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Original subtitles

Tannbach - Schicksal eines Dorfes (2015) dTV - ZDF - 4. Januar 2015

(Spannende Musik)

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(Spannende Musik wird intensiver.)

TANNBACH - SCHICKSAL EINES DORFES

DER MORGEN NACH DEM KRIEG

(Ruhige Musik)

(Wiehern)

Anna, kommst du?

Zieh bitte mein Kleid aus. - Findest du, dass es mir steht?

Geh in die Küche, Johanna braucht dich.

Ich will nicht immer rumlaufen wie 'ne Vogelscheuche.

Ich hab auch keine Zeit für Eitelkeiten.

Wer schaut dich denn noch an?

Anna!

Anna, komm zurück!

(Sanfte Geigenmusik)

Nein!

Lass mich!

Lass mich, bitte! Hilfe!

Ah! - Sei still jetzt!

Mach schon!

Vater?

Warum bist du hier?

Das darf niemand wissen.

Hörst du? Niemand!

Geh jetzt nach Hause.

Ich gehe nicht alleine.

Ich hab Angst.

(bayrisch) Franz, wo bist du immer?

Meinst du nicht, mir sollten auch gehen. Wie der Gauleiter?

(bayrisch) Wir haben das nicht nötig. - Hast du wieder gewildert?

Im Wald vom Grafen?

Das ist genauso mein Wald.

Er ist desertiert und zurück.

Kathi, ich muss noch mal los.

Jetzt?

Die Amerikaner kommen. Bald ist alles vorbei.

Horst, die haben Angst vor dir.

(Hupe)

Andere Mütter sind stolz auf ihre Söhne.

Das bist nicht du, der da drinsteckt in der Uniform.

(Horst) Heil Hitler!

Servus, Horst.

Ah, die Hilde.

Ich bring sie zu ihrer Cousine. Chemnitz ist ausgebombt.

Er ist zurück. Mein besonderer Freund, der Graf.

Versteckt sich hinterm Gutshof.

Hol Verstärkung, fahr hin und schnapp ihn dir.

Ich bring jetzt die Mutter weg.

Fahnenflucht ist Wehrkraftzersetzung!

Du musst ein Exempel statuieren! Im Namen des Führers.

Ich habe einen Auftrag.

Aber der Krieg ist vorbei.

Ich kann dich mitnehmen.

Ich kenne den Weg.

Wart' im Wirtshaus auf mich.

Bei uns im Dorf sind wir komplett. Kein Platz mehr für keinen.

Ja seid ihr denn narrisch?

Die Amerikaner werden gleich kommen und uns das Dorf zusammenschießen.

Kratzer, sei still!

Hellinger, dein Enkel bleibt. Keiner verlässt seinen Posten.

Ja, Prantl, ist schon recht.

Sonst werdet ihr alle standrechtlich erschossen, gell, Hubertus?

Haltet ihr nur das Kriegsende auf!

Wir sterben für Führer und Vaterland.

Wenn wir dich und deine Mühle nicht bräuchten, Kratzer ...

... hätten sie dich schon lang an die Wand gestellt.

Walter, Du kommst jetzt sofort nach Hause.

Mama! - Keine Widerrede!

Hubertus Prantl, Du verheizt mir keine Kinder mehr.

Muss ich dir erst Beine machen.

So, das langt. Mitkommen, alle!

Frau Gräfin?!

Philippe, hast du Anna gesehen?

Habe ich nicht.

Wo bleibt sie nur? - Keine Ahnung, aber ...

Guten Tag, wir sind aus Berlin.

Können wir ein, zwei Nächte bei Ihnen unterkommen?

Ist sie verletzt?

Sie bräuchte was zu trinken und was zu essen.

Johanna, wir brauchen mehr Suppe!

Sofort, Frau Gräfin!

Wie alt seid ihr beide? - 15.

Sagt nie was anderes.

Je größer die Angst, desto fanatischer sind sie.

In den Speicher nach hinten rechts.

Kommt! Alle in den Speicher.

Alle in den Speicher da hinten! - Frau Gräfin!

Frau Gräfin!

Das haben die Amerikaner abgeworfen.

Alle herhören!

Ein Aufruf der Amerikaner:

"Widerstand ist zwecklos, wir kommen als Befreier!"

Philippe, alle: Hängt Laken auf,

jeden weißen Lappen, den ihr finden könnt. Schnell, schnell.

Das ist Defätismus!

Widerstand bis zum letzten Blutstropfen hat der Führer befohlen.

Sieg oder Tod!

Ja? - Kann ich rein?

Hilde? Weißt du, wo Walter ist? Der ist schon wieder abgehauen.

(bayrisch) Hans, hierher!

So, weiter, weiter, weiter. Geh weiter!

Na also.

Hab ich's doch gewusst. Heil Hitler.

Heil Hitler.

(Flugzeug fliegt vorüber.)

So, geh jetzt, schnell!

Komm mit, Vater, bitte! Du kannst dich im Haus verstecken.

Komm!

Du gehst vorne rein.

Mutter!

Anna!

Wo warst du?

Vater ist wieder da. Er ist im Haus.

Kümmere dich, dass die Laken hängen.

Georg?

Bist du wahnsinnig, hierher zu kommen?

(Spannende Musik)

Heil Hitler!

Die SS, versteckt euch, los!

Absitzen, sichern!

Es gibt Hinweise darauf, dass das hier ein Defätisten-Nest ist.

Wo ist der Graf?

Ich will eine Antwort, wo ist der Graf?

Runter mit den Fahnen. Zusammentreiben!

Los, darüber!

Die Amerikaner kommen, jeden Augenblick.

Die SS ist da, die suchen Vater.

In der Hütte warst du sicher.

Mutter wusste also, dass du zurück bist?

Du gehst da nicht runter!

Es ist nicht das erste Mal, dass ich so einen Besuch bekomme.

Move it up! - C'mon!

Und alle anderen hier?

Wo ist der Graf?

Was ist hier los?

Wo ist Ihr Mann?

Weiß ich nicht. Im Krieg.

Haben Sie die weißen Fahnen befohlen? - Ja. die Amerikaner kommen gleich.

Das ist Wehrkraftzersetzung.

Das sind Alte, Frauen und ... - Aus einem Haus mit weißer Fahne

sind alle männlichen Personen zu erschießen.

Die Männer in einer Linie aufstellen!

Nein, das sind doch Kinder!

(Mann ruft) ... Parteimitglied! Ich hab mit denen nichts zu tun!

Up, this way. C'mon!

(Spannende Musik)

Achtung!

Nein.

Mutter!

Das werden Sie nicht tun. - Gehen Sie aus dem Weg!

Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist?

Nein.

Und Sie haben das alles alleine zu verantworten?

Bitte tu was, Papa!

Ja.

Alle Männer wegtreten!

Sie bleiben!

Zum allerletzten Mal: Wo ist er?

(Spannende Musik wird intensiver.)

Frau Gräfin!

Erschießen sie Mama?

Achtung!

Sie erschießen sie!

Feuer!

Oh Mama, nein!

(Schüsse, Kampfgeräusche)

Du bleibst hier.

Wir kapitulieren nicht!

Bis zum Endsieg!

(Schüsse)

(GIs geben Befehle.)

(Traurige Musik)

(Dramatische Geigenmusik im Hintergrund)

(Stumme Szene, dramatische Musik hält an.)

(Geschrei, Durcheinander)

(Dramatische Musik hält an.)

Drop it, get up.

Get up, come on.

Move, just keep walking, go, go.

It's okay, it's safe now.

(Dramatische Geigenmusik)

(Wiehern)

Jesus, mein Walter.

(Stimmengewirr)

(Die GIs brüllen Kommandos.)

(GI) Bavarian beer, ugh? - (GI) Cheers, boys.

Das ist doch der Striesow.

Warum sind Sie nicht bei Ihrer Einheit, Herr Graf?

Sind Sie weggelaufen?

Ein Offizier, der desertiert.

Vaterlandsverräter.

(Flüstern)

Danke.

Ich geh gleich zur Cousine.

Ich warte nur noch auf den Horst.

Dein Sohn ...

Der hat die Gräfin erschießen lassen.

Er ist tot.

Meinst du, dass die uns erschießen?

Nein.

Das hätten sie gleich gemacht.

An der Ostfront hört man,

da haben sie die Gefangenen zuerst die Gruben schaufeln lassen.

Das habt nur ihr Nazis erfunden.

Die Amerikaner sind keine Unmenschen.

(Er atmet scharf ein.)

Die werden die Nazis schon bestrafen.

(Kratzer) Genau.

Was seid ihr denn für Feiglinge?

Verräter, alle.

Tante?

Grüß dich, Hilde.

Opa haben sie uns wieder heimgeschickt.

Das mit dem Horst ... Wir wissen es schon.

Setz dich hin.

Kapituliert haben wir.

Aber wird nicht besseres nachkommen.

Schweig, Vater. - Du wirst es schon sehen.

Schweig! - Nichts Besseres.

Magst du was essen?

These two paintings? Off the wall. Move this.

Captain Edwards.

Bitte lassen Sie meine Söhne frei.

Es sind Kinder, keine Soldaten.

Come and talk to me tomorrow morning.

Blutflecken gehen mit Salz oder Alkohol raus.

(Ruhige Musik)

Ohne deine Mutter würde keiner der Männer mehr leben.

Auch meine Söhne nicht.

Das war ihr Lieblingskleid.

Franz, um Himmels Willen, wo warst du so lange?

Waren die Amerikaner da? - Bei uns noch nicht.

Franz?

Was machst du denn?

Jesus!

Nicht die schönen Erinnerungen.

Die müssen weg!

Wo ist mein Parteibuch?

In der Rocktasche. - Nein, da ist es nicht.

Du suchst da, ich schau oben.

Sitzt schon wieder im Zuber.

Mir tun meine Knochen weh.

Knochen. Hast du mein Parteibuch gesehen?

Ja, der Wind dreht sich.

Morgen bist du ein neuer Mensch. - Was willst du jetzt damit sagen?

Manchmal schäme ich mich echt für dich,

wie leicht du alles abschüttelst.

Das mit dem Schämen, das beruht ganz auf Gegenseitigkeit.

Das Leben ist ungerecht.

Der Karl ist für uns gestorben ... - Für Hitler, nicht für uns.

Der Gustl ist irgendwo an der Ostfront, und du?

Du bist da.

Und, hast du es? - Ich finde es nicht.

Kruzifix.

Und du? - Nichts.

Ja dann such noch mal gescheit, Herrschaftszeiten!

Geh da weg.

So.

Das Kleid ist wieder wie neu.

Danke.

(Ruhige, zärtliche Musik)

(Schniefen)

(Ruhige, zärtliche Musik hält an.)

(Stimmengewirr)

Mein Mann ist der Müller, der muss dableiben.

No Nazi, Sozialdemokrat.

Please.

Erwin.

Erwin!

Erwin!

(Die GIs geben Kommandos.)

Ich habe mit dem Kommandanten gesprochen, meine Söhne kommen frei.

Get the kids off the Truck.

Lothar, Friedrich, kommt weiter, schnell.

Hubert!

(bayrisch) Resi?

Theresa?

Theresa?

Hast du schon wieder gespien?

Was hast du denn in letzter Zeit, du bist doch nicht schwanger?

Du bist schwanger.

Lass mich in Ruhe.

Hab ich dir nicht gesagt,

du sollst dich nicht mit dem Franzosengesindel einlassen?

Das machen wir weg.

Ich hab eh schon alles versucht.

Weißt du, was du uns damit antust?

Ein Franzosenliebchen, das ist Volksverrat.

Der Krieg ist aus, Mama.

Gerade jetzt, wo sie deinen Vater weggebracht haben.

Mit einem Bankert kriegst du doch nie einen gescheiten Mann,

wovon willst du denn leben?

Danke, Comtesse.

Danke.

Anna!

Ich möchte sie noch einmal sehen.

Anna!

Mr. Striesow, Captain. No ID.

Das ist Ihr Haus?

Viel zu prächtig für solche Tragödien.

Ihre Familie?

Wie viele Kinder haben Sie?

Drei.

Zwei Söhne sind gefallen.

Das tut mir leid.

Sit down.

Sie haben keine Papiere? - Nein.

Sie waren Offizier, nehme ich an.

Ja, Major.

Natürlich, deutscher Adel.

Das heißt, Sie sind desertiert?

Ein fataler Entschluss, und dann auf Ihr Gut zu kommen ...

Zumindest für Ihre Frau.

Wo waren Sie stationiert?

Russland.

Wo? Weißrussland, Ukraine?

Was war dort Ihre Aufgabe?

Ich habe meine Pflicht getan, wie jeder.

Wenn ich das Wort "Pflicht" aus dem Mund eines Deutschen höre ...

Private.

Sie sind Landwirt.

Begraben Sie Ihre Frau.

Dann kümmern Sie sich um die Versorgung, die Leute haben Hunger.

Dass Sie wieder da sind, Herr Graf ...

Butter?

Ich habe den Badezimmerofen angeheizt.

Und den schwarzen Anzug hergerichtet.

Ich glaube, da passen Sie jetzt zweimal rein.

(Langsame Klaviermusik)

Johanna hat gesagt, dass Sie mich brauchen. Ich bin Schneiderin.

Darf ich?

Hm.

Wollen Sie sich setzen?

Nein, machen Sie.

Ich hatte ein kleines Modeatelier direkt hinter dem Ku'damm,

bevor ich ausgebombt wurde.

Aber ich fange wieder neu an.

Vielleicht in München.

Vielleicht woanders.

Vater? - Ja?

In einer Stunde müssen wir los.

Mhm, kriegen wir hin.

(Traurige Geigenmusik)

(Pfarrer) Warum sollte ich aus dem Sinn sein,

nur weil ich aus dem Blick bin?

Was immer wir füreinander waren, sind wir auch jetzt noch.

Spielt, lächelt, denkt an mich.

Leben bedeutet auch jetzt all das, was es auch sonst bedeutet hat.

Es hat sich nichts verändert.

Ich warte auf euch, irgendwo sehr nah bei euch.

Der Tod ist nichts.

Alles ist gut.

Ich möchte alleine sein.

Es tut mir leid mit deiner Mutter.

Aber du hast ja noch deinen Vater.

Er hat einfach zugesehen, wie sie sie erschossen haben.

Was hätte er denn gegen die SS tun können?

Sie wollten ihn.

Ich hätte ihn nicht nach Hause bringen dürfen.

Meinen Vater haben sie auch geholt, weil er gegen Hitler war.

Mein Vater gegen Hitler.

Ist er ein Nazi?

Ich weiß nicht, was er heute ist. Ich weiß nicht, was er denkt.

Es ist mir auch egal.

Der Herr, vergiss unseren Gustl nicht,

der vielleicht kein Brot auf dem Teller hat.

Franz, ich muss mit dir reden.

Der Führer und das Bauernland, die geben dem Volk das tägliche Brot.

Gott schütze den Führer und segne das Land,

dass unser Volk nie mehr leide Not.

Amen.

Franz.

Wie kannst du dich hierher wagen?

Du hast den Horst zum Gut gebracht.

Du hast ihn auf dem Gewissen.

Hab ich auch die Amerikaner gebracht?

Was willst du von mir?

Ich will, dass er auf dem Friedhof liegt. Mit einem anständigen Kreuz.

Darauf habe ich keinen Einfluss. - Doch, du bist doch wer!

Das ist das Mindeste, was du ihm schuldig bist.

Weißt du eigentlich,

warum der Horst ein Verbrecher geworden ist? Ein Mörder?

Da fragst du mich? - Weißt du, warum er zu den Nazis ist?

Zur SS noch dazu.

Weil er dir imponieren wollte.

Damit du stolz auf ihn bist.

Du warst doch auch froh.

Dass er endlich wo untergekommen ist.

Sogar Karriere gemacht hat.

Ich kann nichts mehr für ihn tun.

Geh jetzt.

Da haben Sie aber Glück gehabt,

Mr. Schober, dass Sie gestern nicht da waren.

Ich war in der Stadt.

Wegen Lebensmittelmarken.

Ich bin ja verantwortlich für die Versorgung der Leute hier.

Und könnte Ihnen von Nutzen sein.

Tannbach, 121 Einwohner.

53 weiblich, 24 männlich, 34 im Krieg oder vermisst.

52 Kriegsgefangene, 153 Ausgebombte.

34 Flüchtlingen aus den Ostgebieten.

Die Hofkarten.

Nutzfläche, Tierbestand, Wirtschaftsleistung.

Plus meine Anmerkungen zur Parteizugehörigkeit,

politische Einstellung,

kommunistischen Umtrieben.

Alles, was für Sie interessant sein könnte.

Wenn der Russ' vielleicht irgendwann nicht mehr Ihr Verbündeter ist.

Sind Sie in der Partei?

Jeder hat irgendwo dabei sein müssen. Was glauben Sie?

Ich hab die Aufgabe gehabt,

für die Leute und die Ordnung zu sorgen.

Fragen Sie die Leute. Die werden mir alle ein gutes Zeugnis ausstellen.

Sprechen Sie Englisch?

Of course.

Darf ich gehen?

Thank you.

What a lousy Nazi pig, hm?

But a very useful one, I assure you.

(Ruhige Musik)

Grüß Gott. - Grüß Gott.

Ist der Heini da? - Der ist da drin.

Heinrich!

Theresa.

Vater ist nicht da.

Ich weiß. Ich wollte zu dir.

Was kann ich für dich tun?

(bayrisch) Du bist das einzige Mannsbild,

das die Amerikaner nicht geholt haben.

Du bist ein Glückspilz.

Meinst du?

Hast du ein Glas Milch für mich?

Ja.

Da. - Danke.

Hab ich einen Schnurrbart?

Ja.

Magst du ihn mir wegküssen?

Resi, mach dich nicht lustig über mich.

Du hast Charakter und Seele.

Das hab ich schon immer gespürt.

Man sagt, du hättest einen von den Franzosen.

Ich einen Zwangsarbeiter?

Schau ich so aus?

Das habe ich nicht so gemeint.

Geh, hör auf, ich bin ganz dreckig!

Na und? Ist Arbeit was Schlechtes?

(Harmonische Musik)

(Tür wird geöffnet.)

Thérèse! Komm, trink mit uns.

Hey ...

Der Krieg ist aus!

Wenn uns wer sieht, Philippe!

Wir müssen uns nicht mehr verstecken!

Ich mag nicht mehr.

Aber du hast doch gesagt, dass du mich liebst?

Ja, aber jetzt ist alles anders.

Komm, wir gehen weg von hier. - Nein.

Werden Sie belästigt, Fräulein?

Mischen Sie sich nicht ein.

Vorsicht, junger Mann! Vorsicht!

Und nicht gegen die Ausgangssperre verstoßen.

Das gilt für euch beide.

Das geht nicht!

(Stimmengewirr.)

(Gesellige Musik)

Ein Bier, bitte.

Silly! Another bottle of wine, please!

Kommt!

Mind if I join you? - Sit down, have some wine.

Mach auf und schenk ein!

Ich arbeite nicht für den Feind.

Jetzt reiß dich mal zusammen!

Ich mach das, wenn ich darf.

Aus! Aufhören!

(bayrisch) Jetzt hör mal mit deiner Quetschen auf!

Es ist was passiert.

Silly, mach's Radio an.

(Radio) ... dass unser Führer Adolf Hitler heute Nachmittag

in seinem Befehlsstand in der Reichskanzlei

bis zum letzten Atemzuge gegen den Bolschewismus kämpfend

für Deutschland gefallen ist.

(Radio) Am 30. April ... - He's dead!

(Jubel)

(Radio) Deutsche Männer und Frauen,

in tiefer Trauer und Ehrfurcht verneigt sich das Deutsche Volk.

Frühzeitig hatte er die furchtbare Gefahr des Bolschewismus erkannt,

und diesem Ringen sein Dasein geweiht.

Am Ende dieses seines Kampfes

und seines unbeirrbaren geraden Lebensweges

steht sein Heldentod in der Hauptstadt ...

(Radio, dumpf) Sein Leben war ein einziger Dienst für Deutschland.

Sein Einsatz im Kampf gegen die bolschewistische Sturmflut

galt darüber hinaus Europa und der gesamten Kulturwelt.

(Deutsche singen) Die Fahne hoch! Die Reihen fest geschlossen!

Ey!

(Deutsche singen) SA marschiert ...

Shut up!

... mit ruhigem festen Schritt ...

(Marseillaise)

(Stimmengewirr.) (Franzosen und Amerikaner.)

(Amerikaner) Take care of him.

(Jubelschreie zwischen Feuerwerksraketen)

Hitler ist tot.

Warum musste Mutter sterben?

Warum redest du nicht mit mir?

Was willst du hören?

Die Wahrheit!

(Ein Pferd wiehert.)

Anna?

(Emotionale Musik)

Ist das deiner?

Ja.

Es kommt ein Neuanfang.

Meinst du nicht? - Schau doch mal hin, Friedrich!

Schau doch mal, was die angerichtet haben.

Aber es kommt eine neue Zeit.

Was soll denn jetzt für 'ne Zeit kommen?

Unsere Zeit.

Hm?

Möchtest du ein Taschentuch?

Ist ein bisschen dreckig, aber ...

(Feuerwerkskörper, Jubel)

Hm?

(Lothar) Jetzt werden wir Juden endlich nicht mehr verfolgt.

Nun muss ich mich endlich nicht mehr verstecken.

Meinst du, es geht meinen Eltern gut?

Meinst du, sie kommen zurück und suchen mich?

Ich muss zurück.

Du gehst nirgendwo hin, es ist immer noch Krieg.

Ich muss das tun.

Ich muss sie finden. Ich werd sie finden.

Das Rote Kreuz. Überall gibt es Auffanglager für Überlebende.

Warum glaubst du nicht daran?

Wenn sie leben, dann wirst du sie finden.

Was ...

Soll ich mitgehen?

Nein, ihr bleibt hier und wartet auf mich.

Es ist vorbei!

Wenn ich meine Eltern gefunden hab, sehen wir uns wieder - versprochen!

Komm her!

(Liesbeth) Ich hab immer Angst um euch.

Ich will, dass wir aus Deutschland weggehen. Damit das aufhört.

Warum bist du dir denn so sicher, dass es woanders besser ist?

Wir warten, bis er zurückkommt.

Ich werde nähen und Geld verdienen, damit es leichter wird.

Achtung!

Alle Bewohner von Tannbach haben sich bis 12 Uhr im Wirtshaus einzufinden.

Die Teilnahme an der Veranstaltung

ist für alle Erwachsenen und Kinder ab zehn Jahren Pflicht.

Kommen wir jetzt auch in ein Lager?

Am 11. April befreite unsere Dritte Armee das KZ Buchenwald.

(Projektor fängt an zu laufen.)

Es wurden die Bürger Weimars dorthin gebracht.

Sie sollten sehen, wofür sie und wogegen wir gekämpft haben.

Sie kamen wie gutgelaunte Touristen.

(Johanna) Niemals hat der Führer das gewusst!

(Leises Gemurmel)

Du hast gesagt, sie kommen in ein Arbeitslager.

Du hast gesagt, sie kommen zurück!

Als sie die Kantstraße runtergetrieben wurden ...

Warum hast du mich angelogen? Du wusstest es doch die ganze Zeit!

Durfte ich nie fragen, weil sie Vater haben verrecken lassen?

Weil sie ihn haben ersticken lassen? Ihn erschlagen haben?

Friedrich, glaubst du wirklich, dass ich das gewusst habe?

Glaubst du das?

Wie kannst du Lothar gehen lassen, damit er seine Eltern sucht?

Bist du auch ein Mörder?

Du hast auch an den Führer geglaubt. Ich hab euch oft streiten gehört.

Davon verstehst du nichts. Iss weiter.

Du hast eine Hakenkreuzbinde getragen, auf Tante Elses Hochzeit.

Alle Männer haben diese Binde getragen.

Mutter wollte nie hingehen zu denen.

Sie hat das alles gewusst.

Keiner konnte ahnen, was daraus wird. Und jetzt hör auf damit.

Warum hat Mutter es dann gewusst?

Warum hast du mitgemacht bei denen?

Das muss doch jeder gesehen haben. Ich glaub dir das nicht!

Geh auf dein Zimmer. Sofort!

(Heinrich) Und, Vater ...

Ist es das, warum du so stolz warst auf den Führer?

Es war nicht alles schlecht, was Hitler getan hat.

Was war, ist vorbei.

Jetzt müssen wir an die Zukunft denken.

Zukunft?

Was hast du schon für eine Zukunft?

Mit deinem verpfuschten Leben?

Aber dein Leben ist mir eh wurscht.

Ich will den Hof.

Du willst was?

Ich will Bauer sein. Gib mir den Hof.

Wenn einer den Hof kriegt ...

... irgendwann, dann der Erstgeborene.

Das ist der Gustl, nachdem der Karl nicht mehr ist.

Und wenn der auch schon tot ist?

Genauso wie dein vierter Sohn, der Horst?

Was redest denn du da?

Glaubst du wirklich, ich bin so blöd?

Glaubst, ich hab nicht gewusst, warum Hilde gestern da war?

Wir alle haben es gewusst. Immer schon.

Und jetzt will ich den Hof, und zwar gleich.

Und ich werde heiraten.

Du?

Wer nimmt denn so einen Krüppel?

Die Theresa. Der ist es wurscht, ob ich mein Bein nachziehe.

Und wenn du mir den Hof nicht freiwillig gibst ...

Drohst du mir?

Nein, Vater.

Ich wollte bloß sagen, dass du dein Parteibuch nicht suchen musst.

Es ist gut versteckt.

(Hundegebell)

(leise) Mutter ...

(lauter) Mutter!

Du musst mir helfen!

Horst?

Du lebst?

Wie kommst jetzt du daher? - Mich hat jemand versteckt - egal.

Ich brauch Geld.

Mutter, morgen Früh um sechs.

Am Waldrand, wo ich dich hab aussteigen lassen.

Mensch, du musst dich stellen!

(Unheilvolle Musik)

(Sie seufzt.)

(Unverständliches Wispern)

(Unheilvolle Musik)

Wir haben doch alle gesehen, was passiert.

Es war eben normal.

Und als es das nicht mehr war,

haben sie so laut ihre Siegesparolen gebrüllt, bis es es wieder war.

Ich hab gesehen, wie sie Lothars Eltern geholt haben.

Ich hab einfach weggeschaut.

Ich wollt's nicht wissen.

Das ist doch nicht normal, oder?

(Unheilvolle Musik)

(Dramatische Musik)

(Die Musik steigert sich.)

Der Horst war immer ein Ungeliebter.

Weil er unehelich war.

Dabei kann doch so ein Kind gar nichts dafür.

Ich hab ihn nie so lieben können,

wie eine Mutter ihr Kind lieben muss.

Aber ich hätte nicht zulassen dürfen, dass er so wird,

wie er jetzt geworden ist.

Die Verantwortung für sein Leben, die können Sie ihm nicht abnehmen.

Aber dass er den Tod verdient hat,

so etwas darf eine Mutter nicht denken.

Stay where you are!

Freeze! Freeze!

Vielleicht hätte ich ihm verzeihen können,

wenn ich ihn tot gesehen hätte, wie er da liegt ...

Unschuldig wie ein Kind.

C'mon, get in there!

Der Horst ...

Das war der Horst, Hilde!

Ich weiß. Er war am Wald.

Er kommt vor ein Kriegsgericht, hat der Captain gesagt.

Dass die den noch nicht eingesperrt haben ...

Good morning! - Good morning.

Dieser Mann hat den SS-Mann hergeschickt.

Wer?

Der hat ihm gesagt, dass er sie verhaften soll.

Der Schober, sind Sie sicher?

Ja.

Vater!

Vater!

Hast du meine Frau getötet?

Vater! - Take your hands off!

Dafür werden sie dich einsperren! Ein Leben lang!

Schober ist ein Verbrecher und das größte Nazi-Schwein im ganzen Dorf!

Sie werden mir jetzt erklären, wer ein guter und wer ein böser Nazi ist?

Wie unterscheidet man sie?

Ich werde es Ihnen sagen:

Entscheidend ist, wer was für uns tun kann.

Und Schober kann was für uns tun.

Und deswegen wird er nicht zur Verantwortung gezogen?

Ich habe Sie freigelassen, damit die Versorgung funktioniert -

nicht, damit Sie Ihren Nachbarn massakrieren.

Georg von Striesow,

NSDAP-Mitglied seit 1934, ab 1940 im Range eines Majors.

Eisernes Kreuz erster und zweiter Klasse

und Deutsches Kreuz in Gold.

Sie verlangen Gerechtigkeit?

Ausgerechnet Sie?

Get him out of here.

Vater!

Mach dir keine Sorgen! - Wohin bringen sie dich?

Er wird weggesperrt, wie alle Verbrecher.

Und warum? - Warum?

Weißt du eigentlich, was ich gesehen habe?

Von Frankreich bis hier hin! An die Wand stellen müsste man sie! Alle!

Diese Deutschen ...

Go.

Geh!

Bleiben Sie bei ihr, bis ich zurück bin.

Was willst du?

Bist doch mein Sohn ...

Hat aber lang gedauert, bis dir das über die Lippen kommt.

Warum kommst du?

Ich will Frieden machen.

Weißt du, wo die Mutter ist?

Sie ... hat für dich gekämpft.

Verraten hat sie mich,

ihren eigenen Sohn.

Ich hab dir was mitgebracht.

Das bin ich dir schuldig.

Du kümmerst dich um sie?

Danke ...

Vater.

(Spannungsvolle Musik)

(Schritte)

Vater! Wo bringen sie dich hin? Was machen sie mit dir?

Vater, wo bringen sie ... Bitte!

Give him a second.

Anna, bist du in Ordnung? - Wo bringen sie dich hin?

Ich komme in ein Lager.

Warum dich und dieser Schober läuft frei rum?

Was wissen die Sieger schon über uns?

Anna, hör zu: Was immer passiert, du musst auf dem Gut bleiben.

Das ist dein Zuhause, das kann dir keiner nehmen.

Du hast jetzt die Verantwortung. - Das kann ich nicht.

Doch, das kannst du.

Wenn ich dich nicht nach Hause geholt hätte, wäre Mutter ...

Pscht ...

Mein Kind ...

Hier!

Nimm das.

Du trägst keine Schuld. Vergiss das nicht.

C'mon!

C'mon!

Move, move! Sit down!

Everybody on the truck now.

Ich schäme mich so.

(Bedrückende Musik)

Wolltet ihr nicht auch weg?

Nein, nur Lothar.

Ich muss ja noch dein Fahrrad reparieren.

Ich bleib bei dir. Ob du willst oder nicht.

(Ruhige Musik)

Friedrich. - Ja?

(Zeitungsknistern)

Hier:

"Vollständige Liquidierung der Überreste des Hitlerregimes."

"Kampf gegen Hunger, Arbeits- losigkeit und Obdachlosigkeit.

Liquidierung der großen Güter der Junker und Grafen und Übergabe

ihres Grund und Bodens an die durch den Krieg ruinierten

und besitzlos gewordenen Bauern!"

Friedrich, jetzt beginnt eine andere Zeit!

Die Großgrundbesitzer haben verschissen.

Mit ihrer Ausbeutung, mit ihrem Krieg!

Der Graf war ja noch halbwegs anständig,

aber die Faschisten haben jetzt keinen Platz mehr.

Jetzt, Friedrich, jetzt sind wir dran!

Ha?

(Friedrich lacht.)

(Donner)

Anna, ich glaub, es kommt eine bessere Zeit, eine gerechte Zeit.

Alle werden alles haben. Und alles wird allen gehören.

Glaubst du das wirklich?

Ja, wirklich.

Und es wird kein oben und kein unten mehr geben.

Und keinen Krieg mehr.

(Lastwagengeräusch)

Hilde? Du bleibst heute schon daheim?

Ich geh arbeiten, wie immer.

Bist du narrisch? Es heißt, die Russen kommen.

Maria, was soll mir schon passieren?

Außerdem sind die Amerikaner auch noch da.

Hilde. - Pfiat di.

Hilde! Bitt' schön bleib!

Tante!

Tante, darf ich mit? - Nein, Kurt. Auf keinen Fall!

Bitte Tante, ich helf dir auch tragen.

Kurt, ich geh nicht einkaufen.

Und du gehst jetzt sofort zurück zu deiner Mama,

hast du mich verstanden? Keine Widerrede! Hopp!

Die Russen übernehmen Tannbach. Die Amerikaner ziehen ab.

Wir müssen packen, wir müssen hier rechtzeitig raus.

Nein, Mama, die Russen werden uns nichts tun,

die bestrafen nur die Nazis.

Sie werden sich an jedem von uns rächen.

Anna, du kannst mit uns mitkommen, Johanna auch.

Anna ...

Komm, sie wird Familie im Westen haben

und wenn wir angekommen sind, schreiben wir Lothar.

Wo willst du denn ankommen?

Mama, du redest immer vom Ankommen, wo willst du denn hin?

(Dramatische Musik)

Die Einteilung der Besatzungszonen wurde in Jalta noch mal bestätigt.

Bayern liegt westlich von Tannbach. Wir sind zu weit vorgestoßen.

Aber Sie können uns jetzt doch nicht einfach im Stich lassen!

Die Russen wollen Vergeltung. - Ihr könnt ja gehen.

(Russische Soldaten geben Befehle auf Russisch.)

(Russische Soldaten geben Befehle auf Russisch.)

(Sie schreien auf Russisch.)

Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Mutter Maria,

erhöre uns in unserer Not.

Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir,

heilige Mutter Maria, erhöre uns ...

Unter deinem Schutz und Schirm ...

(Sie sprechen Russisch.)

(Er spricht Russisch.)

Vater, Vater!

Knie!

Opa! Lasst meinen Opa in Ruhe!

(Er spricht Russisch.)

(Babyweinen)

(Babyweinen)

Ich kann nicht weg, ich hab's Vater versprochen.

Ich schaff das nicht alleine.

Bitte, ihr könnt doch immer noch gehen.

Wie soll ich denn jetzt gehen, hm?

Wie, könnt ihr mir das verraten?

Well, it's all yours.

Take good care of the people.

(Russische Befehle)

Let's move!

Sie kommen.

Komm, komm.

(Frau) Duck dich.

(Dramatische Musik)

(Dramatische Musik)

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