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Lässt du die Musik laufen? Äh, was?
Na, die Musik.
Ich glaube, ich kenne sie irgendwie, aber ich weiß nicht.
Ich... kann nicht sagen, woher. Also, ich höre nichts.
Nein, sie hat aufgehört.
Wo sind denn alle? Bei einem Kurs.
Verhandlungstechnik.
Aber du bist nicht dabei? Nein, für gewöhnlich halte ich den.
Aha.
Na dann.
Ein häufiger Fehler ist es, direkt zu Stufe fünf zu wechseln
mit dem Versuch, das Verhalten zu ändern.
Jede Stufe auf der Treppe braucht ihre Zeit.
Erst wenn die Tatperson auf einer Stufe stabil steht,
können Sie zur nächsten wechseln.
Wie bei allen Bauwerken ist das Fundament das Wichtigste.
Hallo.
Sie da, hallo.
Was ist das Fundament einer gelungenen Verhandlung?
Aktives Zuhören.
Es ist nötig, auf eine Weise zuzuhören,
die der Tatperson das Gefühl vermittelt, wahrgenommen zu werden,
um so zu einer gewaltfreien Lösung zu kommen.
Was unterscheidet denn eine Geiselnahme von einer Opferlage?
Ja?
Das... Oh, Sie sagten "unterscheidet".
Ich dachte, Sie meinen Ähnlichkeiten.
Aber, ähm, unterscheiden.
Na ja, es sind: Da ist ja der Täter, und...
Ich weiß nicht, ich habe es vergessen. Das war doch...
24 steuerbezahlte Stunden für einen Kurs in Sozialarbeit.
Das ist doch Irrsinn.
Schadet nicht, unser Wissen upzudaten.
Auch wenn die Dozentin etwas schwammig war.
Ich fand, sie war gut.
Die Physis des Kurses müsste upgedatet werden.
Nur, weil du nicht Krieg spielen durftest.
Krieg? Dieser Workshop hat nichts mit Krieg zu tun.
Fahr mit Oskar, dann könnt ihr diese Diskussion im Auto weiterführen.
Der Kurs ist über Sprengstoffe.
Wenn sie deine Tür in die Luft jagen, wen rufst du an?
Sieh dir die zwei an.
Die können nicht mal Strafzettel wegen Falschparkens ausstellen.
Und wir machen Sozialarbeitskurse.
Ich stelle mein Auto immer hier ab!
Scheren Sie sich zum Teufel, Mann. Oskar.
Dann überfahren Sie mich doch, das ist mir egal.
Fahren Sie jetzt den Wagen weg. Fahren Sie einfach.
Was ist hier los? Sein Wagen steht dem Bus im Weg.
Ich mache nur meine Arbeit. Oskar Bergmann.
Wie heißen Sie?
Hampus Säter.
Okay, Hampus, haben Sie den Schlüssen bei sich?
Nein, den habe ich oben.
Dann machen wir das so: Wir zwei gehen rauf und holen ihn.
Das meinst du doch nicht im Ernst.
Findest du, er sieht fahrtüchtig aus? Sie können fahren.
Ich fahre, wenn der Wagen da weg ist.
Ich habe keine Zeit für so was. Dann nimm doch den Bus.
Beeilen Sie sich, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.
Dann meinte Oskar, er muss mit raufgehen.
"Jetzt muss ich ihn finden." Streifenwagen sind unterwegs.
"Die sind in sieben Minuten da." Wir haben die nicht.
"Du wartest. Wir wissen nicht, mit wem wir es zu tun haben."
Doch. Mit einem Vollblutpsychopathen.
Gerichtsvollzieher.
Oskar ist allein und unbewaffnet.
"Du wartest auf Verstärkung. Das ist ein Befehl."
Ich nehme eine Einschätzung der Lage vor. "Josef."
Was machen Sie da?
Weg vom Tisch. Was?
Gehen Sie.
Gehen Sie.
Ganz ruhig.
Wer ist das? Ich, äh, ich weiß nicht.
Wer zum Teufel ist das? Ich weiß nicht.
Wollen Sie, dass... Nein.
Ich schieße.
Was... Was haben Sie vor? Klappe.
Nein, bitte nicht schießen, okay?
Was machen Sie hier? Wir wollten den Autoschlüssel...
Stehen Sie still.
Was haben Sie vor? Hände hinter den Kopf.
Auf die Knie. Ich will nicht sterben, okay?
Bitte, ich will nicht sterben. Auf die Knie, sage ich.
Ich will nicht sterben, okay? Bitte.
Ich will nicht sterben.
Halt.
Hampus, ich heiße Josef. Ich habe den Schlüssel gefunden.
Er liegt im Wagen. Sie können ihn wegfahren.
Oskar und ich gehen jetzt. Gehen Sie raus.
Es ist nichts geschehen, niemand wurde verletzt.
Also legen Sie die Waffe weg, ehe noch was passiert.
Mir ist alles egal, ich schieße. Legen Sie jetzt die Waffe weg.
Legen Sie die Waffe weg.
Alles okay?
Er war bewaffnet, high und paranoid. Ich musste eingreifen.
Dann ist er gefallen. Es war ein Unfall.
Wir reden später darüber. Oskar, wie geht's dir?
Äh, na ja, tut mir leid.
Ich kümmere mich um ein Krisengespräch.
Ja, gut. Ich fahre nach Hause und schlafe eine Runde.
Ja, mach das. Sie, danke. Wo ist der Wagen jetzt?
Bei der Technik, um Aufmerksamkeit zu vermeiden.
Und was weißt du über... Wurde erschlagen.
Der Kofferraum ist wohl nicht der Tatort. Zu wenig Blut.
Und es war ein... Baby, ja.
Okay.
Ihr könnt hier rein, nicht in die anderen Räume.
Denkst du, das ist der Tatort? Sieht nicht so aus.
Habt ihr was von Interesse gefunden? Sieh mal dort.
Ja, er hatte es nicht leicht.
Ich frage mich, ob er der Vater war
und es nicht schaffte, sich um das Kind zu kümmern.
Er hat ihm den Schädel eingeschlagen,
weil er mit der Miete im Rückstand war?
Glaube ich nicht. Jetzt schlaf erst mal, Josef.
Ich will, dass du einen Psychologen aufsuchst,
bevor zu zum Dienst kommst.
Wir sehen uns morgen.
Das müsst ihr euch vorstellen.
Nicht zu fassen, nein, wirklich nicht.
Guten Morgen.
Wie habt ihr geschlafen?
Es ging so. Okay, hört mal.
Dieser Fall ist zweifellos außergewöhnlich.
Bisher haben wir einen mutmaßlichen Mörder.
Den verstorbenen Hampus Säter.
Was uns fehlt, ist die Identität des Opfers
und ein denkbares Motiv für die Tat.
Haben wir schon was von der Rechtsmedizin?
Ja, das Baby starb durch die Verletzungen am Kopf.
Es hat mindestens drei Tage im Kofferraum gelegen,
ist aber nicht dort gestorben.
Aber die Obduktion wird heute noch abgeschlossen.
Und die Blutprobe, was war da?
Hampus Säter war nicht der Vater.
Okay. Was haben wir für Informationen zu Hampus?
Er wohnte allein und war unverheiratet.
Seine Drogenabhängigkeit war bekannt.
Er war verschuldet, dennoch wurde bei ihm Geld gefunden.
100.000 Kronen, also ziemlich viel.
Die Mutter ist verstorben. Der Vater, Rolf Säter, wohnt in Kista.
Er wurde noch in der Nacht informiert.
Dann fahren wir zwei zum Vater. Soll ich mitfahren?
Ich war es, der... Ja, wenn du das schaffst.
Ich dachte nur... Er muss ja nicht wissen, dass du dabei warst.
Ihr macht weiter, Hampus' Leben zu durchforsten.
Mit wem er zu tun hatte, wem er Geld schuldete.
Wie erfreulich, ihr seid schon zu Gange.
Nett. Bitte?
Ähm...
Ach so, der, jaja.
Wie wäre es mit einem Update?
Wir sind auf dem Weg zu Hampus' Vater.
Josef und du? Ja.
Wäre es nicht besser, das jemandem zu überlassen,
der nicht in den Tod verwickelt war?
Mein Personal, meine Entscheidung.
Ich frage das nicht nur des Vaters wegen. Er schafft das schon.
Ist es nicht zu glatt, um Rad zu fahren?
Nein, es wird Sand gestreut.
Aber du kommst sonst nicht mit dem Rad zur Arbeit. Nein.
Aber jetzt denke ich, ich mache es mir zur Gewohnheit.
Was ist mit ihm? Er wirkt so fröhlich.
Er hatte ja vielleicht Sex.
Hm, kann man nie wissen.
Würden Sie sagen, Sie hatten eine enge Beziehung?
Eng? Ich weiß nicht recht.
Er kam öfter vorbei, meistens, um sich Geld zu borgen.
Bekam er es?
Ein paar Hunderter ab und an.
Wir haben in seiner Wohnung ziemlich viel Geld gefunden.
Wissen Sie, wo er das hergehabt haben könnte?
Nein.
Keine Ahnung.
Sie... waren dort, als er...
Hat er sich das Leben genommen?
Warum fragen Sie das?
Er war...
ziemlich am Ende.
Daher dachte ich...
Hampus hat sich nicht das Leben genommen.
Ich war dort. Es war ein Unfall.
Okay.
Wissen Sie, ob es einen besonderen Anlass gab für seine Depressionen?
Na ja, also, er...
Seine... Freundin hat ihn wegen eines anderen verlassen.
Okay, war das erst kürzlich? Nein.
Vor ein paar Monaten.
Aber das hat ihn aus der Bahn geworfen.
Er hatte sich so auf das Kind gefreut.
Welches Kind? Es war nicht von ihm.
Na ja, das sagte sie jedenfalls.
Hampus wollte das nicht auf sich beruhen lassen.
Er wollte so einen Vaterschaftstest machen, sobald das Kind da war.
Wissen Sie, wann das Kind zur Welt kommen sollte?
Na ja, also, das müsste jetzt so weit sein.
Hampus' Ex heißt Elin Mörner,
wohnt in Rissne mit einem Stefan Larsson.
Keiner geht ran. Wir haben es wohl mit einem Dreifachmord zu tun.
Wir wissen nicht, was los ist. Keine voreiligen Schlüsse.
Warum hat niemand ein Baby als vermisst gemeldet?
Er hat sie alle drei erschlagen.
Vorsicht. Hör auf.
Willst du gehen? Da können zwei Leichen drin liegen.
Dann müssen sie länger da liegen.
Oder sie verbluten gerade, während wir blöd rumquatschen.
Stefan Larsson, sind Sie das? Ja.
Alex Beijer von der Polizei, Josef, mein Kollege.
Wir suchen Elin Mörner, ist sie da?
Ja, sie müsste drinnen sein. Wann haben Sie sie zuletzt gesehen?
Wieso? Ist was passiert?
Stefan, wir möchten nur ein paar Fragen stellen.
Ist was mit dem Kind? Wir können das draußen machen.
Elin. Warten Sie doch.
Elin.
Stefan. Elin!
Warten Sie, Stefan, hey, hey, hey.
Wir wollen ein paar Fragen stellen.
Hören Sie? Warten Sie. Stefan.
Hej.
Ich habe seit Monaten nicht mit Hampus gesprochen.
Warum nicht?
Ich musste die Telefonnummer ändern wegen ihm.
Hat er sie bedroht? Nein.
Aber er hat ständig angerufen.
Mal hat er geweint, ein andermal...
Es wurde einfach zu viel.
Hatten Sie Angst vor ihm? Ganz und gar nicht.
Ich habe den Typen nie gesehen.
Er ist vielleicht schwierig, aber er würde nie jemandem wehtun.
Sich selbst vielleicht, aber keinem anderen.
Hampus ist der netteste Typ der Welt.
Essenszeit.
Jetzt komm schon.
Oskar?
Kommen Sie doch mal.
Hallo. Hi.
Sie haben doch kurz Zeit, oder?
Na ja, ich wollte gerade zum Mittagessen.
Hm, ja, verstehe.
Ja, also das mit Josef und diesem Typ,
der da aus dem Fenster geflogen ist...
Das ist verdammt übel, was?
Ja. Ja.
Sie wissen, als Regionschef obliegt es mir, das in Ordnung zu bringen.
Ja, also...
Was heißt das für uns?
Die Medien suchen doch ständig nach Sündenbocken.
Und da muss man seine Karten richtig ausspielen.
Sodass nicht die falsche Person dann alles ausbaden muss.
Nein, das wäre nicht... nicht gut.
Mann, ich mag Sie, Oskar, wirklich. Das war...
Das war schon immer so.
Sie sind menschlich und weich und...
Ja, jaja, schon... okay.
Die Interne wird Ihre Version hören wollen.
Dessen sind Sie sich bewusst, ja?
Absolut, ja. Mhm.
Ich weiß nicht, was vorgefallen ist. Ich war nicht dabei.
Aber was ich weiß...
ist, dass Josef dazu neigt, sich Probleme zu schaffen.
Und ich denke, letztendlich geht es darum,
welche Art Polizist wir haben wollen.
Wollen wir Dirty Harry oder wollen wir den...
na ja, Kindergartencop?
Ich meine, Sie verstehen mich, oder?
Also, ich weiß nicht. Was... Na ja, was...
Ist schon gut. Ja?
Ist gut, Oskar, wir verstehen uns.
Viel Erfolg... Ja.
beim Essen. Ja.
Es beginnt mit einer Vorlesung, der Rest der Woche ist Praxis.
Was kostet dieser Workshop? Na ja, der kostet schon was.
Aber wenn man an die Sprengstoffanschläge denkt,
ist das eine gute Investition.
Josef. Haben Sie einen Moment?
Worum geht's? Um Ihr Eingreifen bei Hampus Säter.
Wir müssen Details erörtern.
Wenn ich weiß, wessen Baby er ermordete,
schreibe ich einen Bericht.
Josef, hör zu, wir machen einen Deal.
Ich weiß, dass du keinen Bock hast, den Mist durchzukauen.
Führe das Gespräch mit der Internen,
dann brauchst du nicht zum Psychologen, okay?
Okay, abgemacht.
Also, Martin, es war nicht Elin Mörners Kind.
Ja, das habe ich gehört.
Wie läuft es mit Josef?
Gut, wieso?
Du weißt ja, wie ich den Mann einschätze.
Er ist hitzköpfig, unberechenbar. Ja, ich weiß.
Aber er ist ein guter Zuwachs für meine Gruppe, und dazu stehe ich.
Ist etwas?
Ja, so ist es. Ich habe mit der internen Ermittlung geredet.
Also.
Schildern Sie bitte mit eigenen Worten die Ereignisse,
die zu Hampus Säters Tod führten.
Hampus Säter war voll mit Drogen und paranoid.
Ich habe ihn mehrmals gebeten, die Waffe wegzulegen.
Wäre es Oskars Hirnmasse gewesen,
die wir vom Asphalt gekratzt hätten,
würde ich das jetzt rechtfertigen müssen.
War es Ihre Einschätzung, dass Oskars Leben auf dem Spiel stand?
Ja.
Und wenn ich sage, dass Hampus' Waffe unbrauchbar war?
Wissen Sie das von der Kriminaltechnik?
Okay.
Wenn es so war, wie hätte ich das
in dem Moment verdammt noch mal wissen können?
Er hielt die Waffe an Oskars Kopf und drohte, damit abzudrücken.
In Anbetracht dessen, was im Kofferraum lag,
wollte ich sichergehen.
Wie kamen Sie zu dem Schluss, es sei sein Wagen? Er hat es gesagt.
Dass es sein Wagen war? Mhm.
Sie sagen: "In Anbetracht dessen, was im Kofferraum lag."
Würden Sie sagen, das tote Kind beeinflusste Ihre Einschätzung,
es gehe um eine Geiselnahme?
Nein. Der Wagen hatte ein falsches Kennzeichen.
Er wurde gestohlen bei Ebba von Scheele.
Okay.
Sie wissen über die Ermittlung besser Bescheid als ich.
Sie sollten sie übernehmen.
Die Spuren im Kofferraum stammen nicht von Hampus Säter.
Möglich, dass er den Wagen stahl, ohne zu wissen, was darin lag.
Warum soll er 'nen Polizisten als Geisel nehmen?
Sie sagen selbst: Er war paranoid und voll mit Drogen.
Ertappt mit einem gestohlenen Wagen.
Er stand unter psychischem Druck.
Hätten Sie Hampus Säter nicht des Mordes verdächtigt,
sondern eines simplen Autodiebstahls,
hätten Sie dann anders agiert?
Hast du mir der Internen über das Auto und die Waffe gesprochen?
Das war ein Hinterhalt. Willst du mich suspendieren?
Ich gab ihnen die Informationen.
Sie waren hier, als ihr unterwegs wart.
Ich habe keinen Übergriff begangen, frag Oskar.
Auch er wird Rede und Antwort stehen müssen. Das liegt nicht...
Denkst du, ich hätte was falsch gemacht? Ich weiß es nicht.
Aber? Aber ich habe dich gebeten, auf Verstärkung zu warten.
Okay.
Ihr habt recht, ich bin persönlich engagiert in dem Fall.
Aber das ist kein Problem, das ist ein Vorteil.
Ich höre, was du sagst. Gut.
Aber ich ziehe dich ab von dem Fall.
Ich mache das für dich, Josef. Nein, für dich.
Ich verstehe, dass das für dich...
Du verstehst gar nichts. Du hast keine umgebracht.
Der Kopf eines Säuglings ist empfindlich. Es braucht nicht viel.
Wie alt ist das Mädchen? Zwei Monate.
Die hintere Fontanelle ist noch nicht zusammengewachsen.
Das erfordert also nicht viel Kraft.
War es Mord oder ein Unfall? Das kann man unmöglich sagen.
Aber was würden Sie vermuten?
Vermutungen sind nicht meine Aufgabe.
Ob es Mord war, müssen Sie den Täter fragen.
Entschuldige, ich gehe mal an die frische Luft.
Der Schädel könnte gequetscht worden sein.
Gequetscht? Mhm.
Nein, nein, nein, ich wollte nur...
Aber wenn sie wach wird, kannst du ihr bitte einfach sagen:
Papa...
kommt bald nach Hause.
Okay, gut, danke, hej.
Ich weiß nicht, wie ich das... Oskar, du machst alles richtig.
Findest du? Du nimmst Hilfe an, die angeboten wird.
Du gehst zum Psychologen. Das ist gut. Fahren wir.
Also, Hampus Säter hat einen, wie man sagt, vertrackten Background.
Jugendkriminalität in frühen Teenagerjahren.
Mit 19 bekam er zwei Jahre wegen einer Schießerei.
Seitdem war es ruhig, auf dem Papier.
Das Motiv für die Schießerei? Unklar.
Könnte mit Gangkriminalität zu tun haben.
In letzter Zeit war er Strohmann
für diverse Geschäfte mit Autos und Firmen.
Ich will nur meine Sachen holen. Bitte sehr.
Und was ist mit seinem Handy?
Gar nichts. Sechsstellige Codes sind nicht zu knacken.
Und er scheint häufig zu wechseln.
Verbindungsnachweise gehen nur ein paar Tage zurück.
Der Computer? Ist kein Problem.
Warum verschwendet ihr Zeit darauf?
Wenn Hampus einfach das falsche Auto geklaut hat,
kann man ihn doch einfach abschreiben.
Oder hat die Fahrzeugbesitzerin Ebba
jetzt plötzlich einen Säugling als vermisst gemeldet?
Hast du jetzt alles, was du brauchst?
Ja.
Es wäre gut gewesen, mich vorzuwarnen.
Tut uns leid, wenn wir unpassend kommen.
Aber wir möchten Ihnen Fragen stellen.
Ach ja, gut, dann fragen Sie nur.
Hat außer Ihnen noch jemand Zugang zu Ihrem Wagen?
Nein, wann bekomme ich ihn zurück?
Sobald die kriminaltechnische Untersuchung beendet ist.
Wurde sonst noch etwas gestohlen? Nicht, dass ich wüsste.
Wir haben im Besitz des Diebes eine größere Menge Bargeld gefunden.
Kam das von Ihnen?
Sehe ich aus wie jemand, der Bargeld hat?
Dann sind wir ja fertig, oder?
Nein, noch nicht ganz.
Nein?
Wir hätten gern Ihre Fingerabdrücke und DNS.
Sie haben das Recht, sich zu weigern. Ach nein, was soll's.
Aber dann müssen Sie wirklich gehen.
Ich habe auch noch etwas anderes zu tun.
Wer sagt, dass du das Schlafzimmer verlassen kannst?
Das Ergebnis des DNSTests kriegen wir wohl erst morgen.
Kann man das nicht beschleunigen? Wie... Wie war sie?
Ruhig war sie. Viel zu ruhig, um zu wissen, was im Kofferraum lag.
Sie kann trotzdem damit zu tun haben.
Das hier ist interessant.
Mailverkehr zwischen Hampus und einer anonymen Adresse.
Die Sprache ist vorsichtig, kann codiert kriminell sein.
Kann sich um eine Art von Verkauf handeln.
"Wann kommt die Lieferung?"
Es gibt zwei unbeantwortet Mails. Die Letzte kam vor drei Tagen.
"Hallo, wo steckst du denn?"
"Der Kunde zahlt auch das Doppelte."
Das kann alles Mögliche sein: Diebesgut, Drogen.
Oder Babys.
Schmuggel von Kindern.
Der Zeitpunkt der letzten Mail
und der, an dem das Kind umgekommen ist, stimmen überein.
Das Kind ist die Lieferung? Ist das nicht weit hergeholt?
Ist es das?
Die Auflagen für Adoptiveltern sind sehr hart.
Sowohl der Schwarzmarkt für Adoptionen
als auch der Bedarf an Leihmüttern explodieren.
Aus Entwicklungsländern. Das Kind ist schwedisch.
Sagt wer? Vielleicht kommt es aus Osteuropa.
Dort nimmt der Markt Fahrt auf.
Die Leute zahlen mehr für weiße Kinder.
Der Kopf des Mädchens wurde gequetscht.
Das kann aus Versehen oder während des Transports passiert sein.
Hampus stellt fest, dass das Baby tot ist,
gerät in Panik und weiß nicht, was er tun soll.
Und was machen wir?
Kannst du diese IPAdresse zurückverfolgen?
Das habe ich versucht.
Und wenn wir auf die Mail an Hampus antworten?
Das ist Provokation einer Straftat.
Ist vielleicht unsere einzige Chance.
Okay.
Gut, was soll ich schreiben?
Schreib, dass das Geschäft läuft,
wenn der Kunde noch daran interessiert ist.
Und jetzt?
Wir warten auf die Antwort.
Alex, wir haben ein Problem.
Wir werden von den Medien mit Anrufen bombardiert.
Sie wollen eine Erklärung zu dem missglückten Polizeieinsatz.
Kein Kommentar, bis die interne Ermittlung abgeschlossen ist.
Aber sie haben den Namen und das Foto von Hampus Säter.
Verdammt, das können die nicht bringen.
Wenn der Mailkontakt das erfährt, wird er nicht anbeißen.
Deswegen müssen wir ein Interview geben,
um die Veröffentlichung des Namens hinauszuschieben.
Also, wer macht das? Du oder ich?
Du kannst dir denken, wer sich freiwillig dazu melden wird.
Er fiel aus der achten Etage während eines Polizeieinsatzes.
Nun fragt sich die Allgemeinheit: Gingen die Polizisten zu weit?
Das finde ich nicht, aber...
wenn ein Polizeieinsatz ein weniger glückliches Ende nimmt,
"machen wir eine interne Ermittlung.
Wir klären, ob wir anders hätten handeln sollen."
"Es ist nicht das erste Mal,
dass ein Polizeieinsatz unglücklich endet."
"Das stimmt, aber das ist eben Teil des Polizeialltags."
"Vor Kurzem ist ein Junge bei einer Verfolgung umgekommen.
Zwei Wochen zuvor wurde ein Mann von der Polizei erschossen."
"Es waren unglückliche Umstände, durch die das so gekommen ist.
Und es ist festzuhalten,
dass es mehr um mangelnde Urteilskraft einiger Beamter geht,
als um sich ausbreitende Gewaltbereitschaft im Polizeikorps."
Ich muss auf die Toilette.
Okay.
Bist du bald fertig?
Ja, ich komme gleich.
Bist du müde?
Wie lange schließt du mich noch ein?
Bis ich dir vertrauen kann.
Ich will heim.
Brav.
Keine Sorge, wir werden eine Familie sein.
Nein.
Du wirst keine Dummheiten machen, nicht wahr?
Nimm etwas in der Nähe von Hampus' Wohnung, das wir absichern können.
Der Hafen in Olfsunda, fünf Uhr?
Schreib acht Uhr. Wir brauchen Verstärkung.
Kriegen wir das nicht selbst hin? Nein, im Moment nicht.
"Noch keine Aktivitäten zu erkennen."
Er ist spät dran.
Weiß er, dass wir hier sind?
Oder er hat ein Problem damit, pünktlich zu sein.
Da nähert sich ein Wagen.
Habe verstanden.
Was sehen Sie?
Der Fahrer scheint allein zu sein.
Ist er das?
Verdammter Mist.
Wir sehen ihn nicht mehr.
Er ist abgehauen. Check den Wagen.
Polizei, stehen bleiben.
Da unten ist er!
Stehenbleiben!
Also...
hier.
Das ist ein Foto von einem... zwei Monate alten Baby.
"Kann sein, dass es in der Broschüre anders aussah."
Was?
Es lag im Kofferraum von Hampus Säters Wagen.
Wer ist das?
Erinnern Sie sich nicht an Leute, mit denen Sie Geschäfte machen?
Die Korrespondenz der letzten sechs Monate.
Fünf durchgeführte Lieferungen.
Sagen Sie nicht, das ist nicht Ihre Mailadresse.
"Macht Spaß, Browserverläufe fremder Computer durchzusehen."
"Okay." "Besuchte Pornoseiten..."
Das reicht jetzt, Jenny, danke.
Das ist Hampus.
Was war da los? Sieht man das nicht?
Haben Sie davon etwa keine Ahnung?
Also bitte, natürlich weiß er davon.
Es ist gut, beherrsch dich.
Dann lass ihn hier sitzen und auf seinen Anwalt warten.
Wir haben genug.
Wissen Sie, Mord an einem Baby, das ist nicht besonders beliebt.
Weder im Gerichtssaal noch im Knast.
Das reicht jetzt, Jenny, du kannst gehen.
Ich habe nichts damit zu tun. Nein, natürlich nicht.
Ich besorge den Durchsuchungsbeschluss.
Du solltest Schauspielerin werden.
Ich denke darüber nach. Tja.
Ich weiß nichts von einem toten Baby.
Ich habe niemanden umgebracht.
Hm.
Dann erzählen Sie mir doch mal was darüber,
wie Ihr Geschäft so funktioniert.
Hampus kennt einen Typ,
der alte Schachteln aufreißt.
Die das Geld haben, ein Kind zu kaufen.
Nein, die Premiumautos fahren.
Er macht die Schlüssel nach, Hampus tauscht die Nummernschilder aus.
Ich mache nur die Kundenkontakte. Das ist alles.
Also verkaufen Sie gestohlene Autos. Ja.
Okay.
Wer hat ihn ermordet? Wer sagt, dass er ermordet wurde?
Er fiel dummerweise aus einem Fenster.
Sagten wir das nicht?
Hampus' CasanovaKumpel gesteht
die Verführung von Ebba von Scheele und vier anderen Frauen,
um an deren Autos zu kommen.
Aber er weiß nichts von einem Baby.
Ebba von Scheele kann nicht die Mutter des Babys sein,
was die Testergebnisse bestätigen.
Ihre DNS findet sich nicht mal auf der Decke, in der das Kind lag.
Wir haben nichts, Martin.
Welche anderen Theorien habt ihr denn?
Wie zum Teufel kann ein Baby verschwinden,
ohne, dass es jemand vermisst?
Ich war in der Nähe, da wollte ich mal sehen, wie es dir geht.
Nett.
Was willst du?
Du siehst furchtbar aus.
Danke, gleichfalls.
Wir stecken fest.
Wir kennen die Identität des Opfers nicht.
Die Wagenbesitzerin hat nichts mit dem Kind zu tun.
Hampus hat kein Motiv
und steht nicht mit der Tat in Verbindung.
Du glaubst, dass er unschuldig ist? Ich weiß es nicht.
Und wenn er schuldig ist, warum hat er es getan?
Und wessen Baby ist es?
Hast du eine Idee? Nein.
Aber ich habe Whisky. Gratuliere.
Nicht für dich. Du musst noch fahren, oder?
Danke.
Kann ich Ihnen etwas zu trinken bringen? Ja, Champagner.
Haben wir was zu feiern?
Das Leben.
Bestellt euch genau das, was ihr wollt,
und achtet nicht auf den Preis.
Papa, was stimmt denn nicht?
Was? Keiner hat Geburtstag, es ist nicht Weihnachten.
Trotzdem sind wir...
Ich wollte bloß ein kleines Abendessen mit der Familie.
Was ist so seltsam daran? Du kannst dich ja kaum bewegen.
Was hast du? Parkinson? Parkinson?
Ja, hatte Großmutter das nicht? Ich habe kein Parkinson.
Ich fühle mich lebendiger als je zuvor.
Das ist nur ein...
kleiner Muskelkater.
Ich habe angefangen, zur Arbeit zu radeln. Was? Du?
Du hast dich doch seit den 80ern kaum bewegt.
Fang vielleicht mit was Ruhigerem an.
Du meinst Nordic Walking? Ja, zum Beispiel, oder Boule oder so.
Haben Sie sich entschieden?
Ja, ich nehme die Wachteln.
Wachteln für mich auch, danke. Köttbullar, danke.
So. Skal.
Skal. Skal.
"Kann das zu einer weltweiten Endwicklung werden?"
"Ja, wir können feststellen,
dass ein Bewusstsein, welches Nahrungsmittel..."
Tun sie weh? Mhm.
Willst du die?
Ich will... Ich will sie sehen.
Das Infektionsrisiko ist zu hoch.
Aber sie...
Sie braucht doch ihre Mama.
"Wir fahren fort mit dem tödlichen Unfall in Stockholm,
wo ein Polizeieinsatz dazu führte,
dass ein junger Mann aus einem Fenster fiel.
Der Rettungsdienst war schnell dort,
aber sein Leben konnte nicht gerettet werden.
Die Polizei will den Einsatz nicht kommentieren,
bestätigt aber, dass eine interne Ermittlung eingeleitet wurde.
Das reicht für einige..."
Was ist denn?
Wer dreht denn heute noch selbst?
Versuch es mal, ist meditativ.
Kannst du denn nachts schlafen?
Na ja, ich habe nicht besonders viel geschlafen seit dem Unfall.
Oh, wow.
Das war nicht das erste Mal, oder?
Ich bin ein Naturtalent.
Das wird besser.
Ich war in einer ähnlichen Lage vor ein paar Jahren. Da hatte ich...
Na ja.
War das auch ein Unfall, oder...
Hast du Feuer?
Das ist wohl keine... gute Idee.
Leg dich hin.
Mein Bruder hat einen Dolch genommen und meinen Papa erstochen.
Ich dachte, wir hätten nicht viel gemeinsam, aber...
vielleicht geht's bei allem immer nur um die Umstände.
Das ist zwecklos. Niemand kann dich hier hören.
Lass mich los!
Nein!
Nein. Ich kann dir nicht vertrauen.
Nein, ich will das nicht, nein.
Nein, ich will das nicht.
Ich will das nicht.
Nein, lass mich doch. Ich will das nicht.
Keine Spritze, nein.
Ich will keine Spritze. Bitte, bitte nicht, nein.
Ich will das nicht.
Nein, keine Spritze, nein.
Nein.
Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen, hören Sie?
Ich wusste nicht, was er hier trieb,
und ich weiß nichts von dem toten Kind.
Lassen Sie mich in Ruhe. Darum bin ich nicht hier.
Das ist keine Polizeisache.
Können wir einfach nur reden?
Ist er das?
Ja.
Das ist Hampus. Er war echt lieb, als er klein war.
Man glaubte nicht, dass aus ihm ein Mörder wird.
Rolf, es ist nicht sicher, dass Hampus...
Das waren Sie, nicht wahr?
Der Polizist, der ihn rausgeschubst hat, das waren Sie.
Es war ein Unfall.
Hätte ich...
Hätte ich gewusst, dass...
Unfälle passieren nun mal.
Es tut mir leid.
Ich habe das erwartet.
Schon seit der...
verdammten Schießerei, für die er im Gefängnis war.
Da habe ich damit gerechnet, dass es so kommt.
Man hofft und denkt, dass die Dinge sich ändern.
Hampus, der war als Erwachsener ein hoffnungsloser Fall.
Ein Glück, dass man noch einen Jungen hat,
über den man sich freuen kann.
Hat Hampus einen Bruder?
Einen Halbbruder.
Er ist Arzt.
Er wuchs bei seiner Mutter in Finnland auf.
Darum ist wohl was aus ihm geworden.
Er ist gerade erst wieder zurück nach Schweden gezogen.
Jemand sollte es ihm vielleicht sagen.
Das mit Hampus. Ich habe es noch nicht fertiggebracht.
Wir machen das.
Was habt ihr über ihn rausgefunden? Was zum Teufel denkst du dir?
Du verhörst den Vater während einer internen Ermittlung.
Willst du gefeuert werden? Es war kein Verhör.
Was ist hier los? Gar nichts.
Was wisst ihr über Hampus' Bruder? Er hat einen Bruder?
Ja, Björn Lind. Warum habt ihr ihn nicht vernommen?
Die Verwandtschaft ist nicht eingetragen. Er ist nicht erfasst.
Er wohnt hier, und ich weiß, wo.
Fahrt da sofort hin. Nein, du nicht.
Aber ich habe ihn doch gefunden. Du bleibst hier. Oskar?
Das ist ein Befehl.
Björn Lind arbeitet als OnlineArzt
und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.
Ausgebildet in Schweden,
wohnte aber die letzten vier Jahre in Finnland.
Und wann genau kam er dann wieder zurück?
Das wissen wir nicht.
Aber Ayda fragt nach, ob in Finnland was gegen ihn vorliegt.
In Schweden ist er straffrei.
Er hat als Volontär für Amnesty gearbeitet
und hat gute Beurteilungen bekommen.
Man würde wohl sagen, ein ziemlich netter Typ.
Es wäre gut, wenn du aufwachst.
Ida, würdest du bitte aufwachen?
Es ist aber schon auffällig,
dass er sich nicht gemeldet hat wegen seines Bruders.
Trotz all der Schlagzeilen und so. Hm.
Aber er war sein Halbbruder.
Vielleicht hatten sie nicht viel Kontakt.
Den nächsten Weg links.
Wer zum Teufel will hier wohnen?
Hilfe!
Hilfe! Halten Sie an.
Was zum Teufel? Warte.
Halt an, halt an.
Helfen Sie mir.
Ich heiße Alex. Ich bin Polizistin.
Wie heißen Sie? Ida.
Ich brauche einen Krankenwagen nach... Ich muss nachsehen, wo.
Ida, ich will, dass Sie mir jetzt genau sagen, was passiert ist.
Er... Er hat mich eingeschlossen.
Wer? Wer hat Sie eingeschlossen?
Er, Björn.
Er hat mich nicht gehen lassen.
Es kann sein, dass ich ihn umgebracht habe.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
Wir brauchen zwei Krankenwagen.
Bitte, ja. Ich gehe hin.
Du kümmerst dich um sie. Ja, gut. Okay.
Ida, kommen Sie, wir warten im Auto. Nein, nein.
Wir müssen zum Krankenhaus. Wir warten auf den Krankenwagen.
Nein, nein, meine Tochter ist dort.
Ihre Tochter ist krank? Ja.
Okay, wo ist sie?
Im Karolinska. Karolinska.
Sie müssen mich jetzt dahin fahren.
Und wie alt ist Ihre Tochter? Erst neun Wochen.
Ich durfte sie mehrere Tage nicht sehen.
Sie müssen mich jetzt hinfahren, bitte.
Björn?
Verdammte Scheiße.
Nicht bewegen, ruhig liegenbleiben.
Ganz ruhig, nicht bewegen, sonst verbluten Sie.
Er wird des Menschenraubs und des Kindesmords verdächtigt.
Sie melden sich, sobald er ansprechbar ist. Mache ich.
Alex, alles okay?
Ja. Sind Sie sicher?
Ja.
Björns Haus ist ein mutmaßlicher Tatort.
Diesen Teil wird Jenny übernehmen.
Einverstanden.
Alles in Ordnung?
Ja, ja, absolut.
Und? Wir haben uns Björns Computer angesehen.
Er hatte vor, wieder nach Finnland zu gehen. Er hat Tickets bestellt.
Und sein Smartphone hat eine TouchID.
Geht damit ins Krankenhaus und entsperrt es mit seinem Finger.
Danke. Danke.
Es war Björns DNS im Kofferraum und auf der Decke, in der das Baby lag.
Dann haben wir ihn.
Es wurde bestätigt, dass Ida die Mutter des Babys ist.
Dann müssen wir hinfahren.
Sie... muss es ja erfahren. Das war noch nicht alles.
Die Analyse ergab auch, dass Björn der Vater des Babys ist.
Was dann bedeutet, dass er sie etwa ein Jahr lang eingesperrt hat.
Mindestens.
Oskar, kommst du? Äußerst ungern.
Ich... komme mit.
Gut.
Nein, nein, nein.
Es tut mir sehr leid, Ida. Das kann nicht sein.
Sie ist es nicht.
Wir haben einen DNSTest durchgeführt.
Und wir sind uns leider sicher.
Haben Sie Angehörige, die wir anrufen können?
Nein, er würde so etwas nicht tun.
Das stimmt nicht. Er würde doch nie...
Wie gut kennen Sie Björn?
Wenn das so ist,
dann will ich sie sehen.
Nein, sie ist es nicht.
Wissen Sie, wie lange Sie im Keller waren?
Ich will sie sehen.
Haben Sie ein Empfinden, wie lange Sie eingesperrt waren?
Ich würde sie doch wiedererkennen. Sie kann es sicher nicht sein.
Das ist sie nicht.
Sie kann es nicht sein. Alex.
Wenn sie sie sehen will, können wir das nicht verwehren.
Vielleicht würde es ihr dabei helfen, zu akzeptieren, wie es ist.
Vernehmen können wir sie jetzt ohnehin nicht.
Hast du Björns Telefon?
Hej, hör zu, ich brauche dich.
Warte... auf mich bei der Rechtsmedizin.
Und sieh zu, dass das Mädchen in...
"in einem guten Zustand ist für die Identifizierung."
Aber sagt mal, ist das wirklich nötig?
"Die Mutter will das unbedingt. Also, wir sehen uns dort."
Okay.
Oskar, kommst du mal bitte?
Siehst du hier was Ungewöhnliches?
Nein. Nein, genau.
Der Schrank ist voll mit Frauenkleidern und...
Schuhen, die vor Jahren gekauft wurden.
Sieht aus wie bei jedem xbeliebigen Paar.
Wo ist Ida?
Wir haben uns um sie gekümmert. Sie können ihr nichts tun.
Kommen Sie mal hier rein?
Nein, lassen Sie mich. Wo ist sie?
Ich muss sie sehen.
Sie ist doch meine Frau, verdammt. Moment, warten Sie, warten Sie.
Was? Sie ist Ihre Frau?
Sie hat schwere Wahnvorstellungen.
Ohne ihre Medikamente ist sie... Wo ist sie?
Wo ist sie? Ich muss sie sehen!
Nein, loslassen. Wo ist sie?
Ist alles veranlasst? Ja.
Warte hier draußen, wenn du willst. Okay.
Hm.
Sieht aus, als würde sie schlafen.
Hm.
Schläfst du, Liebling?
Hej, Martin. "Wo bist du?"
In der Rechtsmedizin... oder eher davor.
Wir fanden es besser, dass sie unter sich sind.
"Geh rein." Was? Warum denn?
"Ihr müsst sie festnehmen. Es ist sie, Oskar. Es ist Ida."
Nein.
Nein.
Wir müssen jetzt fahren. Nein.
Nein.
Ida.
Nein, nein, nein, Ida, Ida.
Okay, okay, okay, okay, warten Sie, warten Sie, warten Sie.
Ruhig, sehen Sie?
Sehen Sie? Okay, ruhig.
Ruhig, sehen Sie?
So, okay.
Alles gut, haben Sie keine Angst.
Ich will nur... Wir werden nur reden, Sie und ich.
Sie hat geschrien.
Sie hat nicht aufgehört, zu schreien.
Und ich... Ich wollte... Ich wollte nur, dass sie still ist.
Ja, ich verstehe, ich verstehe das.
Ich verstehe das, und ich... Wissen Sie was? Wissen Sie was?
Ich habe auch eine Tochter. Emma heißt meine Tochter.
Wie heißt Ihre?
Ida, wie heißt Ihre Tochter?
Tova.
Tova. Sie heißt Tova.
Okay.
Was für ein... wundervoller Name.
Ja.
Okay, sehen Sie, alles ist gut. Gut.
So, okay.
Wo soll ich anfangen? Wo Sie wollen. Wir haben Zeit.
Wir haben uns beim Medizinstudium kennengelernt.
Sie ist mir sofort aufgefallen.
Sie war meine erste Freundin, ja, meine einzige.
"Aber im dritten Jahr fing sie an, sich zu verändern.
Sie war sehr sozial, aber dann waren die Leute plötzlich Stress für sie.
Sie vertrug keinen Lärm, bekam Angstzustände."
Ich wollte glauben, dass ich...
mir alles nur einbilde, aber...
Alle Medizinstudenten sehen überall Symptome, das gehört irgendwie dazu.
Aber es war keine Einbildung.
Nein, sie war krank.
Die Diagnose lautete paranoide Schizophrenie.
Und da fing der Albtraum an.
Hier in Schweden ist die Psychiatrie ja kranker als die Patienten.
Neue Ärzte jeden Tag.
Sie wurde zwischen den Einrichtungen hin und hergeschoben.
Dann wurde sie mit Medikamenten vollgepumpt
und sich selbst überlassen.
Wir lebten wie im Gefängnis und warteten auf die nächste Psychose.
Dann ging es wieder los.
"Ich konnte das nicht länger mit ansehen.
Da beschloss ich, mich selbst um sie zu kümmern."
"Was haben Sie gemacht?"
"Ich nahm sie mit in mein Elternhaus in Jakobstad in Finnland."
Weg von den Leuten und all dem Stress.
Ich übernahm ihre Medikation.
Und das hat funktioniert? Ja.
Als sie schwanger wurde, hatte sie schon Jahre keine Psychose mehr.
Also entschieden wir uns, das Kind zu behalten.
Wir sind kurz nach der Geburt zurück gezogen nach Schweden.
Wir wollen neu anfangen.
"An einem neuen Ort eine normale Familie werden.
Ich dachte, wir würden das schaffen, wenn wir vorsichtig wären,"
in einer ruhigen Umgebung wohnen und uns um ihre Medikation kümmern.
Was ist dann geschehen?
Ida.
Hallo?
Ida.
Hinterher hatte sie keine Erinnerung an das, was sie getan hatte.
Und ich konnte es ihr unmöglich sagen.
Der Gedanke daran hätte sie umgebracht.
Also sagte ich ihr, Tova sei krank geworden.
Und ihr Bruder, Hampus Säter, wie war er involviert in die Sache?
Er hat sie gesehen. Wen? Tova?
Ich hatte... hatte ein Grab gegraben,
sie in eine Decke gewickelt.
Also, Ihr Bruder kriegte mit, dass Tova tot war, und da...
gaben Sie ihm 100.000, damit er Schweigen bewahrte.
Ich hätte es selbst tun sollen. Was?
Sie begraben.
Ich war schon dabei, aber ich dachte,
es wäre gut, Hampus mit reinzuziehen.
Sodass er nicht...
Sodass er nicht wiederkommen und noch mehr Geld verlangen würde.
"Er sagte, er würde sie begraben."
Weit weg, wo niemand sie findet.
"Wenn Ida stabiler geworden wäre,
wollte ich ihr sagen, dass unser Kind"
an einem angeborenen Herzfehler gestorben sei
und niemand was dafürkönne.
"Aber Schuld ist schlimmer als ..."
Verlust.
Ja, sie zerfrisst einem das Herz.
Wie sieht's aus?
Äh, na ja, ganz gut so weit.
Also, Oskar spricht gerade mit der Internen, nicht?
Was glaubst du?
Vielleicht muss ich bald gehen.
"Bitte setzen Sie sich."
"Schildern Sie uns bitte mit eigenen Worten
die Ereignisse, die zu Hampus Säters Tod führten."
"Ja.
Josef rettete mein Leben."
Ohne ihn würde ich heute nicht hier sitzen.
Ich habe gesagt, wie es war.
Dass die Lage lebensgefährlich war
und wir nicht wissen konnten, dass die Waffe nicht geht.
So high, wie er war, hätte er...
mir auf jeden Fall trotzdem etwas angetan.
Also, ich verlor die Kontrolle und...
Josef griff ein, als es eben notwendig war.
Ja.
So ist es.
Hast du über den Kurs nachgedacht?
Wenn du mit dem Workshop kommst, schreie ich.
Chemikalien und Sprengstoffe, der nächste in drei Monaten.
Ich bin dran mit einer Runde. Was hast du denn nur?
Oskar?
Ich glaube nicht, dass sie dich meint.
Beim nächsten Mal sucht jemand anderes die Bar aus.
Danke. So ist es gut, ja.
Stoßen wir an. Noch mal?
Ja, auf unseren Helden.
Skal, auf Oskar. Skal, auf Oskar.
Gut gemacht. Danke.
Wollte Martin nicht kommen?
Doch, er sagt immer, er kommt, und taucht nicht auf.
Man gewöhnt sich daran. Also trinken wir darauf.
Auf alle, die nie auftauchen.
Also los, hoch die Tassen. Okay.
Dann skal. Auf uns alle. Runter damit.
Lässt du die Musik laufen?
Sag mal, was ist das für ein Stück? Hm?
Äh, "Kinderszenen."
Ja, weißt du, Robert... Äh, Schumann.
Schumann, ja.
Das habe ich schon seit Tagen im Ohr. Ach ja?
Ich dachte, ich werde verrückt. Ja, er wurde es.
Verrückt. Er hatte die... Pimperkrankheit.
Pimperkrankheit? Syphilis.
Sie hielten Schumann damals für plemplem.
Na ja, du weißt schon.
Aber man fragt sich doch...
Was?
Also, wir haben ja alle, wie man so sagt, unsere...
Eigenheiten, was?
Und weißt du, man fragt sich doch,
welche davon irgendwann in der Zukunft
von, äh, von der Wissenschaft erklärt werden.
Jaja. Ja, weißt du?
Es gab ja sogar welche, die sagten,
es war im Grunde die Syphilis, die dazu beitrug,
dass Schuhmann all seine schönen Werke...
schaffen konnte.
Verstehst du? Mhm.
Also, ich meine,
du könntest faktisch hier stehen und mit einem künftigen Genie reden.
Hey, was meinst du?
Sollen wir runtergehen in die Kaschemme
und uns ein paar Erreger auf den Zapfen holen?
Also, ich bitte dich. Was?
Und dann könnten wir ja eine Band gründen, oder?
Weißt du was? Das wird süße Musik.
Skal, Martin.
Ach nein, Martin, das war jetzt aber unnötig, was?
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021
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