All language subtitles for Die.Zirkusprinzessin.ge

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Original subtitles

Meine Herren, meine Damen, hochverehrtes Publikum,

die Sie heut zum Zirkus kamen, wissen ganz genau warum.

Unser Zirkus, der ist klasse, unerreicht auf dieser Welt.

Strömen Sie herbei zur Kasse, denn hier gibt's was für lhr Geld.

Menschen, Tiere, Sensationen, nur die allerneusten Tricks,

und als Clou der Sensationen der berühmte Mister X.

Mister X ist unvergleichbar, tollkühn, edel, elegant,

Mister X ist unerreichbar, Mister X ist weltbekannt.

Direktor, ist M ister X so grandios? - Wir kommen aus Moskau.

Ja, M ister X ist so grandios! Er ist der Größte.

So etwas gibt es in Moskau, London, Paris und Amerika nicht.

Was macht er für einen Trick? - Trick? Es ist Tollkühnheit.

Tollkühnheit gepaart mit Todesmut. - Trägt er wirklich eine Maske?

Natürlich. Er kommt maskiert und geht maskiert.

Das wollte er so. - Interessant.

Mysteriös. - Überzeugen Sie sich selbst.

Meine Herren, meine Damen, hochverehrtes Publikum,

die Sie heut zum Zirkus kamen, wissen ganz genau warum.

Mister X ist einfach klasse, ohne jeglichen Vergleich.

Strömen Sie herbei zur Kasse. Anfang ist sofort und gleich.

In unserer Abschiedsvorstellung sehen Sie die Tortellis aus Rom

und das berühmte Baranski-Ballett.

Die fünf Leibwächter des Schahs von Persien.

Sie haben dem Schah bereits dreimal das Leben gerettet.

Miss Mabel Gibson, die talentierte englische Seilkünstlerin.

Hello Mabel! How are you? - Thanks, fine!

Jin, Jen und Jan, die drei Söhne des gefürchteten Dr. Fu Man Chu.

Die wilden Hengste von Lippizza, vorgeführt von Baron Doc Schemansky.

Unsere indischen Elefanten, vorgeführt von seiner Hoheit,

dem Maharadscha von Tai-Pur.

Und Tino, das Riesenbaby.

Als Krönung des Abends aber werden Sie ihn sehen...

Stellt Mister X sich nicht selber vor?

Sein Auftritt ist 10.20 Uhr. Er betritt den Zirkus 9.40 Uhr.

Das ist vertraglich festgelegt.

Im ersten Teil sehen Sie Jin, Jen und Jan,

die drei Söhne des berüchtigten Chinesen Dr. Fu Man Chu.

Hier sind wir, Fürstin.

Aber Saskusin, wie kommen Sie darauf, mich zum Zirkus zu führen?

Ich erinnere mich, dass Fürstin Fedora Palinska beim Champagner sagte:

"Ich möchte Mister X sehen." - Ach ja!

Und lhr Wunsch, Fedora, wird mir immer Befehl sein.

Sie haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Und Sie sind sehr aufmerksam.

Und wann führt diese Aufmerksamkeit zum Ziel?

Saskusin, machen Sie es mir doch nicht so schwer.

Der Befehl seiner Majestät des Zaren ist für mich schlimm genug.

Er lässt mich aus Paris kommen und empfängt mich,

nur um mir zu sagen: "Fürstin Palinska,

die Palinskischen Güter und Bergwerke, die Sie geerbt haben

und an denen die Krone wesentliche Anteile hat,

bedürfen der starken Hand eines Mannes.

Es ist daher mein dringender kaiserlicher Wunsch und Befehl,

dass Sie schnellstens wieder heiraten." - Und haben Sie schon gewählt?

Da sehen Sie die Qual meiner Wahl.

Ich liebe Sie! - Aber, aber, meine Herren.

Ich kann Sie doch nicht alle acht heiraten.

Und außerdem, ist denn die Liebe wirklich gar so schön?

Was in der Welt geschieht, immer dasselbe Lied.

Alles, ach, alles nur pour I'amour.

Was uns das Herz bewegt, was uns den Sinn erregt,

Hass oder Treueschwur: Nur pour I'amour.

Ist denn die Liebe wirklich gar so schön?

Kann denn die Welt nicht ohne sie besteh'n?

Denn jede Liebe, die bringt Sorgen,

dem einen heut schon, dem andern morgen.

Ja bitte ist denn die Liebe wirklich gar so schön,

wenn uns die Männer so den Kopf verdreh'n?

Liebesbrief und Stelldichein, süße Küsse, Mondenschein...

Liebe Freunde, ich sage nein.

Und jetzt, meine Herren, muss ich leider...

Danke. Nach der Vorstellung dann...

Das ist Mister X.

Brillante Erscheinung, a la bonheur.

Nun, meine Herren, wie wär's? Mister X tritt erst 10.20 Uhr auf.

Ich spendiere ein paar Flaschen Schampus. - Spendabel! Bravo! Auf Saskusin!

Good evening, M ister X. How is everything?

Buenas noches, Señor X.

Auf die M inute, Fedja. - Das übliche Glas? - Nein, danke.

Fedja, was hast du? - Nichts.

Fedja, ich kenne dich. Was ist los? - Nichts.

Du riskierst jeden Abend dein Leben. Ein Fehler...

Das ist das Los vieler Artisten.

Wenn du nichts sagst, lassen wir dich nicht auftreten.

Ich bin soeben dem Unglück meiner Jugend begegnet.

Und jetzt lasst mich bitte allein.

Wieder hinaus ins strahlende Licht,

wieder hinaus mit frohem Gesicht...

Scheint dir das Leben oft auch bitter und kalt,

zeig deine Kunst, denn du wirst ja bezahlt.

Bist nur ein Gaukler, ein Spielball des Glücks,

zeig deine Künste, zeig deine Tricks.

Machst du es gut, dann winkt dir Applaus,

wenn du versagst, lacht man dich aus.

Heute da, morgen dort, was macht es!

Heute hier, morgen fort, was macht es?

Reicht das Glück dir die Hand, rasch, greif zu, Komödiant,

rasch, greif zu, Komödiant, greif zu!

Wenn man das Leben durchs Champagnerglas betrachtet,

sieht man es strahlen aus Goldpokalen.

Ein holdes Bild erwacht, für das man einst geschmachtet,

zwei weiße Arme, ein roter Mund,

und plötzlich leuchten auf des Glases Grund

zwei Märchenaugen, wie die Sterne so schön,

zwei Märchenaugen, die ich einmal geseh'n.

Kann nicht vergessen ihren strahlenden Blick,

kann nicht ermessen mein verlorenes Glück.

Du Traum der Liebe, den ich einmal geträumt,

du Traum des Glückes, den ich einmal versäumt,

du holdes Trugbild meiner Lust, meiner Qual,

du süßes Märchen - es war einmal.

Verzeihen Sie. - Selbstverständlich.

Was ist? - Weitere Gäste sind da.

Der Zirkus ist ausverkauft.

Es ist Seine Kaiserliche Hoheit, Prinz Sergius. - Der berüchtigte Prinz?

Vladimir, wie lange warte ich schon? - Zehn Stunden, äh... Sekunden.

Empfängt man so einen Prinzen Sergius? - Jawohl, äh... nein.

Wenn der Kerl nicht sofort kommt, kaufe ich den Zirkus.

Ich bin Warten nicht gewohnt. Nicht einmal der Zar lässt mich warten.

Was erlaubt sich der klägliche Prinzipal dieser Schausteller?

Na endlich! Wo werde ich sitzen? - Jawohl, wo wird Seine Hoheit sitzen?

Ich muss Sie enttäuschen, wir sind voll.

Werfen Sie einen hinaus! - Aber alle haben bezahlt.

Bieten Sie ihm das Zehnfache, wenn er geht.

Allez hop!

Cesar will dem verehrten Publikum danke sagen.

Die Fürstenloge ist fast frei. - Na also!

Ich bedaure, diese Loge ist für die Fürstin Palinska reserviert.

Sehr gut! Lhretwegen bin ich hier. Dort muss ich sitzen!

In einer paar Tagen sitzt sie sowieso auf meinem Schoß.

Der einzige freie Platz ist an einen jungen Ausländer verkauft.

Ein treuer Gast des Hauses. - Geben Sie ihm tausend Rubel.

Fünftausend! Den Platz muss ich haben.

Ich werd's versuchen, Kaiserliche Hoheit.

Vladimir, wie lange spielt sie schon Katze und Maus mit mir?

Seit sie aus Paris zurück ist. - Bin ich eine Maus? - Eine Maus?

Sie sind ein Prinz aus kaiserlichem Gestüt, äh... Geblüt. - Eben.

Ich sage Ihnen, die Sache mit der Maske ist ein Reklametrick.

Wenn ich mir vorstelle, ein Mann, der sein Gesicht verbirgt...

Was für ein Schicksal verbirgt sich wohl dahinter? - Es ist nicht das unsere.

Ein Glas Champagner, bitte. - Sofort, M ister X.

Fürstin Palinska möchte Sie kennenlernen. - Fürstin Fedora Palinska?

Sie kennen sie? - Ich lese Zeitung.

Ich bin Mister X.

Und sonst nichts? - Sonst nichts, Madame.

Es ist nicht üblich, dass ein Herr seinen Fantasienamen nennt,

dass er sein Gesicht verbirgt, wenn er sich einer Dame vorstellt.

Das heißt, wenn er ein Herr ist...

Das zu beurteilen, überlasse ich lhrer Durchlaucht.

Ich bringe dir bei, wie man sich einer Dame gegenüber benimmt.

Sie treten heute nicht mehr auf. - Das bleibt abzuwarten.

Aber meine Herren, nur keine Aufregung.

Sie wollen sich doch nicht mit einem Mann vom Zirkus schlagen.

Ich schlage mich nicht mit ihm.

Ich prügele nur die guten Manieren in ihn hinein. - Halt!

Aber meine Herren. Sie waren Gäste des Grafen Saskusin.

Und Graf Saskusin dankt Ihnen für lhre Gesellschaft.

Und ich bitte Sie, uns jetzt allein zu lassen.

Hoheit.

Lieber Saskusin, würden Sie mir einen Gefallen tun

Aber ja. - Und uns jetzt allein lassen?

Aber Fürstin, ich... - Bitte.

Wenn Sie es als Beweis meiner Ergebenheit werten, gern.

Verzeihen Sie, es war mein Fehler. Eine meiner schrecklichen Launen.

Es war nur begreifliche weibliche Neugier.

Curiositas geminorum origo mundi est.

Oh, Sie sind gebildet.

Ein Erziehungsfehler, Durchlaucht.

Das klingt ein bisschen verbittert.

Verzeihen Sie. Vor Ihnen steht ein Artist in einem grotesken Aufzug,

aber dennoch ein Mann.

Was würden Sie sagen, wenn es diesem Mann einfiele,

Ihnen seine Liebe zu gestehen?

Ein Mann, von dem ich nichts weiß?

Vielleicht weiß dieser Mann umso mehr von Ihnen.

Sie sind ihm begegnet, in Moskau, in Monte Carlo, in Paris.

Vielleicht sind Sie, ohne es zu wissen, längst das Schicksal dieses Gauklers,

der vor Ihnen steht.

Das klingt fast wie ein Roman. - Vielleicht ist es ein Roman.

Einer, der wie alle Romane anfängt mit:

Ich liebe Sie.

Ich liebe Sie, hat das noch nie lhr Herz tief gerührt?

Ich liebe Sie, hat dabei nie lhr Herz je vibriert?

Ich liebe Sie, ein heilig Wort, wer immer es sagt,

ob Komödiant, ob großer Herr, das Schicksal nicht fragt.

Wie seltsam klingt aus diesem M und dies Wort an mein Herz.

Geheimnisvoll, ein fremder Klang voll Freude und Schmerz.

Ich liebe dich, ein Meer von Glück erschließt dir dies Wort.

Im Himmelsflug trägt weit, so weit es dich fort.

Leise schwebt das Glück vorüber und der Himmel öffnet sich weit.

Süßestes wonnigstes Beben, längst schon erträumtes Erleben.

Tief aus meines Herzens Grunde steigen heiße Wünsche empor.

Einmal im Leben schlägt jedem die Stunde,

das Glück steht vor dem Tor.

Einmal im Leben schlägt jedem die Stunde, das Glück steht vor dem Tor.

Mister X... ich...

Verzeihen Sie bitte.

Auf mich und auf dich, kleine Fedora.

Toni! Wir dachten, du seiest gar nicht mehr da!

Toni ist immer, wo der Zirkus ist und wo die kleinen Mäderln im Trikot sind.

Wenn ich in den Zirkus gehe, abends, dann und wann,

und die süßen Mäderln sehe, ach, wie wird mir dann.

Diese Kleinen mit den Beinen wie aus Marzipan,

sie sind das Schönste vom Programm, das Allerschönste vom Programm.

So durch den Operngucker süß wie Zucker sind sie anzuseh'n,

Rosenhändchen, Hosenrändchen, alles wunderschön.

Eine dieser Zirkusfeen, meines Herzens Ziel,

ach, ich muss es laut gesteh'n... lieb ich viel zu viel.

Die kleinen Mäderln im Trikot mit ihrem reizenden "und so".

Die seid'nen Röckchen, ja, die sitzen fesch,

und drunter nur ein Hauch von Spitzenwäsch'.

Ja, wie das knistert, wie das rauscht, wenn sich beim Tanz das Röckchen bauscht,

da sagt sich jeder Jüngling gleich ola, oho, die kleinen Mäderln im Trikot.

Die kleinen Mäderln im Trikot mit ihrem reizenden...

Die seid'nen Röckchen, ja, die sitzen fesch,

und drunter nur ein Hauch von Spitzenwäsch'.

Ja, wie das knistert, wie das rauscht, wenn sich beim Tanz das Röckchen bauscht,

da sagt sich jeder Jüngling gleich ola, oho, die kleinen Mäderln im...

...Trikot.

Endlich! Miss Mabel Gibson! Nur wegen Ihnen geh ich in den Zirkus.

Endlich erwisch ich Sie! Darf ich mich vorstellen: Toni.

Please? - Yes... I...

In the deed, I bewonder you, I dings you...

Also... when I... Miss Mabel... when I... whenever I...

Also mein Schulenglisch war auch nur für den Lehrer.

Please? - Also jetzt reicht's mir.

Es heißt: " Die Sprache der Liebe ist international." Liebe Miss Mabel!

Wenn ich Sie anschau, da geht's mir durch und durch,

da rubelt's mit im Herzen, da wurlt's mir im Portemonnaie,

da vergess ich, dass ich nur Toni bin, Sohn vom Hotel Erzherzog Karl in Wien,

ein armes Würstel gegen lhre anderen Verehrer.

Nein! Sie sind aus Wien?

Toni Schlumberger, Schönlaterngasse 73, 3. Hof, 2.Stock, Halsweite 40.

Liesel Burgstaller, Paniglgasse 24, 3. Stock, Tür 12, zweimal klopfen.

Ein Wiener Würstel!

Verzeihung, es hat mich übermannt. - Das macht nichts.

Lassen Sie lhren Gefühlen freien Lauf! - Nix da, die Tour kenn ich.

Einem Mädel schöne Augen machen und was hat es dann?

Kleines, goldiges Mabelchen! - Eben, das hat's,

ein kleines Mabelchen. Nein, danke, Herr Limburger.

Schlumberger. Wissen Sie was, ich lad Sie zum Essen ein.

Zu Champagner, zu Limburger. Ach, ich hab Sie doch so gern.

Wer mich gern haben will, muss mich heiraten, bevor er mich gern hat.

So gern, wie Sie mich haben wollen, das hab ich nicht gern.

Und deshalb, Herr Lim... - Schlum... ...berger,

können Sie mich gern haben! - Aber Mabel!

Zwei heiße Wiener Herzen im kalten Petersburg,

wird dir da nicht auch warm ums Herz?

Oh, mein Auftritt! - Aber...

Nicht dumm rumstehen, sonst holen Sie sich zum Korb noch kalte Haxen.

Was geht die denn die Temperatur meiner Haxen an, außer...

...außer sie liebt mich!

Miss Mabel Gibson.

Endlich, Fürstin. - Sie hier?

Ich erlaube mir, Ihnen Gesellschaft zu leisten. Zur Übung gewissermaßen.

Wie soll ich das verstehen? - Wie es gemeint ist.

Fedora, Sie haben so viel durchgemacht... - Verzeihen Sie bitte.

Ich sehe nichts.

Armes Küken. - Dumme Gans.

Fedora, Sie haben so viel durchgemacht.

Nun, meine Damen und Herren, sehen Sie eine Sensation:

Liebste Fedora, Sie sollen lhr Leben endlich genießen. - Sehen Sie, Mister X!

Miss Gibson, ich führe diesen Zirkus seit dreißig Jahren, aber so etwas...

Sie sind entlassen. - Ja, Herr Direktor. Danke.

Sie haben so viel durchgemacht. Sie sollen ihr Leben...

Ich möchte wissen, wer sich hinter dieser Maske verbirgt.

Fedora, ich, der kaiserliche Prinz Sergius,

bitte Sie entschlossen um lhre Hand.

Prinz Sergius, Sie scherzen.

Es war sicher nicht die Absicht des Zaren, mich zu zwingen, einen ungeliebten und...

...überreifen Mann zu heiraten.

Und selbst wenn es seine Absicht gewesen wäre, würde er mich sicher verstehen.

Wissen Sie, meine nächste Ehe soll bis ans Ende meines Lebens dauern,

eines hoffentlich langen und glücklichen Lebens, Hoheit.

Das war deutlich.

Wie Sie wollen.

Und nun, meine Damen und Herren, zeigt Ihnen Mister X die Sensation des Abends.

Mister X wird aus der Zirkuskuppel einen dreifachen Salto ausführen

und auf dem Rücken eines Pferdes landen.

Mister X arbeitet ohne Sicherheitsseil und ohne Netz.

Selbst die größten Versicherungen weigern sich,

Mister X für den Fall eines Unfalles zu versichern.

Denn ein Fehlsprung bedeutet für Mister X in jedem Falle...

Ich platze!

Aber keine Angst, Fedora, Sergius ist nicht nachtragend, nur rachsüchtig.

Vladimir, gib bekannt, dass ich morgen im Schloss ein Fest gebe

zu Ehren der Fürstin. - Weiß sie das?

Du sagst es ihr. - Und wenn sie nicht kommt?

Sag ihr, ich wolle mich entschuldigen. - Und wenn sie trotzdem nicht kommt?

Dann schicke ich dich zu meiner Großtante nach Sibirien! - Zu Befehl!

Und alarmiere das Offizierskorps von Petersburg, die Damen.

Mitten in der Nacht? - Sag ihnen, die Preußen kommen.

Dann werden sie schon blank ziehen. - Die Damen?

Und ruf mir den Direktor... und diesen Mister X.

Er wird eine kleine Rolle in meiner Komödie spielen, eine lächerliche.

Und jetzt, rausche ab. - Rausche ab. Zu Befehl!

Wodka! Ich habe Durst.

Viel Wodka!

Ich habe Rachedurst.

Wo ist Mabel? - Sie ist vom Seil gefallen. - Ausgeflogen. - Hinausgeflogen.

Mabel. - Ach, M ister X.

Es ist ja so schlimm. Jetzt ist alles aus. - Aber Kleines.

Jeder Mensch hat Momente, in denen er verzweifeln möchte,

und trotzdem... wenn ein paar Jahre vergangen sind,

stellt sich oft heraus, dass das, was wir als Unglück verfluchten,

eigentlich der Anfang vom Glück war.

Wer wird denn gleich weinen, mein Kind,

mit solchen Guggerln ist das Weinen eine Sünd"

lm Leben gibt's halt nicht immer Sonnenschein

und Sonntag kann auch nicht immer sein.

Drum lach nur und tröste dich geschwind.

Der alte Herrgott, der weiß, was er tut.

Der meint es mit uns dummen Menschen ja so gut.

Ja, ja, der teilt sich schon alles richtig ein,

man darf nur nicht ungeduldig sein,

denn einmal wird alles wieder gut.

Ich erinnere mich an einen Husarenleutnant, Fedja Palinski,

Neffe und Erbe eines der reichsten Fürsten Russlands.

Sein Leben war ein Fest, ein einziger, wundervoller Rausch bis...

bis er eines Abends im Theater eine bildschöne junge Dame sah,

die ihn faszinierte wie keine vorher.

Am selben Abend ging er zu Fürst Palinski und sagte ihm:

"Diese Frau werde ich heiraten, koste es, was es wolle."

Der junge Leutnant war überrascht, als der alte Fürst gestand,

dass jene Frau die Dame seines Herzens war,

dass er sie heiraten werde.

Der Onkel enterbte den Leutnant,

und ließ ihn in eine öde Garnison im Ural versetzen.

Seine Karriere war zerstört.

Da nahm er den Abschied und zog hinaus in die Welt. Er ging zum Zirkus.

Sie sind dieser Unglückliche, nicht wahr?

Wie könnte ich unglücklich sein, jetzt, wo der Leutnant von einst

die Dame von einst wiedergesehen hat.

Wo er gesehen hat, dass sie einsam ist, dass sie frei ist,

und dass sie begehrenswerter ist als je.

Sehr wohl, Hoheit.

Das Ballett, die Musik und auf ein Zeichen von Ihnen die Clowns.

Es wird geschehen.

Oh, Verzeihung. - Verzeihung.

He, Sie! Portier! - Bitte?

Sie sind der Einzige, der mir helfen kann. Wo ist Mabel Gibson?

Ich kenne die Dame nicht. - Das habe ich mir gedacht.

Ich kenne sie immer noch nicht. - Seien Sie doch nicht so stur. Die mit...

Ach die! Die mit dem...

Kenn ich auch nicht.

Hier! Das gab mir der Prinz Zervius, oder wie der Trottel heißt,

damit ich ihm für zwanzig Minuten meinen Sessel überlasse.

Na also! Wo ist Mabel? - Das weiß ich nicht.

Und da nehmen Sie das viele Geld? - Ja, denn ich bin der Trottel Zervius.

Verschwinden Sie, sonst mach ich aus Ihnen Zervelatwurst!

Sie und dieser Zervius? Nehmen Sie mich nicht auf den Arm.

Sonst dreh ich Sie durch den Wolf und verkaufe Sie als Tartar an die Eskimos.

Befehlen Sie, Sie von dem Kerl zu befreien?

Zu zwei Jahren Kerkers reicht's schon. - Hoh?

Wer sind Sie überhaupt? - Der Toni,

leiblicher Sohn vom Erzherzog Karl in Wien.

Was? Sie sind der Sohn von meinem Freund Erzherzog Karl?

Da platzt mir der Schnürsenkel. Kannten Sie meinen Vater?

In Wien war ich immer mit ihm zusammen.

Mein Gott, was haben wir alles angestellt!

Warum weiß ich denn nicht, dass Sie hier sind?

Ich reise inkognito. - Ach so.

Und diese Mabel ist das kleine intime Inkognitochen, was?

Der Hase, wie Erzherzog Karl zu sagen beliebte? - Ja, der Hase.

Keine Angst, den Hasen finden wir schon.

Und bei meinem rauschenden Fest sind Sie natürlich mein Gast,

mit so vielen Mabeln wie Sie wollen. - Wenn ich bloß erst die eine hätt!

Herrlich, diese österreichischen Erzherzöge,

wenn die erst mal auf einen Hasen anlegen,

dann sind sie erst glücklich, wenn sie auch geschossen haben.

Kaiserliche Hoheit!

Mister X!

Da sind Sie ja, lieber Freund.

Und immer maskiert. Bitte.

Sagen Sie, legen Sie die Maske nie ab?

Lm Gegenteil. Ich trage sie am Tag kaum zwei Stunden.

Die zwei Stunden, in denen ich mein zweites Leben lebe, mein Zirkusleben.

Aha. Und das andere?

Da gebe ich mich als Herr der Gesellschaft.

Da heiße ich Graf Fedja Korossow oder Fürst Fedja Korossow

oder was mir gerade einfällt.

Und wer weiß, dass der Fürst und der Gaukler dieselbe Person sind?

Nur der Fürst und der Gaukler. - Wunderbar.

Das gibt meiner Idee erst die richtige russische Würze.

Wollen Sie 10000 Rubel verdienen? - Wie kommen Sie darauf?

Ich gebe morgen ein Fest.

Ich möchte, dass Sie dort einer bestimmten Dame den Hof machen.

Und wer ist diese Dame? - Eine junge, steinreiche Witwe,

die unbedingt wieder heiraten will.

Na, wie wär's, machen Sie den Spaß mit, Graf Korossow, äh, Prinz Korossow?

Ja, ich werde Sie ihr als Prinz Korossow vorstellen. - Wem?

Der Fürstin Fedora Palinska.

Ich bin lhr Mann. - Bravo!

Also, Prinz Korossow, auf die schöne Fedora Palinska.

Auf Fedora Palinska.

Prinz Sergius muss betrunken gewesen sein.

Ich erteile ihm eine ordentliche Abfuhr - eine Nadel bitte -

er geht zornig fort und dann teilt mir sein Adjutant mit,

dass der Prinz mir zu Ehren ein Fest gibt, und zwar heute Abend.

Er ist ein Kavalier alter Schule. - Ich weiß nicht.

Den Eindruck hatte ich nie.

Vielleicht will er zeigen, dass er Ihnen nicht böse ist,

dass er Sie trotz lhrer Absage verehrt.

Das ist doch eine sehr nette Geste.

Ich weiß nicht. Das ist die erste nette Geste, die ich an ihm entdecken kann.

Vorausgesetzt, es ist eine '"nette Geste".

Ich war mit dem Vater per du, also bin ich auch mit dem Sohn per du.

Komm, wir trinken erst mal Brüderschaft.

Also, ich bin der Sergius, darfst auch Sergi zu mir sagen.

Sergerl! - Und du, Bruderherz, bist der...

Ich bin der Toni. Kannst auch Anton zu mir sagen, Karl-Anton.

Also, auf du und du. - Auf dich.

Nein, nein! Erst müssen wir auf die zwölf Monate trinken!

Und zwar auf jeden einzeln. Also...

Januar...

Verzeihen Sie, meine Herren, haben Sie meinen Toni gesehen?

So einen langen, dürren mit einer schwarz-weißen Jacke?

Gnädigste, Sie werden doch nicht auf einen Zivilisten aus sein?

Wir sind die Zierde Russlands.

Und einer schneidiger als der andere. Meine Herren, habt acht.

Jessas, meine Herren.

Jetzt stehen Sie da wie die Nussknacker.

Meine Herren, was macht ein Husar, wenn eine Frau ihn beleidigt?

Er schlägt zurück.

Der Husar ist gefürchtet bei den Weibern, das ist klar.

Der Husar ist verliebt das ganze Jahr.

Den Reitersmann, den schneidigen, darf keine Frau beleidigen.

Er weiß sich zu verteidigen freudigen Herzens überall.

Mit teuflischer Verwegenheit ergreift er die Gelegenheit,

um ihren Stolz zu bändigen, zu beendigen seine Qual.

Der Husar ist so wild noch wie er war.

Und darum, Mädel, gib acht, schließ dein Fenster heute Nacht,

Mädel, gib acht, wenn der Mond ins Zimmer lacht.

Heut droht Gefahr, es kommt der Husar,

packt dich mit starken Armen, der Husar kennt kein Erbarmen.

Mädel, gib acht, lass die Tür nicht offen steh'n,

Mädel, gib acht, denn sonst ist's um dich gescheh'n.

Hast mich verlacht, rasend gemacht.

Mädel, gib acht heute Nacht!

Besten Dank, meine Herren, für den guten Rat.

Dezember...

Die heutige Jugend... kein Stehvermögen.

Ich habe mich für die großen Ereignisse nur etwas in Stimmung gebracht.

Wenn sie nicht kommt, ist meine schöne Rache beim Teufel.

Zu Befehl! Und wo ist Mister? - Pst!

Ich meine Prinz X, äh, Mister Korossow.

Prinz Korossow! Keiner hat ihn ohne Maske gesehen.

Vielleicht ist er schon lange hier, unerkannt,

inkognito, weil er ja keine Maske trägt. Logisch, hm?

Dummkopf. Kein Unbekannter kommt am Zeremonienmeister vorbei,

ohne seinen Namen genannt zu haben, und dieser Mister... - Pst!

Prinz Korossow ist hier absolut unbekannt, weil es ihn gar nicht gibt.

Logisch, was?

Lhre Durchlaucht, Fürstin Fedora Palinska.

Ich danke Ihnen für die Einladung und für die hohe Ehre,

die Hauptperson dieses Festes sein zu dürfen.

Es war mir ein Bedürfnis. - Seine Hoheit, Prinz Fedja Korossow.

Fürstin, darf ich Ihnen Prinz Korossow vorstellen? Fürstin Fedora Palinska.

Ich wusste gar nicht, dass es einen Prinzen Korossow gibt.

Der Prinz war lange in China. Der Boxeraufstand. - Ach, interessant.

Wie viele Runden haben Sie da geboxt, Hoheit?

55 Tage, wenn Sie das meinen. - Ach, auch Sonntags?

Sonntags nie.

Haben wir uns nicht schon mal gesehen? In Paris, Cannes oder Moskau?

Ich reise sehr viel. - Ich reise auch sehr viel.

Kaum kennen wir uns und haben schon etwas gemeinsam.

Darf ich Ihnen die Fürstin für einen Augenblick entführen?

Ich bitte darum.

Ich glaube, es hat gefunkt. Bei ihm und bei ihr.

Ist der Brief da? - Hier!

Ja, gut. Versiegle ihn, nimm dir einen jungen Leutnant,

sag ihm, ich mach ihn zum Oberleutnant, wenn er eine halbe Stunde rennt,

bis ihm die Zunge aus dem Hals hängt, dann auf ein Pferd steigt,

zu Fedoras Palais reitet und dort den Brief abgibt mit den Worten:

"Seine Majestät der Zar schickt Fürstin Palinska diese dringende Depesche."

Aber warum muss seine Zunge heraushängen?

Damit die Gesellschafterin den Brief für sehr eilig hält.

So eilig, dass sie ihn sofort herbringt.

Aber den Brief haben Sie doch geschrieben. - Das wirst du sofort vergessen!

Zu Befehl! Und...

...wenn ich zehn Kniebeugen mache, und Fedora den Brief gleich gebe,

werde ich dann auch befördert? - Dann kriegst du Schläge,

weil meine Rache verdorben ist. Dann weiß doch jeder, dass der Brief von mir ist.

Steht denn etwas so Schlimmes in dem Brief?

Etwas, was die Helden des Abends noch schön durcheinanderpurzeln lassen wird.

Seltsam. Ich sehe Sie das erste Mal und bin sicher, Sie schon gesehen zu haben.

Vielleicht bin ich das Produkt lhrer Träume.

Und welche Träume sollten das sein?

Träume, in denen die Liebe die Hauptrolle spielt.

Die Liebe. Die Liebe.

Um mich herum scheint sich alles nur um die Liebe zu drehen.

Wundert Sie das?

Wollen Sie mir nicht sagen, wie Sie die Liebe sehen?

Lm Boudoir, der schönsten Frau zu Füßen,

ein Duft wunderbar, von Blumen, ach, so süßen,

ein fremdes Parfum, aus dem dich Fernen grüßen,

im kleinen Salon der allerschönsten Frau.

Im Boudoir, zartgold auf dunklem Grunde,

verliebte M usik in blauer Dämmerstunde.

Ein zärtliches Du aus rotem, heißen Munde,

ein süßes Gesteh'n, so, denk ich mir, wär's schön.

My Darling, my Darling, muss so sein wie du,

so geh'n wie du, so steh'n wie du,

sich dreh'n wie du, so schön wie du.

My Darling muss lieb sein, so lieb sein wie du.

Der Kirschenmund, so rot und rund, my Darling, wie du.

Sie werden uns vermissen.

Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Mabel, mein kleines Mabelchen.

Wo ist denn mein Mabelchen? Jessas!

Hinter mir auch! Ich bin umzingelt

und hinter schwedischen Gardinen. - Aber Toni!

Mabel!

Aber Toni, du bist ja blau. - Jawohl, ich habe blaues Blut.

Oh, Mabel, ich könnte dich vor lauter Liebe aufmabeln.

Erst wenn wir verheiratet sind. - Dann habe ich keinen Hunger mehr.

Dann sieht es ganz anders aus. Du nimmst pro Jahr 100 Kilo zu

und ich krieg eine Glatze, weil mir unsere 15 Kinder die Haare vom Kopf...

Du redest einen Schmarr'n! - Was gibt's denn Schöneres

als wenn zwei Menschen so Hand in Hand im Sonntagsgewand hinausfahr'n aufs Land.

Der Frühling sendet süße Düfte durch die Lüfte,

man packt sein Mädel um die Hüfte.

Der Mai schickt seine Liebesboten, im Garten blühen rote Schoten.

Im Herzen wachsen die Gelüste, die Liebe zieht in mein Gebrüste.

Und es ist Licht, wo schwarz ich sah, hurra, hurra, der Lenz ist da.

Ein Kurier des Zaren? - Ein Leutnant.

Er muss wie der Teufel geritten sein. Der Arme.

Ich bot ihm ein Glas Wein an, aber er hat abgelehnt.

Eine schlechte Nachricht? - Entschuldigen Sie.

...und schon saß sie da. - Und das ist wirklich passiert?

Fedora, was ist denn?

Was, vom Zaren?

Meine Damen, die Geschichte ihrer Hoheit

hat noch eine Pointe.

Also das geht nicht in meinen Kopf. Ich muss es noch einmal lesen.

"In Sorge um die Verwaltung unserer gemeinsamen Besitzungen

haben Wir Uns entschlossen, Ihnen einen neuen Gatten anzutrauen.

Er ist ein verdienter Veteran, der unser volles Vertrauen hat.

Zur Unterzeichnung des Ehevertrages erwarten wir Sie dringend bei Hofe.

Nikolaus II. Zar aller Reussen'"

Donnerwetter, das ist ein Schlag. - Ein Veteran.

Warum darf ich nicht den Mann heiraten, den ich will?

Habe ich denn kein Recht auf Liebe?

Aber Fedora, warum so mutlos? Noch ist nichts verloren.

Sie müssen nur schnell das Richtige tun. - Und was wäre das?

Sie heiraten noch heute Nacht.

Dann treten Sie vor den Zaren hin und sagen ihm mit ruhigem Gewissen:

"Majestät, es tut mir leid, lhr Brief kam zu spät.

Ich bin schon verheiratet." - Und zwar mit Ihnen, nicht wahr?

Jetzt verstehe ich. Sie haben ein widerwärtiges Spiel gespielt.

Nein, nein, Fedora, Sie missverstehen mich.

Der Traum ist für mich ausgeträumt.

Aber im Ernst: Heute Abend tummelt sich hier die Creme von ganz Petersburg.

Es wird Ihnen ein Leichtes sein, einen Partner fürs Leben zu finden,

zumindest einen, der Ihnen mehr zusagt, als ein Veteran.

Sie meinen, ich sollte... Aber...

Kein Aber. Sie heiraten noch heute Nacht mit allem Glanz und Gloria.

Dieses Schloss hat eine kleine Kapelle.

In ihr löste meine Urgroßtante Katharina II.

So manches heikle Problem ihrer Hofdamen mit einer nächtlichen Hochzeit.

Also?

"Lhr Brief kam leider zu spät, Majestät. Ich bin bereits verheiratet."

Die Idee ist gar nicht schlecht. Die Idee ist sogar glänzend.

Ja, Fedora Palinska heiratet heute Nacht!

Ja, wissen Sie denn schon, wen?

Ich hoffe, ich störe nicht. - Im Gegenteil, Prinz Korossow.

Würden Sie sich der Fürstin für einen Moment annehmen?

Ich habe jetzt einiges zu arrangieren.

Ich werde Ihnen das nie vergessen, Fürst. - Aber Fedora!

Was steht zu Diensten, Prinz?

Was ist geschehen? Sie erhalten einen Brief, laufen davon,

und jetzt sind Sie ausgelassen wie ein... ...wie ein Schulmädel. Lesen Sie.

Und das stimmt Sie fröhlich? - Zuerst hat es mich traurig gemacht.

Aber dann brachte mich Prinz Sergius auf die Idee, schon verheiratet zu sein.

Aber Sie sind es nicht! - Aber ich werde es bald sein. In einer Stunde.

Ich heirate heute Nacht. Ich werde mich in die Ehe stürzen wie...

...wie M ister X sich auf sein Pferd stürzt und davonreitet.

Und wer ist der Glückliche, der den Gaul spielen soll?

Ein reizender Mensch.

Ich habe mich im ersten Moment sterblich in ihn verliebt.

Nur weiß er nicht, dass er bald mein Mann ist.

Und wer ist es?

Das ist mein Geheimnis. - Ein offenes Geheimnis.

Es ist Prinz Sergius, der jetzt die Trauung arrangiert, stimmt's?

Ja, er arrangiert die Trauung.

Fedora, der Mann, den Sie heiraten wollen, passt nicht zu Ihnen.

Er passt wunderbar zu mir. - Er ist grässlich unsympathisch.

Er ist sehr sympathisch. - Er ist ein Schürzenjäger.

Mir wird er treu sein. - Wissen Sie denn überhaupt, ob er Sie liebt?

Nein, das weiß ich noch nicht. - Was, das wissen Sie noch nicht?

Noch nicht. Aber trösten Sie sich, gleich weiß ich es.

Das ist doch verrückt, das ist Wahnsinn!

Das ist glatter Selbstmord! Dieser Mann liebt Sie nicht.

Er wird sie ruinieren. Sie werden die ungeliebteste Frau der Welt sein.

Wenn er so bleibt, wie er jetzt ist, glaube ich das kaum.

Wie wollen Sie ihm beibringen, dass Sie ihn heiraten wollen?

Wollen Sie wie ein Feldwebel kommandieren: "Hinein in die Ehe, marsch, marsch!"

Nein. Ich werde seinen lieben, dummen Kopf nehmen,

sehen Sie, so.

Dann werde ich ihm tief in die Augen schauen, sehen Sie, so.

Und dann werde ich ihn küssen, bis er begriffen hat.

Fedora, Sie machen mich zum glücklichsten Menschen der Welt.

Süßeste von allen Frauen, könntest du ins Herz mir schauen,

könntest du drin lesen, was du mir gewesen,

seit mich traf der Blick deiner Augen.

Liebster, bin ich erst dein Eigen, dann will ich das Glück dir zeigen.

Tausend Lieder klingen, alle Englein singen,

rings ertönen süß die Himmelsgeigen.

Ein jubelndes Konzert, wir sind verliebt und unbeschwert.

Ein Lied vom Glück, wie ich's noch nie zuvor gehört.

Ich und du, du und ich, deinen Arm schling um mich.

Halt mich fest, so Herz an Herz an dich gepresst.

Rings die Welt weit versinkt, wenn das Glück uns umschlingt,

wenn der erste Kuss die Seligkeit uns bringt.

Du und ich, ich und du, halt mich fest immerzu.

Ich bin dein und du bist mein, so soll es sein.

Bis der Sterne Licht verblich, für immer ewiglich,

wir zwei, mein Schatz, nur du und ich.

Nur du und ich. Aber das geht nicht.

Was geht nicht? - Ich kann mit Ihnen nicht vor den Altar treten, ohne... - Ohne was?

Ohne vorher noch eine Kleinigkeit erledigt zu haben. - Was, Fedja?

Es ist nichts. Nur eine kleine Höflichkeit.

Zu Befehl! - Ist der Pope geweckt?

Der Organist aus dem Bett geholt? Der Champagner kalt gestellt?

Der Pope ist kaltgestellt, der Champagner aus dem Bett geholt,

der Organist... zu Befehl!

Ist das fahrende Volk versammelt? - Es wartet im grünen Saal.

Dann informiere jetzt unsere Gäste. - Zu Befehl!

Das ist ja ungeheuerlich!

Oh, Hoheit, Sergius, Sergerli... Ich komme für die Konsequenzen auf.

Aber nicht doch. Ein Erzherzog Karl und...

Jawohl, und. Ich werde Miss Mabel heiraten.

Toni! - Sie ist mir lieber als die Tochter vom römischen Kaiser,

die meine Mutter für mich will,

und lieber als die Tochter vom König von England, wie es mein Patenonkel will.

Was, so gute Partien schlägst du aus?

Na ja, ihr Österreicher hattet schon immer einen Hang zum Bürgerlichen.

Du kannst sie gleich heute Nacht heiraten.

In weniger als einer Stunde heiratet Fürstin Palinska Prinz Korossow.

Machen wir eine Doppelhochzeit daraus. - Das ist ja...

Wenn es überhaupt eine Hochzeit gibt. - Wir stören.

Hoheit, ich bitte Sie um eine Erklärung. - Aber bitte, lieber Freund.

Sie hatten mich gebeten, in der Rolle des Prinzen Korossow

Fedora Palinska den Hof zu machen. - Das haben Sie gut gemacht.

Sie sind ein Gaukler von Format. - Dann kam die Depesche des Zaren.

Fedora Palinska hat sich für mich entschieden.

Das war mein geheimster Wunsch. - Sie haben nachgeholfen, ihn zu erfüllen.

Aber ich bitte Sie! - Ich halte diese Depesche für eine Fälschung.

Sie haben sie gefälscht!

Lieber Freund, die Fantasie geht mit Ihnen durch.

Die Depesche ist echt. Machen Sie sich keine Gedanken.

Heiraten Sie Fedora. Haben Sie sich so ein Glück je träumen lassen?

Ich durchschaue Sie nicht, Hoheit, aber ich warne Sie.

Vielleicht nimmt lhr Spiel eine andere Wendung, als Ihnen lieb ist.

Es hat bereits die Wendung genommen, die mir die liebste ist.

Und so frage ich dich, Lisa Burgstaller, genannt Mabel Gibson,

und dich, Karl-Anton, Erzherzog von Österreich,

Du musst es ihm sagen. - Also denn...

Streichen Sie den Erzherzog und schreiben Sie einfach nur Schlumberger.

Aber du bist doch der Sohn meines Freundes Erzherzog Karl.

Vom Hotel "Erzherzog Karl'".

Und die Tochter vom römischen Kaiser? - Vom Hotel "Römischer Kaiser'".

Also, gelobt ihr, miteinander ein Leben in Treue und Wahrhaftigkeit zu leben,

bis dass der Tod euch scheidet?

Ja!

Und ihr, Fürstin Fedora Palinska

und Prinz Fedja Korossow,

gelobt ihr, miteinander ein Leben in Treue und Wahrhaftigkeit zu leben,

bis dass der Tod euch scheidet?

Ja.

Ja.

So erkläre ich euch zu Mann und Frau.

Ein Hochzeitsfest, welche Pracht, Hochzeitsfest um M itternacht.

Holde Braut, bist getraut, bist getraut fürs Leben.

Hochzeitstanz, Hochzeitspunsch, Russenbraut, hör unsern Wunsch:

Manches Jahr, immerdar soll dich Glück umschweben.

Heute schlug auch meine Stunde, heute kam für mich auch der Tag,

wo ich nach brennenden Küssen liebend hab sehnen mich müssen.

Leise schwebt das Glück vorüber und der Himmel öffnet sich weit,

süßestes, wonnigstes Beben, längst schon erträumtes Erleben.

Tief aus meines Herzens Grunde steigen heiße Wünsche empor.

Einmal im Leben schlägt jedem die Stunde, das Glück steht vor dem Tor.

Prinz Sergius befielt Ihnen, sofort das Fest zu verlassen,

oder er lässt Sie aus Petersburg hinausprügeln. - Was?

Hoheit, wollen Sie mir bitte erklären? - M it Vergnügen, Hoheit.

Ich habe sie kommen lassen, weil Sie von nun an zum fahrenden Volk gehören.

Ich zweifle an lhrem Verstand. - Im Gegenteil.

Ich habe mich selten geistig so frisch gefühlt wie jetzt gerade.

Diese 10000 Rubel schulde ich Ihnen dafür,

dass Sie der Fürstin so erfolgreich den Hof gemacht haben.

Was soll das bedeuten, Fedja?

Bitte sag mir die Wahrheit.

Lassen Sie mich die Wahrheit sagen.

Sie haben nicht Prinz Korossow geheiratet, den gibt es gar nicht.

Und wer ist es dann?

Mister X!

Du bist M ister X? - Ja, Fedora.

Ich habe einen vom Zirkus geheiratet. - Jawohl, Fedora.

Ich habe Sie zur Zirkusprinzessin gemacht.

Zirkusprinzessin? Das kann doch nicht wahr sein.

Also war es doch nur lhre Rache. Ich hätte es wissen müssen.

Warum haben Sie das getan? - Das war ich meiner Gesundheit schuldig.

Meine Herrschaften.

Und Sie, mein Herr Gemahl?

Sagen Sie, dass das alles nicht wahr ist.

Es ist wahr. - Fedja,

warum haben Sie mir das angetan?

Fedora, fragen Sie jetzt nicht. Ich habe Prinz Sergius gesagt,

dass seine Intrige anders ausgehen könnte, als er glaubt.

Er konnte ja nicht ahnen, dass ich Sie liebe,

dass ich dich liebe, Fedora. - Sie lieben mich!

Sie, der sich zum willigen Werkzeug einer billigen Intrige hergab.

Es wird sich alles aufklären. Jetzt sind wir doch Mann und Frau.

Mann und Frau... Ich bedanke mich für einen Mann,

der sich unter falschem Namen trauen lässt.

Sie hatten einen guten Auftritt, Mister X.

Es sind noch ein paar Dinge zu klären, M ister X.

Sie haben die Fürstin tödlich beleidigt.

Sie haben sich einen Adelstitel angeeignet.

In dieser Uniform, die Sie zu Unrecht tragen,

verletzten Sie die Ehre der Offiziere der kaiserlichen Husaren.

Wählen Sie!

Meine Herren, ich habe nichts getan, was nicht korrekt gewesen wäre.

Ich trage diese Uniform, weil ich Husar und Offizier bin.

Ich habe Fedora Palinska geheiratet, weil ich sie seit vielen Jahren liebe.

Ich bin Fürst Fedja. Korossow ist der Name meiner Mutter.

Er ist unauffälliger als der meines Onkels, des Fürsten Palinski.

Dann wären Sie... Diese Geschichte reicht aus, Sie Spiessruten laufen zu lassen.

Also? - Wie Sie meinen.

Halt! Ich erinnere mich an diesen Fedja Palinski.

Er war im Kadettenkorps das Tagesgespräch.

Fürst Fedja war ein sehr guter Schütze.

Er traf aus der Hüfte mit drei Schuss drei Sektgläser.

Das ist schon lange her. Aber bitte, wenn Sie wollen.

Bravo!

Hoheit, Herr Kamerad, wir bitten um Pardon.

Es muss Ihnen scheußlich zumute sein. - Das geht vorbei.

Und Fürstin Fedora? - Ich habe sie das zweite Mal verloren.

Was werden Sie jetzt tun? - Was bleibt mir zu tun übrig?

Wieder hinaus ins strahlende Licht, wieder hinaus mit frohem Gesicht.

Scheint dir das Leben oft auch bitter und kalt,

zeig deine Kunst, denn du wirst ja bezahlt.

Bist nur ein Gaukler, ein Spielball des Glücks,

zeig deine Künste, zeig deine Tricks.

Machst du es gut, dann winkt dir Applaus,

wenn du versagst, lacht man dich aus.

Ob man dem Harlekin sein bisschen Glück gestohlen,

wer wird denn fragen, wem darf er's klagen?

Geh in dein Zirkuszelt, mach keine Kapriolen,

maskier dein Antlitz und denk nicht dran,

maskier dein Herz, vergiss, was dir getan.

Du Traum der Liebe, den ich einmal geträumt,

du Traum des Glückes, den ich einmal versäumt.

Du holdes Trugbild meiner Lust, meiner Qual,

du süßes Märchen - es war einmal!

Was würden Sie sagen, wenn es diesem Manne einfiele,

Ihnen seine Liebe zu gestehen?

Ein Mann, von dem ich nichts weiß?

Ja, vielleicht sind Sie, ohne es zu wissen,

längst das Schicksal dieses Gauklers, der vor Ihnen steht.

Ich werde mich in die Ehe stürzen wie...

...wie M ister X sich auf sein Pferd stürzt und davonreitet.

Jawohl, Fedora, ich habe Sie zur Zirkusprinzessin gemacht.

Das war ich meiner Gesundheit schuldig.

Hoheit, Sie grübeln zuviel. Es ist vorbei.

Fürst Palinski ist sonstwo.

Ich weiß aber... Er muss erfahren,

dass ich es bereue, ihn verlassen zu haben

und dass ich ihn nicht beleidigen wollte.

Ja, dass ich ihn liebe.

Wenn ich mir vorstelle, dass er sich quält,

vielleicht macht er sich die schlimmsten Vorwürfe.

Sein Sprung auf das Pferd... Wenn er abstürzen würde...

Ich glaube, ich würde es mir nie...

Hoheit. - Direktor Baranski, Sie hier?

Verzeihen Sie mein Eindringen, aber ich bin extra zu Ihnen gereist.

Es handelt sich um Fürst Palinski, M ister X, lhren Gatten.

Was ist mit ihm? Gibt es schlechte Nachrichten?

Seit dieser peinlichen Szene ist er wie umgewandelt.

Sehr gesprächig war er nie, aber...

Was ist mit ihm? - Er springt immer unsicherer.

Aber nicht nur das, er hat sich in den Kopf gesetzt,

den Sprung von nun an auf ein galoppierendes Pferd zu machen.

Nein! - Hoheit, ich bin seit dreißig Jahren Zirkusdirektor,

ich weiß, dass dieser Sprung sein Sprung in den Tod sein wird.

Wann will er diesen Sprung riskieren?

In der Abschiedsvorstellung in Wien.

Herr Pelikan! Die Chefin fragte schon dreimal nach Ihnen.

Erst dreimal.

Heute ist mein vierzigjähriges Dienstjubiläum, heute lass ich mir Zeit.

Oh, der Toni. - Grüß Sie, Pelikan.

Du gehst zur Dame auf Nummer 16 und bringst ihr Sahnetorte.

Zimmer 16? Bitte sehr, bitte gleich.

Auf Zimmer 16 gehe ich gern,

denn die Dame auf Zimmer 16 ist gar keine Dame,

sondern der Traum jeden Mannes. - Gute Anlagen, der Junge.

Sagen Sie, wie ist denn meine Mutter heute aufgelegt?

Lm Moment leistet sie Entwicklungshilfe für die heimische Porzellanindustrie.

Sie grantelt wieder. Ausgerechnet heute, wo ich ihr alles gestehen wollte.

Ach Pelikan, wenn Sie wüssten. Die Dame auf Zimmer 16...

Ich weiß ja, Miss Mabel Gibson.

Das ist die Dame, die am selben Tag ankam wie Sie.

Eine Prachtperson. Ich bin von Welt, was Frauen anbelangt.

Diese Augen, zwei Märchen!

Ärger. - Sie sind verliebt in sie?

Ärger. - Sie wollen sie heiraten?

Noch ärger. - Was Ärgeres als heiraten gibt's nicht.

Ich bin schon verheiratet. - Schnell wegstecken.

Ich hab sie heimlich geheiratet, russisch-paradox.

Pelikan, was tun wir jetzt? - M ir tun jetzt die Füße weh.

Diese Mabel hat nämlich leider einen dunklen Punkt.

Einen dunklen Punkt?

Ja, das Unglück reitet schnell. - Schnell reiten kann sie auch.

Sie ist vom Zirkus. - Da wird die Mama sich aber riesig freuen.

Herr To...

Der Herr Toni schickt die Torte.

Er soll seine Torte auf Eis legen.

Ich will nicht seine Torten, ich will ihn!

Dieser Lauser!

Was ist denn das für ein Saustall hier?

Die Herrschaften in Séparée 5 klingeln seit einer halben Stunde.

Und die Tische im Salon sind nicht abgedeckt.

Und wo treibt sich Toni schon wieder rum? - Ich gehe auf Zimmer 16, und Sie...

liebster Pelikan, Pelikancherl, - Pfui Teufel.

Sie bringen meiner M utter die Wahrheit bei. Danke!

Toni! Er ist eben noch jung.

Die Wahrheit sagt man erst, wenn einem nichts mehr...

Herr Pelikan, so wütend war die Chefin lange nicht!

Lieber Gott, steh mir bei.

Das ist kein Hotel mehr, das ist ein...

Stimmt. - Was stimmt? - Alles.

Alles stimmt, was Frau Chefin sagen.

Wenn einer sagt: "Stimmt nicht", tritt das Kündigungsrecht in kraft.

Ich frage mich, warum ich Sie nicht schon vor zwanzig Jahren gekündigt habe.

Das frage ich mich auch.

Lieb ist sie heute wieder, so lieb.

Achtgeben, jetzt gratuliert sie mir gleich zu meinem Dienstjubiläum.

Mein lieber, guter, alter Pelikan! - Na, was hab ich gesagt?

Ja, Frau Chefin. - So lang sind Sie schon in diesem Haus! - Vierzig Jahre.

Und da lassen Sie diese Wirtschaft zu? Da gratuliere ich!

Danke, Frau Chefin.

Pelikan, Sie werden immer blöder. - Ich werde immer...

Wie war das? - '"Pelikan, Sie werden immer blöder."

Und was ist mit euch zwei? Gar nichts, was?

Nein. - Also dann! - Abmarsch. - Ja.

Dass Sie das vor Zeugen gesagt haben, mit dem Blöderwerden...

Achtung, die Asche ruiniert den Fußboden.

...wie soll ich denn das verstehen?

Das können Sie verstehen, wie Sie wollen.

Sie sind auch nicht mehr der Alte!

Damit meinen Sie wohl, ich sei nicht mehr der Jüngste.

Aber es ist eben vierzig Jahre her.

Damals war ich ein junger, sehr schöner Mensch.

Ach was, sehr schön waren Sie nie.

Aber herzig. Als ich meine ersten Gläser trug, ging ich mit geraden Füßen.

Gerade waren die nicht! - Aber gerader als heute.

Und Sie waren ein liebes, kleines, blondes Mädchen.

Angehabt haben Sie wenig. Vorne einen Latz und hinten einen Knopf.

Wenn Sie mir jetzt mit der Gefühlskiste kommen,

kann ich gar nicht böse auf Sie sein! - Das sollen Sie auch nicht.

Wenn niemand hinsah, hab ich den Knopf aufgemacht

und Ihnen ganz leise einen Klaps gegeben.

Sowas sagt man doch nicht! - Aber gemacht hab ich's.

Dann erblühten Sie wie eine Blume.

Jedes Jahr wurden Sie ein Jahr älter und mit 17 Jahren...

Ach, erinnern Sie sich noch, Pelikan?

Ich war so verliebt in den jungen Baron Burgstaller.

Leutnant. Gestatten, Frau Chefin? Er war bei den Elferdragonern.

Dem hat mein Herz gehört! - M it gelben Aufschlägen.

Das war ein Charakter. - Und der kleinen goldenen Quaste.

Die Eltern waren gegen die Heirat, weil ich eine Wirtstochter war,

da nahm ich eben den Schlumberger.

In der Not frisst der Teufel Fliegen. Pardon.

Der war nicht der Schlechteste.

Am Anfang war es hart, aber dann war ja der Toni da.

Sehr bald war der da.

Ja, wo ist der Lausbub denn?

Der Herr Lausbub ist in Zimmer 16. - Schon wieder?

Ich will nicht mehr die Dame von Zimmer 16 sein.

Ich kann nicht ewig hier sitzen und Sahnetorte essen,

nur weil du Angst vor deiner Mutter hast.

Wenn du mich ihr heute nicht vorstellst,

gehe ich heute Nacht mit dem Zirkus nach Budapest.

Also gut!

Wenn du mich sitzen lässt, fahr ich sofort nach Budapest.

Dort hat mich alles gern, dort rufen alle Herrn:

Jo estét galaom, akezed csókolom.

Szervusz kis angyalom, szervusz babám!

Wenn du mich sitzen lässt, fahr ich sofort nach Budapest.

Ich fühl so wohl mich dort, das ist mein Sport.

Ich war in London, Paris und in Wien, ich kenne auch Berlin und sogar Varaždin,

und doch es sich nicht schildern lässt, wie gern ich fahr nach Pest.

Schatz, du wirst dir das nicht antun, ohne mich, was wirst du dann tun?

Ohne mich, du liebst mich doch gewiss und ich dich auch.

Jeden Tag du wirst dich sehnen, baden wirst du dich in Tränen.

Na und wenn, mein Schatz, was glaubst du denn,

ja, glaubst du denn, dass ich dich brauch?

Wenn du mich sitzen lässt, fahr ich sofort nach Budapest.

Dort hat mich alles gern, dort rufen alle Herrn:

Jo estét galabom, kezed csókolom.

Szervusz kis angyalom, szervusz babám!

Wenn du mich sitzen lässt, fahr ich sofort nach Budapest.

Ich fühl so wohl mich dort, das ist mein Sport.

Ich war in London, Paris und in Wien, ich kenne auch Berlin und sogar Varaždin,

und doch es sich nicht schildern lässt, wie gern ich fahr nach Pest.

Oh Mabelchen! Warte nur, heute wachse ich über mich hinaus.

Ist denn deine Mutter wirklich so ein Besen, so ein Drachen?

Ein Drachen? Das ist ein... - Saurier! - Ja stimmt!

Was ich gesehen habe, reicht eigentlich, aber vielleicht klärt ihr mich noch auf?

Es ist so, Frau Chefin. Schon in der Bibel steht...

Die Tür... Die Tür schließen.

Schon... Wo waren wir? Die Bibel!

Schon in der Bibel steht: Liebet euch und vermehret euch täglich,

womöglich stündlich.

Ich möchte von meinem Sohn aufgeklärt werden.

Ach, vom Herrn Sohn. - Also...

Also, Mami, ich habe mir aus Russland etwas mitgebracht. - Was?

Ein Päckchen Tee.

Pelikan, ich kann nicht. Ich trau mich nicht.

Sagen Sie es ihr. - Das mach ich doch glatt,

wie aus der Pistole. Frau Chefin.

Exzellenz, Hochwürden... - Na, bitte!

Bitte... Ich trau mich auch nicht.

Aber ich trau mich. Liebe Frau Schlumberger,

lhr Toni und ich, wir lieben uns. - Was?

Mit bleibt die Luft weg. Was sagt denn lhr Mann dazu?

Der ist damit sehr einverstanden. - M it dem sind wir uns einig.

Das muss ein Trottel sein!

Und auch, wenn ich beim Zirkus war...

Beim Zir... ...kus. - Jawohl, beim Zirkus.

...so habe ich doch auch ein bisschen blaues Blut.

Mein Vater ist Baron Burgstaller von den Elferdragonern.

Mit gelben Aufschlägen und der kleinen goldenen Quaste.

Baron Burgstaller? Der Franzl?

Kennen Sie ihn denn? - Jessas!

Ich kann's nicht glauben!

Du wärst fast meine Tochter geworden! - Das ist unwichtig.

Dann wird sie eben die Schwiegertochter.

Sag ja nicht, dass ihr so gut wie verlobt seid!

Nein, so schlecht wie verheiratet. - Jawohl, Mami.

Wir sind Mann und Frau. - Jetzt müsste ein Erdbeben kommen.

Also, wie schlecht ihr mich kennt.

Ich hab doch nichts dagegen, dass ihr euch gern habt.

Zwei wie ihr müssen sich doch gern haben.

Den Burgstaller bekam ich nicht, aber dafür den Toni.

Der Burgstaller bekam Mabel, jetzt kriegt Toni Mabel,

und die Mabel krieg ich und alle kriegen sich!

Und wenn's ein Junge wird, wird er Elferdragoner.

Mit gelben Aufschlägen und einer ganz kleinen, goldenen Quaste.

Madame? - Ich habe telegrafisch reservieren lassen.

Fürstin Palinska. Zu gütig, dass Sie uns beehren.

Sie wohnen in der Fürstensuite. - Sehr lieb, aber ich habe andere Pläne.

Pläne, bei denen ich auf lhre Diskretion und lhre Hilfe rechne.

Ich bin lhr Diener, Madame. - Ist Mister X im Haus? - Ja.

Ich muss ihn sprechen. - Unmöglich.

Er empfängt nur Direktor Baranski. - Ach ja, heute ist sein letzter Auftritt.

Heute wagt er es... - Wo ist er jetzt? - In seiner Suite.

Was macht er, bevor er in den Zirkus geht? - Er speist.

Allein? - Er speist immer allein. - Gut.

Können Sie mir ein Kleid besorgen? - Ein Kleid? - Ein schwarzes Kleid.

Ich bleibe dabei. Ich werde den Sprung wagen.

Fedja, lhre Nummer ist weltweit einmalig. Sie haben triumphalen Erfolg.

Wenn Ihnen der Sprung glückt, heute, morgen, jeden Tag,

werden Sie wieder triumphieren und einmalig sein,

aber wenn er Ihnen nicht gelingt? - Dann ergeht es mir wie vielen Namenlosen.

Geben Sie die Idee auf! - Nein, ich brauche diesen Sprung.

Ich sehe keine andere Möglichkeit, die Achtung vor mir selbst wiederzugewinnen.

Nun lassen Sie mich bitte allein, ich muss noch etwas essen.

Bitte, wie Sie wollen. - Herein.

Ja, aber... - Gibt es noch was, Baranski?

Nein, nein.

Bitte, wo soll ich servieren? - Der kleine Tisch, wie üblich.

Scherben. - Verzeihung! - Aber ich bitte Sie.

Scherben bringen... - Ja, ich bin es, Fedja. - Bravo.

Früher trug ich die Maske, jetzt verkleiden Sie sich als Zimmermädchen.

Sie machen Fortschritte. - Fedja, ich...

Sparen Sie sich lhre Erklärungen. - Aber Fedja, hören Sie mich an.

Sie haben mir alles gesagt. Es war in der Nacht unserer Hochzeit.

Sie haben mir lhre Meinung deutlich genug gesagt.

Ich wusste ja nicht, wer Sie sind.

Sie erfuhren, dass ich nur ein Gaukler bin.

Ich erfuhr erst später, dass Sie Fürst Palinski sind.

Und das hat lhre Gefühle geändert?

Sie haben einen bemerkenswerten Charakter, Durchlaucht.

Fedja, spürst du denn nichts?

Ich liebe Sie, hat das noch nie lhr Herz tief gerührt?

Ich liebe Sie, hat dabei nie lhr Herz noch vibriert?

Ich liebe Sie, ein heilig Wort, wer immer es sagt,

ob Komödiant, ob großer Herr, das Schicksal nicht fragt.

Wie seltsam klingt aus diesem M und dies Wort an mein Herz,

geheimnisvoll, ein fremder Klang, einst Glück und jetzt Schmerz.

Ich liebe dich, ein Meer von Glück erschließt dir dies Wort.

Im Himmelsflug trägt weit, so weit es mich fort.

Sie irren, Durchlaucht. Es ist zu spät.

In Verbindung mit lhrem Namen habe ich zu viel verloren.

Gut, ich gehe. Und Sie werden nie wieder von mir hören.

Aber versprechen Sie mir eins: Führen Sie diesen Sprung nicht aus.

Fedora. - Ja?

Ich danke Ihnen für ihr M itgefühl. Aber ich muss diesen Sprung wagen.

Er ist die einzige Möglichkeit, Sie zu vergessen.

Allez hop!

Und auf! Ja, schön.

Und nun, meine Damen und Herren, der berühmte Mister X!

Und jetzt zeigt Ihnen Mister X nicht nur die Sensation des heutigen Abends.

Mister X zeigt Ihnen erstmalig eine bisher unbekannte

und für unmöglich gehaltene Weltsensation.

Mit einem dreifachen Salto aus der Zirkuskuppel

wird er auf den Rücken eines galoppierenden Pferdes springen.

Er arbeitet ohne Sicherheitsseil und ohne Netz.

Selbst die größten Versicherungen weigern sich,

Mister X für den Fall eines Unfalles zu versichern.

Denn ein Fehlsprung bedeut für M ister X in jedem Falle...

Sie konnten es auch nicht verhindern? - Nein, ich habe nur Scherben gemacht.

Fedora, sei vorsichtig, sonst bist du wirklich gleich Zirkusprinzessin.

Deine Zirkusprinzessin.

Heute da, morgen dort, was macht es?

Heute hier, morgen fort, was macht es?

Reicht das Glück dir die Hand, rasch, greif zu, Komödiant,

rasch, greif zu, Komödiant, greif zu!

Heißa, die Nacht erwacht. Hei, die Nacht erwacht.

Heißa, die Nacht erwacht, strahlend in Lichterpracht.

Heißa, die Nacht ist da, bald ist das Glück dir nah.

Glück um die Ecke biegt, Pfropfen zur Decke fliegt.

Und was da Lüge war, das wird auf einmal klar.

Heißa, die Nacht ist da.

Wenn man das Leben durchs Champagnerglas betrachtet,

sieht man es strahlen aus Goldpokalen.

Ein holdes Bild erwacht, für das man einst geschmachtet,

zwei weiße Arme, ein roter Mund,

und plötzlich leuchten auf des Glases Grund

zwei Märchenaugen, wie die Sterne so schön,

zwei Märchenaugen, die ich einmal geseh'n.

Kann nicht vergessen ihren strahlenden Blick,

kann nicht ermessen mein verlorenes Glück.

Du Traum der Liebe, den ich einmal geträumt,

du Traum des Glückes, den ich einmal versäumt.

Du holdes Trugbild meiner Lust, meiner Qual.

Du süßes Märchen - es war einmal.

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