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KAPUZINERSEMINAR, PARIS
MESSE FÜR DEN SCHULJAHRESBEGINN EMPFANG DER NEUEN SEMINARISTEN
Im Lukas Evangelium lesen wir,
dass Jesus sich mit seinen Jüngern auf den Weg nach Jerusalem machte.
Unterwegs sagte jemand zu ihm:
"Ich will dir nachfolgen, Herr.
Zuvor erlaube mir aber, von den Meinen Abschied zu nehmen."
Diese Worte fallen mir bei jedem Schuljahresbeginn erneut ein,
wenn ich euch sehe, euch, die Neuen, wie ihr dieses Seminar betretet.
Und ich stell mir die Frage: Wer seid ihr?
Was sucht ihr im Kapuzinerseminar?
Seid ihr wirklich bereit, Jünger Jesu zu werden?
LE JUCH, BRETAGNE
Also Yann, nimm dieses bescheidene Geschenk
als Beweis unserer Dankbarkeit und unserer Zuneigung,
von allen Pfadfindern und Pfadfinderinnen vom Juch.
Und auch von den Mitgliedern des Kirchenchors,
die so viel unter deiner Leitung gelernt haben.
Danke, Keven.
Vielen Dank.
Auf Wiedersehen, Mama.
Du erdrückst mich! - "Sind diese Arme zum Zerstören da,
oder zum Liebkosen?!" Corneille. Der Cidre.
Du Spinner.
Ich glaube an dich, mein Sohn.
Und vergiss in schwierigen Momenten nicht, was ich immer sage:
Ein schöner Spaziergang im Wald ist mehr wert als jede Therapie!
Mein Sohn, du bist der Stolz vom Juch.
Pater Fromenger ist ein Athlet des Glaubens.
Und du kannst ihm vertrauen.
Weine nicht, Fabienne.
Du bist wirklich ein tolles Mädchen.
Sicher wirst du auf deinem Weg einen für dich geeigneten Mann finden.
Gütig, sensibel und fröhlich.
Auf Wiedersehen! - Auf Wiedersehen! - Auf Wiedersehen, Sohn.
Und denk daran, was ich dir gesagt habe.
Ist es die richtige Entscheidung, Priester zu werden?
Jeden Morgen beim Aufwachen stelle ich mir diese Frage.
Und jeden Morgen quält mich im gleichen Maße derselbe Gedanke:
Werdet ihr jungen Menschen,
die wir in dieses Seminar aufnehmen, in der Lage sein,
mit uns diese Entscheidung zu treffen?
"LA CROIX ROUSSE" KRANKENHAUS, LYON
Nehmen Sie sich noch eine Bedenkzeit. - Es ist alles überlegt.
Es ist Jahresanfang. Ich gehe. - Ein Rückzug aus der realen Welt
ist keine Lösung Ihrer Probleme.
Sie haben gerade eine Depression hinter sich.
Ohne ärztliche Betreuung riskieren Sie einen schweren Rückfall.
Ich habe den Ruf Christi gespürt. Er ist es, den ich brauche.
Auf Wiedersehen, Doktor.
Entscheidungsfindung.
Um die Bedeutung dieses Wortes zu verstehen seid ihr hier.
Werdet ihr mit uns,
im Schutz dieser Mauern und mit Gottes Hilfe
die wahrhaften Zeichen eurer Berufung erkennen können?
STADTTEIL "MOULIN JOLY" - ORSAY
Name und Telefon der Erziehungsberechtigten. Was schreibe ich?
Schreib Mamas Namen hin, aber meine Nummer. Ich erklär's ihnen. - Okay.
Ich stell die Bolognese und Lasagne ins Gefrierfach.
Und ich habe euch eine Kürbissuppe gekocht. - Ja.
Hallo, Maman. - Hallo.
Maman, weißt du, dass es schon zwei Uhr nachmittags ist?
Wo warst du letzte Nacht?
Guillaume, bitte, schimpfe nicht mit mir, ich habe Kopfschmerzen.
Maman! Wer ist denn dieser Typ?
Was machen Sie denn hier?
Hat sie gestern Abend getrunken? Wo kommen Sie her?
Ich heiße Gaspard, wir trafen uns beim Einkaufen.
Und ja, wir haben ein wenig getrunken.
Ist das eine Bolognese? Mit Basilikum ist die toll.
Willst du einen Kaffee?
Ja, mein Engel, ein Käffchen.
Möchtest du Kaffee oder Tee? - Kaffee und Tee. Aber nacheinander.
Wenn eure Kameraden die Priesterweihe empfangen,
lässt man sie sich mit dem Gesicht zur Erde und verschränkten Armen hinlegen,
um ihnen zu zeigen, wie erdrückend die Aufgabe ist, die sie erwartet.
Ihr sollt wissen, dass ich mit ganzem Herzen gegen diesen Gedanken revoltiere!
Hier bilden wir keine Menschen aus, um sie der Zerstörung preiszugeben.
Die Wahrheit ist, dass die Last für uns zu schwer ist.
Und jeden Tag nutzt sie uns ein bisschen mehr ab.
Jeden Tag scheint uns diese Welt ein bisschen weniger verständlich.
GUT "LA FERTE", VERSAILLES
Jeden Tag erscheint uns die Kirche, der wir dienen, schwerer zu bewegen.
Scheiße, wenn ich die Karre schrotte, bringt mich Papa um!
Es ist deine Schuld! Scheiße, du nervst! Warum feiern wir denn Abschied?
Stimmt. Außerdem gehe ich nicht wirklich weg.
Das war vielleicht nur eine Gelegenheit, um uns zu besaufen.
Na gut, ich muss los.
Ich gehe ein bisschen schlafen. Und du solltest dasselbe tun.
Bis bald?! - Lass die Scheiße sein, Raph.
Du kannst mich nicht einfach die Firma allein mit Papa leiten lassen.
Du machst das bestimmt perfekt. - Ich schaff das nicht. - Und ich...
Für mich wäre es furchtbar, mich an diese Idee zu gewöhnen,
das weißt du sehr gut! Ich wollte schon immer weg.
Kannst du dir den Vorstand ohne dich vorstellen?
Du kannst nicht einfach so abhauen, Scheiße!
Aber Guilhem, ich gehe, das ist einfach so.
Okay, dann geh! Geh, hau ab, verschwinde. Verdammt, beweg dich!
Keine Sorge, wir schaffen es auch ohne dich!
Deshalb verfolgt mich dieses Wort und es soll euch jeden Tag verfolgen.
Entscheidungsfindung!
Wenn ihr euch schon für einen unmöglichen Beruf entscheidet,
dann solltet ihr fest davon überzeugt sein,
dass es dieses Leben ist, das euch wachsen lässt.
Und dass es kein besseres gibt, um euch zu entfalten.
In der Zwischenzeit, beten wir zum Herrn...
...und danken ihm dafür,
dass er uns alle an diesem Ort des Friedens versammelt hat.
♪ Credo in unum Deum
♪ Patrem omnipotentem
♪ factorem caeli et terrae
♪ et ex Patre natum ante omnia saecula
♪ visibilium omnium et invisibilium...
Das ist Flickwerk. Es ist nur notdürftig repariert.
Das Dach ist schon zu lange kaputt.
Wir müssen einen Dachdecker kommen lassen.
Die Kasse ist leer, wir müssen bis Januar warten. - Das ist unmöglich.
Der Berufungstag findet in knapp zwei Monaten statt.
Wir können keine Gäste empfangen und noch dazu Publikum,
in einer Kapelle, in der es regnet.
Was sollen wir dann tun? - Im Moment weiß ich es nicht, Dominique.
Ich weiß es nicht.
Also, da ist der Speisesaal.
Hier die Wohnungen der Pater und ihre Arbeitszimmer,
das Büro von Pater Fromenger, und hier bald ein Fitness-Raum.
Jedem das Seine, ich spiel lieber Rugby.
Ich bin Kapitän des Seminar-Teams. - Es gibt ein Rugby-Team?
Ihr könnt euch anmelden.- Pater Bellenton. Er kommt aus Plouermel, bei mir in der Nähe.
Na ja, Pater Bellenton. Sag du es ihnen, du weißt es besser und bist länger hier.
Märtyrer der Revolution. Die eidverweigernden Priester.
Der Terror.
Schon mal von gehört? Seid ihr sicher, dass euch das interessiert?
Oh ja!
Um 1792 war das hier ein Klarissen-Kloster.
Sie versteckten etwa zehn Priester, die den Eid auf die Republik nicht leisten wollten.
Sie wurden denunziert und die Nationalgardisten holten sie ab.
Und stürzte sich Pater Bellenton auf die Bajonette,
um die Flucht seiner Kameraden zu decken. Durch diese Tür.
Sagt man zumindest. - Nette Geschichte, aber die Tür sah die Revolution nicht.
Eher eine Renovierung aus dem Zweiten Kaiserreich.
Die Macht des Mythos.
Ich habe da ein Urahnen, der für den Tod Ludwig XVI war,
und dennoch endete er auf dem Schafott.
Meiner war Assistent des Henkers, er hielt den Korb.
Nein, das war ein Scherz. Ich habe keinen Urahnen.
Das ist ein Luxus der Reichen.
Ach ja? - Ja.
Also, sag's mir lieber nach der Empfangsrede.
Wie bitte? - Die unangenehme Nachricht, von der du nicht weißt, wie du sie mir sagen sollst.
Lieber nach der Empfangsrede, das wäre besser.
Würde ich ja gerne, ist aber unmöglich.
Dann sag es mir.
Die Neuen. Es werden nur vier sein.
Es geht um Fabien Duprieux. Er hat die Politikwissenschaft vorgezogen.
Unfassbar, dass ich mich in diesem Jungen so sehr getäuscht habe.
Ich weiß, was du mir sagen wirst.
Ich war nicht so begeistert von ihm, irgendwas ging mir in dieser Akte gegen den Strich.
Dann hast du mich überredet und nun fühlst du dich verantwortlich.
Ganz recht. Ich fühl mich schuldig.
Nein. Die Entscheidung ist kollektiv, die Verantwortung auch.
Also erspar mir das alles.
Jetzt müssen wir eine Lösung finden, schnell.
Wir sind auf dem falschen Weg.
Es ist nicht gut, dass wir uns wieder die ansehen, die wir schon abgelehnt hatten.
Nicht ein Einziger hat dieses Etwas, nach dem wir suchen.
Diese Energie, den Elan, der uns berührt, im Herzen oder im Bauch.
Das Kapuzinerseminar ist ein Ort, der keinem gleicht.
Und Sie gaben ihm diesen Geist. - Und dann?
In diesem Jahr sind's nur vier, vielleicht sind's nächstes Jahr noch weniger?
Dominique, ändert sich diese Welt?
Können wir sie nicht mehr verstehen? Werden wir uns auflösen?
UNTERSUCHUNGSGEFÄNGNIS VON SEYSSES - TOULOUSE
Es tut mir leid, ich wurde im Seelsorgezimmer aufgehalten.
Ein Mädchen ist ausgerissen.
Ich musste eine Unterkunftslösung für sie finden.
Wir fahren morgen nach St.-Cyprien.
Wir haben noch Zeit, den Ordensvorsteher Vater Filipetti zu sehen,
und nachmittags wirst du der Seminarist Del Sarte sein.
Im Knast läuft man nicht. Man glaubt, dass man läuft, aber man geht im Kreis.
Man marschiert auf und ab. Hier gibt's keine störenden Wände.
Ich gehe zu Fuß und das ist cool.
Toulouse liegt nicht in dieser Richtung.
FRANZÖSISCHE BISCHOFSKONFERENZ PARIS
Sie baten mich, eine Strategie für Ihre Wiederwahl zum
Vorsitzenden der Französischen Bischofs- konferenz im nächsten Jahr festzulegen.
Und ich freue mich, einen Beitrag zu Ihrer Kandidatur leisten zu können.
Seine Eminenz ist nicht Kandidat.
Aber trotz der schwierigen Aufgabe, hoffen wir, dass er die Energie dafür finden wird,
mit Hilfe des Heiligen Geistes sein Werk an der Spitze von Frankreichs Kirche fortzusetzen.
Es ist eine schwere Verantwortung, aber ich nehme sie an.
Bestens. Jetzt ist unsere Aufgabe ganz einfach!
Die abstimmende Bischofskonferenz muss spontan
die richtige Wahl zum richtigen Zeitpunkt treffen.
Es bleibt uns wenig Raum, um eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln,
die die guten Seiten Ihrer Bilanz hervorhebt.
Ich habe hier eine Studie
über die Haupterwartungen der Öffentlichkeit
der katholischen Kirche gegenüber.
Unsere Kampagne sollte sich auf ein wichtiges Thema konzentrieren,
dass die Tätigkeit der Bischofskonferenz
mit der positiven Erwartungshaltung der Öffentlichkeit verknüpfen kann.
Wir haben 5 Jahre hart gearbeitet. Die Sanierung der Finanzen...
Unsere Maßnahmen, gegen die Sittenskandale innerhalb des Apparats zu kämpfen.
Das alles muss dargestellt werden. - Wir müssen es einfach halten.
Markant. Ein einziges Thema. Was wir wollen, ist Verständlichkeit.
Ein einziges Thema? - Ja. Und mit einer positiven Botschaft.
Sie sagen Finanzen, ich verstehe Schuldenkrise.
Sie sagen Sitten, ich verstehe Pädophilie.
Einheit? - Ich verstehe Williamson, Traditionalisten.
Werte? - Ich verstehe Rückwärtsgewandtheit.
Wir müssen uns wieder auf unsere Kerntätigkeit konzentrieren.
Die Messe?
Die Armen?
Genau! Das meine ich, die Armen! Menschliches Elend! Darin sind wir wirklich gut.
"Die Kirche Frankreichs, letzte Schutzmauer gegen die Krise."
Der Slogan: "Der Hunger wartet nicht auf den Winter".
Ihre Einrichtung wird den Winter nicht durchstehen.
Greift nicht sehr schnell ein, verschlimmert sich der Schaden nur noch.
Wie viel? - Die Bauarbeiten? Keine Ahnung, ich kann's nicht genau sagen.
Sicher können Sie das.
So um die 50, 60 Tausend.
Euro?
Ihre Kapelle ist ein Baudenkmal, da gibt's Vorschriften.
Ich verstehe.
Ja?
Ich bin Baptiste, im letzten Jahr, und das ist Aulien, im fünften Jahr.
Der Schülerrat bittet dich, mit uns zu kommen. - Um diese Zeit?
Was ist das für eine Geschichte, die eucharistische Anbetung?
Das macht man seit Jahrzehnten nicht mehr...
Er hat Recht. Das ist ein Ding von Traditionalisten.
Da bin ich anderer Meinung, es ist ein Ritual. Der Glaube ist auch ein Teilen.
Wir wollen doch nicht gleich heute unangenehm auffallen...
Herzlich willkommen bei den Kapuzinern! - Was glaubt ihr denn, wo ihr seid?
Wir sind hier bei den Kapuzinern, nicht bei den Traditionalisten
von Saint Nicolas du Chardonnet.
Kommt so was noch mal vor, nimm dir ein Beispiel an deinen Kameraden.
Mit dem Kleinen werden wir zu tun haben!
Lacht mich nur aus. - Komm schon, Yann, nimm's mit Humor.
Du wirst schon lernen, uns zu ertragen. Wir haben 'ne kleine Strafarbeit für euch.
Ihr werdet morgen in der Messe dienen und ministrieren.
Angeblich singst du wie ein Engel? - Seine Mutter strickte ihm einen süßen Schal,
damit er am Hals nicht friert.
Amüsiert euch. - Jungs, na los! Macht schon. - Auf dein Wohl.
Alles ist gut. - Auf dein Wohl!
Du wirst dich hier nicht langweilen, du wirst singen können.
Yann, nimm's leicht.
Zum Wohl!
Mach nicht so ein Gesicht. - Ja, schon gut.
Lass uns feiern. - Schön, dass ihr da seid. - Danke.
Da habt ihr uns ja ganz schön hochgenommen.
Ja, das machen wir immer so. Das hat schon Tradition.
Ich habe Angst, dass sie mit dem Alkohol übertreiben. Oder mit ihren frevelhaften Witzen.
Das könnte uns wirklich schaden.
Ach, Schwester, vergesst nicht, wir sind hier am Rande vom "Quartier Latin".
Die ersten Studentenkrawalle fanden hier um 1450 statt.
Sie waren sehr rebellisch, gewalttätig, anzüglich.
Und das waren alles Theologiestudenten!
Gute Nacht, Schwester. - Gute Nacht.
STADTTEIL "LES JURADES" TOULOUSE
Du kannst so lange bleiben, wie du willst.
Aber erfährt die Frau des Russen, dass du zurück bist, bringt sie dich um.
Und warum bleibst du noch hier?
Wo soll ich hin?
Wer will ein Mädchen mit einem süchtigen Bruder, das im Supermarkt arbeitet?
Während du im Gefängnis warst, hat sich hier nichts geändert.
Es ist immer noch die gleiche Scheiße.
Und mein Bruder...
...ist rückfällig geworden.
Scheint mein Schicksal zu sein.
Gott möge dich beschützen.
Ich gehe ins Bett.
Für dich ist das Sofa.
Aber es gibt auch mein Bett.
Wie du abgenommen hast!
Es ist schön, dass du zurückgekommen bist.
Alle haben auf dich gewartet.
Vor allem meine Frau.
Ich habe einen Sohn, hast du das gewusst?
Und der verlangt seit acht Jahren, dass ich gerächt werde...
Ich stelle das Können von Pater Soubiran nicht in Frage.
Aber ich hatte das Budget des Eröffnungstages in den Händen.
Es übersteigt bei weitem die Grenzen, die wir uns leisten können.
Sicher kann man bei manchen Posten sparen.
Ich habe keine Zeit mehr. Und ich habe es gestern Abend unterschrieben.
Pater Soubiran hat eine Vision. Es obliegt Ihnen, ihn zu unterstützen.
Hier kommen die Beschwerden.
Eure Eminenz. - Lieber Pater! Wie geht es den Kapuzinern?
Schlecht. Es ist das Dach der Kapelle.
In diesem Zustand übersteht es den Winter nicht.
Wir haben eine Plane befestigt, aber beim nächsten Gewitter regnet's wieder rein.
Ich habe hier einen Kostenvoranschlag des Bauunternehmers.
Selbstverständlich zahlen wir im nächsten Wirtschaftsjahr alles zurück.
Schon immer war es der Bischofskonferenz ein Anliegen,
für den reibungslosen Ablauf und die gute Abwicklung
bei der Ausbildung der Kapuzinerseminaristen zu sorgen.
Besonders, weil sie die Zukunft der Kirche Frankreichs sind.
Pater Fromenger ist ein Mann von immenser Bildung und ein erstklassiger Pädagoge,
der in der Vergangenheit Reden hielt, die nicht jedermanns Geschmack waren.
Die aber gewisse Modernisierungen innerhalb der Kirche ermöglichten.
Aber es ist kein Geld mehr da.
Die Kassen sind leer.
Wir brechen unter den Hilfsgesuchen zusammen.
Manche unserer Diözesen sind in einer sehr beunruhigenden
finanziellen Schieflage...
Pater Fromenger legt viel Wert auf Ihre Anwesenheit am Berufungstag.
Das ist doch sehr erfreulich...
Wir stehen im Augenblick wegen der Wahlen unter großem Druck.
Ich werde trotzdem insistieren, dass er die Akte studiert.
Du hast dasselbe verstanden wie ich. Er tut nichts.
Nach wie vor hasst er Pater Fromenger.
So viel menschliche Leidenschaften, selbst bei uns, den Männern Gottes.
Ist das wahr, was ich gehört habe? Jetzt verbringst du deine Zeit zu zweit mit Gott?
Du bist also so eine Art Engel geworden.
Schön, dass du zurückgekommen bist, José. Du hast mich nicht vergessen.
Wir waren ein tolles Team.
Du bist gekommen, um mich aus der Scheiße zu ziehen, richtig?
Du wirst mir helfen?
Das sagen sie doch in deiner Bibel, dass du Typen wie mir helfen musst.
Und das musst du. Du wirst mir helfen.
Es wird wie früher. Wir werden ein tolles Team sein.
Sonst, sonst...
Sonst könnte ich dich vielleicht an die Russin verpfeifen.
Ich kann für nichts garantieren. - Was ist hier los?
Du kiffst jetzt schon?
Es waren die Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul, die es führten.
Ein Heim für Freudenmädchen. Heute ist es nicht mehr dasselbe,
es wurde professionell. Obwohl es aus menschlichen Gesichtspunkten
megabereichernd bleibt. Aber du wirst sehen, das ist Sport!
Diese Mädchen werden schwanger, weil sie völlig überfordert sind.
Man muss sie immer wieder zurechtrücken. - Ach, ja?
Schlecht geschlafen? Der Sekt war nicht toll.
Nein, das sind die Vögel.
Die Vögel? Was für Vögel? Es gibt keine Vögel!
Na ja, eben deswegen.
Ich mache dort mein Praktikum.
Soll ich dich der Leiterin des Heims vorstellen?
Ausgebildet bei der christlichen Arbeiterjugend, aber nett. - Warum nicht? Klingt interessant.
Okay.
Es ist zweimal die Woche. - Ach ja?
Einmal unter der Woche und am Samstag.
Ihr sortiert also vorher und dann... - Genau, richtig. - Okay.
Und dann gibt's den Verkauf.
Schluss jetzt, verdammt! Ich sagte nein! - Pater, ich verstehe. Sie müssen nicht fluchen.
Man hört uns. - Ich fluche, wann ich will!
Gibt 's da ein Problem?
Ich gab Ihnen mein Einverständnis in Abwesenheit von Pater Filipetti,
aber... - Aber? - Es ist ein nein.
Pater Filipetti sagte nein. Bedauerlicherweise. - Wo liegt das Problem?
Dein Profil. Was erwartest du?
Die Jugendfürsorge, Heime, dein Lebenswandel,
dein Strafregister, der Drogenhandel, der Mord an dem Russen.
Du kommst grade aus dem Gefängnis!
Wir wussten, dass es nicht leicht wird.
Sieh dir die Antworten der anderen Seminare an. - Und die Kapuziner?
Was sagten die Kapuziner in Paris? Hier ist keine Antwort von ihnen.
Du müsstest dich bewähren.
Für die Resozialisierung von Ex-Sträflingen kenne ich einen Verein. "Die Flügel".
Der Direktor ist ein Freund von mir. Ich kann mit ihm reden und nächstes Jahr...
Hast du meine Akte an die Kapuziner geschickt?
Hör auf, José! Komm wieder runter!
Die Kapuziner ist die Elite, das ist nichts für dich. - Glaubst du an mich?
Glaubst du an mich oder willst du dich nur durch eine gute Tat beweisen?
José, es gibt eine Realität!
"Die Flügel", ja? Das ist deine Realität für mich?
Sieh mal.
Also, hier hast du den Messkelch mit dem Purifikatorium,
die Hostienschale, das Kelchvelum und das Korporale.
Das hier ist das Ziborium. Die Hostien liegen darin.
Die Kännchen für das Wasser und den Wein.
Und dann, hinten, das Messgewand und die Alben. Okay? - Ja. Okay.
Was machst du damit? - Ich kann damit die Messe begleiten.
Jungs, ich gebe zu, das Füllen von den Kännchen ist nicht so mein Ding.
Also, wenn es Freiwillige gibt...
Antwortet bloß nicht alle auf einmal.
Aber warum fragen wir nicht den Ministranten?
Den gibt's doch gar nicht. - Na, doch!
Yann ist doch da, der kleine Pfadfinder.
Ja, der, der nachts gerne vor den Kerzen liegt.
Ihr seid bescheuert. - Schon gut, nimm's nicht krumm, das war doch nur ein Scherz.
Noch dürfen wir Scherze machen, oder etwa nicht?
Bei mir zu hause macht man das nicht! Wir machen uns nicht über andere lustig.
Die Menschen sind freundlich. Sie denken nicht wie ihr.
Man macht keinen lächerlich. Ihr solltet meine Freunde sein und macht genau das!
Nun warte doch mal, Yann.
Danach geht es nicht, wir kommen schon in die Woche der Unbefleckten Empfängnis.
Und danach kommen wir schon auf den 12. Dezember!
Das ist gut. Aus welcher Gemeinde kommt er?
Er ist ein Schauspieler, Eure Eminenz.
Der 12. Dezember wird zu spät sein.
Alle Aktionen gegen den Hunger laufen da schon.
Am 30. November sind es die "Restaurants du Coeur".
Man darf nicht denken, wir wollten auf einen fahrenden Zug aufspringen.
Wir müssen die Ersten sein. Wir geben den Startschuss.
Und wir führen den Zug! - Oh nein, dieses Datengewirr verursacht mir Kopfschmerzen.
Da gibt's noch den Sonntag, 17. Oktober.
Abgemacht, also der 17. Oktober!
Unter der Bedingung, dass Sie Ihre Reise nach Rom verschieben. - Oh nein!
Man verschiebt doch Rom nicht einfach so von heute auf morgen.
Zeigen Sie mal her!
Aber am 7. November ist doch nichts eingetragen.
Na ja, wenn da nichts steht. Alle werden aus dem Urlaub zurück sein.
Allerheiligen haben wir dann hinter uns. Nein, das passt.
Na gut. Dann machen wir es am 7. November!
Was halten Sie davon?
Der 7. November ist vielleicht ein bisschen überstürzt.
Ja. Aber die Soutane?
Die Soutane? Die ist sehr schön.
Wir bleiben also beim 7. Ich gebe dann die Information der Presse weiter.
Oh, lieber Gott!
So viel Mühe, um ein Datum festzulegen!
Nein. Am 7. November ist es unmöglich.
Fromenger veranstaltet seinen Berufungstag, na ja.
Es ist aber auch unsere Schuld, wir haben ihn hängen lassen.
Trotzdem, er kann nicht einfach wegbleiben. Wir brauchen ihn hier.
Schade. Hättest du das früher gesagt, wäre er vielleicht nicht abgehauen.
Das wirst du ihm persönlich sagen können.
Dann erzählte Jesus ihnen dieses Gleichnis:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eines verliert,
lässt er dann nicht die anderen neunundneunzig in der Wüste,
bis er das eine wiederfindet?
Wenn er es wieder gefunden hat, legt er es glücklich auf seine Schultern,
und wieder zu hause, versammelt er seine Nachbarn und Freunde.
Und er sagt ihnen:
Freut euch mit mir,
denn ich habe mein Schaf wieder gefunden. Das, das verloren war.
Nehmet und esset alle davon.
Denn das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.
Nehmet und trinket alle daraus:
das ist der Kelch meines Blutes.
Das Blut des neuen und ewigen Bundes,
das für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Ehrwürdiger Vater?
José del Sarte. - Etienne Fromenger.
Ich weiß, ich kenne Sie, ich bin Ihnen von dem Seminar gefolgt.
Ich will zu den Kapuzinern.
Als ich den Ruf hörte, war ich im Gefängnis.
Ich wusste sofort, dass ich an einen Ort wie den Ihren musste.
Nehmen Sie den offiziellen Weg.
Der Pater, der die Akten bekommt, hat mein Vertrauen. - Sie sind meine letzte Chance.
Lesen Sie meine Akte durch, bitte.
Bitte entschuldigen Sie mich, ich habe keine Zeit.
"Tolle! Lege!" Nimm und lies.
Ein Garten in Mailand.
Die Stimme eines Kindes, die aus dem Nebenzimmer hallt. "Nimm und lies".
Davon spricht der Heilige Augustinus. Von seiner Bekehrung.
Bevor er konvertierte, war Augustinus ein Atheist.
Und er war verrucht. Und zu der Zeit hat die Kirche ihn angenommen.
Warum? Weil er den Glauben hatte.
Die Energie.
Was ihr heute annehmt, das ist das Gewöhnliche.
Die echten Wetten, die echten Risiken, die nehmt ihr nicht mehr an!
Das verlorene Schaf sucht ihr wohl nicht mehr!
Ihr lasst uns lieber allein mit den Wölfen!
Was wissen Sie von diesem Ort? Von seinen Problemen?
Von den Gefahren, gegen die wir kämpfen?
Wenn Sie ins Seminar gehen, werden Sie auf eine harte Probe gestellt. Wissen Sie das?
Schreiben Sie beide Bücher aufs Konto der Kapuziner an, danke.
Mal ganz ehrlich, Etienne.
Ich sage es dir, weil ich der Älteste bin.
Aber ich glaube nicht, dass dieser Junge für uns geeignet ist.
Da ist eine tiefe Kluft zu überbrücken.
Es scheint, als habe er sich während seiner Haft
eine sehr große Bildung angeeignet, aber die Basis?
Welche wahre Basis suchen wir,
wenn nicht die Leidenschaft, das Engagement, die Tatkraft?
"Die lauen Menschen speit Gott aus".
Dieser Satz ist schockierend, nicht wahr? Aber er ist wahrer denn je.
Wenn Pater Fromenger meint, dieser junge Mann habe diese Tatkraft,
folge ich ihm, ohne zu zögern.
Ich überlasse es euch allen.
Wenn ein Einziger unter uns immer noch zweifelt, werden wir kein Risiko eingehen.
Stimmen wir ab.
Es gibt sogar Weinstöcke! - Unglaublich!
Seid schön vorsichtig, wir sind von furchtbaren Parisern umgeben.
Und dir verbiete ich, beleidigt zu sein. - Ich habe doch nichts gesagt!
Was soll ich... - Da wären wir. Hier ist es.
Wow, ist echt super schön. - Ja, unglaublich.
Was machst du? - Nichts, ich komm gleich wieder.
Hallo? - Odile, ich bin's. Ist Maman ausgegangen?
Wo ist sie? - Beruhige dich, sie ist hier.
Bist du sicher? -Ja, sie schläft gerade auf dem Sofa, vor dem Fernseher.
Alles in Ordnung? - Ja, alles in Ordnung. Na gut, dann tschüss.
Tschüss.
Der Eifelturm!
Und das da, ist das das Seminar? - Nein, glaube ich nicht.
Doch, er hat Recht, das ist das Seminar. - Hör auf. - Ist das dein Ernst? - Ja!
Du bist ja gut! - Tja...
Ja, schön! - Orientierungssinn!
Ah, Etienne!
Ich bekam Wind von Ihren Sorgen und sah mir die Akte so schnell wie möglich an.
Sie haben Wichtigeres zu erledigen, als unsere trivialen Probleme.
Von Ihnen würde nie etwas Triviales kommen!
Die Bischofskonferenz verfolgt mit großer Aufmerksamkeit
Ihre hervorragende Arbeit im Kapuzinerseminar.
Wir veranlassen sofort eine Anweisung, um dieses Problem zu regeln.
Man muss die Dinge richtig machen.
Das Kapuzinerseminar ist auch ein Schaufenster
für den Anspruchsgeist der Kirche Frankreichs.
Joseph, ich bin von Ihrer Unterstützung gerührt.
Und es ist mir bewusst, dass wir manchmal voneinander abweichende Meinungen hatten.
Aber wir sind die Kirche Frankreichs,
und das haben Sie mir mit außergewöhnlichen Geistesstärke gezeigt.
Wir sind in Christus vereint, heute mehr denn je.
Und ich brauche Sie.
Dieses Datum vom 7. November, das Sie für Ihren Berufungstag wählten,
das brauchen wir.
Bei der Konferenz starten wir eine Winterkampagne gegen den Hunger.
Uns Konkurrenz zu machen, wäre idiotisch.
Sie werden Ihren Berufungstag im Frühling veranstalten.
Es ist fröhlicher...
Es ist mir unangenehm, Eure Eminenz,
doch die Einladungen sind schon weg.
Der Termin wird von einem Jahr zum anderen festgelegt. - Etienne, geben Sie sich Mühe.
Sie sehen doch, wie sehr ich mich bemüht habe.
Zwingen Sie mich nicht, Sie anzuflehen.
Sie haben sowieso keine Wahl.
Sie halten Ihren Berufungstag im Frühjahr. Unter einem neuen Dach.
Sonst würden Sie im Herbst Ihre angeblich so anspruchsvollen Gäste
in einer Ruine unter freiem Himmel empfangen.
Es wird Ihnen keinen Gewinn bringen.
Ich denke, ich werd's doch so machen, Eure Eminenz. Ich bedanke mich.
Es ist erschreckend, Ihren Hochmut zu erleben.
Also wir sündigen alle, jeder von uns.
Beten Sie für meinen Hochmut. Und ich bete für Ihre übermäßige Ehrsucht.
Jeder weiß, dass Ihre Kardinalsoutane viel zu groß für Sie ist,
im eigentlichen wie im übertragenen Sinne.
Und in diesen Wahlzeiten schlottert sie so,
dass Sie fürchten, sie könnten wegfliegen.
Segnen Sie mich, Eure Eminenz. - Ich werde für Sie beten.
Beten, dass Gott Sie nicht zu hart schlagen wird!
Allmächtiger Gott im Himmel!
Gott im Himmel, beschütze uns.
Bitte beschütze mich. Warum wird mir diese Last auferlegt?
Die Last ihrer schrecklichen Sünden...
Passt auf, ihr alle!
Passt auf, Fromenger, Roman.
Dominique! - Dass eure Eitelkeit und euer Verlangen nach Macht
euch nicht vom Wesentlichen abbringt.
Ich werde euch diesen heiligen Ort nicht zerstören lassen!
Ich werde euch aufhalten!
Hier, Dominique.
Hier, es wird wieder gut.
Wir sind bloß ganz entsetzliche Sünder.
Komm. Komm! Los, komm.
So ist es gut. Gut.
So ist es gut.
Ja? - Guten Abend. Ich bin José Del Sarte.
Ich öffne die Tür.
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