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Eine Schlüsselposition wird bald im Vatikan frei.
Ich brauche Sie, um den Papst zu retten.
Monseigneur Malitéros wurde soeben seiner Ämter enthoben. - Er hatte wohl recht.
Wer denn? - Fromenger.
Ich habe an dich gedacht. - Ja, Pater?
Es geht darum, eine Kirche in unserem Sektor zu übernehmen.
Sie ist geschlossen und wir müssen sie der Gemeinde zurückgeben.
Und du bist immerhin Priester. Wie kannst du nur in einem solchen Widerspruch leben?
Verachtest du dich so sehr, Guillaume? - Ich weiß nicht, was ich ihnen sagen soll.
Alles, was sie interessiert, sind Teppiche und Blumen und...
Lasst uns beten.
Du musst sie akzeptieren, wie sie sind. Und dann werden sie auch dich akzeptieren.
Ich möchte verstehen, was mit Pater Valliers los ist.
Wenn wir alleine sind, fordert er mich auf, mich auszuziehen.
Ich kümmere mich um Pater Valliers. Ich lass ihn keinesfalls allein.
Herr Pfarrer?
Willst du Selbstjustiz üben?
Heute morgen ruft mich der Präfekt an, jetzt der Richter.
Du versetzt mich in eine extrem unangenehme Lage.
Was hat dich geritten? - Monseigneur, ich versuchte, Ihre Anweisung zu befolgen,
aber in der Realität war es unmöglich. Nach bestem Gewissen hatte ich keine Wahl!
Du sprichst von Gewissen und ich spreche von Gehorsam!
Du ahnst nicht die Konsequenzen für dich, für uns alle!
Monseigneur, versetzen Sie sich in meine Lage.
Sei still, von jetzt an hältst du den Mund!
Ich werde einen neuen Priester ernennen, sobald wie möglich. - Und ich?
Gib mir ein paar Wochen und ich finde eine Stelle für dich.
Weit weg, da, wo man dich nicht kennen wird.
Wenn du in Plugneau bleibst, werden sie dich büßen lassen, glaube mir.
Und brichst du zusammen, fällt's auf mich zurück! - Nein, Monseigneur, verzeihen Sie,
aber ich denke, ich kann... - Du kannst überhaupt nichts!
Bis dahin fall nicht auf. Kein Wort mehr, zu niemandem!
Weder zu den Kindern, noch den Familien. Keine Messe, kein Sakrament, nichts mehr!
Was soll ich dann machen? - Ich habe keine blasse Ahnung.
Geh zu deinen Eltern.
Und vor allem kein Wort an die Presse.
Du versteckst dich. Dich gibt's nicht mehr!
Seele Christi, heilige mich.
Leib Christi, rette mich.
Blut Christi, tränke mich.
Leiden Christi, stärke mich.
Birg in deinen Wunden mich.
Von dir lass nimmer scheiden mich.
Gott versteckt sich
Na komm schon! - Hier drüben!
Hier! - Los, weiter, weiter!
Ja, gut!
Wow! - Sei doch nicht so ein Egospieler!
Super Wurf!
Na komm schon! - Was soll denn das?
Deckung! Hey, was macht ihr denn da?
Da war nichts. - Da war nichts? Er reißt mir den Arm ab!
Was? Was ist denn? - Was? "Was ist denn?"
Er reißt mir den Arm ab! - Steh doch auf, scheiß Pfaffe! - Halt's Maul! - Beruhig dich, ja?
Den wirst du erleben, den scheiß Pfaffen.
Komm, regeln wir das jetzt. Spielen wir! Der redet ja viel.
Los, du bist dran!
Eins, zwei, eins, zwei.
Ich sagte es dir. Du quatschst zu viel.
Da hat er gar nicht gut ausgesehen.
Er hat dich ganz schön reingelegt, der Pfaffe, was? - Zieh Leine, ich hau ab!
Na los! - Ah, ein wenig nachtragend.
Mach's gut, Tom! Hier.
Hast du gesehen? Ist doch nett mit Tom. Da kriegt man doch Lust, oder?
Du hast wieder Farbe bekommen. Eigentlich magst du Gewalt.
Schläge einstecken, austeilen und so weiter. - Red nicht so 'n Blödsinn!
Doch! Das mit der Nächstenliebe ist überhaupt nicht dein Ding.
Was hat sich der Bischof nur dabei gedacht?
Er hat sich getäuscht. - Spiel jetzt! - Die Jungs können mich nerven.
Ich kann sie büßen lassen, so viel ich will. - Lass uns spielen! - Es geht los!
Ein untadeliger Priester, bei allen beliebt.
Wenn ich den mindesten Verdacht gehabt hätte, wäre ich sofort aktiv geworden.
Weiß man mit Sicherheit, was er getan hat?
Ja, leider. Die Ermittlungen laufen, aber drei Kinder haben ausgesagt.
Belastende Aussagen.
Eine Katastrophe für die Diözese und die gesamte Kirche.
Wir halten uns an die Anweisungen Seiner Heiligkeit in Bezug auf Pädophilie.
Und parallel zur gerichtlichen Untersuchung,
wird unsere Abteilung Licht in die Sache bringen.
Wir müssen hier klar Schiff machen.
Monseigneur Vautrot, der Bischofsrat vertraut Ihnen die Ermittlungen an.
Jesus, dessen Herz blutet, wird mich führen.
Gut. Die Medien werden auf die geringste Information lauern,
die geringste Aussage, auf den geringsten Fauxpas.
Die Bischofskonferenz wird allen Bistümern einen Vermerk zukommen lassen.
Kein Mitglied der Kirche darf zu dieser Sache seine Meinung äußern.
Ein Schlüsselsatz: "Wir müssen die Justiz ihre Arbeit machen lassen."
Mit seinen Varianten: "Wir werden die Arbeit der Justiz nicht behindern" und so weiter.
Und wenn sie nicht locker lassen?
Die Medien stellen manchmal unvorhergesehene Fragen.
Nun, wir lassen sie reden.
Wir bewahren Stillschweigen zum Wohle der Kinder,
für ihre Anonymität und für ihre Genesung.
Das ist das Mindeste, was wir tun können.
Später, nach dem Sturm, werden wir unsere Entschiedenheit kommunizieren,
ein Problem anzugehen, das eine der Prioritäten des Papstes ist.
Und der Priester?
Yann Le Megueur? Stehen wir hinter ihm?
Ich bin in Kontakt, ja. Er wird überwacht.
Und die Kinder?
Oh nein, um sie werden wir uns nicht kümmern.
Nein, ich meine, geht es ihnen gut?
Ja... Das Rathaus hat eine Beratungsstelle eingerichtet. Glaube ich.
Na dann, rein in den Sturm.
Gehen wir.
Sorgen Sie sich nicht um die Konsequenzen dieser Sache für die nächste Amtsperiode?
Die Valliers-Affäre fällt in Poileaux' Amtsperiode. Das trifft Sie nicht.
Ihr Optimismus ist beneidenswert. Andererseits betrifft Sie das auch, nicht wahr?
Übrigens habe ich Folgendes in unsere kleine offiziöse Planung geschrieben:
Wir müssen unbedingt über den Ausschuss für die Bildungsreform sprechen.
Ich hörte, dass die Ministerin Mitglieder der Zivilgesellschaft ernennen möchte.
Da können wir mitspielen. Na ja, die Kirche.
Und wer steht momentan in Aussicht? - Der Erzbischof von Paris. - Oje.
Da sind wir uns einig. Medard ist ein Weichei. Er hat nicht das Zeug dazu.
Andererseits wär es falsch, wenn Sie sich ganz offen bewerben.
Das ist doch Ihr Terrain. Also hätten Sie keine Lust,
der staatlichen Schule wieder Boden wegzunehmen?
Es brennt mir unter den Nägeln.
Die Geister sind bereit, dem engstirnigen Laizismus ein Ende zu bereiten.
Aber Sie können nicht zweierlei gleichzeitig machen.
Der Vorsitz in der Konferenz, ein Sitz im Ausschuss...
Aber wir könnten vielleicht Zeit gewinnen, um den Pariser Erzbischof zu umgehen.
Ihn umgehen? - Mein Chef bei den Pfadfindern
war mit der Ministerin auf der selben Eliteschule.
Ihn könnte ich bitten, das Terrain zu sondieren. - Tun Sie Ihr Bestes.
Eine Frage. Wo wir von sondieren sprechen.
Pater Fromenger, er kommt aus China zurück,
er begrüßt seine Freunde, Pater Bosco, Schwester Antonietta,
die ihm damals assistierte. - Und?
Ich denke, dass er vor der Bischofskonferenz etwas verbirgt. - Wieso sollte er das tun?
Er weicht aus. Und seine Sturheit wegen seines Ruhestands...
Das kommt mir komisch vor. Und noch etwas:
Warum hat er immer noch nicht Monseigneur Poileaux begrüßt?
Das ist diese alte Geschichte wegen des Verkaufs des Kapuzinerseminars.
Nein, das hat damit zu tun.
Die Verbitterung... - Nein, nein, das ist kindisch, überhaupt nicht Fromenger.
Mein Fromenger. Ich kenne ihn doch auswendig.
Damals war er ein Widerstandskämpfer, ein Jedi-Ritter.
Heute ist Etienne ein alter, mürrischer Pfarrer, der nicht aufhören kann.
Also zappelt er und ist laut. - Ich spüre es hier, wenn man mir was verheimlicht.
Nicht doch. Vergessen Sie das Geplapper von Etienne Fromenger.
Die Nominierungen der Ministerin kommen näher.
Wir brauchen diesen Sitz.
Sind Sie zufrieden? - Bitte?
Wenn Pater Valliers für unschuldig erklärt wird, müssen Sie sich verantworten.
Ich kann nicht mit Ihnen sprechen. Ich soll Stillschweigen bewahren.
Feige Hunde bellen laut. Dafür werden Sie noch bezahlen.
Lassen Sie mich in Ruhe. - Sie können nichts sagen, weil es nichts zu sagen gibt.
Ich habe Pater Valliers in all seinen Missionen assistiert.
Vier Jahre habe ich ihn nicht aus den Augen gelassen.
Hätte es ein Problem gegeben, hätte ich's gewusst, oder?
Sie sind der Kranke.
Es törnt Sie an, ehrliche Leute ins Gefängnis schicken zu lassen.
Kommen Sie, Louise.
Los, jeder nimmt eine Position ein!
Darf ich?
Auch wenn ich lieber Basketball spiele, spür ich was bei dem, was Sie sagen.
Nur dass Ihr Gott...
Der ist nichts für mich. - Wieso sollte er nichts für dich sein?
Keine Ahnung. Mein Vater war angeblich Moslem.
Er besäuft sich sogar während des Ramadans.
Und meine Mutter ist aus Pas-de-Calais. Ich denke, dass Gott sie nicht interessiert.
Der Racing Club von Lens, das ist ihr Gott, denke ich.
Wobei das ein gutes Team ist.
Aber was zählt, bist du. Was empfindest du? - Ich weiß es nicht.
Manchmal sehe ich Gras aus Betonflächen wachsen,
nur ein bisschen Erde am Rand.
Und, keine Ahnung, dabei denk ich an Gott und an Sie in Ihrem Gefängnis.
Es gibt einen Mann, der die Anfänge seiner Beziehung zu Gott beschreibt.
"Ich bin schon bei dir gewesen, als du noch nicht bei mir warst."
Kommt raus, da geht's ab! - Was ist los? Was geht für'n Scheiß?
Genau, ich entscheide!
Sind mir scheißegal, deine scheiß Vorschriften!
Hier gibt es Regeln und alle müssen sie beachten. Selbst du!
Ich scheiß auf deine Regeln! - So sprichst du nicht mit mir!
Ich rede mit dir, wie ich will. Kapiert?
Wenn du weitermachst, fliegst du. - Mach doch, was du willst.
Du musst es wissen! - Der Disziplinarausschuss... - Disziplinarausschuss.
Ich habe schon zehn hinter mir! Was wirst du tun?
Du, beruhig dich! - Ist mir scheißegal! Ich hau ab.
Spiel nicht den Klugscheißer! - Du hast recht. Geh mir nicht auf den Sack!
Prima. Geht zurück in die Klasse.
Ich bring Pater Del Sarte zurück und bin in fünf Minuten wieder da.
Los geht's! - Bis demnächst.
Verdammt, die nerven im Moment! Dazu werd ich auch noch bedrängt.
Mein Rabbi ruft ständig an und will unbedingt, dass ich Kinder kriege.
Er ist hinter mir her und will mir eine seiner Nichten vorstellen. Das nervt.
Aber ich glaub, sie hat riesige Titten.
Fehlt dir das überhaupt nicht?
Nein, ohne Scheiß!
Wann hast du zum letzten Mal eine Nummer geschoben?
Was hat Tom gemacht?
Er hat Lautsprecher geklaut und versucht, sie zu verticken.
Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Er ist normalerweise viel klüger.
Er ist eher ein Poet des "Scheißebauens". Aber jetzt...
Er wird hier rausfliegen und am Ende der Woche steht er vor dem Disziplinarausschuss,
und da er überall rausgeflogen ist...
Es gab Agen, Mont-de-Marsan.
Es wird in Rabastens enden.
Und was ist das? - Ein geschlossenes Ausbildungszentrum.
Das Vorzimmer zum Gefängnis, wenn man so will.
Aber man muss ihn von hier fernhalten, er muss was anderes sehen!
Denk nicht mal dran! - Woran?
An das, was du in deinem Kopf vorgeht. Ich kenn dich.
Es reichte schon, dich zum Basketball mitzunehmen. Das darf nicht wahr sein!
Toms Bezugsperson bin ich, okay?
Ich unterstütze ihn während des Disziplinarausschusses,
und weiß nicht mal, warum ich es tue. Es ist wohl dein verdammt schlechter Einfluss.
Also vergiss Tom! Forget, stopp! Vergiss Tom!
Was er durchlebt, versteh ich. Ich glaub, ich kann ihn abblocken.
Wen abblocken?
Wovon redest du denn? Ich versteh dich nicht!
Es kommen Wörter aus deinem Mund, ich versteh sie nicht.
Es ist seltsam, ein Wunder. Du scheinst zu sprechen, aber ich hör die Töne nicht.
Hör sofort auf!
Guten Tag. Gendarmerie Nationale. Wir möchten das Haus durchsuchen.
Sandrine, David, rechts. Manu, du kommst mit mir.
Guten Tag.
Du guckst da, ich kümmere mich um diesen Schrank und du suchst da hinten!
Wollen Sie nicht rangehen, Pater? - Nein.
Guten Tag. Hier ist das Pfarrhaus von Pater Valliers
und der Pfarrgemeinde von Plugneau.
Sie können eine Nachricht hinterlassen und ich rufe sobald wie möglich zurück.
Vanina Coursage vom "Telegramm".
Ich möchte mich mit Pater Le Megueur unterhalten.
Wenn Sie mich also zurückrufen könnten?
Unter 0-6-2-9-9-0-2-6-1-7. Danke. Bis bald. Auf Wiederhören.
Kennen Sie das Passwort für diesen Computer? - Nein.
Ich beschlagnahme ihn.
Guten Tag. Hier ist das Pfarrhaus von Pater Valliers
und der Pfarrgemeinde von Plugneau.
Sie können eine Nachricht hinter...
Yann? Was machst du denn hier? - Ich war gerade in der Gegend.
Stör ich dich? - Aber nein. Komm rein.
Laurent, mein Nachbar. Er ist handwerklich geschickt und hat Mitleid mit mir.
Nicht wie mein Ex-Mann, der keine Glühbirne auswechseln konnte.
Guten Abend. - Guten Abend.
Bleibst du bei uns zum Essen? Ich habe Seeteufel gekocht.
Liebend gern.
Hallo, guck mal. - Hallo, Rémi!
Der Bischof antwortet mir nicht mehr. Ich werde von Journalisten bedrängt...
Und die einzigen Gemeindemitglieder, die noch mit mir sprechen, beschimpfen mich.
Und die involvierten Kinder dürfen sich mir nicht nähern.
Du musst da wegziehen, Yann.
Ich muss warten, bis der Bischof eine Aufgabe für mich hat.
Aber wo möchtest du hin, idealerweise?
Weit weg.
Ich möchte weit weggehen.
Ich habe einen Fehler gemacht. - Nein, du hast getan, was nötig war.
Ich bewundere dich.
Kann ich wohl heute Nacht hier schlafen? Es macht mir Angst, dort allein zu bleiben.
Ja, aber natürlich. Ich werd das Sofa ausziehen.
Gut, was Pater Valliers passiert ist, das liegt doch in der Natur der Sache, oder?
Ein Mann kann doch nicht ein ganzes Leben abstinent bleiben.
Er muss doch raus, so oder so.
Was erzählst du denn da bloß? - Na ja, Abstinenz macht verrückt.
Nein, es ist nicht die Abstinenz, die verrückt macht.
Perversion ist eine Krankheit. Und die betrifft nicht nur die Priester.
Siehst du? Du sagst es. Die Pfaffen denken nur daran.
Mit welchem Recht wirfst du mit deinen widerlichen Theorien um dich?!
Hast du nicht gesehen, du, du bist es, der daran denkt!
Du hast nur eins im Sinn, und zwar Fabienne flachzulegen.
Ich glaube, ich träume.
Also dann...
Die schnelle Entmachtung von Malitéros hat uns überrumpelt.
Wir müssen uns an die Arbeit machen,
damit Sie sich schnellstens im Vatikan bewerben.
Was, jetzt? Oh nein, unmöglich!
Ich habe noch eine Menge Dinge zu erledigen.
Und die Valliers-Affäre, mein Gott, da muss man schnell handeln!
Diese armen Kinder. Ich brauche Zeit.
Ich habe Freunden von Ihnen erzählt, hervorragende Leute.
Sie nennen mich Gamma. Sie erwarten von uns ein endgültiges "Ja".
Ein "Ja", das Sie nicht rückgängig machen können.
Also entweder organisiere ich schnellstens ein Treffen,
oder Sie fühlen sich nicht stark genug dafür.
In diesem Fall werde ich weggehen.
Ich werde nach Saint-Joseph von Tianjin zurückkehren
und Sie werden nichts mehr von mir hören.
Aber wenn Sie der Meinung sind, dass ein Mann Gottes nicht in Rente gehen kann
wie ein gewöhnlicher hochdotierter Börsenmanager...
Wenn Sie denken, dass Ihr Versprechen noch gilt,
Jesus bis zum Ende zu folgen,
dann ist es Jesus, der mich schickt.
Denn hören Sie mir zu:
Ich bin gekommen, um Ihnen zu sagen,
Sie sollen aufstehen, Ihren Stock nehmen und sich wieder auf den Weg machen.
Werden Sie an meiner Seite sein?
Definitiv, ja!
Also gut, dann bin ich einverstanden.
Was ist denn mit Ihnen?
Pater?
Ich werde zurückkehren nach Saint-Joseph von Tianjin.
Pater, Pater, was ist mit Ihnen?
Habe ich etwas gesagt?
Etienne! - Bin ich gerade am Sterben?
Nein, nein, nein, nicht jetzt, Etienne.
Sie dürfen mich jetzt nicht im Stich lassen!
Sie werden wieder auf die Beine kommen, es ist nur ein kleiner Schwächeanfall!
Etienne! Warten Sie!
Hallo? Ja.
Lassen Sie einen Arzt kommen, schnell! Schnell, schnell!
Sie werden mich nicht im Stich lassen. - Nicht für eine Sekunde, Eminenz.
Heiliger im Himmel, komm ihm zu Hilfe!
Komm ihm zu Hilfe! Etienne! Etienne!
Oh, geht ihm entgegen, Engel des Herrn.
Kommt, um diese Seele unter euch aufzunehmen
und sie dem Antlitz Gottes vorzustellen.
Etienne! Etienne!
Der Herr Jesus Christus möge dich in sein Haus aufnehmen.
Möge er dich bei sich aufnehmen und dich ins Haus Gottes einführen...
Herr, beschere ihm die ewige Ruhe
und möge in seinen Augen das Licht ohne Glanz leuchten.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bete für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Ja, José?
Allmächtiger Gott, die Trauer erdrückt unsere Sinne,
Schmerz quält unsere Seelen,
auf bohrende Fragen finden wir keine Antworten.
Das sind die Kapuziner?!
Ja? - Ja.
Man sieht es gut.
Wir waren voller Enthusiasmus.
Wir wollten Priester werden und dachten, es würde einfach sein.
Wann fing's an schiefzugehen?
Ich glaub, das war, als wir anfingen, an der Uni zu studieren.
Wir hätten nicht hingehen sollen.
Ich wäre der Sängerin nicht begegnet,
und wir wären deinem Freund nicht begegnet... - Jocelyn?
Und Fromenger wär nicht aus dem Seminar geflogen.
Da hat es angefangen, den Bach runterzugehen. An der Uni.
Ich war ganz am Anfang noch nicht bei euch,
und Pater Fromenger kenn ich nur vom Hörensagen.
Aber ich glaube nicht, dass alles schiefgegangen ist.
Ihr seid jetzt alle Priester.
Außer mir.
Was denn? Das stimmt doch, oder?
Ich habe mich immer gefragt, warum du einfach so aufgehört hast?
Bin nicht dafür gemacht.
Und die Forschung und der Unterricht fehlten mir.
Ich freu mich jedenfalls, dass du heute hier sein kannst.
Wer hat dir Bescheid gegeben? Warst du das, Yann?
Nein.
Warst du das, Guillaume?
Ich war's nicht.
Und was spielt das überhaupt für eine Rolle?
Entschuldigt mich.
Was habe ich gesagt?
Habe ich was gesagt? - Du hast nichts gesagt.
Guillaume!
Guillaume, bitte!
Sie sind unsere Freunde und wollen uns nichts Böses! - Warum bist du hier?
Um den Verlust eines geliebten Menschen zu teilen, mit euch allen.
Von jemandem, der in meinem Leben was zählt und den ich genauso wie du kannte.
Keine gute Zeit, um zu streiten. Alle sehen uns an.
Glaubst du etwa, ich bin dafür da?
Um zu streiten?
Wer bin ich denn für dich?
Der, mit dem du vögelst, wenn du dein Messbuch weglegst?
Du solltest dir darüber klarwerden.
Für uns.
Ja.
Wein dich ruhig aus, Yann. - Danke, Pater.
Aus rein persönlichen Gründen wollte ich ein paar Worte sagen.
Selbst wenn ich vielleicht nicht der Geeignetste zu sein scheine,
um hier von Pater Fromenger zu sprechen.
Als ich von seiner Rückkehr aus China erfuhr,
hatte ich ihn zum Abendessen eingeladen,
um ihm für seine Tätigkeit dort zu danken.
Und...
Er war so freundlich gewesen, es anzunehmen.
Ihr alle, die ihr ihn gekannt habt, könntet es bezeugen...
Glauben Sie daran?
Etienne war so interessiert an anderen.
Sie halten tatsächlich an Ihrer Verschwörungstheorie fest, ja?
...dass er auch bereit war,
mit jemandem zu essen, der so langweilig ist wie ich.
Ich konnte die Köchin befragen,
um herauszufinden, was sie den Herren zubereitet hat.
Und was hat sie mir geantwortet?
"Welche Herren?"
Sie wusste von nichts.
Was mögen sie wohl besprochen haben?
Ich möchte das Wort an denjenigen weitergeben,
der ihn sehr viele Jahre begleitet hat.
An Pater Dominique Bosco.
Pater Fromenger.
Meine Mutter starb im letzten Jahr.
Sie war im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.
Am Tag ihres Todes spielte sie noch Scrabble.
Wir waren nicht wirklich zerstritten.
Nur die Liebe war...
irgendwie abhanden gekommen.
Mit Etienne war das völlig anders.
Die Liebe war überall.
Er hatte mir versprochen, mit mir ein Gespräch weiterzuführen.
Aber...
heute...
heute verlieren wir einen geliebten Pater.
Aber der Geist der Kapuziner muss in jedem von uns leben.
Schwester?
Ich weiß, was Sie jetzt gerade empfinden.
Ich selbst habe neulich einen geliebten Menschen verloren.
Also im Gebet und in Gedanken bin ich bei Ihnen.
Danke.
Du musst da weg, und zwar schnell. - Nein, jetzt fang du nicht auch noch an.
Und außerdem kümmert sich mein Bischof darum.
Wenn du genau da landen willst, wo du es nicht möchtest,
dann lass sich deinen Bischof drum kümmern.
Ich weiß nicht... Denk drüber nach, Yann.
Was möchtest du machen?
Du musst auch an dich denken.
Sie können dir inzwischen nichts mehr abschlagen.
Ich weiß nicht.
Eine Stelle in einer Kantorei.
In Chartres oder Reims, zum Beispiel.
Das würde mir gefallen. - Bist du sicher?
Dann gut. Dann werd ich sehen, was ich tun kann,
und halt dich auf dem Laufenden.
Gehen Sie hin. Gehen Sie hin, sag ich Ihnen!
Monseigneur Poileaux lässt Ihnen sagen, dass er bereit ist.
Ich weiß, dass ich Ihnen vertrauen kann.
Angesichts Ihres Freundschaftsverhältnisses zu Etienne haben wir gedacht,
dass Sie uns einen Hinweis geben könnten...
über die Leute, die er mit Monseigneur bekanntmachen wollte.
Pater Fromenger hatte mit Monseigneur Poileaux ein Gespräch,
in dem er ihm scheinbar angeboten hatte,
ihn mit Leuten in Verbindung zu setzen.
Im Hinblick auf eine Art spezielle Mission im Vatikan.
Dieser verrückte Etienne!
Das sieht ihm ähnlich! - Bitte?
Er hat euch einen Bären aufgebunden, ganz offensichtlich!
Er sagte mir alles, aber davon hat er mir nie etwas erzählt.
Und Sie sind drauf reingefallen!
Schwester.
Verzeihung. Verzeihung.
Dummes Zeug! Sollte sich Pater Fromenger zu so einem Spiel erniedrigen?
Aus reiner Rache?
Und ich soll naiv genug sein, um diesen riesen Unsinn zu glauben?
Für wen halten Sie mich, Valéry?
Aber offenbar habe ich mich geirrt.
Und zunächst über mich selbst.
Ich hätte so sehr gewünscht, dass es wahr wäre.
Die Kirche ist nicht geöffnet!
Entschuldigen Sie, ich bin Vanina Coursage.
Ich bin Journalistin beim "Telegramm".
Ich beantworte Ihre Fragen nicht. Reden Sie mit dem Bischof.
Er ist nicht erreichbar.
Ich brauche Ihre Aussage, es ist wichtig.
Ich hab's Ihnen gesagt, ich kann Ihnen nicht antworten.
Sie sind jetzt ein Held.
Ist es Ihnen lieber, die reden zu lassen, die behaupten,
Sie wären neidisch und würden Valliers hassen?
Und das wollen Sie veröffentlichen?
Dieses schmutzige Gerücht werden Sie verbreiten?
Eine schöne Ethik haben Sie da! - Nein, eben deshalb bin ich ja hier.
Um das zu überprüfen. Ihren Standpunkt hören!
Nun, ich bin kein Held, ich bin kein Richter. Und nun verschwinden Sie!
Sie wollen sich also verdrücken?
Los, raus!
Spinnen Sie? - Da vorne geht's lang!
Lassen Sie mich los, Sie tun mir weh!
Meine Damen, Sie müssen das Fahrzeug schnell räumen.
Der Wagen hat eine Panne und ich kann nicht weiterfahren!
Ein neuer Bus wird in einer Stunde hier sein.
Tut mir leid. - Meine Kinder warten schon zu Hause!
Tut mir leid. Bitte, Madame.
Ich bedaure wirklich. Aber ich kann nicht anders.
Na gut, kommen Sie!
Kommen Sie!
Was für ein Glück. - Schnell. - Los, komm.
Herein.
Danke schön. - Herein. Komm, bitte.
Kommen Sie rein.
Ein Segen. Was für ein Wetter. - Vielen Dank.
Hinein, bitte. Treten Sie ein.
Hier bin ich das erste Mal drin. - Ich hatte sie auch noch nie gesehen.
Mamadou, bleib ruhig!
Verteilen Sie diese Kerzen.
Gut.
Vom lieben Gott geschenkt. - Und noch ein paar.
Danke. - Möchtest du eine?
Eine Kerze für Sie.
Und für dich natürlich auch.
Hier, bitte.
Wie ein Pilgerzug sieht das aus.
Und wird es hier bald Messen geben?
Leider nein. Ich fürchte, es steht überhaupt nicht mehr auf der Tagesordnung.
Weshalb lächeln Sie denn dann, Herr Pfarrer?
Weil ich an jemanden denke da oben.
Der bestimmt nichts dagegen hätte. - Gott?
Ja, auch. Ja.
Du sagst, es täte dir leid, okay?
Dass du es nicht wieder machst, dass du verstanden hast
und mit dem Scheiß jetzt aufhörst. Los, wiederhole!
Es tut mir leid. Ich werd's nicht mehr tun.
Ich möchte ein Praktikum und vernünftig werden.
Und du hörst mit dem Scheiß auf! - Ich hör damit auf.
Genau.
Und was machen Sie hier? - Ich bin... Ich gehöre zu Elie, dem Erzieher.
Gut.
Was willst du denn hier?
Gut, gehen wir zur nächsten Akte über.
Thomas Jalbert.
Kommen Sie bitte näher, Thomas. Los, kommen Sie näher!
Also, Thomas Jalbert, am 14. Februar 1999 in Muret geboren.
Der Misserfolg Ihrer letzten Unterbringung in einem Heim bedeutet sehr wahrscheinlich
eine Einweisung in ein geschlossenes Ausbildungszentrum.
Möchten Sie sich dazu äußern?
Na ja.
Entschuldigung.
Es tut mir leid.
Wie bitte? Ich habe nicht verstanden, was Sie gesagt haben.
Ich möchte, dass Sie laut und deutlich sagen, was Sie uns zu sagen haben.
Na ja, ich hab's gesagt. Man muss nicht übertreiben.
Du hast es gehört, oder? Ich hab's gesagt.
Sie haben mich nicht richtig verstanden.
Entweder Sie ändern Ihr Verhalten und das beginnt sofort,
oder es heißt geschlossenes Ausbildungszentrum.
Ich habe mich entschuldigt.
Hier, Monsieur!
Seien Sie nicht besorgt, ich werd ihn zu mir nehmen.
Es wird alles gut, ich bin sein großer Bruder.
Wir kennen Sie. Und genau das werden wir eben nicht tun.
Aber nein, Herr Direktor. Ich fühl mich für ihn verantwortlich.
Sie können ihn nicht in ein geschlossenes Zentrum, von weiß ich was, stopfen!
Das ist nichts für ihn und das wissen Sie sehr gut.
Herr Jalbert, mit Ihnen wäre das so wie vom Regen in die Traufe.
Darf ich etwas sagen?
Ja, bitte.
Also ich bin Priester.
Und ich möchte Tom gern in unserem Haus aufnehmen.
In Ihrem Haus? - Na ja, in unserem Pfarrhaus.
In der Gemeinde gibt's Leute, die viel ihrer Zeit opfern,
um anderen zu helfen.
Es sind Führungskräfte, Unternehmer, Lehrkräfte und auch Laien.
Wenn Sie mir Tom anvertrauen, wird er mit diesen Leuten umgehen müssen.
Sie kümmern sich dort um ihn, sie werden ihn betreuen.
Vor allem werden sie durch ihr Handeln den Sinn erkennen lassen,
den sie ihrem Leben zu geben wissen.
Das wär's.
Was halten Sie davon?
Von mir aus.
Der Ausschuss wird sich beraten.
Sie können sich wieder setzen, Tom.
Zur nächsten Akte.
Was ist mit dir los? Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein?
Simon Piote.
Wie verfahren wir in diesem Fall?
Ja, Maman, ich wollte gerade losfahren. Ich bin zum Mittagessen da.
Aber ja, ja, ich weiß, was ich tue.
Maman, bitte, setz nicht noch eins drauf!
Ich habe sowieso keine andere Wahl.
Sag Papa, dass ich tue, was man mir sagt.
So, ich muss jetzt auflegen. Bis später.
Was machen Sie? Fahren Sie weg, Pater?
Ja, ich fahr weg.
Wenn die Leute hier blind bleiben wollen, dann steht's ihnen frei.
Wenn Sie alle denken, Tristan, Martial und Adrien seien alle Lügner,
und ihre Geschichten wären Fantasie,
um den Pfarrer zu beschmutzen, den sie so lange kennen und dem sie vertraut haben...
Wenn es das ist, was Sie glauben, kann ich nichts für Sie tun.
Und wer wird hier sein?
Das weiß ich nicht. Der Bischof wird sicher bald einen neuen Pfarrer benennen.
Und zu Weihnachten, wer ist dann hier?
Und zu Ostern? Wer wird sich um uns kümmern?
Sie hatten doch recht.
Was er getan hat, ist abscheulich. Ich hasse ihn.
Aber Sie?
Sie werden uns auch im Stich lassen?
Gehen Sie nicht weg, Pater.
Mit 20 hatte ich große Probleme.
Ich hatte aufgehört zu essen.
Ich verließ mein Zimmer nicht mehr, ich war ein Schatten.
Der Tod stand über mir.
Meine Eltern hatten von Etienne gehört.
Er ist gekommen und hat an meine Tür geklopft.
Ich wollte ihn nicht sehen.
Er kam wieder.
Und eines Tages habe ich ihm meine Tür geöffnet und nie wieder verschlossen.
Er war meine Rettung.
Er zeigte mir, den Tod zu beobachten, wie er in uns arbeitet,
selbst wenn wir glauben, leben zu wollen.
Und später,
als ich ihm sagte, dass ich Gott treffen will, wurde er wütend.
Er hat alles getan, um es mir auszureden.
Und hätte mich dafür nicht aus der Hölle befreit.
Ich muss Ihnen den letzten Streich erzählen,
mit dem er Monseigneur Poileaux einen Bären aufgebunden hat.
Ja. Ja, erzählen Sie mal!
Er hat ihn glauben lassen, dass er einer mysteriösen Organisation angehöre.
Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen. Vielen Dank.
Guten Tag. Hier ist das Pfarrhaus von Pater Valliers
und der Pfarrgemeinde von Plugneau.
Sie können eine Nachricht hinterlassen und ich rufe sobald wie möglich zurück.
Guten Tag. Sie sind im Pfarrhaus von Plugneau
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Die drei Musketiere...
Sind Sie bereit?
Treffen wir uns morgen beim Sonnenaufgang.
Was soll's...
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