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MEIN MANN PICASSO
1943 Die Deutschen besetzen Paris
(Picasso pfeift)
- Guten Morgen. - Morgen.
Bitte sch�n.
(lacht)
�hm...
Wo fangen wir an?
Warten Sie, hier.
C�zanne. Ein Meisterwerk. Gef�llt es Ihnen?
- Nein. - Nein?
- Pointillistisch. - Was?
Pointillistisch.
- Pointillistisch? - Ja.
Hm?
Ihre Eltern, nehme ich an.
Nein. Nein.
Warum malen Sie so was?
- Was? - Warum malen Sie so was?
Tja, tut mir Leid. Das ist nicht von mir. Das ist...
Das ist von meinem Freund Georges Braque.
Manche kann ich selber kaum auseinander halten. Ist lange her.
- Wie hei�t es? "Gitarre, Fliege und Obstschale".
Da ist die Fliege. Aber wo...
Aber wo ist die Obstschale? (Picasso lacht)
Da.
Gut.
- Das sind alles Hirngespinste? - Fantasie. Das ist auch von Braque.
- (Picasso) Henri Matisse. - Matisse?
- Das hier... - Wie viel sind diese Bilder wert?
Schwer zu sagen. Niemand will viel daf�r bezahlen.
Machen Sie mir ein vern�nftiges Angebot.
Meine Frau w�rde mir die H�lle hei� machen,
wenn ich so eine Person im Wohnzimmer aufh�nge.
- (lacht) Und Sie? - Nein, nein, ich glaube nicht. Nein.
(Stimmengewirr)
- Guten Abend, Monsieur. - Guten Abend.
Hallo.
Danke.
- Ein paar Freundinnen. - Wer sind sie?
- Sie bewundern dich �ber alles. - Nat�rlich tun sie das. (lacht)
(Picasso) Ah.
(unverst�ndliches Gemurmel)
- Gut. Guten Abend. - Freut mich.
- Bonsoir. Hallo, meine Liebe. - Guten Abend.
Ich hab ihnen alles gezeigt. Matisse, Rousseau, Braque.
Auch fr�he Skizzen von Guernica.
Letztes Jahr nahmen sie meine W�sche und lie�en die Bilder da.
Was f�r eine Kr�nkung. Laken meinen Bildern vorzuziehen.
Kaspek, nein!
Nicht doch. B�ser Hund.
Wie oft muss ich dir das noch sagen? Diese Bettelei, sch�m dich!
- Wie hei�en Sie? - Fran�oise. - Genevi�ve.
- Was machen Sie? - Ich bin Malerin.
- Sie malen? Wie ich. Und Sie? - Ich male auch.
- Teilen Sie ein Atelier? - Nein.
- Wer ist lhr Lieblingsmaler? - (Fran�oise) Van Gogh.
- Ja, der ist ganz gut. Und lhrer? - Da bin ich �berfragt.
- Hab ich auch noch nicht geh�rt. - Keiner von uns.
- Wer sind diese Frauen? - Fran�oise und Genevi�ve. Malerinnen.
Ach was. Die malen doch h�chstens ihre Fingern�gel an.
Er versucht"s auf die alte Tour. "Aha, Sie malen.
Ich male auch, wissen Sie. Ich zeige Ihnen meine Arbeit."
Ich malte lhr Gesicht, bevor Sie geboren wurden."
Besuchen Sie mich doch mal.
Ich hab lhr Gesicht gemalt, bevor Sie geboren wurden.
Werden Sie nicht oft gefragt, ob Sie ein Picasso sind? Wirklich nicht?
(Milit�rmusik)
(beide lachen)
Wir haben mit Monsieur Picasso eine Verabredung.
Er wollte, dass wir kommen.
Um seine Arbeiten zu sehen.
(Picasso) "Erstreckt sich �ber einen Himmel, der vor Heringen trieft,
gefischt aus einem �bersch�umenden Ozean."
(Frau) "Wo sind die versprochenen feurigen M�nner,
die nie vergehenden Erektionen?
Die aus brennenden B�schen wachsen, um unsere k�hlen Grotten zu erw�rmen."
Hol die Suppe, damit ich meine F��e in ihren Nudeln w�rmen kann."
(Mann) "Meine Tante hatte eine Katze, die verschluckte einen Papagei,
und schrie den ganzen Tag mit einer so wohlklingenden Stimme wie deiner."
Fressen, fressen!
Fressen. Fressen.
- Fressen! - Fressen.
Gut, weiter.
"Leg dich hin, s��e Schildkr�te..." Leg dich hin.
"...lass mich deinen starren Planeten mit meinen 6-zehigen F��en..."
"Wir sind ordnungsgem�� registrierte Huren, drum z�gle deine Zunge
und gib uns etwas Standhafteres."
"Ich stehe zu lhrer Verf�gung, Madame."
(alle st�hnen wild durcheinander)
Ja! Ja! (lacht)
"Sie springen �ber einen Waschbottich.
Seeigel brodeln dort in einem Orgasmus frenetischer Erregung.
- Ah. - Sprudelndes Wasser verbr�ht die..."
Nett, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Ist Ihnen kalt? Hm?
Neulich Nacht gefror das Wasser im Fischglas.
Jetzt ist mein Goldfisch tot. So ein kaltbl�tiges Tier.
Hat das arktische Klima meiner Wohnung nicht �berlebt.
Kommen Sie, ich zeige Ihnen alles.
Mein Grafikraum. Hier drucke ich meine Radierungen.
Sie sind hier im Labyrinth des Minotaurus.
Was ist, wenn Sie nie wieder herausfinden? Keine Angst?
Sie m�ssen wissen, dass der Minotaurus stirbt,
wenn er pro Tag nicht mindestens 2 Jungfrauen verschlingt.
Das ist meine Presse. Helfen Sie mal.
So ist es gut.
Sie sagen, Sie malen. Wer ist lhr Lehrer?
Genevi�ve studiert in Montpellier bei Mayol.
Mayol.
- Und wer ist lhr Lehrer? - Ich habe keinen.
- Aber ich bin trotzdem Malerin. - Ah ja.
Mayol ist ein guter Lehrer. Wann m�ssen Sie zur�ck?
- Ich fahre �bermorgen. - Schon?
Werden Sie dann einsam sein?
- Nein. - Besuchen Sie mich.
Aber kommen Sie nur, wenn Sie mich m�gen.
Ich will nicht das Heiligtum von Fatima sein.
Einverstanden?
Gehen wir. Er zeigt uns keine Bilder.
- Warum hat er uns sonst eingeladen? - Spiel nicht die Naive.
Ach!
(Fran�oise) Nach Genevi�ves Abreise
hielt ich mich von Picassos Atelier fern.
Ich vermied es bewusst, zur�ckzugehen.
Vielleicht sp�rte ich, dass die N�he zu ihm
mein Leben vollkommen ver�ndern w�rde.
So ging es Jedem, dessen Leben von seinem ber�hrt wurde.
Keiner durfte so bleiben, wie er war.
Sie kontrollieren jede Woche seine Papiere
und immer sage ich, dass nicht mal Picassos Urgro�eltern j�disch waren.
- 30 f�r die Lebensmittel. - R�uber.
- Und f�r den Wein? - 20.
Dann ist es bestimmt deutscher. Kauf ihn woanders.
Ich sollte sie zu Ihnen bringen, wenn sie kommt, und da ist sie.
Ah! (lacht)
Guten Tag. Das arme M�dchen istja ganz nass.
Sieh mal, Sabartes.
Die Haare triefen ja.
In�s, bringen Sie ein Handtuch. Ich rubble sie trocken. Klatschnass.
Als ich heute aufwachte, f�hlte ich, dass Sie kommen w�rden.
Vielleicht war"s sogar ein Traum.
Sie kommt hierher, durchn�sst.
Das Mindeste ist, dass wir ihr die Haare trocknen. Ich mach das.
- Das ist In�s. - Hallo.
Hallo.
Hier, setzen Sie sich. Sie k�nnen hier sogar baden.
Sehen Sie? Hei�es Wasser. Nein, nicht, das ist zu hei�.
Wo bekommt man in Paris noch hei�es Wasser?
Sie k�nnen hierjederzeit baden.
Jetzt wird sich zeigen, wie gut ich im Trockenrubbeln bin.
(sie lachen vergn�gt) Gut? Schon besser, was?
So, jetzt Sie.
So.
Und?
Und was?
Sind Sie jetzt nicht b�se?
Nein.
Wenn Sie mich nicht wegsto�en,
k�nnte ich auf die Idee kommen, dass Sie sich alles gefallen lassen.
Sie m�ssten gekr�nkt sein als wohl erzogene junge Dame.
Ich bin ein K�nstler mit einigem Ansehen.
Sie sind ein unschuldiges, junges Ding und ich nutze das aus.
- Ich f�hle mich nicht gekr�nkt. - Aha.
W�rden Sie"s mich noch mal tun lassen?
Wenn... Wenn Sie das wollen.
Nein. Nicht unter diesen Voraussetzungen.
So hab ich keinen Spa� daran, jemanden zu verf�hren.
Ah, das machen Sie gerade. Sie verf�hren mich.
Sie halten sich f�r raffiniert, aber Sie haben keine Ahnung.
- Wo sehen Sie hin? - Nirgendwohin.
Na ja.
Dieser moderne Kult um den freien Sex interessiert mich nicht.
Man kann genauso gut zum Friseur gehen.
Oder ein Schinkenbaguette essen. Es ist nicht ernsthaft.
Nun gut.
- Machen wir lieber was Ernsthaftes? - Ja.
Na sch�n.
Kommen Sie, ich zeige Ihnen meine Radierungen.
(Kirchenglocken l�uten)
(Jubel)
Niederbrennen! Niederbrennen!
(Fran�oise) Nach der Befreiung von Paris beJubelte man Picasso
als K�nstler und Helden der R�sistance.
Nicht, dass er etwas Heroisches getan h�tte.
Er sagte immer... "Ich habe mich nicht gut benommen,
sondern andere schlecht."
- Aus dem wilden Westen? - New York. Der ist vom Times Square.
Picassos Sekret�r Sabartes behauptete,
dass nach dem Krieg nur 3 Dinge die Touristen nach Europa lockten...
Der Papst, PompeJi und Pablo Picasso.
L�cheln!
Auch bei mir gab es eine Befreiung.
Ich wollte mein Studium aufgeben und nur noch malen.
Aber ich konnte es nicht meinem Vater sagen.
Nicht bevor ich Picasso kennen lernte.
Mein Vater wollte meinen Charakter formen.
Ich sollte so werden wie er. Hart und furchtlos.
Aber ich entwickelte meine eigenen W�nsche.
Wenn sie nicht in sein Bild passten, wurde er w�tend.
Ich brauchte meinen ganzen Mut.
Was ist denn mit dir los?
Ich befasse mich ab jetzt nur noch mit der Malerei.
Du bistja verr�ckt.
Ich will selbst �ber mein Leben bestimmen.
Du wirst nach deinem Literaturstudium Jura studieren.
Das wollte ich ja auch, aber das ist nichts f�r mich.
Ich studiere auf keinen Fall Jura. Ich setze alles daran, Malerin zu werden.
Ich gebe dir eine halbe Stunde
und dann sagst du mir, dass es nur Geschw�tz war.
- Ich habe lange dar�ber nachgedacht. - Ich gebe dir keine weitere Chance.
Wenn du nicht darauf eingehst, muss ich zu anderen Mitteln greifen.
Ich werde dich einweisen lassen.
Weil du verr�ckt bist.
Ist Gro�mutter da?
(T�r knallt)
- Wag es nicht, mich anzur�hren. - Nicht wagen? Ich wage es!
Ich wage es! Ich werd"s dir zeigen! Ich werd"s dir austreiben.
Sich gegen mich aufzulehnen. Niemand lehnt sich gegen mich auf!
- Kein Mensch! - (Gro�mutter) Fran�oise!
- Fran�oise! - Du wirstjetzt um dein Brot betteln!
- Was... - Das war sie.
- Er l�gt. Er war"s. - Glaub ihr nicht. Sie ist verr�ckt.
Ich glaube ihr. Eher halt ich dich f�r verr�ckt.
Hier, mein Kind. In meinem Haus! Sch�mst du dich nicht?
Bitte geh jetzt.
Geh schon. Verlass sofort mein Haus!
- Ich behalte Fran�oise bei mir. - Nimm sie. Kann mir nur recht sein.
Wir sind ab jetzt geschiedene Leute. Ich bin fertig mit euch. F�r immer!
Ist ja gut.
Ja.
Sie malten den Krieg nicht, weil Sie nicht zu dieser Art Maler geh�ren.
Aber er ist da, trotz allem.
Die Leute hatten Hunger, also malte ich W�rstchen und Lauch.
Auch eine Kasserol kann schreien.
- Werden Sie erwartet? - Ja.
Er wollte mich heute in Radiertechniken unterrichten.
H�ren Sie... Gehen Sie lieber wieder nach Hause.
Warum?
Damit tue ich Ihnen nur einen Gefallen.
Nett von Ihnen,
aber ich m�chte ihn nicht ver�rgern, indem ich zu sp�t komme.
Entschuldigung.
Einigen wir uns auf das und das.
Von Einigung ist noch gar nicht die Rede. Fran�oise!
Monsieur Kahnweiler, mein �ltester H�ndler.
- Mademoiselle. - Hallo.
Was hei�en soll, dass er mich l�nger als jeder andere ausgebeutet hat.
Durch Beharrlichkeit bekommt er alles.
Ein Filzbrocken, der auf seinem deutschen Hintern sitzt.
Ich w�rde alles tun, um ihn loszuwerden.
- Ich leite den Transport heute... - Ich hab nicht Ja gesagt.
- 4:00 Uhr? - Das m�sste Sie interessieren.
Es ist von 1902. Lesen Sie, was ich drunter geschrieben hab.
- "Quando tengas ganas te jodo." - (Picasso) �bersetzen Sie's.
- Oh nein. - Machen Sie schon.
Wenn Sie sich so anstellen, �bersetzt er"s eben.
- Auf Wiedersehen, Mademoiselle. - "Wenn du Lust hast zu ficken, ficke."
(Picasso lacht)
Warum kommen Sie in diesem Aufzug zum Radierunterricht?
Man muss sich ein bisschen fein machen, wenn man Picasso besucht.
Oh, na ja.
Kommen Sie mit. Ich will Ihnen was zeigen.
Du bist ein fauler Hund. Immer schl�fst du.
Vielleicht ist er tot.
Ich geh hinter Ihnen. Ich fang Sie auf.
Lass niemanden rein.
Und?
Hier.
Kommen Sie.
Na?
(Picasso) Sch�ne Aussicht, was?
W�rden Sie gern hier bleiben?
- Hier oben? - Ja.
- Allein? - Ja.
Ich bring Ihnen 2-mal pro Tag was zu essen und...
...wir verkleiden uns wie aus 1001 Nacht, wenn wir abends ausgehen.
Niemand d�rfte Sie erkennen.
Sie w�ren mein Geheimnis.
Allein mit meiner Malerei. Das w�r sch�n.
Daf�r g�be ich sogar meine Freiheit auf.
Aber dann w�rden Sie auch etwas von lhrer verlieren.
Ich glaube, das w�rde Ihnen nicht gefallen. (Picasso lacht)
Du warst immer so versteckt unter deinen Sachen,
dass ich dachte, du w�rst ein Junge, aber das bist du nicht.
Du bist eindeutig kein Junge.
Daf�r sei dem Herrn Dank.
Erfreulich, dass ihm mal was perfekt gelungen ist.
Ja.
Ich finde es l�cherlich, dass wir nicht zusammen wohnen.
Ich auch. Warum ziehen Sie nicht zu ihm?
- Genau. - (sie verneint)
- Nenn mir einen guten Grund. - Sie istjung, geben Sie ihr Zeit.
- Ich hab nicht so viel Zeit. - Auch wieder wahr.
- Was willst du damit sagen? - Ach...
Sag deiner Gro�mutter, dass du bei mir wohnen wirst.
- Oder ich sag es ihr. - Du sagst bitte gar nichts.
Wieso nicht? Ist sie ein Ungeheuer?
Und wenn schon, ich f�rchte mich nicht vor Gro�m�ttern.
Er hat 100 Leben gelebt
und alle wissen, wie viele zerbrochene Frauen er hinter sich lie�.
Ich k�nnte nicht mit ansehen, dass es dir auch so ergeht.
Ich lasse mich nicht von einem Mann kaputtmachen.
Auch nicht, wenn er Picasso hei�t.
Nein, ich versteh dich einfach nicht.
Ich kann nur sagen, es ist gegen die Natur.
Du bist noch so ein junges Ding.
Und er ist alt.
- Es ist, als h�ttest du dich verirrt. - Nein.
Ich hab zum 1. Mal das Gef�hl, dass alles richtig ist.
Ich bin sicher. So sicher bin ich mir noch nie gewesen.
(seufzt)
Dann wei� ich auch nicht mehr, was ich sagen soll.
Au�er dem einen.
Ich liebe dich.
Und was immer geschehen mag, daran wird sich nichts �ndern.
Gute Nacht.
Du solltest nicht mit ihm zusammenleben.
Diese Jahre kehren nie wieder. Wenn du sie verschwendest...
...sind sie dahin.
Ich find�s pervers, wenn eine junge Frau bei ihrer Gro�mutter wohnt.
Ich nehme an, sie hat dich vor mir gewarnt, hm?
Das w�re �berfl�ssig gewesen. Dein Leben ist kein Geheimnis.
Ja, es gab ein paar Frauen in meinem Leben.
- Was? - H�r auf.
H�r auf. Ich kann nichts daf�r, dass mir die Haare ausfallen.
Es waren "ne ganze Menge Frauen. Hunderte, Tausende.
Ich wei� nicht mehr, wie viele es waren. So viele.
Jetzt gibt es nur noch dich.
Denn mitjedem Tag liebe ich dich mehr.
Du bedeutest mir alles.
(Picasso) Du bedeutest mir alles. Wenn mich etwas traurig macht,
dann, dass ich nicht bei dir sein kann.
Ich w�rde alles tun, um dich gl�cklich zu sehen.
Meine eigenen Tr�nen w�rden mir nichts ausmachen,
wenn sie verhindern k�nnten, dass du auch nur eine einzige vergie�t.
Ich liebe dich.
Papa liebt uns, Ma.i.a.
Wieso wohnt er dann nicht bei uns?
Wieso kann er immer nur am Sonntag hier sein?
Papa ist in der Woche sehr besch�ftigt.
Alle wollen von ihm Bilder und deswegen muss er viel arbeiten.
Er tut es nur f�r uns.
Er tut es, um Geld f�r uns zu verdienen.
(Fran�oise) Picasso lernte Marie-Th�r�se kennen, als sie 17 war.
Sie war so weltfremd, dass sie nie von ihm geh�rt hatte.
Er zeigte ihr sein Foto in einer Zeitschrift,
um zu beweisen, dass er ber�hmt war.
In seinen Bildern von ihr geht es nur um den Liebesakt.
Sie sind voller Sinnlichkeit.
Ich nehme an, sie war nicht sehr intelligent und das langweilte ihn.
Das war, als Dora Maar in sein Leben trat.
Seine fr�hen Portraits von Dora waren so z�rtlich
wie die von Marie-Th�r�se, als er frisch in sie verliebt war.
Auch wenn er kr�ftigere Farben benutzte.
Schwarze Haare mit blauen und gr�nen Glanzpunkten,
um Doras st�rkeren Charakter auszudr�cken.
Aber in wenigen Jahren hatte er durch seine Qu�lereien
Doras v�llige Aufl�sung bewirkt.
Mit hervorquellenden Augen, geschwollener Nase
und zu Tr�nen gewordenen Augenwimpern.
Sie wohnte um die Ecke
und er erschien in ihrem Atelier, wann es ihm passte.
Sie verbrachte ihre Tage und N�chte damit, auf ihn zu warten.
Sie war seine Gefangene.
Er malte sie hinter Gittern mit einer Brotrinde und einem Krug Wasser.
Das Bild gibt es nicht mehr. Er hat es �bermalt.
Aber ihr Elend gibt es noch immer.
Noch mehr Insekten f�r dich. So wirst du eines morgens aufwachen. Wie Kafka.
Was ist los?
Ein Mann hat mich �berfallen und mein Fahrrad gestohlen.
- Wann? - Gerade eben.
Er griff mich an und nahm mein Fahrrad.
- Das m�ssen wir melden. - Hab ich schon.
Sie sagen, der Angreifer kommt von innen.
- Du bist der Angreifer. - Rei� dich zusammen.
Du bist ein gro�er Maler, aber moralisch bist du ein Nichts.
Das hast du von einem meiner Kritiker.
- Du musst gerettet werden. - Dann rette mich.
Nein, ich kann das nicht.
Die Verdorbenheit frisst auch an mir. Es ist nicht deine Schuld.
- Es ist Gottes Schuld. - Bitte um Vergebung. Wir m�ssen beten.
Wenn wir nicht beten, sind wir verloren.
Vor Gott sind wir eine Seele. Komm, wir beten.
- Er wird uns vergeben. - Ruhig, ruhig, H�r auf! Ruhig. Schh...
(bes�nftigend) Ja, beruhige dich.
Ruhig. Ruhig.
- Geh zu Doktor Laquin. - Schick mich nicht weg!
Ich bring dich hin, ist doch klar.
Du brauchst nur etwas Ruhe, das ist alles.
- Ich will nicht ohne dich gehen. - Ich begleite dich.
Ich begleite dich, hm?
- Dora h�lt den Druck nicht aus. - Den du verursacht hast.
Du solltest ihr helfen, statt ihr noch mehr wehzutun.
Es w�re menschlich, den Schw�cheren nicht zu qu�len.
Menschlich sein, hei�t stark sein und �berleben.
Alles andere ist sentimentaler Quatsch.
Da ist nichts mehr zwischen Dora und mir.
- Es ist nicht mehr weit. - Ich will nicht hingehen.
Sie erwartet uns. Ich denke, die arme Frau tut dir Leid.
- Deshalb will ich auch nicht hin. - Mein Gott! Was ist los mit dir?
Ich mache das f�r dich.
Ich bin ein Mann tiefer Gef�hle. Du hast kein Gef�hl.
Kalt wie ein Fisch. Ich werf dich in die Seine zum Aufw�rmen.
(beide lachen)
Du hast einen ausgefallenen Sinn f�r Humor.
"Ich will nicht hingehen." (laute Schmatzlaute)
Na komm. "Ich will nicht hingehen."
Die Spannung zwischen positiven und negativen Formen
ist au�ergw�hnlich stark.
Sie ist intelligent, findest du nicht? Ich mag intelligente Frauen. Manchmal.
Dumme mag ich selbstverst�ndlich auch.
Du bist nicht gekommen, um meine Bilder zu begutachten.
Richtig. Fran�oise soll mit mir leben und will deinetwegen nicht.
- Was hab ich damit zu tun? - Du sagst es.
Sie hat nichts damit zu tun, weil zwischen uns nichts ist.
Sag"s ihr.
Nein. Absolut nichts.
Das h�tten wir gekl�rt. Jetzt wei� jeder, woran er ist.
Oh ja, jeder wei� bei dir immer ganz genau, woran er ist.
Sie h�lt es keine 15 Minuten bei dir aus.
Sie meint vielleicht, du machst sie unsterblich.
Mach ihr keine Hoffnungen.
Er ist nicht unsterblicher
als das Skelett eines ausgestorbenen Raubvogels.
Hm.
Gehen wir essen. Ich bin in guter Stimmung, weil ich verliebt bin.
Du hast nie jemanden geliebt. Du hasst sogar dich selbst.
Dora ist eine richtige Psychologin.
Ich nehm dich mit ins Lipp und f�ttere dich mit Sauerkraut.
(Stimmengewirr)
Was machst du diesen Sommer?
Wenn du nicht nach Minerve f�hrst, k�nnten wir hinfahren.
Es wird dir gefallen.
Das Haus geh�rte einem von Napoleons Gener�len.
- Aberjetzt geh�rt es mir. - Ich habe es Dora geschenkt.
Der Eigent�mer wollte ein Bild von mir, also tauschten wir einfach.
Seine Frau kam bei einem Unfall um. Er hielt es dort nicht mehr aus.
- Der Geist dieser Frau geht dort um. - H�r auf, solche Sachen zu erz�hlen.
Wenn du nicht hinf�hrst, fahren Fran�oise und ich.
- Wenn es Doras Haus ist... - Ich hab"s ihr geschenkt.
Sag"s ihr.
Ja, es ist meins. Er hat es mir geschenkt.
Es wimmelt von Skorpionen. Sie werden"s ja sehen.
Sch�tteln Sie die Schuhe aus, bevor Sie hineinschl�pfen.
Kleine Skorpione.
(Katze miaut)
Siehst du sie? Da hinten.
Ich liebe diese Wildkatzen.
Sie sind immer tr�chtig, weil sie nur die Liebe im Sinn haben.
Das Einzige, was sie zu fressen kriegen, sind Eidechsen.
Und die fressen sie von innen auf.
Deswegen sind sie so d�nn.
Fran�oise! Sieh dir das an. Da, schau hin!
(Katze miaut)
Nicht doch. Schau genau hin.
(Trompetenkl�nge)
(erschrickt)
(ausgelassener Gesang der Nationalhymne)
Es war eine Kulisse, wie er sie liebte.
Nur M�nner. So gut wie keine Frauen.
Ich hatte nie eine Feier zum 14. Juli erlebt, zu der nicht getanzt wurde.
"Gott sei Dank", meinte Picasso. Er hasste die Tanzerei.
Es war in Ordnung, mit vielen Frauen zu schlafen.
Aber mit ihnen zu tanzen, war dekadent.
Was? Danke.
Von der Gro�mutter?
Was will sie? H�?
- Von Marie-Th�r�se, nehm ich an. - Ist sie nicht s��?
Sie schreibt mirjeden Tag.
"Keiner ist wie du. Ein schrecklicher, wunderbarer Geliebter.
Keiner auf der ganzen Welt. Nicht mal Ma.i.a.
Ich lebe mitjedem Atemzug nur f�r dich."
- So was w�rdest du mir nie schreiben. - Nein.
Sie liebt mich wirklich. Sie ist, wie eine Frau sein muss.
Sieh mal �ber dir.
(Kirchenglocke l�utet)
(Hupen)
Hey, was machst du denn?
Ich fahre per Anhalter nach Marseille und dann mit dem Schiff nach Algerien.
Du bist doch keine schwarze Frau. Steig in den Wagen.
Nein, niemals!
Hey! Du steigstjetzt in den Wagen. Komm! (Hupen)
Halt!
- Anhalten! - Fran�oise! Fran�oise!
- Ich will nie mehr in dieses Haus! - Warte! Bleib stehen!
- Fran�oise. - Ich will nie mehr in dieses Haus!
Was ist? Das kannst du mir nicht antun.
- Tun Sie"s nicht. Er braucht Sie. - Lass mich los!
- Steig in den Wagen, h�rst du? - Lass mich los!
Ich will dich in eines dieser Zelte einwickeln,
die Moslem-Frauen tragen.
Spanier glauben, das Auge ist wie ein Geschlechtsorgan.
Man kann eine Frau mit Blicken vergewaltigen.
Nur mit den Augen.
Du sollst mir schw�ren, dass du mich ewig lieben wirst.
Schw�r"s bei Gott.
- Du glaubst doch gar nicht an Gott. - Nicht hier drin.
Knie dich hin. Na komm schon. Knie dich hin.
Knie dich hin.
Und jetzt sagst du:
"Ich, Fran�oise, schw�re, dass ich Picasso liebe,
und nur Picasso.
F�r immer und ewig.
Amen."Schw�r"s.
Ich, Fran�oise, schw�re, dass ich Picasso liebe,
und nur Picasso. F�r immer und ewig. Amen.
- Jetzt kannst du nicht mehr weglaufen. - Jetzt du.
Wieso bist du weggelaufen? Weil du mit mir ungl�cklich bist?
Das Leben mit dir ist nicht die einfachste Sache der Welt.
Ich bin aufrichtig und spiele mit offenen Karten.
Einer Menge Karten. Ein paar versteckst du unter dem Tisch.
Wie Marie-Th�r�se. Wie viele warten noch auf ihren Auftritt?
Du solltest nicht so viel damit denken, sondern hiermit f�hlen.
Du brauchst ein Kind, damit du lernst, wie man f�hlt.
Erst dann bist du ganz Frau. Dann bist du meine Frau.
Die Galerie war wieder am Telefon.
Ich brauche heute eine Antwort. Wir m�ssen mit dem Druck anfangen.
Wer wei�, was der Tag bringt, ehe die Sonne untergeht.
Ich war diese Woche jeden Tag hier und jeden Tag h�re ich dasselbe.
Vielleicht ist morgen alles anders. Des Menschen Hoffnung w�hrt ewiglich.
Aber ich w�hre nicht ewiglich.
Ich muss zur�ck nach New York. Meine Gesch�fte k�nnen nicht warten.
Ich auch nicht. Meine Gesch�fte hei�en Picasso.
Ich muss heute zu ihm. Es ist unumg�nglich.
- Oh, unumg�nglich. - Ganz Recht!
Warum versuchst du nicht aufzustehen?
(Picasso knurrt m�rrisch)
- Nein, h�r auf. - Versuch es.
H�r auf, mich zu qu�len. Ich halt"s nicht mehr aus.
Nat�rlich nicht, ohne Kaffee und Brioche.
- Er muss essen. - Blo� nicht aufs Bett.
Ich muss auswandern. Das ist die einzige L�sung.
- Sie f�hlen sich gleich besser. - Ich halte das keinen Tag l�nger aus.
Das ist einfach kein Leben. Was mach ich hier �berhaupt?
Jeder wei�, dass ich nichts mache. Ich arbeite von Tag zu Tag schlechter.
Heute werden Sie was machen, das Ihnen gef�llt.
Wir haben daf�r gesorgt, dass das Atelier warm ist.
Warum sollte es heute besser werden als gestern?
Gestern war ein wundervoller Tag. Du hast die Pont-Neuf-Serie vollendet.
- Ja. Aber ist sie auch gut? - Steh auf und sieh sie dir selber an.
- Das w�rde mich deprimieren. - Sie ist fantastisch.
Kootz sagt, er k�nne nicht l�nger warten. Er muss Sie heute sehen.
Dasselbe meinte er gestern und vorgestern.
Er macht mir das Leben zur H�lle. Kahnweiler ist auch da.
- Sie sitzen Seite an Seite im Salon. - Die k�nnen sich doch nicht ausstehen.
- Sag du ihnen Bescheid. - Was?
Keine Ahnung. Sag, Picasso hat Bauchschmerzen.
Stimmt sogar, aber wenn ich das meinem Arzt erz�hle,
zeigt er mir die Zeichnungen seines Enkels.
Steh auf und du f�hlst dich besser. Wieso versuchst du es nicht?
Ich hasse es, wenn man mir die Pistole auf die Brust setzt. Besonders Frauen.
(Tuten auf Trompete)
Hey! (Applaus)
Guten Morgen. Oder guten Tag.
- Feuer? - Por favor.
Kein Streichholz dabei?
Tut mir Leid, dass Sie warten mussten.
- How do you do? - Danke, gut.
- Bonjour, maitre. - Hallo.
- Buongiorno. - Harry.
Jean-Claude, auch schon wieder hier? Madame. Monsieur.
Monsieur. Madame.
Kootz, was machen Sie denn hier?
Mir nicht zu sagen, dass er hier ist, Fran�oise, also wirklich.
- Ich zeige Ihnen was. - Endlich.
- Gleich wieder da. - Mich hat er nat�rlich �bersehen.
Mr. Kootz ist aus New York angereist.
Er ist nur nach Paris gekommen, um Picassos zu kaufen.
Er geht nirgendwo anders hin. Es zieht ihn nicht mal in den Louvre.
Die Arbeiten dort sind ihm nicht abstrakt genug.
Glauben Sie, dass Picasso ihm was verkauft?
- Was verkauft er ihm? - Er zeigt Ihnen gleich alles.
�h...
Oh.
Alles, was Sie mir geben,
kann ich in New York in 5 Minuten verkaufen.
- Zu welchem Preis? - Zu jedem.
Sie erzielen mehr als jeder andere lebende Maler.
Krieg ich mehr als Matisse?
�h... Oh. Mehr, viel mehr.
Das ist wundervoll. Wieso haben Sie das noch?
Das ist ein Braque. Ich hab ihn seit ungef�hr 30 Jahren.
Oh.
Matisse hat sehr viele neue Arbeiten geschickt.
Aber ich sag immer: "Wartet, bis ihr die neuen Picassos seht."
Lhr habt die alle hei� gemacht. Also das hier ist alles neu?
Ja.
Oh.
Wie viele Bilder wollten Sie mitnehmen?
- 9. - Er will 9 Bilder.
Wenn W�nsche G�ule w�ren, w�rde jeder Bettler reiten.
Sabartes liebt alte Sprichw�rter. Er ist wie ein altes Weib.
- 9 kommen nicht in Frage. - 7? 6 m�ssen es mindestens sein.
Und die anderen H�ndler? Und Kahnweiler?
Der rechnet noch mit Vorkriegspreisen. Ich meine den 1. Weltkrieg.
Aber ich... mache Ihnen ein ernsthaftes Angebot.
Hm?
Er ist mein �ltester H�ndler. Er kaufte, als mich niemand ernst nahm.
Ja, aber gro�e Kunst hat nichts mit Sentimentalit�t zu tun.
Daf�r braucht man schon etwas Handfesteres.
- Sch�ne Krawatte. - Danke.
- Amerikanisch? - Ja.
- New York? - Sacks Fifth Avenue.
Oh.
- Sind Sie interessiert? - Ob ich interessiert bin? (lacht)
Ich w�rde es im selben Moment verschiffen lassen,
in dem es... �hm...
...fertig ist.
Ein Bild kann niemals fertig sein.
Das meinte ich auch. Kunst ist ein Prozess.
Ich wollte damit �berhaupt nicht...
Eine Arbeit zu beenden, hei�t, sie zu zerst�ren.
Lhr die Seele zu rauben, den Todessto� zu geben.
Sollte je ein Bild fertig werden, bin ich fertig.
Lhre Krawatte ist wirklich gut.
Dann machen Sie mir die Freude und nehmen Sie sie als Geschenk an.
Hier.
Oh, danke.
Sie sind immer noch hier? Das tut mir wirklich Leid.
Es muss was dazwischengekommen sein.
Er findet es am�sant, dass ich hier drau�en sitze
und mich frage, was er anderen H�ndlern verkauft.
Das spielt er gerne mit mir. Im Grunde schon seit 35 Jahren.
- (Picasso) Bis morgen. - Ja, vielleicht kann ich umbuchen.
Kahnweiler, was machen Sie denn hier?
Warum hast du mir nichts gesagt?
Wie geht"s? Gef�llt Ihnen die Krawatte?
- Ist von Sacks, richtig? - Ja.
Hallo. Wieso hast du nichts gesagt, du dummes... AIso so was.
Ich zeig Ihnen gleich was. Kommen Sie gut nach Hause.
- Danke. - Zufrieden?
- Ich bin zuversichtlich. - Gut. B�se.
(Stimmengewirr)
- Wird er ihm was verkaufen? - Hat er Ihnen was verkauft?
Ich soll morgen wiederkommen.
- Warum hat er lhre Krawatte? - Sie gefiel ihm. Ich hab Schmerzen.
- Ist das wahr? - Ob ich noch umbuchen kann?
Wirst du denn nicht m�de, wenn du so lange stehst?
Du arbeitest schon fast 9 Stunden.
Wenn ich arbeite, lasse ich meinen K�rper vor der T�r.
Wie Moslems, die die Schuhe ausziehen, bevor sie in die Moschee gehen.
Ich mag das Scheinwerferlicht.
Es ist mir sogar lieber als das nat�rliche Licht.
Jede Form wird hervorgehoben.
Die tiefen Schatten, die sie werfen,
findest du in den meisten meiner Stillleben, weil ich sie nachts malte.
Die Malerei ist viel st�rker, als ich es bin.
Sie macht mit mir, was sie will.
Meine Hand h�lt zwar den Pinsel,
gehorcht aber nicht meinem Verstand, sondern etwas,
auf das ich keinen Einfluss habe.
Sieh dir das an.
Alles spricht daf�r, dass es eine Frau ist.
Das bist du in deinem langen, schwarzen Kleid.
Aber du scheinst dich in einen Blumenstrau� zu verwandeln.
Oder in einen Federbusch.
Das ist sehr mysteri�s.
Ich male ein Motiv und pl�tzlich ist es ein anderes.
Ich denke: "Es ist blau, also muss es eine Frau sein.
Wenn es einen Bart hat, muss es ein Mann sein."
Ich mache eine Menge Fehler. Gott auch.
Er schafft einen Dackel, einen Elefanten, ein Eichh�rnchen...
Wie ich.
Er hat alles versucht. Genau wie ich.
Wir haben keinen Stil. Stil kannst du erst haben, wenn du tot bist.
Es gibt Maler, die machen sich eine Kuchenform.
Und dann backen sie Kuchen. Immer denselben Kuchen.
In der Malerei ist alles m�glich. Aber du darfst dich nicht wiederholen.
Werd nie dein eigener Bewunderer.
Jetzt!
(alle) Senor Picasso.
Sie haben einen Sohn. Ist das nicht herrlich?
- Haben Sie einen Namen? Pablo? - Oder Paolo, wie lhr 1. Sohn.
Warum nicht noch ein Pablo?
(Baby schreit)
Oh! Ist er mir nicht wie aus dem Gesicht geschnitten?
Ein echter Picasso.
Jedenfalls hat er dieselbe Frisur.
- Sind die Blumen h�sslich. - Nicht wahr?
Bestes Beispiel f�r meinen schlechten Geschmack.
Was Frauen und Kinder angeht, ist mein Geschmack hervorragend.
(Gro�mutter) Hand unters K�pfchen. (Picasso lacht)
Vorsichtig.
(Fran�oise) Donnerstags und sonntags verschwand er
zu seiner anderen Familie, Marie-Th�r�se und Mai.a.
Nur sie durfte ihm die N�gel schneiden. Das war gef�hrlich.
In den falschen H�nden k�nnten sie mit Hilfe schwarzer Magie
gegen ihn verwendet werden.
Das Gleiche galt f�r Haare. Alles wurde aufbewahrt und datiert.
Nicht anders als Jede Skizze, die er zeichnete.
- Ich kann dir die Haare schneiden. - Ist noch was zum Schneiden da?
- Ja, sieh dir das an. - So weich. Das ist sch�n.
Sag du. Gef�llt"s dir? Willst du mich mit Glatze sehen?
- Gib mir die Schere. - Nein.
Komm schon. Gib mir die Schere.
Ja, halt ihn so.
(Marie-Th�r�se erschrickt)
Gut.
- Fertig? - Ja.
Dein Papa ist ein uralter Glatzkopf. Gef�llt"s dir?
- (stimmt zu) - Ja?
(gibt alberne Laute von sich, Ma.i. A lacht)
- Gib mir einen Kuss. Gef�llt"s dir? - Ja.
Gef�llt"s dir? Gleich noch einen. (Ma.i. A lacht)
Ich hatte �rger, weil die Stromrechnung nicht stimmte.
Man muss erst zahlen, dann �berpr�fen sie es und erstatten das Geld.
Komm mal her.
Nimm das.
Wir m�ssen Ma.i. A einen neuen Mantel kaufen.
Sie w�chst so schnell.
Ich wei�, das Geld macht dir Sorgen.
Wir versuchen, nicht zu viel auszugeben.
Ohne dich und Ma.i. A w�re mein Leben eine gr�ssliche W�ste.
Ich m�chte, dass du mir von heute an 2-mal am Tag schreibst.
- Jeden Tag, verstehst du? - Ja.
2-mal t�glich. Ich f�hl mich krank, wenn ich nichts von euch h�re.
Erb�rmlich und einsam.
Nach der Geburt unseres Sohnes waren wir seltener in Paris.
Picasso meinte, Kinder brauchen Seeluft.
Im Fr�hling fuhren wir nach Golfe Juan und blieben bis zum Herbst.
Aber Picasso konnte nirgendwo ohne seinen gesamten Anhang sein.
Warum soll ich dir nicht das Schwimmen beibringen?
Ich schwimme im knietiefen Wasser gut. Ich kann sogar unter Wasser lieben.
- Ist dir kalt? - Ja, ich frier mich tot.
(Picasso) Mhm, mhm.
- Ich will einen Vorschlag machen. - Was f�r einen?
Ich f�nd"s sch�n, wenn Marie-Th�r�se und Ma.i. A uns besuchen.
- Wieso? - Na, wieso denn nicht?
- Nenn mir einen Grund. - Wenn dir das Feingef�hl fehlt...
Claude hat eine Halbschwester. Ich will, dass sie sich kennen lernen.
Wieso fehlt dir jede Form von Anstand?
Du bist ein miserabel erzogenes Weib. Ganz miserabel.
- Aus meinen Augen! - (Fran�oise lacht)
Claude sprach schon mit 18 Monaten ganze S�tze.
- (Picasso) Ja. - Wann lernte er Laufen?
- Da war er... - 3 Tage alt.
- 15 Monate. - Eigentlich sollte ich nicht.
Ma.i. A lief, bevor sie ein Jahr alt war.
Jungs sind langsamer. Entw�hnt hab ich sie erst mit 14 Monaten.
- Ich fing bei Claude mit 4 Monaten an. - Mit 4 Monaten? Unglaublich.
- Er bekam Haferbrei mit Bananen. - Und Beefsteaks.
Beefsteaks? Bevor er Z�hne hatte?
Er kam mit Z�hnen auf die Welt. Starken Z�hnen wie meinen.
Au�erdem hab ich ihm immer ein Eigelb in die Milch ger�hrt.
Du hast deinen Tee nicht ausgetrunken.
- Der wird doch ganz kalt. - Oh!
Danke sehr.
Denken Sie nicht, Sie k�nnen meinen Platz einnehmen.
- Nat�rlich nicht. - Das haben schon andere versucht.
Ich werde immer die Wichtigste sein. Mir wird er immer den Vorrang geben.
Das war alles, was ich sagen wollte.
Er war von dieser Begegnung entt�uscht.
"Du bist keine richtige Frau", sagte er.
Eine richtige Frau h�tte um ihn gek�mpft.
Wie Dora Maar gegen Marie-Th�r�se.
Das war, als er an "Guernica"arbeitete,
dem Aufschrei gegen Hass und Gewalt.
Im Kampf, Mann gegen Mann.
Und Frau gegen Frau.
Das ist der Vater meines Kindes. Sie haben kein Recht, uns zu behelligen.
Richtig, ich habe kein Kind, aber er findet mich auch ohne eins am�sant.
Wenn nicht am�santer.
Du musst dich entscheiden. Welche von uns willst du?
Lhr gefallt mir beide. Von mir aus muss sich nichts �ndern.
Das m�sst ihr zwischen euch ausmachen.
(Gerangel)
(Gerangel)
(beide schreien und st�hnen)
- Das ist gut. - Ja.
Und das hier.
(h�misches Lachen)
- Hey! Hallo, M�llmann! - Sieh nicht hin.
- Wer ist das? - Sie ist verr�ckt.
Als du mich heiratetest, warst du ein K�nstler.
Und was tust du jetzt? Du w�hlst im M�ll.
- Wer ist das? - Ein M�llmann!
- Olga. Meine Frau. - Das ist Olga?
Er ist nicht umsonst der K�nig der M�llkippe.
Was solltest du auch sonst f�r ein K�nig sein?
Was ist das f�r eine? Wen hat er da bei sich?
Wer ist das?
Wo hat er die gefunden?
- Geh nach Hause. Du stehst im Weg. - Ich bin seine Frau.
Seine Frau.
Ich bin die einzige Madame Picasso.
- Wo ist dein Sohn? - Mein Sohn?
- Ja. - Dein Sohn. Schwer zu �bersehen.
Er tut gar nichts.
Gibt alles aus, was ich besitze, und verlangt noch mehr.
Er wird immer schlimmer, wie du!
Denkt nur ans Saufen und Huren.
- Wie sein Vater. - Ich trinke nicht.
- Schon mal von Rembrandt geh�rt? - Fran�oise.
Hast du schon mal von Rembrandt geh�rt?
Wenn du was von ihm h�ttest, w�rst du ein richtiger Maler.
Schon mal von Beethoven geh�rt? Das war ein gro�es Genie.
Du bist nichts. Abfall.
Das passt hervorragend zu deiner Hose. Ich finde...
(klassische Musik)
Picasso lernte Olga 1917 kennen. Sie war bei Diaghilews Ballet Russe.
Diaghilew engagierte T�nzer nach 2 Gesichtspunkten...
Sie waren gut, oder sie verf�gten �ber gesellschaftliche Beziehungen.
Olga fiel in die 2. Kategorie.
- Wer ist diese T�nzerin? - Das ist Olga Kokhlova.
Lhr Vater ist General in der russischen Armee.
Verbrennen Sie sich nicht die Finger.
Am General oder an ihr?
Wenn Sie was mit einer Russin anfangen, m�ssen Sie sie heiraten.
Sie kann wirklich nicht tanzen, aber die Pfauen sind gut.
Olga und Picasso heirateten 1918.
Lhr Sohn Paolo wurde 1921 geboren. Im selben Jahr wie ich.
Ich hab fast gewonnen! Ich bin der Gr��te!
Paolo wurde 2. Beim Monte-Carlo-Rennen. Unglaublich.
Er hat die Profis geschlagen. Viva Paolo!
Er tut nichts anderes, als dieses bl�de Ding zu fahren.
Und mit dir Boule zu spielen. Du bist ein schlechter Einfluss.
Jeder, mit dem er sich abgibt, ist ein schlechter Einfluss.
Er ist ein guter Junge. Er ist stolz auf Sie.
- Stimmt"s, Mademoiselle? - H�r mit dem "Mademoiselle" auf.
Sie hat ein Kind am Hals. 2, wenn man ihn da mitrechnet.
(Freudenschreie)
(aufgebrachtes Durcheinander, Polizeisirene)
Keine Sorge, alles unter Kontrolle.
- Ziehen Sie sofort das M�dchen hoch. - Rauf mit dir.
Es geht um Ruhest�rung. So ein Benehmen ist unzul�ssig.
Hol Paolo.
Du sollst Paolo holen.
- Er will dich sprechen. - Komm mit.
- Sie m�ssen dem ein Ende bereiten. - Und ob ich das tue. Schaff Paolo her!
- Allein geh ich nicht rein. - Von mir will er nichts.
- Na los. - Du wei�russischer Bastard!
Niedrige Kreatur! Idiot!
Und du bist mitverantwortlich.
Er ist mein Sohn und du bist meine Frau.
- Also ist er auch dein Sohn. - Nat�rlich.
Eine Frau aus dem Fenster zu werfen!
- Idiot! - Das war doch nur Spa�.
Die Art von Spa� wird mir langsam zu teuer.
Ich hab es satt, deine Schulden zu begleichen.
Ich wei� nicht, was aus dir werden soll.
Wie kommst du auf so was?
Ich hab noch nie eine Frau aus dem Fenster geworfen.
Ich tu"s nicht wieder. Versprochen.
Du kannst nichts daf�r. Du bist ein Russe.
Deine Mutter ist verr�ckt und du wurdest verr�ckt geboren.
Ich h�tte sie nie heiraten und ein Kind mit ihr haben d�rfen.
Dann w�rde es mich nicht geben, Papa.
Ich h�tte sie nicht heiraten sollen. Man warnte mich, aber ich h�rte nicht.
Aus dem Fenster?
Zu Beginn ihrer Ehe am�sierten Picasso Olgas gesellschaftliche Kreise.
Sie hatten sogar einen Chauffeur mit wei�en Handschuhen.
Denselben Marcel, den ich 15 Jahre sp�ter kennen lernte.
Allerdings ohne die wei�en Handschuhe.
Nach kurzer Zeit hatte Picasso die Partys satt.
Und in den 30er Jahren zeigten seine Bilder
Olga nicht mehr als strahlende T�nzerin,
sondern als fr�hzeitig gealterte, boshafte Ehefrau,
die er verabscheute.
Verr�ckt. Ich sah Sie noch nie malen.
Verr�ckt? Ich schlaf auch mit Frauen. Haben Sie mich dabei gesehen?
- Das werden wir doch nicht hoffen. - (spricht Russisch)
- Ich tu Ihnen etwas Gutes. - Es ist mir eine Ehre.
Ich dachte an Locken oder R�llchen oder einen Pony.
Oder h�tten Sie lieber einen Scheitel?
Eine kleine Spitzenborte.
Oh, wie entz�ckend!
Oh, ganz wunderbar! Sehen Sie nur.
Ich bin Madame Picasso!
Ich bin seine Frau.
Sie k�nnen in lhrem Puppenwagen
so viele Bastarde herumschieben, wie Sie wollen.
Aber es gibt nur eine einzige Madame Picasso.
Mich!
Olga Picasso!
Er hat sie vernichtet und jetzt verfolgt dich ihr Geist.
Picasso!
(OIga) Was haben Sie gesagt? Ich soll Sie in Ruhe lassen?
Nein, das geht nicht.
Das ist mein Zuhause. Ich wohne hier.
H�ren Sie nicht, was ich sage?
- Das ist nicht sein Kind. - Nein, Madame, h�ren Sie auf!
- Paolo! - Madame, Sie m�ssen damit aufh�ren.
- So geht das nicht weiter. - Bitte, lassen Sie mich doch rein.
Oh, meine Gute.
Dieser Mann hat Ihnen gro�es Leid zugef�gt.
(weint und schluchzt)
Claude.
(Picasso macht alberne Ger�usche, Fran�oise lacht)
Immer wenn jemand deine Mutter �rgern will, musst du so machen.
Mama!
Ich m�chte ein neues Haus suchen und aus der Villa Portois ausziehen.
- Warum m�ssen wir in der Stadt wohnen? - Umziehen will sie?
Wenn ich immer umziehen m�sste, wenn Frauen um mich k�mpfen,
w�rde ich mit dem Ein- und Auspacken nie fertig werden.
Ich k�mpfe nicht um dich.
Abgesehen davon wird es bei uns bald zu eng werden.
Hey, hast du mir zugeh�rt?
Wir bekommen ein 2. Kind, Pablo.
Noch eins von der Sorte?
So wie das da? (lacht)
Wann?
N�chstes Jahr.
Oh...
(Picasso) Warum nimmst du nicht die hier?
(Fran�oise) Warum nimmst du sie nicht selbst?
Kannst du nicht helfen?
Das war nicht meine Idee, du wolltest doch umziehen.
K�nntest du meine Sachen etwas respektvoller behandeln?
Komm mal mit hoch.
T�r zu.
Warum bringst du dein Geld nicht auf die Bank?
Banken gehen st�ndig Pleite.
Ruinierte Million�re springen aus dem Fenster.
Ich hab"s lieber griffbereit.
Hilf mir, sie zu sortieren. In 100er, 50er, 20er.
In all den Jahren gab mir Picasso nie Geld.
Und ich bat ihn nie darum.
Ein weiterer Vorwurf, den meine Gro�mutter ihm machte.
Sie wusste, dass ich f�r Claude und mich sorgen musste.
Bald w�rde das 2. Kind da sein.
Ich w�rde gern sagen, dass sie der Seeluft wegen in den S�den kam.
Aber der wahre Grund lag eher in den Kasinos.
Sie war eine leidenschaftliche Spielerin.
Und im Gegensatz zu anderen Spielern, pflegte sie zu gewinnen.
- Fran�oise, na komm. - Nein.
Ich wei�, er gibt dir und dem Kind nichts.
Dabei ist er Multimillion�r.
Du musst das als Test verstehen. Wie lebe ich ohne einen Franc?
Ich fing an, mit meiner Arbeit Geld zu verdienen.
Picasso beeinflusste mich nicht direkt,
aber er umgab mich wie ein Naturelement.
Und in diesem Element, nehmen wir Wasser, schwamm ich,
ohne dass er es mir beibrachte.
Er sagte, malen kann nicht vermittelt, sondern nur gefunden werden.
Er sagte: "Versuch nicht, Picasso zu sein, sei du selbst."
Wie viele Bilder k�nnten Sie mir pro Jahr �berlassen?
Ich bem�he mich um eine Ausstellung und dann reden wir �ber...
Nein. Ich f�hre die Verhandlung.
Ein Vertrag mit Kahnweiler ist der Weg in den Hungertod.
Nein, nein. Nein, nein.
Oh, was man aus Amerika h�rt, das klingt nicht so gut.
Matisse kann nicht klagen. Seine Preise sind gestiegen.
Aber sie kaufen keine Picassos.
Woran liegt"s? An meinem Beitritt zur kommunistischen Partei?
Was soll"s? Ich bin trotzdem zufrieden.
Ich wei�, Sie verstehen das nicht.
Seit ich Mitglied bei den Kommunisten bin, f�hle ich...
...mich wieder unter Br�dern.
Sie werden sehen, es wird Proteste und Streiks geben.
Die werden aufmarschieren und in den Stra�en singen.
Und Sie baumeln an einem Laternenpfahl.
(Stimmengewirr)
(Mann h�lt Ansprache auf Russisch)
(Zurufe auf Russisch)
Stalin!
- (Mann spricht Russisch) - (alle) Picasso!
Danke sch�n.
Mit seinem Eintritt in die kommunistische Partei
folgte Picasso vielen K�nstlern und Intellektuellen,
f�r die der Kommunismus eine neue Religion war,
in der Gott durch Stalin ersetzt wurde.
Mit seinem Chauffeur Marcel
reiste Picasso zu einem Parteikongress nach Polen.
Die Genossen lehnten seine Kunst ab, aber sie liebten seinen Namen.
Sie wussten, er war n�tzlich f�r ihre Propaganda.
- (Dolmetscher) Gef�hrliche Anarchie... - (spricht Russisch)
(Dolmetscher)... welche das Individuum aus der Masse hervorhebt.
- Danke, Genossen. - (Mann) Picasso!
Ich danke dem internationalen Proletariat.
Ich f�hle mich geehrt, mit Ihnen diesen Abend zu verbringen.
Eine besondere Ehre.
Aber ich nehme Ansto� an einer Bemerkung meines Vorredners.
Er benutzt das Wort Anarchie in Verbindung mit meiner Kunst.
Ich bin kein Anarchist.
Mich interessiert konstruktives Arbeiten, ich baue auf.
Anarchie in der Kunst
ist nicht mehr als eine bourgeoise Erfindung.
Sie verdammt den K�nstler zu Beschr�nktheit,
Mittelm��igkeit und Fehlverhalten.
- Dein impressionistisch, surrealist... - Hinsetzen.
Also bitte, Genosse, wenn du mich schon angreifen musst,
dann solltest du wenigstens die Terminologie beherrschen.
- Bravo! Hoch lebe Picasso! - Prost!
(alle) Prost! Picasso!
(pfeift)
Pierre, ohne seine Erlaubnis kann ich dich nicht fotografieren lassen.
Nat�rlich nicht. Ohne seine Erlaubnis geht hier gar nichts.
Tut mir Leid.
Wann kommt er zur�ck?
Er wollte 3 Tage weg sein und jetzt sind es schon 3 Wochen.
- H�rst du noch von Genevi�ve? - Ja.
- Ist sie noch in Montpellier? - Ja, und hin und wieder in Paris.
Seht ihr euch denn gar nicht mehr?
Er sieht nicht gern, dass ich eigene Freunde habe.
Daf�r krieg ich jeden Tag das gleiche Telegramm.
"Einen dicken Kuss von Picasso." Einen dicken Kuss!
Das klingt nicht nach Pablo, das klingt nach Marcel.
Er hat Marcel beauftragt, jeden Tag ein Telegramm zu schicken.
Damit ich stillhalte.
Fran�oise!
Ah...
Das ist f�r die dicken K�sse.
Fran�oise?
Ich hab dir was aus Polen mitgebracht.
Fran�oise?
(seufzt)
Bitte!
F�r dich.
Ich hab"s f�r dich gekauft. Ein Geschenk.
Mach auf.
Oh...
Komm, zieh sie an.
Ah...
Er verstand es, Frauen zu umschmeicheln,
sie wie ein Haustier zu behandeln.
Er mochte Haustiere.
F�r Menschen hatte er weniger �brig. Die konnten manchmal schwierig sein.
(Picasso gurrt wie eine Taube)
Wir nannten unsere Tochter Paloma, "die Taube".
Sie war ein Musterkind, das rund um die Uhr schlief.
Picasso war von ihr entz�ckt,
vor allem, weil sie ihn nachts nicht st�rte.
Aus ihr wird mal die perfekte Frau. Unterw�rfig.
Wie alle M�dchen sein sollten. Und ihre M�tter.
Claude.
Pass auf. Pass sch�n auf.
Wo gehen wir hin? Sieh mal da.
Das sieht doch gut aus, findest du nicht?
Er war gern mit den Kindern zusammen. F�r ein paar Stunden.
Die meiste Zeit verbrachte er allein,
wenn er seine Schrottfundst�cke zu dem arrangierte,
was er die "Zuf�llige Begegnung einer N�hmaschine und eines Regenschirms
auf einem Seziertisch"nannte.
Er verwandelte einen Heizk�rper in einen Akkordeonspieler
und erkl�rte das zu einer Metapher,
die nicht das Auge, sondern den Geist t�uschen sollte.
(Messe auf Latein)
Amen.
(Picasso) Das ist typisch Matisse. Er hat nichts Gewaltt�tiges in sich.
Ja, im Vergleich zu mir ist Matisse ein scheues Reh.
Ich versteh nicht, wie er so was gestalten kann.
Er glaubt nicht an das, was es verk�rpern soll.
- Das ist unmoralisch. - Du glaubst doch auch nicht.
Aber ich musste damals ewige Liebe schw�ren. Vergessen?
Warum konnte es keine Markthalle sein? Dann h�tte er sein Obst malen k�nnen.
Seine pr�chtigen Bl�ten. Und nicht so was.
Schw�r es jetzt. Schw�r, mich und die Kinder ewig zu lieben.
Oder wenigstens die Kinder.
Was ist das f�r ein Bl�dsinn?
Du glaubst nicht an Gott. Was macht es dann aus?
- Und uns k�nnte es helfen. - Was ist blo� mit dir los?
Ich erlebte nur einmal, dass sich Picasso um Jemanden bem�hte.
Die F�lle ausgenommen, in denen er Frauen umwarb.
Das war, als wir Matisse in Nizza besuchten.
Matisse behandelte Picasso wie einen Lieblingssohn,
an dem er einiges auszusetzen hatte.
Manchmal tauschten sie Bilder aus,
aber Jeder spekulierte �ber die Arbeit des anderen.
Aber Picasso sagte... "Jetzt gibt es nur noch Matisse.
Wenn er stirbt, kann ich mich mit niemandem mehr unterhalten."
Henri, Lydia. Das ist Fran�oise. Monsieur Matisse.
Guten Tag.
Datteln aus Madagaskar. Nimm dir eine.
- Nein. - Nein?
Bitte sehr.
- Und Sie? - Gern, danke.
Sie tragen meine Farben. Mauve und Mandelgr�n.
- Das war meine Idee. - Nein.
Du hast mir empfohlen, Mauve und Pink zu tragen.
Was ich auch sage, sie ist gegenteiliger Meinung.
Ich lebe in einem Klima des Widerspruchs.
Du hast mein Mitgef�hl. Du hattest es mit deinen Frauen schon immer schwer.
Aber wessen Idee es auch war...
...es w�r mir eine Freude, sie in diesen Farben zu malen.
Lhr Haar w�rde blau werden, ihre Wangen hellgr�n.
Lhre Augenbrauen w�rden mit ihren Ohren korrespondieren.
Du stellst sie mir doch sicher als Modell zur Verf�gung.
Ja, sicher. Wenn ich daf�r Lydia von dir als Modell bekomme.
Aber das w�rde ihr nicht gefallen.
Die M�dchen in Paris verfluchen sich. "M�ge Picasso dich malen.
Deine Augen in den Ohren, die Nase im Mund."
Da ich nicht mehr so oft aus dem Haus gehen kann,
hab ich mir einen Garten geschaffen.
Hier finden Sie alles.
Fr�chte, Blumen und Bl�tter.
Ein paar V�gel.
Mein eigenes Schwimmbecken.
- Gehen Sie gerne schwimmen? - (sie lacht)
- Wir waren in lhrer Kapelle in Vence. - Oh.
Es gibt wohl eine Menge zu kritisieren.
Nein. Sie ist wunderbar.
Das Problem ist das Motiv. Was bedeuten dir die Symbole?
Wenn wir nicht beten, haben wir kein Recht, das Gebet darzustellen.
Aber wir beten doch.
Unsere Arbeit ist unser Gebet.
Du wei�t das so gut wie ich.
Nein.
Ich bin nicht religi�s im konventionellen Sinn.
Und glaube dennoch.
Eine Zen-Weisheit sagt: "Es gibt 2 Sonnen.
Die eine gro�e da drau�en.
Und die andere hier drin.
Und wenn die eine den Glanz f�r uns verliert,
Iodert die andere im Innern immer mehr und mehr auf."
Seit meiner letzten Krankheit
sp�re ich eine Sonne mit 1.000 Strahlen in mir.
Ja.
Ich sehe, du hast dir...
...so etwas wie einen kleinen Harem angeschafft.
Eine Sammlung von...
...bezaubernden Frauen.
Zur Erf�llung deiner geheimsten W�nsche.
Je �lter ich werde,
desto j�nger werden meine Fantasien.
Als ich 25 war,
musste ich weniger meine Fantasie bem�hen.
Du liebst Frauen mehr als ich, aber du bist nicht f�hig, sie zu hassen.
Das �berlasse ich dir.
- Ich habe ein Geschenk f�r dich. - F�r mich?
- Ich sah es und dachte an dich. - Ein Geschenk.
Lydia, bring unseren neuen Freund, damit er Picasso kennen lernt.
Monsieur Matisse freut sich schon lange darauf, dass Sie ihn abholen.
(Matisse) Bring ihn zu Picassos Wagen.
Wir haben keinen Platz. Er ist voll mit Fran�oise" Plunder.
- Ich schicke Marcel vorbei. - Du musst ihn aufsetzen.
Er bei�t schon nicht. Das ist zeremonieller Kopfschmuck.
F�r magische Beschw�rungen.
Ja, so ist es richtig.
Er ist von einem Eingeborenenstamm.
- (Lydia) Er gef�llt ihm. - (Matisse) Wie f�r Picasso gemacht.
Ich versteh nicht, warum man mir so ein h�ssliches Ding schenkt.
Er dachte, es gef�llt dir. Er hat dich sehr gern.
- Meinst du? - (Marcel) Ja.
Seid ihr sicher?
- Er mag mich? - Matisse liebt Sie.
Dann hol es morgen ab.
- Verdoppeln wir den Einsatz. - Ja.
- Hey, hey, hey. - Ich hab schon gegeben, Marcel.
- Lhr solltet doch warten. - Doppelter Einsatz.
Gut. Trinken wir noch einen.
(heitere Musik)
Hey, hey, wie gef�llt dir meine Braut?
- Bist du eifers�chtig? - Was?
Sie will mit mir ins Bett. Schon mit einem Chauffeur geschlafen?
- Ha, ha! - Die f�hrt gar nicht schlecht!
Marcel, Vorsicht!
(Reifen quietschen)
Marcel!
(Zischen)
Na endlich.
Wo ist mein Wagen?
- Wo ist mein Wagen? - Wir hatten einen kleinen Unfall.
Wie klein? Ein Kratzer? Eine Beule?
Wenn du s�ufst und mein Wagen einen Kratzer abbekommt, fliegst du raus.
- Ich will wissen, wo er ist! - Er ist Schrott.
Lhr habt meinen Wagen zu Schrott gefahren?
- Es passierte, weil... - lhr habt euch voll laufen lassen.
Mein Wagen ist erledigt und du auch.
Du bringst meinen Sohn auf dumme Gedanken.
Leider kann ich ihn nicht rauswerfen. Aber dich. Du bist gefeuert!
- Das meinst du nicht ernst. - Dich hab ich nicht gefragt.
- Es tut mir so Leid. - Nimm den n�chsten Zug nach Paris.
Hol dir von Sabartes den Lohn, der dir zusteht.
Abz�glich der Reparaturkosten f�r meinen Wagen.
- Komm mir nie wieder unter die Augen. - Es tut mir Leid.
- Ich bin schon 25 Jahre bei Ihnen. - 25 Jahre zu lang. Bring das hoch.
- Sie wollen mich... - Was?
- Sie schmei�en mich raus? - Ja.
Ich h�tte es wissen m�ssen.
Ich warne Sie.
Der Tag wird kommen, an dem Sie allein dastehen.
Auch Fran�oise wird gehen. Irgendwann hat sie die Nase voll.
Und dann ist sie weg.
Picasso fing an, Keramiken herzustellen.
Seine St�cke waren sch�n und verspielt.
Manche sagten, zu sch�n. Das akzeptierte er nicht. Er sagte...
"Sie wollen schockiert werden. Wenn ich l�chle, sind sie entt�uscht."
Neben der Faszination, die ein neuer Werkstoff f�r ihn hatte,
gab es etwas anderes, was ihn faszinierte.
Um eine Frau zu formen,
musst du ihr den Hals zudr�cken.
Verstehst du?
Er hat gesagt, um eine Frau zu formen, muss man ihr den Hals zudr�cken.
Zu mir sagte er dasselbe �ber Tauben.
Das macht keinen Unterschied bei ihm.
Ein Ding ist ein Ding.
(gibt Knurrlaute von sich)
Zeig"s ihm, Claude, na los.
(schnieft)
(schluchzt leise)
(melancholische Musik)
(V�gel zwitschern)
(Picasso lacht ausgelassen)
(Picasso) Hey!
Arriba!
(Jaqueline quietscht und lacht vergn�gt)
- Ol�! - Gute Nacht, Papa.
Ol�!
Warum schl�fst du nicht?
Ich habe auf dich gewartet.
Spionierst du mir nach?
H�r zu, ich komme und gehe, wann immer es mir passt.
Dagegen ist nichts zu sagen. Ich hab mir Sorgen gemacht.
H�tte sein k�nnen, dass Paolo trinkt und einen Unfall baut.
- Du blamierst mich vor Freunden! - Es h�tte was passieren k�nnen.
- Freunde? - Ja.
- Ich hab nur eine Frau gesehen. - Was geht dich das an?
Ob nun eine oder 100?
Ich gehe, wohin ich will. Und ich treffe, wen ich will.
Und ich treibe es, mit wem ich will.
Wieso gehst du nicht ins Bett? Du siehst m�de aus.
Du solltest l�ngst schlafen.
Jetzt lohnt sich es kaum noch.
Du musst eh bald den Ofen im Atelier heizen, damit ich dort arbeiten kann.
Schon verr�ckt. Ich hab nur �rger.
Picasso konnte eine neue Aff�re nie lange geheim halten.
Sobald eine Frau in seinem Leben an Bedeutung gewann,
erschien ihr Gesicht in seinen Bildern.
Es war Jaqueline von der Vallauris-T�pferei.
Wenn er eine andere Richtung einschlug, wie damals mit Dora,
bekam seine Arbeit eine Doppeldeutigkeit,
die vielleicht Ausdruck seiner Ruhelosigkeit und Zerrissenheit war.
Er ernannte Paolo zu seinem Chauffeur,
"Damit er zum 1. Mal in seinem Leben was N�tzliches tut."
Sie fuhren durch den S�den,
und von Freunden erfuhr ich regelm��ig,
wo Picasso gesehen wurde und mit wem.
(Applaus)
Warum kannst du uns nicht mitnehmen?
Die Pariser Luft ist f�r die Kinder ungesund.
Und du hast eine Menge zu erledigen.
Du musst aufpassen, dass er meine besten Arbeiten nicht zerst�rt.
- Hast du uns nicht gern bei dir? - Doch.
- Sollten wir nicht zusammen sein? - Wir sind zusammen.
Wir sind immer zusammen.
Hey!
Na komm, mein Junge.
(Motor wird angelassen)
(Telefon klingelt)
Hallo?
Hallo?
Ja. Vater?
- Ich muss dir was sagen... - Was?
Pierre.
Mein Vater hat gerade angerufen.
Meine Gro�mutter hatte einen Schlaganfall.
Sie kann sich nicht mehr bewegen.
Ich sah Vater nicht mehr, seit ich sein Haus verlie�.
Nimm den Zug um 11:45 Uhr. Ich fahr dich zum Bahnhof.
Ich kann nicht nach Paris fahren. Das macht ihn w�tend.
- Wen? - Picasso.
Ich muss viel f�r ihn erledigen.
Pack deine Sachen. Ich hole dich in einer Stunde zu Hause ab.
Du musst fahren.
Du wei�t nicht, wie er ist, wenn man sich ihm widersetzt.
Das ist nicht die Fran�oise, die ich von fr�her kenne.
Auch 100 Picassos h�tten sie nicht rumkommandieren k�nnen.
Geh deine Sachen packen.
Geh.
(Zugger�usche, Stimmengewirr)
Vater?
Sie ist heute Nacht gestorben.
(Zugpfeifen, Zischen)
Ich hab nichts veranlasst. Ich hoffe, du k�mmerst dich um die Beerdigung.
(Ansage) Der Teilnehmer unter dieser Nummer ist nicht mehr erreichbar.
- (Mann) Hallo? - Ich m�chte Madame Bertier sprechen.
- Wer ist denn da? - Die Enkelin einer alten Freundin.
Madame Bertier ist vor 3 Jahren gestorben.
Tut mir Leid. Das wusste ich nicht.
Auf Wiederh�ren.
Lhre Freunde sind alle tot. Es ist niemand mehr da.
Tja, so ist das nun mal, wenn man selbst so alt wird.
Dann ist keiner mehr da, der zur Beerdigung kommt.
Wenn wir das hinter uns haben, m�ssen wir finanzielle Dinge besprechen.
Jetzt sind nur noch wir da.
Wir m�ssen uns �ber die Zukunft deiner Kinder unterhalten.
- Hast du auch keinen �bersehen? - Nein.
Sieh selber nach.
Es muss doch noch ein paar alte Verehrer geben.
Ach komm, h�r auf.
Pierre schickte ein Telegramm. Er meinte, du k�nntest mich brauchen.
Genevi�ve!
Oh.
(lacht)
Pablo ist auch in Paris. Ich muss ihm wegen der Beerdigung Bescheid sagen.
Wieso, war er mit deiner Gro�mutter befreundet?
Nein, aber er ist der Vater meiner Kinder.
Das hei�t, ihrer Urenkel.
Ich glaub nicht, dass er kommt.
Er war nicht mal auf dem Begr�bnis seiner Mutter,
so sehr hasst er den Gedanken an Sterblichkeit,
besonders an seine eigene.
So war das wirklich!
Sie sagte: "Bitte, verunstalten Sie mich nicht.
Sie sollen mich malen!"
(ausgelassenes Gel�chter)
Warum glaubt mir keiner?
(Picasso) Kellner!
- Nicht das �bliche P�rchen. - Die da?
Was ist mit denen?
- Papa! - Was macht ihr denn hier? Hey!
Wo ist eure Mutter? Wo steckt sie?
Wo ist deine Mutter?
Wo kommen die so pl�tzlich her?
Fran�oise?
Warum bist du mir nach Paris gefolgt? Wer k�mmert sich um Pierre?
Und um alles andere, was ich dir aufgetragen hab.
Es gibt...
...keinen Menschen, auf den ich mich verlassen kann.
Du bist einfach entgegen meiner Anweisung gefahren.
Ja, entgegen deiner Anweisung.
Weil meine Gro�mutter gestorben ist.
War das auch entgegen deiner Anweisung?
Warum hast du nichts gesagt? Du wusstest, wo ich bin.
Wir h�tten zusammen sein k�nnen.
Komm her.
Fran�oise?
Ich m�chte gern hier in Paris bleiben mit den Kindern.
Ja?
Ohne dich.
F�r eine gewisse Zeit.
Ist ein anderer Mann im Spiel?
Nein, kein anderer Mann. Ist das alles, was dir dazu einf�llt?
Gut, wenn es keinen anderen gibt, dann bleibst du nat�rlich hier.
Weil ich dich brauche.
Wenn das wahr w�re, w�rde ich nicht gehen.
Aber ich wei�, dass es nicht so ist.
(lautlos)
(Picasso seufzt)
Genevi�ve ist schuld. Sie bringt dich auf solche Ideen.
Wer hat sie hergeholt, um dich noch hysterischer zu machen?
Woher wei�t du, dass sie hier ist?
F�r Sie spielt es wohl keine Rolle, ob ich gehe, hab ich Recht?
Menschen kommen, Menschen gehen.
Nur Sie werden immer da sein. Egal, unter welchen Umst�nden.
Ganz recht. Das ist mein Leben.
Ich werde immer da sein.
Aber was ist das f�r ein Leben f�r mich und meine Frau?
Wir haben eine Wohnung. Manchmal bin ich ein paar Stunden dort.
Fragen Sie mich nicht,
was f�r eine Kammer wir uns von meinem Gehalt leisten k�nnen.
Und wenn er mich nach Vallauris zitiert,
das muss ich selbst bezahlen, ich kaufe die Fahrkarte.
3. Klasse.
Und dann seine Versprechungen.
Seine Versprechungen.
1901 portraitierte er mich und sagte, es sei meins.
Dann gab er es einem Kabarett in Barcelona.
Seit 50 Jahren malt er mich. Es hei�t immer, es geh�rt dir.
Jedes Mal vergisst er es und ich muss darum betteln.
Betteln wie ein Hund. Und trotzdem bleibe ich.
Aber wieso?
Weil ich sonst klingeln m�sste, damit ein anderer Sabartes aufmacht.
Dann warte ich wie alle auf mein Kr�mchen Freundschaft.
Abgesehen davon hei�t es immer: "Wo, zum Teufel, ist Sabartes?"
Und kaum bin ich wieder da... kann er vergessen, dass es mich gibt.
Sogar Olga finde ich hier lyrisch und heiter. Wann war das?
- 1917. - Ah, 1917, ja.
Ein paar Jahre danach ist sie schon ein Monster.
Mit dem Rachen eines Monsters. Gezackte Z�hne zum Bei�en.
Und eine spitze Zunge, die n�rgelt, n�rgelt, n�rgelt.
Und das ist Dora. Wie sollte ich Dora sonst zeigen, hm?
Das war kein Sadismus, das war...
...das Bild von ihr, das sich mir aufdr�ngte.
(Schritte)
Nur Fran�oise bleibt immer sie selbst, ohne verzerrt zu werden.
Daf�r verzerrt sie mich.
Kommen Sie, ich zeige es Ihnen.
Ein junger Hahn, gefesselt auf einem Tisch.
Das Messer, mit dem seine Kehle durchgeschnitten wurde.
In der Schublade sammelt sich sein Blut.
Ich bin der Hahn mit der durchgeschnittenen Kehle.
Und sie ist das Messer.
Das ist ihr letztes Werk. Sie l�sst mich im Stich.
Kahnweiler kann das ruhig erfahren.
Er ist mein Freund. Er f�hlt mit mir mit.
Sie h�ngt einem Mythos vom eigenst�ndigen Leben nach.
Als ob sie ohne mich eins haben k�nnte.
Denkst du, einer gibt f�r deine Arbeit auch nur so viel?
Du bist auf dem Stand eines Schulm�dchens.
Mehr nicht.
Wenn du mich verl�sst,
k�ndigt Kahnweiler noch am selben Tag den Vertrag mit dir.
Ich nehme an, weil du darauf bestehen wirst.
(Gespr�che, Gehuste, Gel�chter)
Wartet ihr schon lange? Tut mir Leid. Wie geht"s?
Dora?
- Erinnern Sie sich noch an mich? - Ah.
Sie haben sich ver�ndert.
Das hab ich gewusst.
Picasso ver�ndert uns alle.
Wie eine Chemikalie, die alles im Innersten auffrisst.
Wenn man es so weit kommen l�sst.
Das ist meine Freundin Genevi�ve aus Montpellier.
Sie sehen auch nicht aus wie eine Frau, die in Paris lebt.
Und Sie...
Sie sehen aus wie eine Frau, die die Luft in Pablos Atelier einatmete.
Eine ganz besondere Luft. Manchmal meint man, pures Gift einzuatmen.
Dann merkt man, dass man ohne sie nicht leben kann.
Das alles trifft Gott sei Dank nicht auf Fran�oise zu.
Ich mag keine Katzen.
Aber als mein Hund starb,
schenkte er mir eine Katze.
Und die habe ich heute noch.
Sie hei�t Moumoun.
Er hat sie so genannt.
Ein sehr boshaftes Tier.
Sehen Sie.
Er wird Sie verlassen, wenn ihm danach ist.
Aber Sie werden nicht frei sein.
Denn was danach kommt, ich meine nach ihm,
ist nur noch Leere.
Denn nach Picasso kommt...
...nur noch Gott.
Und Moumoun...
Diese Katze stirbt einfach nicht.
Glaubst du, dass du noch jemanden interessierst?
Du bist ohne mich nicht mehr existent.
Ohne mich bist du gar nichts. Man wird dich als Nichts betrachten.
Die werden dich vergessen. H�rst du? Vergessen.
Ich hab einen Herzanfall.
Es ist deine Schuld.
Hol Paolo.
(schluchzt)
Paolo.
(Picasso heult bitterlich)
Warum...
Warum lasst ihr mich mit dieser Frau allein?
Seht ihr nicht, was sie mir antut?
- Rufen Sie Doktor Gutmann. - Mir kann kein Arzt mehr helfen.
Ich will dich nie wieder sehen.
Geh raus! Geh raus!
Raus! Verschwinde!
Bitte, Papa. Komm. Mir zuliebe.
Leg dich hin. Du brauchst nur Ruhe.
Das ist es nicht wert.
So was darf einfach nicht noch mal passieren.
Sieh nach, was sie macht.
Sag ihr, dass wir nach Vallauris fahren.
Sag ihr, dass sie mitkommen kann. Und setz Jaqueline in den Zug.
Wollt ihr nicht ein paar von euren Lieblingssachen in den Korb tun?
Hier, das geh�rt Paloma.
Papa sagt, dass wir noch heute nach Vallauris fahren und...
Er m�chte dich und die Kinder mitnehmen.
Ich fahr auch ganz vorsichtig.
Bitte komm. Er w�r gl�cklich.
Und ich auch. Ohne dich ist nichts mehr wie fr�her.
Claude, seht doch mal nach, ob der Wagen hier ist.
Paolo, ich brauche nur ein bisschen Zeit f�r mich selbst.
Ich bringe die Kinder in den Sommerferien zu euch.
Bis dahin bleibe ich allerdings in Paris.
Es ist ein Experiment.
Sei froh, dass du so ein Experiment machen kannst.
- Das k�nntest du auch. - Wie soll das gehen?
Du hast Papa geh�rt. Er sagt, ich habe keine Zukunft.
Ich hab"s geh�rt, aber deshalb glaube ich"s nicht. Solltest du auch nicht.
Ich w�rde euch fahren, aber er muss uns den Wagen geben.
Schon in Ordnung, Vater hat einen Wagen geschickt.
Du kannst mir mit dem Gep�ck helfen, wenn du Lust hast.
Du kommst in einer Woche wieder angerannt.
Das glaubst du wirklich?
Keine Frau verl�sst einen Mann wie Picasso.
Nach all den Jahren stelle ich fest, dass du mich gar nicht kennst.
Verabschiedest du dich nicht von den Kindern?
- Wo ist Mademoiselle Gilot? - Sie ist nicht zu Hause.
- Hat sie Picasso verlassen? - Zieht sie nach Paris?
- Sie ist nicht hier. - Geben Sie uns einen Tipp.
- Hallo, wie hei�t du? - Claude.
Und weiter? Claude Picasso?
Wo ist denn deine Mama?
Hey, Moment...
(aufgebrachtes Durcheinander)
- Da ist sie! - Wir haben ein paar Fragen.
Wer hat das Sorgerecht f�r die Kinder?
Sie sagten, Sie k�nnten nicht mehr mit ihm zusammenleben.
- Was haben Sie jetzt vor? - Warum gehen Sie zur�ck?
Mademoiselle, beantworten Sie meine Frage.
Sie besucht mit den Kindern deren Vater.
Und wie sieht Picasso das?
(Picasso) 4, 5...
...7, 8, 9, 10!
1, 2, 3, 4...
...5, 6, 7, 8, 9...
...10, 11, 12, 13...
...14, 15... (lacht)
Gut! Hey!
(Picasso z�hlt im Hintergrund weiter)
- Jemand hat die Haken versetzt. - Ja, das war ich.
Damit sie richtig passt.
Er bat mich, sie zu tragen.
Er sagte, er brachte sie Ihnen mit. Ein Geschenk.
Und darum ist es kein Problem, sie Ihnen zu schenken.
Tja, Sie haben ihn verlassen.
Und Sie wollten mich so schnell es geht ersetzen.
Ja, weil es mein Wunsch ist, f�r ihn zu leben.
Ich werde ihm dienen, bis ich sterbe.
Passen Sie auf. Sonst nimmt er Sie noch beim Wort.
Er macht aus Freunden gerne Sklaven.
Es geht mir... dabei nicht so sehr um mich.
Es geht mir um ihn.
Ich bin nur f�r ihn hier.
Ich mach eine Serie davon.
Es geht immer um einen grotesken, kleinen Maler
und sein unglaublich hinrei�endes, junges Modell.
Er liebt sie und sie verachtet ihn. Wie sollte es auch anders sein?
Er ist nur ein h�ssliches Ungeheuer.
Ich hab ihr ein zahmes �ffchen zum K�ssen und Schmusen gegeben,
damit er vor Eifersucht ganz krank wird.
- Das m�sstest du doch komisch finden. - Ja, ich find"s lustig.
So lustig, dass ich heulen k�nnte.
Du hasst keinen Grund zum Heulen.
Wenn, dann hab ich Grund zum Heulen.
Was w�rde ich daf�r geben, so wie du zu sein.
Noch mal 30 zu sein.
Meinetwegen 40. 40 w�r schon in Ordnung.
Aber auf dem Gebiet kenne ich keinen,
mit dem ich Verhandlungen f�hren kann.
Ich hab keinen Spa� mehr, seit du weg bist.
Jetzt bringt mich keiner mehr zum Lachen.
Dagegen hast du in Paris wahrscheinlich reichlich Spa�.
- H�rt uns jemand zu? - Das Scharnier muss ge�lt werden.
Seit du weg bist, tut hier niemand mehr was.
Wieso kommst du nicht zur�ck?
Ich hab dich nicht gerufen.
Ich habe Reisig f�r den Ofen.
Gut, lass es hier.
- Ich warte, mein Herr. - Ich rufe dich, wenn ich dich brauche.
"Mein Herr"? Alle Achtung.
Jaqueline behandelt mich mit dem geb�hrenden Respekt.
- Anders als du. - Respekt? Du willst eine Sklavin.
Du warst damit gl�cklich, als du mich liebtest.
Als ich dich liebte, war ich eine Sklavin der Liebe, nicht deine.
Du denkst, du kannst ein Leben einfach so wegwerfen?
All diese Jahre. Den Kelch gemeinsamer Erinnerungen.
(Fran�oise) Den wir bis zur Neige leerten.
Fran�oise.
Nein.
Na sch�n, dann lass uns zumindest Freunde sein.
Ich m�chte dich um einen Gefallen bitten.
- Und der w�re? - Ich m�chte...
Wenn ich kein Holz nachlege, geht das Feuer aus.
Dann k�mmere dich darum.
Die veranstalten mir zu Ehren am 30. einen Stierkampf in Vallauris.
Du f�hrst die Er�ffnungszeremonie an. Zu Pferde.
- Ich habe hier kein geeignetes Pferd. - In Nizza finden wir eins.
- Das ist unm�glich. - Was?
Sie darf in keinem Fall in die Arena reiten.
- Wieso nicht? - Es ist unmoralisch.
- (Picasso lacht) - Was schreiben dann die Zeitungen?
Sollen sie schreiben, was sie wollen. Und ich werde tun, was ich will.
Du hast vollkommen Recht. Das war dumm von mir.
- "Mein Herr". - Sei still.
Wenn ich"s mir genau �berlege,
bevorzuge ich Frauen mit etwas weniger Humor.
- Oh. - Ja.
Ja.
(Trompetenspiel, Jubel)
(Zurufe)
(feierliche spanische Musik)
Es war meine ganz pers�nliche Hommage an Picasso.
F�r alles, was er mir gegeben hatte.
Unsere Kinder, unsere gemeinsamen Jahre.
F�r alles, was ich in dieser Zeit gelernt habe.
Jetzt im Alter von 74 Jahren, fing er ein neues Leben an.
Dazu geh�rte nat�rlich eine neue Frau.
Und doch werde ich ihm immer dankbar sein.
Vor allem daf�r, dass er mich stark gemacht hat.
Sogar stark genug, um 10 Jahre an seiner Seite zu �berleben.
(spanische Gitarrenkl�nge)
(Stier br�llt)
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