All language subtitles for Kaffeehaus.DE.transcript 2a parte

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Original subtitles

war bis vor kurzem noch zu haben für 30 Soldis,

Lisaura ist der Name, denk ich.

30 Soldis... das sind 2 Mark 70.

Wissen möcht ich, ob dieses Mädchen

zum Kreis der Kundschaft zählt hier im Kaffeehaus.

Manchmal wie jeder kehrt Sie bei mir ein.

Ich möchte wissen, hat dieses Mädchen einen Festen jetzt,

so reden Sie!

Sie ist verlobt mit einem neuen in der Gegend hier, dem Graf Leander.

Verlobt, sagt Ihr?

Wie's klingt in meinem Ohr.

- Und ist ein Graf... - Sehr wohl ein Graf,

aus gräflichem Geblüt, der Graf Leander.

Ach, Graf...

-- Ein letztes mal die Sieben jetzt.

O Schmach, bin ich ein schwaches Weib.

-- Für Herrn Eugenio die Sieben.

Ich wollt ihn fliehn,

-- Und das Ergebnis?

wollt, eine Wüste wär in meinem Kopf,

-- Das As,

ein freies Feld. -- und nicht die Sieben.

Wollt hart sein gegen mich,

-- Und nicht die Sieben?

doch nun...

-- Das As und nicht die Sieben.

Ich liebe ihn,

und mehr denn je! -- Dann setz ich auf die Dame jetzt.

Kann ohne ihn im Kopf nicht sein.

-- Die Sieben hat versagt,

bin unfrei, -- die Dame soll nun helfen.

kann nicht einsam sein,

-- Und die Zecchinen,

muss was zum Fassen haben, -- 50 an der Zahl,

zum Verzehr. -- was ist mit denen?

-- 50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

Ich Arme.

Ihr seid so aufgelöst, mein Freund. Ich frage, ob ich helfen kann.

Ich suche Euren Diener, Trappolo mit Namen,

such ihn wie niemals was zuvor auf dieser Welt.

Ein Herr sucht einen Knecht, wie sonderbar.

Ihr habt verloren, junger Freund?

Sieht man es mir schon an?

Ich hab gelauscht. Ich wohne hier und hab gelauscht.

- Wer war der Partner? - Der Graf Leander, dieses Tier.

- Der Graf Leander also ist der Bösewicht. - Nicht böse.

Nur verschlagen, hart und voller Glück im Spiel.

So war er immer schon.

Doch weiter, was schuldet Ihr dem Graf?

50 dem Graf und 80 dem Pandolfo,

dem Besitzer von dem Hause dort zur Linken.

2795 Mark...

Ich bin verloren, kann das nimmermehr verdienen in dem Leben.

Ich gebe Ihnen 50, dass Sie weiterspielen.

Einfach so?

Aus Spass, und ohne Schuldschein, ohne Sicherheit?

Aus Spass, und ohne Schuldschein, ohne Sicherheit.

Ich kanns nicht glauben, trau den eignen Augen nicht.

- Es bleibt in der Familie, junger Freund. - Wie meinen?

Das ist nicht wichtig, wird noch früh genug zum Stadtgespräch.

Ich danke, werde alles tun, es bald zurückzuzahlen.

- Strengt Euch nicht an, ... -- Hier ist das Geld, ich spiele weiter

- Ich kriege es zurück, und zwar mit Sicherheit. -- und setze auf die Dame.

Wo hat er immer nur das Geld nach kurzer Zeit schon her?

-- Wir sind zum Spielen da und nicht zum Reden. Ist das die Dame?

-- Nein, die Sieben.

Ich hab Euch zugesehn. Hab Eurer guten Tat gelauscht.

- Und Ihr versteht es nicht? - Niemals! Denn dieser Herr,

dem Ihr das Geld zuvor gegeben, das ist mein Mann, Eugenio!

- Ist Euer Mann? - Der meine.

- Und ist der Leidenschaft des Spiels verfallen? - Mit Haut und Haar!

- Ganz wieder meine. - Der welche?

Der, der mir gehört. Der Partner Ihres Gatten.

- Meines... - Gatten! - Ist Ihr... - Gemahl?

Wie seltsam,

mir schien, der Graf, Leander ist sein Name,

der sei verlobt mit einer, deren Name ist Lisaura!

Nicht Graf, und nicht Leander.

Sein schöner Name ist Flaminio Ardenti.

- Nicht Graf... - Und nicht Leander.

- Und ihr sitzt hier so ruhig und bleibt stumm. - Nur äußerlich.

Im Innern brennt ein Feuer, das ich zügeln muss.

- Er ist bereits zum zweiten Mal geflohn. - Zum zweiten Mal.

Und dennoch lieb ich ihn.

Ist mein der Herr, ist mir zu eigen,

und kehrt zu mir zurück.

Obwohl er Sie betrügt und hintergeht.

Ich habe sie gesehen, und muss sagen,

sein Geschmack ist nicht der Übelste. Was will ich mehr.

Die Stärke, diese Kraft, die hätt ich nie.

Ich hol mir den Besitz, der mir zu eigen.

Wenn Stärke das und Kraft, so sei's.

Am Besten ist, wir holn das Mädchen jetzt, Lisaura,

dass wir besprechen, was geschehen soll.

- Was ist es, was Ihr wollt von mir? - Die Dame hier will mit Euch reden.

So sieht sie aus, Gespielin meines Mannes...

Und welcher Mann soll mein Gespiel gewesen sein?

Sein schöner Name ist Flaminio Ardenti.

Und nimmermehr hat solch ein Mann mein Bett befleckt.

Nicht dieses Namens mocht er sich bedienen, wohl eines andern.

Leander, Graf Leander nennt er sich in Ihrem Bett.

- Der Graf? - Mein Mann!

Und ist verlobt mit mir.

Ward je ein Ehemann gesehn, der sich verlobte?

Sie sind sein Typ nicht.

Sind ihn gar nicht wert.

Das zu beurteilen ist nicht angemessen einer, die wie Sie.

Sie nennen schwarze Haare doch Ihr eigen...

blond ist sein Geschmack.

Geschmäcker ändern sich von Frau zu Frau.

Und krumm sind Ihre Beine,

grad die meinen.

Und meine Brust, ist größer sie, ist kleiner als die Deine?

Größer mag sie schon sein, die Deine,

besser stehn tut die meine.

Die Größe ist's, auf die es ankommt.

Nie und nimmer!

Die Form. Die Form ist wichtig, nicht die Größe.

- Und außerdem ist Deine Sprache ordinär. - Und Ihnen wächst ein Damenbart.

Und Sie sind eine, die zu haben ist für 30 Soldis.

30 Soldis, das sind 67,50 Cents,

5 Schillinge, 2 Mark 70.

Nie und nimmer,

mein Preis lag immer schon bei 50 Soldis, nie darunter.

50 Soldis... 1 Dollar 12 Cents, 8 Shillings...

4 Mark 50...?

Ich seh Sie an, und soll das glauben?

Sie sind gemein.

Jedoch es muss gefunden werden eine Einigung ganz unter uns.

- Das ist mein Ziel! - So kommen Sie zu mir nach Haus.

- Dort wird man sehn. - So kommen Sie, Vittoria, auch Sie betrifft das Spiel!

Gewiss! Ihr seid willkommen alle zwei.

Wo wart Ihr, Alter, grad zuvor? An Euch wär es gewesen, mich zu retten!

Sie haben mir in die Hand geschworen, in die alte mir,

dass nimmermehr ein Tisch Sie sieht, an dem dem Spiel gehuldigt wird.

Besinn er sich, er ist ein Knecht

und führet solche Reden gegen die Stirne eines Herrn?

Ich hab gehofft, ein Fünkchen Güte wär in Ihrem Herzen!

Das zu beurteilen ist nicht Deine Sache.

Man denkt in seinem Kopf, wozu ist er denn da!

Benutze ihn zum Essen, nicht zum Denken.

Es ist schon schön,

nach der vollbrachten Arbeit sich ins Gras zu legen

und zu lauschen den Vögeln in der Luft, der klaren.

Ich seh kein Gras, hör keine Vögel, rieche keine Luft.

Ich spüre alles das,

ich habs im Herzen wohl, das frei ist wie ein Vögelein.

Ich wollt, ich könnte Sie zertreten

wie ein Insekt, das unter meinen Schuh gerät.

Lass, junger Freund, erregt Euch nicht zu sehr.

Zum wiederholten Mal will er ans Leben mir an diesem Tag.

Nun ja, der Jugend steckt der Zorn im Blut wie Fieber.

Jedoch sie meints nicht ernst mit sich und andern.

Mein Freund, ich wiederhole Euch mein Angebot

und ich erhöh auf zwanzig. 20 % vom Reingewinn.

Meine Frau, die ist entflohn.

So wird Sie wiederkommen, keine Angst.

Denn Frauen sind wie Kleister,

der immer klebt und klebt.

Ich werde zahlen, alles.

Bis auf den letzten Soldi. Lasst mir Zeit.

Ich bürge für den jungen Herrn.

Das nenn ich Komik.

Jedoch im Ernst, ist Ihnen der Prozentsatz etwa zu gering?

So gebe ich ein Handgeld außerdem, 50 Zecchinen.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

Tun sie es nicht, Herr, lassen Sie es sein.

Ich werde alles für Sie tun, Pandolfo, alles.

Jedoch die Ehre meiner Frau ist unantastbar bis zuletzt.

Eugenio! Mein Gemahl!

Wie lange durft ich Euer Antlitz nicht erblicken.

- Was kommst Du hier mit dieser... - Du meinst Lisaura?

Nun, ich suchte dich bei ihr.

Sind ihrer Buhlherrn einer Sie, Eugenio?

Niemals betrat mein Fuss die Schwelle ihres Hauses.

Es wird so viel geredet in Venedig.

- Dass sie und er? - Auch das, gewiss.

Und diesem Reden leihst Du Ohr und schenkst ihm Glauben?

Was ist schon sicher, wenn der Mann, der eigene,

lange nicht nach Hause kommt und nach dem Rechten sieht?

So kluge Rede hört ich lange nicht an diesem Ort.

Ich machte Ihrem Manne einen Vorschlag, liebe Frau,

dass er beteiligt wird an dem Geschäft, dem meinen, zu zwanzig,

20 %, und einem Handgeld mit Zecchinen, fünfzig.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark!

Du hast doch angenommen. Oder etwa nicht?

Du sollst die Hure spielen dort,

die Männer reizt zu trinken und zu spielen.

Und gerne, gern will ich das tun.

Du willst verkaufen Dich, und Deine Schönheit?

Wir haben Schulden, Liebster, was bleibt mir zu tun?

- Sie wollen, wirklich? - Aber gern!

Das Glück, und jetzt auf meine alten Tage.

So alt sind Sie doch nicht, Pandolfo, so alt doch nicht!

- Nein? Finden Sie? - Und nimmermehr!

Sind stattlich, Sie, und großgewachsen.

Was will man mehr vom Leben.

Wir feiern hier ein Fest, Herr Bürgschaftsknecht,

lasst kommen, was die Küche hergibt und der Keller!

Ein Fest? Das lob ich mir, Pandolfo.

Ich zeig mein Spielhaus Ihnen, dort zur Linken, wollen Sie?

Und gerne folg ich, Herr Pandolfo.

Komm, Liebster, folg uns nach!

Ich gratuliere, Herr Eugenio.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen,

Ein Fest? Oh, das ist gut.

Da spar das Nachtmahl ich für 15 Soldis.

- Der isst für 15 Soldis. Das sind 1 Mark 35. - Ganz schön.

Und nun zu dir, mein Kind.

Hat je besessen Dich der blonde Knabe?

Wo denkst Du hin, Herr Graf. Er ist so treu wie ich, und ich wie er.

Ist eine Antwort das?

Fass mich nicht an so hart, das ziemt sich nicht.

Was sich nicht ziemt, bestimme ich.

Nicht immer, Freund, nicht immer, und jetzt lasst mich los.

Die Sprach verschlägt es mir, der Ton ist fremd an dir.

So lernt man immer etwas Neues kennen und bleibt jung.

Was neu an einer Frau und lieblich nicht, kann man nicht mögen.

Der Mensch ist nicht ein Ding allein, denn er besteht aus vielen Dingen.

Der Mensch, doch eine Frau, das ist kein Mensch.

Nun gut.

Ich habe einen Vetter zu Besuch, Ferrante, kommt aus Mailand hier vorbei.

Ach so, ein Vetter zu Besuch, aus Mailand außerdem. Ja dann.

Er wohnt bei mir für ein paar Tage.

Jedoch er stört sich nicht an Dir.

Ist es jetzt so, dass Du am hellen Tage mich betrügst vor meinen Augen?

- Der Vetter ist ein Vetter. - Und ein Mann.

Du wirst ihn sehen und die Meinung ändern, da kommt er schon.

- Ist das der Graf? - Er ist es, wie er leibt und lebt.

Ist wirklich schön der Graf und männlich,

der möcht mir auch gefallen, ganz gewiss.

Sie sind der Vetter von Lisaura hier, die mir verlobt,

- und kommen grad aus Mailand? - Nicht Mailand, schöner Graf, Turin!

Turin, nicht Mailand!

Seid Ihr zufrieden jetzt, Pandolfo, hier mit mir?

Es gibt der Speisen viele und Getränke.

In Saus und Braus wird hier ein Fest gehalten.

Dies alles wirst Du einst Dein Eigen nennen, Vittoria,

Du ganz allein, Du Sonne meines Alters.

Hier Frau Vittoria, nehmt dieses Ohrgeschmeid zurück an euch.

- Warum gebt Ihr es mir? - Eugenio hat mich gebeten,

es wohl auszulösen aus den Klauen des Don Marzio.

So seid bedankt dafür

Mein Dank sei Vorsicht, die Ihr walten lasst.

Ich habe Hunger, Wirt. Und Durst.

Es wird bereitet, Graf, und ist in Arbeit.

Auch ich hab Hunger, wart nicht gern.

Habt Nachsicht, Freunde, es ist doch ein Kaffeehaus hier,

kein Esslokal im eigentlichen Sinn.

Habt Ihr schon überprüft,

ob der Pandolfo wohl bezahlen kann, was dieses Festmahl kostet?

Hat Geld, der Mann, da gibt es keinen Zweifel.

In Schulden ja, in Geld? Ich weiß es nicht.

Hat Schulden? Er?

310 Zecchinen, und bei der Stadt.

310 Zecchinen, das sind 6450 Mark!

Genau. Und bei der Stadt Venedig.

Die ist kein netter Gläubiger. Beileibe nicht.

So muss ich Vorsicht walten lassen.

Der Herr betrügt, im Spiel wie auch im Leben.

- Es sei Euch Dank, Don Marzio. - Nur Dank?

Pandolfo, hier ein neuer Gast, ein Vetter meiner Liebsten, Lisaura,

aus Mailand hier zu Gast, Ferrante.

Gegrüßt, Ferrante, Freund meiner Freunde, seid willkommen.

Der Freund stimmt vielleicht, der Vetter stimmt beinah, doch Mailand, das stimmt nicht. Doch seid gegrüßt, Herr.

Unwürdig Dein Verhalten für die Gattin eines Edlen. Und voller Schande.

Von wo, wenn nicht aus Mailand, seid Ihr denn?

- Wir sind jetzt arm! - Bin aus Turin und gern.

Der Armut ziemts nicht, wählerisch zu sein. Das müsst ihr lernen, Freund.

Bin aus Turin und nicht aus Mailand.

Ist aus Turin der Herr, und ist ein Vetter von Lisaura.

So hat Lisaura jetzt die schöne Verwandtschaft in Turin,

was mir verborgen bis zu dieser Stund.

Sie spielen, Herr Ferrante, spielen Karten so wie wir?

Gewiss, und voller Leidenschaft,

ist doch das Spiel der Ausdruck holden Mannestums, und ich bin gern ein Mann.

Und wir, das Weibervolk, das Unterdrückte.

- Ihr spielt mit uns! - O ja, auch ich?

- Vittoria! Es ziemt sich nicht.

Darf ich das Spiel nicht kennenlernen, das Euch so Freude macht?

- Womit er Haus und Knopf verspielt. - Zum wiederholten Mal,

mischt Euch nicht ein in Angelegenheiten anderer Leute.

Wenn eigene ich hätte, würd ich's es bleiben lassen.

So streitet nicht an diesem schönen Tag!

Sie haben Recht, Vittoria, es lohnt sich nicht,

mit platten Menschen einen Satz zu tauschen,

Doch das charmieren versteh er wie ein Junger.

Vittoria!

Lasst Euch nicht bieten, Herr Eugenio, dass man vor eignen Augen Euch betrügt.

- Jetzt auf der Stelle lässt Du diesen Menschen los! - Warum?

Ist er doch nett zu mir!

Nett mag ja sein, doch bist Du mir vor Gott getraut.

Vor Gott? Das ist ein weiter Weg.

Du lästerst Gott?

Für diesen Tattergreis?

Wollt Ihr das Fest zu einem Forum für ein Ehedrama machen?

Und außerdem, an Jahren bin ich 50, keines mehr.

Das merkt man, Herr Pandolfo, keines mehr, wie man das merkt.

Es sind die besten Jahre, die ein Mann im Leben hat.

Das will mir scheinen, will es mir.

Alle sind glücklich wie die Täubchen. Und Du?

Du siehst an mir vorbei.

Ferrante! Halte meine Hand.

- Er tut, was er nicht lassen kann. - Passt auf sie auf, sie trinkt zuviel!

- Trink nicht so viel! - Warum nur nicht?

- Weil Sie es nicht verträgt!

Verdirb die Freude nicht, die große mir.

Ist es erlaubt, Ridolfo, dass in Venedig Frauen sich betrinken,

wenn ihre Gatten es verbieten?

- Ich kenne die Gesetze nicht genau. - So lass sie überprüfen, los!

Ich muss hier für den Nachschub sorgen, kann nicht fort.

So schickt den Knecht, der Euch zu eigen.

Seid ruhig Freund, auch Ihnen scheint einmal die Sonne.

Ihr seid so hübsch, mein Freund, und jung.

Vergesst die Weiber, sind sie doch allesamt nichts wert.

Bis auf die eine hier an meiner Seite, die ist ihr Geld wert, voll und ganz.

Schafft sie einem andern doch grad Enttäuschung. Ist das recht?

Die Reden, Vetter, ziemen nicht einem Fremden,

der von Verhältnissen nichts weiß, die herrschen.

Und überhaupt ist Adel Ihnen nicht zu eigen.

Die Sprache ist gewöhnlich, wie vom Volk.

Und das Gesicht, geschminkt wie eine Weiberfratze.

Mir will gar scheinen, Herr, dass unnatürlich die Gefühle, die Sie Ihr eigen nennen.

Tatsächlich? Nimmermehr hat so Entsetzliches mein Aug erblickt.

Und so etwas läuft frei herum.

Lasst ihn zufrieden. Solches hat er nicht verdient.

Und vielleicht doch. Vielleicht hat gerade solches er verdient.

Euch ist es nicht gegeben, mich zu kränken.

Jedoch auf meine Kosten esst Ihr hier das Abendmahl.

Genau, Da könnt Ihr Vetter der Lisaura lange sein.

Lasst Euch bedienen, wollt nichts zahlen,

und habt den Mund gleich eínem Scheunentore weit geöffnet.

Das ist mir peinlich, Vetter, alles schrecklich peinlich.

Ach Liebste, so etwas bin ich gewöhnt seit langem schon,

und wo ich bin, regt sich die Seele solcher Leute auf.

Und "solcher Leute", was will das besagen?

Soll Kränkung sein für meine zarte Seele.

Lass, Liebste, er ist nicht wert, dass du der Stimme lauschst, die ihm zu eigen.

Ach ja...

Es ist mir wohlig jetzt und gut.

Auch ich bin ganz mit mir zufrieden.

Es fehlt Musik.

Ach ja... ein Abend in Venedig...

...ist nicht zu übertreffen.

...ist das Schönste auf der Welt.

Ich mag Dich Du bist ein Mann

Ich lieb dich, ich lieb Dich wie ichs nur kann

Ich träum Dich die ganze Nacht

ich seh Dich, ich seh Dich und mein Herz lacht

Ich steck Dich in mein Gewand

Ich hab Dich, ich hab Dich in meiner Hand

Meine Frau!

- Es war wie eine Schlacht in Arizona. - Sprich nicht so viel, leg Hände an.

- Ja ja, viel Arbeit gabs und wenig Brot. - Und trugst in Händen eine Torte.

- Die ungenießbar war. - Weil sie am Boden lag.

- Und im Gesicht eines Mannes schon.

Der's nicht verdient, dass eine Torte sein Gesicht verziert.

- Ja ja, das Leben. - Und der liebe Gott.

- Das sind zwei Sachen. - Und Arbeit ist die dritte.

Ich werde meine Arbeit tun, verlasst euch drauf.

- Von früh um fünf bis nachts um zwei. - Wofür ich ordentlich bezahle.

Ja, fünf Zecchinen. Und das sind 107 Mark 50 jeden Mond,

und das mit Widerwillen.

Ist alles eingerenkt?

Hat sie den Mann zurück, die eine, die andere das Bewusstsein wohl,

der eine wohl die Frau, der andere sein Geld?

Es handelt sich um ein Kaffeehaus hier, Don Marzio,

die Zeitung liegt woanders.

Lisaura, Liebste,

komm, begleite mich nach Haus, und halte mich versteckt bei Dir.

Was blicken Sie sich um so deutlich, Graf,

als ob der Teufel schon im Nacken säße dem Ihren, starken?

Ich blick nach meiner Frau mich um.

Die fürchten Sie? Die liebe, treue Seele.

- So wie den Teufel fürcht ich sie. - Und mich?

Dich liebe ich. Mit jeder Faser meiner Seele.

- Und Deine Frau? - Um Deinetwillen hab ich sie verlassen.

In dem Moment du ihrer flohst, war nie vor Augen ich dem Herrn gewesen.

Verstoß mich nicht in meiner schwersten Stunde.

Ich hab den Mann geliebt, den starken, den Herrscher.

Was jetzt zurückgeblieben, ist keiner Rede wert.

Pandolfo, Freund,

Pandolfo, könnt Ihr mich wenigstens verstecken?

Bin weder Freund noch hab ich ein Versteck für Euch.

Obgleich so viele Stunden glücklich wir zusammen spielten?

Die Zeitangabe stimmt, von Glück war nie die Rede.

Soll das jetzt heißen...

Genau. Die Karten waren vorbereitet.

- Dass ich gewinne? - Sie und keiner sonst.

So droht von dieser Seite außerdem Gefahr?

Dem Spieler wohl, dem Spielhaushalter nimmermehr.

O Gott, verzeiht, ich dachte, meine Frau zu sehn.

Ich bin Don Marzio und hieß schon immer so.

Ich weiß, mein Freund, ich weiß.

Ich sehe, dass Ihr leidet, und will euch meine Hilfe bieten.

- Sei Dank, mein Freund. - Was habt Ihr vor zu tun?

Zu fliehn. Die Flucht nur kann mich retten.

So hört, noch heute Nacht geht eine Gondel nach Fussina,

von dort die Post bis nach Ferrara.

Ihr seid so gut zu mir, und immer dachte ich, Ihr wärt ein Schwein.

Ihr irrtet, Graf, Ihr habt geirrt, was dies betrifft.

So könnt Ihr von Lisaura meine Sache holen?

- Das ist besprochen? - Ist besprochen.

- Nun gebt mir noch ein wenig Geld. - Wieviel?

50 Zecchinen halt ich nicht zuviel.

50 Zecchinen, das sind 1075 Mark.

- Bitte sehr. - Habt Dank.

Wir sehn uns an der Brücke dort, wo sich die Gondel in Bewegung setzt.

Ihr wollt die Sachen unseres Freundes, des Grafen holen?

Ich hab den Auftrag, ja.

- Was denn gedenkt der Graf zu tun? - Ja Herr, erzählt uns, was geschehen soll.

Er will die Gondel nehmen nach Fussina, von dort die Post bis nach Ferrara.

So, er will fliehen, der Graf.

Mit Recht!

Weil ihm ganz wie ein Satan das Weib im Nacken sitzt.

Das glaub ich wohl, dies Weib ist wie ein Satan.

Sie liebt ihn eben, wie sich's für eine Ehefrau geziemt.

Und wohl ein bisschen mehr.

Nun, wie auch immer...

außer mir war keiner da, dem Graf zu helfen.

Wer wollte einem solchen helfen,

der nichts Gutes hat gebracht in dies Kaffeehaus hier?

Und dennoch ist er wohl ein Mensch, wie Du und ich.

Wie Du, das mag schon sein, wie ich niemals.

Und dünkt er sich was bessres als die Herren dieser Welt?

Sie müssen sowas sagen, wo ich grad Ihnen heute Gelder anvertraut,

die selten sind, auch bei den Herren dieser Welt.

Wie interessant.

Lasst mehr von diesem Thema hören, dem wichtigen.

Ich gab dem Herren 1000 Zecchinen heute früh,

zu spekulieren an der Börse dort für mich.

Das sind 21.500 Mark.

Bist Du von allen Sinnen, Knecht.

10 Zecchinen gabst Du mir,

zu lösen den Ohrschmuck von der Frau Vittoria.

Hast eine Quittung Du Dir geben lassen für die Summe oder nicht?

Was bräucht er Quittungen von einem Herrn wie mir?

Selbst wenn er mir das Geld gegeben hätt, wie nicht.

Ach, lieber Trappolo,

vielleicht wollen wir einmal ein Tänzchen wagen, irgendwann?

Wo soviel ist, da ist auch mehr.

Und schon zu alt zur Liebe bist Du nicht.

Und hab ich nicht des Morgens Sie mitgenommen

in die Kammer, die kleine, die ich bewohne.

O Gott, was sollt ich in der Kammer eines Knechts?

Damit daselbst den Sack mit Dollars ich ihm überreiche.

Mit Dollars? Mir?

Nicht, dass ich mich erinnern könnte.

Wie käm auch er an soviel Geld.

Mein Leben lang hab ich gespart,

hab karg gelebt und hätte alles haben können.

Hab es geschafft, zu schuften früh bis spät und schwer,

weil ich gewusst hab, dort im Zimmer liegt etwas,

das mir gehört und viel ist.

Ich geh jetzt heim, mein Herr, und weine.

Sie sind nicht wert, dass ich mit Ihnen streite.

Und wenns im Zimmer lag, unangerührt,

so wär kein Unterschied zu jetzt. Nun ist es weg.

Kaffee!

Es ist schon spät.

Sie sprechen mit dem Kompagnon des Spielhauses zur Linken.

Sie wollen das wirklich tun, dem Räuber in die Hand sich geben?

- Hab ich um Ihren Rat gebeten? - Und nein, natürlich nicht.

Also. Dann halte er mit seiner Ansicht hinterm Berg,

schweige und hole den Kaffee.

Die Sprache bin ich nicht gewöhnt,

ich habe ein Kaffeehaus hier, in dem Sie sitzen.

Mein Spielhaus frisst im Schlafe Ihr Kaffeehaus auf, wenn ich das wünsche.

Das mag ja sein, doch wollt Ihr Eure Frau zur Hure machen?

Ob Hure sie...

ob nicht , ist unser Ernst, nicht Eurer.

Er handelt ganz und gar im Einverständnis seiner Gattin.

Das wird er lernen zu begreifen, Liebste, wird ein jeder lernen.

Was zahlt er ihnen denn, der Herr Pandolfo?

300, mindestens in jedem Mond, und mehr, wenn das Geschäft sich hebt.

300, das sind 6235 Mark.

- Genau. - Das zahlt er uns.

- Weil er uns mag. - Und weil er alt ist und wir jung.

- Und ist Euch nicht bekannt, dass ebenjener Herr Pandolfo Schulden hat

und bei der Stadt Venedig? 310 Zecchinen?

310 Zecchinen, das sind 6450 Mark.

- Genau. - Das ist ja lächerlich,

mit solchen Summen gibt unser Freund sich gar nicht ab.

Und hab ich es gehört mit eigenem Ohr.

- Und glaubt er das? - Bin sicher, dass es stimmt.

Die Zungen sind so garstig in Venedig.

Doch manchmal stimmt, was sie verkünden.

Und meistens nicht.

Doch wenn es stimmt, Geliebter...

dann haben wir in Bälde das Spielhaus übernommen

aus seiner Hand und führen es, schuldenfrei!

Genau, so soll es sein, und jetzt hol den Kaffee.

Ich bin so stolz auf Dich, Du bist so stark.

Und ich auf Dich, die Du geholfen mir, ein Mann zu werden.

- Du warst ein Mann, und immer schon. - Und bins jetzt mehr den je.

- Du wirst mich in die Arme nehmen. - Und fest Dich halten.

- Und drücken, drücken. - Bis Du schreist.

Du bist ein Mann!

Kaffee!

Und wirst ins Bett dich legen, wenn Gäste das Cafe belagern

und trinken wollen?

Das Unglück hat mich hingeworfen.

Wie kann ein Ding wie Du schon Unglück haben.

Ich dachte, ich sei tot.

Und bist lebendig jetzt wie je zuvor.

So sieht es aus, Ridolfo, wie es ist, ist anders.

So bist Du wieder von den Toten auferstanden?

Der Mensch stirbt nicht so leicht, Don Marzio.

er hält sich fest am Leben.

Das ist wahr.

Ihr habt es gut, Ihr habt Verstand im Kopf,

ich nicht, ich hab es schlecht.

Ja der Verstand...

- ...das ist so eine Sache. - Ja ja.

Grad bin ich bei der Polizei gewesen,

bei meinen Freunden, wie Du weißt.

Ich hab berichtet von Pandolfo, dem das Spielhaus zu eigen dort zur Linken.

Ich hab berichtet, dass mit gezinkten Karten er das Spiel betreibt.

Was meinst Du, hat man mir erzählt?

Dass jener Herr die Stadt Venedig hat beliehen mit 800 Zecchinen.

800 Zecchinen, das sind 17.200 Mark.

Und solang er Schulden hat, die nicht bezahlt sind,

lässt man ihn machen, was er will,

weil erst die Stadt Ihr Geld zurück muss haben.

So sieht das aus.

Ich muss jetzt fort, und des Herrn Grafen Abfahrt in die Wege leiten.

Ist er jetzt weg, der Graf Leander?

Es ist mir nicht bekannt, doch glaub ich nicht.

- So halt mich auf dem laufenden. - Gewiss, mein Fräulein.

Habt Ihr den Graf gesehn, was mein Gemahl ist?

Leider nein.

Wo er den ganzen Abend nichts als schaun tut?

Und doch, hier ist er nicht vorbeigekommen.

Und wenn er lügt, so wird er was erleben.

Ich lüge nicht. Ich bin zu alt zum Lügen.

Ist er bei Euch gewesen, meine Liebe?

Er ist vorbeigekommen, wollte Unterschlupf.

Jedoch ich gönn ihn Ihnen, Liebste, weitaus mehr als mir.

Die Bosheit ist das Recht des kleinen Menschen.

Habt Ihr die Sachen vorbereitet?

Ja, sie sind bereit.

So werd ich sie jetzt nehmen. Wiedersehn.

Welche Sachen das?

O bitte kratzt mir nicht die Augen aus.

So sagt, von welchen Sachen Ihr gesprochen.

Von denen des Herrn Grafen. Schlagt mich nicht.

- Was macht der Graf? - Er flieht.

Und welchen Wegs?

Er nimmt die Gondel nach Fussina, von dort die Post bis nach Ferrara.

Wo ist er jetzt?

Er harret auf der Brücke, seiner Sachen eben.

So wird er seine Sache kriegen, mich!

Nie wieder flieh ich Dich!

Will eine Ehe führen mit Dir so treu wie Gold!

Placida, Liebste, kannst Du mir verzeihen?

Ich habe Dir verziehen, Liebster, längst!

Ich kann des Nachts nicht schlafen ohne Dich, des Tags nicht atmen!

Ich brauche Deine Muskeln, Deine Hand,

das Haar, durch das ich meine zarten Hände lenke,

die Schulter, auf die ich meinen Kopf dann bette,

die Brust, die mir der Widerstand des Bösen ist.

Und alles, alles an Dir brauch ich!

Subtitles: KG

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