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Das Leben ist wie eine Krimiserie.
Manchmal ist es ganz anders, als man denkt.
Dator mit Manoir.
Wie bitte?
Hallo, können Sie bitte ein bisschen lauter reden?
Wo?
Harry Severinsplatz?
Das kann doch nicht wahr sein.
Noch zwei Wochen.
40, Mann.
Nein, nein, nicht die. Wir sind gleich da.
Wiederhören.
Mann. Die brauchen mindestens noch zwei Wochen.
Die Sanierung der Oper hat über zehn Jahre gedauert.
Norbert, wir sind weg.
Alex Schmitz, 59 Jahre.
Eine Nachbarin hat ihn gefunden.
Sie kennt ihn nur vom Sehen. Einmal im Monat leitet er sich ihren Staubsauger
aus. Als sie heute Morgen zur Uni wollte, hat sie gesehen, dass die Tür
ganz zu war.
Als er auf ihr Klingeln nicht reagiert hat, ist sie rein.
Todesursache ist stumpfe Gewalt gegen den Schädel.
Keine Abwehrverletzung.
Das Ganze ist irgendwann gestern Abend passiert.
Geht es da noch ein bisschen genauer?
Naja.
Nicht vor 18 und nicht nach 22 Uhr.
Ich habe hier die mögliche Tatwaffe.
Ja, ich komme.
Wurde wohl ziemlich hektisch abgewaschen.
Hier sind noch Anhaftungen von Blut.
Das kommt mir aber nicht vor gegen den Plan der Mord.
Der Türgriff, Teile vom Schreibtisch und noch ein paar einstiegige Stellen
wurden wohl ebenfalls abgewischt.
Jedenfalls sind sie sehr viel sauberer als der Rest der Wohnung.
Ich hab den schon mal gesehen.
Wen denn jetzt? Den Jungen oder den Alben?
Den Jungen.
Wie alt mag der sein da auf dem Foto?
Mitte, Ende 20 höchstens.
Sein kleiner Köter ist damals im Auto verbrannt.
Brandstiftung. Ich hatte Nachtdienst beim KDD und wurde zum Kolonius gerufen.
Da war der Kombi schon ausgebrannt. Samt Fotoausrüstung und Hund.
Das war die letzte Skydance -Party oben im Turm.
November 93.
Da haben wir hier an dich noch nicht gedacht, Max.
Vier Tage später bin ich zum zweiten Mal Vater geworden.
Weiß man, wer das Auto damals angezündet hat?
Keine Ahnung.
Aber mein ehemaliger Kollege hat damals die Brandermittlung geleitet.
Alex Schmidt war Fotograf.
Zwischen 96 und 2001 saß er in den Niederlanden in Haft. Die Kollegen haben
mit einer ehrfurchtgebietenen Menge an Drogen erwischt. Sonst habe ich zum
Lebenslauf... Eigentlich nicht viel.
Also wenn er immer, warte mal.
Also wenn er ja noch immer gedealt hat, dann ist er vielleicht von einem seiner
Kunden erschlagen worden.
Na, Sachstand jetzt.
Da deutet nichts darauf hin, dass er noch irgendwas mit Drogen zu tun hatte.
Nathalies Team hat jedenfalls nichts gefunden.
Vielleicht hätte er die Drogen mitgenommen.
Also wer Drogen mitgehen lässt, der nimmt auch Wertgegenstände mit.
Da lag noch ein Laptop rum.
Ein ganz toller Kamerad. Ich habe mir schon den Browser -Verlauf von Alex
Schmitz angeguckt.
Er war in diversen Foren zu analoger Fotografie unterwegs, hat sich für New
Brutalism interessiert.
Das ist was mit Architektur. Ich weiß.
Das Handy?
Ja, nix. Ist noch ein echtes Handphone aus den Nullerjahren. Keine privaten
Anrufe. Nur Gespräche mit dem Hausmeister, dem Jobcenter, dem
Relevantes, aber ich war beim Browser -Verlauf.
Neuer Brutalismus?
Ganz genau.
Und Online -Billiard, aber was wirklich interessant ist. Also normalerweise,
selbst wenn man Monate zurückgeht, sind es immer die gleichen Themen, Foren.
Aber vor drei Wochen, da hat er zum ersten Mal die Namen von
echten Menschen in
die Suchmaschine eingegeben. Vier Personen hier aus Köln.
Christian Kohlheim, Bauingenieur beim Bauamt der Stadt Köln.
Svenja Kohlheim, seine Tochter, arbeitet als Servicekraft bei René Horvath,
Besitzer einer veganen Delikette und Maike Bennis, Galeristin.
Danke, dass Sie so schnell Zeit für uns gefunden haben.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn es nicht allzu lange dauerte. Ich habe fünf Läden
und ich muss wieder zurück.
Kennen Sie Alex Schmitz?
Also, kennen wäre da definitiv übertrieben.
Aber ich weiß, dass er Anfang der 90er die Technoszene mit Koks und Pillen
versorgt hat.
Jeder kannte ihn damals.
Er war ein ziemlicher Poser.
Warum? Weil er ermordet wurde.
Ja?
Wow. Und wieso?
Ich meine, es tut mir wirklich sehr leid. Wir
hatten seit über 30 Jahren keinen Kontakt mehr.
Alex Schmitz hat vor circa drei Wochen nach Ihnen im Netz gesucht.
Vor drei Wochen?
Ah, da war die Beerdigung von Miss Angelhart.
Da waren alle.
Auch von früher.
Also vielleicht war er auch da.
Ich glaube, ich habe ihn kurz gesehen.
Bin mir aber nicht ganz sicher.
Wahrscheinlich wollte er wissen, was wir mittlerweile so machen.
Warum sagen Sie wir?
Ja, was...
wir so mittlerweile machen.
Ja, er wird ja nicht nur nach mir gesucht haben, oder? Wenn Sie nichts
miteinander zu tun hatten, wie da jetzt noch vor 30 Jahren, warum hat er dann
ausgerechnet nach Ihnen im Netz gesucht?
Ja.
Er hätte ja auch alle anderen Beerdigungsgäste checken können.
Vielleicht, weil ich so gut aussehe.
Warum hat er sich denn auch für Michael Bennet und Christian Kohlheim
interessiert? Hat er das?
Also, das waren Anfang der 90er, vor 30 Jahren, meine Homies. Ja, wir sind
zusammen eine Weile um die Häuser gezogen. Wir waren jung.
Haben gern gefeiert.
Haben Sie Alex Schmitz nach der Beerdigung noch mal gesehen?
Nein. Ich habe ihn weder auf der Beerdigung noch danach gesehen.
Tut mir leid, ich kann Ihnen nicht helfen.
Nein, warum auch?
Kennen Sie Alex Schmitz?
Nein, ich habe ihn wirklich noch nie gesehen.
Wie creepy das ist.
der mich im Internet gesucht hat.
Und Sie arbeiten bei Herrn Horvath in der Delikette?
Ja. Ich mag sein Konzept.
Ja, dann war's das schon. Vielen Dank, Frau Kuller.
Gut.
Tschüss. Tschüss.
Die Beerdigung von Angel Hart, auf der die alle waren, war tatsächlich an dem
Tag, an dem Alex Schmitz diese vier im Internet gesucht hat.
Bis morgen.
Und hier wart ihr noch nicht drin?
Nee. Wir machen morgen weiter.
Okay. Schönen Abend euch.
Tschö. Tschö.
Ja! Wow!
Du hier!
René!
Hey, du bist aber groß geworden!
Wo sind denn die anderen?
Keine Ahnung, irgendwo.
Was hältst du davon, wenn wir erst mal vorglühen?
Ja! Okay!
Warst du schon mal auf dem Dach?
Hier? Ja!
Nein! Also, pass auf! Ich habe einen Schlüssel!
Wo hast du nur den her?
Den habe ich in der Küche mitgehen lassen.
Ich freue mich so, dass ich wieder hier bin.
Maike!
Hey!
Ohne Bedingt? Wie geil!
Das ist ein Feierabend.
Endlich wieder ich hier sein.
Was macht ihr hier?
Guck mal, was wir abkupfen.
Wie früher.
Wollen wir was machen?
Ja! Ja?
Ihre Mutter Gina wird seit dem 20. November 1993 vermisst.
Sie war auf der letzten Skydance -Party, die im Kolonial stattgefunden hat.
Ja, das war ihre erste Party nach meiner Geburt.
Meine Großeltern haben auf mich aufgepasst.
Wie kommt dieser Mann an die Haare meiner Mutter?
Wir können nicht 100 % sicher sein.
Ja, aber es ist doch offensichtlich, dass es ihre Haare sind.
Glauben Sie, der Typ hat sie? Im Augenblick wissen wir noch nichts.
Meine Großeltern haben auch nie geglaubt, dass sie einfach weg ist.
Ihr Vater war doch auch auf der Party.
Was hat er denn gesagt?
Er war überzeugt, dass sie abgehauen ist.
Warum?
Naja, sie war jung, gerade mal 22, mitten im Studium und ein Baby ist die
Zeit rumquäkt.
Sie war halt überfordert, aber ja.
Und für meinen Vater war das natürlich auch eine totale Katastrophe.
Er hat sie geliebt und sie war plötzlich weg und dann war er ganz allein mit
mir. Sie sind bei ihm aufgewachsen?
Ja.
Ihre Großeltern leben noch?
Irgendwie habe ich mir immer vorgestellt, dass ich ihr irgendwann
Oder dass sie einfach vor meiner Tür steht und mir alles erzählt.
Und manchmal, wenn ich nachts unterwegs bin, dann habe ich das Gefühl, dass sie
da irgendwo bei mir ist.
Sie ist in der gleichen Nacht verschwunden, als du wegen der
Kolumbus gewesen bist.
Ja, vielleicht hatte die Brandstiftung ja was mit ihrem Verschwinden zu tun.
Bei der Brandermittlung wird es aber keine Akte mehr geben.
Dieser Code -Case ist unsere einzige Spur. Und ich glaube nicht an Zufälle.
Das war kein gutes Argument.
Finde ich schon.
Warum hat keiner von den drei Homies, was über Ginas Krabitz verschwinden
erzählt? Oder wenigstens ihre Existenz erwähnt?
Manchmal ist Totschweigen verräterischer als Sprechen. Die Kollegen hatten
damals auch ihren Freund Christian im Visier, aber es gab keinerlei Indizien
oder Beweise, dass er irgendwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben könnte.
Und drei Monate nach ihrem Verschwinden kamen zwei Postkarten von Gina aus
Gibraltar und Marrakesch. Die Kollegen haben dann den Fall zu den Akten gelegt.
Das heißt ja, dass die Möglichkeit besteht, dass Gina Gravels noch lebt.
mir doch bitte nochmal die Porträtfotos, die wir bei Alex Schmitz gefunden
haben.
Das ist doch in seiner Wohnung.
Ziemlich intime Aufnahmen, ne?
Ich habe ja mit Ginas Mutter telefoniert. Sie konnte sich noch sehr
diesen letzten Abend erinnern. Und, dass ihre Tochter sich für die Party einen
Zopf gefunden hat.
In der vermissten Akte steht aber nichts von einem abgeschnittenen Zopf.
Aber es wäre möglich, dass Alex Schmitz Gina Grabitz umgebracht und den Zopf als
Souvenir behalten hat.
Aber warum sollte er ausgerechnet jetzt sterben, 30 Jahre später?
Wurde Alex Schmitz damals auch befragt?
Nein, sein Name tauchte in den Akten nicht auf. Nur Christian Kohlheim,
Bennet, René Horvath.
Die drei haben zusammen mit Gina gefeiert und ihre Aussagen decken sich
Großen und Ganzen.
Keine besonderen Vorkommnisse an dem Abend, nichts.
Kein Wort von einem abgeschnittenen Zopf.
Da sind die Haare ja schon ab.
Das heißt ja, dass der Zopf während der Party abgeschnitten wurde.
Warum hat das denn keiner von Ihren Freunden erwähnt?
Kann man irgendwie rauskriegen, wann genau das Foto geschossen wurde?
Nein, das waren die 90er.
Gibt es noch andere Bilder aus der Nacht?
Ja, einige, aber die habe ich noch nicht gesichtet.
Das ist übrigens DJ Angelhaar, die vor vier Wochen gestorben ist.
Mit 55.
Die kenne ich.
Mit der habe ich damals gesprochen.
1981,
da hat der Kolonius die Funkübertragungsstellen in der
Hamda hoch und abgelöst. Und seitdem versorgen wir von hier aus mit Gold und
dem ganzen Umland mit TV und Rundfunk.
Natürlich nicht mehr analog, sondern sozusagen digital.
Ich sage nur, DVD, den Kleinen.
Aber das war die Chance.
Ich war beim ehemaligen Kollegen Meinert, der damals die Brandermittlung
geleitet hat.
Der hatte jede Menge Unterlagen im Keller. Das ist ja alles nicht
aber gut, dass er sowas angelegt hat.
Also, der Zopf muss kurz vor zwei abgeschnitten worden sein.
Wie kommst du denn darauf?
Ich kann mich erinnern, bevor ich mit Alex Schmidt im Aufzug runtergefahren
zu einem ausgebrannten Wagen. Da hat diese DJ eine Durchsage gemacht.
Und laut KDD -Archiv war das kurz vor zwei.
Was hast du mitgebracht?
Dein Ex -Kollege Meinhardt hat jede Menge Handakten angelegt und im Keller
archiviert. Ich muss überhaupt nicht lange suchen. Alles tipptopp nach Datum
geordnet. Und wie geht's hin?
Er wollte mit mir Sturmbälle übergucken.
Tja. Und er hat sich viele persönliche Notizen gemacht. Auch über Alex Schmitz,
unseren Toten. Hier ist kluger Kopf.
Er sucht nach Bestätigung.
Wer nennt seinen Hund schon Kafka?
Traurig und verstört. Verlorene Seele. Und das hier lässt mich besonders
bemerkenswert. Wo geht er?
Es geht los.
Hallo? Natalie ist gebrieft.
Ah,
Frau Bennet.
Warum haben
die uns nicht erzählt, dass ihre Freundin damals verschwunden ist?
Was versuchen die hier seit 30 Jahren zu verbergen?
Siehst du, die haben sich doch abgesprochen.
Der war noch kein bisschen überrascht, sie hier zu sehen.
Da ist schon Nummer drei.
Jetzt bin ich gespannt.
Darf ich Sie dann bitten, einmal aufzuschreiben, wo Sie... vorgestern
16 Uhr und Mitternacht war und bitte auch alle Personen, die ihr Alibi
können. Ich auch. Sie auch.
Wir
müssen
auf jeden Fall verhindern, dass die sich nochmal absprechen.
Also wenn einer von denen auf die Idee kommt zu gehen, können wir den nicht
aufhalten.
Darf eben keiner auf die Idee kommen.
Da ist sie. Dann los.
Herr Kula, kommen Sie bitte.
Ja, sehr gerne.
So, Ihr Espresso. Vielen Dank.
Und der Zucker?
Schon drin.
Zwei Löffel. Sehr süß.
So bestellen die uns gleichzeitig, wenn wir dann nacheinander mit uns reden.
Ja, das stimmt eigentlich.
Keine Ahnung.
Wie geht's Ihrer Tochter?
Ist das nicht leicht für Sie?
Ich mache mir natürlich Sorgen, wie sie mit dieser Entwicklung zurechtkommt. Was
meinen Sie?
Nun, wir hatten ja immer gehofft, dass Ihre Mutter noch lebt.
Warum glauben Sie das jetzt nicht mehr?
Wegen dem Zopf, den Sie bei Alex Schmitz gefunden haben.
Sie sind sich also sicher, dass Gina Ihre langen Haare noch hatte, als Sie
zum letzten Mal gesehen haben?
Ja. Wissen Sie noch, wann das war?
So zwischen drei und vier Uhr ungefähr.
So steht es auch in der Vermisstenakte.
Schauen Sie mal.
Das Foto wurde kurz vor zwei Uhr morgens aufgenommen.
Woher wollen Sie das wissen?
Warum haben Sie uns denn angelogen?
Ich habe nicht gelogen, sondern... Ist das so wie dich? Ja.
Ihre Freundin, die damals verschwunden ist, haben Sie auch kein Wort über den
Zopf verloren?
Ihre beiden Freunde auch nicht?
Wenn ich gewusst hätte, dass dieser Zopf so eine Bedeutung bekommt, dann... Was
ich Ihnen eben gesagt habe, haben Sie immer noch gelogen.
Warum? Wer hat denn Ihrer Freundin die Haare abgeschnitten?
Waren Sie das?
Ich.
Warum?
Wenn es anders gewesen ist, dann können Sie es doch erzählen.
Sie machen sich extrem verdächtig, Herr Kulan.
Offensichtlich versuchen Sie bis heute zu vertuschen, was in der Nacht passiert
ist. Nein, nein. Ja, dann reden Sie.
Wieso wollte sie, dass wir ihr die Haare abschneiden?
Das war so ein Zeichen. Sie wollte mir damit zeigen, dass sie mich liebt.
Also ich habe mit Chinas Mutter gesprochen.
Sie sagt, ihre Tochter hätte sich niemals die Haare abschneiden lassen.
Die waren ihr ganzer Stolz.
China hat damals so einiges getan, was ihre Mutter ihr nicht zugetraut hat.
Zum Beispiel?
Dinge, die man eben macht, wenn man jung ist.
Wie ist denn Alex Schmitz?
in den Besitz von Ginas Zopf gekommen.
Hm?
Das wüsste ich gerne von Ihnen.
Er muss ihn hier weggenommen haben.
Ich habe keine Ahnung.
Wir sind gleich wieder da.
Ja, aber sorry, dann laden Sie mich ein anderes Mal vor.
Ich habe jetzt echt nicht genug Zeit.
Ihr Freund Christian hat gerade eine sehr interessante Aussage gemacht.
Sollten Sie heute noch Termine haben, sagen Sie sie besser ab.
Oh, Mann.
Dann warten Sie schnell.
Sind Sie fertig damit?
So, Herr Kohler hat mir zugegeben, dass er seiner Freundin den Zopf
abgeschnitten hat.
Haben Sie von der Aktion was mitbekommen?
Wenn er es Ihnen erzählt hat? Warum haben Sie denn der Polizei damals nichts
davon erzählt?
Warum haben Sie ihn gelogen und behauptet, dass Ihnen danach nichts
vorgefallen ist?
Warum wollen Sie nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt? Was haben Sie
Was haben Sie mit Ginas Verschwinden zu tun? Was?
Nichts.
Ihr habt damals doch gar nicht kapiert, was da passiert.
Haben Sie es gesehen?
Nicht alles.
Und auch nur von Weitem.
Wenn ich das damals erzählt hätte, dann hätte die Polizei doch gedacht, dass
Christian was mit Dinas Verschwinden zu tun hat. Und das wollte ich nicht. Ich
weiß ja, dass er nichts damit zu tun hatte. Woher wissen Sie das?
Ja, weil wir fast die ganze Zeit zusammen waren.
Also René, Christian und ich.
Und Gina?
Ja, auch.
Warum war Christian denn so wahnsinnig wütend auf Gina?
Frau Bennes!
Das ist jetzt über 30 Jahre her. Wir waren jung.
Von mir aus hat Christian Scheiße gebaut. Aber dann fragen Sie doch ihn.
habe ich denn damit zu tun?
Gina Grabitz war Ihre beste Freundin.
Ja, sie ist weg.
Und daran ändern Ihre beschissenen Fragen auch nichts.
Ich habe noch was für euch.
Hat Natalie gerade geschickt. Das war...
Das war im Hausmüll von Alex Schmitz. Mit Kassenbon.
Gekauft in der Filiale, in der Sven hier arbeitet.
Sie hat an dem Tag auch Dienst. Habe ich schon gecheckt.
Schickst du uns das?
Ja, klar.
Herr Robert?
Ja? Kommen Sie bitte.
Hallo, Britta.
Endlich. Bringen Sie das Klemmbrett mit.
Das brauche ich gar nicht.
Doch.
So, zur Bagage.
Soll ich Ihnen meine Hausaufgaben mailen oder per Messenger schicken? Was?
Mein Alibi.
Wieder noch? Sie sollen es aufschreiben.
Habe ich ja.
Analog, von Hand.
Ich kann es Ihnen doch schicken, dann können Sie es ausdrucken.
Come on, ey.
Soll mein Assistent es Ihnen irgendwie faxen? Haben Sie noch einen Fax?
Schreiben Sie es auf und feierabend. Wir brauchen das jetzt schon hier für die
Akten. Es ist kein Wunder, dass es mit diesem Landwerk abgeht. Ich sage es ja
echt, das ist schon wieder so idiotisch, so deutsch.
Wie kommt es eigentlich, dass Svenja Kuhlheim
Für Sie arbeitet.
Warum nicht?
Ich meine, sie stand einen Tag in meinem Laden und hat gefragt, ob ich einen Job
für Sie habe. So geht sowas.
Ach, wusste Sie, dass Sie mit Ihrem Vater befreundet sind?
Waren.
Befreundet waren.
Ja, wusste sie.
Wieso waren? Was ist denn passiert?
Ich meine, das ist 30 Jahre her.
So eine Clique, das ist ein fragiles Konstrukt. Und Gina hat gefehlt. Gina
unter Anker. Und als sie weg war, da haben wir drei gemerkt, dass wir
gar nichts miteinander zu tun hatten.
Eine Woche nach der Beerdigung war Alex Schmitz in einem ihrer Delis.
Und?
Wollen Sie immer noch behaupten, dass Sie ihn nicht getroffen haben?
Ja.
Ich meine, ich habe fünf Läden und ich kriege es einfach nicht hin, in allen
gleichzeitig zu sein.
Die Verpackung ist übrigens aus Bambus und zu 100 % kompostierbar. Na toll.
Oder? Alex Schmitz, der war in dem Deli, in dem Svenja arbeitet.
Haben Sie eine Erklärung dafür?
Also ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber Svenja...
Ist Ihrer Mutter eigentlich ziemlich ähnlich, oder? Ehrlich gesagt, verdammt
ähnlich. Und wenn Alex Svenja auf Angel Harts Beerdigung gesehen hat, dann hat
es ihn vielleicht genauso geschlecht wie mich, als ich sie zum ersten Mal
gesehen habe.
Kennen Sie eigentlich diesen unangenehmen Brauch, einer Ehebrecherin
abzuschneiden?
Das ist ein ziemlich kranker Scheiß, oder?
Finden Sie nicht?
Warum hat denn Christian Kohlheim...
Seiner Freundin gegen ihren Willen Jahre geschnitten.
Ich war nicht dabei.
Aber Sie wussten, dass er es gemacht hat, diesen kranken Scheiß.
Haben es trotzdem verschwiegen. Warum?
Ich war der Jüngste. Und für die war ich der Döfste, ein Koch.
Die anderen haben alle studiert.
Ich hätte mir drei Beine dafür ausgerissen, um mit denen abhängen zu
Er ist China fremdgegangen.
Vielleicht mit Ihnen.
Oder mit...
Alex, Schmitz.
Der Erwachsene hat mir damals nicht alles erzählt.
Danke, dass Sie noch mal gekommen sind, Frau Kohlheim.
Der vermischten Akte Ihrer Mutter findet sich einen Achtrag vom 15.
August 2011.
Ja, mein 18.
Geburtstag.
Kennen Sie die Stücke auf der Liste?
Ja, natürlich kenne ich die.
Was hat denn diese Musik mit Ihrem 18. Geburtstag zu tun?
Also, ich habe... Damals einen MP3 -Player bekommen.
Anonym mit der Post. Und da war diese Playlist drauf.
Und ich habe sie die ganze Zeit gehört. Auf und runter.
Weil Sie dachten, der MP3 -Player ist ein Geburtstagsgeschenk Ihrer Mutter?
Ja.
Haben Sie das auch geglaubt?
Ja, klar.
Deshalb sind wir ja zur Polizei und haben das Protokoll gegeben.
Alex Schmitz hatte exakt die gleiche Playlist geladen.
Er nannte sie Birthday.
Sie meinen, dieser Typ hat... Was hat dieser Mann mit Mama zu tun gehabt?
Gar nichts.
Wir waren alle so ein bisschen drüber, wir hatten was eingeworfen und ich war
total betrunken wegen der Klausur, die ich vorhin hatte. Ja, das hast du alles
schon tausendmal erzählt.
Also gut, es gab so dummes Gerede, aber... Was für Gerede?
Maike hat behauptet, dass... Nein, das... Was?
Sie hat gesagt, dass deine Mutter hätte was mit Alex Schmitz gehabt und dass
du... Papa, was denn?
Dass ich nicht...
Das war nur eine Behauptung. Sie ist eine Lügnerin. Die konnte mich noch nie
leiden.
Ist dieser Mann mein Vater?
Nein, natürlich nicht.
Trotzdem hat mir dieser Typ einen MP3 -Player geschenkt. Er googelt mich,
auf meiner Arbeitsstelle auf. Er muss mich doch auch für seine Tochter
haben. Ich schwöre dir, das...
Was ist das für ein Foto?
Das ist doch Mama auf dieser Party. Ja.
Aber warum... Da sind doch die Haare ab!
Deine Mutter und ich, wir haben...
Es hat damals Spaß gemacht. Wir haben rumgeeilbert. Ich dachte, ihr hattet
Streit. Ja, auch. Das war eine lange Nacht.
Wir hatten Pillen eingeworfen. Wir waren total drüber. Ich war besoffen. Da
macht man dummes Zeug.
Und da habe ich deiner Mutter aus Spaß die Haare abgeschnitten.
Ich meine, das sollte lustig sein. Sie wollte das ja auch.
Ich habe dir gar nichts mehr.
Wusstest du das alles?
Was? Hä?
Was meinst du?
Svenja!
muss das hier so laut sein?
Stundenlang?
Frau Kohlheim.
Frau Kohlheim.
Es tut mir leid, dass Sie das alles auf diesem Weg erfahren mussten. Ja.
Ich glaube, ich fahre jetzt nach Hause und dann besaufe ich mich.
Super Idee.
Aber darf ich Sie trotzdem bitten zu bleiben?
Vielleicht könnten Sie uns helfen, wenig moralischen Druck auszuüben.
Ich will wissen, wer Alex Schmitz umgebracht hat.
Und was mit Ihrer Mutter passiert ist.
Was halten Sie denn von dem Vorschlag, wenn wir zu Sicherheiten DNA -Abgleich
machen, ob Svenja tatsächlich Ihre Tochter ist?
Das geht Sie einen Scheißdreck an. Und ich wette, dass Sie auch wirklich das
nicht dürfen.
Wussten Sie, dass Alex Schmitz genau in dem Deli war, in dem Svenja arbeitet?
Ich habe Alex Schmitz nicht getroffen, seit 30 Jahren nicht.
Wollte er Geld?
Nein.
Wollte er seine Tochter kennenlernen? Nein.
Nein.
Nein. Nein.
Nein.
Alleine aus dem Gerücht heraus, dass Ihre Freundin Sie mit Alex Schmitz
hat,
ergibt sich ein sehr starkes Mordmotiv für Sie.
Sie waren wahnsinnig eifersüchtig und wahnsinnig verletzt.
Möglicherweise ist der Streit in der Nacht ja noch weiter eskaliert.
Haben Sie Ihre Freundin umgebracht?
Christian und du, ihr Bastsocken.
Warum hat der jetzt so das gemacht?
Weil er einen Arsch hat.
Echt? Ja.
Ich glaube echt, er muss alles managen.
Essen soll, trinken darf.
Sogar wann ich ins Bett gehen soll.
Ich bin so richtig Vater, Mutter, Kind.
Ich bin ja nicht verblödet, nur weil ich jetzt ein Baby habe, oder?
Ist immer noch kein Grund, jemandem die Haare abzuschneiden.
Ja, mein Vater hat gesagt, dass du ein Kind von dir bist.
Warum erzählst du so einen Scheiß?
Hast du da immer ein Kondom genutzt?
Oh Gott.
Ich dachte, dass du... Denken wir sind so ganz in Stärke.
Du hast doch nichts gesagt.
Sonst hätte ich ja töten können.
Wie, jetzt bin ich schuld, oder was?
Nein, es geht ja nicht um Schuld.
Ich fand, das hat einfach gepasst.
Gina, ich kann das nicht.
Ich bin kein...
Vater.
Ja, okay, mach ich's halt allein mit Sven, ja.
Ist nicht schlimm.
Wahrscheinlich bist du ohne mich sowieso besser gekommen.
Ja, ja, ich weiß.
Ich bin ganz ehrlich.
Machen wir uns nichts vor.
Ich...
Das mögt ich echt gern.
Ich bin noch zur Ehe jetzt.
Ich will jetzt nicht auch noch Vorschriften machen, aber wünschen wir
zum Schluss.
Alex, bitte gut.
Alex.
Kannst andenken.
Jo Leute, hört mal ganz kurz zu. Und noch ein paar Klicks von der Karre. Das
Kennzeichen lautet Köln AS 3750.
Der Besitzer soll sich mal bitte hier am Pult melden, ja?
Ist das Alex?
Und Leute, ich habe leider schlechte Nachrichten.
Wer ein Auto anzündet, der muss über eine ganze Menge kriminelle Energie
verfügen.
Aber wer ein Auto mit einem kleinen Hund darin anzündet, das ist entweder ein
Psychopath oder dermaßen wütend und rachsüchtig, dass ihm alles egal ist.
Ihr Freund Christian, der war in jener Nacht verständlicherweise verdammt sauer
auf Alex Schmitz. Das haben Sie mitbekommen.
Aber komischerweise sprechen alle Indizien für Sie als Brandstifter.
What the fuck?
Offensichtlich wurde damals ein in Benzin getränktes weißes Textil in den
von Alex Schmidts Auto gestopft und angezündet.
Die fleißigen Kollegen von der Brandermittlung haben damals noch Reste
Stoff sichergestellt.
Handelte sich um herkömmliche Baumwolle, wie zum Beispiel für solche T -Shirts.
Das sieht so aus, als hätten Sie mit Ihrem T -Shirt den Magen angezündet.
Weil ich auf dem einen Bild kein T -Shirt anhabe?
Warum hätte ich das machen sollen?
Wo ist denn Ihr T -Shirt geblieben?
Das habe ich Chris angegeben.
Wie kannst du hier noch so eine Scheiße behaupten?
Bis ich gemerkt habe, was er eigentlich vorhatte, da brannte das Auto schon. Was
soll das?
Herr Schildern, Sie doch bitte mal, wer Alex Schmidts Auto angezündet hat.
René hat es getan. Was?
Warum hätte er das tun sollen? Ja, das habe ich ihn damals auch gefragt. Ich
frage mich auch.
Und? Er meinte, Alex hat es verdient. Warum lügst du denn jetzt?
Das ist eine Lüge. Er hat mich noch angebettelt. Bitte, bitte, René, gib mir
dein T -Shirt.
Du mieses, kleines Arschloch. Ja, also hör mal, war das so oder nicht? Wieso
hängst du mich denn hin?
Tue ich doch gar nicht. Du Ratte -Duft.
Ich hatte doch überhaupt keinen Grund.
Nein.
Vielleicht wollten Sie Ihren Freund beeindrucken.
Also, so weit ging mein Imponiergehaben nun auch wieder nicht.
Oder waren Sie auch in Gina verknallt?
Ja, klar war er das.
Natürlich warst du verknallt in Gina.
Immer habt ihr rumgealbert.
Ständig hast du sie angerufen und angetatscht. Gina hat das gar nicht
Du hast definitiv nicht in ihrer Liga gespielt.
Definitiv nicht.
Mein Gott, hast du dich rangewanzelt. Wie so ein kleiner Köter bist du hinter
ihr hergewackelt.
Der süße kleine René.
Gott, war das erbärmlich.
Ja.
Gina und ich, da waren wir Geschwister.
Wir mochten uns einfach gerne.
Ganz platonisch.
Und er zieht das jetzt alles in den Dreck, weil er meint, das nützt ihm.
Feierabend, endlich.
Wenn ich das noch erleben darf.
Frau Bennet?
Frau Bennet, wo wollen Sie hin? Ich lasse mich doch nicht hier stundenlang
einsperren. Ich kann Ihnen nur dringend raten zu bleiben. Wir haben noch ein
paar Fragen.
Darf ich?
Es tut mir leid, Fenja.
Was genau?
Ich bin deine Patentante.
Ich hätte für dich da sein müssen. Ja.
Ich habe dich jetzt nicht so vermisst.
Meine Mutter schon.
Ich habe sie auch vermisst, das kannst du mir glauben.
Soll ich jetzt Mittag mit dir haben?
Nein.
Ich wollte dir nur sagen, dass ich an dich gedacht habe.
Maike.
Was ist mit Mama passiert?
Weißt du es?
Stimmt das, was du damals über Mama und Alex gesagt hast?
Ist er mein Vater?
Maike, bitte.
Wenn hier irgendwas an meiner Mutter liegt, dann...
Deine
Mutter war sich sicher.
Und René?
Wusste der auch davon?
Wie kommst du jetzt auf René?
Ja.
Ja, der wusste auch davon.
Das lasse ich mir nicht mehr erbieten.
Du bist ja noch da.
Ich will jetzt wissen, wer meinen Vater getötet hat.
Svenja. Schatz, ich bin dein Vater.
Habt ihr eigentlich einmal darüber nachgedacht, wie das ist?
Immer im Ungewissen zu leben?
Mein einziger Trost war, dass ich dachte, okay, ja gut, es gibt einfach
die niemand weiß.
Auch mein Vater nicht. Aber jetzt mit 30 muss ich erkennen, dass der Mann, den
ich für meinen Vater gehalten habe, ein Lügner ist.
Und der Typ, von dem ich dachte, dass er mich liebt, ein verlogenes Arschloch.
Svenja, bitte.
Was, Svenja, bitte?
Warum soll es denn hier keiner wissen, ha?
Ja.
René und ich, wir sind... Nein, wir waren seit drei Monaten ein Paar.
Und ja, wir ficken!
Du Psychopath!
Du krankes Schwein! Nur weil es bei der Mutter nicht geklappt hat, fickst du
jetzt meine Tochter!
Ich mach dich fertig!
Jetzt halt jetzt nicht auf mit der Scheiße!
Und halt auf die Schnauze!
Noch eine genug?
Ich halte es vorbei.
Nun haben wir alles dicht gemacht, weißt du?
Egal.
Gina, tut mir leid, dass mir das rauskommt, das mit dir und Alex.
Ich bin eigentlich ganz froh.
Das ist jetzt einfach gemacht.
Hauptsache, wir halten zusammen.
Ich liebe dich.
Ich liebe dich. Ich liebe dich.
Ich liebe dich.
Oh, ich höre es euch, ihr werdet so begeistert.
Hier sind überall Küchenräume und das sind alles Kühlräume, ja? Und das
Essen, das wurde dann mit dem Aufzug da hinten hoch ins Restaurant gebracht. Das
sind jetzt alles Kühlräume. Was macht ihr denn die ganze Zeit hinterher, hm?
bleibst so lange bei dir, bis du mir verzeihst.
Ich habe ja einen einzigen Grund, was ich dir verzeihen sollte, hm?
Das ist doch lustig.
Ist das nicht geil hier unten? Komm, komm, wir müssen weiter.
Das hier ist meine ganz persönliche Chill -Out -Area.
Darf ich euch was anbieten?
Ich hoffe,
es entspricht eurem erlesenen Geschmack, euer Hupengeboren.
Exzellent.
Willst du sie nach Hause bringen?
Hast du Kopfkörbe drauf?
Hast du Kopfkörbe drauf?
Willst du euch umgebracht haben?
Kopfkörbe!
Ich höre davon, Alex.
Nein. Nein, ich habe ihn nicht umgebracht.
Nein. Okay.
Komm,
jetzt genug jetzt.
Und dann willst du mir noch was anderes abschnallen, hm? Ja, es tut mir so, so
leid.
Es tut mir leid.
Du bist schön. Du bist wunderschön.
Hey, wollen wir nicht noch ein bisschen abhängen, hm?
Ja, Mann.
Bist du mal deine Klappe gehalten, dann wäre Kafka noch am Leben.
Was ist denn jetzt los?
Der ist verbrannt.
Der ist einfach... Bei lebendigem Leib verbrannt und alles ist egal, oder?
Das wird mir richtig viel getan haben.
Komm, Baby, wir gehen jetzt nach Hause. Komm, komm, komm. Ich gehe mit dir
nirgendwo hin. Wir gehen jetzt nach Hause. Mein Leben ist vorbei.
Das stimmt doch nicht. Das stimmt doch einfach nicht.
Und ihr macht ja einfach weiter, als ob nichts wäre.
Ich habe seit drei Monaten nicht mehr geschlafen, weißt du das?
Denn ich stand nicht diese Babyaugen an. Und ich weiß nicht, was sie von mir
wollen. Richtig, aber scheiße. Ich bin euch halt egal.
Nein, nein, nein.
Gib es doch.
Du hast gesagt, wir machen es zusammen.
Oder? Was hast du gesagt?
Du hast mich einfach allein gelassen.
Das ist doch nicht wahr.
Doch.
Wie oft warst du da?
Dreimal.
Dreimal. Du bist eine Richtige.
Wie schützt du eine Freundin mit, du? Eine Lügnerin!
Du hast dich doch selbst in die Scheiße geritten!
Habe ich dir nicht gesagt, dass alles genauso in Auge ist wie Christian?
Hey!
Habe ich dir nicht gesagt, dass du einfach abschreiben sollst? Aber nein!
Du musst ja rumvögeln und Kinder bekommen und da kommst du nicht drauf
Und alle anderen sind mal wieder schuld, ne?
Norbert, wenn du dich wohlfühlst, dann geh doch nach Hause.
So,
fertig.
Ja, danke.
Das ging ja wirklich flott.
Frau Bennet, kommen Sie bitte.
Diese beiden Postkarten hat Gina ihren Eltern angeblich aus Marrakesch und
Gibreiter geschickt.
Haben Sie die schon mal gesehen?
Ja. Wo?
Ginas Mama hat sie mir damals gezeigt.
Wir haben diese Postkarten, handgeschriebene Texte von Gina und ihre
handgeschriebenen Alibis von einer Schriftexpertin beim LKA begutachten
Raten Sie mal, was da rausgekommen ist.
Zunächst konnte unsere Expertin ausschließen, dass die Postkarten von
geschrieben wurden.
Allerdings hat sie signifikante Ähnlichkeiten mit ihrer Anschau
Besonders was die Haltepunkte, Anflickungen und die inneren Strukturen
Ich habe kaum ausgehalten, wie verzweifelt Gina als Eltern war. Man
aber auch unterstellen, dass Sie diese Postkarten geschrieben haben, um ein
Verbrechen zu vertuschen. Ein Verbrechen, das Sie begangen haben.
Ich habe versucht, meine Schuld wieder gut... Ja.
Aber es geht nicht.
Wieder gut machen ist totaler Schwachsinn.
So in der Nacht trifft man eine falsche Entscheidung.
Und dann noch eine und dann kann man nie wieder zurück.
Ich bin danach total abgestürzt und habe mich mit Alex zusammengetan, dem es
ähnlich beschissen ging wie mir.
Wir haben versucht, diesen Selbstekel zu betäuben mit allem, was wir kriegen
konnten.
Und irgendwann habe ich die Reißleine gezogen und bin in die Klinik und Alex
weitergemacht bis er am Knast gelandet ist. Frau Bennes, wo ist Gina Gabitz?
Mach sie raus.
Ja klar lasse ich sie wieder raus.
Ich wusste gar nicht, dass du so eine rassistische Ader hast.
Ich auch nicht.
Seit wann geht das eigentlich mit Alex und Gina?
Nur seit Jahren.
Ich würde auch interessieren, wie lange der Wichser sie schon knallt. Wir packen
Gina jetzt ein und ich hole uns ein Taxi. Ist doch scheiße.
Ey, aber mich wieder einen alten Mann in einem wilden Auto erschrecken.
Das war so doof.
Das ist aber auch so typisch Gina, ne?
Dein gelbes Auto.
Das muss ein Taxi sein.
Rein da.
Und wir alle hinterher.
Und der Typ, der hat sich komplett eingepisst.
Du bist auch so reingegangen mit dem Taxameter.
Du hast gesagt, sie haben ja keinen Taxameter.
Jetzt lass den mal umschicken.
Passt schon, passt schon.
Ich fahr sie trotzdem hin.
Das war die billigste Taxi -Fahrt. Der dachte, wir killen ihn. Der war so froh,
dass er überhaupt überlebt hat.
Ich glaube, die Gina hat sich wieder beruhigt.
Gina ist heute sehr, sehr kompliziert.
Baby,
komm, wir holen uns ein Taxi.
Sie standen vor der Tür und haben gelacht.
Es war ein Unfall.
Es
war eine
Überdosis.
Eine verfickte Überdosis.
Warum haben Sie denn nicht einfach an Notarzt gerufen?
uns erstmal rausschaffen aus dem Turm.
Wir hätten da ja eigentlich gar nicht sein dürfen.
Ich hatte den Schlüssel geklaut.
Der hat mich angezeigt wegen Hausfriedensbruch, mindestens.
Wir waren total auf Droge. Wir waren völlig verstrahlt.
Ich habe mich gefühlt, als ob ich sie umgebracht hätte.
Wir waren so panisch.
Vollkommen kopflos.
Ich meine, Was hätte ich denn Chinas Eltern erzählen sollen? Ja, ich habe
Tochter die Haare abgeschnitten, vollkommen zugedröhnt. Ich habe ihr aber
zugesehen, wie sie sich eine Pille nach der anderen einwirft. Und dann... Sie
hat so genervt, dass wir haben sie auch noch in diesem verdammten Kühlraum
gesperrt.
Also laut Aussage...
Sind Sie da, Lambe?
Wo wollen Sie denn hin mit ihr?
Weiß ich nicht, einfach raus.
Weg von diesem Ort.
Raub.
Und als wir rauskamen, war da Alex.
Der kam auch nicht auf die Idee, den Notarzt oder die Polizei zu rufen.
Natürlich wollte er das. Warum hat er es nicht gemacht?
Alles okay?
Du Fickermann!
Deine Schweißdrohungen!
Haben sie uns gebracht!
Die Drogen waren von Alex.
Er wusste ganz genau, wenn die Polizei jetzt ermittelt, dann ist er dran.
René!
René!
René!
Wir sind dann durch die Tür wieder rein, da kamen so viele Leute.
Und Alex Schmitz?
Er ist draußen geblieben, der war fix und fertig.
Dann sind wir einfach durch diese Gänge geirrt mit ihr und haben...
René meinte, er weiß wohin.
Ich wusste ja, dass die Personalaufzüge stillgelegt waren.
Wie konnten wir denn sicher sein, dass China wirklich tot war?
Bremse lösen.
Bleib langsam runter.
Bremse auf und ab.
Da ist ein Schatz.
Langsam? Ja.
Ich könnte kotzen.
Er lassen ihre Freunde ihre nicht verrecken, schmeißen die wie Müll in den
Schacht und kommen damit auch noch davon.
Wir wissen nur noch gar nicht, wie Gina wirklich ums Leben gekommen ist. Glaubst
du, wir können dir nach 30 Jahren noch einen Mord nachweisen? Vergiss es.
Lass uns doch erstmal abwarten, was Dr. Roth zu sagen hat. 30 Jahre lang haben
die Svenja belogen.
Erst die Mutter entsorgen, dann später die Tochter vögeln.
Mann, Freddy, wir sind doch nicht von der Moralpolizei. Das sind alles
Arschlöcher, Max.
Und einer von denen hat Alex Schmitz umgebracht.
Oder alle zusammen.
Wir setzen jetzt unter Druck.
Die wissen doch gar nicht, was wir wissen.
Wir sagen denen, dass Gina Gewalt nach dem Museum gekommen ist.
Und was soll das Ganze bringen?
Wir sind durch, Max. Wir sind jetzt seit 24 Stunden auf den Beinen.
Wenn wir sagen, es geht um zwei Morde, hacken die sich gegenseitig die Augen
aus. Und wenn ihr damit genau das Gegenteil erreicht?
Ich würde mir einen Anwalt nehmen, würde nach Hause gehen. Fertig. Hast du denn
eine bessere Idee?
Wie wäre es denn mit professioneller Polizeiarbeit? Wir nutzen doch hier nur
Gunst der Stunde.
Ich habe aber keine Lust auf diese Psychospielchen.
Mann, die Spurenauswertung, die ist doch noch gar nicht so weit. Also schicken
wir die Herrschaften zum Ausschlafen nach Hause?
Manfredi, es reicht, ja?
Aus, basta!
Morgen.
Max, hier das Kran eben.
Ganz früh schon von Nathalie rein.
Okay.
Roland, kommen Sie bitte.
Haben Sie sie gefunden?
Sprechen wir drinnen.
Die Kollegen von der KTU werden das jetzt natürlich aus.
Und wir müssen davon ausgehen, dass es sich um die sterblichen Überreste ihrer
Mutter handelt.
Es tut mir so leid, Frau Kulheim. Ich hätte Ihnen gerne was anderes erzählt.
Darf ich Ihnen noch ein paar Fragen stellen?
Wissen Sie noch, wo Sie am Montag vor zwei Wochen gewesen sind?
So, nachmittags. Nach?
15 Uhr?
Waren Sie zu Hause?
Ja, ich hatte frei. Warum?
Und hat Alex Schmitz Sie da besucht?
Was?
Die schreiben mir, das haben wir in seiner Wohnung gefunden, dass eine
Zahlungsaufforderung von der KVG, der wurde...
Kurz vor der Haltestelle Maria Himmelfahrtstraße beim Fahren.
Ohne Fahrschein erwischt.
Sie wohnen in der Schweinheimer Straße.
Das ist so gerade um die Ecke.
Ja, ich lag in der Wanne und hatte so eine dämliche Gesichtsmaske auf dem
Gesicht.
Es hat zwei bis drei Mal geklingelt, aber...
Ich habe nicht aufgemacht.
War er das?
Das ist gut möglich, ja.
Also wenn ich aufgemacht hätte, dann hätte ich ihn kennengelernt?
Ich bin vollweise innerhalb von 24 Stunden.
Wow. Das muss man mir erst mal nachmachen.
Kann ich diese Fotos haben?
Natürlich.
Danke.
Ruhe, verdammt nochmal!
Kommen Sie dazu, hier umzuschreien und Forderungen zu stellen.
Sie haben doch schon genug angerichtet.
Frau Bennis, kommen Sie bitte noch mal.
Fällt Ihnen was an?
Das war auch mal ein Kranich.
Das haben wir in der Wohnung von Alex Schmitz gefunden.
Das kam an dem Tag, an dem er umgebracht wurde.
Und? Das ist schon wieder eine Lüge.
Sie waren in der Wohnung von Alex Schmitz.
Zeit nahe zu seinem Tod.
Ich hatte den besten Draht für ihn.
René und Christian haben gehofft, dass er vielleicht auf mich hört.
Er wollte Svenja kennenlernen und ihr alles erzählen.
Und Sie drei wollten das um jeden Preis verhindern? Natürlich.
Ich meine, Sie haben doch mitgekriegt, wie Svenja leidet. Sie hat alles
verloren.
Alle Sicherheiten, die Bezugsperson, auch wenn sie Arschlöcher sind.
Und genau das wollte ich verhindern, ja.
Gut, Sie sind also zu Alex Schmitz.
Ja, ich habe versucht, vernünftig mit ihm zu reden.
Aber was will man machen, wenn einer nach 30 Jahren plötzlich den Vater in
entdeckt? Er war davon überzeugt, dass die Begegnung auf der Trauerfeier ein
Zeichen war.
Er wollte seine zweite Chance nutzen.
Hat mir leid getan.
Können Sie mal aufhören mit dieser beschissenen Mitgefühlsnummer?
Angeblich haben Sie aus Mitgefühl die Postkarten gefälscht.
Angeblich haben Sie aus Mitgefühl Ihre allerbeste Freundin in den
reingeworfen. Und aus Mitgefühl haben Sie Ihren alten Liebhaber Alex zum
Schweigen gebracht.
Ich habe ihn nicht erschlagen.
Jetzt haben wir sie.
Bringst du Frau Bennes in den Vernehmungsraum? Gerne. Dr. Roth ist
Ja, Doc, lang ist es her.
Ja, da waren wir noch jung.
Und?
Die Leiche von Gina Karwitz war vollständig skalitiert.
Das rechte Sprunggelenk gebrochen, was zu dem Sturz passt.
Wirbelsäule und Schädel sind intakt. Die Kleidung ist noch ganz gut erhalten.
Es gibt sogar Flecken darauf, vermutlich von Erbrochenem. Deshalb ist es
tatsächlich sehr wahrscheinlich, dass sie an einer Überdosis gestorben ist. An
welchen Drogen und an welchen Dosierungen, das kann ich euch erst nach
toxikologischen Untersuchungen sagen.
Und das dauert mindestens drei, vier Wochen.
Keine Spuren von Gewaltentwendung?
Nein.
War sie mit Sicherheit tot, als sie in den Schacht geworfen wurde?
So leid es mir tut, lieber Freddy.
Auch das weiß ich erst nach Abschluss der Toxikologie.
Aber wir haben in dem Schacht keine Spuren von Erbrochenen und auch keine
Hinweise für Bewegungen gefunden.
Also war sie mit größter Wahrscheinlichkeit da bereits tot.
Sie können gehen.
Vorerst.
Aber halten sich die nächsten Tage bereit.
Wir haben mit Sicherheit auch mal mit Ihnen sprechen wollen.
Haben Sie hier die...
Um wie viel Uhr waren Sie bei Alex Schmidt?
Gegen halb sechs ungefähr.
Warum haben Sie das in Ihrem Alibi nicht vermerkt?
Weil ich wusste, Sie würden ein Riesending drauf machen.
Wie lange waren Sie bei ihm?
Gute halbe Stunde.
Dann halten wir fest, Sie waren zur Tatzeit bei Alex Schmidt. Sie haben ein
Motiv. Ich habe kein beschissenes Motiv. Sie haben 30 Jahre lang gelogen und
betrogen, um Ihre Schuld zu vertuschen.
Wir sind Geschäftsfrauen.
Galeristin. Was würden denn Ihre Kundinnen und Künstlerinnen dazu sagen?
Können Sie doch einpacken.
So stellen Sie sich das vor, ne?
Ich kann nicht glauben, dass ich jetzt hier sitze.
Frau Mendes, wir können jetzt hier stundenlang über Ihre Schuld oder Ihr
mögliches Motiv streiten.
Entscheidend ist, dass Sie über Täterwissen verfügen. Was denn für
Sie haben gesagt, Alex wurde erschlagen.
Ja und?
Woher wissen Sie das?
Das haben Sie doch gesagt.
Mit Sicherheit nicht.
Natürlich haben Sie das gesagt. Woher sollte ich das sonst wissen?
Exakt diese Frage stellen wir Ihnen.
Sie müssen es gesagt haben.
Christian, Anoni und Maike, ich muss wieder zu den Bullen. 10 Uhr.
René, ich auch.
Wenn die was wollen, die. Christian?
Was wohl? Die glauben, einer von uns hat Alex erschlagen?
Begin it.
You got what you want.
You can hardly stand it though. But
now you know it's not going too far.
Untertitelung des ZDF, 2020
Das Leben ist wie eine Krimiserie.
Manchmal kommt es anders, als man denkt.
Der Autor mit Manuel.
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