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Original subtitles

Ein Mavi Film Produktion

mit hilfe der Efes Pilsen

Geschichten über "Dunkelheit"

SCHICKSAL

Mutter!

Mutter!

Komm, leg dich in dein Bett.

Ich habe solche Kopfschmerzen.

- Hab' ich lange geschlafen? - Ja, schon eine Weile.

Mutter?

Herr Haluk, Sie verstehen mich nicht.

Wann kam die Ware am Zoll an?

Und wann habe ich davon erfahren?

Sehen Sie...

Ich habe die Unterlagen immer noch nicht.

Was kann ich denn dafür?

Sie reden so, als ob wir absichtlich Probleme machen.

Herr Naim wollte mit uns reden, bevor wir damit anfangen.

Wir haben das so oft besprochen. Und jedes Mal passiert dasselbe.

Herr Haluk, ich will Ihnen gegenüber ehrlich sein.

Ich finde Herrn Turans Verhalten unerträglich.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich beschwere mich nicht über Sie.

Wir sind sein Geschäftspartner und nicht sein Sklave.

Er behandelt uns aber so, als wären wir seine Frau.

Sagen Sie ihm ruhig, dass noch viele andere Zollagenturen gibt.

Er soll sich jemand anderen suchen. Ich stehe zu meinem Wort..

Es tut mir leid, aber wir können nichts mehr für Sie tun.

Schon gut... Schönen Tag noch.

Schweine.

- Wie läuft's? - Gut.

Ich wollte dir etwas sagen...

Ich hatte es doch gerade noch im Kopf...

Mein Güte... Was soll's...

Die Unterlagen hier müssen gründlich überprüft werden.

Sie sind durcheinander und unvollständig, sei gewissenhaft.

- Gib Bescheid, wenn du da bist - OK.

Unternehme nichts ohne mich zu fragen. Wir haben genug Sorgen.

Los, fang an. Ich hoffe, du bist bis heute Abend fertig.

Sicher.

Leute, ich esse das nicht, will es jemand haben?

Gib her.

- Du bist so hungrig, hast du nicht gefrühstückt? - Nein.

Wow. Deine Mutter hat dich los geschickt ohne zu frühstücken?

Sie hat verschlafen.

- Was ist? - Nichts.

Geh und sieh lieber nach ihr, wenn du willst.

Geht nicht, ich muss dringend die Unterlagen überprüfen.

Und? Dann wärst du beruhigt...

Hallo...?

Einen Augenblick, bitte.

Herr Turan ist am Telefon, soll ich verbinden?

- Ja. - Ich verbinde Sie.

Hallo Herr Turan, wie geht es Ihnen?

Danke, wie immer.

Danke vielmals.

Herr Turan..

Ich verstehe, aber das haben wir nicht absichtlich gemacht.

Das passiert immer und dann wirft man uns Unfähigkeit vor.

Wir haben Sie deswegen so oft angesprochen.

Nein, ich meine nur, dass wir unter diesen Umständen den Auftrag nicht schaffen können.

Das ist nichts persönliches.

Das kann ich nicht versprechen, die Unterlagen fehlen noch.

Ich verstehe.

Bis heute Abend, oder spätestens morgen um neun sollen sie da sein. Ich werde mit meinen Kollegen darüber sprechen.

Ich verstehe. Wir tun, was wir können.

Gut, ich warte. Schönen Abend.

Sinem! Muhittin und Recep sollen morgen die Unterlagen...

...von Star zum Zoll bringen.

Musa, schaffst du die Zolldeklaration bis heute mittag?

- Schwer zu sagen - Im Ernst?

Die Typen denken noch, dass wir das absichtlich tun.

Wir müssen aber für As Textilien den Zollauftrag abwickeln. Wir haben schon versprochen.

Dann lasst euch etwas einfallen.

Musa, im Ernst, wir müssen diesen Auftrag rechtzeitig bearbeiten.

Hallo?

- Musa, gehst du noch nicht? - Nein.

Nimm den Boss nicht so ernst, er hat den Auftrag morgen bestimmt vergessen.

- Ihr könnt gehen. - Wie du meinst, komm Sinem.

Gute Nacht,

bleib nicht so lange.

Morgen früh müssen wir Herrn Turans Auftrag erledigen.

Mutter?

Mutter?

Musa, wo warst du die ganze Zeit?

Was ist los?

Meine Mutter ist gestorben.

Deine Mutter ist gestorben?

Wann?

Heute Morgen oder gestern Nacht, ich weiß es nicht.

Es ist nicht meine Schuld.

Tut mir leid, man weiß nicht, wie man in solchen Situationen reagieren soll.

Wir müssen uns um die Beerdigung kümmern.

Das wollte ich Sie auch fragen. Ich weiß nicht, was zu tun ist.

Ich bespreche es mit dem Direktor. Sein Vater ist vor kurzem auch verstorben.

Entschuldige die Störung, hast du vielleicht Verbandszeug?

- Ich schaue mal nach. - Danke.

Alles ist versaut, ich gehe mal kurz die Wunde waschen.

- Okay, ich bringe es dir nach. - Danke.

- Wie willst du deinen Kaffee? - Mit Milch.

Ich habe auch Whiskey da, wenn du magst.

Nein, Milchkaffee ist okay.

- Ich habe gehört, dass deine Mutter gestorben ist. - Ja.

Ich habe zur Zeit viel Stress, ich hab's leider nicht zur Beerdigung geschafft.

- Macht nichts. - Zucker ist hier.

Was hast du für einen Stress?

Schau Musa, ich bin kein schlechter Mensch, ich bin nur etwas streng.

- Stört es dich, wenn ich rauche? - Nein.

Ich habe den Kerl im städtischen Bus gesehen.

Er sagte: "Steig aus, wenn du dich traust!" Ich bin raus und hab' ihm eine verpasst.

Die Schwuchtel hatte aber ein Messer dabei.

Hör zu, Musa...

Ich wollte mit dir etwas besprechen. Da gibt's eine Sache,

ich würde mich freuen, wenn du mir dabei helfen kannst.

Wenn ich etwas tun kann?

Ich hatte mal eine Frau. Eigentlich war sie meine Geliebte.

Der Kerl, den ich verprügelt habe, ist der Bruder dieser Frau.

Ich kümmerte mich um diese Frau. Ich finanzierte ihren Haushalt, zahlte die Miete, alles.

Wir sind ganz gut klar gekommen.

Bis sie anfing, zu jammern, von wegen, sie kann nicht mehr und so.

Ich fand das schon seltsam, habe mir aber nichts anmerken lassen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass da was faul war.

Und eines Tages, da habe ich in ihrer Tasche nachgeschaut.

Du wirst es nicht glauben, da war ein Lotterielos mit einem Gewinn von 5 Milliarden Lira!

Und die Telefonnummern von drei, vier Typen.

Dann habe ich sie mir vorgeknöpft.

Ich wollte zuerst einfach, dass sie mir alles freiwillig erzählt.

Hat sie aber nicht, sie wollte mich verarschen.

Da hab ich sie richtig verprügelt, hab ihr gesagt, du bist eine Hure!

Aber ehrlich gesagt, ich bin verrückt nach dieser Schlampe.

Der Punkt ist aber

dass die Tracht Prügel mir nicht genug war.

Ich komme mit dem, was sie gemacht hat, nicht klar. Ich kann nicht schlafen.

Erst wollte ich sie in ein Hotel locken,

und dann die Sittenpolizei anrufen. Um sie als Nutte abzustempeln.

Dann hab' ich einigen Freunden von der Mafia die Geschichte erzählt.

Aber die Idioten wollten sie gleich umlegen.

Ich hab gesagt ich muss dass überlegen.

Deswegen will ich jetzt wissen, was du darüber denkst?

Was soll ich nun dieser Schlampe antun?

Nun, ich weiß nicht, was man in solchen Situationen macht,

aber es ist schon eine interessante Angelegenheit.

Glaubst du, diese Schlampe hat wirklich etwas angestellt?

- Es sieht so aus. - Dann zeige ich ihr, wo's langgeht, oder?

Keine Ahnung, aber es sieht so aus, als hättest du Recht.

Ich schreibe ihr Brief, einen richtig harten Brief.

Ich werde ihr solche Sachen schreiben, dass sie alles bereut und heulend zu mir zurückkommt.

Dann bringe ich die Hure nach Hause und ficke sie hier.

Und kurz vor Schluss zieh ich ihn raus, spucke ihr ins Gesicht,

..und schmeiß die Schlampe raus. Was denkst du?

Gute Idee, dann bekommt sie ihre Strafe.

Das Problem ist, ich kann einen solchen Brief nicht schreiben.

Deshalb wollte ich dich fragen, ob du mir helfen kannst. Du hast immerhin studiert!

Okay, es macht mir nichts aus.

Ich hole schnell Papier und Stift.

Musa, du hast es echt drauf. Du bist der Beste.

Es ist spät geworden.

Die Zeit vergeht schnell.

Man darf sich nicht hängen lassen.

Ich meine den Tod deiner Mutter. Es musste ja irgendwann passieren.

Ich bin froh, jemanden wie dich zu kennen.

- Gute Nacht. - Gute Nacht.

Was machst du heute abend?

Ich weiß nicht, ich bin wahrscheinlich zu Hause.

Ich geh ins Kino. Willst du mit?

- Okay. - Dann gehen wir in Beyoğlu aus.

- Schönes Wochenende Naim. - Schönen Abend und viel Spaß noch.

Sinem, wir gehen ins Kino, willst du mit?

- Ich muss noch etwas erledigen. - Wie du meinst.

- Yavuz, ich komm nicht mit. - Was ist denn los?

Nichts. Ich habe keine Lust.

Wir können was anderes machen.

- Ich gehe schlafen. - Jetzt? Wir haben Freitagabend.

Ich gehe jetzt, wir sehen uns am Montag.

- Musa habe ich was falsches getan? - Nein.

Musa!

Musa!

- Hallo, was machst du hier? - Nichts, ich schau mir Plakate an.

- Wolltest du nicht mit Yavuz ausgehen? - Ja, aber ich hab' mich dann anders entscheiden.

- und bin heim. - Du bist aber hier...?

Ich hab's mir wieder anders überlegt.

Du bist aber komisch.

- Gehst du in den Film? - Ich weiß nicht, vielleicht.

Ich warte auf Freunde, aber sie sind noch nicht da.

Es ist noch Zeit.

Ich glaube, sie kommen nicht. Lass uns zusammen reingehen.

Okay, lass uns reingehen. Ich muss aber erst pinkeln.

Stellst du das bitte dorthin.

Mach doch das Licht an.

Was machst du da?

Hör auf!

Hör auf!

Ich sagte, hör auf!

Musa, hör auf!

- Was ist? - Geh nicht zu weit!

- Warum? - Darum.

- Bist du sauer? - Es ist deine Entscheidung.

- Darf ich dich etwas fragen? - Egal, frag' schon.

Egal, egal...

- Was ist dir denn nicht egal? - Nichts.

- Was ist das? - Ein Hund.

Das höre ich selber, aber warum winselt der?

Er winselt halt.

Frühstück ist fertig, aber wir haben kein Brot.

Okay.

- Verpiss dich! - Du Hurensohn!

Eigentlich hast du eine schöne Wohnung, wenn du dich darum kümmern würdest.

Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich nicht viel Zeit.

- Warst du sehr traurig? - Nicht unbedingt.

- Wie offen du redest. - Wieso?

Du machst keinen Hehl daraus, du freust dich fast.

Jeder Mensch freut sich ein bisschen über den Tod... seiner Nächsten

selbst wenn es die Mutter ist,

Hey, Du hast mit meinem Stolz gespielt!

Was ist da los?

Necati bestraft seine Mätresse.

- Wer ist Necati? - Er wohnt gegenüber.

Was heißt, er bestraft sie?

Es ist eine komplizierte Geschichte.

Du hast mit meinem Stolz gespielt!

Was soll das?

Verdammte Schlampe!

Verpiss dich! Verpiss dich!

- Ruf sofort die Polizei! - Ich mag keine Polizisten.

Was heißt, du magst keine Polizisten, los mach schon!

Du hast mit meinem Stolz gespielt.

- Verpiss dich! - Du wirst es schon sehen.

Ich gehe.

Ich wollte dich doch gestern Abend etwas fragen.

Ja?

Ich gehe.

- Gefalle ich dir wirklich? - Ich weiß nicht.

Was soll das jetzt heißen?

So halt, aber ich glaube, du gefällst mir nicht.

Diese Wohnung.

- Ist er fort? - Keine Ahnung.

- Wie heißt du? - Necati.

Weg mit der Zigarette.

Weg damit, hörst du schlecht!

Sei nicht respektlos, du Dreckskerl.

Drecksack, deine Kraft reicht nur für Frauen, oder?

- Seien sie still! - Du wirst es schon sehen.

Los, wir gehen zur Wache. Hol' deine Jacke, mach schon!

Mach schon!

Los jetzt!

Komm rein.

Und, was ist passiert?

Wie ich schon sagte,

kurz bevor ich gekommen bin,

habe ich ihr ins Gesicht gespuckt, sie gab mir eine Ohrfeige,

und den Rest kennst du ja.

Die Alte hat wohl ihre Strafe bekommen.

Und wie!

Haben die Bullen was gemacht?

Was sollen die schon machen? Ich habe meine Sache ja durchgezogen.

Was für eine Welt!

Eine Frage...

als der Bulle mich schlug, hast du erwartet, dass ich mich wehre?

Nein, ich habe nichts erwartet.

Ich mag keine Bullen.

Ich wollte aber keinen Akt draus machen. Ich kenne die Schwuchtel sowieso.

- Lass uns etwas frische Luft schnappen. - Ich hab' überhaupt keine Lust.

Ich eigentlich auch nicht. Am besten, wir gehen schlafen.

Ich gehe jetzt lieber.

Lass dich nicht stören.

- Gute Nacht. - Gute Nacht.

Eine Frage. Würdest du vor Gericht für mich aussagen?

Ja würde ich, aber was soll ich sagen?

Es reicht, wenn du sagst, dass sie mich belästigt und beleidigt hat.

- Geht klar. - Danke.

Hallo?

Einen Augenblick bitte.

Hallo?

Sinem, die Umleitung funktioniert wieder nicht! Ich kann nichts dafür.

Was soll das jetzt heißen?

Seit heute morgen lässt sich's nicht umleiten. Am besten Sie rufen einen Handwerker.

- Schönen Abend, Naim. - Danke, Yavuz.

Yavuz, Sinem soll bei mir vorbeischauen, bevor sie geht.

Sinem, Herr Naim will dich sprechen.

- Musa kommst du nicht mit? - Geh du ruhig.

- Sie bitten? - Setz dich.

Ich muss mit dir etwas besprechen.

Herr Naim, die Papierhandtücher sind alle.

- Was kann ich denn dafür? - Neue kaufen, tschüss.

- Setz dich doch. - Ich stehe lieber.

Setz dich doch für zwei Minuten!

Schau mich an.

Schau mich an!

Ich liebe dich.

Ich sagte, ich liebe dich.

- Zur Hölle mit dir. - Ich liebe dich trotzdem.

Was ist das für eine Liebe?

Seit Jahren hast du mich hingehalten, du hast mich behandelt wie einen Dreck.

Es wird alles gut.

- Lüg nicht! - Ich lüge nicht!

Du bist armselig. Du betrügst jeden, tust jedem weh. Sieh nur, was aus deiner Familie wurde.

Sagtest du nicht, alles wird gut? Und jeder würde glücklich werden?

Du hast keine Ahnung! Die Frau ist krank, sie will sich aus Trotz nicht trennen,

- sie droht mir mit den Kindern. - Du bist krank. Lass mich in Ruhe!

Sinem!

Sinem!

Sinem!

Lass mich los!

Was machst du hier?

Ich habe auf dich gewartet.

Kommst du nicht rein?

- Wie geht's Musa? - Gut.

Wo bist du? Deine Freundin wartet seit Stunden vor der Tür.

- Ich war spazieren. - Sie wollte nicht bei mir warten.

- Also dann, gute Nacht!. - Dir auch.

Würdest du mit mir heiraten wollen?

Spielt für mich keine Rolle, wenn du willst, heiraten wir.

Und liebst du mich?

Ich weiß nicht.

Warum würdest du mich dann heiraten?

Es ist unwichtig, wenn du willst heiraten wir eben.

- Eine Ehe ist etwas ernstes. - Ist es nicht.

Hättest du "ja" gesagt, wenn es eine andere Frau gewesen wäre?

Wahrscheinlich schon.

Denkst du, dass ich dich liebe?

Darüber habe ich nie nachgedacht.

Ich will dich heiraten.

Wann du willst.

Ich muss los.

Fragst du dich nicht, wo ich um diese Uhrzeit hingehe?

Gute Nacht.

- Tee für Herrn Yavuz? - Ja.

Die haben immer noch keine Papierhandtücher gekauft.

Es ist schon zehn Uhr, wo bleiben die nur?

Den Teemann fick' ich noch, der ist schon wieder eiskalt.

- Willkommen. - Danke, Yavuz. Wie geht's?

Wie immer. Kommen Sie rein.

- Hallo Frau Nermin. - Hallo Musa.

Tut mir leid, ich hatte keine Zeit, dir Beileid zu wünschen.

- Nicht so wichtig. - Ist Naim noch nicht da?

- Nein. - Er ist gestern Nacht nicht nach Hause gekommen.

Der kommt bestimmt bald. Gehen Sie schon mal rein.

- Was trinken Sie? - Danke, ich will nichts.

So ein Schürzenjäger, dieser Naim.

Man kann doch wenigstens anrufen und Bescheid geben. Arme Frau.

- Guten Appetit. - Wo warst du? Es ist schon Mittag!

Na und? Die ganze Nacht war schon anstrengend genug.

- Was nehmen Sie? - Nichts, ich will nur Wasser.

Hast du etwa Salz geleckt zur Morgenstunde?

Du wolltest doch noch Bohnen dazugeben.

Heute Morgen wurde meinem Vater plötzlich schlecht. Wir sind von einem Krankenhaus zum anderen geeilt.

- Was hatte er? - Weiß ich nicht.

Die wissen es selber nicht, machen nur Röntgenaufnahmen. Kann vom Alter kommen, haben sie gesagt.

- Wie geht's Musa? - Gut.

Herr Naim und seine Frau streiten sich im Büro. Ist etwas passiert?

Er ist gestern nicht nach Hause gegangen. Auch nicht angerufen.

Als ich ins Büro kam, gab es ein Gekreische. Er hat mich zu euch zum Essen geschickt.

- Musa, ist was? - Was zum Beispiel?

Antworte nicht mit Gegenfragen!

- Ich will dich etwas fragen. - Mach doch.

Wieso tust du so, als ob ich nicht hier wäre?

Wie meinst du das?

- Hör auf damit. - Womit?

Du benimmst dich so, als ob du mich beschuldigen würdest.

Wenn du was sagen willst, dann sag es.

Du bist sehr schön.

Kommst du nicht rein?

Schau, unsere Fotos.

Musst du denn immer Fernsehen glotzen?

Du siehst aus, als wärst du der Standesbeamte. Sogar der sieht glücklicher aus als du!

Schau dir Yavuz an, so ernst! Als hätte er sein ganzes Leben lang darauf gewartet.

Oh, Mutter..

Wird Zeit dass wir nun auch jemanden für Yavuz finden. Er wäre ein toller Familienvater, nicht wahr?

Frau Nermin ist auch sehr nett.

- Hallo Musa. - Wie geht's Necati?

Ich musste für einige Tage aus der Bildfläche verschwinden.

Du hast auch nichts davon gesagt, dass du heiratest. Gratuliere.

- Hab mich sehr für euch gefreut. - Kommen Sie doch rein.

- Ich will nicht stören. - Ich bitte Sie doch.

Komme rein bitte.

- Das ist euer Geschenk, ist zwar nichts besonderes, aber... - Vielen Dank..

- Nichts. - Komm rein und setzt dich.

Die Wohnung habt ihr auch renoviert, ist schön geworden.

Danke. Was kann Ihnen anbieten?

- Machen Sie sich keine Umstände. - Nicht doch.

- Ich trinke, was Sie da haben. - Ich mache uns einen Kaffee.

- Mittelsüß? - Mittelsüß!

- Du? - Mit Milch.

Die Fotos von der Trauung, was?

Feiner Anzug, schönes Brautkleid.

- Erzähl, was hast du so getrieben? - Ich sage dir, es war die Hölle.

Die Brüder der Frau sind richtig durchgedreht.

Sie verfolgen mich seit einiger Zeit.

Ich habe sie auch einpaar Mal hier in der Gegend gesehen.

Angst habe ich keine, aber ich will nicht wieder Stress haben.

Aber wenn sie darauf bestehen, können sie ihn haben.

Ich habe einen Freund, er ist Fischer, bei şile,

um dem Ärger aus dem Weg zu gehen, bin ich zu ihm gegangen.

- Welche Marke? - Browning.

Kaliber 14, 15 Schuss.

Ist sie geladen?

Wie konnten wir nur so viele Rechnungen übersehen?

Die Rechnungsbeträge stimmen, doch wir können nicht alles begleichen.

Wie wäre es mit nächster Woche?

Es ist mir gleich, aber Herr Naim will, dass ich ihm das Geld heute unbedingt bringe.

- Ich muss ihn fragen. - Sicher, Sie können ihn anrufen.

Yavuz, ist Herr Naim da?

Wann kommt er?

Okay, ich melde mich später.

- Er ist wohl nicht da? - Nein.

- Was sollen wir jetzt tun? - Ich weiß nicht.

Ich schlage vor, Sie erledigen ihre restliche Arbeit. Herr Naim erreichen wir bestimmt noch.

Ich versuche bis heute abend Die Summe zusammenzustellen.

Ich habe aber nichts mehr zu tun.

Dann machen Sie einen Vorschlag, was wir tun sollen.

Musa?

Ist was? Du bist nicht auf der Arbeit?

Ich hatte gerade nichts zu tun und war kurz zu Hause.

Ich war auch zu Hause, Dann war mir langweilig und ich bin zum Teehaus.

- Wir können ja was unternehmen, wenn du Zeit hast. - Okay.

- Magst du Billard? - Ja.

- Sollen wir eine Runde spielen? - Okay.

- Um was? - Um was du willst.

Dann um den Tod!

- Welche Kugel war meine? - Die da.

- Das sind die, die dort sitzen. - Wer?

Lass dir nichts anmerken, das sind die Brüder der Alten.

Du bist dran.

Sie scheinen etwas vorzuhaben. Geh du lieber, du brauchst kein Ärger.

- Das macht mir nichts aus. - Ich wusste, dass du das sagst.

Aber du bist verheiratet, ich will nicht, dass dir etwas zustößt.

Lass uns da entlang laufen.

Die haben nicht den nötigen Schneid gehabt, uns zu folgen.

- Was hast du jetzt vor? - Ich weiß nicht.

- Lass uns nach Beyoglu gehen? - Okay.

Sie verfolgen uns.

- Was sollen wir tun? - Musst du wissen.

Lass uns hier hinsetzen, mal sehen was sie machen werden.

Sie bleiben stehen. Was haben die jetzt vor?

Soll ich sie erschießen?

Wenn du willst? Aber noch haben sie nichts gemacht.

Dann verfluche ich ihre Mutter.

- Wenn sie antworten, erschieß ich sie. - Okay

Ich ficke eure Mutter und eure Schwester!

Das war nicht genug.

- Komm her, wenn du dich traust! - Komm du her!

Was soll ich mit der Waffe anstellen?

Gib sie mir, wenn sie was falsches machen, schieße ich.

Komm her, ich warte auf dich!

Ich habe schon deinen Bruder verprügelt, jetzt willst du wohl auch deinen Anteil haben.

Er hat eine Waffe!

Du Hurensohn! Drecksau!

Danke. Ich wusste, dass du ein echter Freund bist.

Musa, schläfst du?

Unsere Kollegen sind gerade am Zoll.

Wenn etwas passiert wäre, hätten wir davon erfahren.

Seien Sie unbesorgt, wir werden Sie dann später anrufen.

In der Regel dauert es zweiTage bis alles erledigt ist.

Es könnte sein das Sie die Sache heute schon erledigt habe.

Yavuz ist dieser Antrag schon fertig?

- Musa, wie geht's? - Gut.

- Wie geht's Sinem? - Gut.

- Alles klar. - Gut, leg es ab.

Es geht ihr wohl gut, was? Keine Lust mehr zu arbiten.

Warte kurz.

- Hast du es auch gut lackiert? - Habe ich.

- Hast du einen Schuhlöffel? - Ja.

- Wie viel? - Wie viel du willst?

- Wie "wie viel du willst"? - 100 000.

- Da hast du 200 000. - Danke.

Wie geht's Musa? Gefallen dir meine Schuhe?

- Ja, sehr schön. - Sollen wir ein Paar auch für dich besorgen?

- Was macht Sinem so? - Es geht ihr schon gut.

Ich komme mal einen Abend auf ein Kaffee zu euch.

- Geht klar. - Heute Abend zum Beispiel?

- Okay. - Gut.

- Yavuz kannst du kurz mal rüberschauen! - Ich komme gleich Naim!

- Verstehst du was von Computern? - Ja, aber Musa kennt sich da besser aus.

- Wo ist Musa? - Er ist hier.

- Schick ihn mal rein. - Okay.

- Musa, du sollst zu Naim. - Okay.

Ich muss dich um einen Gefallen bitten, Musa. Wir haben für unseren Sohn Cenk einen PC gekauft Aber er bringt ihn einfach nicht zum Laufen.

- Könntest du mal nachschauen? - Okay.

- Kennst du noch den Weg zu uns? - Ich glaube schon.

Du bist mein Held, wenn du das hinkriegst.

Komm rein Musa. Wir machen dir Umstände.

Trink den Kaffee, bevor er kalt wird. Macht doch eine Pause.

Hallo?

Ja, er ist hier.

Sekunde, ich gehe schnell ins andere Zimmer.

- Ist bis hierhin alles in Ordnung? - Ja.

- Dann mach' mal Neustart, und versuche es noch einmal. Ich gehe kurz aufs Klo. - Okay.

Du siehst alles negativ.

Genug, mir reicht es!

Ich bin nicht mehr ich selbst!

Bin ich dazu verpflichtet?

Niemand ist dein Sklave, verstehst du?

Wir sind nun so lange verheiratet, wie kann man nur einen Menschen dermaßen erniedrigen?

Du brauchst nicht zu kommen, wir haben uns nichts mehr zu sagen!

Ich werde Cenk alles erzählen. Er kann selbst entscheiden, ob er mitgeht.

Tu noch etwas Eingelegtes dazu.

- Wie viel? - 2000.

Danke schön.

Schau mich nicht an.

Schau sie dir mal an.

Nicht mich, die da sollst du dir anschauen.

Was ist das?

Los erzähl mal.

- Hast du dir einen Anwalt besorgt? - Nein.

- Wieso nicht? - So, halt.

Das ist auch eine Idee.

Aber laut Gesetz musst du einen Anwalt haben.

Wenn du das nicht machst, besorgt dir der Staat einen.

Soll er ruhig machen.

Ich freue mich, dir diese Arbeit abgenommen zu haben.

Du bist ein stiller und verschwiegener Mensch, sagt man.

Ich habe nicht viel zu erzählen, deshalb bin ich meist still.

Gute Begründung.

Sinem Demircan,

Mädchenname Arca.

- Sie ist deine Ehefrau, nicht wahr? - Ja.

- Ihr seid frisch verheiratet. - Stimmt.

- Wie lange kennt ihr euch schon? - Seit langer Zeit.

- Wie lange? - Keine Ahnung, einige Jahre.

Als Arbeitskollegen, oder als Freundin?

Sie war nicht meine Freundin. Ich kenne sie nicht besonders gut.

- Kennst du sie nicht gut, oder kanntest du sie nicht gut? - Beides.

- Heiratet man jemanden, den man nicht kennt? - Ja.

Vielleicht hast du recht.

- Wie habt ihr geheiratet? - Sie wollte es.

- Warst du nicht neugierig zu erfahren, wer sie ist? - Nein.

Das verstehe ich nicht. Man muss doch neugierig sein.?

Mag sein, ich war's aber nicht.

Du bist nicht gerade in deine Frau verliebt, emotional meine ich?

Oder?

- Könnte man so sagen. - Warum?

Hat keinen Grund, ist einfach so.

- Verdächtigst du sie? - Womit?

Dass sie eine Affäre mit jemandem haben könnte?

Ich vermute mit Herrn Naim.

- Vermutest du? - Ja.

- Und wieso vermutest du das? - Ich kann mich nicht daran erinnern.

- Hast du jemals mit ihr darüber gesprochen? - Mit wem?

- Mit deiner Frau natürlich. - Nein.

- Wieso? - Ist mir wahrscheinlich nicht eingefallen.

- Nicht eingefallen? - Nein.

Kommt dir unser Gespräch überzeugend vor?

Ich verstehe nicht.

- Wo bist du denn aufgewachsen? In Paris etwa? - Ich verstehe nicht.

In meiner Jugend habe ich einen französischen Roman gelesen. Du bist wie dessen Protagonist.

Dein Nachbar Necati... Necati Pınarcık.

Ist er ein guter Freund von dir?

Ich habe keine Freunde, aber ich mag ihn.

- Wieso? - Ich mag ihn halt, einfach so.

Du weißt, dass er ein Zuhälter ist.

Ich weiß, dass er Lagerverwalter ist.

- Was für ein Lager? - Das weiß ich nicht.

- Hast du ihn nie danach gefragt? - Nein.

An dem Morgen, als deine Mutter verstarb...

Sie hat dich nicht geweckt wie jeden anderen Morgen auch.

Sie hat dir auch kein Frühstück vorbereitet.

Hast du dich nicht darüber gewundert, was mit ihr los ist?

Ich dachte, sie hat verschlafen.

Aber du hast dich mit deinen Kollegen darüber unterhalten.

- Ja haben wir. - Sie sagten dir, du solltest mal nachschauen.

- Ja, das sagten sie. - Und?

- Ich habe nicht nachgeschaut. - Wieso?

Ich weiß nicht, ich war wohl zu faul.

- Du bist auch spät nach Hause gegangen. - Ich war arbeiten.

Hast du dir keine Sorgen gemacht?

Nein.

Und was hast du gemacht, als du bemerkt hast, dass sie tot ist?

- Ich habe nichts gemacht. - Gar nichts?

Ich weiß nicht, was man in solchen Situationen macht.

Ich habe bis zum Morgen gewartet, um es meinem Boss zu sagen.

- Deinem Boss, Naim Tuğlacı? - Ja.

Was hast du bis zum Morgen gemacht? Geschlafen?

Bis Mitternacht saß ich da, dann bin ich auf dem Sofa eingenickt.

- Du hast also geschlafen. - Ja, ich habe geschlafen.

- Hast du geweint? - Ich weine nicht.

- Warum? - Ich weiß nicht, einfach so.

Was hast du gedacht und gemacht, bevor du geschlafen hast?

Ich habe an nichts gedacht,

ich habe ferngesehen,

dann habe ich zwei Milchkaffee getrunken.

- Du hast Milchkaffee getrunken? - Ja.

- Hast du deine Mutter geliebt? - Ja, wie jeder andere auch.

- Warst du traurig als sie starb? - Ja.

Aber deiner Frau hast du gesagt, dass du dich gefreut hast.

- Ja, so was ähnliches habe ich gesagt, aber das war was anderes. - Wie meinst du das?

Es ist schwer das zu erklären.

- Versuch es doch trotzdem. - Wie gesagt, es ist schwer.

Versuch einfach, vielleicht verstehe ich es ja?

Ein Mensch liebt natürlich seine Mutter

aber manchmal, da fühlt er sich eingeengt, oder will alleine sein.

Also, er wünscht sich nicht, dass sie stirbt, aber will irgendwie doch, dass es so wird.

So was ähnliches.

Du warst froh, als sie tot war?

- Sowas ähnliches. Oder eher Erleichterung. - Ich verstehe.

Ich meine, wirklich.

Du hast dein Jurastudium im letzten Semester abgebrochen.

- Ja. - Wieso hast du es nicht abgeschlossen?

Ich erinnere mich nicht. Es hat mich wahrscheinlich gelangweilt.

Stimmt, ist auch wirklich langweilig.

- Glaubst du an Gott? - Nein.

- An andere Sachen? - Was zum Beispiel?

Andere Sachen, andere Glaubensrichtungen, Satanismus zum Beispiel?

Ich glaube an gar nichts.

Wieso antwortest du immer mit Gegenfragen?

Das mach' ich nicht absichtlich, wahrscheinlich weil ich nicht alles verstehe.

Da gibt es einige Dinge, die ich nicht verstehe.

- Du hilfst mir doch dabei, das alles zu verstehen, oder? - Ich tue mein bestes.

- Warst du wütend auf deinen Boss? - Nein, wieso sollte ich?

Vielleicht weil er eine Affäre mit deiner Frau hat?

Das weiß ich nicht genau, habe vorhin schon gesagt, dass ich das nur vermute.

Warst du vielleicht wütend, weil du das vermutet hast?

Das habe ich damals auch mich selbst gefragt, aber nichts dabei empfunden.

- Also keine Wut? - Nein.

- Warst du eifersüchtig? - Auf meine Frau oder meinen Boss?

- Beide. - Nein.

Hast du deinen Verdacht deinen Boss spüren lassen?

Wie?

- Indem du ihn beschuldigt hast, oder irgendwie anders? - Nein.

Und hat das dein Boss dir zu spüren gegeben?

Da gab es nichts, und wenn, dann habe ich das nicht bemerkt.

Du hattest einen Verdacht aber hast brav weitergearbeitet, ohne dir was anmerken zu lassen?

Ich weiß nicht, ob das brav war, aber wenn sie problemlos sagen, dann ist das bestimmt richtig.

Ausserdem, ich habe nicht gesagt, dass ich einen Verdacht hatte, sondern nur eine Vermutung.

Stimmt, das hast du.

- Kanntest du die Familie deines Bosses? - Ja.

- Kanntest du sie gut? - Nicht unbedingt.

Hast du sie gemocht?

Es gab keinen Grund, sie zu mögen. Ich kannte sie einfach nur.

Wirklich wahr.

Du gibst inzwischen zu, dass dein Boss seit längerem eine Beziehung mit deiner Frau hat.

Und deine Frau hat es bestätigt.

Was sagst du dazu?

Was soll ich schon sagen, kann schon sein.

Erzähl mir wie du jenen Tag verbracht hast.

Das habe ich zuvor schon des öfteren erzählt, es gibt da sowieso nichts zu erzählen.

Trotzdem, erzähl noch mal.

Ihre Aussage im Polizeirevier kriegen wir schon hin,

wurde sowieso unter Folter vernommen.

Aber Ihre Aussage beim Staatsanwalt ist unglaublich.

Ich wurde nie gefoltert.

Das wir uns da mal einig sind. Als ihr Fall an die Anwaltskammer weitergeleitet wurde, habe ich Ihren Fall freiwillig übernommen.

Ich werde also mein bestes für Sie tun, nur dass Sie das wissen.

Danke schön.

Aber um es zu schaffen, müssen Sie mir vertrauen und alles offen und ehrlich erzählen.

- Ich tue mein bestes. - Gut.

Ein weiteres großes Problem sind die Medien.

Sie treffen Ihre Frau, Ihre Freunde, Ihre Nachbarn,

..und lassen sie das sagen, was sie hören wollen.

Am meisten wird darüber berichtet,

was sie bezüglich des Todes ihrer Mutter gesagt haben.

Die Richter und Staatsanwaltschaft werden also den Fall aufblasen.

Vor allem der Staatsanwalt. Ich denke, dass seine Strategie darauf basieren wird,

Ihre Außenseiterstellung in der Gesellschaft, und moralische Gründe geltend zu machen.

Und da wäre noch die Aussage von Yavuz...

Er sagt, dass Sie den Tod ihrer Mutter während des Essens im...

...Restaurant bemerkt haben, weil sie an jenem morgen Ihnen kein Frühstück vorbereitet hatte.

Sie haben Sie dazu aufgefordert nach ihrer Mutter schauen,

doch Sie waren zu faul.

Der Staatsanwalt konzentriert sich auf diese Aussage.

Ich befürchte,

dass man im Falle Ihrer Mutter nun beschließt, eine nachträgliche Obduktion vorzunehmen, um neue Ermittlungen zu starten.

Im Augenblick ist Der Fall ziemlich kompliziert.

Deswegen sollten wir diese Mutter und Gott Geschichte abschließen.

Das ist hier ein laizistisches Land,

das Gericht kann sich nicht in Glaubensfragen einmischen.

Begriffe wie Freude oder Trauer interessieren die Justiz nicht.

Dennoch dürfen uns nicht wieder solche Aussetzer passieren.

Jetzt will ich, dass Sie mich unterstützen, und mir offen alles erzählen.

Was haben Sie wirklich am Todestag Ihrer Mutter gefühlt?

Ich habe das dem Staatsanwalt bereits mitgeteilt. Das ist schwer zu erklären. Ich weiß nicht, wie ich das erzählen soll.

Ich liebte meine Mutter, aber als ich bemerkt habe, dass sie tot ist, habe ich seltsamerweise so etwas wie Freude empfunden

Man kann solche Gefühle nicht unterdrücken.

Es wäre viel besser gewesen, wenn meine Mutter nicht gestorben wäre.

Schauen Sie, ich bin kein Richter, und wäre ich einer, hätte das, was Sie gesagt haben, nicht ausgereicht.

Wenn wir also reden, dann lassen Sie mich eins ganz offen sagen.

Alle Angeklagten werden wegen

ihrer Taten beschuldigt,

und wegen gesellschaftlicher oder moralischer Folgen dieser.. Taten bestraft.

Das ist eben der Punkt, den ich nicht verstehe: Werde ich angeklagt,

weil ich über den Tod meiner Mutter nicht traurig war oder weil ich drei Menschen getötet habe?

Sie hatten wohl noch nie mit Justiz zu tun, was?

Nein, noch nie.

- Wie geht's? - Gut.

Gehen Sie rein.

- Wie geht's? - Wie du siehst.

Ich habe dir etwas geschickt, weiß nicht, ob du es erhalten hast.

- Aber wenn du irgendeinen anderen Wunsch hast... - Nein, ich habe alles.

Necati lässt grüßen.

Er sagt, du sollst nicht traurig sein, alles wird wieder gut.

- Grüß ihn von mir auch. - Mach ich.

Du siehst gut aus.

Die Fernsehleute, Polizisten, sie sind alle hinter mir her,

sie lassen mich genau das Gegenteil davon sagen, was ich eigentlich sagen will.

- Ich habe dir ernsthafte Probleme verursacht. - Macht nichts.

Ich habe vor irgendwohin zu gehen, bis der Prozess beginnt.

Was du willst.

Öffnest du ein bisschen deinen Hemdkragen?

Beeilt euch!

Setzt euch hin.

Ihr kommt mit mir.

- Der Tag der Entscheidung, wie? - Ja.

- Bist du aufgeregt? - Nein.

Schwerverbrecher drehen nach der Urteilsverkündung meist durch.

Wir müssen dann hart zupacken, obwohl wir das nicht wollen.

Was nicht schön ist, weil wir die Leute inzwischen kennen.

Da drinnen wimmelt es vor Journalisten.

Wir sehen es dann in den Abendnachrichten.

- Der Angeklagte ist da. - Bringt ihn rein.

Komm rein.

Bitte nehmen Sie Platz.

Entschuldigen Sie, ich las gerade in ihrer Akte.

- Wie geht es Ihnen? - Gut.

- Sie wurden über die Neuigkeiten wahrscheinlich informiert. - Ja.

Seit Tagen spricht das ganze Land wieder über Sie.

Ihr Boss legte letzte Woche freiwillig ein Geständnis ab.

Nach seiner Aussage bat er darum, auf die Toilette zu gehen, und hat sich dort erschossen.

Dieses Schreiben kam gestern an. Von der 5. Kammer des Schwurgerichts Istanbul.

"An die Staatsanwaltschaft der Justizvollzugsanstalt von Amasya:

Gemäß dem Beschluss Musa Demircan vom 11.09.1997..

der 5. Kammer des Schwurgerichtes Istanbul, mit der Nummer 13863

wird aufgrund neuer Aussagen des Geschädigten im Verfahren,

Naim Tuglaci, bei der Staatsanwaltschaft Istanbul,

am 20.05.2001 das Todesurteil zur Zeit in der Vollzugsanstalt Amasya in Haft, folgendes verfügt:

Erstens das Urteil gegen Musa Demircan wird aufgehoben. Zweitens wird eine Wiederaufnahme des Verfahrens beschlossen."

Sie scheinen sich nicht sonderlich zu freuen. Es wirkt so, als ob Sie nicht in die Freiheit wollen.

Herr Dursun..

- Herr Dursun! - Bitte Herr Staatsanwalt.

Geben Sie der Werkstatt Bescheid, sie sollen die Tür reparieren.

Jawohl!

- Sie haben aber den Geständnisbrief gelesen? - Nein.

- Warum nicht? - Ich habe es halt nicht gelesen.

- Er hat aber mit Ihnen zu tun. - Er hat nichts mit mir zu tun.

Wieso?

Dieser Brief hat sie vor der Hinrichtung gerettet.

- Soll ich ihn vorlesen? - Es ist mir gleich.

Er erzählt davon, wie er diesen Tag verbracht hat, wie er nach Ihnen nach Hause gegangen ist usw.

"Meine Frau hatte meine Kinder vorbereitet, und stand kurz davor, das Haus zu verlassen.

"Ich wollte das verhindern. Daraufhin bekam... sie die Krise",

"begann alles Lose herumzuschmeißen. "

"Wütend ohrfeigte ich sie "

"und sie schlug sie sich den Kopf an."

"Ich kniete mich, wollte ihr helfen"

"doch stellte fest, dass sie tot war."

"Derweil kam mein Sohn Cenk ins Zimmer. Er schrie, dass ich seine Mutter getötet habe."

"Ich versuchte ihn zu beruhigen, doch er schrie weiter."

"Aus Furcht davor, dass unsere Nachbarn alles mitbekommen,"

"hielt ich seinen Mund zu, doch er wehrte sich. "

"Ich weinte, ich flehte ihn an, doch es half nichts."

"Währenddessen fingen meine Augen wegen der Tränen und.. des Schweißes an, zu schmerzen, und ich konnte nichts mehr sehen."

"Weil ich seinen Mund zuhielt, konnte ich meine Tränen... auch nicht wegwischen."

"Zunächst begann in mir eine leichte Panik hochzusteigen, dann großer Zorn."

"Später spürte ich, dass er aufhörte sich zu wehren."

"Ich ließ ihn los. Da fiel er auf meinen Schoß."

"Ich konnte mich weder damals,"

"noch heute, wo ich diesen Brief... schreibe, daran erinnern, was ich meiner Tochter angetan habe."

- Wir wollen die Tür reparieren. - Okay.

- Hören Sie zu? - Ja.

"Ich erzählte der Polizei"

"dass ich alles vorgefunden hatte."

"Alles ich erzahlte in der Polizei waren unglaublich."

"Der Vater einer ermordeten Familie zu sein führte dazu, dass viele meiner Fehler vergessen wurden."

"Ich spielte die Rolle eines Menschen, in dessen Leben nichts mehr eine Bedeutung hat."

"Ich entlastete mich, indem ich meine Affäre mit Sinem gestand."

"..damit man mir die geschenen sachen glaubt habe ich mich selber belastet.

"Ich habe Yavuz dazu verleitet, gegen Musa auszusagen."

"Musas Freude über den Tod seiner Mutter hat uns sehr geholfen. "

"Nun wurde gegen ihn ermittelt."

"Dank Musas verdächtige seltsame Persönlichkeit..."

"und, das begreife ich immer noch nicht, weil er die Morde auf sich nahm, wurde ich entlastet."

"Doch das eigentlich Merkwürdige war, dass diese große Sünde,"

"die ich beging, dazu führte, wovon ich immer träumte."

"Doch ich fand diesen Umstand schon damals ungerecht,"

".und die dadurch verursachte Unruhe, führten dazu, dass ich heute diesen Brief schreibe."

"Als alles vorbei war, begann ich mit Sinem zusammenzuleben."

"Doch die Gewissensbisse, die ich empfand, bestimmten mein Leben."

"..Alles verlor an Bedeutung."

"Meine Geschäfte liefen nun schlecht, ich verlor alles."

"Auch Sinem verließ mich. Ich wollte nichts dagegen unternehmen."

"Ich konnte weder essen noch schlafen."

"Das seltsame war, dass mich das alles nicht störte."

"Ich ging weder ins Krankenhaus, noch zu einem Arzt."

"Jetzt, wo ich diesen Brief schreibe, verstehe ich nun alles. "

"Aber das wird auch nichts mehr ändern."

"Das Letzte und Schmerzhafteste was ich zu schreiben habe, ist:.."

"..Ich weiß noch nicht einmal, wem ich diesen Brief schreibe."

"Denn ich habe meine Frau und meine Kinder eigenhändig getötet. Ich habe sonst niemanden mehr auf dieser Welt."

"Deshalb habe ich mich entschlossen, zu gehen."

Das einzige was ich will, wenn ich vor Gott stehe, dass Musa und Sinem mir verzeihen mögen."

Wieso geht diese Tür ständig kaputt?

Der Riegel ist abgenutzt.

- Wieso haben Sie das gemacht? - Das hat keinen Grund.

Sie haben sich weder beim Verhör, noch während des Prozesses... verteidigt.

Sie haben niemals Einspruch eingelegt.

Bis heute haben Sie kein einziges Mal ihre Unschuld beteuert..

Sie saßen vier Jahre umsonst im Gefängnis und waren in der.....

...Psychiatrie und erst jetzt kommt die Wahrheit ans Tageslicht..

Und wenn Sie hingerichtet worden wären?

Oder wenn dieser Umstand nie ans Tageslicht gekommen wäre?

Was hätte das ausgemacht?

Was soll denn das heißen? Sie tun sich nicht nur selber etwas an, sondern hätten...

...auch die Justiz dazu genötigt, einen Mord zu begehen..

Das interessiert mich nicht. Was passiert, passiert.

Aber sie hätten es wenigstens verhindern können.

Ich habe mich lediglich nicht gegen Beschuldigungen gewehrt.

- Ist das nicht seltsam? - Nicht für mich.

- Fühlen Sie sich schuldig? - Nein, aber auch nicht unschuldig.

Wieso? Ein Mensch kann sagen, dass er schuldig ist,

aber kann nie behaupten, er sei unschuldig.

Wieso kannst du das nicht sagen, jeder Mörder posaunt herum, er sei unschuldig.

Das ist deren gutes Recht.

Unschuldig beschuldigt zu werden betrachten Sie als ein Recht?

Ich verstehe Sie nicht.

Nebenbei, ich halte Sie nicht umsonst auf, Ihre Entlassungspapiere werden gerade vorbereitet.

- Sie werden Bescheid geben, wenn alles bereit ist. - Egal.

- Möchten Sie etwas trinken? - Nein.

- Haben Sie etwas gegessen? - Ich habe keinen Hunger.

- Was gedenken Sie jetzt zu tun? - Keine Ahnung.

- Wahrscheinlich werden Sie zurück nach Istanbul gehen. - Ja.

- Haben Sie Kontakt zu Ihrer Frau? - Nein.

- Hat sie Sie im Gefängnis besucht? - Ein einziges Mal, am Anfang.

- Sind Sie geschieden? - Nein.

- Haben Sie vor, sie zu suchen? - Nein.

Verstehen Sie mich nicht falsch, Das soll kein Verhör sein,

vergessen Sie nicht, Sie sind entlassen, ein freier Mann,

und ich kann Sie zu nichts zwingen.

Doch was ich in Ihrer Akte las, hat mein Interesse geweckt.

Außerdem habe ich anfangs Ihren Prozess in der Presse verfolgt.

Wir haben ziemlich oft darüber diskutiert, dass Sie nicht an Gott glauben, dass der Tod Ihrer Mutter Sie glücklich gemacht hatte.

Deshalb wollte ich Sie kennen lernen.

Da gibt es etwas, was mich sehr interessiert.

- Glauben Sie wirklich nicht an Gott? - Nein

Haben Sie sich das das richtig überlegt?

- Es ist mir nicht wert darüber nachzudenken. - Wieso?

Das hat keinen Grund.

Der Mensch kann das denken, es muss aber nicht so sein.

Ich bin nicht in der Lage, das zu beweisen.

Und wenn Sie hingerichtet werden würden, hätten Sie im letzten Augenblick genauso gedacht?

Ja.

- An was glauben Sie dann? - An gar nichts.

- Sind Sie dermaßen hoffnungslos? - Nein.

bei einigen Sachen bin ich voller Hoffnung.

- Bei was zum Beispiel? - Bei Dingen, die mich unmittelbar etwas angehen.

- Ihre Wünsche und Bedürfnisse zum Beispiel? - So kann man das auch nennen.

- Aber so ist das auch bei anderen. - Ich kenne nur meine.

Andere interessieren mich nicht.

- Die Tür ist repariert. - Mach sie zu, wenn du gehst.

- Darf ich ganz offen reden? - Wenn Sie möchten?

Ich akzeptiere alles, was Sie sagen, aber merken Sie nicht,

dass das der Grund für den Tod von drei sogar vier Menschen war.

- Wieso sollte das ein Grund sein? - Wieso?

Hat Ihr Boss nicht deswegen ein junges Mädchen betrogen,

und deswegen seine Familie getötet?

Das was man Ihnen angetan hat, zähle ich nicht mit.

Für mich ist nichts unverständliches daran, wenn ein Mensch sich so verhält, wie er will.

Müssen wir dann all das Böse, was er aus purer Lust gemacht hat,

...akzeptieren und versuchen zu verstehen?

- Das müssen Sie wissen. - Verstehen Sie es?

Was ich für mich verstehen kann, kann ich auch bei anderen.

Sie bedauern also diese ganzen Vorfälle nicht?

Für mich macht das keinen großen Unterschied.

Sagen Sie, dass es etwas Gutes ist, Kinder zu töten?

Für die Kinder ist das natürlich nichts gutes, aber womöglich für den, der tötet.

Dann können Sie das auch tun.

Sie vergessen, dass ich noch vor einpaar Tagen darauf wartete, wegen dieser Tat hingerichtet zu werden.

Das ist nicht von Bedeutung, ich versuche nicht zu übersehen, dass es Fakt ist, dass die Kinder getötet wurden.

Es sterben sowieso jeden Tag Hunderte wegen Hunger, Krieg, oder anderen gründen.

Aber ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch es verteidigen kann, dass das etwas Gutes ist?

Dann sagen Sie es mir. Sie haben selber gesagt, dass täglich Hunderte von Kindern getötet werden.

- Sagen Sie das tatsächlich aus Überzeugung? - Wieso soll ich sowas sagen, wenn ich nicht daran glauben sollte?

Außerdem möchte ich Ihnen etwas gestehen, vielleicht hilft es Ihnen daran zu glauben.

Bitte sehr.

Als ich an jenem Tag nach Hause ging, wollte ich die Frau und die Kinder töten.

- Wieso? - Was haben sie Ihnen angetan?

- Nichts, ich kann keinen Grund nennen. Aber ich fühlte es so. - Vielleicht gibt es einen Grund.

Sie hätten sich so an Ihrem Boss rächen können, der ja eine Affäre mit Ihrer Frau hatte.

Das war ja auch die Vermutung des Gerichtes.

Ich kann mich nicht dran erinnern, dass ich irgendwas rächen wollte. Wäre es so gewesen, hätte ich mich daran erinnern können.

Aber ich kann mich noch gut erinnern, dass ich töten wollte.

Warum sollte ein normaler Mensch solche Gefühle haben?

Die Gefängnisse sind voll Von normalen Menschen, die unglaubliche Taten begangen haben.

Sollen wir uns keine Gedanken darüber machen, warum man einfach so Lust empfindet, Kinder zu töten?

Das können Sie tun, Sie werden aber kaum etwas finden.

Stimmt, aber vielleicht können Sie da helfen, da Sie dieses Empfinden ja hatten.

Die Frau heulte nur rum, die Kinder zeigten keine Regung.

Für eine Weile dachte ich, ich würde ihnen gutes antun, wenn ich sie töte.

Wieso haben Sie sie dann nicht getötet?

Ich dachte mir, dass das sowieso nichts ändern würde.

- So, das dachten Sie also. - Aus meiner Sicht, versteht sich.

Sie haben es nicht getan, nur weil Sie so gedacht haben?

Nicht ganz, aber fast.

Ich will Ihnen nicht den richtigen Weg zeigen, oder Sie quälen..

Sofern ich beurteilen kann, sind Sie jemand, der weiß, was er tut.

Doch schließlich sind wir alle Menschen,

und es gibt sicher etwas, was wir irgendwie preisen, respektieren,

ich wollte nur wissen, was das bei Ihnen ist.

Dann lassen Sie es mich so ausdrücken,

all das was passiert ist, dass ich fast hingerichtet worden wäre etc.

Es muss doch aber etwas geben, was Sie nicht ignorieren können.

Natürlich, aber das hat nicht soviel Bedeutung wie reich sein,

..mit dem PC umgehen können oder so gutaussehend zu sein, dass keine Frau einem widerstehen könnte.

- Das macht einen Menschen aus? - Gibt es andere Möglichkeiten?

Sein Sie mir nicht böse, aber ich habe das Gefühl, dass Sie all das aus einer großen Wut heraus sagen.

Mag sein, aber vergessen Sie nicht, dass Sie derjenige sind, der dieses unnötigeGespräch begonnen hat.

Entschuldigung, aber ich kann nicht akzeptieren, dass ein Mensch so einfach sein kann, wie Sie es beschreiben.

Was ein Mensch auch tut, er will die Bedeutung... seiner Tat auch verteidigen können.

Wenn er das nicht macht, vernichtet er sich selbst.

Das ist doch genau das, was mit Ihrem Chef passiert ist.

Schuld an seinem Selbstmord war sein Verhalten, dass er sich selbst nicht eingestehen konnte.

- Vielleicht, aber wir sind nicht in der Lage, das zu beweisen. - Er hat gestanden.

Das Gericht hat er auch dadurch überzeugt, indem er gestand, mit meiner Frau zusammen gewesen zu sein.

Aber dann beging er nicht Selbstmord.

Was kann das bedeuten?

Dass er das eine aus Boshaftigkeit, das andere um sein Gewissen Willen getan hat.

- Ist das nicht wichtig? - Eigentlich schon...

Aber nicht wegen Gewissens, sondern wegen der Boshaftigkeit.

Sie behandeln Gewissen und Boshaftigkeit gleichermaßen?

Ist das, was Sie Gewissen nennen, nicht ein Produkt des Bösen?

Das wäre ungerecht. Nennen wir es die wahre Gerechtigkeit, die uns Gott geschenkt hat,

wie es in Ihrem Falle, und im Falle Ihres Bosses geschehen ist.

Ich für meinen Anteil würde Ihre Gerechtigkeit bevorzugen.

Vielleicht liegt aber di Tatsache, dass Sie sich für nichts zum Strang hätten führen lassen,.

dass Sie sich für den Tod Ihrer Mutter freuen können, dass es Ihnen egal ist, das Ihre Frau sie betrügt,

daran, dass Sie keine Liebe verspüren und ungläubig sind.

Glauben Sie wirklich, dass alles dermaßen kompliziert ist?

Ich weiß wenigstens, dass alles nicht so simpel sind.

Simpler als ich vorgebe, aber Sie verwechseln gerne Dinge.

Es liegt Ihnen, dem Menschen, den Sie hinrichten, zu sagen,

...er soll seine Schuld begleichen Wie sie es gerade mit mir tun.

- Was haben wir denn gemacht? - Mich damit beschuldigt, drei Menschen umgebracht zu haben,

mir vorgeworfen, keine Trauer beim Tod meiner Mutter empfunden zu haben,

..und mich dafür bestraft, dass mir die Untreue meiner Frau gleichgültig war.

Und als ob das nicht genug wäre, wollen Sie mich auf Gottes Gericht verweisen.

Zeigt das nicht, das selbst die Bösen das Bedürfnis haben, an irgendetwas zu glauben?

Für mich ist das pure Scheinheiligkeit.

Wenn das nicht so wäre, würden Sie als erstes sich selbst bestrafen.

Ist dann die ganze Menschheit scheinheilig?

Noch schlimmer, sie hinterlassen die ganze Last, Mensch zu sein, auf den Schultern meinesgleichen.

Und das, was sie durchmachen?

Sehen Sie sich doch mal um. Die Welt ist voller Leid der Gläubigen.

Sie deuten auf das Böse, nicht auf das Leid.

Sie sind zu hart! Selbst wenn das die Wahrheit wäre,

wie unsere Frauen fremdgehen,

..und der Tod unserer Mütter, uns erheitern würde, dann würde nicht mehr viel übrig bleiben.

- Eine Menschenseele kann nicht so leer sein. - Und was, wenn doch?

Dann können wir für diese Seelen nur noch beten.

- Hast du Hunger? - Nein.

Willst du etwas warmes trinken?

- Milchkaffee. - Okay.

Hier, nimm.

Sinem, kannst du mir zwei Eier geben?

- Natürlich Fatma, ich bringe sie dir. - Necati ist etwas krank,

er will unbedingt Omelett essen. And of course we're out of eggs.

Setz dich hin, ich komme gleich.

--Vielen Dank. - Keine Ursache.

Wenn du was anderes brauchst, nur zu!

- Danke, Schatz! Gute Nacht. - Gute Nacht.

Dann liebten wir uns.

Gegen morgens wachte ich auf.

Ich machte das Fenster auf und schaute mir die Strasse an.

Es schien für einen Augenblick, als ob alles enden würde.

Da dachte ich nach einer langen Zeit wieder an meine Mutter.

Was mochte sie gefühlt haben, so kurz vor dem Tod,

Welche Gedanken mag sie wohl gehabt haben?

..nach all diesen langen, und bescheuerten Jahren?

In diesem Augenblick war es so, als ob sich in mir etwas bewegen würde.

..Aufgeregt hörte ich zu, doch meine Seele war immer noch leer.

Written and edited by Inspired by Albert Camus's 'L'Etranger'

Director of photography

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