All language subtitles for Circeo.S01E02.Episodio.02.1080p.WEBMux.ITA.E-AC3.ODINO

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Original subtitles

DIE SERIE BERUHT AUF WAHREN BEGEBENHEITEN.

ZU NARRATIVEN ZWECKEN WURDEN TEILE GEÄNDERT.

ÄHNLICHKEITEN SIND ZUFÄLLIG.

1. OKTOBER 1975, 04:35 UHR

Habe ich dir wehgetan? Tut mir leid. Ich passe besser auf.

Wir sind gleich fertig.

Und Rosaria?

Ruh dich aus. Wir bringen dich bald auf die Station.

Mehrere Risse und Quetschungen

größtenteils am Hinterkopf

und an der linken Schläfe.

Mehrere Blutergüsse

an Hals- und Rückenwirbeln.

Prellungen im rechten Brustbereich.

Am linken Ellbogen...

Hämatome im linken periorbitalen Bereich.

Gebrochene Nase.

Heilungsprognose: 60 Tage.

- Herr Doktor. - Ja?

Entschuldigen Sie.

- Wie geht es dem Mädchen? - Sind Sie mit ihr verwandt?

Nein, ich bin Anwältin und würde gern mit ihr reden.

Sie ist erschöpft und braucht ihre Ruhe.

- Kommen Sie morgen Früh. - In Ordnung.

Wo ist sie? Wo müssen wir hin?

Mama.

Wer ist der Staatsanwalt?

Das darf ich Ihnen nicht sagen.

Setz dich.

Du bist dran.

- Hallo. - Ich bin es, Saverio.

- Was gibt's? - Ist schon Redaktionsschluss?

Aber es kommt immer drauf an.

- Warum? - Lass mir Platz auf der Titelseite.

- Sag mir erst, was du hast. - Das Mädchen im Kofferraum.

Bitte verzeihen Sie die Störung, Herr Anwalt, es ist sehr wichtig.

Was gibt es, Teresa?

Es ist spät, ich will Sie nicht aufhalten.

Morgen Früh werden Sie im Radio von zwei Mädchen hören,

die man in einem Kofferraum fand.

Dem Mädchen, das überlebte, will ich vorschlagen,

den Fall zu übernehmen.

- Als unentgeltliche Verfahrenshilfe. - Gut. Geben Sie mir Bescheid.

Ja, prima. Vielen Dank, entschuldigen Sie die Störung.

Ja, danke.

Entschuldigen Sie, kann ich kurz mit Ihnen reden?

Ich bin Teresa Capogrossi. Anwältin in der Kanzlei Tarsitano.

Ich würde gern den Fall Ihrer Tochter übernehmen.

Brauchen wir einen Anwalt? Sie muss sich doch nicht verteidigen?

Nein, ganz und gar nicht. Donatella ist die Geschädigte.

Aber sie braucht einen Anwalt, der ihre Rechte durchsetzt.

Sie tritt als Zivilklägerin auf.

Also... Ich verstehe nicht, was Sie da sagen.

- Wie alt ist Donatella? - 17.

Als Minderjährige darf sie das nicht allein.

Sie müssen sich um einen Anwalt kümmern.

Wenn sie sie haben, werden sie doch verurteilt, oder?

Ja. Sicher.

Aber sie werden gute Anwälte haben.

Daher brauchen auch Sie einen Anwalt.

Ja, gut. Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.

Wir wollen nur nach Hause.

Das verstehe ich.

- Kaffee? - Ich hatte schon einen, danke.

- Zigarette? - Ich rauche nicht.

Sie soll sich ausruhen.

- Vor 8 Uhr wird sie nicht verhört. - Vielen Dank.

Ich schlafe ein paar Stunden.

Dann hat er die Stange genommen und sie mir auf den Kopf geschlagen.

Er hat mir den Kopf zertrümmert.

- Entschuldigen Sie... - Ich muss vorbei.

- Fangen wir von vorn an. - Bei der Villa?

Nein, vorher.

Was habt ihr dort gemacht?

Lassen Sie sich Zeit, Fräulein. Sie müssen alles erzählen.

- Guten Tag. - Guten Tag.

Ist Donatella Colasanti hier?

Der stellvertretende Staatsanwalt ist bei ihr, es darf keiner rein.

Was? Es ist doch erst 7:30 Uhr.

Ihr Kollege sagte, vor 8 Uhr würde man sie nicht verhören.

Mein Kollege kann sagen, was er will. Wer sind Sie?

Ich bin Anwältin, Frau Capogrossi.

Ich vertrete das Mädchen.

Das glaube ich nicht.

- Lassen Sie den Durchgang frei. - Ich bewege mich nicht vom Fleck.

Ich habe Carlo letzte Woche vor dem Kino kennengelernt.

Ich war mit Nadia dort, wir wollten nach Hause trampen.

Carlo bot uns an, uns zum Bahnhof zu bringen.

Im Auto fragte er nach meiner Nummer und schlug vor,

dass wir uns wiedersehen.

Samstag rief er mich an. Wir trafen uns am Pilz im EUR.

Ich war mit Rosaria dort.

Er hatte Stefano und Gianni dabei.

Sie wollten uns am Montag wiedersehen.

Wir sollten eine Freundin mitbringen.

Am Montag hat Nadia kurzfristig abgesagt.

Also bin ich mit Rosaria hin.

Und wer war dort?

Dort waren nur Gianni und Stefano.

Sie sagten, Carlo sei in seinem Haus am Meer.

In Lavinio.

Sie schlugen vor, dorthin zu fahren. Dort sollte eine Party stattfinden.

Und ihr?

Wir haben ihnen geglaubt.

Sind ihre Eltern wenigstens dabei?

Nein. Sie ist minderjährig. Ist das normal?

Was soll ich Ihnen sagen?

Lassen Sie mich rein. Sie ist allein.

- Nein. - Nur kurz, dann...

- Sehen Sie mal. - Was machen Sie?

- Türe zu, bitte! - Sie dürfen da nicht rein.

- Ich geh ja schon. - Schon wieder du.

- Was denn? - Hör auf.

Hat das Kofferraum-Foto nicht gereicht?

Ich mache nur meine Arbeit, so wie du deine machst.

Und Sie sagen nichts dazu?

Ich hörte nicht, was draußen passierte.

Ich hatte Angst.

Dann kam Rosaria irgendwann zurück.

Stefano nahm mich mit aufs Zimmer.

Er sagte: "Wenn du schreist, verprügele ich dich."

Dann hat er auch mich ausgezogen.

Dann...

holte er...

sein Teil raus.

Er befahl mir...

Er befahl was?

Es in...

Fräulein, nicht so zögerlich.

Weiter.

Wir machen eine Pause.

Willst du?

Es ist nicht leicht, hm?

Fragen zu beantworten.

Alles zu erzählen.

Ich weiß, wie das läuft.

Mir gefällt nicht, dass du es allein machst.

Wenn du willst, kann ich mit dir reingehen.

Ich heiße Teresa...

Ich wäre gerne deine Anwältin.

Wenn du nicht willst, ist es okay.

Ich kann auch nur heute mit.

Dann musst du nicht allein zurück.

Weißt du, ob sie sie festgenommen haben?

- Sie stellen nur Fragen, aber... - Ja, sie haben sie.

- Guten Tag. - Guten Tag. Wer sind Sie?

Die Anwältin der Klägerin. Teresa Capogrossi.

- Capitano Prosperi. - Freut mich.

Salvatore Vecchione. Bitte.

- Danke. - Machen wir weiter.

Machen wir dort weiter, wo wir stehengeblieben waren.

Der Gürtel.

Ja.

Er hat mir den Gürtel um den Hals befestigt und zog daran.

Dann ging die Schnalle kaputt.

Gianni regte sich auf.

Er sagte:

"Die will einfach nicht sterben."

Und so kapierte ich,

dass ich...

mich totstellen musste, um zu überleben.

Sie haben die Villa gefunden. Aber die ist nicht in Lavinio.

- Sie ist auf dem Circeo. - Auf dem Circeo.

Sie stimmt genau mit deiner Beschreibung überein.

Auch der Wasserhahn im Bad ist kaputt.

- Es gibt Blutspuren am Telefon. - Das ist mein Blut.

Sie haben auch eine Goldkette mit Anhänger gefunden.

Die gehört auch mir.

Da steht "Glück" drauf.

Zum Glück stand da nicht "Pech" drauf.

AN DIE TOTE FREUNDIN GEKLAMMERT HÖRTE SIE DIE MÖRDER:

ES SIND DREI STUDENTEN

- Haben Sie Feuer? - Ja.

Halten Sie kurz.

Das arme Mädchen.

So sind die Reichen.

Die nehmen sich alles und schmeißen es weg.

Danke, schönen Tag.

In der Nacht vom 30. September auf den 1. Oktober gab es Festnahmen.

Wir haben Männer identifiziert.

Wir zeigen Ihnen nun einige Fotos.

Sie sagen uns, ob Sie jemanden erkennen, ja?

2. OKTOBER 1975

Die habe ich nie gesehen.

- Sie sind es. - Sind Sie sicher?

Stefano und Gianni.

Der, den Sie "Stefano" nennen, ist Angelo Izzo.

Und das ist Gianni Guido.

Das ist Carlo. Er fuhr uns am ersten Tag.

Er kam an dem Tag nicht.

Es war sein Haus.

Das Haus gehört in Wirklichkeit

seinen Eltern.

Das ist Jacques.

Er sah netter aus, aber war der Schlimmste.

- Sind Sie sicher? - Wie könnte ich ihn vergessen?

Schreib auf, sie kennt Andrea Ghira, Angelo Izzo und Gianni Guido.

Die gehören zum Marseille-Clan.

- Die gehören nicht zu dem Clan. - Habt ihr sie denn alle erwischt?

Nein. Er konnte entkommen.

Jacques ist frei? Gerade er?

Wirklich?

Das gibt es nicht!

Mein Gott.

Leugnen Sie, dass Ihre Tochter freizügig lebt?

Ich sage gar nichts. Ich stelle einen Strafantrag.

Was wünschen Sie den Vergewaltigern Ihrer Tochter?

Sie wurde nicht vergewaltigt. Sie ist unberührt.

Dann sind die Mädchen also freiwillig mit?

Die Familie Colasanti beantwortet keine Fragen.

- Das reicht. Lassen Sie sie durch. - Nur eine Frage.

Was gibt es?

Kann ich kurz allein mit ihnen reden?

Hallo, Kleine.

Wir machen nachher weiter.

Danke.

- Hast du etwas gegessen? - Ich habe keinen Hunger.

Es ist alles vorbei...

Entschuldigen Sie, Sie sehen ja,

Sie brauchen jemanden, der Ihnen hilft.

- Wir wollen nur unsere Ruhe. - Die sind auch vor unserem Haus.

Wenn es in der Presse kommt, ist es so.

Warum... warum reden alle darüber?

Was den Mädchen passiert ist, war besonders grausam.

Darüber kann sonst keiner berichten.

Die Täter kommen oft glimpflich davon,

weil die Opfer schweigen oder Strafen ausgehandelt werden

oder weil Schlimmeres passiert.

Aber diesmal ist es anders.

Diesmal kann jemand aussagen.

Ich glaube, Donatella hat schon genug gelitten.

Wir wollen, dass das ein Ende hat.

Es hat erst angefangen.

Ich will das durchziehen.

Die Schweine sollen dafür büßen.

Ich will es für mich und Rosaria.

Wenn sie mir helfen will, ist mir das recht.

In Ordnung.

- In Ordnung. - Sie werden es nicht bereuen.

Versprochen.

MÄDCHEN MIT STANGE GESCHLAGEN, EINE TOT, BEI PARTY MIT FASCHISTEN

- Guten Tag, Marisa. - Hallo.

Herein.

- Wir haben die Colasanti. - Gut gemacht.

In Ordnung. Ja, in Ordnung.

In Ordnung, danke.

Sie verhören Izzo und Guido.

Von Ghira fehlt noch jede Spur.

Wer weiß, wo der schon ist.

- Und die anderen Freunde? - Die haben ein Alibi für die Nacht.

Donatella hat keine anderen in der Villa gesehen.

Aber sie hat die Stimme einer vierten Person gehört.

Die Männer riefen einen Gianluca an. Und Carlo stellte ihnen die Falle.

- Es fehlen Beweise. - Die Notiz auf dem Auto?

"Um 00:25 Uhr gehen wir ins Parnaso.

Wenn wir uns nicht sehen, kannst du jederzeit bei mir klingeln."

Papa-Söhnchen, die Angst haben, zu spät zum Essen zu kommen.

Aber ihre Freunde sollen jederzeit vorbeikommen.

Den Zettel lassen sie gerade auf dem Auto.

Das sind viel mehr als drei. Das ist eine Bande.

Sehen Sie sich ihre Vorstrafen an.

Sexuelle Gewalt kam schon vor, und zwar unter ähnlichen Umständen.

Aggression, bewaffneter Überfall, faschistische Vereinigung.

Eltern von Schuldfreunden hatten sie schon angezeigt.

Sie wurden festgenommen und freigelassen.

Die Polizei weiß alles.

Die Staatsanwaltschaft hat genug Anzeigen.

Hätte man sie verhaftet, würde Rosaria jetzt noch leben.

Diese Männer machen, was sie wollen, und werden nie bestraft.

Wir sorgen dafür, dass sie die Höchststrafe kriegen.

Wie sieht es mit der örtlichen Zuständigkeit aus?

Der Prozess könnte ihn Rom stattfinden.

Dort wurden die Mädchen entführt und das Auto gefunden.

Oder er findet in Latina statt, wo es zum Mord kam.

Wenn Rosaria in der Villa ertränkt wurde.

Sie behaupten ja, sie sei im Kofferraum erstickt.

Dann kam es in Rom zum Mord.

Sie werden auf Rom pochen.

Darum machen wir uns für Latina stark.

Dort können sie das Gericht weniger beeinflussen.

Das ist unsere einzige Chance auf einen fairen Prozess.

4. OKTOBER 1975

Wir sind hier für unsere Schwester Rosaria vereint.

Eine gute Seele, die der Gemeinde von Montagnola entrissen wurde.

Nichts kann mich davon abbringen,

mit einem göttlichen Fluch aus der Bibel zu beginnen.

Wehe dem erbärmlichen Menschen,

der dem Beispiel Kains folgt.

Sie sind von ihrem Rausch besessen.

Meine jungen Pfarrkinder, fürchtet euch vor ihren schmutzigen Autos.

Habt Mitleid mit Ihnen und fürchtet euch vor ihnen, denn sie töten.

Fürchtet sie.

Diese verwöhnten Superreichen.

Sie dürfen alles und haben alles, auch eine verdammte Seele.

Die Ungleichheit ist offensichtlich.

Und dieses Verbrechen zeigt das.

Sie haben die besten Anwälte.

Die Staatsanwaltschaft ist auf ihrer Seite.

Sie kommen immer auf Bewährung frei.

Sie profitieren von der Steuerflucht ihrer Eltern,

die Faschisten waren und noch sind.

Die Kinder dieser Schurken

dürfen töten, ausgeben, vergeuden,

damit sie sich nicht langweilen.

Möge Maria Rosarias Blut dem ein Ende setzen.

Lasst uns beten.

Nein, auf keinen Fall.

Ich konnte nicht zu Rosarias Beerdigung.

Und jetzt soll ich zum Circeo?

Du konntest nicht zur Beerdigung,

weil dein Zustand es nicht zulässt.

Was denken die Leute, wenn ich zur Villa gehe?

"Wenn sie aufstehen kann, wieso ist sie nicht zur Beerdigung?"

Der Staatsanwalt bittet dich darum.

Sie bringen dich im Krankenwagen hin.

Es ist schwer, dorthin zurückzukehren.

Aber es geht nicht anders.

Es waren viele Leute bei der Beerdigung, nicht?

Sehr viele.

Ich mache es für sie.

Anwältin Capogrossi.

Ja?

Der Autopsie-Bericht ist da.

Die Familie hatte es bestätigt: Rosaria war Jungfrau.

Es ist schlimm. Aber für den Prozess ist es besser.

So kann keiner sagen, dass das leichte Mädchen waren.

Auch wenn sogenannte leichte Mädchen das auch nicht verdienen würden.

"Spuren von Schaumpilzen in den oberen Atemwegen."

Sie wurde ertränkt.

Sie hatte Wasser in der Lunge.

Sie ist in der Villa gestorben, nicht im Kofferraum.

Der Prozess findet in Latina statt.

In Latina.

- Guten Abend. - Es wurde auch Zeit!

Man sieht dich gar nicht mehr. Unmöglich.

Du hast recht, Aldo. Entschuldige.

Prima, Teresa.

- Du hast den Fall des Jahres. - So würde ich es nicht nennen.

- Aber, ja. - Alle reden darüber.

- Findest du das gut? - Klar.

So werden diese Leute endlich zur Rechenschaft gezogen.

- Setzt du dich zu uns? - Gerne.

- Leute. - Hallo.

- Da ist sie ja. - Hallo.

Habt ihr Don Occellis Predigt gelesen?

- Der progressive Pfarrer. - Der zeigte es ihnen.

Die haben's nicht anders verdient.

- Er war mutig, oder? - Sehr.

Wenn ich das so sagen darf,

in den Zeitungen wird das stark vereinfacht.

- Allerdings. - Was hast du gegen Zeitungen?

- Dazu sage ich lieber nichts. - Die sind doch nicht alle gleich.

Natürlich nicht, aber...

Die einen sehen darin rechts gegen links.

- Und die anderen reich gegen arm. - Und was ist es sonst?

Vielleicht ist es viel einfacher.

Kläre uns auf. Was zum Beispiel.

- Die Gewalt von Männern an Frauen. - Das war ja klar.

- Immer das gleiche Argument. - Weil es stimmt.

Die ist parteiübergreifend.

Dass es nicht nur um Vermögen und Politik geht, sagt auch Pasolini.

Da gebe ich ihm recht.

Und das nach seinem Artikel gegen Abtreibung.

Damit stellt er sich nicht auf eure Seite.

Ich bin seiner Meinung, das Konsumdenken ist an allem schuld.

Ja, genau...

Hallo.

Gute Nachrichten.

- Wir müssen nicht mehr zur Villa. - Echt?

Das wollte der römische Staatsanwalt.

Aber die Verhandlung ist in Latina.

Hin und wieder gibt es gute Neuigkeiten.

Aber das heißt,

dass der neue Staatsanwalt bald kommt.

Und...

ich werde bei dir sein.

Du bleibst ruhig und gelassen, und wir machen, was zu tun ist.

Was denn?

Du musst noch mal aussagen.

Ist das ein Witz?

Nein, leider nicht.

Ich habe dem anderen alles gesagt. Ich sage seit Tagen das Gleiche.

Ich weiß, aber so ist die Prozedur.

Aber der Carabiniere war auch da. Er hat Notizen gemacht.

Muss das sein?

Wann ist es so weit, dass eine Frau, der Gewalt angetan wurde,

die Details nicht 100mal wiederholen muss?

Hallo?

Wirklich?

Ist das amtlich?

Hat er es dir gesagt?

In Ordnung. Danke.

Danke, mein Guter. Danke.

Der Staatsanwalt in Rom möchte sämtliche Anklageschriften sehen.

- Er will Prozesse überarbeiten. - Ja.

Er will wissen, ob es eine Einflussnahme gab,

und warum diese Männer frei sind.

- Vielleicht tut sich langsam was. - Hoffen wir es.

In den Anklageschriften stand alles. Aber keiner wollte sie lesen.

Der Oberste Rat ermittelt jetzt über Günstlingswirtschaft.

Unglaublich. Plötzlich sind alle aufgewacht.

Zum einen war da der Pfarrer und zum anderen die Zeitungen,

die mussten etwas unternehmen.

Anwältin Capogrossi.

Für dich Teresa.

Ich verfolge eure Arbeit, so wie ganz Italien.

- Sie setzen schön was in Bewegung. - Prima.

Vielleicht schaffen wir es diesmal.

- Diese brutale Bande zu stoppen? - Das Gesetz zu ändern, Teresa.

Hoffen wir es.

Sieh zu, dass das Interesse der Medien hoch bleibt.

In Italien ändern sich Dinge nur,

wenn man sie nicht mehr verheimlichen kann.

2. NOVEMBER 1975

Er wurde festgenommen.

Er rechtfertigte seine Tat,

indem er sagte, dass er das Auto kurz zuvor in Rom geklaut hatte.

Er wurde wegen Diebstahls und Fahren ohne Führerschein festgenommen.

Seine Hände waren blutverschmiert. Er gab vor, sich verletzt...

Sie haben Pasolini ermordet.

Wie Sie eben hörten,

wurde Pier Paolo Pasolini in einem Vorort von Rom ermordet.

Ein 17-Jähriger wurde verhaftet.

Er fuhr Pasolinis Auto.

Man wirft ihm vor, den Schriftsteller ermordet zu haben.

Der stellvertretende Staatswalt der Republik

erließ einen Haftbefehl wegen vorsätzlicher Tötung...

- Alles Gute. - Danke.

- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen.

Danke.

Ich habe nur etwas aufgeräumt. Ich habe nichts weggeworfen.

Ich bringe euch etwas Wasser, Kekse und Saft.

Danke.

Du liest gern "Grand Hotel"?

Die habe ich mit Rosaria gekauft.

Wir träumten davon, auf der Titelseite zu erscheinen.

- Und wie geht es jetzt weiter? - Ab morgen bereiten wir uns vor.

- Müssen wir noch üben? - Ja.

Eine Verhandlung hat Ähnlichkeiten mit dem Showbusiness.

Man muss üben, sich vorbereiten, vorsprechen...

Ich glaube, du machst mir was vor.

- Nein. - Doch.

Ich war in der Nähe des Kinos Empire...

am Donnerstag, um 18:30 Uhr...

Ich kam mit meiner Freundin Nadia raus.

- Und... - Du warst mit Nadia weg... okay.

- Und... - Was habt ihr gemacht?

Ich mache ein bisschen Musik an.

- Ach, komm. - Nein, komm jetzt.

Los, mach weiter.

Wir müssen arbeiten.

Ich kam mit meiner Freundin Nadia aus dem Kino.

- Das muss schon etwas... - Wir haben...

- Ich gehe raus, braucht ihr was? - Nein, wir brauchen nichts.

Gegen 19 Uhr bekam ich drei Stiche...

- Weiter. - Wo war ich stehengeblieben?

Frag die Anwältin, ob sie zum Abendessen bleibt.

Nein, die arbeiten doch. Ich will nicht stören.

- Ich mach's. - Ich kalkuliere sie mit ein.

- Was ist? - Wenn ich sie höre, hören sie mich.

- Aber nein. - Von wegen nein.

Machen wir eine Pause?

Sollen wir ein Eis essen gehen?

Gut, gehen wir.

- Schmeckt's dir nicht? - Ich mag nicht mehr.

Es ist lecker.

- Die mit den Locken. - Ich glaube, sie ist es.

Die ist überall zu sehen.

- Willkommen zurück, Donatella. - Danke.

- Wie geht es dir? - Gut.

Wie hübsch du bist.

- Grüß mir deine Mama. - Sicher.

- Tschüss, Süße. - Wiedersehen.

- Ich werfe das weg. - Ja.

- Dann gehen wir, okay? - Ja.

- He, bist du die vom Circeo? - Ja.

- Du heißt Donatella, nicht? - Ja.

Klar, erinnerst du dich nicht an sie. Die ist jetzt berühmt.

Was haben wir dir getan? Warum antwortest du nicht?

Jungs, was gibt's? Geht bitte.

- Geht weg. - Wir machen doch nichts.

- Donatella, was ist? - Ghira... Da ist Ghira.

Da ist niemand.

He, sieh mich an.

Du bist müde. Du stehst unter Druck.

Es kann vorkommen, dass man glaubt, etwas zu sehen.

Wer sagt, dass er nicht da war? Ich weiß, was ich gesehen habe.

Kleines, glaubst du, der ist noch hier?

Donatella, leider ist Ghira womöglich schon am gleichen Abend abgehauen.

Er ist jetzt wahrscheinlich schon im Ausland.

Genau, da hat die Anwältin recht.

Mein Schatz, was können wir für dich tun?

Mama, ich werde hier verrückt.

Wie soll ich den Prozess vorbereiten, wenn ihr immer da seid?

Und dann kennen mich hier alle im Viertel.

Ich brauche einen Tapetenwechsel.

Möchtest du zu mir kommen?

Wir sind immer zusammen. Du bist immer hier.

Dann kann ich zu dir kommen.

Das ist gar nicht dumm.

Aber ich weiß nicht.

Mama, ich komme wieder zurück.

Ich verspreche es dir.

29. NOVEMBER 1975

Komm rein.

Komm.

Du schläfst hier auf dem Sofa.

Dort ist mein Büro.

Das Esszimmer, das Bad und das Schlafzimmer.

Stell den Koffer ab.

Ich koche nicht wie deine Mutter. Aber das kriegen wir hin.

Hoffentlich.

Es ist schön hier.

Ich kam mit meiner Freundin Nadia aus dem Kino und wir trampten.

Da kam Carlo mit seinem weißen Auto...

Langsam...

Langsam. Atme tief durch.

Carlo fuhr ein weißes Auto und hielt an.

Er schlug vor, uns zum Bahnhof zu fahren.

- Brauchst du Hilfe? - Nein, es ist gleich so weit.

Ist es schlecht? Sehr schlecht?

Schön aufrecht stehen.

Achte aufs Zwerchfell beim Sprechen.

Ja.

Und... wir verabredeten uns im Restaurant im EUR.

- Es schmeckt gut. - Dummkopf.

Es schmeckt sehr gut.

Nicht schlecht.

Ich fange an, zu rennen, nehme seine Hand...

Aber mein Papa war älter.

Als wir rausgingen... Ich bekam Angst und bin aufgewacht.

Träumst du oft, dass du abhaust?

Ja, jede Nacht.

- Fertig? - Nein.

Komm schon, Dummchen.

Wir müssen weiter machen.

Komm, zieh dich an.

Los, komm schon.

Wir müssen loslegen.

Hallo. Ich hätte nicht gedacht, dass Sie noch da sind.

Wie läuft es mit Donatella?

Gut, aber sie ist noch ein Kind. Wir verlangen viel von ihr.

Sie will ausgehen, mit Gleichaltrigen zusammen sein.

- Nicht mit mir arbeiten. - Klar.

Kommen Sie rein, ich muss Ihnen etwas zeigen.

Lesen Sie das.

Den Brief schickte Ghira den anderen beiden ins Gefängnis.

"Die kriegen mich nie.

Ich verspreche euch, dass ich die Schlampe umbringe.

Für euch besteht keine Gefahr.

Ende 1976 seid ihr auf Bewährung frei.

Auch wenn diese Schweine alles wissen,

werden auch sie böse enden.

Macht euch um mich keine Sorgen. Ich habe etwa 13 Mio. Lire.

Vielleicht gehe ich aus Rom weg.

Was die Zicke angeht, sie wird genauso enden wie die Lopez.

Keine Sorge."

Das ist schlimm. Sie drohen Donatella.

Da kommt noch etwas hinzu. Sehen Sie sich die Briefmarke an.

Er hat den Brief in Rom abgeschickt.

- Was kochst du? - Pasta mit Thunfisch.

Lecker.

Ich mache auf. Gieß sie ab. Du verkochst Nudeln gern.

- Was? Ich verkoche Nudeln? - Das sagt auch Gioia.

Dann sagt es eben auch Gioia.

Gioia auch.

Guten Tag. Ich suche Donatella Colasanti.

Das bin ich. Warum?

Das interessiert mich nicht.

- Fräulein, ich will nur... - Nein, gehen Sie. Verstanden?

- Ich mache nur meine Arbeit... - Das reicht jetzt. Es reicht!

- Was ist? - Ich überliefere nur.

- Ich will nichts! - Das ist ein Entschädigungsscheck.

Ich habe diese Adresse. Es kommt von den Familien Izzo und Guido.

Ich sagte doch, ich will nichts.

Frau Colasanti lehnt die Entschädigung ab.

- Wie Sie wünschen. Wiedersehen. - Danke. Wiedersehen.

Sie töten meine Freundin und wollen zahlen?

- Schämen die sich nicht? - Ganz ruhig.

Ganz ruhig.

Wenn du es nicht willst, hast du das Recht abzulehnen, aber nicht so.

- Das ist ein Gerichtsvollzieher. - Woher soll ich das wissen?

- Ich dachte, er gehört zu ihnen. - Selbst wenn.

Diese Leute warten nur drauf, dass du was falsch machst.

- Du musst aufpassen, verstehst du? - Seit der Nacht habe ich kein Leben.

Alle sagen mir, was ich tun soll, wie ich mich verhalten soll, genug.

Die müssen ins Gefängnis, nicht ich.

- Wo gehst du hin? - Ich gehe raus.

- Wie? - Darf ich nicht spazieren gehen?

Habe ich Hausarrest?

- Gut, warte, ich komme... - Ich gehe allein.

Ich will allein sein.

Wo, zum Teufel, gehst du hin?

Das kann nicht sein.

Wo wollen Sie hin?

Ich bin mit dem Mädchen da, das rein ist.

- Aber da stehen Leute an. - Ja, aber ich bleibe nicht.

- Ich hole sie nur. - Komm, Mama. Stell dich an.

Verstanden?

Ich gehe kurz rein und komme wieder raus.

Ich zeige Ihnen meinen Ausweis. Ich bin Anwältin.

Daher die üble Kleidung.

Bitte, ich arbeite.

Donatella.

- Was machst du hier? - Was machst du hier? Gehen wir.

Verzeihung.

Anwältin!

Bitte schön.

- Du bist wütend. - Sei ruhig. Und wie wütend.

Es tut mir leid.

- Ich wollte nur kurz tanzen und... - Darüber reden wir später.

Jetzt haben wir ein größeres Problem.

Ich bin ohne Schlüssel und Geld weg.

- Wieso? - Ich bin dir hinterhergerannt.

Ist das meine Schuld?

Gioia wohnt in Ostiense. Wie kommen wir dahin?

Was machst du da?

- Reicht das für ein Taxi? - Nein.

- Wo ist deine Jacke? - Die ist in der Disko.

Hier.

Danke.

Wir können den Fotografen um Hilfe bitten.

Ich bitte doch keinen Paparazzo um Hilfe.

Dann weiß es morgen ganz Rom.

Komm.

- Teresa. - Hallo, Mama.

Was ist passiert? Komm rein.

Das ist Donatella.

- Freut mich. - Ada.

Mama, es gab ein Problem. Können wir hier schlafen?

Sicher, das ist dein Zuhause.

Kommt.

Ich habe meine Schlüssel vergessen.

Ja...

Ja?

Na, alles in Ordnung?

- Fehlt etwas? - Nein, danke.

- In Ordnung, gute Nacht. - Gute Nacht.

- Gute Nacht, Schatz. - Gute Nacht.

- Was ist? - Du bist ein Bonze.

Bist du fertig?

...ein hässlicher, rötlicher Hund.

Er sah aus wie eine Karotte mit Beinen.

Wenn er sich ihr näherte, schrie sie wie verrückt.

Hallo, ich habe ihr von Karotte erzählt.

- Du hattest Angst vor Hunden? - Donatella, wir müssen gehen.

- Frühstückst du nicht? - Nein, es ist schon spät.

- Gut, dann fahre ich euch. - Das ist nicht nötig.

Wieso? Ihr seid doch zu Fuß.

Ich sagte, es ist nicht nötig. Komm.

- Schönen Tag. - Danke.

Warum wolltest du nicht, dass dein Vater uns fährt?

- Das geht nur mich was an. - Warum so schlecht gelaunt?

Das fragst du noch?

Erstens habe ich schlecht geschlafen.

Ich brauche einen Schlosser und bin spät dran.

Brauchst du mehr Gründe?

- Wenn du mehr hast. - Machst du dich über mich lustig?

Hier arbeiten manche rund um die Uhr.

Nicht nur die, die so ernst tun, haben recht.

- Man kann auch mal lächeln. - Was hat das damit zu tun?

Du behandelst alle scheiße.

Dein Papa war nett. Und der Fotograf gestern auch.

Ich habe meine Gründe. Und gerade du sagst so was?

Nach allem, was dir passiert ist?

Ja.

Nicht alle Männer sind schlecht.

Wenn ich das sagen kann, kannst du das auch.

Du hast recht, nicht alle Männer sind gleich.

Aber du musst mir vertrauen.

- Du musst dich an Regeln halten. - An welche?

- Du kannst nicht tanzen gehen. - Was ist schlimm daran?

Nichts. Man wird darüber reden.

- Warum? - Man erwartet, dass du leidest.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

Ist es meine Schuld, dass ich überlebt habe?

Es wird nicht für immer so sein.

- Du musst Geduld haben. - Wie lange?

- Bis zur Verhandlung. - Und wann ist die?

Ich wollte es dir gestern sagen. Sie ist am 30. Juni.

- Was? Das dauert noch Monate. - Ich weiß.

Aber normalerweise dauert es länger.

Es geht nicht mehr nur um dich.

Verstehst du?

Morgen ist eine Riesendemo. Es kommen Frauen aus ganz Italien.

Sie kommen zum ersten Mal zusammen, auch wegen dir.

Dir verdanken wir, dass wir das Gesetz ändern.

Sexuelle Gewalt kann nicht nur ein Verstoß gegen die Moral sein.

Was heißt "Verstoß gegen die Moral"?

Wenn man gegen die guten Sitten verstößt.

- An eine Mauer pinkeln zum Beispiel? - Genau.

Nein, das ist nicht das Gleiche.

Wir werden dieses Land ändern.

Zeigen wir ihnen, wozu Frauen imstande sind, wenn sie wütend sind.

- Juni? - Juni.

SCHLUSS MIT GEWALT AN FRAUEN

CLAUDIA HAT KEINE ANGST FEMINISTISCHE KONFERENZ

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