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Original subtitles

(Knallen des Feuerwerks)

(Angestellter): Guten Abend. - Ist was frei?

(Beat): Hast dich regeneriert. - Wieso?

Du wirkst fitter.

(Han): Man fand sie am Morgen. 3 Mädchen, 4 Jungen. 18-23.

Alle als vermisst gemeldet,

seit Tagen oder Monaten.

(Azuelo): Fängt es wieder an?

(Barbeau): Ihr Zeichen: 2 Punkte. Geburt, Tod.

Feinde sind sich Regenerierende.

Ich habe eine Überlebende des "Großen Stadions", Christa Novak.

Bis zur Volljährigkeit in einer Psychiatrie interniert.

Massenselbstmord, wie bei deinen Kameraden.

Warum zeigen Sie mir das? - Ich brauche dich.

Sie sind alle tot. - Du bist der Gegenbeweis.

(Helena): Wir sind sehr stolz auf dich.

Christa! (Aufschrei) - Genau das Kind, das ihr braucht.

(Housemusik)

Was hat sie gesehen? - Keine Ahnung.

(Schläge)

WIR KÖNNEN DIR HELFEN

Sie haben Kontakt aufgenommen. Es hat funktioniert. Darius.

(Brummen der Roboter)

(Lachen)

(Gedämpfte Stimmen)

(Nahel): Tut es nicht weh? - Geht schon.

Nein. Ich kann sogar fast normal atmen.

Sie sagen, es wird alles wieder gut.

(Nahel): Ein Glück.

Als ob das einen Unterschied macht.

War seltsam, wieder in Attenberg zu sein.

Erinnerst du dich noch? - Natürlich.

Ich erinner' mich gut.

Du bist schön.

Ich hab ihn gesehen. Glaub ich zumindest.

Wen meinst du? - Caron.

Er ist bei der Zeremonie gewesen.

Unmöglich.

Caron ist gestorben. Im Stadion, mit all den anderen.

Er war dort.

Du musst ihn verwechselt haben. - Wie hätte ich es können?

Wir verbrachten Stunden mit ihm, als er erklärte,

wie und weshalb wir uns umbringen sollten.

Du irrst dich.

Ich bin nicht verrückt.

Ich bin sicher, er war's.

Was ist, wenn er noch lebt?

Ich muss es wissen, Nahel. Ich muss es herausfinden.

Verstehst du, Nahel?

(Klopfen) (Schwester): Alles in Ordnung?

(Tür fällt ins Schloss)

(Elektromusik)

(Musik verstummt)

...große Hilfe.

Guten Morgen. - (Alle): Guten Morgen.

Ich sagte gerade, dass der von Christa hergestellte Kontakt

für uns sehr hilfreich ist.

(Helena): Willst du weitermachen?

(Erik): Du musst das nicht tun. - Ich werde es tun.

(Helena): Ich verstehe nicht. Du wolltest dich distanzieren.

Ich werde es tun.

Wolltet ihr nicht, dass wir zusammen Zeit verbringen?

(Erik): Natürlich. - Stimmt.

Wir sind uns einig.

Würden Sie uns eine Minute allein lassen?

Wir warten draußen, Schatz.

Ich wusste nicht, was ich nehmen sollte, also nahm ich alles.

Geht's dir besser?

Sag mal.

Während der Zeremonie hatte ich das Gefühl,

dass irgendwas passiert ist. Hast du jemanden gesehen?

Nein. Es war ein Irrtum.

(Klopfen und Türgeräusch)

Wir lokalisierten die Quelle der Nachricht, die sie bekam.

Ein Zentrum für Minderjährige.

Die Stiftung "Avenir" - wie Zukunft. - Oh.

Du liest "New Eyes"?

Cool! Hab ich auch in deinem Alter gelesen.

Hab ich die bekommen, um weiterzumachen?

Ich wollte nur nett sein.

(Elektronische Klänge)

(Musik klingt aus)

Sind wir angekündigt? - Sie erwarten uns.

(Rappeln der Spraydose)

(Junge): Was will der denn hier? - Ein Idiot.

Die Nachricht kam aus dem Foyer. - Um 23:10 Uhr.

Danach verloren wir das Signal. - (Ian): War gestern viel Betrieb.

Wir eröffnen morgen. Viele Leute halfen.

Keine Überwachungskameras. Ich fragte.

Es gibt hier keine Kameras.

(Mädchen): Wer ist das? - Niemand.

Monsieur Berti?

Capitaine Asram, Lieutenant Lesky. - Guten Tag.

Von hier wurde eine Nachricht gesendet?

Haben Sie eine Mitgliederliste? - (Ian): Weder Namen noch Adressen.

Das ist gegen unsere Philosophie. - Hier ist alles offen, frei.

Das soll so bleiben.

Bei "Avenir" erwartet man nichts von den Minderjährigen.

Sie kommen, wann sie wollen, essen, küssen,

wen sie wollen. - Wie viele?

Pff. An all unseren Standorten seit Gründung von Avenir?

30.000 - 40.000?

Manche waren nur einmal da,

andere kommen regelmäßig, es gibt keine Regel. - Unfassbar.

Sie leiten Avenir mit 30.000 Minderjährigen,

ohne zu wissen, wer dazugehört?

Registrieren, beobachten, kontrollieren.

Wenn das funktionierte, hättet ihr keine 7 Toten am Strand.

Nach den "Großen Wellen" dachte ich,

man würde sich für sie interessieren.

Hinterfragt, weswegen viele Minderjährige den Tod wählen.

Stattdessen glossierte man über die perverse Regenerierung.

Man sprach von der Gefahr einer Überbevölkerung.

Viel diskutiert. Dann beobachtet. Kontrolliert. Verboten.

Sie ihrer Rechte beraubt. Die Volljährigkeit auf 30 erhöht.

Ihr habt aus der Jugend eine lange Warteschleife gemacht.

Ich tat das?

Hier wird nichts verboten, kein Gamma-GT-Wert

und alle 2 Tage Urin genommen, für eine gute Regeneration.

Hier wird ermutigt, gefeiert, gelebt!

Hier zählen Minderjährige!

(Rufe): Ja! - Bravo!

Gut einstudiert, ich hätte fast eine Spende gegeben!

(Rufe): Quatsch! - So ein Idiot.

Gib ihnen alles, was sie wollen, Ian!

Sie werden aber enttäuscht sein.

(Ian): Die Büros sind oben. - Nein!

Hol alles runter. Vor allen Augen. Wir haben nichts zu verbergen.

Der perfekte Gastgeber.

Vergessen Sie nicht: Sie sind nicht zuhause!

(Rufe): Ganz genau. - Bravo!

(Applaus)

(Surren des Geräts und laute Schläge beim Lichtwechsel)

Kein Ergebnis.

Tragödie des "Großen Stadions": 23 Tote.

Wer verbirgt sich dahinter?

(Erik): Alles in Ordnung, Schatz? Wir essen um acht, ist das recht?

(Er atmet tief aus)

(Verzerrte Stimme): Lass dein Handy hier!

Ich warte auf dich.

Wer bist du? - Soll ich dir helfen oder nicht?

Es ist deine einzige Chance.

(Keuchendes Atmen)

Beeil dich!

(Mopedlärm)

(Düstere Klänge)

(Eine Tür schlägt zu)

Geh!

(Erneutes Türzuschlagen)

Geh schon!

Linus?

Jetzt essen wir.

(Schmatzende Essgeräusche)

Echtes Fleisch. Keine Insekten hier.

Wir essen, was wir sind, und zwar Fleisch.

Vergiss das nie.

Linus, erkennst du mich nicht?

Mach schon! (Knall)

(Junge): Wir brauchen dich. Kommst du mal kurz?

(Linus): Iss auf, ich komm gleich wieder.

(Junge): Er ruft zum 3. Mal an. - Und was sagt er?

(Die Tür schlägt zu; Christa seufzt)

(Spannende Klänge)

(Eine Tür schlägt zu)

(Düstere Klänge)

Schmeckt gut, hm? - Ja.

Wer war dein Freund? (Würgelaut)

Das ist das Fleisch, wenn man's nicht mehr gewohnt ist.

Tut weh, sich lebendig zu fühlen, hm?

Los, iss auf. Wir müssen los.

(Stimmengewirr und laute Musik)

Was machen wir hier? - (Linus): Wir sehen zu.

Wir beobachten, wir betrachten. - Aber wen?

Na, sie! Verstehst du?

Die Orte sind für Minderjährige. Was erwarten sie von uns?

Genau das! Dass man noch ein paar Jahre herumzappelt

und sich dann regenerieren lässt.

Du hörst nur: Wenn du zu viel trinkst, rauchst, Drogen nimmst

oder grübelst, gefährdest du die Regeneration.

Man muss rein und sorglos bleiben.

BLEIBT SORGLOS

Keine Gedanken, Exzesse. Das wollen sie.

Aber wir sind nicht so, hm? Wir sind nicht wie sie.

Er will, dass wir die Augen offen halten.

Linus, was geschah vor 10 Jahren im "Großen Stadion"?

Wie hast du überlebt?

Hast du Caron wiedergesehen?

Es ist wichtig, sieh mich an! Hat er auch überlebt, ja?

Das "Große Stadion" war ein erster Schritt.

Wir reißen alles in die Tiefe. Für die Rettung der Welt.

Ich habe schon sehr viele auf den Weg gebracht.

Wer sich davon entfernt, schmort in der Hölle!

Ich bin nicht allein. Hunderte warten auf das Zeichen.

Der Strand war nur der Anfang. - Welches Zeichen? Wer gibt es?

Du wirst sie sehen. Ich bin nur der, der den Weg weist.

Los, schmeiß sie ein!

Wehr dich nicht!

Jetzt nimm sie!

Was ist das? - Wenn du fragst, nehme ich dich nicht mit.

(Junge): Entschuldige. Ich hab gesehen, dass du Pillen hast.

Hab mich gefragt,... - Los, verschwinde!

Los! (Junge): Okay, okay.

Geht's dir nicht gut, brauchst du Hilfe?

(Klingt entfernt): Kann ich irgendwie helfen?

Was hast du mir gegeben?

Ihr seid tot! Ihr seid alle tot! - (Jungs): Hey, hey! - Ist gut.

Lass uns in Frieden! (Linus): Lasst mich!

Nimm deine Finger weg! (Junge): Hände weg!

(Laute Diskomusik)

(Sie atmet schwer)

(Christa stöhnt und keucht)

(Vorbeihuschender Laut)

(Mystische, lauter werdende Klänge)

(Dröhnen)

(Christas Keuchen; ansonsten Stille)

(Mystische Klänge im Hintergrund)

(Die Klänge werden langsam immer lauter)

(Laute mystische Klänge)

(Fahrgeräusche)

Das ist er.

Es ist Linus.

Leonard Ader. 22 Jahre alt.

Wir hatten alle Spitznamen. - Wir wissen Bescheid.

Adresse unbekannt.

Der einzige Überlebende vom "Großen Stadion". Streifschuss.

Laut Arztbericht: partielle Lobotomie. Keine Nervenschäden,

aber Störung mentaler und kognitiver Funktionen.

Ein Nachbar, der Schüsse hörte, rettete ihn.

Was Straftaten betrifft, gibt's Bagatelldelikte:

Illegale Wohnungsbesetzung, Einbrüche, meist Apotheken,

Besitz von Drogen.

Und die Eltern? - Ließen ihn im Stich.

Drei Tage danach sind sie ohne ihn ausgewandert.

Leonard Ader.

Ich weiß nicht mal, ob er mich erkannt hat.

Ich hab ihn kaum verstanden.

Und der andere? - Er war viel jünger,

17 oder 18, ich kenne ihn nicht.

Hat Linus die Selbstmorde erwähnt?

Er sagte, das vor zehn Jahren, wär nichts im Gegensatz zu heute.

Er rekrutiert nicht allein und ließ Dutzende "rübergehen".

Er wartet auf ein Zeichen.

Ein Zeichen?

Welches? Von wem? - Weiß nicht. Von Gott, den Engeln, seiner Mutter.

Ich verstand ihn doch kaum. - Okay, okay.

Er hat dich um 1 Uhr nachts abgeholt, ja?

Du bist ihm gefolgt, ohne Fragen zu stellen,

ohne uns Bescheid zu sagen.

Was hatte ich für eine Wahl? - Und wo seid ihr hin?

Ich weiß nicht, hatte 'ne Tüte überm Kopf.

Wir sind etwa 40 Minuten gefahren zu einem leerstehenden Haus.

Es sah aus wie ein Hotel oder ein Krankenhaus. Es war total leer,

nichts drum herum. - Versuch, dich an Details zu erinnern.

Es roch nach Meer. Nach Jod.

Und was dann? - Dann haben wir gegessen

und gingen in eine Bar. Da haben Minderjährige getanzt.

Ihr habt euch also amüsiert. - Tz!

Und da? In der Bar? - Erzählte er von denen, die er rüberbringt.

Dann gab er mir die Pille, und das war's.

Ich hab die Analysenergebnisse bekommen: N.T.E.,

ein Methylderivat, es bewirkt eine Art Nahtod-Erfahrung.

Der Tunnel, das weiße Licht. Manche sehen sogar Verstorbene.

Hat es das mit dir gemacht?

Gut.

Laut gynäkologischer Untersuchung

hat er deinen Zustand nicht ausgenutzt.

(Klingeltöne)

Darius?

Darius?

Ich hab da vielleicht was.

Ein Altersheim? - Es war eins der letzten in Betrieb

und wurde vor 60 Jahren geschlossen.

Laut Stadtverwaltung wird das Gebäude regelmäßig besetzt.

Östliche Vorstadt, 600 Meter von der Küste entfernt.

Sag der Einsatzbrigade Bescheid.

(Mystische Musik)

(Musik klingt langsam aus)

(Stimmen im Hintergrund)

Darius!

Die Party ist heute Abend. Ich ordne eine Überwachung an.

Euer Dinner zu zweit?

Was ist das?

Ihre verdammte kodierte Sprache.

Verstehst du das?

Darius?

Bleib hier.

(Lesky schreit auf)

(Lesky stöhnt)

(Hohe Piepstöne der Ratten)

Ein reizendes Abendessen.

Hübscher Schrei, Lieutenant.

(Fahrgeräusche)

Ihr könnt nicht gewinnen.

Sie denken ans Krepieren, wo ihr vom Gedanken

ans ewige Leben besessen seid. Es reichen 3, 4 Idioten

um infrage zu stellen, was für 100 Millionen heilig ist.

Oder sogar nur einer wie Linus.

Glauben Sie mir, es bringt nichts. Ihr könnt nicht gewinnen.

Also wirklich, es macht Spaß mit dir.

Kannst du dechiffrieren,

was wir gefunden haben? Es würde viel Zeit sparen.

Okay.

(Türgeräusch)

(Helena): Hast du, was du brauchst, Schatz? - Ja. - Gute Nacht.

(Tür wird geschlossen)

(Caron, Aufzeichnung): Sieh in die Kamera.

Schließ die Augen!

Warum lächelst du?

(Nahel): Weiß nicht. Ist komisch, nichts zu sehen.

(Caron): Ich sagte nichts von Augenöffnen.

Bist du in Gedanken bei deinen Brüdern?

(Nahel): Ja.

(Caron): Ich weiß, wann du lügst, Nahel.

Du bist mit uns oder mit ihnen, so einfach ist das.

Sieh in die Kamera!

Warum warst du gestern Abend nicht da?

Ich war zuhause, ich... (Knallen einer Ohrfeige)

Wir befinden uns im Krieg, Nahel.

Wir müssen uns auf jeden verlassen können.

Ich weiß nicht, ob ich mich auf dich verlassen kann.

Tut mir leid. Ich schwör's.

(Caron): Ich scheiß auf deine Entschuldigung.

Nur die Taten sprechen. Nur Taten lügen niemals.

Hörst du mir zu?

(Christa schluchzt)

(Caron): Hör auf!

Sieh in die Kamera!

Unser Tag kommt, Nahel.

Man muss eine gewisse Glaubensebene erreichen,

um ohne Angst bereit zum Sterben zu sein.

(Nahel): ich bin bereit. - Nicht alle sind es.

Unter unseren Brüdern werden sich einige drücken.

Aber ich nicht.

Ich bin bereit.

(Caron): Wir wählten einen schwierigen Weg.

Aber nur Taten sprechen. - Nur Taten sprechen.

Nur Taten lügen niemals. - Nur Taten lügen niemals.

Nur die Taten sprechen.

Nur Taten lügen niemals.

Nur die Taten sprechen.

Nur Taten lügen niemals.

(Nahel): Nur die Taten sprechen.

(Schluchzend): Nur Taten lügen niemals.

(Nahel schluchzt)

(Caron): Ich bin stolz auf dich.

Geh zu den anderen.

(Düstere Musik)

(Die Musik wird lauter und intensiver)

(Weiterhin düstere Musik)

(Helena): Christa?

Christa!

Gib sie mir!

Gib sie mir.

Ich bitte dich.

(Die Musik klingt aus)

(Helena): Ich kann nicht mehr.

Begrenzt den Eingang auf 2 Türen. Sonst ist's unkontrollierbar.

Wie viele kommen? - Etwa 1000. Unmöglich zu sagen.

Beeilen wir uns. Es beginnt in 2 Stunden.

Sie sollen eine Minute aufhören. Man hört ja nichts.

Ist das wirklich notwendig?

Im Grunde warten Sie nur darauf. Ein hübsche Tragödie,

die Ihnen für alles Recht gibt. - Glauben Sie, es macht Spaß?

Macht es nicht! Ich kann sagen, wir greifen nur im Notfall ein.

Für andere Vorfälle sind...

Ja, ich bin's!

Was ist passiert?

Ist das die Waffe?

(Helena): Seit 10 Jahren? Ohne dass wir es wussten?

Wir wissen nichts. Wir sind hilflos, verstehen Sie?

(Erik): Wir schaffen es nicht mehr.

Ein Vater sollte das nicht sagen,

aber sie ist in Gewahrsam besser dran.

Wir haben alles versucht. Wir können nicht mehr, unmöglich.

Sie war draußen im Garten? - (Helena): Ja. - Okay.

(Grillen zirpen)

(Fahrgeräusche)

Das kann ich selbst.

Äh...

Ich, ich gehe.

Ich bin müde, ich geh ins Bett.

Ich heiße Beat.

(Die Tür wird geschlossen)

(Musik aus dem Laptop)

Wenn du Durst hast, bedien dich.

Mach ich Ihnen Angst?

Nein, wieso?

Hat Ihr Mann nichts über mich gesagt?

Ich bin labil, psychotisch. Ich neige zu Gewaltanfällen.

Ich kann mich verteidigen. - Ich höre auch Stimmen.

Hör dir Musik an, dann verschwinden sie.

Will Ihr Mann kein Bulle mehr sein? - Wie kommst du denn darauf?

Sein Umschulungsfragebogen.

Darius ist am Ende der Amtszeit.

Dreimal 33 Jahre ist das Längste bei der Polizei.

Dreimal 33 Jahre?

Das erklärt so manches.

Und was will er dann machen? - Das weiß er noch nicht.

Mit solchen Antworten wird er wenig Glück haben.

Wer glaubt, dass er Teamarbeit mag, sich gern in Frage stellt?

Reden wir von derselben Person? - Das sag ich seit 25 Jahren.

Es gibt die, die Stimmen hören. Andere tun, als wären sie taub.

Und euer Sohn? Was hält er davon?

Ist das nicht euer Sohn auf dem Foto im Büro? - Äh, nein.

Das ist Darius' Sohn.

Er ist tot.

Schon lange.

Noch bevor wir zusammen waren. Ich hab ihn nicht gekannt.

Das war vor über 60 Jahren.

Es gab eine große Epidemie.

Er wird es dir wohl nicht erzählen.

Zu der Zeit wurde noch viel gestorben, weißt du?

Und Sie, wie alt sind Sie?

Was meinst du, Christa?

85, keine Ahnung.

Nah dran. 81.

(Laute Diskomusik)

(Tippgeräusche auf einer Computertastatur)

(Azuelo): Lesky ist jetzt drin.

Hab lange nicht so viele Minderjährige auf einmal gesehen.

Eigentlich niemals.

Komisches Gefühl.

Die Bar. Zeig mir Kamera 12.

Der da!

(Azuelo): Das ist nicht Linus. - Hast du das Bild seines Kumpels?

(Laute Diskomusik)

(Junge): Hey, was soll das?

(2. Junge): Der hat's aber eilig.

(Sirenenton und Surren der Drohne)

(Surren der Drohne; Rauschen der Brandung)

(Leise Atemlaute)

(Entfernter, regelmäßiger Piepton)

Ich gehe jetzt ins Bett.

Es gibt noch mehr da im Schrank, bedien dich. - Danke.

Du kannst hierbleiben, wenn es dir lieber ist. Wie du willst.

Gern. Wenn ich die Nacht nicht mit den Diplomen

Ihres Mannes verbringe, ist das besser fürs Gleichgewicht.

Gute Nacht, Christa.

(Summton)

(Polizisten): Okay, dann los. - Wir fahren in die Pathologie.

Wir haben ihn identifiziert.

(Sirenengeheul im Hintergrund)

Erkennen Sie ihn? Samian Vanghen.

Er war 22 und regelmäßig in eurer Stiftung.

Ich hab ihn noch nie gesehen. Wie gesagt, es... - Tausende, ja.

(Ian): Virgil! Sie räumen den Saal, sie schließen das Zentrum!

Wissen Sie, wie viel Arbeit das gekostet hat? Wieso tun Sie das?

Sehen Sie mich an! Sie haben die gleichen Scheuklappen wie damals.

Wie viele brauchen Sie diesmal, 500, 1000 Tote?

Beherrschen Sie sich. - Sonst verhaften Sie mich?

Nehmen Sie mich mit, sperren Sie alle ein! Hierbleiben, verdammt!

(Rufe): - Hör auf! - Zurück!

Lesky?

(TV): Monsieur Berti, was ist hier heute Abend passiert?

Es gab einen Selbstmord.

(TV): Wie wir aus sicheren Kreisen erfuhren,

hat die Polizei die Schließung des Zentrums von Redorn angeordnet.

Der Selbstmord fand statt, als "Avenir"

mit Hunderten Minderjährigen ihr 10-jähriges Bestehen feierte.

Man spricht sogar von mehr als 1000 Besuchern.

Zum Opfer gibt es keine Angaben.

Aber wir trafen am Ort der Tragödie Virgil Berti,

Leiter und Gründer von "Avenir". Was ist passiert, Monsieur?

(Virgil): Es gab heute Abend einen Selbstmord.

Es ist eine absurde Tat, unerklärlich,

vor allem wie die Behörden bei dieser Tragödie reagieren?

(TV): Sie sprechen die Schließung des Zentrums an?

(Virgil): Das ist kriminell.

Man stigmatisiert einen ganzen Teil der Gesellschaft.

Dann wundert man sich, dass manche Minderjährige sich radikalisieren!

Es wäre Zeit, die Augen zu öffnen.

Heute wurde dieses Zentrum geschlossen. Und morgen?

Man verspricht Änderungen und erstickt jede Hoffnung!

Keine Versprechen mehr. Taten.

Nur Taten sprechen. Nur Taten lügen niemals.

Nur Taten sprechen. Nur Taten lügen niemals.

(Rhythmische Musik)

(Leise): Nur Taten sprechen.

Nur die Taten lügen niemals.

Deutsche Stimmen:

Darius: Thomas Schmuckert

Christa: Lydia Morgenstern

Virgil: Jannik Endemann

Lesky: Julius Jellinek

Beat: Dana Friedrich

u. v. a.

Übersetzung: Claude Franco

Dialogbuch und Regie: Marc Boettcher

Deutsche Fassung hergestellt von Studio Hamburg Synchron GmbH

Redaktion: Uta Cappel

UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2018

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