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"Das Leben ist so kurz... * Mann spricht auf Zulu. *
... so unwägbar. * Zulu *
Ein Atemhauch. * Zulu *
Ein Herzschlag. * Zulu *
Vorüber. * Zulu *
Dennoch machen wir große Pläne, sehnen uns hoch hinaus.
* Zulu *
Was, wenn die Zeit nicht reif ist
für die Kühnheit unserer Träume?
Wenn wir warten, hoffen... * Zulu *
... warten,
während das Leben vor unseren Augen an uns vorbeizieht?
Was passiert dann mit uns... * Zulu *
... mit unseren Träumen? * Zulu *
* Sirene heult. *
* Unverständlich *
Was ist mit ihm passiert?
Was können Sie mir sagen? Herz. Muss in den OP.
Genauer? Wir brauchen einen Chirurgen.
Ich bin angehende Chirurgin.
Chirurgin?
Was kommt als Nächstes? 'ne Bundeskanzlerin?
Eins, zwei, drei, rüber!
* Gefühlvolle Klaviermusik *
Pupillenreflexe verlangsamt.
Herzrhythmus unregelmäßig. Not-OP am Herzen vorbereiten!
Haben Sie mich nicht verstanden? OP-Anweisungen macht der Professor.
Schnell. Machen Sie den Patienten bereit!
* Sanfte Klaviermusik *
Alles Gute zum Geburtstag, Lisa.
Du sollst sie tragen.
Er soll uns nicht für arm halten. Aber die Uhr ist von ihm.
Und er weiß nicht, dass ich deine Tochter bin. Sag's ihm.
Erst wenn ich die Stelle habe.
Und wenn du sie nicht bekommst? Ich muss.
Aber wieso ausgerechnet...
bei Theodor?
Milch.
Kohlfeld ist der Beste in seinem Fach.
Mhm.
Warst noch nie gut im Lügen, Kind. Mama.
Er soll dir nicht wehtun.
Ich bin stärker... ... als ich?
... als du denkst.
Ich war genauso alt wie du jetzt. Ich war gut.
'ne richtig gute OP-Schwester. Als ich schwanger war und sagte...
Mama. ... dass ich dich haben will,
da hat er mich entlassen. Gab mir Geld und die Uhr, basta.
* Melancholische Klaviermusik *
Ich muss los.
Der Dienst fängt gleich an.
Lisa. Man kann nichts Wahres auf einer Lüge aufbauen.
Ich muss mich fokussieren. Als Chefärztin sage ich's ihm,
vielleicht.
Na komm.
* Fahrstuhlklingel *
"Herzverpflanzung..." Prof. Kohlfeld.
"... das klingt eher nach Dr. Frankenstein als nach Medizin.
Was sagen Sie denen, die Sie verrückt nennen?
Jeder wirklich große Fortschritt wirkt auf Laien erst mal verrückt.
Aber die erste Herztransplantation wird bald stattfinden.
Warum sind Sie da so sicher?
Weil ich sie durchführen werde.
Vielen Dank. Das war unser Gespräch mit..."
Herr Professor.
Frau Dr. Scheel. Ich sagte doch, keine Störung.
Akutes Herzversagen, der Mann muss in den OP.
Entscheidet wer? Sie?
Er liegt im Sterben. Wenn ihn jemand retten kann, dann Sie.
Frühkindlicher Herzklappenfehler, dekompensiert.
Herzgeräusche in der Systole.
Laut Hausarzt wegen Unterversorgung im Krieg.
Prof. Kohlfeld. - Und woher wissen Sie das alles?
Durch Telefonate und Recherche.
Wie Sie sagen, gründliche Anamnese führt zu einer guten Diagnose.
Verstehe. Sonst noch was?
Ich dachte, ich könnte Ihnen assistieren. So?
Dachten Sie? Ja.
Und die anderen Assistenzanwärter, Ihre Konkurrenten?
Was macht Sie so besonders, dass ich sie übergehen sollte?
Ich... denke, ich habe in den letzten Wochen gezeigt,
dass meine Fachkompetenz und Arbeitshaltung besser sind
und ich die Assistentenstelle bei Ihnen verdiene, Herr Professor.
Trommeln Sie die Herren zusammen, wo Sie so gut im Telefonieren sind.
Na los, beeilen Sie sich!
Jawohl, Herr Professor.
Pinzette.
Saugen.
Tupfer.
Noch einen.
Skalpell. Nicht einschlafen, Schwester Rita.
Bald stehe ich neben dem Chef. Das hab ich im Urin.
Ganz sicher, bei deinem Alkoholanteil.
(Kohlfeld) Klemme.
Herzklappe. - Kommt.
Geht das schneller?
Saugen. Saugen, verdammt, ich sehe nichts.
Ich hab gehört, er entscheidet sich bald.
Der Chef? - Nee, der liebe Gott.
Ist dasselbe. Gott bestimmt, wer in den Himmel kommt.
Einziger Unterschied: Bei Kohlfeld darf nur einer von uns auferstehen.
Oder eine.
(Kohlfeld) Tupfer.
Nadel.
4:13 Uhr, Klappe eingesetzt. Herzkreislauf stabil.
Sinusrhythmus. Zumachen, Blechschmidt.
Tja.
Das war knapp, meine Herren.
Übergangslösung. Noch sind wir nicht am Ziel.
Ich erwarte Sie in 15 Minuten im Büro mit Ihrer Diagnose
und einer Einschätzung der Behandlungsstrategie.
Wer die beste diagnostische Herleitung bietet,
der wird mein neuer Assistenzarzt.
Stenose wegen Herzklappenfehler.
Vitium cordis.
Stark verkalkte...
Aortenklappe.
Endokarditis.
Musst du dich nicht vorbereiten?
Ja.
Ähm...
Wenn das Ganze hier vorbei ist,
gehen wir dann mal zusammen aus?
Das ist der falsche Zeitpunkt. Das sagst du jedes Mal.
Guck mal, ich, ähm... ich überlege, nach dem Termin hier aufzuhören.
Ich kriege die Stelle eh nicht.
Und dann sehen wir uns nicht wieder.
Willst du das?
Du hast gesagt, dass du mich magst.
Damals an der Uni.
Rupert... in ein paar Minuten entscheidet sich mein Leben.
Alles, wofür ich hier rund um die Uhr arbeite.
Und im Moment...
stehst du mir einfach nur im Weg.
Lisa. Lass mich!
Sieht aus wie eine herznahe Verkalkung im Bereich der Aorta.
Eine Beschreibung ist keine Diagnose.
Myokardinfarkt. - Nein.
Lungenembolie. - Nein.
Endokarditis mit, ähm... - Weiter.
Herr Professor, meine Diagnose... Stenose...
aufgrund eines Herzklappenfehlers,
äh, Vitium cordis, was hier durch...
Durch eine ins Herz gestreute... Lassen Sie den Kollegen ausreden.
Ihr zartes Stimmchen versteht eh niemand.
Stark verkalkte Aortenklappen-Endokarditis
aufgrund einer bakteriellen Infektion, ähm...
Verlegung des Abgangs der linken Herzkranzarterie in Klappennähe.
Akute Gefährdung durch Thrombusverschluss mit Herzinfarkt.
Nicht schlecht, von Aigner.
Welche Therapie? - Blutdrucksenkung.
Streptokinase. - Unsinn. Von Aigner?
Der, der Patient braucht... ... ein neues Herz.
Ein neues Herz? Sind wir in der Märchenstunde?
Die Kollegin meint, der Patient braucht eine Herztransplantation,
wie sie Hardy in Mississippi an einem Schimpansen durchführte.
(Kohlfeld) Wie?
Ist unser Patient ein Affe? * Kollege lacht. *
Herztransplantation beim Menschen wird kommen.
Das sagten Sie und Hardy. Die Amerikaner scheitern. Warum?
Mangels Schlüssel zum Geheimschrank mit Ihren Forschungen.
Wie wahr, von Aigner.
Nicht nur die Amerikaner sind im Rennen.
Was ist denn mit Dr. Barnard?
Kapstadt, Südafrika. Ich weiß, wer er ist.
Ein Wichtigtuer. Und Südafrika ein Unrechtsstaat.
Haben die ein richtiges Krankenhaus?
Hier. Herr Professor... Lassen Sie's gut sein, Scheel.
Ich habe mich bereits entschieden.
Mein neuer Assistent wird...
von Aigner.
Gratulation.
Kollegen, danke. Lassen Sie mich jetzt mit von Aigner allein.
* Melancholische Musik *
Gratulation, Herr Assistenzarzt!
* Tür knallt zu. *
Vielen Dank.
Scheel. Was wollen Sie denn noch?
Das ist Betrug. Sag's ihm!
Langsam wird es peinlich, Fräulein.
Gehen Sie, ich regle das.
Er benutzte meine Notizen.
Von Aigners Familie ist hoch angesehen.
Solche moralischen... Ausgerechnet Sie reden über Moral?
Was soll dieser Unsinn?
Erinnern Sie sich an Schwester Karin,
die Sie vor 27 Jahren entließen trotz hervorragender Arbeit?!
Keine Ahnung, was Sie sich da zusammenfantasieren.
Sie wissen nicht, warum Sie sie entließen?
Weil sie Ihr gemeinsames Kind behalten wollte.
Sie sind ja verrückt.
Raus aus meinem Büro.
Lassen Sie sich hier nie wieder blicken, verstanden?
Pass doch auf! Hast du keine Augen im Kopf?
* Bedrückende Musik *
* Sanfte Klänge *
* Lebhafte Musik *
* Unverständlich *
(Durchsage) "Wir beginnen unseren Landeanflug auf Kapstadt.
Bitte stellen Sie das Rauchen ein, und klappen Sie die Tische hoch.
Das Wetter ist heute windig,
aber sonnig und wolkenklar bei Temperaturen um 30 Grad.
Bleiben Sie angeschnallt..."
* Groovige Musik *
* Taxifahrer spricht afrikaans. *
* Er redet weiterhin. *
Hm? You are German?
Ja, Germany. Guten Tach.
* Er spricht wieder afrikaans. *
Das Meer! * Afrikaans *
Das ist mein erstes Mal. The ocean.
Ja, ja. * Er spricht wieder afrikaans. *
* Groovige Musik *
* Taxifahrer plaudert immer noch auf Afrikaans. *
* Afrikaans *
* Fahrer klingt beunruhiget. *
* Polizist und Passant sprechen afrikaans. *
Was ist da los? Hm?
Ähm...
* Afrikaans *
* Sie sprechen afrikaans. *
* Afrikaans *
Pass.
Schwarze können nur mit Pass in die Stadt?
Was...
Das können die nicht machen! No, please!
* Fahrer spricht afrikaans. *
* Schuss *
* Beklemmende Musik *
Danke.
* Afrikaans *
* Er spricht weiter afrikaans. * Sie sind sicher.
* Afrikaans * Ähm, Telefonnummer?
* Sie sprechen auf Afrikaans. * Ja, natürlich.
Danke. Okay. Bye-bye.
Bye.
Frau Dr. Scheel?
Ich bin Dr. McCarthy. Ich hab Ihnen telegrafiert.
Oh. Sie sind Assistenzärztin bei Barnard?
Ja, allerdings. Willkommen in Kapstadt. Bitte.
Ähm, hören Sie, eben gerade auf der Straße
schoss die Polizei auf einen Farbigen.
Ja, ohne Stadtpass dürfen die nicht in die Innenstadt.
Deshalb schießt man auf den Mann?
Hier stecken Sie Ihr Näschen besser in Patientenakten,
nicht in Dinge, die viel Ärger bringen können.
Sie schauen einfach weg?
Ich bin Chirurgin, keine Bürgerrechtlerin für den ANC.
Bitte.
Ist hier sein Büro? Ja.
"Zwei Dinge halten den Fortschritt der Medizin auf:
Autoritäten und Systeme.
Rudolf Virchow."
Dr. Barnard pinnt alle paar Tage neue Zitate an.
Von den größten Männern der Medizingeschichte.
Was machen Sie?
Reingehen. Um Gottes willen, nein!
Hallo. Herr Professor, es tut mir leid.
Dr. Scheel, nehme ich an. Ja.
Können wir sprechen?
Stürmen Sie immer so rein? Ich bin sehr beschäftigt.
Aber da Sie so weit gereist sind, könnten wir beim Abendessen reden.
McCarthy, reservieren Sie im Olympia. Acht Uhr?
Jawohl. Dr. Scheel wohnt im Schwesternheim.
Danke. Also, bis dann.
Groote Schuur bedeutet "große Scheune".
Es ist das modernste Klinikum in Afrika
und das Lehrkrankenhaus der Uni Kapstadt.
Der Heilkräutergarten ist der artenreichste Afrikas.
Das Schwesternheim ist am Ende des Klinikparks.
Hallo. Goeiedag.
Vermeiden Sie jeden Kontakt, damit keiner Ärger kriegt.
Das ist unsere Teeküche.
Und hier wären wir.
So.
Bitte schön.
Ich hoffe, das Gästezimmer ist zu Ihrer Zufriedenheit? Ja. Danke.
Ich wohne direkt nebenan.
Was kann man hier in der Stadt machen?
Frau Kollegin, ich bin Ärztin, keine Fremdenführerin.
* Lachen von draußen *
* Sanfte Klaviermusik *
* Man kann die beiden nicht verstehen. *
* Dezente Jazzmusik *
Dr. Scheel. Herr Professor.
Guten Abend. Guten Abend.
Schön, dass Sie da sind. Mhm.
Bitte. Danke.
Danke.
Wie war Ihr Tag? Wie gefällt Ihnen Kapstadt?
Sehr, danke. Landschaftlich aufregend, modern.
Anders als erwartet. Was haben Sie erwartet?
Lehmhütten, Elefantentaxis, aufgespießte Köpfe von Schwarzen?
Nein, so hab ich das... Schon okay.
Die Welt sieht Südafrika etwa so wie Hitler-Deutschland,
nur ohne den technischen Fortschritt.
Letzteres werden Sie ändern, durch die Herztransplantation.
Wir werden sehen.
Mit dem Steakmesser, ja?
Ich komme auch aus bescheidenen Verhältnissen.
Sie schrieben, Sie hätten brisante Unterlagen,
die mich interessieren könnten. Jawohl, Herr Professor.
Deshalb bin ich hier.
Henry, wie immer. Die Dame nimmt dasselbe.
Sehen Sie, ich mag's gerne direkt.
Was versprechen Sie sich davon?
Darf ich offen sein? Ich bitte darum.
Gut. Die Zitate an Ihrer Bürotür, was haben die gemeinsam?
Sie stammen von Medizinern. Alle stammen von Männern.
Warum ist das so?
Weil die Halbgötter in Weiß, so wie Kohlfeld, dafür sorgen
und keine Frau als Chirurgin einstellen.
Ähm, entschuldigen Sie, ich meine...
Bei Ihnen ist das ja anders, Sie haben McCarthy im Team.
Und, ähm, na ja, ich dachte, vielleicht...
Vielleicht gibt es da eine Chance für mich.
Wo sind diese Unterlagen? Ich kenne sie auswendig.
Ach.
Ja dann... erzählen Sie doch mal.
So sind Sie es los, und wir können in Ruhe essen.
Die Chance für mich? Ich soll die Katze im Sack kaufen?
Nein, das würde ich nie erwarten. Was erwarten Sie denn?
Dass ich Ihnen zeigen darf, was ich weiß und kann.
Sie können mir sicher einiges zeigen.
Sie haben faszinierende Augen.
Danke für das Kompliment.
Gern.
Madame. Oh. Ja.
Prof. Barnard, ein Anruf aus dem Krankenhaus. Ein Notfall.
Ich muss leider gehen. Lassen Sie mir etwas Zeit, ja?
Ich denke darüber nach. Guten Abend.
Ach, wenn Sie nicht wissen, wie man Hummer isst,
machen Sie's wie die Dame da.
* Musik: groovige Version von "Summertime" *
* Taxifahrer spricht afrikaans. *
Which ocean? Atlantic Ocean,
that's the big ocean, Indian Ocean, all the same ocean.
All water coming together.
* Groovige Musik *
Guten Tag.
Wir haben zu Hause auch Blumen gezüchtet, in Deutschland.
Sie sollten nicht mit mir reden, Ma'am.
Warum?
Frau Dr. Scheel?
Stimmt irgendwas nicht? Nein, alles in Ordnung.
Was macht das Skalpell hier?
Woher haben Sie das?
Tut mir leid Ma'am, ich...
Das habe ich ihm gegeben.
Orchideen muss man vorsichtig beschneiden.
Kein Kontakt zum dunkelhäutigen Personal...
Entschuldigung, ich halte mich jetzt daran.
Gut, dass sie das nicht entdeckt hat.
Sie interessieren sich für Chirurgie?
Sie sollten besser gehen, Ma'am.
Ja.
Ähm, eine Frage noch.
Könnte ich eine Orchidee für mein Zimmer haben?
(Frau) Guten Tag. Groote Schuur Krankenhaus.
Ach so. Können wir also... Ja. Ja, kein Problem.
Herr Professor. Sind die für mich? Keine Zeit.
Ich... Das ist Klinikchef Prof. de Groen.
Typischer Bedenkenträger, kleinkariert.
Ja, ich wollte fragen wegen der Probezeit...
Kohlfeld hat die erste menschliche Herzverpflanzung angekündigt.
Bis Monatsende. Wir müssen Gas geben.
Wir? Ich bin bereit für alles.
Dr. Scheel hospitiert für ein paar Wochen bei uns.
Also, auf geht's.
Es gibt keine Umkleiden für Ärztinnen,
aber wir haben das mit McCarthy geübt.
Meine Herren. Wenn's wirklich sein muss.
Kollegen, der heutige Patient hat eine sehr bewegte Vergangenheit.
Ein wilder Kraftkerl, immer laut. Sein Herz schafft das nicht mehr.
Herzinsuffizienz. Er wird ohne Transplantation sterben.
Das ist die schlechte Nachricht. Moment, Sie transplantieren jetzt?
Wenn's in Ihren Kalender passt. Und das Spenderherz ist da?
Die gute Nachricht ist: Es ist unterwegs.
Alle bereit?
Hier geht's lang, Frau Kollegin. Aber hier ist doch der OP.
Es ist ein ganz spezieller Patient.
Guten Morgen. - Guten Morgen.
Morgen.
So.
Das ist ja ein Schimpanse. Bemerkenswerte Diagnose.
* Lachen * Überraschung!
Kommen Sie, kleiner Scherz. Das musste sein. Verzeihen Sie.
Sie hätten Ihr Gesicht sehen sollen.
Los geht's. Wir unterspritzen mit Adrenalin. Läuft.
Skalpell, Dr. Scheel. Ich?
Bitte. Ähm...
Herzbeutel...
eröffnet.
Herz. Wollen Sie mal tasten?
* Sanfte Musik *
Mhm.
Maschine bitte.
Inzision.
Untere Hohlvene,
obere Hohlvene.
Schlauch.
Klemme.
Aorta.
Schlauch. * Apparat piept. *
Klemme. * Durchgängiger Ton *
Herzklappe. Danke. * Piepton endet. *
So. Maschine an.
Gut.
Sie sind dran. Wie geht's weiter?
Äh, jetzt induzieren wir elektrisch das Kammerflimmern.
Mhm.
Das Herz abklemmen und entfernen. Wie lange braucht Kohlfeld dafür?
2,5 Stunden, mindestens. Gut. Wir schaffen es in zwei.
So.
Das hätten wir. Und nun?
Brauchen wir ein Spenderherz. Das ist nebenan.
Frau Kollegin Scheel, wären Sie so freundlich? Natürlich.
Nicht fallen lassen! * Lachen *
* Sanfte Klaviermusik *
Zufrieden mit der Entnahme des Spenderorgans?
Großartige Arbeit. Ich wusste nicht...
Was sagt Ihr perfektes Gedächtnis jetzt?
Ähm... Herz einpassen und...
nähen. Ja. Aber wie genau?
Plaudern Sie doch mal aus Ihrem Berliner Nähkästchen.
Deswegen sind Sie doch hier, oder?
Fortlaufende Matratzennaht zur exakten Adaption der Ränder. Aha.
Matratzennaht.
Geht's genauer? Reihenfolge?
Linker Vorhof, rechter Vorhof, Pulmonalarterie... Aorta.
Ja, so kann man das auch machen. Dacron, ein Olsen-Hegar.
Also arbeitet Kohlfeld exakt nach Jegers gefäßchirurgischer Lehre?
Mhm. Dass ich darauf nicht selber kam.
Oscar.
Darf ich Sie was fragen? Jetzt bin ich gespannt.
Der Mann, der das Spenderherz entnahm...
Das ist topsecret. Das bleibt alles im kleinsten Kreis.
Alle im Team haben Verschwiegenheit gelobt.
Mit seiner Herkunft darf er kein Arzt sein?
Nicht in einer Klinik mit Ärzten und Patienten meiner Herkunft.
Ja. Verstehe.
Ja. Aber an Tieren darf er arbeiten?
Theoretisch.
Hamilton hat außergewöhnlich geschickte Hände.
Ich sah selten eine solche Begabung.
Seine Schnitte, seine Nähte...
Aber ein offizieller Teil meines Teams kann er nie werden.
Also... Wo hat er die Technik gelernt?
Sie sollen mir Ihre Geheimnisse verraten, nicht ich Ihnen meine.
Ich hab Ihnen immerhin Kohlfelds neue Gefäßnaht-Technik verraten.
Sie wissen, dass Technik nur die halbe Miete ist.
Das kunstvollste Einpflanzen bringt nichts,
wenn das Immunsystem das Organ abstößt.
Immunsuppression. Richtig.
Ist dieses Thema nicht Kohlfelds Steckenpferd?
Vielleicht.
Ach Gott, Ihre Augen. In dem Licht hauen die mich um.
Es ist spät geworden. Hören Sie,
ich hab ein Apartment um die Ecke.
Kommen Sie mit auf einen Drink?
Dann besprechen wir alles, auch Ihre Rolle in meinem Team.
Herr Professor, wie lange sind Sie schon mit Ihrer Frau verheiratet?
Bald 20 Jahre. Was hat das damit zu tun?
Das ist eine persönliche Sache.
Eine unangenehme Erfahrung früher,
wegen der ich Beruf und Privates strikt voneinander trenne.
Verstehe.
Das ist sehr bedauerlich.
Oscar, zahlen. Sehr gern.
Ich hab beste Kontakte nach Berlin.
Ich könnte herausfinden,
welches Mittel Kohlfeld zur Immunsuppression benutzt.
Schaden kann's nicht. Stimmt so. Danke.
Hab ich eine Chance in Ihrem Team?
Wir werden sehen.
Gute Nacht. Gute Nacht.
Rupert, wir müssen reden. "Ich weiß."
Es tut mir leid.
Aber hättest du nicht dasselbe getan an meiner Stelle?
"Scheiß-Konkurrenzkampf, oder?
Wenn ich was für dich tun kann..." Wie läuft's?
Lass mich aus der Ferne teilhaben. Es gilt strengste Geheimhaltung.
"Das weißt du." Diesen Gefallen schuldest du mir.
Außerdem kannst doch Tipps von mir gebrauchen.
* Eine Frau lacht. *
Wie weit ist Kohlfeld mit seiner Strategie zur Immunsuppression?
"Also... wir haben den Patienten und den Spender.
Die Direktion hat aber noch moralische Bedenken."
Weshalb? Das Medikament sei zu unerforscht.
Welches Medikament?
Rupert?
Du sagst es aber niemandem. "Ich bin am Meer."
Wem sollte ich's sagen? Den Möwen? "Also..."
Er hatte enormen Erfolg mit...
Azathioprin.
Kolossal interessant.
Ich lege auf, ich hab keine Münzen mehr. Tschüss.
Lisa?
Lisa?
Ich muss mit Barnard sprechen. Ist er noch hier?
Um diese Uhrzeit? Warum?
Das ist privat.
Privat?
Kommen Sie schon.
Wenn Sie Glück haben, ist er in seinem Hobbykeller.
Im Tierlabor.
Danke.
Das gucke ich mir ganz genau an.
Ja, mach weiter.
Mhm.
Du bleibst so ruhig und bist so präzise. Wie machst du das?
Mhm, das ist sehr gut. Danke, Professor.
Was ist dein Trick?
Machen Sie weiter, dann kann ich Ihnen zeigen, was Sie...
Was ich falsch mache?
Was Sie tun können, wenn Ihre Hand schmerzt,
wenn sie wieder zittert.
Woher weißt du...
Ich hab Polyarthritis.
Egal. Weiter.
So.
Sie halten Ihre Hand so hier, klassisch.
Du zeigst mir Operieren an einer Banane?
Ja. Wenn Sie die Schere so halten, dann zittert Ihre Hand
und verursacht Schmerzen.
Halten Sie Ihre Hand so.
So?
So. Ah... Das ist ja verrückt.
So ist sie ruhig und hat Kraft.
Ja.
Das ist so simpel. Wie bist du darauf gekommen?
Ich habe meiner Mutter beim Nähen zugesehen.
Mhm. * Gitter scheppert. *
Dr. Scheel. Verzeihung, Professor.
Es gibt Neuigkeiten zur Immunsuppression.
Kohlfeld arbeitet mit Azathioprin.
Das ist schlau.
Das ist riskant, aber...
schlau.
Immer wenn wir Tiere geschlachtet haben, früher bei uns im Dorf,
wollte ich verstehen, wie alles miteinander verbunden ist.
Die Organe? Ja.
Und wie man sie heilt, besonders das Herz.
Kamen Sie in die Stadt, um mehr über Medizin zu lernen?
Ich hab Arbeit gesucht,
Gartenarbeit.
Ja, aber... in einem Krankenhaus, ich meine...
ist das wirklich Zufall?
* Sanfte Klaviermusik *
Wie geht's Ihnen wirklich damit?
Ich meine, dass Barnard Ihr Können nutzt,
aber Ihnen keine Chance gibt. Niemand tut das.
Ich bin nur ein einfacher Gärtner.
Hoffen Sie nicht, dass sich das ändert?
Man muss dagegengehen und kämpfen.
Was wissen Sie schon vom Kämpfen? Oder von uns?
Mediziner zu werden, das ist Ihr Traum.
Meine Träume sind unwichtig.
Herr Professor, können wir über etwas reden?
Mrs Buckley.
Sie liegt im Sterben. Es sei denn... sie bekommt...
... ein neues Herz? Sie wollen es wirklich versuchen?
Was ist mit der Immunreaktion?
Azathioprin. Ich hab's mir besorgen lassen.
Ich probiere es hier aus.
Kohlfeld nutzte es nach anderen Operationen,
noch nie bei einer Herztransplantation.
Mrs Buckley braucht kein Herz. Sie braucht eine neue Niere.
Aber wenn Sie sich so für das Immunthema begeistern,
dann helfen Sie uns, eine zu finden.
Sie lassen mich in Ihr Team? Wenn Sie Ihre Sache gut machen.
(Kollege) Wo ist denn die Tabelle? - Da ist sie. Du musst...
Und? Was haben wir? Unsere Wahl ist die Nummer drei.
Mhm.
Danke.
Ja.
Anderer Meinung?
Blutgruppe und Gesamtzustand sind fast identisch.
Aber die Vier hat eine bessere Gewebetypisierung.
Aber Nummer vier kommt nicht infrage. Wieso?
Ist das nicht offensichtlich? - Ein Schwarzer, ein Kaffir.
Die Niere hat keine andere Farbe. Die Empfängerin ist weiß.
Muss man die Hautfarbe des Spenders nennen?
Es geht ums Überleben. Seine Werte waren die besten.
Bereiten Sie alles vor. Wir nehmen die Vier.
Aber die Niere eines Schwarzen in einer Weißen...
Über diese Schwelle geht kein Arzt hier.
Holen wir jemanden, der diese Schwelle nicht hat.
Hamilton Naki. Seine chirurgische Präzision steht außer Frage.
Wäre er weiß, müsste ich Angst um meinen Job haben.
Wir operieren den Spender im Tierlabor auf meine Verantwortung.
McCarthy assistiert Hamilton. Professor!
Na los. Und bitte besorgen Sie anständigen Kaffee.
Ich kümmere mich um den Kaffee.
* Ruhige Klaviermusik *
Bereit?
* Fließende Klaviermusik *
Pinzette.
Danke.
Die Uhrzeit ist 12:25 Uhr.
Skalpell.
Dr. Scheel, holen Sie das Spenderorgan.
Bringen Sie Barnard hierher! Herr Direktor,
er ist mitten in einer Operation. Holen Sie ihn, sofort!
Eine schwarze Niere in einer Weißen, das geht nicht.
Ohne diese OP stirbt uns die Patientin auf dem Tisch.
Mein Job ist, Leben zu retten. Sie folgen meinen Anweisungen!
Mal ehrlich, es geht Ihnen nur um Ihren Ruhm.
Dafür gehen Sie über Leichen. Das ist Unsinn.
Fragen Sie Dr. Boerbek in Johannesburg.
Er operierte eine Schwarze nach einem Polizeieinsatz.
Ein Zeichen wollte er setzen.
Ich erinnere mich. Und?
Am nächsten Tag flog sein Auto in die Luft. Drei Schwerverletzte.
Noch was.
Angeblich operiert im Tierlabor einer unserer schwarzen Gärtner.
Ich nehme an, dass das ein Gerücht ist.
Haben wir uns verstanden?
Wir brechen ab. Ansage von oben.
Aber das Organ... Ich habe es schon entnommen.
Ja.
Ich werde es entsorgen.
Und Sie gehen besser zurück in Ihren Garten.
Es tut mir leid.
* Traurige Musik *
* Tür knallt zu. *
Jetzt gucken Sie mich nicht so an.
* Melancholische Klaviermusik *
* Taxifahrer sagt etwas auf Afrikaans. *
Aber... Township entrance, no, no.
Aber Hamilton ist da drin.
* Afrikaans *
Fahren Sie nach Hause. Ich gehe rein.
Fahren Sie.
Good morning. Hallo. Ähm...
I'm a doctor, and I want in. You're a doctor?
Yes. From the Groote Schuur.
Okay.
* Melancholisches afrikanisches Lied *
Hey. Hey.
Hamilton Naki. Do you know? * Zulu *
Oh.
Come, come. Ja.
Come, come. Ja. Ja.
Thank you.
* Sie sprechen auf Zulu miteinander. *
* Zulu *
Hallo.
Was wollen die ganzen Leute hier? Was wollen Sie denn hier?
Ich hab zuerst gefragt.
Ich leiste medizinische Hilfe. Und Sie können helfen?
Gelegentlich schon, heute nicht. Mir fehlt die Ausrüstung.
Sie müssen von hier weg, sofort.
Ich wollte Ihre Situation verstehen...
Für weiße Frauen sind die Townships abends nicht sicher.
Sie müssen gehen.
Mein Taxi ist nicht mehr da. Herrgott... Verdammt.
Was machen wir jetzt?
Ich werde Sie fahren. Kommen Sie mit.
* Melancholische afrikanische Musik *
* Afrikaans *
Was sagen die? Sie fragen, ob ich Sie belästige.
Was? Lassen Sie uns in Ruhe! Fahren Sie weiter!
* Ernste Musik *
* Hupen * Da sind sie wieder!
Was wollen die?
* Mann ruft etwas auf Afrikaans. *
* Reifen quietschen. *
* Krachen *
* Sie stöhnt. *
* Sie hustet. *
Hamilton? * Sie hustet. *
Hamilton?
* Leises Stöhnen *
Hamilton.
Nein.
Wo haben Sie Schmerzen? Mein Bein.
Mein Bein.
Bleiben Sie liegen. Ich hole Hilfe.
Stopp! Stopp! Halten Sie an!
Mein Freund ist verletzt. Kommen Sie! Hospital.
* Afrikaans * Kommen Sie bitte mit. Come, come!
* Afrikaans *
Kommen Sie, kommen Sie. Da.
Nein, warten Sie. Moment!
Stopp!
Bitte, bitte... * Afrikaans *
Bitte fahren Sie nicht. Sie können doch nicht fahren!
Hey!
Hier!
Verbandszeug, Desinfektionsmittel, Nähzeug, Lokalanästhetikum.
Was ist hier los? Für wen brauchen Sie das Zeug?
Sind Sie verrückt geworden, den hier...
Pscht! Nicht so laut.
Ich hab ihm eine Valium gegeben. Er schläft.
Was ist passiert?
Ein Unfall. Nichts Schlimmes.
Schürfwunden, Prellungen. Der Schnitt muss genäht werden.
Werden Sie mir helfen?
Sie machen immer Ärger, was? Beten Sie, dass niemand Sie sah.
* Klopfen *
Sie wollten mich sprechen?
"Die Welt ist nicht dazu da, verbessert zu werden."
Wer hat das gesagt? Ihr Klinikdirektor?
Nein, einer von Ihren Leuten. Hermann Hesse.
Sie wurden mit Hamilton Naki in der Stadt gesehen.
Ich verstehe diesen Hass nicht. Warum ist man so brutal...
Ihr Weltretter-Komplex hilft hier niemandem.
Ich versuche hier, Medizingeschichte zu schreiben.
Dieser Durchbruch wird viele Leben retten.
Ich dulde keine Stolpersteine. Es geht um einen Menschen!
Hören Sie bitte auf mit Ihrem moralischen Getue!
Gerade Sie als Deutsche.
* Klopfen *
Herr Professor, die Presse ist da. Die Nieren-OP schlägt hohe Wellen.
De Groen tobt, weil Sie heimlich die OP machten.
Ich komme.
Sie haben Mrs Buckley operiert?
Der Patientin geht es gut.
Jetzt arbeitet in ihrem Körper eine neue Niere.
Die Niere von einem Kaffir?
* Gemurmel *
Herrschaften, bitte. Das war ein Ausnahmefall.
Sie kennen unser Ziel. Es geht nicht nur um Mrs Buckley.
Sondern um die Legitimation von Rassenschande?
Es geht um einen gewaltigen Schritt für das Land.
Um die Abstoßung des Spenderorgans zu verhindern,
entwickeln wir eine verbesserte Immunsuppression
mit einem Mittel aus Europa.
Die Erkenntnisse aus einer solchen Operation sind elementar wichtig
für den Schritt zur ersten menschlichen Herztransplantation.
* Gemurmel * Ich frage Sie...
als Südafrikaner,
wollen wir, dass unser Land am Rande steht
und Amerikaner, Russen oder Europäer an uns vorbeiziehen,
oder tun wir diesmal alles, um zu siegen?
Sie kündigen eine Transplantation an. Wenn Sie pokern...
Dann können Sie mich feuern. Ja.
Wann ist es so weit?
Innerhalb von zwei Wochen. * Raunen *
Danke. * Stimmengewirr *
(de Groen) So... * Alle reden durcheinander. *
Ich wollte nach Ihnen sehen.
Das Krankenhaus hat mich gefeuert. Was? Weiß Barnard davon?
Er hat keine Schuld.
Aber da muss man doch was tun. Sie haben schon genug getan.
Ich...
Was machen Sie jetzt? Ich hab keine Ahnung.
Aber ich.
Holen Sie Ihre Patienten her.
* Entspannte afrikanische Musik *
* Musik überlagert, was sie sagt. *
Das war gute Arbeit heute.
Es ist, als hätten Sie Medizin studiert.
Die Kunst des Heilens ist viele tausend Jahre alt.
Man kann sie auch anders lernen, auf unsere Art.
Barnard wird es schaffen. Was?
Das Wunder. Woher wissen Sie das?
Tja,
woher?
Das geht mich nichts mehr an. Ich werde nicht dabei sein.
"Wir entwickeln gerade eine verbesserte Immunsuppression
mit einem Mittel aus Europa.
Die Erkenntnisse aus der Operation sind wichtig für den Schritt
zur ersten menschlichen Herztransplantation."
Ein Mittel aus Europa.
Helfen Sie mir, das zu verstehen.
Wir können wegen Bedenken gegen das geheime Medikament nicht operieren,
und er schiebt eine OP ein und redet von einem Mittel aus Europa.
Entweder hat der Dr. Schönling... - Barnard.
Ich weiß, wie er heißt.
Entweder hat Barnard die Gabe der Telepathie
oder es gibt hier einen Spion.
Hat jemand Informationen über unsere Arbeit preisgegeben?
* Alle reden durcheinander. *
* Klopfen * Herr Professor, Sie wollten...
Gut, dass Sie da sind. ... mich sprechen.
Mein Team sucht nach einem Empfänger für die Transplantation,
der dafür wirklich geeignet ist.
Aber die finden niemanden. 200 Namen sind abzugleichen.
Pro Fall eine Stunde. - Wir haben genug Arbeit.
Nun sind Sie dran. Übernehmen Sie.
Finden Sie mir den idealen Kandidaten.
Irreversibel geschädigtes Herz, austherapiert, im letzten Stadium.
Keine Experimente! Der Direktor war hier eindeutig.
Er möchte einen klassischen Durchschnittsbürger
mit einem Lebenslauf, so weiß wie seine Haut.
Danke, Herr Professor. Wählen Sie aus, wer Ihnen hilft.
Könnte ich mit McCarthy zusammenarbeiten?
Was ist mit diesem hier? Zu riskante Blutwerte.
Und der? Epilepsie.
Die sieht doch gut aus. Viel zu jung und hübsch.
Wenn die stirbt, gibt's ganz böse Schlagzeilen.
Und der?
Louis Washkansky.
Alter 53, Herzinfarkt... Schon der dritte. Diabetes.
Kräftige Statur. Gemüsehändler, geboren in Litauen.
"1922 mit den Eltern nach Südafrika ausgewandert.
Sportler, bis seine Herzinsuffizienz begann.
Glücklich verheiratet mit Ann Washkansky."
Der ideale Durchschnittsbürger.
Ohne Verpflanzung hat er maximal zwei Wochen,
schlimmstenfalls ein paar Tage.
Frau Washkansky.
Danke für die gute Zusammenarbeit. Danke, dass Sie mich auswählten.
Wie kamen Sie auf mich? Sie sind die Beste im Team.
Wir sollten eher zusammen als gegeneinander arbeiten,
als Frauen.
Ich heiße Lisa.
Zusammenarbeit ist okay, wenn alle die Regeln einhalten.
Ich muss los.
Bis später.
(Rupert) "Wir dürfen keinerlei Informationen mehr rausgeben.
Der Chef glaubt, wir werden ausspioniert."
Typisch Kohlfeld. Hält sich für den Nabel der Welt.
In gut einer Woche wird er das sein.
Wie?
"Du meinst..."
Bitte, kein Wort zu irgendwem, ja?
Ich bin am Meer. Wem soll ich es erzählen?
Gut eine Woche.
Genauer haben Sie's nicht? Nein.
Dann müssen wir schnell den Spender finden. Ja.
Man weiß nie, was für Unfälle reinkommen.
Aber was, wenn wir auch in anderen Unfallkliniken
so eine Art vernetztes Alarmsystem etablieren?
Die Kollegen könnten uns einen geeigneten Spender sofort melden.
Dr. Scheel, das ist brillant.
Sie bekommen Unterstützung. Seien Sie schnell.
Ich gebe Ihnen 48 Stunden.
Wir müssen Berlins Timing unterbieten.
Klar? Natürlich, das macht Sinn, ja.
Aber? Entschuldigen Sie, ich...
Die Sache mit Hamilton Naki ist meine Schuld.
Na ja, ich wollte fragen, ob es möglich ist,
dass er wieder als Gärtner arbeiten könnte?
Unheilbares Helfersyndrom. * Klingeln *
Ich sehe, was ich tun kann. Ja? Hallo.
Ja.
Proteste in Soweto niedergeschlagen!
Neues Beatles-Album!
Herztransplantation für nächste Woche angekündigt!
Es reicht! Einer von Ihnen hat geplaudert.
Bis derjenige sich meldet, bleiben alle hier.
Von Aigner.
Warum sehen Sie so blass aus? Reden Sie!
Äh... Ich bezweifle, dass es ernsthaft von Belang, aber...
Aber?
Wir brauchen die Listen aller eingelieferten Patienten hier,
in Johannesburg, Durban, Pretoria, Port Elizabeth.
27 Neueingänge? Das ist alles?
Ja, das ist alles. Danke.
Die Orte und Daten potenzieller Spender werden hier markiert.
... viel zu spät. Wir brauchen ein gesundes Herz.
Es muss ein Weißer sein, Blutgruppe B kompatibel. Ja.
Melden Sie sich bitte umgehend bei uns, ja? Ja.
* Stimmengewirr *
Ja.
Soweto, 32, Schießerei, wurde reanimiert, im Koma.
Pretoria, Autounfall, Kopfverletzung.
Durban, 42 Jahre, bewusstlos...
Frau, 23, in Downtown, nach Entbindung im Koma.
* Unverständlich * Soweto, Mann, 23...
(beide) Koma. - Ohne Bewusstsein.
* Schwungvolle Musik *
Im ganzen Land kein einziger Treffer.
Das kann doch nicht wahr sein!
Wir haben alles versucht.
Ja, ich weiß. Ich danke euch.
Es war eine lange Nacht. 7 Uhr, Zeit, schlafen zu gehen.
Barnard wird nicht begeistert sein. - Gute Nacht, McCarthy, Dr. Scheel.
* Telefon klingelt. *
Hallo?
Hm, verstehe. Und die Blutgruppe?
Blutgruppe Null?
Ja. Name?
Verstehe. Danke schön.
Großer Gott, Dr. Scheel... das ist es!
Herr Professor. Auf Wiederhören.
Ich glaube, wir haben's.
Denise Darvall, Alter 25, tödliche Hirnverletzung.
Rest des Körpers unversehrt, Herz einwandfrei.
Blutgruppe Null, das heißt: universalkompatibel.
Passt alles perfekt.
Ähm... ja.
Soll ich später wieder... Das war Ihr ehemaliger Chef.
Kohlfeld? Wa... Warum?
Er weiß von Ihren Anrufen bei Ihrem Studienfreund
und dass Sie seine Ideen mitgebracht haben: Azathioprin.
Was sagten Sie?
Ich hab jede Form von Diebstahl geistigen Eigentums abgestritten.
Gut.
Aber...
ich musste ihm versprechen, Sie sofort nach Hause zu schicken.
Sie müssen verstehen, wenn das de Groen oder die Presse hört...
Ja. Lisa, warten Sie.
Meine Sekretärin...
bucht den nächstmöglichen Flug.
Das sollte Sie für Ihre Arbeit entschädigen.
Sie sind eine sehr, sehr gute Ärztin.
Sie machen Ihren Weg.
Danke. Es tut mir leid.
* Traurige Musik *
* Klopfen *
Dr. Schee...
Lisa.
Es tut mir so leid.
Danke.
Wann geht der Flieger?
Morgen, aber ich will jetzt schon packen.
Ich wollte dir nur sagen...
Also erstens: danke...
für alles.
Und zweitens: Deine Spenderin wird's wohl werden, Denise Darvall.
Barnard und de Groen beraten sich. Es soll schnell gehen.
Auch wegen der Konkurrenz. Und, ähm...
Ich hab mir überlegt,
wir könnten einen Weg finden, dass du dabei sein kannst.
Er hat mich gefeuert. Niemand sieht dich.
Barnard operiert im großen OP.
Im Nebenraum wird niemand sein.
Barnard will keine Zaungäste.
Ja und?
Wenn dort das Licht aus ist, sieht dich niemand.
Du könntest die ganze Sache live miterleben.
Wir schmuggeln dich in den OP-Trakt und...
Ich hab den Schlüssel.
McCarthy.
Das ist eine wirklich gute Idee. Ja?
Ja. Ja.
Aber ich hab noch eine bessere. Nämlich?
Ich bringe jemanden mit.
Und wen?
Hamilton Naki.
Lisa, bist du verrückt? Er ist schwarz.
Schwarze haben keinen Zutritt zum Krankenhaus.
Es muss ihn ja niemand sehen.
McCarthy, Hamilton ist ein besserer Chirurg als du und ich,
vielleicht sogar als Barnard.
Dass wir die OP machen können, verdanken wir auch ihm.
Und wenn jemand das Recht hat, wenigstens zuzusehen, dann er.
Und wenn das auffliegt?
In diesem Land ist Apartheid, daran kann ich nichts ändern.
Das war eine dumme Idee.
Tut mir leid, vergiss es.
Für Frauen und Schwarze ist kein Platz auf dieser Welt.
Das muss man hinnehmen, sich fügen.
Viel Glück bei der OP.
Warte.
Gut.
Gut, ich mach's.
Aber wenn das auffliegt, dann schiebe ich alles auf dich.
Oh, McCarthy. Du bist mein ganz persönlicher Held. Ja.
Danke. Ja.
Danke.
Ist gut. Danke.
Danke.
Das gefällt mir noch nicht.
Es gibt immer noch diese eine Schwachstelle.
Bei Kohlfeld war das Problem
der Schnitt über die Rückseite der Vorhofkammern.
Aber die Amerikaner machen es genauso.
Könnten wir eine Beschädigung des Septums verhindern... Ja.
Wenn wir nicht den ganzen Schnitt... Wir könnten...
Ein Loch für die obere Hohlvene... Und eines für die Pulmonalvenen.
Ja, das könnte funktionieren. Hier und hier.
Das ist es. Sie denken ja fast so schnell wie Ihr Chef.
Danke schön. Aber die Skizze ist von Lisa.
Nicht Lisa, Dr. Scheel.
Na dann. Die Uhr tickt.
An die Arbeit.
Ich komme gleich nach.
* Angespannte Musik *
* Unverständlich *
* Angespannte Musik *
Viel Glück! Euch auch.
* Apparat piept regelmäßig. *
Mr und Mrs Washkansky.
Es ist so weit.
Sie schaffen das, Louis.
Sie schaffen das. (Frau) Sie schaffen das auch.
Sie auch.
* Piepen *
Guten Abend zusammen. (Team) Guten Abend.
Wie sind die Werte, Piet? Blutdruck 110 zu 85,
Puls 75, Temperatur 36,9, Professor.
Gut. An die Arbeit.
* Sanfte, ernste Klaviermusik *
Sind alle so weit? - Ja.
Es ist 23:10 Uhr.
Ich öffne den Brustkorb von Denise Darvall. Skalpell.
Sie operieren seit gut drei Stunden und sind kurz vor der Entnahme,
und es verläuft alles nach Plan.
Es wird alles gut werden, Frau Washkansky.
Ich bin ganz zuversichtlich.
* Sanfte Klaviermusik *
So... Das sieht gut aus.
Druck? (Piet) Stabil, Professor.
Gut.
Dann...
Dann hole ich das Spenderherz, bevor es jemand anders haben will.
Nein.
Er kann Sie nicht sehen.
Tupfer.
Wie weit sind wir hier? Alles vorbereitet.
Ein letzter Schnitt, dann die Entnahme.
Bitte.
Den schaffen Sie jetzt auch noch allein, Frau Kollegin.
Ja dann...
* Sanfte, ernste Musik *
Bitte.
Schale.
* Sanfte, ernste Musik *
Sehr gute Arbeit.
Danke.
* Sanfte, ernste Musik *
Wenn er meistert, was jetzt kommt, dann schreibt er Geschichte.
So.
Sie müssen sie so halten.
So ist die Hand ruhig und hat Kraft.
Das sieht doch gut aus. Fertig zum Defibrillieren?
(Piet) Einen Moment. Elektroden.
35 Joule.
Bereit? (Piet) Bereit.
Achtung. * Sirren *
Los.
Komm schon.
Komm schon.
Komm schon.
* Sie flüstert. *
Komm schon.
* Piepen *
Oh Gott.
Es funktioniert.
Es hat tatsächlich funktioniert.
Es funktioniert.
* Sanfte Musik *
Er hat's geschafft.
Es funktioniert. (Frau) Bravo!
(Mann) Herzlichen Glückwunsch! - Grandios.
Herzlichen Glückwunsch. - Ich gratuliere.
Kollegen,
vielen Dank.
* Man kann sie nicht verstehen. *
Barnard wird gleich auftreten. Kommen Sie!
Dr. Barnard, Dr. de Groen! Dr. Barnard, Dr. de Groen!
* Stimmengewirr *
* Man kann sie nicht verstehen. *
Sie haben's geschafft. Wir haben Medizingeschichte geschrieben.
Ja.
Es sieht ganz so aus. Können Sie dazu etwas sagen?
* Lebhaftes Stimmengewirr *
(Reporter) Wie hat das Herz reagiert?
* Alle reden durcheinander. *
Was macht der Gärtner hier? - Das ist Hamilton Naki,
er trug entscheidend zum Erfolg der Operation bei.
Ja. Ja.
* Stimmengewirr *
* Sanfte Musik *
* Stumme Szene *
Also dann.
Wir waren dabei.
Das waren wir.
Ach, ähm....
Hier.
Für Ihre Patienten. Von Prof. Barnard.
Das kann ich nicht annehmen.
Doch.
Man braucht sie dort.
Sie haben ein Recht auf Bezahlung für Ihre Arbeit.
* Sanfte, traurige Musik *
* Zulu * Leben Sie wohl.
* Zulu *
Leben Sie wohl.
* Gefühlvoll-traurige Musik *
(TV) "Es war die Revolution der Medizingeschichte.
18 Tage überlebte Louis Washkansky mit dem neuen Herzen,
dem Herzen einer Frau, das in seiner Brust schlug.
Wer weiß, wie lange er gelebt hätte,
könnte man die Organabstoßung auf andere Art hemmen,
ohne lebensgefährliche Infektionen zu riskieren.
Dr. Barnard verspricht, bald würden es Jahre oder gar Jahrzehnte sein."
* Telefon klingelt. *
Scheel. Hallo? "Büro Prof. Kohlfeld. Guten Tag."
Prof. Kohlfeld? Ja?
"Hätten Sie morgen um 8:30 Uhr Zeit für einen Termin mit ihm?"
Wieso? Worum geht's? "Er sagt, es sei sehr dringend."
Was soll ich dazu sagen?
Es wurmt mich natürlich.
Aber angeblich hat ja alles im Leben irgendeinen Sinn.
Wie war es, dabei zu sein?
Nicht so, wie ich's mir erhofft hatte.
So schlecht kann's nicht gewesen sein.
Er überschlägt sich vor Begeisterung.
Von Barnard.
Er empfiehlt dringend, Sie als Chirurg einzustellen.
Was sagen Sie dazu?
Bei Ihnen?
Ich bin da an sich offen.
Ich muss Ihnen aber eine ehrliche Frage stellen:
Kann ich Ihnen vertrauen?
Warum ist das lustig? Sie zeigten sich nicht immer emotional stabil.
Weil ich nach der OP-Schwester fragte, die Sie entlassen haben?
Fangen Sie jetzt wieder damit an?
Danke für den Brief.
Barnards Empfehlung hilft mir beruflich.
Was soll das jetzt? Wollen Sie die Stelle oder nicht?
Wissen Sie, wenn ich in Südafrika eines gelernt habe,
dann das, was meine Mutter immer sagte:
Man kann nichts Wahres auf einer Lüge aufbauen.
* Traurige Musik *
Frau Scheel.
Lisa.
* Bewegende Musik *
audioskript, 2022 im Auftrag der ARD Degeto
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