?

Wo ist Victoria?

Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Ich weiß es nicht.

Aber kann mir mal jemand helfen?

Lass sie gehen.

Lass sie gehen.

Ich will jedes Kind sehen, das hier ist. Es ist mir da.

Sag mir, wo meine Tochter ist.

Victoria! Warte weg!

Anna! Warte weg!

Ab und zu, ab und zu! Warte weg!

Anna! Das SEK ist gleich hier. Das wird nicht gut für dich ausgehen.

Nimm die Waffe runter, dann wird dir nichts passieren. Anna!

Hör auf mich. Sie wissen, wo sie ist, Mariam.

Fassen wir jetzt!

Sie wissen, wo sie ist. Dann werden wir das herausfinden.

Versprochen.

Genau, das haben Sie schon mal gesagt. Und nichts haben Sie unternommen.

Sie wissen, wo sie ist, Marian. Sie wissen es. Aber das wird Viktoria nicht

zurückbringen.

Ich will nur mein Kind wieder.

Ausstehen. Mitkommen.

Frau Azadi, schon wieder so ein Alleingang. Und diesmal mit einem

Mord.

Wir haben aber jetzt eine tatsächliche Spur zum Verbleib des Kindes. Wunderbar.

Leiten Sie alle Informationen an die vermissten Stelle weiter.

Nein, das ist mein Fall. Das war Ihr Fall.

Ich weiß, ich habe Grenzen überschritten, aber das ist Teil dieser

Was ist denn da eigentlich auf diesem Hof passiert?

Wieso sind Sie da vor dem SEK rein?

Frau Schatz, wir haben die Situation korrekt eingeschätzt.

Marian war sogar in der Lage, Anna Reiter aus der Geiselsituation

Und wir haben die Lage deeskaliert, ohne dass irgendjemand zu Schaden gekommen

ist.

ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, zu uns abzuziehen.

Es gibt tatsächlich eine mögliche heiße Spur im Fall des vermissten Kindes.

Und das ist die erste seit Jahren.

Niemand kennt den Fall besser als Mariam.

Deswegen wäre es wirklich der falsche Zeitpunkt, zu uns jetzt abzuziehen.

Bitte, es geht um ein vermisstes Kind.

Sie koordinieren die nächsten Schritte.

Sie allein tragen die Verantwortung.

Verstanden, Colina?

Und denken Sie an Ihre Interne?

Verstanden. Danke.

Danke.

Frau Azadi, ich erwarte Bericht über jeden einzelnen Ermittlungsschritt, den

in dieser Sache in den letzten Jahren unternommen haben.

Verstanden?

Verstanden.

Das war nicht okay, Fundi.

Wir hätten aufs SEK warten müssen, wie immer in solchen Situationen.

Das SEK hätte auf Anna geschossen. Ja, natürlich hätten sie auf sie geschossen.

Sie hat mit einer geladenen Waffe auf den Kopf eines Menschen gezielt.

Sie war völlig unberechenbar, hätte jeden Moment abdrücken können. Ich kenne

diese Frau.

Mariam, ich war schon mal in so einer Situation.

Ich habe auch gedacht, ich kenne den Typen. Der wird nichts machen.

Und du weißt, was dann passiert ist. Mein Kollege lag bis gestern noch im

Es gibt geregelte Abläufe für solche Situationen. Ja, und manchmal muss man

von geregelten Abläufen verabschieden.

Wir hatten die Situation unter Kontrolle. Du hast dich unnötig in

gebracht und mich auch.

Sie verzichtet ausdrücklich auf Rechtsbeistand. Sie will nur mit dir

Sie ist Hauptverdächtige in einem Mordfall. Es geht jetzt nicht um die

nach ihrer Tochter, okay? Okay.

Morgen.

Ich will mit Mariam sprechen.

Das ist mein Kollege Hamza Kulinay. Er ist bei mir in der Abteilung und er weiß

über Viktorias Fallbescheid.

Habt ihr den Hof durchsucht?

Anna, sie werden des Mordes an Otto Buchmann beschuldigt.

Das war ein Unfall.

Ich wollte das wirklich nicht.

Ich habe doch den Notruf verständigt, nachdem das geschehen ist.

Ihr müsst jetzt nach Viktoria suchen.

Darüber reden wir noch.

Nachdem was geschehen ist, was ist mit Otto Buchmann passiert?

Ich bin in dieses Haus.

Er wollte zuerst das Geld. Ich habe es ihm gegeben. Dann hat er gesagt, dass

Astra weiß, wo Viktoria ist.

Und dass er mir nicht mehr sagt, wenn er nicht noch mehr Geld bekommt.

Ich hatte nicht mehr dabei.

Ich bin ausgerastet. Er hatte das Geld doch schon. Ich bin auf ihn los. Ich

ihn angefleht, mir zu sagen, wo sie ist.

Er stand oben an der Treppe.

Als ich ihn angegriffen habe, ist er nach hinten gekippt.

Über das Gelände.

Ich wollte das nicht.

Okay.

Und was haben Sie dann gemacht?

Bevor ich den Notruf verständigt habe, habe ich das Zelt durchsucht.

Und da habe ich ein Notizbuch gefunden, ein kleines Notizbuch. Und da stand

dieser Name, Astra, und direkt daneben eine Adresse.

Und da bin ich dann eben hin.

Und der Mann dort hat mir gesagt, dass er den Namen nur von dieser Sekte kennt.

Ach ja, das macht total Sinn, dass Viktoria irgendwo bei denen sein muss.

Julian war doch krank, der hatte doch diese Herzinsuffizienz.

Vielleicht wollte er sich bei denen heilen und ist dann mit Viktoria dahin.

Dann müssten die Mitglieder von damals sie doch kennen.

Ja.

Das macht Sinn.

Wir schauen uns das an.

Okay, Kolleginnen und Kollegen, ich kreis euch ab, es bleibt jeweils ein

Da, da, hier und da drüben.

Marie und Jan, ihr macht die Daten auf einmal aller Bewohner.

Wie versprochen.

Fangen wir hier an.

Sie folgen mir, bitte.

Gewohnt ist eh nur noch das Haupthaus. Die anderen Gebäude haben wir schon

keine Verwendung mehr. Wenn Anna recht hat und Viktoria und Julian dort waren,

dann müssten sich ja auch die Kinder an sie erinnern.

Bei der damaligen Razzia gab es Kinder in Viktorias Alter, aber von denen sind

nicht mehr alle auf dem Hof.

Von den insgesamt 16 Kindern wurden sechs in die Obhut des Jugendamts

wegen Verletzungen elterlicher Fürsorgepflicht.

Mir ist das Ganze nicht recht.

Normalerweise spricht Ihre Psychologe mit Ihnen über damals.

Das ist wirklich wichtig. Es tut mir leid, aber ich werde vorsichtig sein.

weiß, dass was die Kinder damals erlebt haben, das war schlimm.

Das, was wir heute durchmachen, ist auch schlimm.

Hier, Tim.

Beeil dich ein bisschen, okay?

Wir sind die einzigen Kinder, die keine Pflegefamilie finden.

Pflegeeltern wollen keine Sekten haben.

Bitte.

Amtlichen Ausweis hast du nicht mehr, nehme ich an?

Nein.

Okay, danke.

Dann haben wir alle?

Alle, die ja noch leben. Auf meiner Liste stehen noch drei. Boris Harald,

Christoph Hansberger, Emilia.

Ja, die kenne ich. Wo sind sie?

Die sind leider weitergezogen.

Wohin? Das weiß ich doch nicht.

Wir sind hier kein Gefängnis.

Ach ja?

Sehen jetzt die Kinder genauso?

Das ist Frau Azadi von der Polizei.

Das sind Ben und Marie. Hallo.

Ich bin Maya.

Ich würde euch gerne ein paar Fragen stellen.

Und Sie?

Kennt ihr dieses Mädchen?

Sicher?

Die waren nie bei uns.

Da könnte ich jetzt hier auch jeden fragen.

Fragen Sie nur.

Sie können mit allen sprechen.

Wo sind deine Eltern?

Was ist mit diesem Mann?

Ja, der war bei uns.

Aber nur kurz.

Der hat sich nicht bei uns zurechtgefunden. Wann war das?

Schon ein paar Jahre her.

Ich weiß nicht mehr, wie der heißt.

Okay, nicht zurechtgefunden. Warum?

Er hat nach Erlösung von seinen Süchten gesucht.

Astra wollte ihm helfen, aber irgendwie ging das nicht.

Werdet ihr manchmal bestraft?

Wenn ihr irgendwas anstellt oder so?

Ich könnte mir das ruhig erzählen, ich würde es niemandem sagen.

Ich schwöre.

Darfst du mir das nicht sagen?

Und was ist da passiert, als man euch bestraft hat?

Irgendwie ging das nicht.

Oder war da finanziell nichts zu holen?

Daran liegt es nicht.

Man trägt bei, was man beitragen kann.

Wissen Sie, Herr Kolina, die Menschen finden hier Zuflucht und Hoffnung.

Wenn sie sich auf uns einlassen, sind sie hier glücklicher, als sie es in

vorherigen Leben waren.

Manchmal müssen wir Hausarbeiten machen.

Was denn für Hausarbeiten?

So, putzen, waschen.

Ihr müsst die Fragen nicht beantworten, wenn ihr das nicht wollt.

Wir durften nicht zum Licht.

Wir kamen in den Mondraum.

Okay, und was ist das, der Mondraum?

Da wohnt das Dunkle.

Rupert, los.

Der ist jetzt glücklicher.

Die Kinder, die nicht zum Arzt dürfen, die sind jetzt glücklich.

Haben Sie schon mal Schmerzen empfunden?

Egal in welcher Form.

Was ist das für eine Frage? Klar.

Und was musstet ihr in diesem Mundraum machen?

Wir mussten alles aufschreiben, was wir gedacht haben.

Wenn wir was Böses gedacht haben, dann mussten wir es aufschreiben.

Damit Satan es nicht mehr in uns drin hat.

Und haben diese Schmerzen Sie nicht zu dem Menschen gemacht, der Sie heute

Sie tun weh, ja.

Aber der Schmerz ist auch der Weg zur Erkenntnis.

Wie sieht dieser Mondraum aus?

Da drin gibt es keine Sonne, kein Licht, nur die Wand und unsere Gedanken

und die Angst und die Dunkelheit.

Manchmal sind Schmerzen einfach nur Schmerzen. Welche Erkenntnis haben denn

bitte Kinder, die zur Strafe nichts zu essen bekommen?

Wir tun das nicht mehr.

Seitdem Astra bei unserem Herrn ist, hat sich unser Umgang hier verändert.

Ich habe hier eine Liste von Mitgliedern aus dem Jahr 2020,

als die Gruppe polizeilich untersucht wurde.

52 Erwachsene und 12 Kinder waren hier, abzüglich derer, die verhaftet wurden

und nachweislich ausgewandert sind, müssten jetzt hier noch aktuell 19

leben. Wir sind aktuell 16, 11 Erwachsene, 5 Kinder. Okay, wo sind die

drei?

Denken Sie, wir sind ein Gefängnis?

Wir mussten alles aufmalen, was in unseren Köpfen war. Wir durften erst

raus ans Licht, wenn alles aus uns draußen war.

Dann durften wir wieder zum Licht.

Nicht alle.

Manche sind immer noch weg.

Wie weg?

Wie meinst du das, Ben?

Sie wurden vom Dunkel verschluckt.

Wir müssen los in die Schule.

Ja.

Na klar.

Ich habe nur noch eine Frage.

Wo sind die fehlenden drei?

Die Menschen können kommen und gehen, wann und wie sie wollen.

Kennst du diesen Mann?

Und dieses Mädchen, kommt sie dir bekannt vor?

Er heißt Viktoria.

Das ist nicht Viktoria.

Das ist Freya.

Ja, wir sind uns aber sicher, dass Viktoria auf dem Hof war.

Alles klar, weiß ich Bescheid. Danke.

Nichts.

Das kann doch nicht sein.

Alle Menschen, die verhaftet wurden, sagen aus, dass sie Viktoria nie gesehen

haben. Nova ist die Einzige, die heute noch lebt und 2020 bei der Razzia dabei

war. Und sie hat mir vorhin auch gesagt, dass sie Viktoria nicht gesehen hat.

Aber jetzt kommt's.

Die drei Menschen, die bei der Razzia nachweislich am Hof waren,

die sind einfach weg.

Wie weg?

Weg. Niemand an den alten Meldeadressen, Verwandte wird nichts von ihnen, keine

Kontobewegung seit damals.

Die letzte Spur, dieser drei, die führt zum Hof und dann... Julian und Viktoria

sind nicht die einzigen, die sich in Luft aufgelöst haben.

Manche sind noch weg.

Was?

Manche sind noch weg.

Das hat der Junge gesagt.

Sie wurden von der Dunkelheit verschluckt.

Dann sind sie auf dem Hof verschwunden.

Aber wo?

Wir brauchen die Baupläne vom Areal.

Hamza. Lass mich allein mit dir sprechen.

Ja?

Ja.

Okay.

Ich bin hier, ja? Okay.

Was ist?

Wir konnten zweifelsfrei belegen, dass Julian und Viktoria im Frühjahr 2019 bei

Licht der Welt untergetaucht sind.

Nova, die Leiterin, hat gestanden, dass sie die beiden in die Gruppierung

aufgenommen hat. Von der Zeit kannte sie auch Otto Buchmann.

Der war auch am Hof, als Julian und Viktoria dort ankamen.

Wie Sie wissen, waren viele kranke Menschen in der Sekte, die gestorben

Weil die Gruppierung sich der modernen Medizin verweigert hat.

Die Körper der Menschen wurden dann illegal kremiert und ihre Asche wurde im

Rahmen eines Rituals verstreut.

Okay.

Nova hat ausgesagt, dass Julian ein paar Monate nach seiner

Ankunft an einem plötzlichen Herztod gestorben ist. Sein Körper wurde

eingeäschert.

Und nach ihrer Aussage hat

Victoria ein paar Monate nach Julians Tod eine

Kinderkrankheit bekommen. Ihrer Beschreibung nach waren es wohl

Und wir haben Victorias

Schmuck, ihre Kette.

In einer der Kisten neben dem Krematorium.

Aufgrund des Kremationsprozesses konnten wir leider die DNA -Analyse und die

DNA...

Hallo, Aziza.

Hallo.

Hallo, Mama.

Hallo, hallo.

Alles gut, Mama?

Alles gut.

Ich wollte nur sehen, wie es dir geht.

Ja, alles gut.

Wir sind gerade mit dem Landwirt auf der Straße.

Kann ich dich später anrufen?

Ja, ja.

Aber... Ist alles gut?

Herr Kulina, wir konnten mittlerweile auch eine Befragung mit Herrn Seukern zu

Hause durchführen.

Er hat den Ablauf genauso geschildert wie Sie.

Er bestätigt auch, dass die Gefahr, die von Löbel ausging, nicht einzuschätzen

war.

Ob er je wieder dienstfähig wird, bezweifle ich.

Unser Abschlussbericht geht an Ihre Dienststelle. Für uns gilt die

hiermit als abgeschlossen.

Alles Gute.

Danke.

Hey, wie lief's?

Äh... Keine Konsequenzen. Gut.

Gut.

Ja.

Und jetzt?

Was meinst du?

Du hattest gesagt, du wolltest nur bis zu deiner Anhörung hier in der

Ach so.

Ähm... Ich bleibe.

Ich bleibe. Ich mag das.

Alles hier irgendwie... Ja?

Ja.

Das freut mich.

Wie geht's dir?

Gut, ich... Ich versuche gerade den verschwundenen Personen Objekte

auf dem Krematorium zuzuordnen.

Zwei Namen habe ich schon. Zwei krebskranke Menschen, die ein paar

nachdem sie in die Gruppe eingekräft sind, verstorben und eingeäschert

Okay. Und was ist mit Nova?

Nova wird auf jeden Fall angeklagt wegen Versturz gegen diverse

Bestattungsgesetze. Aber es wird schwer sein, ihr nachzuweisen, dass sie

mitschuldig war am Tod der Sektenmitglieder.

Die Argumentation wird immer sein, die Menschen haben freiwillig auf Medizin

verzichtet.

Es gibt noch ein paar Objekte, die ich nicht zuordnen kann.

Wahrscheinlich von Menschen, die vor den polizeilichen Ermittlungen am Hof

gewesen sind. Ich weiß nicht, wo wir da ansetzen sollen.

Was?

Alles gut. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen.

Bitte.

Wir bleiben auch nicht lang.

Wir wollten uns mit Ihnen unterhalten über Ihre Partnerin. Meine Partnerin?

oder ist das nicht Ihre Schwester? Ach so, das ist Yvonne, meine Frau.

Sie ist verstorben.

Darf ich fragen, was das mit Ihren Ermittlungen zu tun hat?

Ja, konkrete Spuren zum Verbleib vermisster Personen.

Wann ist Ihre Ehefrau verstorben?

Vor sechs Jahren.

Und hat sie denselben Nachnamen getragen wie Sie, Spielmann?

Sie hat den Namen behalten.

Yvonne Hartwig.

Okay.

Und was war das Geburtsdatum Ihrer Frau?

30. Mai 1979.

Hat Ihre Frau eine Verbindung zu der Lichter -Weltgruppierung?

Was? Nein.

Verreisen Sie?

Ja. Wohin?

Nur zu Freunden ins Ausland.

Worum geht's?

Allein. Meiner Tochter.

Und ist Ihre Tochter hier?

Ja.

Aber was hat das mit Ihrer Ermittlung zu tun?

Könnten wir uns kurz mit ihr unterhalten? Klar.

Von mir aus? Ja.

Iva, kommst du mal bitte?

Ja, das ist die Eva.

Eva, sag Hallo.

Hallo. Hallo.

Hallo.

Hallo.

Willen wir es jetzt wirklich los? Dauert wirklich nicht lang. Wenn wir uns kurz

hier hinsetzen könnten... Okay, kein Problem.

Hat sich erledigt.

Gut.

Danke. Vielen Dank.

Ja.

Gute Reise. Danke.

Freier?

Ich verstehe das einfach nicht.

Wie hat Viktoria all die Jahre hier gelebt?

Es gab eine gefälschte Geburtsurkunde und gefälschte Ausweise.

Und sie war unter einem anderen Namen gemeldet.

Und warum sie?

Spielmann und seine Frau konnten keine Kinder bekommen, aber sie hatten immer

einen Kinderwunsch.

Als Julian gestorben ist, haben sie sich um Viktoria gekümmert.

Niemand ist auf die Idee gekommen, Nachforschungen anzustellen, ob Viktoria

nicht vielleicht noch andere Verwandte gehabt haben könnte.

Spielmann auch nicht.

Er hat es erst erfahren, als sie bei ihm in der Wohnung standen.

Aber geht es ihr gut oder wie ist sie?

Sie ist ein tolles Mädchen.

Es geht ihr gut, ja.

Als seine Frau gestorben ist, hat Spielmann mit Viktoria die Sekte

sie ist behütet groß geworden.

Er hat sie gern.

Ich war... Freier.

Ich war... Ich war... Ruhig.

Ruhig. Ich wusste nicht, ich wusste... Spielmann. Ich wusste nicht, dass...

Ruhig. Ich wusste es nicht.

Ich wollte nicht, dass... Ich wollte nicht, dass... Papa!

Papa!

Dann darf ich Sie sehen.

Hallo. Hey.

Viktoria.

Ich bin deine Mama.

Darf ich mich mal zu dir setzen?

Ich will zu meinem Papa.

Für sie war das ihr Papa.

Es ging ihr wirklich gut bei ihm und er hat sie geliebt.

Er hat ihre Urkunden gefälscht. Er wusste, dass das nicht sein Kind ist.

Das hätte er bei der Polizei melden müssen. Er hätte sich Gedanken darum

können, ob nicht irgendjemand dieses Kind vermisst.

Das wird jetzt dauern bei der Kleinen.

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