All language subtitles for Obendrüber, da schneit es. ZDF

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Original subtitles

Miriam Kirsch Gregor Thaler

Waltraud Hennig Achim Henning

Nach dem Schlittschuhlaufen kaufen wir einen Weihnachtsbaum.

Ich freu mich schon auf Weihnachten. Ich mich auch, Mausi.

Hast du deinen Wunschzettel fertig? Ja.

Für Papa hab ich einen Silbermolch gebastelt. Einen Silbermolch!!!

Das ist ja klasse!

Und was ist das? Ein kleiner Schwanzlurch.

Das Silber hab ich erfunden, weil Weihnachten ist.

Da wird sich Papa sicher ganz doll freuen.

Lurche sind ja auch seine Lieblingstiere.

Melodie des fröhlichen Weihnachtsliedes: "Let it snow."

Ich weiß, wir sind wieder zu spät. Es tut mir leid.

So, fertig, mein Mäuschen. Viel Spaß und sei vorsichtig, ja?

Frank Sinatra singt das fröhliche Weihnachtslied: "Let it snow."

Hey! Miriam ...

Hey.

Ich wollt einfach noch mal vorbeikommen wegen morgen.

Also nicht meinetwegen, wegen Julchen. Du kommst doch, oder?

Weihnachten ohne Vater geht überhaupt nicht.

Siehst du doch genauso?

Es tut mir total leid. Aber Sonja hat den Flieger fest gebucht.

Dann soll sie den Flieger umbuchen! Jan, das geht nicht.

Julchen hat gebastelt. Lurche, Molche, was weiß ich noch alles.

Der Lachs, der Punsch ...

Julchen.

Die Glockenturmuhr schlägt drei.

Melancholisches Weihnachtslied

So und wir zwei suchen uns jetzt den allerschönsten Baum aus, ja?

So!

Du meinst, das muss sein? - Hey, unser ersten Baum.

Das verkraftest du schon. - Na gut.

Danke.

Hallo. Hallo. - Hallo.

Die Qual der Wahl, nicht wahr?

Ja, das kann man wohl sagen.

Der sieht doch gut aus, oder? Eine Nordmanntanne.

Hat eine steile Karriere als Christbaum gemacht,

seit sie im 19. Jahrhundert von Herrn Nordmann entdeckt wurde.

Dänemark exportiert jährlich fünf Millionen.

Und hat noch 100 Millionen übrig. Da hat sich jemand schlaugemacht.

Oder ... Wie wär's mit dem hier?

Der will geradezu mitgenommen werden.

Damit man ihn liebevoll schmückt und so tut, als sei alles in Ordnung.

Genau.

Wäre eigentlich genau der Richtige. Warum nehmen SIE ihn nicht?

Ich brauch gar keinen Baum.

Aber Sie, Sie brauchen einen. Der passt zu Ihnen.

Der ist besonders schön.

Nehmen Sie den.

Sie könnten hier anfangen.

Sodala, haben sich die Herrschaften entschieden?

Ja, wir nehmen diesen hier.

(lacht) Ähm ... Ja!

Es ist auf jeden Fall eine gute Wahl.

Soll ich Ihnen beim Tragen helfen?

Ähm ... Danke. Ich glaube, das schaffe ich schon alleine.

Bittschön. Dankeschön.

Danke.

Kommst du, Mäuschen?

Also ...

Wollen Sie Ihrer Frau nicht helfen?

Das hat sie nicht so gern.

Das ist ja ein großer Baum. Den schmücken wir.

Jetzt haben wir es gleich geschafft.

Magst du schon mal hochrennen und versuchen aufzuschließen?

Ja, kann ich machen.

Kannst du bitte die Tür auflassen! (Julchen) Ja.

Gut, dass Sie heute noch Treppendienst haben.

Herr Eberling, es ist doch Weihnachten.

Wer stört sich da an paar Nadeln? Ich fass mit an, dann ist es leichter

Das ist nett, danke. Erst schleppt sie jeder rein, dann wieder raus.

Jeden Mal macht es Dreck. Wahnsinn.

Kennen Sie eigentlich "Jingle bells"? Na klar.

(singt) "Jingle bells, jingle belles, jingle all the way ..."

So schön gesungen hab ich das selten gehört. Ich meine den Cocktail.

Nee, den kenne ich nicht. Das ist meine Spezialität.

Ich mix uns nachher einen oder zwei. Das ist lieb.

Aber mir ist heute nicht nach Cocktail.

Na ja, wenn doch, einfach klingeln. Dankeschön.

Der steht doch Spitzenklasse, he?

Der war ganz schön schwer. Ja.

Sag mal, was hast du eigentlich die ganze Zeit unter den Bäumen gemacht?

Geguckt, wo am meisten Platz für die Geschenke ist.

Türklingel

Ich wollte nur sagen, dass ich die Treppe für Sie mitgemacht habe.

Ach, Frau Henning, ohne Sie wär ich verloren. Danke.

Mach ich doch gerne. Wofür hat man Nachbarn?

Kriegen Sie Weihnachten Besuch? Guten Abend.

Eigentlich wollten wir alles anders machen.

Machen wir doch. Aber mit Engel!

Morgen kommen endlich die Kinder mal wieder.

Das macht eine Freude alles schön herzurichten.

Ich geh gleich in die Küche und kümmere mich ums Essen. Gans!

Das ist der schönste Tag im ganzen Jahr.

Mit der Gans fängt für mich Weihnachten an.

Ich hab ein Spezialrezept. Kann ich Ihnen gerne mal geben.

Am Vortag massiert man Orangenöl in die Haut,

damit es richtig gut durchzieht.

Und wenn ich das rieche ...

Da freu ich mich das ganze Jahr drauf.

Gleich kommt mein Mann mit dem Vogel nach Hause und dann geht's los.

Planung ist alles, nicht wahr?

Wenn morgen Nachmittag alles fertig ist, gehen wir zwei zur Chorprobe.

Eine Sängerin wie Sie, fehlt uns im Chor.

Und wohin mit Julchen?

Frau Wagner kann doch auf sie aufpassen. Stimmt eigentlich, ja.

Ach, da kommt ja mein Mann.

Da kommt die Gans.

(entsetzt) Du hast die Gans vergessen!

Jetzt haben die ZU!

DU wolltest sie holen, damit ICH mit dem Tier nicht in den Bus muss!

Da bittet man dich um eine einzige Sache.

Eine Einzige: Gans abholen bis fünf!

Aber das ist anscheinend schon zu viel.

Waldi, es tut mir leid.

Davon fliegt uns jetzt die Gans auch nicht in den Ofen!

Ich versuche es morgen. Morgen hat der Waldhof geschlossen.

Die Gans muss heute eingeölt werden sonst zieht das nicht mehr durch.

Hallo.

Da plant man und tut man, dass alles schön wird und dann!?

Wofür bestelle ich denn das Tier Wochen vorher?!

Da müht man sich Jahre um Jahre ...

Ohne mich würde Weihnachten gar nicht stattfinden! Waldi ...

Hör mir jetzt bloß auf mit Waldi! Ich bin kein Dackel.

Mit kleinen krummen Beinchen stets zu diensten. Waldi ...

Waldtraud, ich hab sie vergessen, aber ...

Ja, das passiert. Aber weißt du was, ich hab auch was vergessen.

War diese Woche nicht irgendwas? Ach ja, Weihnachten!

Keine Gans, kein Weihnachten.

Dieses Jahr fällt einfach mal alles aus.

Ich streike!

Dann wollen wir unser Prachtexemplar mal hinstellen,

damit das berühmte Engelchen seinen Platz findet.

Das ist mein Engelchen.

Den habe ich schon, solange ich mich erinnern kann.

Wenn ich dich nicht so lieben würde und ...

wenn nicht Weihnachten wäre, dann... - Dann ...?

Kommt die Chrissi auch oder nur ich?

Kommen wir davor noch mal zu dir?

Okay ... Keine Ahnung. So acht, halb neun so was, denk ich.

Also zu mir hat er gesagt, dass er kommt ...

Nina? Ich bin wieder da!

Ooch, jetzt kommt mein Vater. Warte! - Nina?

Hast du dir überlegt, was wir morgen essen wollen?

Egal. - Das bekommt man immer so schlecht.

Oh Mann, Papa, ich telefonier doch grad.

Der kommt hier rein und sieht, dass ich telefonier ...

Guten Tag, Gregor Thaler hier.

Nein, nein, der Sohn.

Ich wollte fragen, ob Sie meine Bewerbung für die Stelle ...

Dann melde ich mich einfach im nächsten Jahr ...

Oder so, kein Problem.

Ja, frohe Weihnachten. Wünsche ich Ihnen auch.

Das sind doch deine Lieblingsanhänger.

Den hast du von Papa bekommen, als ihr geheiratet habt, oder?

Julchen, du weißt ja, der Papa hat jetzt eine neue ...

Also so eine andere Familie. Und da hat er wenig Zeit ...

Es kann auch sein ... Ich freu mich so auf Papa.

Und den?

Das war der Erste.

Der Allerallererste den ich bekommen hab. Von Papa?

Mhmm.

Ich krieg den einfach nicht rein.

Vielleicht ist der Ständer zu klein? - Sag so was nicht.

Warte, ich hab's gleich.

Ich muss nur etwas mehr Druck ... und dann hier links das Schräub ...

Wir hätten den kleineren nehmen sollen.

Jetzt liegt der Scheißbaum hier rum.

Und alles nur wegen deines kitschigen Weihnachtsengels.

35 Euro für nichts.

Ich kann dir dein Geld gerne zurückgeben. - Keine schlechte Idee!

Wenn ich gewusst hätte, dass du so geizig bist ... - Was dann?

Haben wir eigentlich eine Säge?

Tschüss, Papa.

Hehehe, Fräulein! Wohin willst du?

Erst zu Lola und dann ins 'Fourty three'. Sonst noch Fragen?

Wir wollten den Baum schmücken. - Ein anderes Mal, ja?

Nina, du kannst nicht einfach kommen und gehen, wie du willst.

Und wohin soll mein Engel?

Zum Beispiel hier.

Glas zersplittert

Entschuldigung.

Du fandest meinen Engel von Anfang an beschissen.

Deswegen mach ich ihn doch nicht kaputt.

Ich hab's nicht mit Absicht gemacht. - Wer weiß?

Wer weiß!?

Ich geb mir solche Mühe den Weihnachtsstress mitzumachen.

Wenn dir der Weihnachtsstress zu viel ist, hau ab!

Na super!

Gut! Ich hau ab! - Ja, hau ab!

Auf Wiedersehen! - Tschüss!!!

Frohes Fest wünsche ich Ihnen, Herr Eberling. - Ja, Ihnen auch.

Hey, geht's vielleicht noch lauter!

Und Ihre Tochter kommt wieder nicht an Heiligabend?

Weihnachten, nur Geschäftemacherei.

Seien Sie froh, dass Sie Ihre Tochter noch haben.

Die meldet sich ja auch nicht.

Ach, wie man so stur sein kann. Rufen Sie halt an!

All meine Lieben sind im Himmel.

Ich gäbe was drum,

wenn ich Weihnachten bei meiner Tochter sein könnte.

Nee, ach komm, echt nicht.

Morgen ist endlich Weihnachten.

Morgen, ja.

Da kommt das Christkind und erfüllt uns unsere Wünsche.

Vielleicht kann das Christkind aber nicht alle Wünsche erfüllen.

Julchen, du weißt doch, dass der Papa ... Aber viele Wünsche.

Ja, ziemlich viele.

So, jetzt schlaf schön, mein Mäuschen. Gute Nacht.

Wir beten jetzt zum Christkind.

Das ist das Kind vom lieben Gott.

Also, das Kind vom lieben Gott ist nämlich Jesus.

Das ist ein Junge! Christkind ist aber ein Mädchen.

Vielleicht beten wir besser zum lieben Gott.

Das ist ja auch der Weihnachtsmann.

Oder wir nehmen alle. Dann geht nichts schief.

Liebes Christkind, lieber Jesus, lieber Gott, lieber Weihnachtsmann.

Bitte mach, dass die Mama nicht mehr so traurig ist.

Und dass wir nicht mehr so alleine sind.

Nur wir zwei, das ist zu wenig.

Türklingel

Hallo.

Grüß dich!

Komm ruhig rein.

Was haben wir denn da?

Der wollte mit.

Ich habe Neuigkeiten.

Der Pfarrer der Lutherkirche hatte einen Schlaganfall.

Das tut mir aber leid. Er wird länger ausfallen.

Man bat mich, die Vertretung zu übernehmen.

Ich sagte, das ich nicht kann, aber meinen Sohn empfehlen könnte.

Sie haben sich darauf eingelassen.

Es wäre nicht nur dein erster Weihnachtsgottesdienst,

sondern gleich auch eine Art Bewerbungsgottesdienst.

Wow.

Von null auf hundert.

Damit du das nicht vermasselst,

habe ich dir meine Weihnachtspredigten mitgebracht.

Es handelt sich schließlich um eine anspruchsvolle Gemeinde.

Das ist DEINE Chance.

Morgen, ja? Ja.

Morgen ...

Großartig.

Ja! Ja! Ja!

Danke, Vater! Danke!

Danke, Vater! Danke!

Sanfte, melancholische Musik

Ein Wahnsinn.

Sanfte, melancholische Musik

Waldi ...

Schauen wir auf den Begriff der Offenbarung.

Der in der altprotestantischen Orthodoxie

das theologische System trug.

Für Schleiermacher jedoch nicht mehr zur grundlegenden Lehre

des Christentums gehört ... Das dauert viel zu lang.

Sanfte, melancholische Musik

Hey, hast mal 'n Weihnachtsgeschenk? Bisschen Kleingeld?

Weihnachten ist abgeschafft. - Äh ... Auch gut.

Lass doch einfach morgen schon Silvester sein.

Du kannst doch nicht ernsthaft Weihnachten ausfallen lassen?

Okay. Ich hab die Gans vergessen.

Es tut mir leid. Ich sag es schon zum 53. Mal.

Es - tut - mir - leid.

Ich gehe jetzt eine Gans suchen.

Und wenn ich wieder da bin, kümmern wir uns um den Baum und die Gans.

Und bis die Kinder da sind, ist alles so wie immer. In Ordnung?

Soll ich noch was besorgen? Brauchen wir noch was?

Waldi ...

Gut, ich gehe jetzt los.

Du kannst die Füße etwas hochlegen und wenn ich wieder da bin,

bereiten wir zusammen einen schönen Weihnachtsabend vor.

Servus!

Türklingel

Guten Morgen. Die wollte ich euch noch vorbeibringen.

Bescherung ist eigentlich immer erst abends.

Sonja konnte nicht umbuchen. Es tut mir leid.

Ich wollte das nicht.

Warum machst du es dann?

Mama ...

Ja!

Hey, guten Morgen, mein Mäuschen.

Morgen.

Wer hat da eben geklingelt?

Das Christkind hat einen Boten geschickt. Mit Geschenken, weil ...

Das braucht doch keinen Boten. Das kann doch alles zaubern.

Julchen ... Also der Papa ... Denkst du, es schneit heute noch?

Das wär schön, oder?

Dann gehen wir Schlitten fahren,

wenn alle anderen ihre Gänse essen. Das wär schön.

Alles schon bezahlt, ne? Frohes Fest.

Ich hätte gerne eine Gans.

Nummer? Äh, also ...

Eine. Bestellnummer.

Hab ich nicht. Ich wollte einfach eine Gans.

Am 24.? Einfach so!

Nächste!

65.

Danke. Frohes Fest.

Rockmusik

So, 65 Euro und gutes Gelingen!

So! Das war die Letzte.

Der Nächste bitte.

Frohe Weihnachten.

Rockmusik

Weihnachtslied: "Jingle bells"

Es ist lebenswichtig.

Die eine haben wir noch. Französische Freilandgans.

Soll bis eins abgeholt werden.

Ich zahle jeden Preis.

Jeden!

Die Uhr geht nach, oder?

Kann ich mir auch vorstellen.

Wir sind sehr gespannt, wie Sie den diesjährigen Text auslegen.

Wir erinnern uns noch gerne an die gelungene Auslegung

von Pfarrer Oberhofer vor sechs Jahren. Aha ...

Wir beten dafür, dass er uns möglichst lange erhalten bleibt.

Natürlich.

Haben Sie Familie?

Nein.

Was nicht ist, kann ja noch werden, nicht wahr?

Wir haben gern einen Pfarrer mit Familie.

Wir haben alles gesehen. Gibt's noch Fragen?

Dann darf ich mich verabschieden. Heute hat jeder viel zu tun.

Ja, natürlich. Der Kantor muss jeden Moment da sein.

Der sagt Ihnen, was hier gerne gesungen wird.

Ich würde gerne meine persönliche Auswahl ... Hier sind die Bücher.

Da die Talare.

Sie finden sicher einen, der Ihnen passt.

Und toi, toi, toi.

Danke.

Türklingel

Hallo. Ich wollte Ihre Frau abholen. Zum Singen.

Frau Henning, es wäre mir wirklich lieber, wenn Sie mitkämen.

Ich streike.

Mir geht's doch auch nicht gut.

Ich weiß nicht, wie ich meiner Tochter beibringen soll,

dass ihr Vater heute Abend nicht kommt.

Ich weiß nicht, wie ich den Abend überstehen soll.

Ich geh trotzdem singen. Wir haben uns so drauf gefreut.

Waldi, hörst du?

Wiedersehen.

Anklopfen

Waldi ...

Telefon klingelt.

Hallo?

(überschwänglich) Philip! Philip!

Wo seid ihr denn?

Nein, das macht doch nichts.

Mama ... Äh ...

Mama kann grade nicht.

Genau, genau, die Gans.

Wieso klinge ich komisch?

Nein, nein, alles ist gut.

Bis später! Türklingel

Dankeschön.

Hat's geklappt? Passt der Baum? Nicht wirklich. Trotzdem danke.

Wissen Sie, wie man eine Gans zubereitet?

Ja.

Meistens ist ein Beutel mit den Innereien drin, für die Soße.

Dann wäscht man sie, stopft sie, näht die Öffnung zu und ab in die Röhre.

Den Ofen können Sie schon mal vorheizen.

Mit was füllen Sie sie denn immer?

Äpfel sind nie verkehrt.

Eher viele Äpfel.

Das ist total süß von Ihnen, dass Sie Ihre Frau überraschen wollen.

Das hat mein Vater noch nie gemacht.

Ihre Frau ist bestimmt glücklich, wenn sie das sieht.

Und Sie wissen, was das für eine Arbeit macht.

Schön. Meine Tochter hat mir auch immer Bilder gemalt.

Wo ist deine Tochter?

Die ist gestorben.

Ist schon lange her.

Aber Eltern sterben doch immer früher als Kinder.

Die sind doch viel älter. - Da hast du recht.

Es ist auch nicht richtig, dass die Kinder vor den Eltern sterben.

Das ist alles, was noch da ist, im Moment.

Wahnsinn.

Wie wär's denn damit?

48 Euro!!!

Das ist doch nicht Ihr ernst?

Manchen Menschen ist es das eben für ihre Lieben Wert.

Ich nehme ... dieses.

Macht 14 Euro 80.

Sieht ja keiner außer mir.

Das glauben Sie!

Fröhliche Weihnachten.

Sentimentale Musik

Frohe Weihnachten, Mama.

Liebe Gemeinde.

(laut) Liebe Gemeinde!

Heute ist Weihnachten!

Natürlich, was sonst.

Liebe Gemeinde, ich ... Ich freue mich ...

mit Ihnen heute die Heilige Nacht zu feiern.

Ich freu mich heute ...

zur ...

heute zur ...

Ich freue mich heute ZUR Heiligen Nacht,

mit Ihnen den Weihnachtsgottesdienst feiern zu können.

Zu ... begehen.

Weihnachtsgottesdienst zu begehen.

Wenn nun der bloße Verweis auf die Offenbarung Gottes

in der Heiligen Schrift nicht mehr ausreicht,

um die zentralen Lehren des Christentums zu begründen,

wie Schleiermacher das vehement postuliert,

dann müssen wir uns die Frage stellen:

Worauf berufen wir uns als Christen, wenn wir die Offenbarung Gottes

als zentrales Moment des Glaubens negieren? Der junge Herr Thaler.

Wir schätzen Ihren Vater sehr. Überaus ergreifend seine Predigten.

Ach, Sie kennen die Predigten Ihres Vaters sicher in- und auswendig.

Ja, natürlich.

Äußerlich ähneln Sie ihm kaum.

Aber es kommt uns auf die inneren Werte an, nicht?

Hier, daran können sie sich orientieren.

Ich war davon ausgegangen, dass ICH die Reihenfolge festlegen kann.

Nach der Predigt würde ich ... Halten Sie sich hier dran.

Das wird genauso erwartet. Ich würde gerne einige Änderungen vorschlagen.

Änderungen! Wir müssen jetzt beginnen Wir haben heute noch etwas vor!

Kenne ich Sie? Nein ...

Diesem Chor tritt man nach einem persönlichen Vorsingen bei.

Frau Henning bat mich mitzusingen.

Miriam Kirsch. Abschluss 2001, Musikhochschule Frankfurt.

Ich kann gerne wieder gehen.

Ich hab ja gehört, dass Sie keine Veränderungen mögen.

2001. Die Klasse von Prof. Steiner?

Ja, genau. Herzlich willkommen, Frau Kirsch.

Entschuldigung, ich würde mich dennoch freuen,

wenn Sie dieses Arrangement integrieren könnten.

Es ist eine zeitgemäße Heilsbotschaft. Eine Ballade.

Von? Ein ... englischer Musiker. Gehe ich recht in der Annahme,

dass es sich dabei nicht um einen Kirchenmusiker handelt?

Nicht unter dem Kreuz.

Wir singen nur christliche Werke unter dem Kreuz.

Der Chor beginnt mit der Probe.

Sie singen ein Weihnachtslied. "Gloria in excelsis Deo"

Oh, Sie sind ja hier. Ich dachte, Sie wären nicht da.

Ich bin auch nicht da. Ich bin eine optische Täuschung.

Weihnachten ist auch eine optische Täuschung.

Sonst wäre der Baum nämlich schon geschmückt. Aber dieses Jahr ...

Waldi ...

Die Zimtsterne habe ich für meine Kinder gebacken.

Das waren immer ihre Lieblingsplätzchen.

Die haben sie noch gegessen, wenn sie pappsatt waren.

Das ist immer eine Mühe mit den Zacken.

Haben Sie schon mal Zimtsterne ausgestochen?

So eine Mühe.

Zacken für Zacken ...

Waldi, sei doch nicht so. Das ist doch jetzt nicht ...

Schau ... ... für Zacken für Zacken ...

Ich geh dann mal.

Wiedersehen.

Sanfte Musik von Bob Dylan: "Mr. Bojangles ..."

Guten Morgen.

Schon auf? - (gelangweilt) Morgen.

Wo ist der Baum? - Weg.

Wieso? - Ich hab niemanden der ihn schmücken wollte.

Gibt's auch keine Bescherung oder wie stellst du dir das vor?

Ich stell mir gar nichts vor.

Wer den Baum geschmückt haben will, der schmückt ihn.

Wer Bescherung haben will, der macht sie. - Willst du mich verarschen?

Nein. - Was essen wir eigentlich?

Moment! Dir war das egal, als ich das gestern mit dir erörtern wollte.

Also, was meinst du? Pizza oder Sushi.

Als Weihnachtsessen???

Machst du jetzt Stress? - Nein, mein Schatz. Im Gegenteil.

Ich hab beschlossen, nicht spießig zu sein.

Wir machen nichts, wozu wir keine Lust haben.

Wir schmücken nicht den Baum. Wir stressen uns nicht mit dem Essen.

We take it easy.

Aber das ist doch gar nicht richtig Weihnachten.

Sie knallt die Tür.

Danke, meine Damen und Herren. Ich wünsche einen schönen Weihnachtsabend

Ich sehe Sie alle später zum Gottesdienst.

Unser neuer Pfarrer wird ihn sicher sehr anregend gestalten.

Bis nachher. Bis nachher.

Weihnachtslied: "I'm dreaming of a white Christmas"

Telefon klingelt.

Ja?

Oh ...

Ja, dir auch frohe Weihnachten, Mama.

Das freut mich, dass euer Baum so schön ist.

Ja, unser auch.

Ein Traum, absolut ...

Oje, ich hab viel zu viel Punsch gemacht und viel zu viel zu essen.

Was ist mit dir? Ich glaub, ich hab das Christkind schon gehört.

Jetzt fehlt nur noch der Papa.

Weihnachtslied: "I'm dreaming of a white Christmas"

Oje!

(schmerzvoll) Ahhh!

Alles okay bei Ihnen?

Das darf doch alles nicht wahr sein. Wenn Sie kurz ...

Ich helfe Ihnen.

Ahhh! Nein, das geht nicht. Entschuldigung, das geht nicht.

Okay. Bin gleich wieder da. Einen Moment.

Türklingel

Das ist bestimmt endlich der Papa!

Hallo?

Hallo?

Waldi, das sind jetzt die Kinder. Kannst du nicht wenigstens ...

Kann ich nicht. Ich muss raus hier! Die Kinder ...

Ich kann jetzt nicht!

(hilflos) Waldi ...

Pizza nach oben!

Wie haben Sie das gemacht?

Bleib da! Du erkältest dich.

Du verträgst doch die Kälte nicht.

So ein Mist! Ausgerechnet heute.

Au! Ich kann gar nicht stehen. Ahhh!

Ach du lieber Himmel!

Was ist denn passiert?

Hallo. Ich bin ausgerutscht.

Ich ruf dann mal einen Arzt.

Auch das noch. Warum ich? Warum jetzt!!!?

Ich hab einen Baum geklaut. Am besten warten Sie im Haus,

bis der Notarzt da ist. Ich möchte Ihnen das Fest nicht verderben.

Keine Sorge, das tun Sie nicht. Es ... geht schon. Ahhh!

Das Beste ist, Sie warten bei uns!

Oh ja, ihr kommt alle zu uns.

Wir haben nämlich total viel Punsch.

Ja, das stimmt allerdings.

Ist da der Pizzaservice oder was ist los?

Pizzaservice!

Kann ich helfen? Was ist denn passiert?

Guten Abend.

Legen Sie sich aufs Sofa. Danke, sehr freundlich.

Komm, ich zeig dir unseren Christbaum.

Das ist ja wie im Paradies.

Setzen Sie sich! Ich hab hier noch Stühle.

Nina, komm, das machen wir. Ich ruf den Arzt an, ja?

Ja.

Auf den Schreck trinken wir erst mal ein Glas Punsch.

Vielen Dank. Thaler.

Achim Henning. Freut mich.

Hallo. Ich bin der Nick.

Von oben.

Im Fernsehen läuft eine Weihnachtssendung.

Knallgeräusch

Knallgeräusch

Lautes Gepolter

Ahhh!

Entschuldigung, ich bin ausgerutscht.

Lautes Stimmengewirr

Lautes Klopfen

Lautes Gepolter und Lachen

Ich mach ordentlich rein. - Mach rein, ist ja Weihnachten.

Möchten Sie auch ein Glas Punsch? - Gerne, Kindchen, danke.

Habt ihr auch so einen schönen Baum?

Nein, wir haben keinen schönen Baum.

Also, nicht so einen schönen Baum.

Oh... Das Wichtigste ist, dass ihr zusammen seid.

Das ist das Schönste an Weihnachten.

Vielleicht ist es auch nur eine Prellung.

Kann aber auch gebrochen sein. Weiß man nie bei solchen Sachen.

Gebrochen!? Moment, ich frag mal.

Wo genau tut's denn weh? Hintern, Steißbein. Da so.

Ähm, Hintern, Steißbein.

Nee, er kann sein Bein nicht belasten.

Und die sollen diese Wunderspritzen mitbringen.

Die die Fußballer immer kriegen. Genau so was brauche ich.

Wichtiges Spiel heute Abend noch, was?

Allerdings. Sie sagen's.

Sind Sie so nett und geben mir die Zettel bitte?

Ich hol den Baum. Nicht, dass den jemand klaut.

Der Hausmeister brummelt unverständlich vor sich hin.

Es kommt gleich jemand. Aber es kann einen Moment dauern.

Ich meine, Weihnachten, Schnee ... Ich muss um 11 in der Kirche sein.

Was machst du eigentlich die ganze Zeit? Ich äh ...

Das ist meine Predigt. Und die ist noch nicht fertig.

Türklingel

Erwartet ihr noch Besuch? Mein Papa.

Der hat aber auch schon eine neue Familie.

Herr Eberling! Ist dein Papa schon lange weg?

Ja, ganz lange. Schon fünf Monate oder zehn.

(Herr Eberling) Schon ein bisschen laut, oder? - Komm rein!

Die anderen sind schon alle da. - Wahnsinn.

Zeig mir dein Kinderzimmer. - Entschuldigung. Oh!

Suchen Sie sich einfach einen Stuhl.

Wer hat jetzt noch keinen Punsch?

Punsch? Ich sollte besser nüchtern bleiben.

Kinderpunsch? Kinderpunsch gerne.

Möchten Sie? Ich sollte besser nichts trinken.

Ich nehm das schon. Oder ich trinke ganz viel.

Entschuldigung, darf ich mal durch?

So, dann stoßen wir jetzt mal auf Weihnachten an.

Frohe Weihnachten! (alle) Frohe Weihnachten!

Vielen, vielen Dank.

Dass ich das erlebe ...

Ein richtiges Weihnachtsfest.

Und fast das ganze Haus beisammen.

Das gab's noch nie in all den Jahren, oder Herr Eberling?

Wahnsinn, Frau Wagner.

Ich bin froh, dass du wieder da bist.

Geht's Ihnen wieder besser?

Nee!

Wenn man merkt, dass man überflüssig ist,

kann's einem nicht mehr besser gehen.

Wissen Sie, was ich gut kann? Zimtsterne backen.

Zimtsterne backen und Gänse braten.

Das ist alles, was ich in meinem Leben erreicht hab.

Jetzt bin ich überflüssig. Das, was ich kann, kann jeder.

Das stimmt so nicht ganz, oder? Hab nichts erreicht in meinem Leben.

Kein eigenes Geld, keinen Beruf, nichts.

Nur Zimtsterne backen und Gänse braten.

Ich hab nichts gemacht aus meinem Leben.

Nichts bewegt auf dieser Welt.

Ach, Waldi, bitte. Das ist doch nicht wahr.

Die Gans! Ich hab die Gans vergessen!

Das hab ich schon mal gehört.

Ihr Tannenbaum ist wirklich wunderschön.

Ja, den hat mir jemand aufgeschwatzt.

Es gibt keine Zufälle, wissen Sie.

Es gibt nur Winke des Schicksals.

Und ich frage mich, was das Schicksal heute mit mir vorhat?

Da hab ich die Chance auf meine erste Weihnachtspredigt

und sie ist noch nicht fertig.

Eine Katastrophe, dass ich hier liege. Das läuft nicht nach Plan.

Mein Weihnachten verläuft auch nicht nach Plan.

Weil Julchens Vater eine neue Familie hat.

Hat mir Ihre Tochter erzählt.

Das tut mir leid.

Aber Ihr Baum wurde trotzdem so schön, als ob alles in Ordnung wär.

Das mit dem Arzt dauert schon ganz schön lange.

Ich ruf noch mal an.

Ach, hat hier eigentlich niemand Hunger?

Ich hab unglaublich viel gekocht. Ich hol mal was aus der Küche.

Eine nette Mitbewohnerin, oder? - Sehr.

Schön, wenn Kinder im Haus sind.

Dann ist Leben in der Bude.

Radau nennt man so was.

Ist Ihnen die Musik eigentlich manchmal zu laut?

Die Technolieder Ihrer Tochter sind nicht so mein Fall.

Aber Ihre Rockmusik höre ich sehr gerne.

Was mögen Sie denn? Dann spiele ich das nächste Mal lauter für Sie.

Also, da gibt es so ein langes Lied.

Das fängt so ganz ruhig an und dann wird es ... recht wild.

So mit E-Gitarre oder so.

Rosa summt das Lied. Das ist Stairway to heaven.

Das höre ich in letzter Zeit häufiger. Das müsste es sein.

Treppe zum Himmel.

Schön.

Jetzt klappt's ja doch noch mit uns beiden.

Frohe Weihnachten.

Oh, das muss auf den Esszimmertisch.

Mmh ... Wir haben es nicht mal geschafft, einkaufen zu gehen.

Vom Dattelfüllen ganz zu schweigen.

Mmh ... Kriegen Sie das auch noch mit? Klar.

Wissen Sie, bei Ihnen ist es heute am allerschönsten.

Kirsch noch mal, hallo. Unserem Notfall geht's nicht so gut.

Ohoh! Oh, Verzeihung.

Meine erste Gans.

Die sieht aber sehr gut aus.

Finden Sie? Ja.

Kennen Sie sich damit aus? Geben Sie mal her, ich mach das.

Das ist wirklich so schön bei Ihnen.

Dankeschön.

Müssen Sie nicht jemandem Bescheid sagen?

Ihrer Freundin vielleicht?

Ich? Nein.

Frauen werden komisch, wenn sie erfahren, dass ich Pfarrer bin.

Entweder werden sie selbst heilig oder sie ergreifen die Flucht.

So, ich hab telefoniert. Kann nicht mehr lange dauern.

Danke. Ist doch ganz gut, dass Sie hier ausgerutscht sind.

So habe ich wenigstens Abnehmer für das alles. Möchten Sie Gänsebraten?

Gern.

Was macht eigentlich dieser rote Apfel allein am Baum?

Das ist Tradition. Meine Oma hat immer darauf bestanden.

Ist unser Paradiesapfel.

Paradiesapfel.

Zur Erinnerung an das Paradies. Auch wenn es verloren scheint.

Dieses Jahr hätte ich ihn beinah weggelassen.

Dabei brauchen Sie ihn dieses Jahr besonders.

Vielleicht ist die Vertreibung aus dem Paradies endgültig.

Trauert man immer weiter dem nach, was man verloren hat?

Das Paradies ist dort, wo man glücklich ist.

Sie werden es auch wieder finden. Vielleicht ganz woanders.

Sagt das jetzt der tröstende Pfarrer oder sagen Sie das?

Da gibt es eigentlich keinen Unterschied.

Entschuldigen Sie die Frage. Ist es nicht komisch,

sich so den ganzen Tag ... beruflich mit Gott zu beschäftigen?

Ersetzen Sie mal 'Gott' mit 'Hoffnung'.

Ja, das hört sich schön an.

Es hilft mir durch den Tag. Es hilft mir durch mein Leben.

Ist doch schön, wenn man Zimtsterne ausstechen kann.

Es war doch alles immer gut!

Und da hast du uns einfach einen Baum geklaut? - Einfach ist gut.

Mach das nicht noch mal. Einfach abhauen.

Du warst die ganze Nacht weg. - Ich hab's nicht mehr ausgehalten.

Und du hast mich dazu aufgefordert. - Ich war traurig wegen des Engels.

Aber ich hab's nicht so gemeint. - Woher soll ich das wissen?

Da musst du hinhören! Auf Zwischentöne!

Da waren keine Zwischentöne.

(laut) Du verstehst überhaupt nicht, um was es dabei ging.

Erklär's mir einfach! - Wenn ich dir das noch erklären muss ...

Hey ...

Das Schöne ist, wenn man sich streitet,

kann man sich auch wieder versöhnen.

Da ist Gefühl da und Bewegung.

Wenn man sich nicht mehr streitet... Dann?

Dann weiß man plötzlich nichts mehr voneinander.

Und merkt es nicht mal.

Darf ich euch mal einen weisen Tipp geben? Weglaufen ist immer schlecht.

Reden ist die Lösung. Vielleicht geht's nicht anders.

Manchmal kann man nicht sagen, was man gerne sagen würde.

Dann endet man irgendwann vorm Scheidungsrichter.

Das ist genauso unangenehm. Die Gans ist übrigens super!

Geh ihr endlich nach!

Scheidungsrichter. Ohne mich!

(schnüffelt) Hm ...

Lilia.

Die hat Ihre Frau immer benutzt. - Ja, so nannte ich sie. Lilia.

So hat sie immer gerochen.

Aber ich hatte keine Ahnung, dass es die Seife ist.

Ich hätte sie ihr schenken können. Aber ich wusste es nicht.

Sie mochte Weihnachten so gerne.

Sie vermissen sie.

Geben Sie sich einen Ruck. Rufen Sie Ihre Tochter an.

Sie vermisst ihre Mutter doch auch.

Wenn Lilie das wüsste.

Sie hat immer vermittelt, wenn Sie sich gestritten haben.

Das ist ein Geschenk, wenn man Familie hat.

Wenn man nicht alleine ist. Das ist nett. Danke.

Und dieser Weihnachtsabend ist auch ein Geschenk.

Oder lieber eine Schmerztablette?

Sie sehen aus, als ob Sie sich quälen.

Das Einzige, was mich wirklich quält, ist die Predigt.

Ich kann nicht so gut frei sprechen.

Und wenn sie fertig ist, muss ich noch alles auswendig lernen.

Wie weit sind Sie denn? Es reicht hinten und vorne nicht.

Oje und ich lenk Sie auch noch ab. Nein, nein. Nein!

Predigt? Ja.

Katholisch?

Ich? Nein.

Wieso?

Heidegger?

Ist das nicht fürchterlich trocken? Nein, ganz und gar nicht.

Wenn man bedenkt, dass die technische Weltbeherrschung

dem Menschen heute sinnhaft erscheint, wohingegen ...

Soll ich uns nicht lieber noch etwas Punsch suchen?

Für Sie auch? Für mich nicht, danke.

Oh Gott. Entschuldigung. Ich wollte nicht ...

Haben Sie meine Tochter gesehen? Die sind im Kinderzimmer.

Dann schauen wir mal.

Für dich. Du hast noch gar nicht probiert.

Gans mit Makrone?

Nicht gut?

Schnüffelt.

Doch.

Woher hast du die?

Geheimnis.

Teuer?

Auch ein Geheimnis.

Aber sie schmeckt dir nicht?

Doch. Ich dachte, du freust dich.

Ich wollte dich überraschen.

Du brauchst mich gar nicht mehr.

Das stimmt doch nicht.

Ich brauch dich! Immer!

Wer braucht schon eine Frau, die nichts,

aber auch gar nichts, aus ihrem Leben ...

Du hast das Beste draus gemacht. Du hast unser Leben schön gemacht.

Du hast die Familie zusammengehalten.

Die Kinder großgezogen.

Alles, was wir sind, ... sind wir, ... weil es dich gibt.

Sag mal Schwesterherz ... - Welchen Gefallen soll ich dir tun?

Könnte ich mich an deinem Geschenk beteiligen?

Für zwei ist das zu piefig. Das wollen wir doch nicht, oder?

Wir schenkten immer was zusammen. - Da hast du auch vorher angerufen.

Kann nicht jeder so perfekt sein wie du und Mama.

Ich bin überhaupt nicht so wie Mama.

Am liebsten würde ich jetzt in eine Kneipe gehen, wo die Post abgeht

und mich sinnlos betrinken. - Das kannst du Mama nicht antun.

Und jetzt auch noch Mamas trübes Gesicht,

weil wir nicht pünktlich zur Gans da waren!

"Dabei bestell ich die immer Wochen vorher im Waldhof!"

Warum macht eigentlich keiner auf? Hast du deinen Schlüssel dabei?

Nein.

Ihre Tochter ist total süß. Das sieht nur so aus.

Wo ist deine Mama eigentlich?

Meine Eltern haben sich auch getrennt.

Ich war früher immer bei meiner Mutter. Da gab's ständig Krach.

Mein Papa ist nicht so streng. Deswegen ist es bei ihm besser.

Das darfst du ihm nicht verraten. - Mach ich nicht.

Und wo ist dein Papa?

Bei Sonja. Die hat auch ein Kind.

Bei denen ist der Papa auch weg. Und da ist mein Papa jetzt hingezogen.

Du weißt aber schon, dass er dich am liebsten hat, von allen, oder?

Woher willst du das wissen?

Das ist doch voll logisch. Er ist ja nur dein Papa.

Stimmt.

Mama!

Jetzt weiß ich, dass es wirklich ein Christkind gibt.

Weil wir nicht mehr alleine sind.

Und wenn ihm deshalb der Popo wehtut, dann tut es mir leid.

Aber es musste eben sein.

Julchen, hast du von dem Punsch mit Schnaps getrunken?

Der Arzt ist bestimmt gleich da. Hoffentlich.

Was singen Sie da auf dem Foto? Das war ein Chansonabend.

Was war das für eine Ballade, die der gestrenge Kantor

'nicht unter dem Kreuz' singen wollte?

"Fix you" von Coldplay.

Miriam summt die Melodie.

Das ist schön.

Und wo singen Sie jetzt? Es gibt da so einen Kirchenchor ...

Und außerdem?

Unterrichte ich noch ein paar Schüler. Aber sonst nichts.

Sie sollten singen. Und zwar solo.

Ich habe Ihre Stimme gehört ...

Quatsch. Da waren 1000 Stimmen drum herum.

Aber Ihre war trotzdem die Einzige.

(verlegen) Danke.

Ich weiß auch nicht, warum ich aufgehört habe zu singen.

Es war irgendwie unpraktisch mit Familie und kleinem Kind.

Und Ihr Mann?

Gearbeitet. Der hatte keine Lust zu Hause babyzusitten,

während seine Frau singt.

Ich mach's. Ich hüte Ihre Tochter, wenn Sie dann wieder singen.

Keine leeren Versprechungen. Ich meine es ernst.

Ist mein Weihnachtsgeschenk als Dankeschön für all das hier.

Sie haben eine wundervolle Stimme. Singen Sie!

Ja, es ist Weihnachten. Es hat noch niemand gesungen.

Kann jemand Klavier spielen?

Ich könnte.

Darf ich? Bitte.

Er spielt das Weihnachtslied "Jingle bells ..."

Guck mal, wie gut mein Papa Klavier spielen kann.

Waldtraud summt mit.

Schnelles, rockiges Klavierspiel

Darf ich bitten?

Nein, nein. Ich kann doch nicht tanzen.

Michael spielt jetzt "Jingle bells" rockiger und schneller.

Herr Eberling summt rhythmisch mit.

Schau, es geht doch! Es geht!

Das Rotkraut ist noch gar nicht fertig.

Was ist das denn?

Vielleicht ist was passiert?

Guck mal, da!

Oh mein Gott!

Gestern am Telefon war ich noch so mies zu Mama,

weil sie mich immer so nervt, mit ihrem bescheuerten Perfektionismus,

damit alles so ist wie immer. - Wir fragen die Nachbarn.

Rockig gespielt: "Jingle bells"

Türklingel

(singt) "Jingle bells, jingle bells ..."

Klingel noch mal, die haben nichts gehört.

Die wissen, wie man feiert.

"... in a one-horse open sleigh! Jingle bells ...

Türklingel

Hallo!

Was? Es hat geklingelt. Vielleicht der Notarzt.

Mama!?

Kinder!

Frohes Fest! Mama!

Ich dachte, es wäre was passiert.

Sorry, war nicht der Notarzt.

Entschuldigung, der Stau, das Rotkraut und alles ...

Frohe Weihnachten.

Weißt du noch, was du eben unten vor der Tür gesagt hast?

Irgendwas mit 'Post abgehen' und 'sinnlos betrinken'?

(Philip) Auf geht's! (Susanne) Na dann!

Frau Wagner?

Frau Wagner!

Hallo!

Michael hört auf, Klavier zu spielen (alle) Ohhh!

Ich glaube, da stimmt was nicht.

Frau Wagner hat sich schon lange nicht mehr bewegt.

Frau Wagner?

Ich hab Ihnen noch etwas ...

Frau Wagner?

Rosa?

Oh!!!

Türklingel

So, wo ist der Patient?

Ähm ... Ich glaube, wir haben da einen Todesfall.

Es scheint ein schöner Tod gewesen zu sein.

Keine Schmerzen, keine Angst. Eigentlich ein Geschenk.

Mama?

Was ist ein schöner Tod?

Wenn man nicht alleine ist, wenn man stirbt.

Das ist ein schöner Tod.

Komm, wir gehen noch mal ins Kinderzimmer.

Ahhh!

Traurige Musik

Können Sie vielleicht ... etwas sagen?

Ja bitte, ein paar Worte.

Ich kann das doch nicht so frei. Sie können das ganz bestimmt.

Durch einen Wink des Schicksals ...

... haben wir hier alle zusammen ein wunderbares Weihnachtsfest gefeiert.

Rosa Wagner ist in unserer Mitte mit einem glücklichen Lächeln verstorben

Ich glaube, Gott hat ihr damit zu Weihnachten ein Geschenk gemacht.

Genauso wird sie es sich immer gewünscht haben.

Wir sollten uns freuen für sie.

"Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt,

wenn er inkognito bleiben will."

Von Albert Schweitzer.

Wie viel Uhr ist es eigentlich? Oh Gott, ich muss in die Kirche.

Vielleicht kann mich jemand begleiten? Natürlich.

Wir singen sowieso oder Frau Henning?

Jaja, jaja. Vielleicht auch jemand,

der mich notfalls tragen kann und auf die Kanzel stellen?

Ja, klar. Nick, das machen wir! - Ich komme mit.

Ich begleite dich. Kommt ihr auch mit?

Geht ihr mal. Wir spielen Christkind und räumen die Küche auf.

Philips Weihnachtsgeschenk für euch. - Tolle Idee. Machen wir.

Lass uns lieber in die Kirche gehen. - Nix da!

Das wird bestimmt total schön.

Da ist ein großer Baum. Da sind ganz viele Lichter dran.

Ach du lieber Himmel. Was ist denn passiert?

Ein Ausrutscher. Halb so wild.

Vielleicht kann mir jemand beim Ankleiden helfen?

Das mach ich schon. - Alles Gute.

Hals und Beinbruch.

Entschuldigung.

Danke.

Sie schaffen das. Sie können wunderbar frei reden.

Und die Predigt? Soll ich vor- sichtshalber noch mal drübergucken?

Nein, lass mal.

Das macht mich nur nervös.

Es geht um die Offenbarungstheorien einiger großer Philosophen,

mit denen ich auf die weihnachtliche Heilsbotschaft verweisen möchte.

Interessant. Anspruchsvoll. Das werden sie mögen. Hoffen wir's.

Ich lass dich noch einen Moment alleine.

Du weißt, jetzt kommt es darauf an.

Gott schütze dich.

Danke.

Danke, Vater.

Danke.

Kommt!

Huch!

Hoffentlich bin ich nicht zu betrunken, um die Töne zu treffen.

Manchmal ist es nicht schlecht.

Vielleicht trifft man dann die Töne besser.

Meine Frau singt eher nebenbei. Nur zum Zeitvertreib.

Ich bin sicher, ich habe nicht zu viel versprochen. Offenbarungstheorie

Die Kirchenuhr schlägt.

Orgelmusik

Feierliche Orgelmusik

Orgelmusik ist zu Ende.

Heute feiern wir Weihnachten.

Und ich möchte sie alle herzlich willkommen heißen,

hier in der Lutherkirche gemeinsam die Christnacht zu feiern.

Pfarrer Oberhofer, ... der sich sicher sehr darauf gefreut hat,

diesen Gottesdienst mit Ihnen allen ... zu begehen,

ist leider nicht wohlauf.

Möge er bald gesund werden ... und wieder an dieser Stelle stehen,

an der ich ihn heute vertreten darf.

Was mir eine große Freude ... und eine Ehre ist.

Das hat er jetzt aber nett gesagt.

Gesang "Stille Nacht!"

Immer noch Gesang "Stille Nacht"

Jetzt müssen wir ihm ganz doll die Daumen drücken.

Ich möchte nicht von der Kanzel über Ihre Köpfe hinweg predigen,

sondern Ihnen eine Geschichte erzählen.

Wie ein Freund oder ein Nachbar.

Eine Geschichte, ... die ich heute Abend erlebt habe.

Es ist die Geschichte,

die uns der Weihnachtsbaum erzählt.

Ich bin gespannt, wie er jetzt den Bogen hinkriegen will.

Für die Fröhlichen und Glücklichen unter uns

ist Weihnachten einfach wundervoll.

Aber die, die unglücklich sind oder einsam,

die haben Angst vor diesem Fest.

Diejenigen, die sich gestritten haben

und glauben, sich nicht mehr versöhnen zu können.

Diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben

oder frisch getrennt voller Schmerz

zum ersten Mal alleine das Fest der Liebe feiern müssen.

Diejenigen,

die sich plötzlich nutzlos vorkommen.

Oder diejenigen, die glauben, niemals das erreichen zu können,

was sie sich vorgenommen haben.

Sie alle haben den einen Gedanken:

Nicht auch noch ein Weihnachtsbaum,

unter dem ich mich noch elender fühle,

als ich es sowieso tue.

Genau die brauchen das Licht des geschmückten Baumes am allermeisten.

Offenbarung, hm?

Denn genau für sie steht der Baum mit seinen Kerzen und dem Licht,

denn er vertreibt die Finsternis.

Schauen Sie sich diesen Baum an.

Er verspricht uns zu finden, was wir verloren haben.

Er verspricht uns das Paradies.

Mit seinem Lichterglanz,

in seinem Immergrün

und mit den roten Paradiesäpfeln,

die wir daran hängen, um für eine ganze Heilige Nacht

dem Paradies näher zu sein.

Der funkelnde Tannenbaum sagt uns,

was Kleist sehr schön formuliert hat:

"Das Paradies ist verriegelt, der Cherub steht hinter uns

und wir müssen die Reise um die Welt antreten,

um zu sehen, ob es am Ende für uns ... geöffnet ist."

Lassen Sie uns auf die Reise gehen,

um die Tür zum Paradies wiederzufinden.

Ich habe eine Tür ... heute durch einen Unfall im Schnee ...

... sehr zufällig gefunden.

Bei fremden Menschen,

die mich einfach aufgenommen haben,

obwohl jeder mit dem einen oder anderen Unglück zu kämpfen hatte.

Und unter dem schönsten Christbaum, den ich je gesehen habe,

habe ich nach langem Theologie- studium ... Meint er unseren Baum?

Ich glaub schon. - Den ich mit Mama geschmückt hab?

... eigentlich heute erst erfahren, was Weihnachten wirklich bedeutet.

Es bedeutet ... Hoffnung.

Was Heidegger und Schleiermacher zur christlichen Heilsbotschaft

zu sagen haben, das ... kann man bei anderer Gelegenheit nachlesen.

Ihnen allen wünsche ich eine gute Reise,

voller Licht

und voller Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnacht.

(gerührt) Danke.

Das war doch mal erfrischend weihnachtlich.

(singt das Lied "Fix you" von Coldplay) "When you try your best...

but you don't succeed.

When you get what you want but not what you need ..."

Das ist meine Mama.

"When you feel so tired but you can't sleep ..."

Die Leute flüstern: Ein sehr schönes Lied.

"Stuck in reverse ...

And the tears come streaming down your face ...

When you lose something you can't replace ...

When you love someone but it goes to waste ...

Could it be worse? ...

Lights will guide you home ...

And ignite your bones ...

And I will try to fix you ..."

Stimmungsvolle Musik

"And high up above or down below ..."

Herzlichen Dank! Gesegnete Weihnacht.

Gesegnete Weihnacht.

War super. Danke, frohe Weihnachten.

Hey ...

War echt geil. Frohe Weihnachten.

Frohe Weihnachten. Dir auch.

Gesegnete Weihnacht.

Gesegnete Weihnacht.

Im Hintergrund wird das Lied "Fix you" von Coldplay gespielt.

Gesegnete Weihnacht.

Gesegnete Weihnacht.

Coldplay singt das Lied "Fix you"

Gesegnete Weihnacht. Ihnen auch, Herr Pfarrer.

Ich weiß, es war nicht die Art von Predigt ...

Es war eine gute Art von Predigt. Es war deine Predigt.

Irgendwann gelingt es dir auch,

dein Theologiestudium mit einfließen zu lassen.

Frohe Weihnachten, Vater. Frohe Weihnachten.

Stimmungsvolle Musik

Sie lachen und albern.

Spürst du das auch?

Was?

Die Welt dreht sich. Sie dreht sich!

(zufrieden) Mmmhhhm.

Jetzt war der Papa gar nicht da.

Und manchmal habe ich gar nicht an ihn gedacht.

Das ist völlig in Ordnung. Du hast ihn in deinem Herzen.

Auch wenn er nicht da ist, ist er trotzdem immer bei dir.

Ich dachte, wenn er nicht kommt, ist nicht richtig Weihnachten

und wir sind traurig. Aber wir waren ja lustig. Das stimmt.

Du hast dich ja pausenlos um Julchen gekümmert. Das war nett von dir.

Das war das erste Weihnachten, nachdem sich ihre Eltern trennten.

Daran wird sie sich immer erinnern. Sie soll sich an was Schönes erinnern

Jemand spielte pausenlos mit ihr, bis sie fast umkippt.

So wie Eltern das nie machen.

Unser erstes Weihnachten nach der Trennung war furchtbar.

Ja.

Es tut mir so leid.

Weißt du, ich wollte dich immer vor allem beschützen.

Vor allem was dir wehtut.

Ich wollte einfach immer alles richtig machen.

Und dann vermassle ich Weihnachten.

Wenn ich heute noch einen Wunsch frei hätte ...

Ich würde mir wünschen, dass ich es wieder gut machen kann.

Komm Papa, hier zieht's.

Weißt du ...

Es gibt echt viel schlimmere Väter als dich.

Das hier ist von Papa.

Das ist für dich!

Auspacken, auspacken, auspacken.

Das ist der Anhänger vom lustigsten Weichnachtsfest, das wir je hatten.

Und der gehört jetzt auch mit dazu.

Das ist von mir.

(gerührt) Ohh ...

Also, jetzt musst du zuhören. Ich fang jetzt an!

"In einem leeren Haselstrauch, da sitzen drei Spatzen Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu. Ganz zu.

Und obendrüber, da schneit es. Hu!!!

Sie rücken zusammen dicht an dicht.

So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hören alle drei ihrer Herzlein Gepoch.

Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch."

Türklingel

Stimmungsvolle Musik

Frank Sinatra singt: "Have yourself a merry little Christmas"

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