All language subtitles for Under the Rose [2017].ger

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Original subtitles

Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar werde...

auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.

Mein Freund, alles klar.

Du wolltest was Einfaches und zuverlässiges.

- Hast du sie? - Ja, in meinem Rucksack.

Zeig sie mir.

Was hältst du davon?

Ist sie echt?

Natürlich ist sie das. Ich handle nur mit bester Qualität.

Ist eine Neun-Millimeter-Halbautomatik, eingeölt und einsatzbereit.

Sie ist größer als ich dachte.

- Wurde sie schon mal benutzt? - Nein, sie hat doch eine Seriennummer.

Hier sieht man's. Bei einer schmutzigen Waffe wäre sie weggeätzt...

und man wüsste nicht, wozu sie eingesetzt wurde.

Etwa bei einem Mord oder Bankraub. Und du landest im Knast.

Das ist eine saubere Waffe, da gibt es keine Schwierigkeiten.

Wo kommt die her? Woher hast du sie?

Was soll denn die Scheißfrage?

Bist du ein Spitzel, oder was? Hast du vor, mich zu verarschen?

- Hast du nun Interesse? Sonst geh ich. - Natürlich hab ich Interesse.

- Gut, dann her mit der Kohle. - Und was ist mit der Munition?

Nur keine Sorge, die schenk ich dir.

Ist im Preis inbegriffen.

Hier ist das Geld. Zähl es nach.

Stimmt genau.

Die Waffe gehört dir.

Der Handel ist abgeschlossen. Von nun an ist das deine Sache.

Ab jetzt keinen Kontakt mehr. Du vergisst mein Gesicht.

Okay.

Under The Rose

Mach schon, steh jetzt auf!

Wieso stellst du eigentlich den Wecker, wenn du sowieso nicht darauf hörst?

- Ich wollte gerade aufstehen. - Ja, klar, natürlich.

Schatz, was machst du nur mit deinen Strümpfen?

Es ist kein einziges Paar mehr da, Sara.

- Ich such mir selbst welche. - Zieh die hier an.

Ich will mir selbst meine Sachen raussuchen, Mama.

Nein, Schatz, wir haben nicht stundenlang Zeit, bis du dich entschieden hast.

Wir sind schon zu spät. Ich fahr dich zur Schule.

Morgen stehst du pünktlich auf und kannst dir aussuchen, was du anziehen willst, okay?

Das ist gar nicht deins.

Oh, nein, das ist Lucias. Hat sie vergessen, als sie hier geschlafen hat.

Alles klar, nimm's mit zur Schule und gib's ihr zurück. Ich tu's in deinen Trolley.

Nein, das mach ich selbst!

Wann hast du dein Zeugnis bekommen?

Ich hab dich was gefragt!

Am Freitag.

Du hast das Zeugnis schon seit einer Woche?

Du hast Stubenarrest! Kein Telefon und kein Fernsehen mehr!

- Nur wegen einem "ausreichend", Mama? - Was heißt da nur?

Du denkst, das reicht? He?

Was soll aus dir in der Zukunft werden, wenn deine Noten noch weiter sinken, Sara?

Was willst du werden? He? Im Supermarkt an der Kasse sitzen? Kellnerin?

- Nein. - Nein?

Das sind aber die Jobs, die Mädchen kriegen, wenn sie nicht lernen.

Wie ist deine Mama Chefin der Firma geworden?

Mit einem "ausreichend"? Nein! Ich habe viel gelernt...

und mich jeden Tag bemüht, die Beste bei der Arbeit zu sein.

Also, wenn du was aus dir machen willst, solltest du anfangen, dich ins Zeug zu legen.

Hast du mich verstanden?

Das ist nicht fair!

Pech gehabt.

Zieh dich an, und geh frühstücken.

In 15 Minuten fahre ich mit dem Auto los, also solltest du dich besser beeilen.

Hallo!

Ich halte das nicht mehr aus.

Was ist los?

Meine Schuhe bringen mich um.

Aua!

Wenn es ginge, würde ich jeden Tag in Latschen rumlaufen.

Was für 'ne Qual!

Um das zu dürfen, musst du noch ein paar Mal befördert werden.

Mindestens.

Oder du wirst Playboy-Chefin und rennst den ganzen Tag im Bademantel rum...

zwischen hundert Frauen.

Ich wähle die erste Option. Vielen Dank dafür.

Ich wäre ganz sicher für die zweite.

Das war's mit Abendessen...

- Hat dir Sara ihr Zeugnis gezeigt? - Nein. Wann hat sie's gekriegt?

Ich hab's heute Morgen gefunden.

Sie hat's die ganze Zeit im Trolley gehabt, seit Freitag.

- Und wieso hat sie nichts gesagt? - Sie hat ein "ausreichend" in Mathe.

- "Ausreichend"? - Ja.

Ich hab mit ihr geredet. Zur Strafe Stubenarrest und kein Telefon.

Julia, übertreibst du nicht ein bisschen?

- Sie ist ja nicht sitzen geblieben. - Nein, aber kurz davor.

Lieber jetzt reagieren, bevor es zu spät ist.

- Ist Sara oben? - Nein, sie ist noch nicht zu Hause.

Wieso ist sie noch nicht da? Du solltest sie von der Schule abholen, Oliver.

Ich hab dir gesagt, dass die Schulbusfahrer diese Woche streiken!

Ja, Verzeihung. Das hab ich völlig vergessen.

Perfekt, danke.

Ich beeil mich und hol sie ab.

Tut mir leid, ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht.

- Was machst du? - Ich rufe die Schule an, was sonst?

Ja.

Hallo, ich bin die Mutter von Sara Castro, aus der 3b.

Wir haben den Schulbusfahrerstreik vergessen und unsere Tochter nicht abgeholt.

Sie steht sicher draußen und wartet. Könnten Sie ihr sagen, dass wir gleich da sind?

Ja.

Ja, ich warte.

Oh Mann...

Ja?

Bestimmt ist sie noch bei ihrer Lehrerin. Würden Sie da nachgucken...

Wieso ist keiner da? Sie muss doch irgendwo sein.

Sie geht nicht allein weg.

Nein, sie kann nicht weg sein, weil keiner sie abgeholt hat, verstehen Sie?

Ich weiß, was Sie mir gesagt haben.

Ich bitte Sie doch nur darum, nachzusehen, wo meine Tochter steckt.

Was ist los?

Sie hat verschlafen, und außerdem hatten wir Streit.

Deswegen sind wir zu spät losgekommen-.

Ich hatte einen sehr wichtigen Termin in der Kanzlei mit einem Mandanten...

und wir waren in großer Eile.

Und als wir dann kurz vor der Schule waren, sind wir auch noch im Stau steckengeblieben.

Wir waren dicht an der Schule...

also bat ich Sara, auszusteigen und den Rest zu gehen.

So konnte ich umdrehen und pünktlich zu meinem Termin kommen.

- Also stieg Sara aus und Sie fuhren weg. - Ja. Aber sie ist nicht...

Ihr Lehrer hat uns gesagt, sie wäre nicht in der Klasse angekommen.

Deswegen vermuten wir, dass sie die Schule gar nicht erreicht hat.

Ich verstehe.

Julia, Sie haben gesagt, dass sie heute Morgen gestritten haben.

- Erzählen Sie mir bitte genau, wie das ablief. - Es ging um das Zeugnis.

Sie hatte es versteckt, weil sie ein "ausreichend" hat...

und ich hab es gefunden.

Ich... Ich war wütend und hab sie bestraft.

Ein ...

Ja, das hört sich jetzt vielleicht etwas übertrieben an...

aber sie hat sonst immer sehr gute Noten.

Könnten Sie sich vorstellen, dass sie deswegen weggelaufen ist?

Nein, das würde sie nicht machen. Nein. Wo sollte sie hin?

Sie hat immer gehorcht, war folgsam und hat uns nie Probleme gemacht.

Kinder gehorchen solange, bis sie es nicht mehr tun.

Eine Bestrafung, die in den Augen des Kindes unfair oder überzogen ist...

kann der Auslöser für Rebellion sein und führt dazu, dass man von zu Hause wegläuft.

Vielleicht hat er Recht.

Sie ist seit kurzem schon etwas rebellisch gewesen.

Alex, Schluss mit dem Unsinn, deine Schwester war wie immer.

Der Einzige, der hier rebelliert, bist du.

So oder so, jemand muss sie doch gesehen haben.

Sie kann sich ja nicht einfach in Luft auflösen.

Señora, wenn Ihre Tochter weggelaufen ist, dürfte sie in ein paar Stunden wieder da sein.

Entweder kommt sie allein nach Hause oder jemand bringt sie her.

Einige Streifenwagen halten Ausschau nach ihr, also hoffe ich, dass wir sie bald finden werden.

So was kommt häufiger vor, als Sie denken.

Aber...

Was ist, wenn sie nicht weggelaufen ist? Wenn jemand sie entführt hat?

Ich empfehle Ihnen, nicht in diese Richtung zu denken und die Ruhe zu bewahren.

Es ist zu früh, um solche Überlegungen anzustellen.

Gibt es noch etwas, das ich wissen müsste?

Etwas, das Sie mir nicht gesagt haben?

Wollen Sie andeuten, dass wir was damit zu tun haben?

- Ich will gar nichts andeuten. - Verdächtigen Sie uns etwa, oder was?

- Das hat er nicht gemeint. - Señor Castro, beruhigen Sie sich bitte.

Ich möchte nur alles wissen, was uns hilft, Ihre Tochter zu finden, mehr nicht.

- Hat Sara ein Handy? - Ja, aber sie hat es nicht dabei.

Ganz sicher nicht?

Ich hab's ihr weggenommen, das war Teil der Bestrafung.

Gut.

Das wäre es dann für den Moment.

Ich lasse Ihnen meine Karte mit meiner Telefonnummer.

Falls etwas ist oder Ihnen noch was einfällt...

rufen Sie mich jederzeit an.

Ich tue alles, was ich kann, um Sara zu finden.

Mama?

Mama? Ist alles in Ordnung?

Ja, geh wieder ins Bett.

Ich kann nicht schlafen.

Möchtest du einen Tee, oder so?

Deine Schwester ist wegen mir fort.

Sag das nicht.

Doch, das ist wahr.

Das ist wahr.

Ich war immer viel zu streng mit euch, ich war sehr hart zu euch.

Ich hab die meiste Zeit mit euch geschimpft und Dinge eingefordert...

anstatt euch zu sagen, wie sehr ich euch beide liebe.

- Nicht doch. - Und jetzt...

Du musst nicht dauernd sagen, dass du uns liebst.

Ich weiß das, und Sara weiß es auch.

Als ich dich bekommen habe, habe ich mir geschworen...

nie so zu dir zu sein, wie meine Mutter zu mir war.

Und jetzt bin ich ganz genauso wie sie war.

Nein.

Sei nicht so hart zu dir, ja?

Tu's nicht.

Ich liebe dich sehr, Alex.

Ich liebe dich und Sara so sehr.

Ihr seid das Beste in meinem Leben.

Ich will euch nicht verlieren.

Ist gut, Mama, hör jetzt auf.

VERMISST SARA, 10 JAHRE ALT

Nein, nein, Sie haben gesagt, sie würde in ein paar Stunden wieder da sein...

und dass das häufig vorkommen würde.

Aber mir kommt es nicht normal vor, dass man 24 Stunden lang...

rein gar nichts von dem Kind hört.

Also fangen Sie nicht wieder davon an, dass meine Tochter weggelaufen ist, okay?

Nein, Señor, das ist nicht wahr.

Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen klarmachen soll!

Hören Sie mir zu: Jemand hat sie entführt, verstanden?

Jemand hat sie entführt!

Begreifen Sie das endlich und fangen Sie mit den Ermittlungen an!

Hören Sie, wir haben Ihnen alles gesagt, was wir wissen.

Wir haben es immer und immer wiederholt, wir haben Ihnen ihr Bild gegeben...

und die Kontaktdaten der anderen Eltern. Was sollen wir denn noch tun, damit...

Nein, ich sage Ihnen nicht, wie Sie Ihre Arbeit erledigen sollen.

Nein, ich sage nur, dass Sie nicht genug tun!

Ich flehe Sie an, meine Tochter wird irgendwo von jemandem gegen ihren Willen festgehalten!

Das Einzige, was ich von Ihnen verlange, ist, dass Sie sie zurück nach Hause holen...

und denjenigen, der sie entführt hat, zur Strecke zu bringen, mehr nicht!

"Ich habe Sara.

Ich möchte heute Abend zu Ihnen kommen und mit Ihnen drei sprechen.

Wenn Sie einverstanden sind...

lassen Sie das Licht auf der Terrasse an, ich werde um Mitternacht bei Ihnen sein.

Sollte ich den Verdacht bekommen, dass Sie die Polizei informiert haben...

sehen Sie Ihre Tochter nicht lebendig wieder."

Was soll das? Was soll das, Gott? Was soll das?

Das ist ein Witz, das kann nur ein Witz sein.

Vielleicht hat jemand die Plakate gesehen und sich einen üblen Scherz ausgedacht.-.

Ist gut, Alex, ich bitte dich, ganz ehrlich...

Dreh nicht durch, wir müssen ruhig bleiben.

Wir müssen nachdenken, was wir tun sollen, wen wir anrufen können.

- Natürlich rufen wir die Polizei an! - Die Polizei? Nein!

Er schreibt doch, keine Polizei.

Mama, wenn das echt ist, brauchen wir die Polizei.

Wir können die nicht anrufen, Alex.

- Seid ihr verrückt? - Beruhige dich, Schatz, ganz ruhig.

Alex... Reg deine Mutter nicht auf.

Wir müssen uns zusammenreißen und in Ruhe nachdenken, was wir tun sollen.

Genau, nachdenken! Was ist, wenn der Typ verrückt ist?

Wir haben überhaupt keine Ahnung, wer das ist...

- Eben, wir wissen nicht, was für'n Irrer... - Jetzt dreh nicht durch...

- Er hat deine Schwester! - Ganz ruhig, lasst uns warten, bis er hier ist...

Was? Nein, nein, nein! Wieso "bis er hier ist", Papa?

Ich will wissen, wer er ist, wie er aussieht, und ihm in die Augen sehen.

- Er soll hier reinkommen? - Nein, er kommt nicht rein.

Ich bleib mit ihm an der Tür stehen; ich weiß nicht, was ich tun werde!

Und wenn er geisteskrank ist, Papa?

Das ist er sicher. Nur einer, der irre ist, macht so was.

- Aber du... - Schluss jetzt, ich will ihn treffen.

Vielleicht bringt er ja deine Schwester gleich mit.

- Und wenn er sie nicht hat? - Das wissen wir aber nicht.

- Was, wenn er sie nicht hat? - Wo ist sie dann?

Wo ist sie? Sie ist jetzt seit zwei Tagen weg.

Sie bleibt doch nicht aus freien Stücken weg, jemand hat sie entführt!

Wo soll sie sonst sein?

Jemand hat sie entführt! Jemand hat sie entführt!

- Beruhige dich, Schatz, sei ganz ruhig. - Wir müssen...

Wir müssen jetzt abwarten.

Nein, nein, wir warten nicht ab! Wir warten nicht ab!

- Wir rufen die Polizei an! - Hör auf deinen Vater.

- Sind wir schlauer als die Polizei, oder was? - Alex, red keinen Unsinn!

Wir werden nicht die Polizei anrufen, ich entscheide, was wir tun!

Also beruhig dich jetzt bitte!

Und Schrei mich nicht an!

- Macht doch, was ihr wollt, mir egal! - Alex. Alex!

Och!

Das dauert so lange.

- Wie spät ist es? - Ist jetzt fast halb eins.

- Das ist nicht zu fassen. - Nein, das ist ein schlechter Scherz.

Das hab ich euch doch gleich gesagt.

Wir sind blöd, wir lassen das Licht an und denken echt, dass da einer...

Alex, ich bitte dich!

Bitte, sei ruhig, sei jetzt ruhig.

Wirklich, mein Junge, hilf mir, hilf uns allen.

Wir hätten die Polizei anrufen sollen.

Denn wenn das echt 'n Scherz ist, wüssten die, was sie mit dem Kerl machen müssen.

Lasst uns warten, lasst uns warten...

Das ist doch total sinnlos...

Ja?

Guten Abend, Oliver?

Ja, ich bin's, guten Abend.

- Reden Sie. - Ich bin der, der den Brief geschickt hat.

Wie ich sehe, haben Sie mein Angebot angenommen, vielen Dank.

Wir haben wie gewünscht das Licht angelassen.

Bitte, sagen Sie, ist meine Tochter bei Ihnen?

Sara geht es gut, beruhigen Sie sich.

- Sagen Sie... Sagen Sie, was... - Meine Kleine!

Bevor ich zu ihnen komme, möchte ich ihnen versichern...

- Hören Sie? -Ja?

Ich möchte Ihnen versichern, dass alles friedlich und ruhig ablaufen wird.

Es gibt keinen Grund, nervös zu sein.

Wir werden uns wie zivilisierte Menschen unterhalten.

- Ja, kein Problem... - Ich möchte, dass keiner Dummheiten macht.

Die ganze Angelegenheit soll zu einem guten Ende finden.

Natürlich, wir werden ruhig sein, wir wollen in Ruhe mit Ihnen sprechen.

Wir sitzen hier und warten seit Mitternacht, wir warten hier auf Sie.

Geht es meiner Tochter gut? Bitte, sagen Sie es mir.

Sie müssen mir garantieren, dass alles ruhig abläuft.

- Ich möchte, dass jeder die Nerven behält. - Ich schwöre Ihnen...

Ich gebe Ihnen mein Wort, dass wir alle ruhig bleiben.

Wir bleiben ruhig und wollen nur mit Ihnen reden.

Meine Tochter... Sie bringen meine Tochter mit, oder?

Bringen Sie mir bitte meine Tochter.

Wenn alle kooperieren, sind wir schnell fertig und alles läuft wieder normal.

Das werden wir tun.

Ich setze voraus, dass Sie nicht die Polizei rufen.

Denn falls die mich verhaften sollten, sehen Sie das Mädchen nicht lebendig wieder...

und können nichts mehr tun, ist das klar?

- Nein, wir werden nichts tun. - Wir rufen nicht die Polizei an.

Ich gebe Ihnen mein Wort, dass wir nicht die Polizei rufen.

Sie können ganz beruhigt zu uns kommen. Wir warten auf Sie.

- Hallo? - Bringen Sie die Kleine her.

- Haben Sie gehört? - Hallo?

Ist er weg?

Oh, meine Kleine!

Oh, meine Kleine!

Verdammte Scheiße! Scheiße!

Ruhig, wartet, wartet, wartet!

Bleib ganz ruhig, ganz ruhig, Alex!

Sei ganz ruhig, Julia. Ruhig, Julia, bitte!

Mama! Mama, bitte, ruhig, Mama, beruhige dich!

Mama, Mama, Mama, Mama, ruhig, ruhig, ruhig, ruhig.

- Beruhige dich, beruhige dich, ruhig. - Ganz ruhig, okay?

- Warte, warte, warte! - Ich geh jetzt.

Nein, nein, bitte nicht!

Ich mach jetzt die Tür auf. Wir müssen tun, was er gesagt hat, klar?

Wir müssen tun, was er sagt.

- Ganz ruhig, ganz ruhig. - Pass bitte auf...

Ich bin bei dir, Mama, ich bin bei dir, sei ganz ruhig, ganz ruhig.

Bleib bei Mama.

Guten Abend.

Darf ich reinkommen?

Julia.

Alex.

Oliver.

Vielen Dank, dass ich heute Nacht hier sein darf.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich verstehe, wie Sie sich jetzt in dieser Situation fühlen.

Und es tut mir leid.

Aber ich bin sicher, wenn Sie alle gut zuhören und dann bereitwillig mithelfen...

... alles gut wird.

Wo ist Sara?

Woher wissen wir, dass Sie Sara haben?

Du Scheißkerl, was hast du mit meiner Tochter gemacht?

Arschloch!

Dreckskerl, Schwein!

Wo ist meine Tochter? Wo ist meine Tochter?

- Nein, nicht doch, - Kranker Wichser!

- Was hast du ihr angetan? - Hör auf, ich bitte dich! Ruhig, ruhig.

Ganz ruhig.

Mama, setz dich.

Setz dich hin, setz dich hin, setz dich hin, setz dich hin.

Ganz ruhig.

Verflucht, was wollen Sie von uns? Worüber wollen Sie reden?

- Was wollen Sie? Was? - Alex! Alex...

Lass mich mit ihm reden, sei ganz ruhig.

Was wollen Sie von uns, he?

Einer von Ihnen drei verbirgt ein großes Geheimnis.

Etwas sehr...

sehr Schlimmes, das jemanden sehr verletzt hat.

Etwas, das der- oder diejenige niemandem erzählt hat...

und deswegen denkt, dass auch niemand davon weiß.

Aber ich weiß es.

Das Einzige, das ich möchte, ist...

dass die Person gesteht, was sie getan hat, und zwar vor dem Rest der Familie.

Das war's.

Und wenn das geschehen ist, lasse ich Sara frei und sie kommt zu Ihnen nach Hause.

So einfach ist das.

Was?

Es ist sinnlos, sich etwas auszudenken, oder zu lügen-.

Damit würden Sie nur kostbare Zeit vergeuden.

Und Zeit ist mehr als wichtig.

Denn um 6 Uhr, morgen früh, wird die Person, bei der Sara sich befindet, mich anrufen.

Und wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht das Geständnis gehört habe...

... das ich hören wollte...

... können Sie sich von der Kleinen verabschieden.

Was soll das? Welches Geheimnis? Welches Geheimnis denn?

Kennen Sie den Begriff "Sub Rosa"?

Nein.

Das ist ein lateinischer Ausdruck und er bedeutet "Unter der Rose".

Die Rose wurde Harpokrates zugeordnet, dem ägyptischen Gott des Schweigens.

Und seither...

gilt sie in vielen Kulturen als Symbol der Verschwiegenheit.

Die Römer etwa malten eine riesige fünfblättrige Rose...

an die Decke des Rathaussaales.

Sie sollte die Anwesenden daran erinnern, dass alles, was dort drin besprochen wurde...

unter der Rose ein absolutes Geheimnis bleiben sollte.

Eine stillschweigende Vereinbarung.

Ich verspreche, dass alles, was heute Nacht hier gesagt wird...

nicht die Wände dieses Hauses verlässt.

Hat jemand was zu sagen?

Papa?

Oliver...

Was hast du getan?

Antworte!

Ich werde...

Ich werde erzählen, was...

was Sie von mir hören wollen.

Wenn Sie das wollen, würde ich Sie bitten, es da drüben...

... vor dem Fernseher zu erzählen. Vor uns allen hier.

- Wovon redet der? - Papa, was soll das?

Bringen wir das jetzt hinter uns, ein für alle Mal.

Also, es war mir...

Warten Sie, bevor Sie beginnen, möchte ich Sie näher kennenlernen.

Erzählen Sie mir doch etwas über Ihre Vergangenheit.

Wo wuchsen Sie auf?

Ich wuchs in einer Stadt auf.

Und unsere Familie war arm.

Wieso wollen Sie das wissen?

Was war das für eine Familie?

Eine normale Familie, arm, alles Arbeiter.

Meine Eltern taten alles Menschenmögliche, damit ich studieren konnte.

Das ist alles.

War es hart für Sie?

Ja.

Ja, es war hart.

Was sind Sie von Beruf?

Ich bin Zahnarzt.

Ich habe eine Zahnarztpraxis.

- Haben Sie Geschwister? - Ja, ich habe zwei Geschwister.

Wie kommen Sie mit ihnen aus?

Nun, mit meiner Schwester Elena...

... ist es schon seit einiger Zeit so...

... dass unser Verhältnis, nun ja, völlig zerrüttet ist.

Wieso?

Keine Ahnung, keine Ahnung, Missverständnisse.

Ich weiß nicht, Probleme unter Geschwistern eben.

Sachen, die immer größer und wichtiger wurden.

Dinge, die nie ausgesprochen worden.

Ich weiß es nicht.

Sehr gut. Fahren Sie mit Ihrem Geheimnis fort.

Letztes Jahr erzählte mir ein Freund, dass er sehr gerne umziehen würde.

Seine Frau war schwanger und wünschte sich eine größere und schönere Wohnung.

Ist ja normal.

Wie heißt Ihr Freund?

Roberto.

Durch Zufall erzählte ich das einem Bekannten, der eine Immobilienfirma hat...

... und der sagte, dass er just in dem Moment ein Schnäppchen gemacht hatte.

Eine Wohnung, die beschlagnahmt wurde.

Und da wir Bekannte sind, würde er sie mir... zum halben Preis geben...

... wenn...

... wenn man sofort etwas anzahlt.

In Wirklichkeit wollte er die Anzahlung für sich, als Entgelt dafür, dass er mir den Gefallen tut.

Das sagte ich meinem Freund, er sah sich die Wohnung an, sie gefiel ihm...

... und er wollte, na ja, er wollte diese Anzahlung gern tätigen.

Wie hoch war die Anzahlung?

3.000 Euro.

Ich sagte ihm, er soll mir das Geld geben.

Denn es war eine delikate Angelegenheit, wegen der Immobilienfirma...

... und der Beschlagnahme.

Am nächsten Tag traf ich meinen Freund, und er hat mir das Geld gegeben.

Ich hatte gerade eine schlechte Phase in der Praxis.

Ich hatte Probleme, da eine wichtige Maschine, die ich immer brauchte, kaputtgegangen war.

Und ich hatte kein Geld, um...

Ich hatte kein Geld, um eine neue zu kaufen, weil ich eine große Summe...

... für mein neues Auto ausgegeben habe.

Also habe ich das Geld von meinem Freund behalten.

Ich habe das Geld behalten...

und dann meinem Freund gesagt. dass ich ausgeraubt worden war.

Tut Ihnen leid, was Sie getan haben?

Ja.

Denken Sie, Sie sollten dafür bestraft werden?

Natürlich.

Ich kann ihm die 3.000 Euro zurückgeben, ich kann...

Ich weiß nicht, wenn er mehr Geld braucht, kann ich ihm mehr geben.

Sie kennen doch sicher das Lex Talionis.

Basis davon ist der Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Eine Strafe in derselben Größenordnung wie die Straftat, die begangen wurde.

Auge um Auge, Zahn um Zahn...

... Hand um Hand, Fuß um Fuß.

Exodus, 21:24.

Aber ich sagte ja, er kriegt das Geld zurück.

Wie ironisch, oder?

Sie stehlen einem Freund 3.000 Euro, damit Sie weiter Zähne ziehen können.

Wieviel berechnen Sie gewöhnlich für ein — wie nennt man das? — Ein Zahnimplantat?

- Zirka 900 Euro für das Implantat. - Das Implantat?

Und 600 für die Behandlung...

Also insgesamt etwa 1.500 Euro.

Das heißt, zwei Implantate kosten dann so 3.000 Euro, richtig?

- Soll ich mir etwa einen Zahn rausreißen? - Nein, zwei.

3.000 Euro.

Diese Bestrafung fände ich fair.

Was denken Sie?

Wollen Sie 3.000, 6.000 oder 12.000 Euro? Wir können Ihnen das geben!

- Julia. - Geht es nur ums Geld?

Julia.

- Lass das. Wir... - Nein, nein, Papa! Papa!

- Papa! So was kannst du nicht machen! - Wir haben keine andere Wahl, Junge.

Es muss anders gehen.

Sie wollten ein Geheimnis hören, er hat Ihnen eins erzählt!

Oliver.

Oh, mein Liebling!

Sehr gut.

Aber das war nicht das Geheimnis, das ich hören wollte.

Was? Was sind Sie, ein Sadist? Was sollte das denn?

- Wieso haben Sie ihn das machen lassen? - Ich habe ihn nichts machen lassen.

Er hatte entschieden, seine Strafe zu zahlen, und Sie waren einverstanden.

Nein, Sie haben gesagt zwei Zähne und hier sind zwei Scheißzähne!

Ich bin hier, um ein Geheimnis zu hören, und das war es nicht.

Ich habe gesagt, wenn ich es höre, wird Sara freigelassen und kommt nach Hause.

Sie sind es, die rumquatschen und es nicht rausrücken.

Welches Scheißgeheimnis ist es denn?

Alex, Alex...

Ich habe genug von Ihnen.

- Nein, nein, nein, bitte, bitte, bleiben Sie! - Bleiben Sie, gehen Sie nicht weg, bitte, bitte!

Haben Sie nicht genug Beweis?

Bitte.

Jede Strafe hat ihren Preis.

Hier ist ein Hinweis, erfrischt Ihre Erinnerung vielleicht etwas auf.

Es geschah in der Nacht.

Was soll das?

Das ist doch absolut sinnlos.

Ich weiß, wovon Sie reden.

Tu mir bitte einen Gefallen, Alex, geh rauf in dein Zimmer.

Nein.

- Bitte. - Nein!

- Bitte! - Nein, tu ich nicht.

- Alex, gehorche mir! - Nein, mach ich nicht.

- Gehorche mir bitte! - Ich gehe nicht weg!

Alex! Alex.

- Tu, was deine Mutter sagt. - Alex, du bleibst da sitzen.

Was hier gesagt wird...

... wird vor der ganzen Familie gesagt.

Na, gut.

Auch da drüben?

Perfekt.

Ich möchte Sie vorher etwas näher kennenlernen, Julia.

In was für einer Familie wuchsen Sie auf?

In einer Familie...

... die wohlhabend war. Wollten Sie das wissen?

Ja, meine Familie war wohlhabend.

Wie war Ihre Kindheit?

Mein Vater starb, als ich sechs Jahre alt war, deswegen...

... gab es ein "bevor" und ein "danach".

Ja, genau.

Wie haben Sie Oliver kennengelernt?

Auf einer Party.

Auf einer Party im Haus eines gemeinsamen Freundes.

Ich hab allein gewohnt...

... und arbeitete als Beraterin in einer Firma.

Ich hatte gerade mein Studium beendet und war endlich unabhängig.

Was ist dann passiert?

Wir haben sehr schnell geheiratet...

... und kurz danach kam Alex.

Und einige Jahre später Sara.

Wie würden Sie Ihre Ehe heute einschätzen?

Gut.

Läuft gut.

Sie würden sagen, dass Sie ihn noch lieben?

Ja.

Ja, ich liebe ihn.

Sehr schön.

Ich erkenne Ihre Ehrlichkeit an, Julia.

Was wollen Sie uns sagen?

Seit etwa sieben Jahren arbeite ich bei einer internationalen Anwaltskanzlei.

Einer bekannten Kanzlei.

Vor einigen Monaten...

... wurde alles umstrukturiert in meiner Abteilung...

... weil mein Chef zum Leiter der Kanzlei befördert worden ist.

Also war jetzt seine Stelle frei.

Daher würde sie wahrscheinlich einer meiner Kollegen oder ich bekommen.

Ich...

... war die Anwältin, die die meisten Fälle gewonnen hatte, seit ich dort bin.

Und dass ich die Position übernehme, war für alle klar.

Aber einige Wochen vorher...

... fing eine ebenbürtige Kollegin neu bei uns in der Kanzlei an.

Und das war ausgerechnet die Ehefrau meines Chefs.

Sofort gingen die Gerüchte um, dass sie die Stelle...

... erhalten würde.

Der Grund war offensichtlich.

Für mich war das ausgesprochen unfair...

... weil ich immer hart gearbeitet habe.

Sehr hart...

Ich hatte sie einfach verdient.

Freitags, nach der Arbeit, gingen mein Chef und einige Kollegen oft in eine schicke Bar...

um dort ein paar Drinks zu nehmen.

Ich wusste, dass seine Frau ihn gewöhnlich nicht begleitet.

Sie ging nach Hause.

Also...

... engagierte ich eine Mandantin, die ich vertreten hatte.

Sie war ein Callgirl der Extraklasse.

Ich rief sie an und gab ihr Geld dafür, dass sie meinen Chef verführt.

Also erschien sie an einem dieser Freitage...

... in dieser Bar.

Und...

... es dauerte nicht lange, und sie erfüllte Ihren Auftrag.

Sie war umwerfend schön.

Und...

bald verließen sie die Bar.

Er führte sie zum Parkplatz, wo sein BMW stand.

Und...

... sie sind eingestiegen und fingen an, sich zu küssen.

Und dann hat sie ihm einen geblasen.

Am Tag davor hatte die Frau von meinem Chef...

... eine anonyme Nachricht bekommen.

Sie ist an jenem Tag nicht nach Hause gegangen.

Sie war auf dem Parkplatz und hat alles gesehen.

Am Montag...

Am folgenden Montag ist sie dann nicht zur Arbeit erschienen.

Sie kam überhaupt nicht mehr.

Und ein paar Wochen später...

... wurde ich befördert und erhielt diesen Posten.

Bereuen Sie, was Sie getan haben?

Ja.

Denken Sie, Sie sollten dafür bestraft werden?

Ja.

Hören Sie bitte auf! Verlangen Sie was von mir, aber lassen Sie sie in Ruhe!

- Wiederholen Sie, Julia, wiederholen Sie es. - Lassen Sie sie doch!

- Ja. - Das reicht doch jetzt, oder?

Willst du an ihre Stelle? Hast du etwas Wichtiges zu sagen?

Machen wir es anders.

Ich schlage vor, wir ändern die Vorgehensweise.

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Bestrafung selbst auswählen würden?

Seitdem schlafe ich keine Nacht mehr durch, das können Sie glauben.

Die halbe Welt hat Schlafstörungen.

Kommen Sie, Julia, denken Sie nach.

Überraschen Sie mich, Sie besitzen ja eine so ungeheure Kreativität.

Sie wollten, dass ich es vor allen hier gestehe.

Das habe ich getan.

Und das soll's gewesen sein?

Es fällt mir nichts ein.

Sehr enttäuschend.

Wirklich, was für eine Enttäuschung. Ich bitte Sie. Julia, na, los!

Los, los, denken Sie nach, die Zeit läuft.

Sara möchte nach Hause.

Mir fällt nichts ein.

So viel Energie und Kreativität, um Ihre Beförderung zu erreichen.

Und nichts dergleichen, wenn es darum geht, Ihre Tochter nach Hause zu holen?

Eine Schande, arme Sara, die Zeit vergeht.

Ich weiß einfach nichts.

Na, gut.

Sehr enttäuschend.

Vielleicht kann ich Ihnen etwas auf die Sprünge helfen.

Hallo, Mama, mir geht's gut, ich vermisse dich, Kuss!

- Hallo, Mama, mir geht's gut. - Bitte.

- Ich vermisse dich, Kuss! - Bitte, bitte bringen Sie sie nach Hause.

Hallo, Mama, mir geht's gut.

- Ich vermisse dich, Kuss! - Ich werde alles tun, was Sie wollen.

Bitte!

Nun piss endlich, oh, verflucht.

Mach jetzt!

Hallo.

- Hast du eine Zigarette für mich? - Ja.

Ein niedlicher Hund.

- Es ist eine Hündin. - Aha.

- Wie heißt sie denn? - Thor.

Hast du Feuer?

Vielen Dank.

- Wohnst du hier? - Da drüben, mit meiner Mutter.

Ach!

- Und wie ist dein Name? - Bruno.

- Und deiner? - Ich heiße Julia.

Was bist du von Beruf?

Ich bin Informatiker.

Sehr interessant.

Ähm... Wie wär's, Bruno?

Vielleicht möchtest du...

... mit zu mir nach Hause kommen?

He?

Kommst du mit?

Ja?

- Jetzt gleich? - Ja, klar.

Ist so kalt draußen.

- Los, doch. - Okay.

- Gut. - Sehr schön, ich wohne gleich da.

Keine Angst, alles in Ordnung, niemand wird dir was tun.

Ehrlich, alles ist gut, du wirst nur mit mir zusammen sein.

Du bist nur mit mir zusammen.

Okay?

Ich versprech's.

Ganz ruhig, ja?

Zieh die Jacke aus.

Keine Angst, alles gut.

Guck nicht hin.

Nicht hinsehen. Einfach nicht beachten.

Sie sind zu weit weg, Julia.

Direkt vor Oliver.

Ganz ruhig, ganz ruhig, ganz ruhig!

Ich weiß, dass das eben hart für dich war, Alex.

Aber du hast es gut weggesteckt, ganz ruhig.

Diese Momente sind es in unserem Leben...

... die uns für immer prägen.

Jeder, der eine mehr, der andere weniger, erlebt beschissene Situationen.

Situationen, die traumatisch sind.

Aber genau die sind es, die den Charakter und die Persönlichkeit von Menschen ausbilden.

Die einen zu dem machen, was man ist.

Verzeih mir.

Es tut mir leid.

Ich war so alt wie du, vielleicht etwas jünger.

Gegenüber von unserem Haus...

... war eine Zuckerfabrik. Ja, genau, eine Zuckerfabrik.

Und jeden Tag fuhren da...

... mit Rohrzucker beladene Lastwagen vor.

Im Innern wurde der Rohrzucker abgefüllt und dann hat man ihn weiter verkauft.

Gegenüber der Fabrik war ein Haus, besser gesagt eine Hütte.

Dort lebten drei Brüder...

... und ihre Großeltern, die auf sie aufgepasst haben.

Ich erinnere mich daran, dass ich da saß und auf den Bus gewartet habe.

Es war Mittag.

Jeden Tag, zur gleichen Uhrzeit, ging der Großvater raus...

... weil die beiden älteren Brüder mit der Großmutter von der Schule kamen.

Er ging vor die Tür mit dem jüngsten Bruder, er war fünf oder sechs.

Blonde Haare, hübsch.

Er wollte auch auf seine Brüder warten, und...

An diesem Tag redete der Großvater mit einem Nachbarn, oder so.

Und in dem Moment, als er seine Brüder sah, auf der anderen Straßenseite...

... ist der Junge losgerannt, in aller Unschuld, ohne Beachtung aller möglichen Gefahren.

Er ist über die Straße gerannt...

... und hat den Lastwagen voller Zuckerrohr nicht gesehen...

... der zur Fabrik fuhr.

Und plötzlich... verstummte das Universum.

Der Raum und die Zeit blieben einfach stehen.

Und ich hörte diesen grauenhaften Laut.

So entsetzlich, einfach unbeschreiblich.

Er verfolgt mich bis heute in meinem Schlaf.

Der Schädel eines Menschen...

... völlig zerquetscht von einem Reifen auf dem Asphalt.

Tust du mir einen Gefallen?

Machst du mir ein Sandwich?

Ich bin hungrig.

Mach bitte Käse und Marmelade drauf.

Und schneide die Rinde ab, denn die kann ich nicht leiden, ja?

Hey!

Danke.

Na, gut.

Würden Sie jetzt bitte unsere Tochter herholen?

Das war nicht das Geheimnis.

Ich bitte Sie! Ich bitte Sie! Was wollen Sie noch?

Ich flehe Sie an, ich flehe Sie an, bringen Sie mir meine Tochter zurück!

Geben Sie mir mein kleines Mädchen wieder, ich tue alles, was Sie wollen!

- Bitte. - Er spielt doch nur mit uns.

Ich halte das nicht mehr aus.

Ich gebe Ihnen einen weiteren Hinweis, mal sehen, ob es helfen wird.

Es ging um einen körperlichen Schaden.

Ich habe noch nie jemanden körperlich angegriffen.

Wir haben niemandem etwas getan. Was für ein Schaden? He?

Ich bitte Sie, hören Sie doch auf.

Keine Bewegung!

- Alex, Alex! - Alex! Alex, unsere Kleine.

Alex, denk an die Kleine!

- Hol was, um ihn zu fesseln. - Die Kleine! Alex! Alex! Alex...

Bring mir was zum Fesseln!

- Die Kleine! Die Kleine! - Sei still!

Alex!

Gehorche mir sofort, lass ihn los!

Alex! Alex!

- Hör auf deine Mama, Alex. - Alex, lass ihn los!

Schnauze! Papa, guck oben nach!

- Los, such oben! - Lass ihn los, hab ich gesagt!

Beruhig dich.

Tu ihm nichts!

Hast du was gefunden?

- Guck unter Archivierung nach. - Das tue ich, Papa!

- Die Audio-Archivierung. - Ja, das tu ich ja gerade.

Die hat er gelöscht.

Was hast du dir dabei gedacht? Was hast du dir dabei gedacht?

Was hast du dir dabei gedacht?

Was hast du getan? Was hast du getan? Was hast du getan?

Weißt du, was du gemacht hast? Weißt du, was du gemacht hast?

Wie kannst du das Leben deiner Schwester aufs Spiel setzen...

... nachdem, was wir beide gemacht haben?

He? Was hast du dir dabei gedacht, Alex? Was hast du dir dabei gedacht? Herrgott!

Er hat einen Fehler gemacht, das ist alles, das ist alles.

- Aber Saras Leben ist in Gefahr, verflucht! - Das wissen wir, das wissen wir doch.

Wir müssen uns etwas einfallen lassen, er kann uns nicht weiter so erniedrigen, oder?

- Rufen wir die Polizei. - Hör endlich auf mit der Polizei!

Den Kerl beeindruckt die Polizei nicht im Geringsten.

Er verspottet uns doch.

Du hältst ihm ein Messer an den Hals, und er lacht. Verdammt!

Was sollen wir tun, wenn jetzt die Person anruft...

... bei der Sara ist?

Wir müssen ihn zum Reden bringen.

Ich hab da was gesehen, in einer Dokumentation über Guantanamo.

- Guck ihn dir doch an. - Aber das funktioniert.

Da legt man einem ein Handtuch aufs Gesicht und schüttet Wasser darauf.

Das funktioniert, Mama, da redet jeder.

Und wenn du es übertreibst und er dann ertrinkt?

Redet bitte leiser, er darf uns nicht hören.

Und wenn er es übertreibt?

Wer spricht dann mit der Person am Telefon?

Sag's mir!

Merkt ihr nicht, wie verrückt die Idee ist? Es ist total verrückt!

Die tun einem ein Handtuch aufs Gesicht und gießen Wasser drauf.

Das funktioniert, denn die reden alle, Mama, die reden alle!

Seht!

Er hört uns, verdammt, er hört uns doch!

Ich weiß nicht, was ich tun soll.

Uns entschuldigen, ihn befreien und tun, was er von uns verlangt?

Julia, du hast genug getan, wirklich, du hast genug getan.

Versuchen wir es, es ist eine Lösung.

Ich sage nein. Ich sage nein!

- Oliver, guck mich nicht so an. Ich sage nein! - Was sollen wir sonst tun?

- Ich helfe euch nicht dabei. - Das musst du nicht, nein.

Das musst du nicht.

Versuchen wir es.

- Für Sara sollten wir es tun, oder? - Ich will nichts davon wissen.

Mach dir keine Sorgen.

Keine Sorge.

Wo ist meine Tochter?

Wo ist meine Tochter?

Also, wenn Sie nicht antworten, werden wir Ihnen wehtun müssen, verstanden?

Wollen Sie das?

Ich frag Sie noch ein einziges Mal: Wo ist meine Tochter?

Hol das Wasser.

Her mit dem Wasser, mach schon, na, los!

Ausschütten, ausschütten.

Alles ausschütten, los, alles ausgießen!

Wo ist meine Tochter?

Sagen Sie mir, wo meine Tochter ist!

Ich werde damit weitermachen. Also, wo ist meine Tochter?

Wer hat sie?

Füll die Flasche auf.

Dann weiter!

Wo ist meine Tochter?

Weiter.

Los, gieß noch mehr drauf.

Weiter.

Schütt alles drauf!

Wo ist meine Tochter? Wer hat meine Tochter?

Bitte!

Bitte!

Bitte...

Bitte sagen Sie es mir.

Das funktioniert nicht.

Papa, wir machen was anderes.

- Und was? - Etwas Schlimmeres.

Etwas Schlimmeres? Und was?

- Sag schon, was? - Mach das Handtuch aufs Gesicht.

- Warum denn? - Bedeck sein Gesicht.

- Mach schon. - Alex, sei vorsichtig.

Was hast du vor?

Mein Sohn, ich bitte dich!

Wir können ihn doch nicht umbringen.

Nein, Alex, nein, Alex! Nein, Alex!

Hör auf! Lass das sein!

Wir können ihn nicht töten. Denk an deine Schwester. verflucht!

Alex!

Hör sofort auf!

Du bringst ihn ja um!

Oh, mein Gott! Spinnst du?

Was hast du dir dabei gedacht?

- Die Kleine ist um sechs Uhr tot. - Siehst du, was du anrichtest?

Tust du das, damit du nicht reden musst? He?

Das willst du damit erreichen, ja? Das ist es, was du willst?

Du willst dich verstecken, deshalb die Show!

Das ist jetzt vorbei, hörst du? Genug jetzt!

- Wenn du was getan hast, sag es gefälligst! - Julia, bitte, beruhige dich!

Sie werden Sara töten!

Habt ihr das völlig vergessen, he?

Wo gehst du hin?

Alex.

Es tut mir so leid.

Tut mir leid-.

Das hätte nicht passieren dürfen.

Wenn ich Sie befreie...

... können wir so tun, als wäre es nicht geschehen?

Wo ist mein Telefon?

He?

Hol es!

Ich will dich näher kennenlernen.

Studierst du?

Ja.

Und was?

- Bildende Kunst. - Oh, Bildende Kunst!

Hast du eine Freundin?

Nein.

Aber du kommst bei den Mädchen an, oder?

Ja.

Vernaschen und dann weiterziehen, ja?

Was willst du uns erzählen?

Ich bin eines Abends mit Freunden unterwegs gewesen.

Wir hatten viel getrunken, und als der Club in dem wir waren, geschlossen hatte...

... gingen wir zur Haltestelle, um mit dem Bus nach Hause zu fahren.

Es war weit draußen, da war ringsrum nur... unbebautes Gelände und 'ne Landstraße.

Wir waren bei der Bushaltestelle und da wartete ein Typ, ganz allein.

Er war...

Er war ein Student von unserer Uni.

Ein Schwuler, der immer bei den Mädchen ist.

Wir hatten...

Wir hatten viel getrunken, und ich dachte, es wäre witzig, ihn zu ärgern.

Also bin ich zu ihm hin und fing an... ihn zu beleidigen.

Ich nannte ihn warmer Bruder und Schwanzlutscher.

Und meine Freunde...

... lachten sich schlapp und feuerten mich an.

Da der Typ mich überhaupt nicht ansah und nichts zu mir sagte...

... fragte ich ihn, ob er taub ist.

Er antwortete so komisch und meine Freunde machten sich daraufhin über mich lustig.

Und darum...

hab ich ihm eine ins Gesicht geknallt und ihn auf den Boden geworfen.

Dann...

hab ich ihn getreten und angespuckt...

... und ihm gesagt, dass ich ihm eine Lektion erteilen werde.

Ich sagte ihm, dass er seine Sachen ausziehen soll.

Und als er es nicht tun wollte, hab ich ihn wieder getreten und angespuckt.

Als er sich schließlich auszog, zwang ich ihn...

... nackt auf allen Vieren zu gehen, neben der Landstraße.

Während Autos vorbeifuhren und hupten...

... haben wir ihn ausgelacht und Fotos von ihm gemacht.

Ich hab ihm gesagt, dass wenn er jemandem davon erzählt.-.

... würde ich die Fotos an der Uni rumzeigen.

Dann schnappte er sich seine Sachen...

... zog sich an und rannte davon.

Und bereust du, was du getan hast?

Ja.

Denkst du, du solltest dafür bestraft werden?

Ja.

Gehen wir in die Küche.

Setzen Sie sich hin!

- In die Küche! - Bitte! Bitte, tun Sie ihm nicht weh.

Bitte, er ist noch ein Kind, um Gottes Willen!

Bitte!

Gib mir dein Handy.

Öffne den Kühlschrank und sieh nach, was für Gemüse drin ist.

Tomaten, Paprika...

- Zwiebeln. - Zwiebeln gehören nicht in den Kühlschrank.

- Was noch? - Ein paar Möhren.

Möhren sind gut.

Ist da Butter oder Margarine, hm?

Was, ja?

Schön, rausholen.

Sehr schön.

Zieh deine Sachen aus.

Die Unterhose auch.

Jetzt schmier die Möhre mit Margarine ein.

Nein, mit der Hand.

Mit der Hand.

Ja, gut einschmieren.

Und jetzt...

Was tun wir? He?

Was denkst du, was können wir jetzt tun?

Was würdest du gern mit dieser Möhre machen?

Na?

Komm schon.

Ich mache ein Foto von dir und wir teilen das mit deinen Freunden und deinen Freundinnen.

Ja?

Na, los doch, sag es mir.

Was, denkst du, kannst du damit anfangen? He?

Wann entschließt du dich, dich vor allen zu outen, mein kleiner Süßer?

Belassen wir es dabei.

Hier.

Zieh dich an und geh mir aus den Augen.

Alex... Alex!

Alex!

Was haben Sie ihm angetan?

- Was ist passiert? Was haben Sie getan? - Reden Sie schon!

Was haben Sie ihm angetan?

Es war nicht das Geheimnis, das ich gemeint hab.

NATIONALE POLIZEIDIREKTION

Die Zeit verrinnt.

Es ist fast sechs Uhr und ich werde Ihnen meinen letzten Hinweis geben.

Es ist hier geschehen.

Genau in diesem Haus.

Also denken Sie nach.

Denn die Zeit ist bald vorbei.

Alex bringt oft Mädchen nach Hause.

Ist es das?

Ich weiß nicht.

Alex.

Alex, öffne die Tür-.

Alex, bitte, mach die Tür auf!

Es ist nicht mein Sohn, von dem Sie ein Geheimnis hören wollten, nicht wahr?

Auch nicht von meiner Frau.

Nicht von den beiden.

Alex, wir können über alles reden, um Gottes Willen, egal, was es ist.

Mach auf.

Alex, bitte mach auf!

Alex, die Zeit läuft ab, bitte...

Ich weiß, was Sie hören wollen.

Und ich werde es sagen.

Was hier passiert ist...

... in dieser Nacht.

Es ist mein Geheimnis.

Und mein Geständnis.

Aber Sie müssen mir etwas versprechen.

Sie dürfen meiner Familie kein Wort davon erzählen.

Bitte versprechen Sie mir das.

Das sind nicht die Regeln.

Wir hatten eine andere Absprache.

Ich weiß, was wir abgesprochen haben...

... aber tun Sie mir diesen Gefallen.

Sagen Sie ihnen nichts.

Dann muss die Bestrafung deutlich strenger ausfallen.

Ich nehme jede an.

Bestrafen Sie mich wie Sie wollen, aber sagen Sie es nicht meiner Familie.

Die Zeit ist bald um.

Versprechen Sie mir das, bitte.

Ich gebe Ihnen mein Wort.

Vor zwei Wochen...

... bat mich meine Tochter Sara um die Erlaubnis...

... dass ihre Freundin Lucia bei uns übernachten dürfte.

Am Samstag.

Wir riefen ihre Mutter an, und sie war damit einverstanden.

Wir holten die Kleine hierher.

Wir haben im Garten gegessen.

Danach haben die Mädchen den ganzen Nachmittag im Zimmer gespielt.

Und als es Abend wurde...

... ist Alex...

... wie eigentlich jedes Wochenende, mit seinen Freunden ausgegangen.

Julia war auch weg.

Sie musste sich um ihre Mutter kümmern, die herzkrank ist.

Und an diesem Tag ging es ihr nicht gut, und sie wollte ihre Tochter bei sich haben.

Also war ich allein und versorgte die beiden Mädchen.

Wir haben zu Abend gegessen und dann einen Film im Fernsehen angeguckt.

Und sie sind eingeschlafen.

Ich hab meine Tochter in ihr Zimmer getragen...

... und Lucia nebenan ins Gästezimmer.

Und dann bin ich auch ins Bett gegangen.

Ungefähr eine Stunde später bin ich aufgewacht.

Und...

Ich habe zu Hause ein starkes Anästhetikum, das ich immer in der Praxis benutze.

Ich schlich leise in das Gästezimmer, habe die Tür hinter mir abgeschlossen...

Ich gab dem Mädchen eine Dosis davon, eine hohe Dosis.

Dann habe ich sie missbraucht.

Ich hab das Mädchen missbraucht.

Am nächsten Morgen haben wir drei zusammen gefrühstückt.--...

... als wäre nie etwas gewesen.

Lucias Mutter ist dann gekommen und hat sie abgeholt.

Das ist passiert.

Bereuen Sie, was Sie getan haben?

Ja, natürlich bereue ich das.

Denken Sie, Sie sollten dafür bestraft werden?

Ja.

Schneid ihn ab.

Wie bitte?

Schneid ihn ab.

Nein.

Das kann ich nicht.

Sehen Sie auf die Uhr.

Das kann ich nicht.

Dazu fehlt mir der Mut.

Ich schaff das nicht.

Ich brauche eine Antwort.

Was soll ich sagen?

Was soll ich sagen?

Sagen Sie "ja". Sagen Sie "ja".

Gib mir noch zehn Minuten.

Am Montagmorgen wachte sie auf und hatte Bauchschmerzen.

Und wir haben Blut in ihrer Unterhose gefunden.

Wir haben sie ins Krankenhaus gebracht.

Nach der Untersuchung sagte der Arzt...

... dass sie von jemandem penetriert worden ist.

Glücklicherweise erinnert sie sich an nichts.

An absolut nichts.

Und in der Tat...

... hat man bei der Blutanalyse...

... geringe Spuren...

... Von Sevofluran gefunden.

Ein Narkosemittel aus der Zahnheilkunde.

Ich werde Ihre Tochter holen.

Oliver...

Oh Gott, was ist passiert?

Oliver, Oliver!

Was hat er dir angetan, he?

Was ist passiert?

- Ich ruf die Ambulanz an, drück fest drauf! - Nein! Nein, ruf niemanden an.

- Drück fest drauf. - Er holt jetzt Sara.

Hallo.

- Schatz, was ist denn passiert? - Nichts.

Nichts.

Es ist erledigt.

- Wie geht's der Kleinen? - Gut, sie hat die ganze Zeit geschlafen.

Sie war ganz ruhig.

Armes Ding.

Ich bring sie hin.

Gut.

Ciao.

Halt durch, Oliver. Halt durch, Oliver.

Halt noch etwas durch, Schatz.

Mama? Mama?

Sara?

Sara!

Sara!

Sara.

- Geht es dir gut? Ist alles in Ordnung? -Ja.Ja!

Raus aus meinem Haus.

Ich möchte Ihnen noch kurz was sagen.

Wie konntest du das jemandem antun?

Ihr und deiner Tochter?

Verzeih mir.

Es tut mir leid.

Verzeih mir.

Verzeih mir!

Verzeih mir.

Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

Verzeih mir.

Verzeih mir, Schatz.

Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

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