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Meine Herren! Meine Herren Aktionäre...
Ich habe die außerordentliche Generalversammlung
der White-Star-Linie einberufen,
um Ihnen folgende Tatsache zur Kenntnis zu bringen:
Wir haben die Titanic gebaut, das größte Schiff der Welt!
Unvorhergesehene Zwischenfälle,
nicht zu erwartende Schwierigkeiten sind eingetreten.
Die Baukosten wuchsen von Monat zu Monat,
wir waren gezwungen,
unsere Finanzen bis aufs Äußerste anzuspannen,
unsere sämtlichen Reserven aufzubrauchen und darüber hinaus,
große Kredite aufzunehmen.
Resultat:
Die Aktien fallen rapid!
Herr Präsident!
Darf ich fragen, welches Aktienkapital Sie vertreten?
Insgesamt 200.000 Pfund, Herr Präsident.
Danke.
Daher darf ich mir wohl die Frage erlauben, ob der Sturz der Aktien
der White-Star-Linie noch aufzuhalten ist?
In meiner Macht steht es jedenfalls nicht!
White-Star-Linie 98. Wer kauft White-Star-Linie zu 98?
96, ich verkaufe White-Star-Linie zu 96!
95, White-Star-Linie von mir zu 95.
Ich verkaufe White-Star-Linie zu 95.
Meine Herren, die letzte Notierung ist 95.
- 95. - Jawohl, Henderson! 95.
Und es wird noch weiter nach unten gehen.
Oder glauben Sie vielleicht, dass all die kleinen Leute,
die mit ihren paar Schillingen in White-Star-Linie spekuliert haben,
jetzt auf ihren Aktien sitzen bleiben werden?
Sind Sie doch froh, wenn die kleinen Leute auch anbieten.
Dann fallen die Kurse weiter und unsere Chancen, die Aktien
billig zu erwerben, werden größer.
Das mein' ich aber auch.
Schließlich sind wir hier ja der Aufsichtsrat der White-Star-Linie
und nicht der Vorstand von einem Wohltätigkeitsverein.
Aber ganz abgesehen davon: Ismay, was tun wir also?
Das Einfachste von der Welt:
Wir bieten auch an, damit die Kurse immer weiter fallen.
Meinen Sie?
Sind Sie Ihrer Sache so sicher?
Können Sie uns das garantieren? - Ich denke schon.
- Wirklich? - Mensch, raus damit!
Nächste Woche tritt die Titanic ihre Jungfernfahrt an -
und Sie meine Herren nehmen als meine Gäste daran teil.
Sie werden auf der Fahrt eine große Überraschung erleben.
Eine Überraschung, die unsere Aktien nach oben treiben wird.
Meine Herren, mehr möchte ich heute nicht sagen,
aber haben Sie Vertrauen zu mir,
so wie wir alle es haben zu unserer Titanic,
dem stolzesten Schiff der Welt, das bald in See gehen wird,
zur Ehre unserer White-Star-Linie und zum Ruhme Englands!
Wo Ismay ist, darf die schöne Gloria nicht fehlen.
Mit welcher Ruhe der seine Freundin mit an Bord bringt.
Vielleicht will er sie auf hoher See heiraten -
anlässlich der Jungfernfahrt der Titanic.
Sehr sinnreich.
Vielleicht ist das die Sensation, die er versprach.
Captain Smith, wir verstehen uns.
Im Falle der planmäßigen Ankunft in New York
zahle ich Ihnen 5000 Dollar und
für jede frühere Stunde je 1000 Dollar.
Je höher die Geschwindigkeit des Schiffes,
desto höher Ihre Prämie.
Wer ist denn das?
Sigrid Olinsky, eine reiche Baltin.
Reist immer in der Welt umher, etwas extravagant.
Das sieht man. Verheiratet?
- Nein. - Allein an Bord?
Ja.
Sollte man sie nicht an unseren Tisch bitten?
- Wenn Sie wünschen? - Ja, bitte!
Musste das sein, Bruce?
Meine liebe Gloria, ich bin nicht zu meinem Vergnügen an Bord,
sondern auch als Präsident und als solcher habe ich Pflichten.
Gnädige Frau,
Präsident Ismay bittet Sie an seinen Tisch.
- Bitte, gern. - Darf ich?
Ah, der Präsident gibt sich die Ehre.
Noch 20 Mio. an seinen Tisch zu holen.
- So viel? - Mindestens.
Sie soll ungeheure Ländereien in Russland haben.
Meine Herren, die Hocharistokratie höchstpersönlich:
Die Herzogin von Canterville, Lord Archibald Douglas.
Wert ihrer Hoheit: rund 20 Millionen.
- Und er? - 2 Millionen... Schulden!
Dann kann er's ja noch weit bringen.
Wer sind die beiden?
Geheimrat Prof. Bergmann und sein Assistent Dr. Lorenz.
- Wie viel? - Nicht der Rede wert.
Wissenschaftler aus Deutschland rechnen in Mark.
Senior Christobal Mendoz aus Kuba.
Kenne ich nicht, habe ich noch nie gesehen.
Pech gehabt, der ist besonders interessant.
- Auf wie viel schätzen Sie ihn? - No, so auf 8 bis 10...
9 bis 10 Jahre Zuchthaus.
Wenn ich ihn auf dieser Reise nicht erwische,
gebe ich meinen Beruf als Borddetekiv auf.
Jetzt kommt der Mann,
der die Titanic seiner Frau zum Geburtstag schenken könnte:
John Jakob Astor und Frau Gemahlin.
Der reichste Mann an Bord.
Auf die Herrschaften haben wir noch gewartet.
Entschuldigen Sie mich, meine Pflicht als Oberstewart ruft.
Und ich will auch mal nach dem Rechten sehen.
Und ich, lieber Doktor, nach dem Unrechten.
Meine Damen, meine Herren,
ich bitte um Gehör für den Präsidenten der White-Star-Linie,
Sir Bruce Ismay.
Meine Damen und Herren,
ich habe die Ehre, Sie auf dem jüngsten Schiff unserer Linie
zu begrüßen.
Dass die Titanic mit ihren 46.000 Bruttoregistertonnen
das größte Schiff der Welt ist, wissen Sie.
Dass es nach dem Urteil der englischen Fachwelt
das sicherst Schiff ist, wissen Sie auch.
Ich verkünde Ihnen nun die dritte Eigenschaft der Titanic:
Sie ist auch das schnellste Schiff,
das jemals über den Atlantik gefahren ist.
Denn in diesem Augenblick, meine Damen und Herren,
erleben Sie die Sensation,
dass die Titanic 26 1/2 Seemeilen in der Stunde läuft, das heißt,
wir fahren Weltrekord.
Ismay ist ein Genie.
Jetzt gehen wir zum Funker und bestellen telegrafisch
so viel Aktien, wie wir kriegen können!
Aber schnell, bevor die Sache in der Zeitung steht.
Die Schiffsleitung lässt den Zwischendeckpassagieren
mitteilen, dass die Titanic Rekordgeschwindigkeit fährt,
und zwar 26 1/2 Seemeilen in der Stunde.
Damit ist die Titanic das schnellste Schiff der Welt.
26 1/2 Seemeilen, wie viel sind das?
Na, eine Seemeile hat 1850 Meter.
26 1/2 mal 1850, das sind...
Ach, das kann ich nicht.
Wer's zuerst raus hat, kriegt 'n Kuss.
Mein Gott, das ist doch einfach,
es sind ungefähr 50 Kilometer.
Es sind genau 49 Kilometer in der Stunde, Marcia.
Nein, genau 49,07 Kilometer.
Alle herhören!
Im Auftrag der Schiffsleitung teile ich mit,
dass jeder eine Sonderprämie erhält,
wenn die Geschwindigkeit durchgehalten wird.
Herr Morlock,
würden Sie bitte mal nach der Temperatur sehen?
Jawohl, Herr Petersen.
Außentemperatur 12 Grad.
12 Grad, danke.
Großartiges Wetter, was?
Wenn die See so ruhig bleibt,
sind wir mindestens einen Tag früher in New York.
Ja, und die Maschinen sind ruiniert.
Präsident Ismay wird schon wissen,
warum er die Geschwindigkeit befohlen hat.
Läufer!
Wer fährt eigentlich das Schiff: Ismay oder der Kapitän?
Der Kapitän tut das, was der Präsident der Linie verlangt.
Mh, und warum verlangt er solchen Unsinn?
Bitte.
Brede,...
...macht zusammen neun Dollar.
- Hier sind 20 Dollar. - Der Rest ist für Sie.
Aber geben Sie die Telegramme gleich auf!
Danke, wir nehmen keine Trinkgelder.
Die Telegramme werden der Reihe nach erledigt. Bitte schön.
- Gute Nacht. - Danke.
'N Abend.
Kaum fahren wir Weltrekord,
sind auch schon Leute da, die Kapital draus schlagen.
Sieh dir das an, der eine kauft für 200.000,
der andere für 250.000 White-Star-Aktien, ha, ha.
Das ist ja fast 'ne halbe Million.
Was man damit alles anfangen könnte.
Und was hier noch so in die Welt funkt,
- dass wir Weltrekord fahren... - Zeig' mal.
Zuerst die Telegramme des Präsidenten an die Presse!
Jawohl.
Heut' ist doch nicht der 13., sondern der 14. und
noch dazu Sonntag, schönes Wetter, es spielt die Musik und
alles freut sich auf die Ankunft morgen in New York.
Und wir beide, Bibifax, wir freuen uns auch.
Ja, und ich freu' mich auch, denn jeder glaubt,
dass er seine vorzeitige Ankunft telegrafisch mitteilen muss.
So ist das nun mal:
Die einen haben das Vergnügen und wir haben die Arbeit.
Ja.
'Morgen, Herr Brede.
'Morgen, Herr Hopkins. Womit kann ich dienen?
Sind die Börsennotierungen schon da?
Tut mir Leid, noch nicht.
Zu dumm. Herr Astor wartet dringend drauf.
Das kann ich mir denken.
Die Herren sind alle sehr interessiert.
- '- Morgen, Herr Phillips. - 'Morgen, Herr Hopkins.
Moment mal, da kommt eben etwas durch.
Ja, Ismay hat auch schon 'n paar Mal drauf geschielt,
wartet dringend auf die letzte Notierung.
Na, kann man nichts machen. Guten Morgen.
Bleiben Sie da! Eben kommen die letzten Notierungen.
Aber was ist denn, meine Herren, warum diese Nervosität?
Na, erlauben Sie mal! Wir kaufen auf Ihren Rat Aktien,
Sie versprechen uns großen Gewinn...
Stattdessen verlieren wir, wenn die Kurse weiter fallen.
Wir fahren Weltrekord, das Blaue Band ist der Titanic sicher -
die Kurse müssen steigen.
- Aber, sie fallen. - Richtig,... bis jetzt.
Es ist da eine Macht am Werk, die wir leider noch nicht kennen.
- Hopkins? - Ja?
Haben Sie die letzte Notierung?
Jawohl, 71.
So, 71!
Ismay hat alles auf seinen Geschwindigkeitsrekord gesetzt,
aber er hat sich verrechnet - ich stoße weiter ab!
Stehen Sie nicht so rum, nehmen Sie Platz.
Wissen Sie was,... ich werde den Kurs auf 60 drücken.
- Und wann kaufen Sie zurück?
- Geistreiche Frage,
wenn die Gruppe um Ismay nervös wird und Angstverkäufe macht.
Und wenn White-Star mit meiner Hilfe auf 60 gefallen ist,
traut sich kein Mensch mehr zu kaufen.
Und dann kaufe ich.
Und dann habe ich sehr schnell 51 Prozent der Aktien in der Hand...
und die White-Star-Linie und...
die Titanic gehören mir!
- Ich verstehe.
- Sehen Sie?
Und die Titanic ist kein Aktienpaket -
die Titanic ist ein effektiver Wert.
Und wirkliche Werte schaffen Macht.
Und Macht, Hopkins, Macht bedeutet, dass man haben kann,
was man will
Sehr richtig, John, was man will.
Das bedeutet für dich noch mehr Macht.
Sehr richtig, Madeleine.
- Jenny? - Ja?
Bring den Schmuck vor!
Hopkins, schließen Sie die Schmuckkassette ein.
Jedem das Seine, Madeleine.
Für mich mehr Macht, für dich mehr Schmuck.
Schmuck ist doch auch ein Wert.
Aber nicht immer wertbeständig:
Steine und Perlen unterliegen der Konjunktur.
Außerdem kann man sie nur beurteilen,
wenn man sie aus der Fassung bringt,
genauso wie die Frauen.
Du bist ja heute sehr aufgeräumt, John.
Ich hab' auch allen Grund.
- Gefalle ich dir? - Ja, selbstverständlich! -
natürlich...
Und wenn der Ismay glaubt, dass er mir gewachsen ist, dann irrt er!
Was liebst du eigentlich mehr: deine Geschäfte oder mich?
Alles zu seiner Zeit.
Das heißt also, zurzeit deine Geschäfte.
Bis nachher...
Madeleine, wo gehst du denn hin?
Ein bisschen an die frische Luft.
Hallo, Herr Geheimrat.
- Bitte? - Erinnern Sie sich nicht?
- Bedaure, nein. - Mendoz, Christobal Mendoz.
Wir sind doch mal zusammen nach Buenos Aires gefahren.
Sieh mal an, Herr Mendoz und Geheimrat Bergmann.
Merkwürdig, ich hätte nicht gedacht,
dass die beiden sich kennen.
Dann haben wir uns bestimmt mal
auf dem Pazifischen getroffen.
Nein, nein, auch das nicht, Herr Mendoz. Guten Morgen.
Guten Morgen.
- Bitte, Fräulein Hedy. - Danke!
Ach, bitte, können Sie mir sagen, wo die Kabine 350 ist?
Zweiter Quergang links. - Dankeschön. Oh!
Das ist ja eine schöne Bescherung.
Entschuldigen Sie bitte. - Ich hab' mich zu entschuldigen,
es ist doch meine Schuld. - Ja?
Natürlich! Selbstverständlich. - Bitte bemühen Sie sich nicht.
Ich darf Ihnen doch helfen. - Wenn das der Oberstewart sieht,
hab' ich Unannehmlichkeiten. - Warum denn?
Ich bin doch nur eine Angestellte.
Na, das trifft sich ja gut, ich auch. Gestatten, Franz Gruber,
erster Geiger in der Kapelle der ersten Kajüte
auf der ersten Reise. - Dann dürfen Sie mir helfen!
Haben wir eben beide Unannehmlichkeiten.
Wissen Sie was? - Nein.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Maniküren Sie mich.
Machen Sie keine Dummheiten, helfen Sie mir lieber.
Wo kommt 'n das hin? - Hier.
Das da, das auch... So, das wäre wohl alles.
Dankeschön.
Können wir uns nicht vielleicht einmal wiedersehn?
Ich gehe manchmal auf dem Bootsdeck spazieren.
Wann denn manchmal? - Ach, ziemlich bald.
Ziemlich bald oder ganz bald? - Bald nach zwölf.
Bald nach zwölf, bald nach zwölf.
Ja, bitte?
Oh, Verzeihung.
Ich hätte Sie gerne einen Augenblick gesprochen.
Ja, ich komme gleich.
Und das auch noch, ja?
Was hast du denn?
Ich habe mich verspekuliert. Ich habe mich total verrechnet.
Verrechnet? Wie ist denn das möglich?
Du hast doch erreicht, was du wolltest.
Wir fahren Weltrekord. - Und die Aktien fallen Weltrekord.
Sie fallen und fallen!
Wenn das so weitergeht, bin ich übermorgen ruiniert!
Wenn ich bloß wüsste, wer dahintersteckt.
Was ich mit den anderen machen wollte,
macht jetzt ein anderer mit mir. - Es muss doch einen Ausweg geben.
Kann ich dir vielleicht helfen? - Du mir helfen!
Wie sollst du mir denn helfen? Ich brauche Millionen.
Ich habe Aktien auf Privatkredit gekauft,
ich kämpfe um meine nackte Existenz.
Nimm dich bitte zusammen, ja?
Oder glaubst du, ich hätte Lust, ein paar Tage vor unserer Heirat,
eine Pleite von dir mitzuerleben?
Nein. Also überlege jetzt mal ruhig und ganz nüchtern!
Du hast eine große Position, du hast die besten Beziehungen,
du hast einflussreiche Freunde, bitte sie dir zu helfen.
Wenn du sie bittest, kriegst du nicht einen Pfennig.
Wer bittet, hat jeden Kredit verloren.
Für Sie spielt der Betrag,
um den ich Sie bitte, keine Rolle, aber für mich.
Es ist doch egal, ob Sie eine Million Schulden oder
eine Million Vermögen haben.
Wie meinen Sie das?
- Weil die Leute, die von Ihnen die Million zu bekommen haben,
Sie nicht fallen lassen können.
Umso mehr Grund für Sie,
mir den Betrag zur Verfügung zu stellen.
- Ich verleihe kein Geld! Eher würde ich es verschenken,
aber da ich kein Wohltätigkeitsapostel bin,
schenk' ich auch keins.
- So, ich sehe... - Sie sehen gar nichts,
- nicht einmal Ihre eigene Chance. - Chance?
- Ja. - Die wäre?
- Sehen Sie, ich habe bestimmte Geschäfte vor, die unter dem Namen
eines Lord Douglas einfacher abzuwickeln wären.
Entschuldigen Sie, aber...
Das "Aber" würde ich mir an Ihrer Stelle noch überlegen,
Lord Douglas. Sagen wir bis morgen in New York?
- Astor! - Also bis morgen, Douglas.
Bis morgen.
Hopkins? - Bitte?
- Warum haben Sie eigentlich Lord Douglas ohne weiteres vorgelassen?
- Verzeihung, Ihre Frau Gemahlin hat mir doch den Auftrag gegeben.
- Meine Frau?
Ach ja, ich erinnere mich. Danke, Hopkins.
Herr Seipoler, mein Dienst ist zu Ende.
Wenn etwas passieren sollte, ich bin in der Bar.
Haben Sie das gehört?
"Wenn was passieren sollte".
Wie kommt er überhaupt als einziger deutscher Offizier
hier an Bord?
Eigentlich war Lenglen vorgesehen,
aber am Tag vorm Auslaufen bekommt der 'ne Blinddarmentzündung,
da hat der Kapitän den Petersen genommen. Er kennt ihn von früher.
Temperatur, bitte!
- 7,1. - 7,1?!
In vier Stunden schon wieder um 2 Grad gefallen?!
Bitte nehmen Sie Platz.
Beine hoch!
Seien Sie vernünftig. - Halten Sie mich für unvernünftig?
Nun, ich bin eine Angestellte und Sie sind ein Angestellter,
morgen sind Sie wieder ganz woanders in der Welt.
Wenn es Ihnen recht ist,
nehme ich ab heute immer nur da ein Engagement an,
wo Sie auch sind.
Ist das Ihr Ernst? - Ja, Fräulein Hedy.
Da muss ich Ihnen aber etwas sagen, Herr Gruber...
Was wollen Sie mir denn beichten? - Ich bin eigentlich verlobt.
Was heißt eigentlich? Entweder man ist verlobt oder nicht.
Also?
Das ist so:
Meine Eltern wollen, dass ich den Sohn der Nachbarsleute heirate.
Seine Eltern wollen das auch und da er ein braver Mensch ist...
Da möchte er auch gern und Sie möchten schön brav gehorchen,
ihn heiraten und sich fürs Leben unglücklich machen, richtig?
Ja. - Nein, das werden Sie nicht!
Man heiratet nicht aus Gehorsam, sondern aus Liebe. Verstanden?
Jawohl.
Das ist die erste Schiffsreise meines Lebens.
- Ach wirklich, Hoheit? - Wissen Sie auch warum?
Ich habe immer das Gefühl, ich darf nicht auf ein Schiff gehen,
- mir passiert etwas. - Aber Hoheit.
Lord Douglas hat mich auch ausgelacht,
aber trotzdem wäre ich nicht gefahren,
wenn man mir nicht versichert hätte,
dass die Titanic das erste Schiff der Welt sei,
das überhaupt nicht sinken kann.
- Ja, das sagt man allgemein.
- Deshalb habe ich auch gar keine Angst mehr.
Ich will ein wenig in die Sonne, kommen Sie mit?
Ja, gerne.
Herr Petersen.
Gehen wir?
- Ich möchte doch noch etwas bleiben, Hoheit.
- Gut, mein Kind.
- Bitte, Herr Petersen. - Dankeschön.
Entschuldigen Sie,
aber ich habe Sie mit Herrn Petersen verwechselt,
der im vergangenen Jahr 1. Offizier auf der Excelsior war
und mit dem ich nach Ägypten gefahren bin.
Sie sehen ihm sehr ähnlich.
Nur war der Petersen, den ich kannte,
ein reizender, besonders höflicher Mensch.
Der hätte mich ganz anders gegrüßt.
Verzeihung, gnädige Frau, aber ich bin mir nicht bewusst,
unhöflich gewesen zu sein.
Sagen Sie mal, Herr Petersen, warum sind Sie eigentlich so böse?
Sie haben früher immer so nett gelacht. Oder sind Sie im Dienst?
Nein, ich bin dienstfrei, genau wie damals in Kairo.
Ach ja, da hab' ich mich scheußlich benommen.
Dabei hatte ich mich so gefreut, dass Sie mir Kairo zeigen wollten.
Wissen Sie eigentlich, was damals passiert ist?
Nein, ich weiß nur, dass Sie nicht mehr an Bord waren,
als ich nach Alexandria zurückkam.
Jetzt muss ich aber gehen. - Warum denn?
Das sag' ich dir heute Abend.
Du mir? - Ich dir!
Sie halten mich für eine verwöhnte, oberflächliche Frau,
die immer das tut, was ihr gerade Spaß macht. Ist es nicht so?
Jetzt muss ich Ihnen widersprechen, gnädige Frau,
denn sonst wäre ich unhöflich.
Ich möchte Sie nicht noch einmal enttäuschen,
Sie sollen recht haben, Herr Petersen.
Und jetzt macht es mir Spaß, Ihnen zu beweisen,
dass auch Sie alles tun müssen, was ich will.
Das ist nicht sehr schwierig, denn als Schiffsoffizier
habe ich die Pflicht,
die Wünsche der Passagiere weitestgehend zu erfüllen.
Es gibt doch sicher auch Dinge, die Ihnen verboten sind.
Selbstverständlich,
ich darf z.B. Passagiere nicht in ihren Kabinen besuchen,
ich darf sie nicht in die Maschinenräume führen...
Danke, das genügt. Ich möchte die Maschinenräume sehen!
Ja, ich sagte Ihnen bereits, dass es verboten ist. Tut mir leid.
Gut, vielleicht sind Sie dann so liebenswürdig und
begleiten mich ins Billardzimmer? - Gern.
War gut gespielt, aber leichtsinnig gedacht, Sir Bruce.
Sie geben mir damit eine große Chance.
Die Partie ist für mich so gut wie gewonnen.
Sie werden bestenfalls 500 Punkte machen, 1000 liegen Sie zurück.
1000, was sagen Sie jetzt? - Damit hab' ich nicht gerechnet.
Wer nicht mit allem rechnet, verrechnet sich leicht, Bruce.
Wie meinen Sie das? - Ach, nur so hingesagt.
Auf alle Fälle ist unsere Partie jetzt unentschieden.
Sir Bruce, ich habe eine große Bitte an Sie,
aber Sie dürfen nicht nein sagen.
Wenn ich es nicht darf, werde ich es natürlich auch nicht tun.
Ich möchte gerne den Maschinenraum sehen.
Das ist eine großartige Idee. Da gehen wir natürlich alle mit.
Interessiert Sie das nicht auch?
Sogar sehr. Ich verständige nur meine Frau.
Aber wir müssen eine sachverständige Führung haben.
Könnte nicht Herr Petersen gehen? Er ist gerade dienstfrei.
Aber natürlich kann er das.
Wollen Sie uns bitte den Maschinenraum zeigen?
Herr Präsident, dazu bin ich leider nicht befugt.
Dann gebe ich Ihnen den dienstlichen Befehl!
Als 1. Offizier darf ich von Ihnen
keinen dienstlichen Auftrag entgegennehmen.
So? Äh, Herr Braun.
- Bitte? - Ich lasse den Kapitän bitten.
- Madeleine. - Ja?
Wir wollen uns den Maschinenraum anschauen, kommst du mit?
- Nein, das interessiert mich nicht.
Außerdem ist es mir dort zu heiß und zu schmutzig.
- Wie du meinst.
Ich danke Ihnen.
Sie sind am Zug.
Wollen Sie Ihren König opfern? Ich kann ihn ausschalten.
- Halten Sie das für möglich? - Wenn ich will, ja!
- Die Dame fühlt sich stark genug in der Umgebung
ihres Ritters und ihrer Knappen.
- Madeleine.
- Sie scheinen, Spiel und Wirklichkeit zu verwechseln.
- Aus manchem Spiel ist schon Wirklichkeit geworden.
- Spielen wir weiter.
Ach, bitte schön!
Ich möchte ein Telegramm aufgeben.
Adresse bitte?
Herrn Ludwig Schramm...
- Das Herrn können wir sparen. - Hamburg, Große Bleichen 15.
Große Bleichen 15. Text bitte? - Nein.
Wollen Sie nicht telegrafieren?
Doch, doch, der Text heißt "Nein", die Unterschrift "Hedy".
Also: "Ludwig Schramm, Große Bleichen 15, Nein, Hedy".
Ist das alles? - Jawohl, das ist alles.
Ich geh' in die Funkerkabine zu Phillips.
Ruder liegt 15 Backbord.
Schon wieder eine Eiswarnung.
- Stellen Sie alles andere zurück und versuchen Sie,
weitere Berichte zu erhalten! - Jawohl.
- Hier, schon wieder 'ne Eiswarnung.
Mhm, da fahren wir ja mitten ins Treibeis.
Wie war die letzte Temperatur? - 5 Grad.
Also schon wieder um 2 Grad gefallen.
Das sicherste Zeichen, dass wir uns der Eiszone nähern.
Ich werde den Kapitän veranlassen,
weiter Maßnahmen zu treffen. - Bitte, ja.
Herr Kapitän, es liegen Warnungen über Treibeisgefahr vor.
Es sind auch Eisberge gemeldet!
Welche Maßnahmen haben Sie getroffen?
Den Kurs geändert und die Geschwindigkeit geändert.
Sie werden doch noch einen Eisberg rechtzeitig erkennen.
Verzeihung Herr Präsident, aber das ist ein Irrtum.
Es gibt Eisberge,
die einen Umfang von mehreren Kilometern haben und
7/8 eines solchen Berges liegen immer unter Wasser.
Es besteht also die Gefahr, unter Wasser aufzulaufen.
Gefahr für die Titanic? Ist ja lächerlich!
Die Titanic ist unsinkbar.
Der Beweis ist noch nicht erbracht, Herr Präsident.
Ich verlange,
dass direkter Kurs mit voller Kraft weitergefahren wird,
Herr Kapitän!
Das ist eine schwere Verantwortung für mich,
Herr Präsident.
Falls ich mir eine Bemerkung erlauben darf,
eine solche Verantwortung ist für jeden Seemann untragbar.
Was soll das heißen?
Eine Beibehaltung von Kurs und Geschwindigkeit
gefährdet das Leben von mehr als 2000 Menschen.
Im Fall einer Katastrophe reicht der Platz in den Rettungsboten
nicht aus, um nur einen geringen Teil der Passagiere aufzunehmen.
Jetzt aber genug mit Ihrer Schwarzmalerei!
Das ist keine Schwarzmalerei, wir haben die Plicht,
jede Möglichkeit ins Auge zu fassen.
Das ist sogar bewusste Schwarzmalerei.
- Was wollen Sie damit sagen? - Bitte, Herr Petersen!
Ich will damit sagen, dass Sie als Einziger an Bord
kein Interesse daran haben,
dass die Titanic das Blaue Band gewinnt.
Für diese Bemerkung werden Sie mir zu gegebener Zeit
Rede und Antwort stehen.
Herr Kapitän, wir erwarten auf der Brücke Ihre Befehle.
Kapitän Smith, Sie wissen,
was die White-Star-Linie von Ihnen erwartet.
Das weiß ich genau, Herr Präsident.
Kapitän, Eiswarnung vom Dampfer Baltic.
Man gibt den dringenden Rat, die Geschwindigkeit herabzusetzen.
- Danke.
Die Baltic ist ein kleiner Kasten,
so was muss sich natürlich vorsehen.
Meine Herren, es bleibt dabei, wir fahren auch die Nacht über
direkten Kurs, volle Kraft!
Sollten Sie mich brauchen, ich bin im Festsaal. 'N Abend.
Ja, ja, Herr Petersen,
Sie haben die Ehre auf dem schnellsten und sichersten Schiff
der Welt zu fahren.
Morgen sind wir in New York.
Und da werde ich abmustern,
diese Verantwortungslosigkeit mache ich nicht mit!
- Läufer, mein Glas!
Sie machen ein Gesicht,
als ob der Klabautermann da oben sitzt und sagt:
"Hu, ihr Leute, Sonntag ist heute,
ihr habt den blauen Diamanten an Bord, den blauen Diamanten,
der noch jedem Tod und Verderben gebracht hat."
Wenn Sie so wollen, dann denken Sie bloß an die drei Leichen,
die wir überführen müssen, die unten auf Eis liegen.
Hören Sie bloß mit der Unkerei auf.
Es wird Ihnen wohl kalt, was? Kein Wunder,
nachdem das Thermometer schon wieder gefallen ist.
Entschuldigen Sie mich bitte.
Bitte, Ihr Dienst ist ja sowieso zu Ende.
Viel Vergnügen auf dem Festabend.
Ich verzichte auf Festivitäten, ich habe ganz was anderes vor.
Ja?
Ein Telegramm, gnädige Frau.
Ein Telegramm? Danke.
Ich gehe inzwischen hinauf, Gloria.
Bei dir dauert es ja doch eine Weile.
Warum hast du es denn so eilig?
Bist du verabredet? - Nicht direkt.
Also doch! Sigrid Olinsky?
Wie kommst du darauf? - Ich bin doch nicht blind.
Gut, dass du davon sprichst.
Gloria, du weißt, was du mir bist.
Aber du musst Verständnis für meine Situation haben.
Diese Frau ist unermesslich reich.
Ach, das ist der Ausweg, den du jetzt suchst.
Ich bitte dich,
mir in dieser Sache keine Schwierigkeiten zu machen.
Warum soll ich das?
Ich nehme an, dass es sich nur um geschäftliche Dinge handelt.
Nicht wahr? - Gewiss. Höre:
Und wenn es sich um mehr handelt? Mehr handeln muss?
Das will ich dir sagen:
Wenn es dabei bleibt, dass wir in New York heiraten,
bitte tu, was du für richtig hältst.
Bitte!
Ach, Herr Petersen.
Gnädige Frau, entschuldigen Sie, ich komme mit einer Bitte.
Ich muss Sie sprechen. - Gern, Herr Petersen.
Ach so, das ist Ihnen ja verboten.
Ja, ich dachte, es wäre vielleicht im Rauchsalon möglich.
Es tut mir leid, aber wenn Sie mich jetzt sprechen wollen,
dann bitte hier. - Bitte.
Mein Anliegen ist so wichtig, dass ich...
...sogar etwas tue, was ausdrücklich verboten ist.
Ja, Herr Petersen, das Leben ist manchmal gar nicht so einfach,
wie man immer glaubt.
Nun?
Wir fahren seid Stunden durch Treibeis. Eisberge sind gemeldet.
Bitte veranlassen Sie Präsident Ismay,
die Geschwindigkeit des Schiffes herabzusetzen.
Warum bitten Sie gerade mich darum?
Ich habe keine andere Möglichkeit mehr und
er interessiert sich doch offensichtlich für Sie.
Offensichtlich.
Und Sie glauben, er würde es mir zuliebe tun?
Ich glaube nicht, dass Ismay jemandem zuliebe etwas tun würde,
aber... er ist Geschäftsmann, er denkt in Zahlen und
20 Millionen Pfund sind eine Macht.
Ach so.
Dann wenden Sie sich gar nicht an mich,
sondern an meine 20 Millionen. - Das ist doch dasselbe.
Ich wollte Sie nicht kränken, gnädige Frau.
Aber Sie haben es getan. Nicht mit Absicht, das weiß ich.
Dazu sind Sie viel zu offen und zu gerade.
Sie haben es ehrlich gemeint und das kränkt mich.
Ja, Herr Petersen, die Launen einer reichen, verwöhnten Frau.
Abscheulich, nicht?
Ihre Bitte kann ich nicht erfüllen, leider.
Auch dann nicht, wenn alles auf dem Spiel steht?
Gnädige Frau, ich bitte Sie.
Ich kann Ihnen jetzt nicht mehr helfen. Ich kann nicht.
Ich danke Ihnen, ich hätte nicht kommen sollen, mein Fehler.
Ich habe Sie für eine Frau gehalten,
die nur das Unglück hat, zu reich zu sein.
Eine Frau, die man lieben könnte, wenn es anders wäre.
Ich habe mich getäuscht, verzeihen Sie.
Eine Frau, die man lieben könnte...
Guten Abend, gnädige Frau.
Darf ich die Frisur richten?
Eine Frau, die man lieben könnte...
Woher wissen Sie denn das, gnädige Frau?
Ist die Geschichte mit dem Franzl schon rum an Bord?
Mit wem?
Meinem Franzl.
Wer ist denn das, Ihr Franzl?
Na, der erste Geiger in der ersten Kajüte.
Ach, und der hat das auch gesagt?
Und wie.
Er hat gesagt, ich wäre die einzige Frau,
die er lieben könnte.
...die er lieben könnte.
Zu wem möchten Sie, bitte?
Ähm, ich suche die Kabine von Geheimrat Bergmann.
Dann sind Sie falsch. Das ist die Wohnung von Herrn Astor.
Geheimrat Bergmann wohnt 27, 28, dritte Tür links.
Ah ja, danke.
Gnädige Frau, ich komme mit einem außergewöhnlichen Wunsch.
Darf ich Sie um eine dringende Unterredung bitten?
Eine dringende Unterredung?
Darf ich Sie im Vorraum zum Festsaal erwarten?
Was suchen Sie denn da?
Jetzt wird mir klar, warum ich so sehr von Ihnen beachtet wurde.
Geben Sie sich keine Mühe.
Was Sie suchen, habe ich hier, im Kopf.
Aber eines interessiert mich:
Für welche Konkurrenzfirma arbeiten Sie?
Heraus mit der Sprache!
Wer hat Sie beauftragt,
meine Formeln und Berechnungen zu stehlen?
Formeln und Berechnungen?
Wer ist Ihr Auftraggeber?
- Ach so, ja, ich bin selbstständig.
Ich arbeite auf eigenes Risiko.
- Wie wollen Sie mir das beweisen?
- Bruce... Ich möchte Sie um etwas bitten.
Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung.
Zuerst eine Frage. - Ja.
Wissen Sie, dass wir durch eine gefährliche Treibeisregion fahren?
Gefährlich? Für die Titanic gibt es keine Gefahr!
Machen Sie, dass Sie rauskommen. Na raus!
Wer war 'n das, Herr Geheimrat?
- Ein Einbrecher. - Den lassen Sie laufen?
Bleiben Sie da! Kommen Sie mal her, na kommen Sie.
Sehen Sie sich das mal an!
Ich bitte Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen.
Die Geschwindigkeit muss herabgesetzt werden!
Warum?
Wir fahren seit einem Tag durch Treibeisregionen.
Ich denke, wir fahren Rekord,
um das Blaue Band für England zu gewinnen.
Herr Geheimrat, das ist ja die Lösung Ihrer jahrelangen...
Ja, ja, ja.
Das Ergebnis meiner jahrelangen Berechnungen.
Ich wollte sie nur nochmal überprüfen,
da kam der Kerl und störte mich.
Helfen Sie mir beim Nachrechnen, geht schnell,
dann haben wir 'n guten Grund zu feiern.
Gnädige Frau, das sind unangebrachte Sentimentalitäten,
die ich mir nicht erlauben kann. - Und wenn ich Sie sehr bitte?
Es kommt doch nicht darauf an,
ob wir ein paar Stunden früher oder später in New York ankommen.
Doch, darauf kommt es an!
Sir Ismay weiß genau, was er will und was er zu tun hat!
Vielleicht nicht ganz, gnädige Frau.
Wenn etwas passiert, ist es nicht nur mit der Rekordfahrt zu Ende.
Dann ist die Titanic verloren und der Präsident auch.
Ach, reden Sie doch keinen Unsinn.
Sie kümmern sich um Dinge, die nur den Präsidenten was angehen.
Darum sollte eine so schöne Frau wie Sie sich nicht kümmern.
Sir Bruce Ismay, einen Augenblick bitte.
Herr Astor?
Ich war auf dem Bootsdeck, die Temperatur ist eisig.
Wir befinden uns im April. - Richtig.
Und der April ist die Jahreszeit, in der hier Eisgefahr herrscht.
Ich muss Sie bitten,
mit dieser Ansicht nicht die Passagiere zu beunruhigen.
Ihnen persönlich wäre es recht, wenn das Schiff langsamer fährt.
Es ist noch sehr fraglich, ob die Rekordfahrt Sie retten wird.
Abwarten.
Ich muss Ihnen etwas sagen.
Was denn?
Das kann ich nur, wenn wir allein sind.
Gut, gehen wir in die Bar. Ich finde es dort am nettesten.
Da sind wir auch ungestört.
Ich danke Ihnen, auch wenn Sie mir nicht helfen,
weiß ich, was ich zu tun habe. - So, was denn?
Ich werde Ismay nochmals auf die Gefahr hinweisen.
Das brauchen Sie gar nicht. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt,
welches der wahre Grund für Ihre Schwarzmalerei ist.
Ich bedaure, darauf nicht zu antworten, da ich im Dienst bin.
Ihr Dienst wird bald zu Ende sein.
Die White-Star-Linie legt keinen Wert auf Offiziere,
die Unruhe unter den Passagieren stiften.
Und ich tue keinen Dienst auf einem Schiff,
das von Börsenspekulanten geführt wird.
Ich verbitte mir diesen Ton. Gehen Sie in Ihre Kajüte.
Ich entbinde Sie von Ihrem Dienst.
Sie können mich weder vom Dienst entbinden, noch Befehle erteilen.
Für mich sind Sie nichts anderes als ein Passagier.
So, und jetzt tanzen wir beide Marcia, ja?
Nein, Marcia tanzt erst mit mir!
- Wer bestimmt denn das? - Ich.
Mach doch keine Dummheiten!
Auseinander hier!
Sie haben ja ein Messer. Geben Sie das her!
Den Kerl sofort abführen und einsperren.
Dass mir hier Ruhe herrscht, verstanden?
Eis! Steuerbord voraus!
Da!
Steuerbordscheinwerfer einschalten!
Steuerbordscheinwerfer einschalten!
Ruder hart Backbord!
Ruder hart Backbord!
Was ist denn mit dem Scheinwerfer?
- Ruder liegt hart Backbord.
- Wo bleibt der Scheinwerfer?
- Die Kohlen sind abgebrochen, Herr Morlock.
- Na, dann nehmen Sie neue! - Es sind keine Ersatzkohlen da.
Was, kein Ersatz da? Das ist... - Schon gut, schon gut, da!
Na, das wär' noch mal gutgegangen! - Aber wir haben das Eis berührt.
Sollte man in der Zentrale mal nachfragen?
Die Zentrale hätte sich gemeldet, wenn etwas passiert wäre.
Ich gehe auf jeden Fall mal runter.
Tun Sie, was Sie nicht lassen können.
Haben Sie das Schrammen gespürt?
Ja, könnte ein Fischerboot gewesen sein.
Tauchen hier öfters auf.
- Dürfte ihm schlecht bekommen sein.
Moment!
Ja, Herr Petersen?
Wir hatten eine Kollision mit Unterwassereis, alles in Ordnung?
Jawohl!
Ja?
Wassereinbruch im Kesselraum!
- Wassereinbruch im Kesselraum!
Ich werde sofort den Kapitän verständigen.
- Maschinentelegraf auf Stopp!
- Maschinentelegraf auf Stopp!
- Maschinen Stopp!
- Maschinen Stopp!
- Maschinen Stopp!
- Maschinen sind gestoppt.
Ich glaub, die Maschinen laufen nicht mehr.
Jawohl, die Maschinen laufen nicht mehr.
Wir werden zum Kapitän gehen und fragen, was los ist.
Richtig, kommt alle mit, wir gehen zum Kapitän.
Was wollen Sie hier?
Wir wünschen den Kapitän zu sprechen.
Der Kapitän ist nicht hier.
Es wird doch ein Offizier hier sein?
Nein! Machen Sie, dass Sie rauskommen.
Warum wollen Sie den Kapitän sprechen?
Weil die Maschinen nicht laufen.
Überzeugen Sie sich selbst!
Wollen die Herrschaften mal einen Augenblick still sein?
Ruhe! Ruhe!
Er hat recht, die Maschinen laufen nicht mehr.
Erzählen Sie, was Sie wissen.
Sie sehen zu schwarz, wir sind zwar beschädigt,
aber wir können nicht untergehen.
Das Schiff ist aufgerissen vom Bug
bis unter die Kommandobrücke.
In zwei Stunden stehen die Schiffsschrauben in der Luft.
Phillips, senden Sie CE QU DE - Titanic beschädigt,
erbitten dringend Hilfe, Smith.
CE QU DE - Titanic beschädigt,
erbitten dringend Hilfe, Smith.
Die Rettungsboote werden erst dann klargemacht,
wenn ich den Befehl dazu gebe.
- Herr Kapitän! - Ja?
Herr Kapitän, im Festsaal ist man beunruhigt, man...
Ja, ja, ja, danke, schon gut.
Petersen, Sie beruhigen die Passagiere! Sagen Sie:
ein durch Treibeis hervorgerufenes Schiffsmanöver.
Bitte, meine Herren, an Ihre Plätze!
Herr Phillips, ich muss ein dringendes Telegramm aufgeben.
- Privattelegramme werden im Moment nicht angenommen.
- Was soll denn das heißen? - Das haben Sie doch gehört!
- Aber Herr Ismay hat Herrn Astor zugesagt,
dass seine Telegramme bevorzugt werden.
- Das interessiert mich nicht. Gehen Sie, wir haben zu tun!
Herrschaften, ich bitte um Ihr Gehör für den 1. Offizier.
Meine Damen, meine Herren,
die Maschinen der Titanic sind gestoppt worden,
da wir, um einer Treibeisregion auszuweichen,
Kurs und Geschwindigkeit ändern.
Es liegt kein Grund zur Besorgnis vor.
Auch für Sie nicht,
meine Herrschaften aus dem Zwischendeck.
Bitte begeben Sie sich wieder in Ihren Aufenthaltsraum zurück.
Na endlich, ich warte schon 'ne halbe Stunde auf Sie.
Ich hatte Dringendes zu tun. Sie können gratulieren.
- Zu was denn?
- Man hat aus der Kabine von Astor eine Schmuckkassette gestohlen.
- Dazu soll ich gratulieren?
- Nein, aber dazu, dass ich den Dieb gefasst habe. Und wer ist es?
Mein alter Freund, Senior Christobal Mendoz aus Kuba.
- Was 'n das? He! - Was denn?
- Na hier, wo kommt das her?
Da ist wohl ein Wasserrohr geplatzt, man müsste jemand rufen.
- Das ist 'n Grund hier rauszukommen.
Hallo. Aufmachen. Aufmachen!
Hast du schon Verbindung?
Ja, hier. Dampfer Iduna kommt zu Hilfe.
Der Standort ist auch angegeben.
- Ich kenne die Iduna, die läuft höchstens 13 Meilen,
die ist zu weit weg, das ist zwecklos.
Man weigert sich, Privattelegramme anzunehmen.
Ismay glaubt, dass er sich noch retten kann,
wenn ich ohne Funkverbindung bin. Er irrt sich auch diesmal.
52 Prozent des Aktienkapitals sind mir jetzt schon sicher.
Zu einem Kurs von 60. Ein großes Geschäft.
- Das größte und beste, Hopkins,
Sie können alles fertig machen für die Ankunft in New York.
Übrigens, Hopkins, tun Sie doch die Schmuckkassette meiner Frau
in mein Gepäck. Ich habe da ein paar schöne Steine,
die ich mit dem Blauen Diamanten verarbeiten lassen möchte.
Als Überraschung für meine Frau.
Übrigens, wo ist denn meine Frau? Noch im Festsaal?
- Nein, zuletzt sah ich sie mit Lord Douglas in der Bar.
Sie irren sich, ich bin nicht unglücklich.
Auch wenn mein Mann nur an seine Geschäfte denkt.
Auch wenn ich nur ein Aktivposten in seiner Bilanz bin.
Sie lieben ihn nicht, Sie sind doch nicht glücklich.
- Glück, das Sie meinen, ist Einbildung.
Leidenschaft wird nie zum Glück.
- Doch. - Nein.
- Aber warum haben Sie mir dann Hoffnungen gemacht?
- Hab ich das? - Ja.
- Vielleicht haben Sie recht.
Vielleicht habe ich damit gespielt, aber sehen Sie,
jetzt habe ich Angst vor meiner eigenen Courage.
- Weil Sie Angst haben, Ihr Leben zu ändern, Ihren Luxus aufzugeben.
- Archibald... - Ja?
- Sie fangen an, mich zu langweilen.
Sämtliche Passagiere gehen mit Schwimmwesten an Deck.
Sagen Sie, es sei ein Manöver.
Belügen Sie die Leute, so lange wie es geht.
Erst auf das Sirenensignal wird in die Boote gegangen.
Frauen und Kinder zuerst.
Petersen, Sie verständigen die wichtigsten Passagiere persönlich.
Danke, meine Herren.
Haben Sie die Schmuckkassette gefunden?
Nein, nirgends. Jenny weiß auch nicht, wo sie ist.
Die gnädige Frau hat zuletzt die Kassette gehabt.
- So. - Ja.
Du hast mich rufen lassen, John? Warum denn?
- Deine Schmuckkassette ist verschwunden.
Bitte lassen Sie uns allein, Hopkins.
- Was hast du denn, John? - Beantworte mir bitte eine Frage:
Mit wem warst du zuletzt zusammen?
- Warum fragst du? - Mit Lord Douglas?
- Ja.
- Das habe ich mir gedacht!
- Was hat das mit dem Diebstahl zu tun?
- Es dürfte dir bekannt sein, dass Lord Douglas bankrott ist.
Kavaliersschulden, so nennt man das wohl.
Deine Empfehlung hat ihm nichts genützt.
Ich habe ihm nämlich kein Geld gegeben.
- Ich verstehe dich nicht.
Oder hältst du Lord Douglas für fähig, einen Diebstahl zu begehen?
- Nein... der Schmuck ist nicht gestohlen.
- Sondern?
- Der Schmuck ist nicht gestohlen, sondern verschenkt worden.
- Das heißt, dass ich...
- Das heißt, dass du deinem Liebhaber
auf die Weise geholfen hast.
- Schade, das hättest du mir fünf Minuten früher sagen sollen.
- Wieso?
- Das interessiert jetzt nicht mehr.
Du kennst nur dein Geld und weiter nichts.
- Und mit Recht. Das Geld ist der einzige Wert, an den ich glaube.
- Ja, was ist denn?
Bitte die Schwimmwesten anzulegen und sich an Deck zu begeben.
- Warum? Ist etwas geschehen?
Nein, der Kapitän hat ein Bootsmanöver angeordnet,
bitte beeilen Sie sich.
- Bootsmanöver?
Ich soll also gehen? - Ja!
- Und weiter hast du mir nichts zu sagen?
- Nein! Ich wünsche, das Gespräch nicht fortzusetzen.
Ich bitte dich, mich allein zu lassen. Hopkins!
Bitte führen Sie meine Frau zu Bootsdeck.
Zum Bootsdeck?
- Ja, zum Bootsdeck. Gehen Sie schon.
Legen Sie die Schwimmwesten an und begeben Sie sich an Deck.
Warum denn?
Der Kapitän hat ein Bootsmanöver angeordnet.
- Ist da jemand? - Jawohl, Petersen.
Bitte legen Sie die Schwimmweste an und begeben Sie sich an Deck.
- An Deck? Warum denn?
Ich bin nicht befugt, nähere Auskunft zu geben.
Augenblick! Aber mir werden Sie Auskunft geben.
Ihnen als dem verantwortlichen Präsident gebe ich Auskunft:
Die Titanic sinkt!
Die Titanic sinkt?
Was sagen Sie da? - Die Titanic sinkt!
Wir hatten eine Kollision mit Unterwassereis.
Die Titanic ist aufgerissen vom Bug bis unter die Kommandobrücke.
Reden Sie keinen Unsinn!
Über den Unsinn werden Sie schnell im Klaren sein.
In wenigen Stunden ist alles vorbei und dann
sind ein paar Tausend Menschen Ihretwegen zu Grunde gegangen.
Aber wir haben doch Rettungsboote.
Die Boote reichen bestenfalls aus für ein Drittel der Passagiere.
Ich befehle Ihnen, für mich sofort ein Boot zu sichern.
Erstens: Sie haben nichts zu befehlen.
Zweitens: Frauen und Kinder zuerst.
Drittens: Gehen Sie und holen Sie Ihre Schwimmweste!
Bleiben Sie! - Was wollen Sie noch?
Bitte lassen Sie uns von Mensch zu Mensch reden.
Vergessen Sie den Vorfall heute Abend, ich war nervös, aufgeregt.
Ich bitte Sie, sorgen Sie für ein Rettungsboot.
Sie hätten für Boote sorgen sollen!
Mann, seien Sie doch vernünftig,
ich biete Ihnen zehntausend Dollar für einen Platz.
Das werden wir ja sehen, ob ich mitkomme!
Du, immer nur du. Jetzt schreist du und hast Angst.
Das hättest du dir alles früher überlegen müssen.
Lass mich doch in Ruhe.
Ja, ja, in Ruhe lassen und was soll nun werden?
Das weiß ich nicht.
Das weißt du nicht?
Das weißt du nicht?
Und wenn nun wirklich was passiert? Wenn wir untergehen?
Dann ist es aus.
Das Spiel ist aus.
Ja, das Spiel ist aus.
Bis jetzt hast du dich lange genug aufgespielt,
aber werde ich dir was sagen...
Ich habe gesagt, du sollst mich in Frieden lassen!
Jetzt soll ich dich in Frieden lassen.
Aber früher war ich dir gut genug! Seit Jahren redest du von Heirat.
Du nimmst mir jede Chance,
aber jetzt habe ich die letzte Chance, ich und nicht du.
Ich bin eine Frau!
Jawohl, eine Frau.
Und es heißt, Frauen und Kinder zuerst!
Alle Männer auf die Steuerbordseite!
Alle Frauen und Kinder nach Backbord.
Beeilen! Schneller, schneller!
Alles klar.
Und jetzt Frauen und Kinder der Reihe nach!
Die Rettungsgürtel werden an den Treppen ausgegeben!
Meine Damen und Herren,
die Schiffsleitung hat ein Bootsmanöver angeordnet.
Bitte die Schwimmwesten anlegen und an Deck gehen.
Bitte dem Befehl augenblicklich Folge leisten, beeilen Sie sich!
Handelt es sich wirklich um ein Bootsmanöver?
Holen Sie sich bitte eine Schwimmweste!
Wollen Sie mir nicht die Wahrheit sagen?
Doch, die Titanic sinkt.
Sie waren außer Ismay der einzige Mensch,
der die Machte hatte, das zu verhindern.
Auf Sie hätte Ismay gehört und
Sie hätten einmal mit Ihrem Reichtum etwas Gutes getan.
Jetzt spielt Geld keine Rolle mehr,
jetzt geht es um das nackte Leben.
Die See ist doch ruhig, wir können noch alle in die Boote.
3000 Menschen sind an Bord,
aber nur wenige hundert können in die Boote.
Das verstehe ich,
vielleicht sprechen wir zum letzten Mal miteinander.
Deshalb will ich Ihnen etwas sagen:
Ich bin nicht mehr reich,
ich bin so arm wie Sie, vielleicht noch ärmer.
Ich war glücklich, dass ich Sie wiedergetroffen habe und
mit Ismay habe ich auch gesprochen.
So, und nun sagen Sie mir bitte, wohin ich gehen soll.
Kommen Sie, ich bringe Sie an Deck.
Zurück!
- Henry! - Geh, ich komm' schon.
- Nun komm doch, Henry. - Ich muss Bobby finden!
Lass doch Bobby sein, wo er ist, komm!
Ich muss ihn suchen, warte oben auf mich bei den Booten.
Henry!
Bobby! Bobby, wo bist du?
Bobby.
- Hier, Henry, hier! - Wo?
- Bobby! - Henry, du?
- Ja. Das Schiff geht unter! Warte, ich hole dich raus.
Ich verlange, sofort eingebootet zu werden.
Ich bin die Frau des Präsidenten Ismay und verlange,
sofort eingebootet zu werden.
Bitte schön, gnädige Frau.
Wir haben 'nen Zusammenstoß mit Eis gehabt.
Henry!
Komm, Bob.
Ist die Bordkapelle angetreten?
Ja, in Zivil und Rettungsgürteln.
Das wird die Passagiere beruhigen. Befehl zum Spielen.
Herr Kapitän, acht Dampfer kommen uns zu Hilfe.
Der nächste ist die Karpatia, sie ist 68 Meilen entfernt.
68 Meilen, das heißt rund 5 Stunden.
Also aussichtslos. Danke.
- Klar zum Fieren! - Na los, los!
Fier weg, gleichmäßig fieren!
Bitte kommen Sie, nehmen Sie meinen Platz.
Sigrid.
Ich bleibe, ich bleibe, weil...
Herr Petersen? Bitte sofort zum Kapitän.
Danke.
Wir sehen uns später.
Herr Kapitän... Herr Kapitän, Morlock...da!
Herr Kapitän, Positionslichter.
- Sirene abstellen! - Sirene abstellen!
Phillips soll sofort Funkverbindung aufnehmen.
Phillips, Brede! Schiff in Sicht, Backbord voraus.
Versuchen Sie alles, um Verbindung aufzunehmen.
Brede, sehen Sie zu, ob Sie von dem Schiff was hören!
Wir können keine Verbindung aufnehmen,
vermutlich ist es ein alter Frachter ohne Funkanlage.
Danke... Petersen, lassen Sie Notraketen abschießen!
Sind Sie wahnsinnig geworden?
Seit wann werden weiße Raketen als Notsignal abgeschossen?
Weil keine roten da sind, weil die Verantwortungslosigkeit...
Petersen, ich verbitte mir jedes weitere Wort!
Hauptsache die sehen überhaupt welche,
die werden verstehen!
Da, schon wieder Raketen.
Das sind doch weiße Raketen, das ist kein Notsignal.
Da hättest du mich ruhig schlafen lassen können.
Aber warum schießen die in der Nacht Raketen ab?
Das ist bestimmt die Titanic, die feiern ein Fest,
weil sie morgen in New York sind. Lass die sich ruhig amüsieren.
Unseren Kurs beibehalten, gute Nacht!
Der Frachter nimmt keine Notiz von uns,
er läuft aus unserer Route.
Was nun?
- Lassen Sie die Sirenen wieder anstellen!
Sie sorgen dafür, dass die Rettungsaktion weitergeht.
- John! - Ruhig, ich bin ja bei dir!
Ruhe!
Wir gehen jetzt in vollster Ordnung zum nächsten Boot.
Was bieten Sie mir, wenn ich Ihre Gesellschaft saniere?
Ihr Leben.
Mein Leben?
Ja.
Der Kapitän ist der Ansicht, dass wir in einer Stunde sinken.
Der Platz in den Rettungsbooten ist beschränkt!
Ich könnte veranlassen, dass Sie berücksichtigt werden.
Ich nehme Ihr Angebot an.
Ich saniere Sie und Sie garantieren meine Rettung.
Alles Weitere besprechen wir in New York.
Es wäre mir lieb, das schriftlich niederzulegen,
bevor wir in die Boote gehen.
Sehr vorsichtig. - Würden Sie anders handeln?
- Nein. - Herr Astor, Herr Astor!
- Ja!
Oben wird geschossen.
Geschossen?! Wieso?
- Es heißt, dass nur Frauen und Kinder gerettet werden können.
- Was? - Nur Frauen und Kinder?
- Ja, und wer von den Männern in die Boote will, wird erschossen.
Ismay, ich habe den Eindruck,
dass Sie den vereinbarten Gegenwert nicht liefern können.
Hopkins, vielleicht finde ich jemanden,
dem ich seinen Platz abkaufen kann. Wir gehen nach oben.
Ich biete 150.000 Dollar für einen Platz im Boot.
Es ist zwecklos, zuerst werden Frauen und Kinder gerettet.
Warum denn? Seien Sie nicht dumm! Ich biete eine halbe Million.
Ich gebe Ihnen zum letzten Mal den Rat:
Ziehen Sie eine Schwimmweste an und gehen Sie an Deck.
Ich freue mich, dass ich Sie noch treffe, Lord Douglas.
Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Störe ich, meine Herren?
Im Gegenteil,
ich hätte Sie sonst in Ihrer Kabine aufgesucht.
Darf ich mir erlauben: die Schmuckkassette Ihrer Frau.
- Wie kommen Sie zu der Kassette?
- Herr Mendoz war so liebenswürdig,
sie vorsorglich aus Ihrer Kabine zu holen und
ich war so vorsorglich, sie ihm wieder abzunehmen.
- Gestohlen also.
Da hab' ich ja...
Sie haben den Willen durchzuhalten.
- Ich weiß, es wird Ihnen gelingen. - Und Sie, Herr Geheimrat?
- Wenn ich zwanzig Jahre jünger wäre, aber so hat es keinen Zweck.
Ich habe meine Lebensaufgabe beendet, sorgen Sie nun dafür,
dass sie erhalten bleibt!
Nun?
Die Frankfurt 153 Meilen... nein.
Phillips?
Olympic 510 Meilen... aussichtslos.
Zum Verzweifeln.
Gnädige Frau, das Boot muss zu Wasser.
- Wie? - Was?
Kommen Sie doch, das Boot muss zu Wasser, wir haben keine Zeit.
Ja, ja, ja, gehen wir. - Sie müssen hierbleiben.
- Fräulein Hedy, wie sehen Sie denn aus?
Den Mantel hat mir Franzl gebracht.
Ach, Ihr Franzl. - Ja.
Und daraufhin hat Sie der Offizier hierher gebracht.
Ja, gnädige Frau.
Na dann, nutzen wir die Chance und gute Fahrt.
Danke.
Hedy, Hedy. - Franzl.
- Fertig! - Sigrid.
Du bist eine wunderbare Frau.
Das habe ich doch nur für dich getan.
Sigrid, ich... - Was denn?
Du musst jetzt ins Boot! - Nein!
Ich gehe erst dann, wenn du auch gehst.
Ich bin Offizier und bleibe bis zuletzt.
Und in der Eigenschaft als Offizier befehle ich dir,
zu gehen! Die Menschen dort brauchen dich.
Halte sie aufrecht, bis Rettung kommt!
Also du befiehlst es mir. - Ja, mein schwerster Befehl.
Gut, dann geh ich.
Fier weg!
Ich werde meinen ganzen Einfluss geltend machen,
damit Ihnen aus der Katastrophe keine Probleme entstehen.
Wenn ich gerettet werde, dann... - Ich habe geglaubt,
dass Sie und Ihre Leute durch die Weltordnung über mir stehen.
Ich habe Ihren Befehlen und Wünschen Folge geleistet.
Ich habe mich geirrt, Präsident Ismay.
Sie wollen also zu meiner Rettung nichts unternehmen?
Ich kann nicht.
Ich verlange einen Platz im Boot, Kapitän Smith!
Ich verlange einen Platz, haben Sie mich verstanden?
Schreien Sie nicht so, Herr Ismay.
Ich sorge dafür, dass Sie gerettet werden!
Wirklich?
Ja, aber nicht um Ihnen einen Dienst zu erweisen,
sondern damit Sie sich vor dem Seeamt verantworten müssen.
Bitte - bitte!
Herr Kapitän, die letzten Boote gehen von Bord.
Die Passagiere sind auf dem Vorschiff versammelt.
Meine Herren, Sie haben Ihre Pflicht getan, ich danke.
Jetzt sind Sie frei.
Leute, ihr habt eure Pflicht getan,...
...nun... rette sich wer kann!
Wart' auf mich, Anne. Ich suche uns Schwimmwesten.
John! Lass mich nicht allein, John!
Lass mich nicht allein, John!
Rette sich wer kann!
Hier!
Anne? Anne!
Anne!
Bedaure, die letzten Boote gehen von Bord.
John!
John! John!
Anne!
John! John!
Schaut doch mal da!
Das ist doch die Anne.
Hast du meine Anne gesehen?
Die ist weg. Deine Anne ist schon lange weg.
- Weg? - Lass mich los!
Anne!
Sandro, Sandro...
Sandro! Wo bleibst du denn?
Verschwinde, ich komme nach.
Ich bin der Ältere, verschwinde oder ich werde ungemütlich...
Hier kommen Sie nicht mehr durch.
Mutti!
Mutti!
Mutti!
Mutti!
Mutti!
Na, nun hab' mal keine Angst, Kleine, komm!
Ich bring dich schon zu deiner Mutti!
Halt! Da, Petersen!
So sank die Titanic.
Herr Oberrichter, Sie haben an der Schuldfrage gezweifelt.
Es gibt hier keine Frage, es gibt nur eine Schuld!
Und ein Mann allein trägt diese Schuld:
der Präsident der White-Star-Linie!
Ich bitte um Ruhe! Ich danke dem Zeugen.
Der Untersuchungsausschuss zieht sich zur Beratung zurück.
Du, das ist der, der sein Gedächtnis verloren hat.
John! John!
John!
Jetzt wird es sich ja zeigen, ob es noch eine Gerechtigkeit gibt.
Nach Prüfung aller angeschnittenen Fragen
auf Fahrlässigkeit und Vernachlässigung
verschiedener Vorsichtsmaßregeln, Fragen die betont wurden
durch die Aussage des Zeugen Petersen,
kommt der Untersuchungsausschuss zu folgender Auffassung:
An Bord eines Schiffes hat allein der Kapitän die Befehlsgewalt.
Daher trägt allein der Kapitän die Schuld an dem Unglück.
Er kann aber nicht zur Verantwortung gezogen werden,
da er nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Gegen die White-Star-Linie kann daher kein Vorwurf erhoben werden.
Auch das Verhalten des Präsidenten Ismay
kann nicht als fehlerhaft angesehen werden.
Präsident Ismay wird freigesprochen.
Ich erkläre die Sitzung des Untersuchungsausschusses
für geschlossen.
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