Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Der Hofrat Geiger mit TELETEXT-Untertiteln
Sie wünschen bitte?
Mich schickt die Stellenvermittlung.
Kommen S' rein!
(Türöffner)
Wie alt sind Sie denn?
Neunzehn.
A bisserl jung.
Nicht unhübsch.
Bitte?
Die Zeugnisse?
Hab ich keine. Ich geh zum ersten Mal in eine Stellung.
Na ja, man hat ja heutzutag keine Auswahl.
Wenn i ned entsprech, geh i wieder.
Wir wollen es versuchen. Sie heißen also Resi.
Naa, i heiß Wally.
Sie heißen Resi. Bei uns heißen alle Dienstmädeln Resi.
Bei uns ist alles genau festgelegt, seit 20 Jahren.
Daran wird nichts geändert.
Jawohl, Herr Hofrat!
Kommen S'!
Das ist das Schlafzimmer.
Das ist das Schlafzimmer. - Jawohl, Herr Hofrat.
Bett, Nachtkastel, Kleiderkasten.
Bett, Nachtkastel, Kleiderkasten. - Jawohl, Herr Hofrat.
Sagen Sie nicht dauernd "Herr Hofrat" zu mir!
Ich bin der Ferdinand Lechner, Hofministerialbeamter a.D.
Ich war der unmittelbar Untergebene des Herrn Hofrat durch 25 Jahre.
Im Ministerium. Kommen S'!
Seit 25 Jahren bekommt er täglich um Punkt zehn Uhr seine Eierspeis.
Eierspeis?
Jawohl. Wo ich sie hernehme, das ist meine Sache.
An den Gewohnheiten des Herrn Hofrat darf absolut nichts geändert werden.
Und kochen tu ich. NUR ich!
Ebenso einkaufen. Der Herr Hofrat hat einen sehr diffizilen Magen.
Er muss mit besonderer Sorgfalt behandelt werden.
Aber Geschirr abwaschen? Darf vielleicht ich!
Dürfen? Das müssen Sie!
Haben Sie mich verstanden?
Ja. Und wenn i was ned weiß, dann werden Sie mir helfen.
Helfen kann ich nicht.
Meine Hilfe gehört ausschließlich dem Herrn Hofrat.
Viel Geschirr is ned da!
Für uns genug.
Der Herr Hofrat und ich empfangen keine Gäste.
Wir leben sehr zurückgezogen.
Der Herr Hofrat hat nur mich.
Lechner!
Bitte?
Ich will arbeiten, und es zieht!
Ja, i hab a bisserl gelüftet.
Wenn ich arbeite, brauch ich keine Luft.
Und nicht so viel ordinäres Licht!
Das soll ein Arbeitstisch sein? Ein Misthaufen ist das!
Seit 25 Jahren weißt du, wie ein Arbeitstisch ausschauen soll.
Die roten links, die schwarzen rechts!
Das ist immer so.
Lechner!
Was ist denn, Lechner? Wo ist mein Rückenpolster?
I hab ihn da draufgelegt.
Seit 25 Jahren weißt du, dass ich einen Rückenpolster brauch!
Es hat grad geläutet und ...
Ist schon gut. Du wirst alt.
Bitte, i hab ...
Ist schon gut, ich hab zu arbeiten.
(Leise:) Man macht, was man kann ...
(Leise:) Man macht, was man kann ... - Was ist? Was ist?
Na?
Alois, Veronika! Frühstück gibt's!
Jessas!
Gehen S' hinauf! Ihr Zimmer ist in der Mansarde.
Ziehen S' sich um und packen S' gleich aus!
Ich geh einkaufen.
Was brauch ich? Einen Schnittling, einen Paprika, die Eier ...
Schauen S'! Das ist ein Kunstgegenstand.
Oje, a Kunst!
Mein Mann sagt, wir haben durch Sie für fünf Jahre Weihnachtsgeschenke.
Schauen Sie sich's genau an!
Dafür kann i Ihnen doch keine Eier geben!
A Ofenrohr tät i brauchen.
Können S' schon haben, das Rohr.
Aber was mach i mit dem Schmarren da?
Das ist doch kein Schmarren. Das ist doch ein Prachtstück!
Ich hab keine Verwendung dafür. Aber a Probierpuppen könnt i brauchen.
Sie als Fachmann müssen doch Verständnis dafür haben!
Lassen S' mich in Ruh! Meine Tante ist gestorben.
Mein Beileid!
In zwei Stunden ist die Leich, und i hab keinen Kranz.
Für einen Kranz kriegen S' die Puppe!
Wenn S' mir a Sitzbadewanne besorgen!
A paar Unterhosen tät i brauchen.
I gib's nur für einen Papagei her.
DAFÜR soll ich Ihnen meinen Coco geben?
Vielleicht, wenn ich nicht selbst so ein Prachtstück hätte.
Da sehen Sie ...
(Scheppern)
Die Eierspeis.
Ja.
Ganz frisch sind die Eier nimmer, Lechner.
Einen schönen Gruß an den Referenten Huber.
Ich habe mit Bleistift meine Vorschläge notiert.
Und ich bin gern bereit, auch in Zukunft behilflich zu sein.
Er soll mir ruhig seine Sachen schicken.
Ja, Lechner! Was machst denn du da?
Nix.
Nix? Dazu bist du die Leiter rauf'kraxelt?
Was machst denn du mit die Akten?
Du, Nowotny ...
Servus!
Du bist ja a vernünftiger Mensch, ned wahr?
Kannst du den Mund halten?
Kommt drauf an, um was es geht.
Du erinnerst dich doch an meinen Hofrat?
Der im 38er Jahr in Pension hat gehen müssen?
Wir haben nicht müssen.
Wir sind freiwillig gegangen.
Denn uns ist es nicht egal, wer uns regiert.
Wenn uns jemand nicht passt, dann gehen wir eben.
Einen GEIGER und einen LECHNER schickt man nicht in Pension!
Es war doch nicht bös gemeint!
Der Hofrat hat nichts gesagt, aber er hat sich nach dem Amt gesehnt.
Es hat ihn gewurmt, dass alles so weitergeht - auch ohne ihn.
Da bin ich auf eine Idee gekommen. Ich habe ihm eingeredet, ...
.. dass der Referent Huber ihn um seine Ratschläge bittet.
Dazu hab ich Akten gebraucht.
Und die hab i mir von dir ausgeliehen.
Du kommst also seit längerer Zeit her und stiehlst unsere Akten?
Du redest grad so, wie wenn i a Verbrecher wär!
Komm einmal mit!
In Zukunft musst du nichts mehr ausleihen.
Da ist alles, was du brauchst.
Da ist alles, was du brauchst. - Was?
Hier ist früher die alte Registratur gestanden.
Wenn du ein bissel herumstöberst, findest du genug Akten.
Da kannst du dich auf Jahre eindecken.
Das ist aber fein! I dank dir.
Da hast du mir heut etwas wirklich Interessantes mitgebracht.
Dass es das im sogenannten modernen Zeitalter überhaupt noch gibt!
Da bittet eine Frau um Aufnahme ihrer Tochter in eine Klosterschule.
Und gibt als Begründung an:
Das Kind hat wegen der unehelichen Geburt in der Schule sehr zu leiden.
Und das im 20. Jahrhundert!
Was machst denn da?
Was machst denn da? - Einen Tschik hab i da.
Na ja.
Die Mutter ist in einem Gasthof beschäftigt und hat kein Geld.
Sie bittet um einen Freiplatz für das Kind.
Spitz an der Donau.
Na ja, dort ist natürlich allerhand möglich!
Sogar sehr viel Schönes ist dort möglich.
In Spitz an der Donau.
Lechner, wir sind zwei alte Esel geworden.
Jawohl, Herr Hofrat.
Was?
I kann das Papier nass machen, so viel ich will - es hält ned.
Spitz an der Donau!
Da wär ich beinahe an einem Mädel hängen geblieben.
Ob's gut gewesen wär? Was glaubst du?
Naa! Dann wären Sie jetzt verheiratet.
Wär das so schlimm?
Nicht auszudenken.
Ah geh!
Spitz an der Donau!
Da war ich so richtig ... richtig verliebt war ich damals!
Red'ma nicht mehr davon!
Aber nein! Lass mich noch ein bissel schwelgen!
Wie ein Gymnasiast war ich verliebt. Und da hab ich sogar ...
Aber lach mi ned aus!
Da habe ich sogar ein Liebeslied verbrochen.
Ein richtiges ... ein richtiges Liebeslied!
Wie war denn das nur?
Werden wir gleich haben!
(Er spielt eine sentimentale Melodie.)
♪ Mariandl-andl-andl.
♪ Aus dem Wachauerlandl-landl.
♪ Dein lieber Name klingt schon wie ein Liebeswort.
♪ Mariandl-andl-andl.
♪ Du hast mein Herz am Bandl-bandl.
♪ Du hältst es fest und lässt es nimmer wieder fort.
♪ Und jedes Jahr stell ich mich ein.
♪ Dran ist der Donaustrom nicht schuld.
♪ Und nicht der Wein.
♪ Ins Wachauerlandl-landl zieht mich ein Mariandl-andl.
♪ Und sie will ganz allein ...
♪ .. nur mein Mariandl sein.
♪ Gewidmet der Kellnerin beim alten Windischgruber.
♪ Und sie heißt: Marianne Mühlhuber.
Na? Gefällt's dir?
Ja, es ist ganz hübsch.
Ich weiß ned. Es ist so ...
.. einfach.
Ja!
Mehr ... mehr primitiv.
Ned wahr?
So ... rustikal.
Ich meine bäuerlich.
Ich weiß ganz genau, was "rustikal" heißt.
Also es gefällt dir nicht?
Ja ... es ... g'fallt mir.
Was? Ja oder nein?
Ja.
Na alsdann!
Dabei war das gar nicht so einfach, einen Reim zu finden auf Mühlhuber.
Du, sag einmal!
Seh ich denn Gespenster?
Ich bitt dich, lies das hier!
"Mühlhuber"
Ja, da steht Mühlhuber.
Und was steht hier? Steht hier Marianne oder nicht?
"Marianne Mühlhuber, Spitz an der Donau"
Na was sagst dazu?
Lechner!
Großer Gott, Lechner!
Herr Hofrat, Sie meinen ...
Es kann ja gar kein Zweifel sein!
Marianne Mühlhuber aus Spitz an der Donau:
Es MUSS doch dieselbe sein!
Marianne Mühlhuber:
Mutter eines unehelichen Kindes.
Lechner! Wann war ich in Spitz an der Donau?
Ja, Moment ...
Wann, hab ich gefragt!
Moment bitte!
Mach's ein bissel g'schwinder!
Das muss um dieselbe Zeit gewesen sein, wie ich in Dings ...
Also schau doch nach! Was tust denn so langsam?
Na hast du's schon endlich?
Das dauert wieder eine Ewigkeit!
Schau nach!
Bitte! Hetzen hat gar keinen Sinn.
Ich hetz doch gar ned!
Na ja, wenn jemand hinter einem steht und immer so: Hast es?
Das ist überhaupt ein Glück, dass ich ein Tagebuch führe.
Aber wenn du's nicht findest!
Ich find's ja.
Ich find's ja. - Aber wann?
Jetzt hab ich's.
Nein, da war'ma in Krems.
"Am Bahnhof zwei Kaffee getrunken. Mit Haut."
"Zwei Gläser Senf gekauft. Eines zerbrochen."
Was interessiert mich dein Senf?
Aufgeschrieben hab ich's. Chronologisch!
Ich will wissen, wann ich in Spitz war!
Ich hab g'sagt: Halten Sie das Glas, Herr Hofrat ...
Weil ich hab die Koffer gehabt. Und dann ist das Glas runtergerutscht.
Hin war's!
Ich will wissen, wann ich in Spitz an der Donau war!
29 steht da: 1929 im August ...
.. bin ich nach Wien gefahren, Sie nach Spitz.
Dann wäre also das Kind 17 Jahre alt.
Und in dem Gesuch steht aber "achtjährige Tochter".
Es kann also nicht mein Kind sein.
Nein, MEIN Kind kann es nicht sein.
Eigentlich schad.
Aber schauts die Mariann an!
Herr Hofrat!
Bitte, wenn Sie vielleicht einen Blick ...
.. auf das Datum werfen möchten.
Was denn für ein Datum?
1938?
Was soll denn das heißen? Der Akt ist ja neun Jahre alt!
Herr Hofrat ...
Ah, Moment! Das ändert ja die ganze Sachlage!
Lass mich rechnen!
Also acht und neun ist siebzehn.
Ja, acht und neun ist siebzehn - oder nicht?
I hab nix g'sagt.
Du sollst auch nix sagen. Du störst mich nur.
Und heute haben wir 19 ... äh ...
Und heute haben wir 19 ... äh ... - 47.
Ich weiß!
47! Wie viele Jahre sind das?
47! Wie viele Jahre sind das? - Achtzehn. Das Kind ist 18.
Wieso denn? Siebzehn, du Depp!
Wieso denn? Siebzehn, du Depp! - 29 auf 47 ist 18.
Lass mich allein rechnen!
Probieren wir's anders herum:
Wie alt war ich, wie ich in Spitz war?
Sie haben das Licht der Welt erblickt ...
Ich hab gefragt, wie alt ich in Spitz war!
32.
Bestimmt?
Ja, Sie haben das Licht ...
Ja, Sie haben das Licht ... - Jetzt hab mich gern mit dem Licht!
Ich war 32, und heute bin ich 50 - 32 und 50 sind 82.
Ich bin also 82 - ach, du bringst einen ganz durcheinander!
Ich bin doch keine 82 Jahre alt!
Ich bin doch keine 82 Jahre alt! - Das hab ich auch nie behauptet!
Also noch einmal!
Heute bin ich 50. 50 weniger 32 ist ... 18.
Also war ich 18, wie ich in Spitz war.
32.
Wieso denn 32? Wir haben doch soeben ausgerechnet, dass ich 18 war!
18 und 18 ist 36 - also ist das Kind 36 Jahre alt.
Nein, das kann nicht stimmen. Noch einmal!
Bitte!
Einen Moment!
Ich möcht ja nur IN RUHE die Sache durchgehen!
Also gut.
Ich nehm ein Papier.
Also du sagst, ich war damals 32.
Also du sagst, ich war damals 32. - 32. Die hätt'ma einmal.
Die hätt'ma. Heute bin ich ...
.. 50.
50 - die hätt'ma auch.
Und vor wie viel Jahren war ich in Spitz?
In Spitz? Vor 18.
18 Jahren - ja, natürlich stimmt's!
Das Gesuch ist neun Jahre alt, und das Kind war damals acht.
Wie alt ist es heute?
Wie alt ist es heute? - 17.
17. Ja natürlich! Und es ist MEIN Kind!
Naa!
Lechner, ich hab eine Tochter!
Ja, du! Ich hab eine Tochter in Spitz an der Donau!
Wir ham a Kind!
Was schaust denn so traurig? Freu dich doch mit mir!
Ich hab eine Tochter! Was mach ich überhaupt noch hier?
G'schwind einpacken, wir fahren!
Wohin?
Nach Spitz an der Donau!
(romantische Musik)
(Glockenläuten)
Zwölfe is!
Mei ein'tropfte Suppen möcht i haben! Mei ein'tropfte Suppen!
Jessas! I hol s' schon.
Wollts mi verhungern lassen? Bagage!
Zwölf is, die Suppen für'n Wirt!
Geh! Der Alte ist doch da!
Der schlaft wie a Hirsch.
(Er schnarcht.)
Hörst? Der röhrt schon!
Auseinand! Auseinand!
Hab i euch wieder einmal erwischt, euch zwei!
Mariann! Mariann!
Ja, wo brennt's denn?
Ab'busselt ham Sie sich scho wieder!
Willst ned endlich Vernunft annehmen?
Vernunft annehmen? Da fallt eher der Plafond oba!
Die zwei san wie die Hasen - wie die Küniglhasen.
Sie hat was von ihrer Mutter. Du warst ja auch so a Küniglhas!
Ach gib schon Ruh! Und ihr auch, sonst find ich andere Mittel.
Gegen Liebe gibt's keine Mittel. Und i lieb das Mädel.
Mit der Liebe allein ist nix getan.
Schau erst einmal, dass d' eine Frau erhalten kannst!
Wenn dich das Mariandl dann noch mag, können wir weiterreden.
Du hast ja auch ned g'wart bis zu der Hochzeit!
Drum pass ich auf, dass sie nicht dasselbe Schicksal hat.
Es muss doch ned a jeder sein wie der Ihre.
Du sei ned so keck! A jeder Mann hat einen Haderlumpen in sich.
I war a großer Haderlump!
Ui je! I war der größte Haderlump im Ort!
Jetzt ist's genug mit dem Disput!
Wir sind mitten im Sommer, und von Gästen keine Spur.
Weil du ned auf den Hans hörst!
Wir sollten wirklich modernisieren. Vor allem ein Badezimmer müsste her.
Modern müss'ma werden! Hochmodern!
Wenn S' mich einmal anhören würden!
Wenn S' mich einmal anhören würden! - Hörts mir auf damit!
Unsere Gäste wollen Ruhe und ein anständiges Essen.
Hier wird nichts geändert!
Überhaupt, es ist höchste Zeit. Der Mittagszug läuft gleich ein.
I geh schon. Vielleicht verirrt sich ja ein Gast zu uns.
Zu uns? Dass i ned lach! Rennt ja alles zum Goldenen Ochsen!
Grüß Gott, Herr Bürgermeister!
Grüß Gott, Herr Bürgermeister! - Is scho gut.
Ich geh die Rechnungen kassieren.
Ich geh die Rechnungen kassieren. - Wer ned zahlt, kriegt nix.
Aber was mach'ma mit der Blauen Gans?
Die hat schon zwei Monate nix zahlt.
Die Gans werd i selber erledigen.
(Es klopft.)
Herein!
Grüß di Gott, Mariann!
Der Pfüller höchstpersönlich! Setz dich!
Da sind von zwei Monaten die Rechnungen nicht bezahlt.
Kannst heut zahlen?
Nein.
Ist auch recht.
Ist auch recht. - Wieso?
Weil ihr bald zugrund gehts. Und nachher kauf i die Blaue Gans.
Spannst was?
Dass du a Gurgelabschneider bist.
Dass du a Gurgelabschneider bist. - A großer!
Der Schachinger ist mir 2.000 Schilling schuldig - kann ned zahlen.
Sein Weinberg: G'hört schon mir!
Und was glaubst du, wie ich die Leut mit dem Fleisch reinleg?
Und mit dem Wein!
Warum bist denn du so offenherzig zu mir?
Weil du auch davon profitieren wirst.
Weil du auch davon profitieren wirst. - Ach so!
Jetzt fangst wieder damit an!
Hast dir's überlegt? Magst mich oder magst mich ned?
I kann Weiber haben so viel i mag.
Aber i will nur dich, weilst mir g'fallst.
Ja, weißt, i bin halt noch ein bissel altmodisch.
I glaub immer, zu einer Heirat g'hört auch a Liab.
I hab dir ja grad gesagt, dass du mir gefallst!
Und du gefallst mir auch?
Und du gefallst mir auch? - Warum soll i dir ned gefallen?
I bin der reichste Mann im Ort, der Bürgermeister!
Ausschauen tu i auch ned schlecht.
Du hast nix, warum sollst denn du mich ned mögen?
Eigentlich hast recht, Pfüller.
Es wär ein großes Glück für mich. Und eine große Ehr.
Aber überlegen darf i mir's noch?
Aber überlegen darf i mir's noch? - Aber ned zu lang!
Wer zuerst kimmt, der hat mich!
Goldener Ochs bitte! Führendes Haus am Platz!
Nein, ich such die Blaue Gans.
BLAUE GANS?
Ist niemand da?
Bittschön! Hier ist die Blaue Gans!
Nix, den trag i allein! Den können S' nehmen.
Na, na, na!
Öha!
Können Sie sich nicht entschuldigen?
I hab eh Öha gesagt!
I hab eh Öha gesagt! - Was heißt Öha?
Wenn S' schon so herausstürzen, dann entschuldigen S' sich wenigstens!
Wenn er eh Öha sagt, dann hat der Herr gar nix dreinzuschreien!
Wenn i Öha sag, muss das genug sein!
Sie brauchen hier keine Stadtmanieren einzuführen!
Beleidigen Sie nicht die Sommergäste!
Recht haben S'! Beleidigen braucht sich ein Sommergast nicht lassen.
Ich auch nicht!
Frau Mariann, ein Gast! Ein feiner Herr aus Wien.
Der muss behandelt werden wie ein rohes Ei.
Der Pfüller macht grad Eierspeis aus ihm!
Auf so einen Sommergast san mir überhaupt ned neugierig!
Da samma gar ned neugierig.
Der Pfüller sich entschuldigen! Da fallt eher der Plafond oba.
Herzlich willkommen in der Blauen Gans!
Wollen Sie bitte eintreten?
Wollen Sie bitte eintreten? - Ja.
Der geht ned einmal a Stückl weg!
Solche Gäst könnts euch einsalzen lassen.
Ich bin also sozusagen die Vorhut.
Ich komme, um das Terrain zu rekognoszieren.
Der Herr, der mir folgen wird, ist ein besonderer Gast.
Das Zimmer muss erstklassig sein.
Er bekommt das beste im Haus, zufällig ist es noch frei.
Hans, Nummer sieben!
Hans, Nummer sieben! - Jawohl!
Lassen S' nur, i trag meins selber.
Ich komm schon.
Ach ja.
Ja.
Das ist das schönste Zimmer, das Sie haben?
Ja. Es ist doch sehr nett!
Ja, das mag ja sein. Mehr für die einfachen Gäste.
Aber der Herr, den ich erwarte, ist sehr verwöhnt.
Die Möbel müssen alle umgestellt werden.
Das Bett muss in diese Ecke kommen.
Der Herr hat gern das Licht in der Früh von dieser Seite.
Und ... hm!
Beim Bett ist stets zu beachten, ...
.. dass der Herr, den ich erwarte, gerne hoch liegt.
Es muss ein zweiter Polster her.
Und das Caprice-Polsterl - das hab ich mitgebracht - ...
.. stets in der Mitte. Nicht nach unten rutschen lassen!
Das kann der Herr, den ich erwarte, nicht leiden.
Na hören Sie! Das muss ja ein ganz besonderer Herr sein.
Es ist der Herr Hofrat Geiger.
Es ist der Herr Hofrat Geiger. - Aha.
Es ist der Herr HOFRAT GEIGER!
Ein Hofrat also! Sie tun ja, als ob es der Schah von Persien wäre.
Wo ist denn mein Zimmer?
Wo ist denn mein Zimmer? - Gleich da drüben.
He, was machen S' denn da?
Ich hab mir erlaubt, auszupacken.
Dazu hab ich Ihnen keinen Auftrag gegeben.
Sammelt der Herr Antiquitäten?
Kunstgegenstände!
Und der Herr, den Sie erwarten? Sammelt der auch?
Nein, nur ich. Für ihn.
Also ... eigentlich geht Sie das einen Schmarren an!
Hat der Lechner noch immer nicht angerufen?
Nein, Herr Hofrat.
Zu dumm, dass ich auf den gehört hab!
Wär ich doch gleich mitgefahren!
Wer weiß, was der in Spitz für Dummheiten macht?
Warm war's heute.
Ja, sehr warm.
Was hat er g'sagt?
Dass es heut warm war.
Das wiss'ma eh! Das braucht der uns doch ned erst sagen!
Tja.
I hab schon glaubt, es wird gewittern.
Ja.
Ist es erlaubt?
Sie erlauben, dass ich Platz nehme?
Was hat er g'sagt?
Ob er sich zu uns setzen darf.
Er soll sich halt herhocken, wenn er will!
Bittschön! Aber ich rechne weiter.
Bittschön! Aber ich rechne weiter. - Bitte!
Sie sind also das Töchterl von der Frau Mariann?
Ja.
Der Herr Papa ist auch hier im Gasthof beschäftigt?
Der ist verreist.
Was hat er g'sagt?
Ich hab sie nur gefragt, ob der Herr Papa auch hier beschäftigt ist.
Und ich hab g'sagt, der ist verreist.
Freilich ist er verreist! Schon seit 18 Jahren!
Und bis heut ist er noch ned zur Hochzeit zurück'kommen.
Es war also sozusagen, wenn man so sagen darf, ...
.. eine Jugendliebe?
Was wollen Sie eigentlich?
Bitte, ich ... das ist lediglich Anteilnahme.
Verehrter Herr!
Das Recht, in meiner Familiengeschichte zu stöbern, ...
.. das ist im Zimmerpreis nicht inbegriffen.
Verzeihen Sie! Ich wollte nicht indiskret sein.
Sie erlauben, dass ich mich zurückziehe?
Guten Abend!
Guten Abend! - Guten Abend!
Was hat er g'sagt?
Guten Abend!
Das is a Lackel, a damischer!
Wo ist denn das Telefon?
Telefon haben wir leider keins.
Telefon haben wir leider keins. - Was? Kein Telefon?
Ich muss aber nach Wien telefonieren.
Das einzige Telefon mit Nacht- Anschluss ist im Goldenen Ochsen.
Wo kann man da telefonieren?
Wo kann man da telefonieren? - Im Kontor.
(Es klopft.)
Ja?
Bitte, ich möchte mit Wien telefonieren.
Sie? Sie trauen sich noch zu mir?
Ich komm ja ned zu Ihnen, sondern um zu telefonieren.
Und das Telefon g'hört mir.
Und telefonieren dürfen in MEINEM Haus nur MEINE Gäste!
Sie können in Ihrem Haus machen, was Sie wollen.
Aber Ihr Benehmen ist eine Schande.
Ich werde mich beim Bürgermeister beschweren!
Viel Vergnügen!
Das ist aber kein schön's Stückl.
Das ist vom Filet!
Geh! Und außerdem ist es zu wenig. I hab Ihnen viel mehr Marken gegeben.
Die san verfallen.
Da ham S' ja den 47er drauf!
Da ham S' ja den 47er drauf! - Die san von der vorigen Periode.
Jessas!
Wie viel geben S' mir denn da?
Wie viel geben S' mir denn da? - Vierzig Deka.
Das Gewicht stimmt ned, schauen S'!
So, jetzt stimmt's!
Nein, das Bein geben S' weg!
Aber gehen S'!
Zu einem Filet gibt's keine Zuwaage!
Wer sagt denn das?
Wer sagt denn das? - Das sag Ihnen ich.
Hören S', i hab meine Vorschriften!
Dann geben S' mir das Markbein dafür!
Dann geben S' mir das Markbein dafür! - Das kann i ned.
Das gehört auch dazu!
Haben Sie Interesse für einen Kunstgegenstand?
Schauen S' einmal: Echt Bronze für acht Zigarren.
Naa.
Wo ist denn der Chef? Vielleicht hat der Interesse.
I kann ihn ja fragen.
Herr Chef, Sie sollen kommen.
Was ist denn?
Er fragt, ob Sie Interesse für a Kunst haben.
Nein, den Herrn kenn ich!
Ich glaube kaum, dass ich hier das richtige Kunstverständnis finde.
Der Herr beschwert sich wegen der Zuwaag.
Was? Zu viel Zuwaag?
Aber Andreas, was machen S' denn da? Zu WENIG ist das!
So, jetzt is richtig!
Wir werden ja sehen, ob Sie machen können, was Sie wollen!
Da ham S'!
Schauen Sie einmal nach, ob's Wasser kocht!
Gleich, Herr Lechner.
Geben S' mir das große Messer!
Bittschön, Herr Lechner.
Danke!
Fräulein Mariandl ... Es geht mich ja nix an, aber ...
.. man interessiert sich ja doch.
Ihren Herrn Papa, den kennen Sie gar ned?
Nein.
Und wie denkt die Frau Mama über den Herrn Papa?
Oje! Wenn der ihr über'n Weg lauft, der hat nix zu lachen!
Hat sie g'sagt?
Ja, früher oft. Aber sie spricht nimmer von ihm.
Um Himmels willen! Was ist denn hier los?
Wieso? Ich bereite das Essen für den Herrn Hofrat vor.
Bei seinem diffizilen Magen ...
Bei seinem diffizilen Magen ... - Mein Magen dreht sich gleich um!
Bei mir wird das gegessen, was ICH koche.
Und in dieser Küche kocht nur eine, und das bin ich!
Soll das heißen?
Jawohl! Ich ersuche Sie, die Küche zu verlassen.
Jetzt hab ich aber genug! Das Maß ist voll!
Ich kündige!
Ich telegrafiere dem Herrn Hofrat, dass er zu Hause bleibt.
Nach all dem, was ich beobachtet hab, braucht er gar nicht kommen.
Ich reise mit dem nächsten Zug ab. Erlauben?
Bitte!
So was!
Als wenn ich das notwendig hätte!
Hans!
Helfen S' mir packen! Kommen S'!
Packen?
Franzl!
Marianne!
Ja, wie ...
Wie kommst denn du so plötzlich daher?
Hat es dir der Lechner nicht gesagt?
Du bist der Hofrat?
Franzl hab ich mir noch gemerkt.
Geiger schon nimmer.
Und dass du Hofrat geworden bist, das hab ich ja nicht wissen können.
Marianne, wollen wir nicht in aller Ruhe über alles sprechen?
Bitte!
Die Sachen vom Herrn Hofrat pack ich allein.
Lechner!
Lechner! - Jetzt hab i keine ...
Herr Hofrat!
Ja, was ...
Komm her!
Aber Herr Hofrat! Wieso kommen Sie jetzt schon her?
Ich hab's nicht mehr ausgehalten.
I hab grad telegrafieren wollen, dass i zurückkomm.
Warum?
Ich erzähl Ihnen das in der Bahn. I geh weiter einpacken.
Nein! Auspacken! Wir bleiben da.
Was?
Das ist ja eine schöne Bescherung!
Kommen S'! Auspacken tu'ma wieder!
Kommen S'!
Ein sonderbarer Zufall, der uns wieder zusammenführt.
Ich glaube nicht, dass es ein Zufall ist.
Was dann?
Ich glaube, es war ein Wink vom lieben Gott, ...
..der mir das Gesuch ans Ministerium in die Hand gespielt hat.
Aber das Gesuch ist doch schon neun Jahre alt!
G'schwind arbeitet man in so einem Ministerium in Wien!
Deshalb bist du also hergekommen.
Deshalb bist du also hergekommen. - Nein!
Warum bist du sonst da?
Kannst du dir das nicht denken?
Was ich mir denke, ist nicht sehr schmeichelhaft für dich.
Du hast dich halt durch den Akt an mich erinnert.
Du hast geglaubt, im Urlaub zu einem Vergnügen zu kommen.
Marianne!
Wie kannst du so etwas sagen?
Durch den Akt hab ich mich an dich erinnert.
Damit hast du recht.
Aber dadurch hab ich auch erfahren, dass wir eine Tochter haben.
Und da hat es für mich nur einen Gedanken gegeben:
Ich muss wieder gutmachen, was ich da angestellt hab.
Weil wir ja im Wiedergutmachungs- Zeitalter leben, ned wahr?
Und da hast du erst einmal den Herrn Lechner vorausgeschickt.
Jetzt fahren Sie also nicht nach Wien?
Das sehen Sie doch!
Der Herr, der da gekommen ist, ist das der Herr Hofrat?
Ja!
Wie lang bleiben S' denn jetzt?
Wie lang bleiben S' denn jetzt? - Ich weiß es nicht!
Kinder, das ist ...
In der Großstadt kümmert sich kein Mensch um ein uneheliches Kind.
Aber hier hat man mich's spüren lassen.
Ich hab schwere Zeiten durchgemacht.
Und wenn nicht der Windischgruber mich und das Kind aufgenommen hätt:
Ich weiß nicht, was aus uns geworden wär.
Aber das alles hat mich nicht niederdrücken können.
Was ich nicht verwinden konnte, war:
Dass der Mann, den ich geliebt hab, ein leichtsinniger Windhund war.
Marianne!
Ich hab zuerst mit Sehnsucht darauf gewartet, dich wiederzusehen.
Und dann mit Hass.
Komisch!
Heute, wo der Moment da ist, ...
.. empfind ich weder das eine noch das andere.
Es ist mir gleichgültig geworden.
Ich hab mir das allerdings anders gedacht.
Ich bin mit übervollem Herzen gekommen.
Um dir zu versichern, dass ich schon damals, ...
.. hätt ich nur eine Ahnung davon gehabt ...
Dass ich schon damals keine Minute gezögert hätte, ...
.. dich, Marianne, zu meiner Frau zu nehmen.
Und dazu ist es noch nicht zu spät.
Ich weiß ganz genau, was ich dir und dem Kind schuldig bin.
Ich will euch den Namen geben, der euch zukommt.
Und sonst?
Ich bin fest entschlossen, alles wieder gutzumachen.
Wiedergutmachen! Ich kann das Wort schon nicht mehr hören!
Die ganzen Jahre bin ich ohne deine Wiedergutmachung ausgekommen!
Ich werd es auch weiter können.
Ist das dein letztes Wort?
Ist das dein letztes Wort? - Jawohl.
Dann ist es wohl wirklich besser, wenn ich wieder gehe.
Bitte, ich ... Ich will dich natürlich nicht vertreiben.
Du kannst als Gast hier bleiben, so lange du willst.
Aber das Mädel darf nicht erfahren, dass du ihr Vater bist.
Das verlangst du wirklich von mir?
Ich soll meinem Kind nicht sagen dürfen, wer ich bin?
Es ist MEIN Kind! Meins ganz allein!
Lechner, einpacken! Wir fahren.
Gemma!
San Sie fremd dahier?
Ja.
Wann san S' denn kommen?
Jetzt, eben.
Zu uns her?
Ja, ja, ja.
Ah! Ja, i weiß schon, wer Sie san!
Wieso?
Sie san des hohe Viech, das der damische Stadtlackel erwartet hat.
Ja, ja. Ich bin das "hohe Viech".
Na?
Gib her!
Mögen S' auch?
Danke sehr!
Das is er. Unser vornehmer Gast!
Wir waren schon neugierig auf Sie. Ich bin's Mariandl.
Das Mariandl!
Die Tochter von der Frau Mariann.
Die Tochter!
Freut mich sehr, mein liebes Kind! Mehr, als ich Ihnen sagen kann.
Mariandl!
In die Küche! Es ist höchste Zeit.
Mariandl!
I bin fertig. Gemma, Herr Hofrat!
Auspacken! Wir bleiben.
(Scheppern)
(Melodie von "Mariandl")
Du, Lechner!
Ist dir schon aufgefallen, dass ich kein einziges graues Haar hab?
Ja, da ... a bissel bei den Schläfen.
Ist mir noch nicht aufgefallen.
Mir auch erst heute.
Na ja, ich hab bisher nicht so drauf aufgepasst.
Jetzt sei mal ganz ehrlich! Wie schau ich aus?
Gut.
Was?
Gut!
Du schaust mich ja gar ned an!
Die Wärmeflasche muss i auffüllen lassen.
Was bist denn so brummig?
Einmal packt man ein, einmal packt man aus.
Da muss ja alles verwutzelt werden.
Du, jetzt machst aber ein freundliches Gesicht!
Glaubst, i lass mir von dir meine gute Laune verderben?
Jetzt freu ich mich aufs Essen!
Ich hab alles geordnet - dieselbe Diät wie zu Haus.
Was ist das? I hab doch a eingemachtes Kälbernes bestellt!
Die Frau Mariann hat's geändert.
Was?
Ja, lass doch!
Meine Leibspeis!
Und sie hat's nicht vergessen.
♪ Mariandl-andl-andl!
♪ Aus dem Wachauerlandl-landl.
♪ Dein lieber Name klingt schon wie ein Liebeswort.
♪ Mariandl-andl-andl!
♪ Du hast mein Herz am Bandl-bandl.
♪ Du hältst es fest und lässt es nie mehr wieder fort.
♪ Und jedes Jahr stell ich mich ein.
♪ Dran ist der Donaustrom nicht schuld und nicht der Wein.
♪ Ins Wachauerlandl-landl zieht mich ein Mariandl-andl.
♪ Denn sie will ganz allein nur mein Mariandl sein.
♪ Gewidmet der Kellnerin beim alten Windischgruber.
♪ Und die heißt: Marianne Mühlhuber.
Sehr schön haben Sie das gesungen!
Jessas! Haben S' zugehört?
Jessas! Haben S' zugehört? - Ja.
I sing ned schön.
Oh doch! Sehr schön und sehr lieb. Woher kennen S' denn das Lied?
Die Mutter hat mich schon in der Wiegen damit eing'sungen.
Die Mutter hat's g'sungen? So! Und singt sie's jetzt auch noch?
Ja, so hie und da.
Ja.
Nun bin ich schon einige Tage hier, und wir haben noch nie geplaudert.
Dann plausch'ma jetzt miteinander!
Tun wir das!
Ja!
Ist es wahr, dass es in Wien gar nimmer schön sein soll?
Das kann man nicht so sagen.
Wien ist eine feine alte Dame.
Die jetzt verarmt ist und einige Schicksalsschläge abbekommen hat.
Aber wie das so bei feinen alten Damen ist:
Bettelarm und vergrämt, bleibt sie doch eine feine alte Dame.
I möcht gern in Wien leben.
Wirklich? Du hättest nix dagegen?
Oh, jetzt hab ich Du zu Ihnen gesagt!
Alte Herren sagen leicht zu einem Mädel Du.
Das ist das sicherste Zeichen, dass einer alt wird:
Wenn er väterliche Gefühle bekommt.
Wenn er väterliche Gefühle bekommt. - Dazu sind Sie viel zu jung!
Wieso denn? Ich hab direkt väterliche Gefühle für dich!
Aber Sie könnten doch gar ned mein Vater sein!
Wieso? Natürlich könnt ich dein Vater sein!
Ich wollt, ich hätt einen.
Meine Mutter macht auch gar kein Geheimnis draus:
Mei Vater war leider a Haderlump!
Was?
Ja. Es ist schon so.
Sogar die Mutter hat ihn immer so genannt.
Na ja, aber ...
Schließlich und endlich ist dieser ... wie du sagst "Haderlump" ...
.. dein Vater!
Ich mag ihn nicht!
Was er meiner Mutter angetan hat - das kann kein guter Mensch sein.
Was redest du da?
Du verurteilst einen Mann, den du gar nicht kennst.
Muss er von deiner Existenz überhaupt etwas gewusst haben?
Da kann man ned so leicht urteilen!
SIE sind ein guter Mensch!
Das zeigt schon, dass Sie jeden erst einmal verteidigen!
Du hältst mich für einen guten Menschen?
Sie tät ich mir zum Vater aussuchen, wenn ich könnt.
Wirklich?
Lieb!
Die Frau Mariann fragt, ob sie den Herrn Hofrat sprechen könnte.
Natürlich, sofort!
Auf Wiedersehen!
Hoffentlich haben wir bald wieder Gelegenheit, so nett zu plaudern!
Tut mir leid, dass ich den Plausch gestört hab!
Gehören die Handgreiflichkeiten auch dazu?
Du wirst doch nicht eifersüchtig sein!
Bei solchen alten Herren kann man nie wissen.
Alt? Der Herr Hofrat ist noch jung!
Aha! Also er g'fallt dir?
Aha! Also er g'fallt dir? - Jawohl.
Pfui!
Nimm das Pfui zurück!
Nein.
Hans!
Wir müssen alle in den Weinberg wegen des Ungeziefers.
Da möcht ich Sie bitten, mit einem kalten Essen Vorlieb zu nehmen.
Da weiß ich was Besseres! Ich werde mitarbeiten - und der Lechner auch!
Das wird lustig werden, was?
Das wird lustig werden, was? - Riesig.
Was?
Riesig!
Ja, die Marianne von heut ist doch das Mariandl von einst!
Aber der Herr Hofrat Geiger ist nimmer der Franzl.
Wie kannst du so etwas sagen?
Glaubst du mir nicht, dass ich alles wieder gutmachen will?
Dass ich dich und das Mädel verwöhnen würde ...
Ja, ja. Das glaub ich dir.
Aber das ist es ja eben:
Der Franzl von damals ist ein richtiger Hofrat geworden.
Ein Wiedergutmachungs-Beamter!
Also jetzt versteh ich dich nicht.
Ich will mich korrekt benehmen, und das ist in deinen Augen falsch.
Ja, das ist schwer zu verstehen!
Reden wir von etwas anderem, Herr Hofrat Franzl!
Wie kann man auf einen älteren Menschen eifersüchtig sein?
Und wie kann man einen geliebten Menschen ohrfeigen?
Hab mich hinreißen lassen.
Hab mich hinreißen lassen. - Bereust du es?
Ja.
Wirklich?
Bereust du, dass du an meiner Liebe gezweifelt hast?
Ja.
Und dass du Pfui gesagt hast?
Ja.
Dann komm her! Bin wieder gut.
Auseinand!
Gehts auseinander, ihr Küniglhasen!
Mariann! Die schlecken si schon wieder ab!
Mariann!
Jessas, was schreist denn wieder so?
Du passt ja ned auf auf deine Küniglhasen!
Ab'busselt ham sie sich scho wieder! I hab's g'sehen!
Und überhaupt: Es ist höchste Zeit, dass i mei Suppen krieg!
Mei Suppen will i haben!
Ha ha! Streng müss'ma sein mit die Weiberleut!
Und a so tun, als wie wenn man nix wissen tät.
Dabei weiß i alles!
Mehr als wie die Mariann!
Und auch mehr als wie du - obwohl du aus der Stadt bist!
Ich weiß gar nix.
Kommen S'! Ich möcht Sie was fragen.
Ja, fragen S' halt!
Über die Marianne möcht ich Sie gern was fragen.
Was sagst? I hör nimmer recht.
Über die Marianne möcht ich Sie was fragen!
ÜBER DIE MARIANN!
Nicht so laut!
Ah, was Heimliches willst wissen! Also frag halt!
Sie kennen die Marianne schon lange?
Ja, i kenn s', da war's noch a zaundürre Hopfenstangen.
A dürre Hopfenstangen.
Aber woher kennst denn du sie?
Ich kenn sie halt.
Kennt sie dich auch?
Ja.
Woher kennts ihr euch denn?
Sie, ICH wollt doch SIE was fragen!
Dann fragen S' halt!
Sie sind sicher besser über ihren Charakter unterrichtet.
Mir ist sie nämlich ein Rätsel.
Ja, ja. A Rätsel ist sie schon.
A Rätsel.
Ich geb Ihnen Feuer.
Danke, i brauch kein Feuer! I rauch mei Pfeifen schon 25 Jahr kalt.
Ist billiger.
Wie lang kennts ihr euch schon?
Herrgott! An die zwanzig Jahre ungefähr!
An die zwanzig Jahr sagst?
Ah, da schau her!
Da schau her! Da schau her!
Wollen Sie mir endlich sagen ...
Hast a Gspusi mit ihr, ha?
Aber woher denn?
Was fragst denn dann so viel daher?
Ja, weil ...
Aber Sie haben recht, es interessiert mich schon nicht mehr.
I kann nur sagen, dass sie ein braver Mensch ist.
Und ein treuer Mensch.
Nicht einen einzigen Liebhaber hat sie g'habt seit der G'schicht.
Du wirst ja wissen, dass das Mädel keinen Vater hat.
Oder kennst ihn vielleicht?
Ich? Woher denn?
Mein Gott, wie oft hat die Mariann gesagt:
Ein Glück wär's schon, wenn der Vater wiederkommen tät.
Das hat sie wirklich gesagt?
Hab i di! Du Haderlump, du ausg'schamter, du!
Kennst ihn wirklich ned, den Vater?
Ned kennst ihn, was?
Aber pass auf: Der Pfüller streicht um sie umeinander.
Der Pfüller!
Das ist der Bürgermeister und a Fleischhauerei hat er.
Und der Goldene Ochs ist er auch! Das is a Partie!
Pfiat Gott!
Jetzt hat er was zum Kiefeln, der Hofrat!
Er kiefelt schon.
Ein Zimmer wollen Sie sich anschauen?
Sie sind in der Blauen Gans wahrscheinlich nicht zufrieden.
Das ist kein Wunder: Kein Komfort! Nicht einmal ein Badezimmer!
In Spitz kann man nur im Goldenen Ochsen wohnen.
Wissen Sie, die Blaue Gans ist ja a G'raffelwerk.
Das wird bald meine Dependance.
Weil nämlich: Der Goldene Ochs holt sich die Blaue Gans!
Die Marianne ist ja ganz tüchtig - in einer ordentlichen Wirtschaft.
Wie war das? Der Goldene Ochs holt sich die Blaue Gans?
Und die Gans ist die Marianne?
Ja, des is a Gaudi!
Ja! Ha ha ha! Habe die Ehre!
Hat der Herr ned a Zimmer anschauen wollen?
Du, Lechner!
Es stimmt. Er hat es mir jetzt selbst ins Gesicht gesagt.
Wer? Was hat er gesagt?
Was wer?
I weiß ja gar ned, um was es sich handelt.
Sie müssen mir das erklären.
Was gibt's da zu erklären? Der Ochs holt sich die Gans.
Der Ochs holt sich die Gans?
Ja, und das hättest du als Erstes herausbekommen müssen!
Sie haben nie gesagt, dass Sie sich für Gänse interessieren.
Nenn die Mutter meines Kindes nicht Gans!
Pardon, das ist ...
Ja! Also DAS ist der Ochs!
Das ist der Ochs.
Und jetzt will er sich die Gans - die Frau Mariann holen.
Ja.
Jetzt nehm ICH das in die Hand.
Jetzt nehm ICH das in die Hand. - Wenn DU was in die Hand nimmst!
Ich werde die Sache in Ordnung bringen.
(Es klopft.)
Herein!
Guten Tag!
Ach, der Herr Lechner! Was kann ich für Sie tun?
Es handelt sich um eine lebenswichtige Angelegenheit.
Sie duldet keinen Aufschub.
So feierlich? Bitte nehmen S' Platz!
Also? Was haben S' denn auf dem Herzen?
Ich möchte betonen: Der Herr Hofrat weiß nichts von meinem Schritt.
Und er würde ihn auch wahrscheinlich nie gebilligt haben.
Na? Und?
Ich kann nicht länger mit anschauen, wie er leidet.
Ach, es handelt sich um den Herrn Hofrat?
Ja.
Und er leidet?
Ihretwegen.
Wenn das stimmt, warum kommt er dann nicht selbst?
Ja ... Er hat's ja versucht, aber Sie waren ja so abweisend.
Ich hab ihm lediglich die passende Antwort gegeben.
Ich wär vielleicht nicht so abweisend gewesen, ...
.. wenn er die richtigen Worte gefunden hätt.
Das ist es ja eben!
Im Dienst war der Hofrat unser bester Redner, aber privat ...
Und da hab ich mir gedacht, jetzt werd ICH mit der Frau Marianne reden.
Geredet hat ER schon genug.
Von Reue und Wiedergutmachen. Aber das genügt nicht zum Heiraten!
Natürlich nicht!
Aber er braucht sie. Er braucht sie wirklich.
Meinen Sie das aufrichtig?
Frau Mariann! Und wie!
Schauen Sie, ich tu ja für ihn, was ich kann.
Ich geh einkaufen, ich koch, ich sorg für ihn.
Aber eine Frau kann ich ihm halt nicht ersetzen.
Eine Frau kann das ja doch alles viel besser.
Ich hab ja gesehen, wie Sie Ihr Haus hier führen.
Wie das blitzt und glänzt!
Und erst die Küche!
Also Ihre Germknödeln, die sind ja wie ein Flaum!
Nach Ihrem Essen hat der Herr Hofrat meine ganze Kochkunst vergessen.
Wenn ich Sie recht verstehe, braucht der Herr Hofrat eine Haushälterin.
Eine Frau, die ständig für ihn sorgt.
So ist es! Ich hab ja g'wusst, dass wir uns verstehen werden.
O ja. Ich versteh Sie sehr gut.
Dann ist ja die ganze Angelegenheit bestens erledigt.
Darf ich dem Herrn Hofrat Ihre Antwort gleich überbringen?
Nein, die möcht ich ihm selbst geben.
Herr Hofrat!
Na endlich! Was hast denn ausgerichtet?
Alles in Ordnung!
Wenn ich etwas in die Hand nehm, dann kann man sich drauf verlassen.
Herr Hofrat erlauben, dass ich Ihnen meine Gratulation ausspreche?
Was? Sie hat Ja gesagt?
Sie wird es Ihnen gleich persönlich bestätigen.
Schmieden Sie die Frau Marianne, so lange sie heiß ...
Ich mein, das Eisen.
Was?
Mit einem Wort: Aufgebot bestellen! Heiraten!
Ich schlage vor, ich geh sofort zum Bürgermeister.
Schlag nix vor, sondern lauf!
Sie hat Ja gesagt!
Was hat s' gesagt?
Ja hat s' gesagt, und g'heirat wird!
Der Herr Bürgermeister lässt bitten.
Lieber Herr Bürgermei ...
Ha ha, da staunen S', was?
Herr Hofministerialbeamter a.D., was verschafft mir die Ehre?
Haben S' eine Beschwerde - über den Ochsen oder den Fleischhauer?
Ich soll die Papiere der Frau Mühlhuber heraussuchen lassen.
Die Papiere von der Mariann?
Jawohl. Frau Mühlhuber wünscht, sich zu verehelichen.
Endlich!
Hat sie sich's doch überlegt!
Jetzt werden Sie mir beinahe sympathisch!
I könnt Ihnen direkt a Bussel geben!
Die Papiere von der Marianne! Jetzt wird g'heirat!
G'heirat wird. I hab's g'hört. ALLES hab i g'hört!
Ist das wirklich wahr? Sie werden mein Vater?
Er ist's schon alleweil g'wesen, der Haderlump, der damische!
Ich kann's gar ned glauben.
Kannst es schon glauben, Mariandl.
Vater!
Mein Töchterl!
Jetzt wird alles gut werden.
Du wirst der Mutter sagen, dass ich den Hansl heiraten darf und ...
Und ich werd überhaupt ned gefragt?
Aber da hab ich wohl auch noch ein Wörtl mitzureden!
Ich wollt dir's allein sagen, aber warum sollen's nicht alle hören?
Hat dir der Lechner nicht gesagt ...
Hat dir der Lechner nicht gesagt ... - Der Lechner!
Von allem ist die Rede gewesen.
Von Reue, von Vergessen und davon, wie sehr du mich brauchst:
Zum Kochen, dich zu pflegen!
Aber Marianne!
Das könnt der Herr Hofrat billiger haben.
Dazu muss er nicht heiraten.
Herr Hofrat, alles in Ordnung! Das Aufgebot ist bestellt.
Jetzt hab ich aber genug!
Hinter meinem Rücken wird verfügt?
Jetzt verfüg einmal ich!
Packen S' die Koffer, in einer Stunde geht der nächste Zug.
Es wird ja nicht schwierig sein, in Wien eine Haushälterin zu finden!
Angenehme Reise!
Mariann!
Da bin i!
Du hast mir grad noch gefehlt!
Die Mühlhuber Mariann wird weder Hofrätin noch Bürgermeisterin!
I hätt mit dir zu reden.
Ich bitt dich, lass mich allein!
Mühlhuber Mariann, ich muss in amtlicher Eigenschaft mit dir reden.
Bei Durchsicht deiner Papiere hab ich eine unangenehme Entdeckung gemacht:
Du bist in Znaim geboren.
Was sollte daran so unangenehm sein?
Wirst schon sehen!
Du bist nicht nur dort geboren, du bist auch nach Znaim zuständig.
Was heißt das?
Dass du keine Österreicherin bist.
Geh! Ich soll keine Österreicherin sein?
Wo ich mein ganzes Leben in Spitz war?
Vor dem Gesetz bist du es nicht.
Ja, was geschieht denn da?
Du brauchst eine Aufenthalts-Bewilligung, ...
.. die ich dir als Bürgermeister ausstellen kann.
Aber es könnt sein, dass man dich eines Tages ausweist.
Kann man denn dagegen gar nix machen?
Ein Gesuch um die Staatsbürgerschaft kannst du einreichen.
Das wird wahrscheinlich bewilligt, aber wer weiß, wie lang das dauert?
Es gäb allerdings noch einen Ausweg.
Ja?
Du musst heiraten!
Einen Österreicher.
Dann bekommst du die Staatsbürger- schaft von deinem Mann.
Und du bist mit einem Schlag alle Sorgen los.
Tja.
Da bleibt mir nichts anderes übrig, als zu heiraten.
Und i glaub, nach dem Bräutigam brauchst ned lang suchen.
Mhm.
Entschuldige mich bitte!
(Es klopft.)
Ja?
Franz, ich muss mit dir sprechen.
Unter vier Augen, wenn ich bitten darf!
Du hast immer von Reue und Wiedergutmachen geredet.
Wenn es dir ernst damit ist, kannst du es jetzt beweisen.
Was?
A Dependance soll'ma werden? Was ist das?
Ein Nebenbetrieb. Eine Filiale von meinem Hotel!
Die Mariann leitet dann den Ochsen und du mit dem Madel die Gans.
A Filiale?
Nix da! So lang i leb, ist das nix!
Die Blaue Gans a Dependance? Da fallt ja eher der Plafond oba!
Ich werd hier durchgreifende Änderungen vornehmen.
Und wenn der Herr Hofrat wiederkommt, dann wird er staunen, ...
.. was ich aus dem G'raffelwerk gemacht hab!
Der Hofrat ist ja ein sympathischer Mensch.
Es wär mir eine Ehre, wenn er zur Hochzeit dableiben würde.
Bleibt er auch.
Das wär ja eine schöne Hochzeit - ohne Bräutigam!
Ich hab seinen Antrag angenommen.
(fröhliche Volksmusik)
(Die Musik übertönt die Gespräche.)
Na? Das Brautpaar tanzt gar ned?
Ja, natürlich!
Darf ich bitten?
Ist alles vorbereitet?
Ja, genau wie wir es besprochen haben.
Hoffentlich kann dein Herr Lechner deine Abreise plausibel machen!
Die Spitzer müssen nicht wissen, wie es um unsere Ehe steht.
In unseren Beziehungen ändert sich also nichts!
Selbstverständlich!
Deinen Urlaub kannst du bei uns verbringen - wegen Mariandl.
Das ist sehr lieb von dir.
(Man hört nicht, was sie sagt.)
(Sie spielen die Melodie von "Mariandl")
Mutti, sing! Mir zuliebe!
Ja! Bitte!
(Alle reden durcheinander.)
♪ Mariandl-andl-andl!
♪ Aus dem Wachauerlandl-landl.
♪ Dein lieber Name klingt schon wie ein Liebeswort.
♪ Mariandl-andl-andl, du hast mein Herz am Bandl-bandl.
♪ Du hältst es fest und lässt es nie mehr wieder fort.
♪ Und jedes Jahr stell ich mich ein.
♪ Dran ist der Donaustrom nicht schuld und nicht der Wein.
♪ Ins Wachauerlandl-landl zieht mich ein Mariandl-andl.
♪ Denn sie will ganz allein ...
♪ .. nur mein Mariandl sein.
♪ Wenn ein junger Mann von Liebe spricht, ...
♪ .. wird es gleich ein Gedicht.
♪ Und hat er ein lyrisches Gemüt, wird daraus oft ein Lied.
♪ Was ihn dazu bringt, dass er's niederschrieb, ...
♪ .. heißt: Ich hab dich lieb".
♪ Mariandl-andl-andl!
♪ Aus dem Wachauerlandl-landl!
♪ Dein lieber Name klingt schon wie ein Liebeswort.
♪ Mariandl-andl-andl!
♪ Du hast mein Herz am Bandl-bandl.
♪ Du hältst es fest und lässt es nie mehr wieder fort.
♪ Und jedes Jahr stell ich mich ein.
♪ Dran ist der Donaustrom nicht schuld und nicht der Wein.
♪ Ins Wachauerlandl-landl zieht mich ein Mariandl-andl.
♪ Denn sie will ganz allein nur mein Mariandl ...
Herr Hofrat! Ein Telegramm!
Sie sind wieder Hofrat, Herr Hofrat!
Was ist los?
Man hat uns wieder ins Amt berufen. Wir müssen sofort abreisen.
Aber das wird doch nicht gleich sein müssen!
Wir versäumen sonst den Abendzug!
Glaubst du wirklich?
Unbedingt! I hol sofort die Koffer.
Ja ...
Da lasst sich schwer etwas machen. Dienst ist Dienst.
Da hast du recht. Dienst ist Dienst.
Ich geh. Ich MUSS ja gehen.
Bitte bleib!
Das Fest geht natürlich weiter. Lassen Sie sich nicht stören!
Auf Wiedersehen, Mariandl!
Wünsche allseits gute Unterhaltung.
Was sagen Sie, Herr Hofrat?
Ich hab ja gewusst, dass sie ohne uns nicht auskommen!
Jetzt hör doch auf! Wir sind doch unter uns!
Wir müssen diese Komödie nicht weiterspielen.
Wieso Komödie? Es ist doch alles wahr!
Bitte, da ist das Telegramm!
Welches Telegramm?
Ja, Lechner!
Herr Hofrat!
Na, was willst mir sagen?
Das!
Auseinand! Auseinand!
Hab ich euch wieder einmal erwischt, ihr Küniglhasen!
Mariann! Mariann!
Herr Wirt, jetzt wird's schon fad!
Herr Wirt, jetzt wird's schon fad! - Mir ned.
Aber mir.
Möchten S' uns ned lieber helfen?
Helfen soll i euch? Beim Abschlecken?
Damit noch so a Pamperletsch dazukommt?
Das Mariandl wird meine Frau. Daran wird niemand was ändern.
Aber vorher muss ich doch zeigen, dass ich was kann.
Und das kann ich nur, wenn ich meine Idee mit der Blauen Gans durchsetze.
Herr Wirt, wollen S' nicht unser Schutzengel werden?
Schutzengel?
Des g'fallt ma. Red weiter!
Herr Wirt!
Schutzengel!
Ja, ich mein ja: Schutzengel!
Könnten S' nicht durchsetzen, dass umgebaut wird?
Modernisiert - ein Badezimmer! Sie sind doch schon längst dafür!
I schon. Aber die Mariann?
Die sagt ja alleweil: Umbauen? Da stürzt ja das ganze Haus ein!
Naa! So lang die Mariann da ist, so lang wird nix.
Bevor die was durchgehen lasst - da fallt eher der Plafond oba.
Habe die Ehre, Mariann!
Griaß di!
Oder muss i Frau Hofrat sagen?
Oder muss i Frau Hofrat sagen? - Geh, lass die Witz'!
Wie geht's dem Herrn Gemahl?
Wie geht's dem Herrn Gemahl? - Danke, gut.
Wann kommt er denn wieder?
Nächstes Jahr, wenn er Urlaub hat.
Nächstes Jahr, wenn er Urlaub hat. - Mariann! I hätt mit dir zu reden.
Wieder in amtlicher Eigenschaft?
Nein, als guter Freund.
Da bin i neugierig.
I mein's wirklich gut mit dir, aber wenn man sich deine Ehe so anschaut:
Du lebst in Spitz, er in Wien ...
Da könnt irgendeiner leicht auf falsche Gedanken kommen.
Wie meinst du das?
Wenn er's anzeigt, so wird die Ehe für ungültig erklärt.
Und es ist aus mit der Staatsbürgerschaft.
Wer sagt das?
DAS GESETZ sagt das.
DAS GESETZ sagt das. - Ach so.
Das wird schon so sein mit dem Gesetz.
Und ich dank dir, dass du um mich so besorgt bist.
Sag dem Irgendeiner einfach, dass ich in glücklichster Ehe leb.
Du lebst in glücklichster Ehe?
Der Hofrat kommt doch erst nächstes Jahr wieder!
Das stimmt. Aber ich fahr zu ihm.
Marianne! Du bist in Wien? So eine Überraschung, komm herein!
So, und jetzt erzähl!
Was macht das gute alte Spitz? Wie geht das Haus?
Und wie geht es dem Mariandl? Wie alt ist sie denn?
Siebzehn.
Siebzehn. - Da ist sie ja schon heiratsfähig!
Und du? Denkst du immer noch nicht ans Heiraten?
Nein, ans Heiraten denk ich nicht.
Hast recht, die Männer sind eh nix wert!
Und warum bist du nach Wien gekommen?
Und warum bist du nach Wien gekommen? - Ich hab mit den Behörden zu tun.
Ich möchte hier bleiben, bis die Angelegenheit erledigt ist.
Könnte ich so lange bei dir wohnen?
Bleib, so lang du willst!
Ich dank Ihnen vielmals für den überaus freundlichen Empfang.
Sie werden mir glauben, dass ich gern in das Haus zurückkehre, ...
.. in dem ich 25 Jahre gearbeitet habe.
Ich hoffe, dass wir im gleichen guten Einvernehmen wie früher ...
.. zusammenarbeiten werden.
Ich danke Ihnen, meine Herren!
Bitte, Herr Hofrat!
Sehr schön!
Wirklich sehr schön!
Wie eine Aufbahrung.
Oder wie eine Firmung.
Für das eine bin ich zu jung und für das andere zu alt.
Herr Hofrat!
Weihnachten hamma erst im Dezember!
Und finster is' da wie in einer Familiengruft.
Mach das andere Fenster auch auf!
Aber wir sind doch im Amt, Herr Hofrat!
Auch einem Amt kann ein bissel frische Luft nicht schaden!
Und jetzt, mein lieber Lechner: einen Akt!
Ja.
Bitte! Der erste Akt!
Aber diesmal einen frischen!
Der frischeste, den wir haben - heutiges Datum.
Gut.
Lechner!
Ja, Herr Hofrat?
Bitte?
Da ist ja schon wieder ein Akt "Marianne Mühlhuber"!
Das heutige Datum. Na was will sie denn?
"Ansuchen um die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft"
Aber die hat sie ja. Deshalb hamma sie doch heiraten müssen!
Das versteh ich nicht.
Das versteh ich nicht. - Ich auch nicht.
Herr Hofrat, da gibt's nur eins:
Den Akt sofort an den Referenten zurück!
Über den Amtsweg natürlich - das dauert dann vier, fünf Jahr.
Und wenn wir Glück haben, geht er ganz verloren.
Nein, mein lieber Lechner.
Den Akt werde ICH behandeln. UND WIE ich den behandeln werde!
(fröhliche Musik)
(fröhliche Musik)
(fröhliche Musik)
(Musik)
(Musik)
(Musik)
(fröhliche Musik)
(fröhliche Musik)
Herr Hofrat!
Herr Hofrat! - Was ist denn?
Sie ist da.
Sie ist da. - Hat sie dich gesehen?
Nein.
Dann lass sie hereinkommen!
Der Nächste bitte!
Bitte treten Sie näher!
Wollen sie bitte Platz nehmen, Fräulein Mühlhuber?
Ich bin dir wohl eine Erklärung schuldig.
Ich danke! Ich bin über Ihren Fall orientiert.
Fräulein Mühlhuber!
Sie haben ein Gesuch um Verleihung der Staatsbürgerschaft eingereicht.
Unsere Erhebungen haben ergeben:
Sie sind am 25. 7. Vergangenen Jahres ...
.. die Ehe mit einem Österreicher eingegangen.
Sie haben durch diese Verehelichung die Staatsbürgerschaft erworben.
Ihr Gesuch ist aus diesem Grunde vollkommen überflüssig.
Abgesehen davon haben Sie sich wegen falscher Angaben ...
.. und Irreführung der Behörden zu verantworten.
Franz, was soll denn das heißen?
So wäre es dir ergangen, wenn dein Gesuch nicht an mich geraten wäre.
Hast du denn nicht EIN Mal darüber nachgedacht, ...
.. was für Folgen dein leicht- sinniger Schritt haben konnte?
Nein.
Das hab ich nicht bedacht.
Mir scheint, du hast vieles nicht bedacht.
Aber ich habe deine Eingabe nach meinem Gutdünken erledigt.
Es gibt keinen Akt "Mühlhuber" mehr.
Ich versteh nicht.
Der Gatte der Marianne Mühlhuber hat die Eingabe seiner Frau ...
.. als durch die Heirat hinfällig zurückgezogen.
Es wird also für dich keine Folgen haben.
Ich dank dir, Franzl.
Ich hab nur meine Pflicht als Beamter und als Gatte getan.
Ich glaube, das wär alles.
Der Fall ist damit erledigt.
Ich kann dann nunmehr beruhigt in meinen Urlaub nach Spitz fahren.
Nach Spitz? Aber das geht doch nicht!
Warum denn nicht?
Es steht mir zu, meinen Urlaub bei meiner Tochter zu verbringen.
Umso mehr, als sich die Mutter fast ein Jahr nicht um sie gekümmert hat.
Wär es nicht besser ...
Ich meine, wegen Pfüller - und überhaupt wegen der Leut.
Sollten wir nicht lieber zusammen nach Spitz fahren?
Wie du willst. Fahr'ma zusammen nach Spitz!
Wir müssen gleich da sein!
Warum bist denn du so nervös?
Nervös? Unruhig bin ich halt!
Es war ja wirklich unverantwortlich, mich so lang um nichts zu kümmern.
Aber das ist doch kein Grund zur Unruhe!
Die Mariandl ist erwachsen, und sie hat dir sicher geschrieben.
Geschrieben, ja!
"Viele Grüße, frohe Weihnachten!" Aber kein Wort, wie das Haus geht.
Es soll mich wundern, wenn überhaupt noch die Grundmauern stehen!
(fröhliche Musik)
(fröhliche Musik)
Habe die Ehre! Sind die Herrschaften angemeldet?
Jawohl!
Ich verständige sofort den Herrn Direktor. Kommen Sie!
Küss die Hand, Frau Mariann! Verehrung, Herr Hofrat!
Das Gepäck der gnädigen Frau auf Nr. 7, der Hofrat auf Nr. 8!
Darf ich vorgehen?
Schön, nicht?
Sie werden überhaupt vieles nicht wiedererkennen!
Gleich gegenüber ist das Badezimmer.
Gleich gegenüber ist das Badezimmer. - Ein Badezimmer?
Verzeihung!
Entschuldigung!
Danke schön!
Wollen die Herrschaften eine Erfrischung zu sich nehmen?
(Gelächter)
Prost!
Prost!
Mutter!
I glaub, i muss mi niedersetzen.
Komm!
♪ Marianderl-anderl-anderl!
♪ Du hast mei Herz am Banderl-banderl.
♪ La la da di da di.
Frau Mariann!
Großmutter!
Aber keine Angst, Mariandl drei ist ehelich!
Franz!
Ich hab mit dir zu reden.
Aber unter vier Augen, wenn ich bitten darf!
(Melodie von "Mariandl".)
Die schöne blaue Donau!
Blau ist sie zwar nicht, aber schön.
Und ewig.
So kurz ist unser Leben, und wir machen's uns so schwer!
Wir haben von etwas anderem zu reden!
Ich nicht, Marianne.
Du hast also alles gewusst! Du hast sogar den Umbau finanziert!
Möchtest du mir nicht erklären, warum du das getan hast?
Muss ich das erklären?
Muss ich das erklären? - Ja!
Du machst immer nur - der Herr Hofrat verfügt!
Aber ... sagen tust du nichts.
Muss ich dir wirklich auch noch was sagen?
Ja! Ich will es endlich einmal hören!
Das versteh i ned.
Jetzt san s' schon ewig weg. I möcht nur wissen, was die machen!
Na was wohl? Abschlecken tun sie sich, die Küniglhasen!
Sagen wird er ihr, dass er sie liebt.
Mein Hofrat? Ihr sagen, dass er sie liebt?
Da fallt wirklich eher euer Plafond herunter!
Untertitel: Kathrin Wallbrecher ORF-Enterprise 2006
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.