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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2011
* Musik: Have yourself a merry little Christmas ... *
Frohes Fest. Frohes Fest, Frau Dannenberg.
Frohe Weihnachten, Frau Dannenberg. Ihnen auch.
Na, geht es wieder zu Ihrem Robert?
Ja, das lässt er sich nicht nehmen. Der ist ja sentimentaler als ich.
Ich nehm’ lieber wieder den späteren Zug.
Dann bin ich pünktlich zum Essen und zur Bescherung.
Na ja, Ingo dekoriert ja immer wie ein Irrer.
Wie bitte? Äh, nichts.
Entschuldigung. Sie nehmen Ihren Zug
und ich nehme 2 Käsebrötchen und 2 Weltmeister mit Schinken und ...
Salami. Ja, danke.
Verzeihen Sie. Ich möchte niemanden aufhalten.
Ich muss sowieso zurück zu meinen Tannen.
Ist ja noch viel zu tun zum Fest.
Ich nehme 2 belegte Brötchen für die Reise und 4 Franzbrötchen.
Mein Sohn freut sich mehr über die Franzbrötchen als über Geschenke.
So etwas Leckeres haben die nicht im Süden der Republik.
7,80 Euro. Stimmt so.
Vielen Dank.
Ach, ich muss noch mal nach Hause, die Zeitschaltuhren fürs Licht!
Wie dumm von mir. Nur, das Sie sich nicht wundern.
Sie haben doch wieder ein Auge aufs Haus?
Sicher, Frau Dannenberg. Und grüßen Sie Robert.
Das werde ich tun.
Aus.
Fertig.
Hab schon auf Sie gewartet.
Sind ja zu Weihnachten immer mein letzter Gast.
Also, die letzten Jahre, nicht wahr?
Na, sehen Sie mal.
Wird dieses Jahr mein letzter Dienst an Weihnachten.
Trifft ja immer die Singles.
Sie sind doch sowieso der Einzige hier.
Hält ja nur noch die S-Bahn hier.
"Automatisierte Zugabfertigung". Ganz modern.
Tja, leider.
In 7 Tagen geht's dann in Rente.
Haben nur auf meinen Abgang gewartet damit.
Ist ja auch eine Form von Ehre. Bestimmt.
Na denn. Gute Reise, Frau Dannenberg. Danke.
Und Frohe Weihnachten. Ihnen auch.
Danke.
* Er atmet schwer. *
* Musik: Here comes Santa Claus ... *
* Lautes Hupen *
So.
Ja!
Jetzt aber:
Frohe Weihnachten, Helene, du alter Fuchs.
* Klirren *
Nicht das Bündner-Fleisch.
Oh, meine Güte, haben Sie mich die Treppe runtergeworfen?
Runtergestoßen.
Es ist nicht so, wie Sie denken. Natürlich nicht.
Ihre Anwesenheit in meiner Küche bietet Interpretationsspielraum.
Ja und was wird das jetzt? Ich habe im Computer nachgesehen.
Wenn man nichts tut, wenn man völlig passiv ist,
kann man eine Woche ohne Trinken auskommen.
Was soll das heißen? Sie bleiben erst einmal hier.
Sind Sie eine Psychopathin?
Diese Diagnose wurde bei mir noch nicht gestellt.
Binden Sie mich los, bitte! Nicht zappeln! Passiv!
Das habe ich Ihnen gerade erklärt. * Telefonklingeln *
Das halten Sie nicht durch! Das halte ich auch nicht durch.
Bitte?! Ah, Robby. Ja. Nein. (ruft:) Polizei. Hilfe!
Jetzt schreit der auch noch. Hilfe!
Was? Ja, der Fernseher läuft. Freiheitsberaubung!
„Der kleine Lord“ habe ich schon hundertmal gesehen! Ich?
Hilfe! Ich bin nicht auf Krawall gebürstet!
Feuer! Ich mach nur leiser. Moment.
Feuer! Feuer!
Feuer, ja?
Hab ich so gelernt.
Bei Feuer kommen die Leute eher als bei Hilferufen.
Gehört wohl zu Ihren Ausbildungsstandards.
Als was denn? Als Einbrecher natürlich.
Solche Leute mag es geben, aber ich bin kein Profi.
Ich mache das zum 1. Mal! Is’ klar.
Das, was Sie hier tun, ist gegen das Gesetz.
Sie sind doch der Gesetzlose.
Und Sie der Sheriff, dann dürfen Sie auch nicht foltern.
Ich foltere Sie doch nicht. Der eine sagt so, der andere so.
Bitte, binden Sie mich los. Das tut weh. Hunger habe ich auch.
Aha. Sie sind also auch nur ein Mensch?
Das habe ich so nicht gesagt.
So. Jetzt reißen Sie sich mal ein bisschen zusammen.
Sie sitzen noch nicht mal eine Stunde hier.
Nach den Feiertagen lasse ich Sie gehen.
Bitte, bitte. Wenigstens eine Kopfschmerztablette.
Nein. Und austreten müsste ich auch mal.
Lieber Gott, steh mir bei.
* Telefonklingeln *
Ja, Robby. Wir wurden getrennt. Ja. Weiß ich auch nicht.
Nein, alles in Ordnung, Robby. Es geht mir gut.
Habt ihr euch gestritten? Du klingst so merkwürdig.
Nein, es geht mir gut, mein Kind.
Die paar Tage sind schnell überstanden und ich bin erst froh,
wenn wir mit der Silvesterknallerei durch sind.
Ja.
Ja, ich liebe dich auch, mein Sohn.
Und grüß mir den Ingo.
Nein, nein, lass mal, grüß ihn einfach!
Ja, dir auch frohes Fest. Bis bald.
Jeder Tag ohne Flüssigkeitszufuhr schädigt den Körper,
das Blut wird dicker und kann nicht mehr so schnell zirkulieren.
Dadurch fehlt dem Körper Sauerstoff.
Das Gehirn kann geschädigt werden. Puuh. Ich muss mehr trinken.
Hier, das Bündner-Fleisch.
Mund auf.
Danke.
Keiner soll merken, dass Sie Weihnachten alleine sind, richtig?
Deshalb muss ich hier schmoren.
Trinken.
Sie sind 'ne richtige Anarchistin, was?
Alle sollen denken, dass Sie Weihnachten bei Ihrem Sohn feiern.
Aber das tun Sie gar nicht. Genau. Und Sie haben es versaut!
Sie sind ja ein Freigeist. Schade, dass er keiner mitbekommt. Trinken.
Ich hätte das Fleisch doch lieber entsorgen sollen.
Schon mal darüber nachgedacht, dass es den anderen egal sein könnte?
Keine schöne Alternative, hm?
Dann schon lieber sich vorstellen, dass man Sie würde bekehren wollen,
retten, an gedeckte Tische zerren.
Glauben Sie, Ihre Unverfrorenheit bringt Sie in eine bessere Lage?
Entschuldigung. Ich glaube, ich habe mir einen Nerv geklemmt.
Mindestens einen. Gute Nacht.
Sie haben ja nicht mal dekoriert. Ich bin ja nicht dazu gekommen.
Sehen Sie. Jetzt fange ich damit an.
Noch 61 Stunden. Scheiße.
Ach Gottchen.
Für Papa und Mama, frohe Weihnachten 1972 von eurem Robert.
Auch das noch.
* Lautes Hupen *
* Getragene Musik *
* Lautes Hupen *
Wuäh!
Ist alles in Ordnung? Sie sind ja kreidebleich.
Wie riecht denn das hier?
Das ist unwürdig. Warten Sie.
Was mach ich hier eigentlich? Ahh! Au.
Ausgerutscht.
Was haben Sie sich bloß dabei gedacht?
Warum stellen Sie ständig Fragen, die ich stellen muss?
Ist was mit Ihrer Elektrik nicht in Ordnung?
Alles in Ordnung.
Wer hat Sie eigentlich losgebunden? Haben Sie noch Komplizen?
Sie können ein Geschenk gut verpacken, jemanden fesseln nicht.
Das können Sie natürlich besser.
Ah, au.
Soll ich mal gucken? Nicht anfassen!
Mit Ihrer Elektrik ist was nicht in Ordnung.
Ist hier doch noch jemand im Haus? Ja. Mein Sohn.
Ein Riesen-Kerl, der arbeitet bei der Polizei.
Sie sollten schnell gehen.
Aber lassen Sie mich vorher bitte runter.
Ihr Sohn? Ja, der ist nur mal kurz raus.
Aber das Licht? Zeitschaltuhren.
Das muss Sie nicht kümmern. Runter. So. Kommen Sie.
Lassen Sie das jetzt. Es ist genug. Gehen Sie bitte.
Ich meins nur gut.
Sie meinen es nur gut und brechen bei mir ein?
Sie haben mich fast zu Tode erschreckt.
Wollen Sie Weihnachten wirklich allein feiern?
Jedenfalls will ich es nicht mit Ihnen feiern.
Aber diese vielen Geschenke! Ich meine, die ...
... sind ja leer?
Sehen Sie? Bei mir gibt's nichts zu holen. Also, tschüss.
Darf ich mal Ihre Toilette benutzen? Im Flur geradeaus.
Ach, Dieter. Sie kennen meinen Mann?
Nein. Sein Name steht noch an der Klingel.
Das Foto darüber - sind das Ihre Söhne?
Ich hab nur einen Sohn. Welcher isses denn?
Der rechts ist Robert. Und der daneben?
Daneben ist Ingo, Roberts Ehemann.
Keine ansteckende Krankheit. Keine Enkel.
Genau. Keine Enkel, kein Weihnachten. Genügt Ihnen das?
Vermissen Sie Weihnachten nicht?
Ich vermisse meinen Mann, meinen Sohn und gerade meine Ruhe.
Mögen Sie Weihnachten nicht? Oder machen sie immer alles alleine?
Ich schlage Ihnen einen Deal vor.
Sie verraten mich nicht und ich verrate Sie nicht. Alles ist gut.
Ich sage immer: der Mensch liebt es einsam zu sein, aber er braucht
auch jemanden, der ihm immer sagt, wie schön es ist, einsam zu sein.
Das haben nicht Sie gesagt, sondern Balzac. Ja, der auch.
Sie stehlen sogar Gedanken.
Ihr Sohn mochte wohl Weihnachten auch nicht.
Mein Sohn hat nie etwas kaputt gemacht.
Dann waren Sie das? Sie foltern also doch.
Die sind aus meiner Kindheit. Meine Tante hat sie mir immer geschenkt.
Und wofür mussten die Dinger büßen?
Kennen Sie das:
Abends, wenn ich schlafen geh, 14 Englein vor mir stehn,
2 zu meiner Rechten, 2 zu meiner Linken ...
Meine Mutter hat das jeden Abend mit mir gebetet. Wir kamen auf 14.
Was glauben Sie, wie lange ich versucht habe, nicht einzuschlafen,
um wenigstens einen mal zu sehen?
Da dachte ich, wenn ich die Dinger drangsaliere,
kommen sie, um zu schimpfen. Hat nicht funktioniert.
Nur meine Mutter hat geschimpft.
Sie waren einfach ein glückliches Kind.
Man sieht ja Engel nur, wenn man ihrer Bedarf.
Woher haben Sie das denn? Gelesen.
Sie hatten viel Zeit zum Lesen, zwischen Einschluss und Hofgang.
Kann schon sein. Und? Was und? Sie mögen also Weihnachten nicht?
Haben Sie nur ein Thema, Sie sturer Kerl? Was interessiert Sie das?
Das Einzige, was ich außer der Freude meines Sohnes
an Weihnachten mochte, war frischer Tannenduft in der Stube.
Es tut mir leid. Entschuldigung.
Ich könnte ja ein bisschen nachhelfen.
Mein Schmuck liegt im Schlafzimmer.
Ich wäre dankbar, wenn Sie die Eheringe da ließen.
Ich werde Ihnen nichts wegnehmen, Helene. Für Sie, Frau Dannenberg.
Es war trotzdem nett, Sie kennengelernt zu haben.
Entschuldigen Sie, dass ich das nicht behaupten kann.
Oh.
Was denn?
Ich dachte, es weiß keiner, dass Sie hier sind!
Psst. Dachte ich auch.
Psst! Jetzt geht er.
Tatsächlich? Und mein Geschenk? Lassen Sie mich doch mal gucken.
Wer ist das denn? Hannes Prokop, der Bahnwärter.
Der sieht doch nett aus. Der? Dem ist die Frau weggelaufen.
Und er war schuld? Natürlich! Woher wissen Sie das? Weiß ich nicht.
Und mit so einem Verlierer kann man sich ja nicht blicken lassen, oder?
Mein Mann und ich hatten auch einiges zu überstehen.
Heutzutage wird alles viel zu schnell weggeschmissen.
Wenn Sie ihn jetzt rein bitten würden ... Ich bin nicht da.
... würden Sie Weihnachten nicht alleine feiern.
Sie können ja mit ihm feiern.
Sie wollen nämlich nicht alleine feiern.
Sie sind ein zäher Brocken. Dito.
Und mit dem Prokop mal Kaffee trinken gehen?
Ich bin verheiratet. Nein. Sie sind Witwe.
Ich habe mich nie scheiden lassen.
Das schlimmste Weib, das Gott im Zorn erschuf - die Witwe von Beruf.
So. Das war’s.
Ich danke Ihnen für Ihren "Besuch", Herr ...
Entschuldigung. Ich habe mich nicht vorgestellt: Bruno Kowalski.
Ich könnte die Tür noch reparieren.
Sie haben Nerven. Muss ich in meinem Beruf haben.
Das nennen Sie Beruf! Ich wollte Sie nicht kränken.
Schlimm ist, dass Sie mir Angst machen, Herr Kowalski.
Ich verzeihe Ihnen, wenn Sie jetzt gehen.
Das wollte ich wirklich nicht. Es tut mir leid.
Ich bin schon weg. Frohe Weihnachten.
Oh Gott. Oh Gott. Oh Gott.
An manchen Tagen schrumpft unser Selbstvertrauen auf Erbsen-Größe,
und unser Rückgrat ist schwach wie eine Feder.
Ich dachte schon, Sie wollen einen Tannenbaum stehlen.
Ich wollte wenigstens einen noch seiner Bestimmung zuführen.
Wollen Sie auch einen? Danke, nein.
Es gibt Menschen, die verstecken sich zu Weihnachten.
Sie schämen sich für ihr Alleinsein. Wussten Sie das? Ja.
Wir lassen uns alle allein. Und keiner tut was.
Keiner traut sich. Alles Feiglinge.
Ich auch. Es fährt ein Zug nach nirgend...
Hannes? Ja?!
Dieser Baum ist für Helene Dannenberg. Sie schickt mich.
Sie lädt Sie herzlichst zum Weihnachtsessen ein.
Für Musik haben Sie ja schon gesorgt. Es gibt Puten-Curry.
Ist was wahr? Das Zuführen von Spirituosen könnten Sie dann
in Gesellschaft erledigen. Ja.
* Musik: Christmas Blues ... *
* Telefonklingeln *
* Musik: Christmas Blues ... *
Ich dachte, wenn ich klingel, machen Sie sowieso nicht auf.
Lassen Sie das nicht zur Gewohnheit werden. Bestimmt nicht.
Tannenduft in der Stube.
Ich wollte Wiedergutmachung leisten.
Haben Sie den gestohlen? Ging nicht anders. Bezahl ich noch.
Habe auch die Kellertür repariert.
Könnten ja Einbrecher kommen.
Wo soll ich den hinstellen?
Dann bin ich auch schon wieder weg.
Bevor Sie kamen, war ich nur allein. Als Sie weg waren, da war ich ...
Sie bleiben zum Abendessen, das sind Sie mir schuldig.
Wird Sie jemand vermissen? Ich hab Bescheid gesagt.
Ich könnte was kochen. Im Resteverwerten bin ich ein Zauberer.
Wir beide sind an diesem Abend eine gute Ergänzung.
Zurück.
Stopp.
Genau da hat er immer gestanden.
Schöne Musik. Von Prokop.
Er hat mir zu Weihnachten eine Schallplatte vor die Tür gelegt.
Ein bisschen altmodisch, oder?
Ich bin immer sehr gern im Hause eines Plattenfans.
Gibt es da mehr zu holen? Ach, Frau Dannenberg!
Ich sehe doch nicht alles unter dem Blickwinkel eines Diebes!
Es geht um die Wertschätzung der Musik!
Eine Platte wird zelebriert. Musik bekommt eine andere Aufmerksamkeit.
Das hat mein Mann auch immer gesagt. Der hat viel Oper gehört.
Ich hätte lieber was zum Tanzen gehört.
Sie können übrigens Helene sagen. Bruno.
Die wenigsten Männer können tanzen. Ich bin ja der Tänzer vor dem Herrn.
Warum gehen Sie jetzt nicht mal tanzen?
Jetzt bin ich alt.
Das Alter spielt doch keine Rolle.
Hab noch etwas Lametta gefunden. Die Kellertür ist wirklich wie neu.
Danke. Da nicht für.
Das sieht gut aus. Dito.
Mögen Sie Curry? Nein, das haben wir nie benutzt.
Mein Mann hat Schärfe nicht vertragen.
Mögen Sie Curry? Ja.
Hab ich vor meiner Ehe oft gekocht. Das einzige, was ich konnte.
Ich hab als Au Pair in London gearbeitet.
Bei einer indischen Familie. Eine schöne Zeit.
Und danach, na ja, wie gesagt.
Woher können Sie kochen? Ich hab ja nicht Einbrecher gelernt.
Ach ja, ja, Sie sind ja Amateur. Ja.
Wenn ich nur wüsste, was Sie wirklich machen.
Vielleicht könnte ich ja mit dem Prokop mal einen Kaffee trinken.
Seine Musik lässt ja hoffen. Eine gute Idee.
Ein Glück, dass der nicht weiß, dass ich hier bin.
Der muss mich für bekloppt halten. Nein, das würde er verstehen.
Aber das wäre mir peinlich. Daran sollte es nicht scheitern.
Gut so? Ja. Gut. Oh, ist das viel geworden.
Da werden ja 3 von satt.
Und wer zur Ernte schwitzt, der soll ruhig zur Kirmes tanzen.
Darf ich bitten? Was machen Sie denn jetzt?
Darf ich bitten?
* Musik: "Winter Wonderland" *
Tut es noch weh? Macht nichts.
An Schmerzen muss man sich im Alter gewöhnen.
Die sind das Einzige, das man nicht irgendwann vergisst.
Am Alter ist nichts Gutes.
Warum fahren Sie zu Weihnachten nicht weg? Vielleicht Wellness?
Hab ich alles versucht. Kanaren, Kärnten, Katastrophe.
Und es doch mal mit Robert und Ingo probieren?
Robert würde merken, dass mir etwas fehlt. Ich möchte ihn nie kränken.
Vielleicht sieht das Robert ganz entspannt und fände es schön,
mit seiner Mutter zu feiern.
So ein sturer Mensch wie Sie ist mir noch nie begegnet. Dito.
* Türklingel *
Ich habe übrigens diesen Prokop zum Weihnachtsessen eingeladen.
Sie haben was?
Sie bleiben hier!
Überraschung.
Robbi! Ingo!
Du hast so komisch geklungen am Telefon.
Frohe Weihnachten, Helene.
Und dann bist du nicht mehr ran gegangen.
Ja. Kommt rein Kinder.
Hallo, Mama. Hallo.
Helene. Oh. Der Baum sieht ja aus wie früher!
Nur etwas kleiner! Hast du dir den liefern lassen?
Hier riecht es aber fantastisch. Ja, geht doch erst mal in die Küche.
Ich komm gleich nach. Hast du uns denn erwartet?
Ich bin gleich bei euch.
Hat Robert Sie gar nicht gesehen? Ich sollte lieber gehen.
Nein. Sie sind eingeladen.
Sie bleiben zum Abendessen, dass sind Sie mir schuldig.
Mit wem redet deine Mutter denn da? Mit sich selbst.
Eine Alterserscheinung sagt sie. Solange sie souverän damit umgeht.
Ich muss Ihnen etwas erklären. Was denn?
Wie soll ich es sagen? Nicht jeder nimmt mich wahr.
Sie meinen, meine Jungs sind arrogant? Keineswegs.
Genieren Sie sich nicht.
Kommen Sie mit. Nein, nein, nein.
Ich meine, ich bin ... also im konventionellen Sinne ...
... ich bin nicht real. Sie würden ... Engel dazu sagen.
Hat sie doch gar nicht gehört.
Schau mal, hier: Curry. Mein Lieblingsessen.
Ich dachte, deine Mutter kann mich nicht leiden.
Ich dachte, meine Mutter kann nicht kochen.
Kommt bitte mal ins Wohnzimmer. Ich möchte euch jemanden vorstellen.
Wundert euch bitte nicht. Ja. Wo ist er denn?
Bitte?
Na, dein Gast, den du uns vorstellen wolltest?
Ja, wo denn? Wollt ihr mich veräppeln?
Gerade habe ich gesagt, ihr seid nicht arrogant!
Ich versteh nicht, Mama. Kommt noch jemand?
Ist das Essen gar nicht für uns? Stören wir, Helene?
Das kannst du uns doch sagen. Also. Entschuldigt, Kinder.
Ich bin gleich wieder da. Ich brauch frische Luft.
Nicht real. Und Sie sagen es auch noch gesagt.
Ich werde verrückt.
Nein, Frau Dannenberg, Helene.
Wir haben uns doch über Phantasie und Wirklichkeit unterhalten.
Ich brauche keinen Geist für meine Selbstgespräche!
Ich bin nicht bedürftig, dass ich Menschen herbei fantasieren muss!
Ich lade sie mir einfach ein, so!
Was ist mit meiner Mutter? Sie wird einfach alt.
Sie wird immer merkwürdiger. Sie ist wohl doch zu viel allein.
Ich will es ihnen doch erklären. Wir waren nie 14 an Ihrem Bett.
Nur ich, ich war immer ...
Sie hatten eine Spieluhr, die sah aus wie ein Marienkäfer.
Sie trugen nachts einen Zopf, weil Ihre langen Haare verfilzten.
Sie waren ein bezauberndes Mädchen.
Sie haben es nicht verdient, Weihnachten allein zu sitzen.
Seien Sie still.
Was haben Sie denn jetzt vor? Ich werde Sie abschütteln!
Wo wollen Sie denn hin? Ich hole jetzt den Prokop ab!
Wenn Sie zurück sind, werden Sie mich nicht mehr sehen.
Versprochen? Das weiß ich.
Morgen werden Sie denken, sie hätten einfach einen guten Einfall gehabt.
Heutzutage sagt ihr Menschen "Intuition" dazu.
Vielleicht bin ich verrückt, aber ich bin nicht unhöflich.
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.
Sie haben sich aber ... aber schick gemacht.
Ist ja auch ein besonderer Anlass.
Ich bin wieder da. Wenn Sie es so nennen mögen.
Ich meine, ich, äh ... Ich bin gar nicht gefahren.
Ich weiß. Ja?
Die Platte höre ich sehr gern. Das freut mich.
Kommen Sie mit? Natürlich nur, wenn Sie nichts anderes vorhaben.
Äh ... Gut.
Herr Prokop, Sie müssen wissen, ich führe manchmal Selbstgespräche.
Aber Sie dürfen mich nicht für verrückt erklären.
Alleine sein ist schlecht für die Seele.
Und für den Kopf. Ja.
Sie können ja auch mit mir reden, was?
Ach, das ist der Mann, den du uns vorstellen wolltest?
Ich kenn Sie doch? Sie sind der Bahnwärter.
Bahnhofsvorsteher!
A.D. Ich meine, also, noch 7 Tage. Dann Rente.
Ja, am besten ist, ihr fangt schon mal mit der Vorspeise an.
Wir kommen gleich.
Das läuft die ganze Zeit, seit ich sie vor der Tür gefunden habe.
Und das letzte Jahr und das davor, die Platten waren auch von Ihnen?
Ja, die waren auch von mir. Wirklich?
Ja.
Jetzt hier. Das 5. Lied. Das wäre was zum Tanzen.
Ich finde es eine sehr gute Idee von mir, dass ich Sie eingeladen habe.
Manchmal denke ich, Sie hat der Himmel geschickt.
Dito. Das hab ich heute schon mal gehört.
Ja, vielleicht ein déjà vu?
Meine Oma sagte immer, man erinnert sich dann an ein Engelsflüstern.
Warum sollte ein Engel ‚Dito’ sagen? Gute Frage. Ich weiß auch nicht.
Ist ja auch egal.
Sie ist gar nicht verrückt. Nein, sie ist verliebt.
Sind ja Zustände, die sich durchaus gleichen können.
Du machst mich auch immer noch verrückt.
Ja. Und du machst mich immer noch glücklich.
Essen!
Erzähl mal die Geschichte.
Hm? Vom Weihnachtsengel ...
* Musik: Have yourself a merry little Christmas ... *
Copyright Untertitel: NDR 2011
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