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(Standesbeamtin) Verehrtes Paar!
Im Leben eines jeden Menschen gibt es viele Höhepunkte.
Ein ganz besonderer Höhepunkt in Ihrem Leben ist der heutige Tag.
Sie, verehrtes Paar, haben sich sicher ernsthaft geprüft.
Ob Ihre Charaktereigenschaften,
Ihre Auffassungen und die Einstellung zu Ehe und Familie übereinstimmen.
Mit der Entwicklung in unserer Gesellschaft
entstanden Familienbeziehungen neuer Art.
Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau
und die Bildungsmöglichkeiten auf allen Gebieten
sind gute Voraussetzungen, Ihre Ehe dauerhaft und glücklich zu gestalten.
Sie wünschen sich eine glückliche und harmonische Ehe,
gegründet auf gegenseitiger Liebe, Achtung, Treue und Verständnis.
Denn das sind die Grundpfeiler einer guten Ehe.
Diese Ihre Wünsche sind auch das Anliegen unserer Gesellschaft,
in deren Mittelpunkt der Mensch steht.
Herr Jens Wallner, ist es Ihr fester Wille,
mit Fräulein Sonja Schlüter die Ehe einzugehen?
Den Familiennamen Wallner zu führen?
Ja. - Danke.
Fräulein Sonja Schlüter, ist es Ihr fester Wille,
mit Herrn Jens Wallner die Ehe einzugehen?
Und den Familiennamen Wallner zu führen?
Ja. - Danke.
Nun liegt das Leben vor Ihnen.
Glückliche Stunden, aber auch schwere,
in denen sich Ihre Liebe beweisen muss.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie im Alter vereint sind in Ihrer Liebe,
wie Sie heute vereint sind in Ihren Hoffnungen und Wünschen.
Nichts sollte Sie trennen als der Tod.
Sag, dass du mich liebst, Jens. - Ich liebe dich, Sonja.
Ich werde dich immer lieben.
Ich dich auch, Sonja. Ich dich auch.
Liebe Sonja, lieber Jens! Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit.
Jens, du hast dein Glück gemacht. Das sagt dir dein Brigadier.
Euer Leben soll voll Freude und Sonne sein.
Und dass viele Kinder kommen! Mensch, Junge. Alles Gute.
(Gäste) Aaah! Es lebe das Brautpaar!
(Tusch, Beifall)
(Stimmengewirr, Gratulationen)
Alles Gute, Kleine. Und viel, viel Glück.
Herzlichen Glückwunsch, Brüderchen.
Sei immer lieb zu ihr. - Brauchst du mir nicht zu sagen.
Gratuliere, Schwager.
Vielen Dank für die Hotelzimmer. - Nicht der Rede wert.
Dass deine Mutter nicht mehr lebt ... Die hätte viel Freude heute.
(Musik, fröhliches Stimmengewirr)
(vielstimmiges Gelächter)
(Gast klopft an sein Glas)
Lieber Jens Wallner!
Liebe Frau Sonja!
Im Namen unseres Kollektivs Kaufhalle unseren herzlichsten Glückwunsch.
Ich trinke auf das Wohl unseres Brautpaares.
Ich trinke auf das glückliche Leben, das vor beiden liegt.
Ich trinke auf Sonja, unsere schöne Braut.
(allgemeine Zustimmung)
Einwandfrei! Hoch lebe das Brautpaar!
(Rockmusik)
Ich weiß es ganz sicher.
Jens und Sonja waren schon immer füreinander bestimmt.
Für jeden Mann ist nämlich nur eine Frau bestimmt,
für jede Frau nur ein Mann.
Die Menschen suchen einander, aber nur Glückskinder finden sich.
Jens und Sonja haben sich gefunden.
Ist das nicht schön? - Ja.
(Langsame Rockmusik beginnt.)
Dieses Buch, liebe Sonja, soll euch eine Art Ratgeber sein.
Na ja, was eine junge Ehe so braucht. "Unsere Familie".
Wie finden Sie denn die Wohnung? - Wunderschön, wirklich.
Auch Hinweise für schöne Wohnungen sind in dem Buch.
Bis zur Kinderpflege. Jeder braucht mal einen Rat.
Sie sind ein sehr lieber Chef.
Glück, liebes Brüderchen. Ich wünsche es dir von ganzem Herzen.
Da mach dir mal keine Sorgen.
♪ Stimmungslied, gesungen vom Schlagerduo Hauff/Henkler ♪
♪ Auf die Bäume, ihr Affen, der Wald wird gefegt.
Zu unserer Zeit, das waren Hochzeiten!
Da wurde am Frauentag geheiratet. - Ja, wegen der Blumen.
(Musik, Stimmengewirr, Singen)
♪ ... aus dem kleinen Henkeltöpfchen.
(Partymusik)
Ihr solltet auch heiraten.
Wenn wir heiraten, sind alle deine Gäste eingeladen.
Worauf wartet ihr? Ihr wisst nicht, wie schön das ist.
Mit echten Tränen. - Ich heule immer leicht.
(Lied) ♪ Oh, Susanna ...
Ich wisst ja gar nicht, wie schön das ist. - Doch!
Sonja! - Jens!
Sonja!
Jens! Jens!
Sonja! - Jens!
(Rockmusik)
Wisch dir wenigstens den Lippenstift ab.
Ich denke, ihr seid längst auseinander.
Ja, ja ... Was verstehst du schon.
Warum hast du dann deinen Mann geheiratet? Deswegen?
Wie kann man nur so leben!
Jens, los! Unser Zug fährt gleich.
Jens, was ist denn los?
Komm, wir müssen uns beeilen. Wir haben keine Zeit mehr.
Sonja.
Bleib bei mir.
Immer. Das ganze Leben. Das weißt du doch.
Weißt du, wie das ist mit dem Fettgewebe bei Kindern?
Wenn Kinder zu viel Fettgewebe ansetzen und als Erwachsene fasten,
nimmt die Größe der Fettzellen ab, die Anzahl aber bleibt konstant.
Das hat man erforscht.
Das wichtigste Jahr im Leben des Kindes ist das 1. Jahr.
Das hat man auch erforscht. Gut, dass wir das jetzt wissen.
Das günstigste Alter der Frau für ein Kind ist mein Alter.
Bis jetzt haben wir nichts falsch gemacht.
(gedämpfter Straßenlärm)
(Tür wird geöffnet.)
Für mich? - Hm.
Ein Jahr ist um.
Ich möchte auch wieder arbeiten.
Haben wir nicht genug? - Doch.
Na also.
Apfelsinenkisten schleppen, Kaufhalle wischen, um 6 aufstehen!
Danach sehnt sich niemand. - Doch, ich.
Und das Kind in die Krippe?
Kinder erziehen ist eine große Aufgabe!
Die meisten Frauen haben ein Kind und arbeiten. - Ja, das kenne ich!
Wenn nicht Krippe, dann Oma! Mit mir haben sie das gemacht.
Mit meinem Jungen macht das niemand! - Mir fehlt aber was!
Sind dir deine Kollegen wichtiger als ich und der Junge?
Oder was steckt sonst dahinter?
(Geschirr zerschellt, Tür kracht.)
(Fernsehton: Fußballspiel)
(Schluchzen)
Seit ich denken kann, hab ich es mir so gewünscht wie jetzt:
Vater, Mutter, Kind. Keine Sorgen, kein Streit.
Mein Leben lang hab ich mich darauf gefreut.
Meine Mutter musste arbeiten bis zuletzt.
Bei mir muss das Leben seine Ordnung haben.
Eine Familie muss zusammenleben.
Wer sollte mir denn wichtiger sein als du?
Denkst du, ich lüge?
Du wirst nie lügen.
Nie. Nie, nie.
Ich würde dich umbringen.
Wenn ich lüge? - Ja.
Du würdest mich umbringen? - Ich würde dich umbringen.
Aber danach würdest du doch weinen? - Danach würde ich mich auch umbringen
Ich mag ohne dich nicht leben. - Sag das noch einmal.
Ich mag ohne dich nicht leben.
Auch ich mag ohne dich nicht leben.
Tschüss.
Tschüss.
(Baumaschinen-Lärm)
Jetzt erst bin ich ein Mensch geworden.
Kannst mir glauben.
Und ich sehe, wie du lebst, Conny. Nee.
Unsere "Fischzüge" beim Tanzen ... Ja, war schön.
Aber das ist es nicht!
Hör auf mit meiner Schwester.
Was weißt du schon.
Wie soll ich ihrem Mann ins Gesicht sehen, wenn ich weiß, was los ist?
Nimm dir ein Mädchen, das zu dir passt.
Brauchst es nur zu machen.
Das ist ein Scheiß-Leben, sich immer verstecken!
Heimlich. Und lügen.
Ein Mann braucht eine Frau und ein Kind, für die er sorgt.
Er braucht Verantwortung.
Verstehst du: Lieben muss der Mensch!
Versuch es, als Freund. Ein neuer Mensch.
Du wirst staunen, glaub mir. Ein neuer Mensch.
Guten Tag!
Na, was Neues?
Nein.
Tag, mein Kleiner.
♪ Wunschkonzert im Radio, Männerstimme singt ♪
♪ ... und all diesen Träumen, den schönen,
♪ wollen wir Buben und Mädel verwöhnen.
♪ Wir wollen, sie sollen nicht ungeduldig sein.
♪ Drum singen wir sie in die Träume hinein.
♪ Aber heidschi bumbeidschi bumbum ...
Gott, wo sind die Jahre?
Mutter ist nur 60 geworden!
(Radio) ♪ Aber heidschi bumbeidschi im Himmel,
♪ da fahren dich zwei schneeweiße Schimmel ...
Ich komm gleich wieder.
Wohin denn?
(Stimmengewirr, Kassen rattern)
Na, Sehnsucht nach der Arbeit? Das Jahr ist jetzt um.
Ich kann noch nicht arbeiten. Es gibt Schwierigkeiten, wissen Sie.
Wieso?
Fängt nicht irgendwo ein Lehrgang an?
Wo man zu Haus lernen kann. Was, ist mir egal.
Nur zu meinem Mann kein Wort und zu den Kollegen.
Das wird aber nicht leicht für Sie.
Wenn ich die Prüfung gemacht hab, wird mein Mann es gut finden.
Wie Männer eben sind.
Ich gebe mir Mühe. - Bitte!
Und wenn Ihr Mann es doch erfährt? - Helfen Sie mir bitte.
Na ja.
(Straßenlärm)
(stumme Szene)
(Fernsehen: Katastrophenfilm)
Du würdest mich doch retten?
Rette mich ...
Ich hätte große Angst. Aber du würdest mich retten.
Tilly!
Ich freue mich, dass alles so geklappt hat.
Meinen herzlichen Glückwunsch.
(Rockmusik)
(ausgelassene Rufe, Jauchzen)
(Rockmusik)
Aber deine Hochzeit, die war schön.
Im Grunde genommen ist das alles Quatsch.
Ein weißes Kleid anziehen, aussehen wie eine Märchenprinzessin ...
Aber schön ist es doch, Tilly. Eben nur einmal im Leben.
Zieh es doch mal an, das Kleid.
♪ Musik setzt ein, übertönt das Lachen. ♪
♪ Moderne Version der Opernarie "Ja, die Liebe hat bunte Flügel" ♪
Was ist denn hier los?
Na, rate mal. - Das rät er nie.
Habt ihr getrunken? - Haben wir. Ist noch was da für den Herrn?
Was ist los mit euch? - Ich sehe was, was du nicht siehst.
Und das ist weiß!
3-mal muss ich rummarschieren, das 4. Mal den Kopf verlieren,
Das 5. Mal ... Komm.
Sag doch endlich.
Vom Chef?
Ja, ja, ja.
Was soll denn das Kleid?
Sagen wirs ihm? - Nein.
Doch. - Wenn er lieb ist.
Ihr seid ja blau!
Und wie! - Und wie blau wir sind!
Und warum sind wir blau? Ja, weil ...
(Musik wird leiser und verstummt.)
Da staunt der Laie. - Und der Facharbeiter wundert sich.
Hinter meinem Rücken?
Stell dir vor! Und sogar mit "Sehr gut".
Und wie lange?
6 Monate und 2 Tage.
Na?
Wodka. Wodka!
♪ Geräusche, Stimmen und Musik sind gedämpft, wie von fern, zu hören. ♪
(gedämpfte Rockmusik)
(laute Rockmusik, Stimmengewirr)
♪ Musik: Gruppe City, "Am Fenster" ♪
(Gesang) ♪ Einmal wissen, dieses bleibt für immer.
♪ Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt.
♪ Ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer.
♪ Von dem Grau des Morgens längst verjagt.
(Violinensolo)
(Musik wird leiser und verstummt.)
Du bist allein?
Sie ist mit dem Motorboot irgendwo liegen geblieben.
Willst du hier schlafen oder im Bootshaus?
Wie kann man nur so leben? - Mach dir darüber keine Gedanken.
Es kommt der Tag, an dem du das begreifst.
Man lebt ...
Eine Tages liebt man jemanden.
Eines anderen Tages einen anderen.
Man kann nicht zwei lieben. - Man kann! Die meisten lieben zwei.
Ich liebe deine Schwester. Sie liebt deinen Freund.
Das quält sie sehr, denn sie liebt auch mich.
Wir lieben uns.
Wir kommen nicht los voneinander. Und sie kommt nicht von ihm los.
Sie ihn. Und du dafür mit deinen Assistentinnen.
Wo gehen denn die Ehen kaputt? In der Arbeit, in den Betrieben.
Dort sterben sie und dort fangen die neuen wieder an.
Wir haben uns unsere Liebe bewahrt. Das ist viel, mein Junge.
Nenn mich nicht "mein Junge"!
♪ Musik: "Am Fenster", Violinensolo und Gesang ♪
Ich komme um vor Liebe.
Ich würde alles für dich aufgeben. Das Boot, das Haus, meinen Mann ...
Wenn ich wüsste, dass wir zusammen leben könnten.
8 Jahre bin ich älter. Das ist nichts, wenn man sich liebt.
Aber alles wird sterben am Alltäglichen.
Liebe braucht Geheimnis.
Heimlichkeit. Versteck.
Glaub mir, ich weiß es. Und du bist wie ich.
Ich würde sagen, such dir eine andere.
Ich halte das schon durch, wenn es dich nur glücklich macht.
Sieh mich nicht so an! Ich bin alt und hässlich.
Vielleicht halte ich das eines Tages nicht mehr aus.
Immer verstecken, heimlich und lügen. Das ist doch kein Leben!
Das ist von Jens.
Du, das weiß ich!
Ich weiß überhaupt nichts mehr.
Ich liebe dich.
Aber du musst tun, was du willst.
Aber vergiss nicht, ich liebe dich. Glaub nicht anderen.
Küss mich.
Ich hab sie geschlagen. - Oh!
Ich hätte sie erschlagen wollen. - Junge ...
Die will weg. - Warum soll die wegwollen?
Ich bin ihr zu wenig. - Hä?
Die will weg. - Quatsch!
Ich hätte es wissen müssen. Bin doch nur der letzte Dreck.
Der letzte Dreck bin ich.
Wenn du damit vor Gericht gehst, dann ...
Wer einmal schlägt, schlägt immer wieder!
Wer seine Frau schlägt, schlägt bald auch sein Kind.
Geht dich das nun was an oder nicht?
Weißt du, wie wichtig es ist,
dem Kind jeden Abend ein Schlaflied zu singen?
Im Gehirn bildet sich durch das Singen eine ... Kompliziert.
Von Scheidung steht da nichts drin, was?
Da kommt ihr euch groß vor, wie?
Erst schlagen und dann verduften. Feige auch noch. Pfui!
Er wohnt bei seinem Brigadier. Er schämt sich.
Er ist ein guter Mensch. - Ah, ein guter Mensch.
Wer hat Ihre Tochter blutig geschlagen? "Ein guter Mensch."
"Ein guter Mensch" hat meine Tochter blutig geschlagen!
(leises Stimmengewirr)
Es war Liebe. Ich hab es nicht gewollt.
Wir wollen nie mehr davon sprechen. Nie mehr.
Alles ist so schwer. Und so einfach.
Ich hab über uns nachgedacht. Lieben muss man sich!
Ich liebe dich, Sonja. Ich liebe dich.
Ich werde dich immer lieben. Egal, was auf uns zukommt.
Weißt du noch? - Ja.
Lieben muss man sich. Lieben.
Dann wird alles gut.
Sonja!
Na, nun haben wir ja alles blendend geschafft.
Freuen Sie sich auf die Arbeit? Mal nachsehen, wann Sie anfangen.
Ich kann jetzt nicht mit der Arbeit anfangen.
Warten Sie noch ein Weilchen, bitte. Es wär alles aus.
Ich verspreche Ihnen ... Ich kann jetzt nicht.
Also das versteh ich nun nicht mehr.
Sie wissen, wie schwer es war, einen Platz an der Schule zu kriegen.
Die größte Ausnahme.
Weil ich mich verbürgt habe, dass Sie gleich nach der Prüfung anfangen.
Eine andere Kollegin wurde nicht delegiert.
Na, was ist? Soll ich mit Ihrem Mann reden?
Nein! Nicht zu meinem Mann.
Es ist im Moment alles so durcheinander.
Ich verspreche Ihnen, sobald ich kann ...
Sobald ich kann.
♪ singt das Kinderlied "Häschen in der Grube" ♪
Was ist denn?
(Durchsage) Achtung, Zugverkehr! Bahnsteig B, Gleis 16 ...
Ich dachte schon, du kommst nicht mehr.
3 Wochen sind genug Zeit. Ihr bringt das in Ordnung.
In 3 Wochen bin ich mit dem Kind zurück.
Wenn du ihm nicht klarmachst, wer du bist, mache ich es!
Aber nicht so sanft wie du.
(Schmuse-Rock)
(Musik endet. Stimmengewirr)
(stumme Szene)
Ich liebe ihn so ...
(schluchzt) Ich liebe ihn so.
Hat er eine andere?
Wie gehts denn so bei euch?
Jens hat sich nicht gut benommen. - Wegen der Prüfung.
Weil ich die heimlich gemacht hab.
Heimlichkeiten hat er schon als Kind gehasst.
Es könnte ihm mit dir so gehen wie meinem Mann mit mir.
Das ist die Angst, die er hat. - Mir wie dir? Aber mir doch nicht!
Ist gut. Vergiss, was ich gesagt habe.
Ich glaube, ich weiß, was dir helfen könnte.
Du müsstest zur Eheberatung gehen.
Oder ... Ich kann dir auch ein Buch leihen.
Ja.
(wütend) Sonja!
Geh schnell, sonst gibts Ärger.
Tschüss.
(Türklingel)
Nur eine Woche. Vertretung!
2 Kolleginnen haben Schwangerschaftsurlaub.
Dann die Ausfälle durch die Grippewelle ...
Ich würde gern, glauben Sie mir.
Aber wenn mein Mann das erfährt ... Unsere Ehe geht schief!
Ich musste ihm schwören ... Ich muss gehen, leider.
Ihr letztes Wort? Das will ich von Ihrem Mann hören.
Wer so mit seiner Frau umgeht, muss zur Vernunft gebracht werden.
Was sagen Sie? Sie arbeiten heimlich?
So eine prachtvolle Frau!
Jetzt geh ich zu Ihrem Mann. Das ... das ist Sklaverei.
Das kläre ich, verlassen Sie sich drauf.
Das kläre ich!
Ja, ich hab Kummer!
Ich weiß, du hast Heimlichkeiten schon immer gehasst.
Ja, ich weiß. Aber was blieb mir anderes übrig?
Das war nicht sehr schön von mir.
Aber ich kann nicht so leben.
Sieh mich doch nicht so an.
"Wissen Sie eigentlich, wie Ihre Frau unter Ihnen leidet?"
"Sie wissen nicht, wie Ihre Frau sich nach Arbeit sehnt."
"Mit Ihnen redet sie nicht so offen wie mit uns."
"Alle sehen, wie sie sich quält. Alle wissen das."
Belogen. Belogen hast du mich!
(brüllt) Womit lügst du noch?
Wie kannst du annehmen, dass es mir wie deiner Schwester gehen könnte?
Wir haben nichts miteinander gemein!
Mit ihr hast du über uns geredet? Ausgerechnet mit der!
Mit wem denn noch? Du machst mich öffentlich zur komischen Figur!
Was schreist du mich so an? - Warst du nicht bei deinem Chef?
Lässt du mich arbeiten?
Du darfst Geld verdienen, Bier trinken ... Warum ich nicht?
Weil meine Arbeit wirklich eine ist. - Und meine?
Ausgezogen an der Kasse sitzen, Schenkel zeigen,
Kittel bis zum Nabel, rosa Unterwäsche zeigen!
Das geilt sich gegenseitig an! Und alles für die paar Kröten!
Irrtum! Unser Ruheraum wird zum Puff umgebaut!
Für 7,50 Mark die Viertelstunde kannst du kommen, für 3,50 anfassen!
Und für 2,50 zeigen wir ... Das bringt Kundschaft!
Hör auf, Mensch! - Ich hör auf, wann es mir passt!
Schlag doch, was anderes kannst du ja nicht!
Bleib hier. Du sollst hierbleiben!
Ich scheiß auf das alles hier!
Diese Dinger sind fürn bewussten Assi
nicht mal als Pissbuden zu verwenden!
Wart es ab. Wart es ab.
Wegen 3 Tagen so einen Zeck aufzumachen!
Was weißt denn du? Was wisst denn ihr vom Leben?
Belogen. Sie belügt mich.
Ich bin für sie eine Null. - Ja, ja, ich weiß.
Eine Null.
(Kundin) Eine halbe Salami, bitte.
Bei uns reichen meist die Frauen die Scheidung ein.
Aber warum schlägt er? Weil er mit sich selbst nicht fertig wird.
Warum weint er sonst nachher?
Ich fühl mich wieder wohl in der Arbeit. - 5?
Eines Tages steht er vor mir und bittet um Verzeihung.
Er erkennt alles zwischen uns und wie es mit ihm steht.
(Kunde) Noch 2 Koteletts, bitte.
Der Mensch sagt: "Liebe. Für immer und für alle Zeiten."
Wenn einer mit der Welt nicht ins Reine kommt,
das ist doch zu verstehen.
Ist denn einer so und der andere so? Von Anfang an und für immer?
Was bin ich wert, wenn ich ihm nicht helfe?
Dann hat mein ganzes Leben keinen Sinn.
Heute fangen eure 7 guten Jahre an.
Alles wie im Fernsehspiel von vorgestern:
Sie hat sich qualifiziert, er ist kurz zurückgeblieben. Spannungen!
Jetzt qualifiziert er sich.
Kommt der Beruf in Ordnung, kommt das Leben in Ordnung.
Ihr habt eine schöne neue Wohnung. Hier werdet ihr glücklich leben.
Gefällt es dem Jungen in der Krippe?
"Er hat recht." Da wird "recht" kleingeschrieben.
Ich koch dir gleich einen starken Kaffee.
... hierunter ist die Leistung einer Baumaschine
bei ununterbrochener Arbeit und weitgehender Berücksichtigung ...
... hierunter ist die Leistung einer Baumaschine ...
Die ökonomische Grenzwertberechnung
ist eine Berechnung des Produktionsumfangs ...
Es ist schwerer, als ich dachte. Säuisch schwer.
Wir sind ja auch noch da. - Du bist doch Leistung gewöhnt.
Deine Frau hat bestanden und hat es nebenbei gemacht.
Du wirst doch nicht aufgeben! - Darüber diskutiere ich nicht.
Man wird doch mal was sagen dürfen. - Trink ein Bier, entspann dich.
Locker bleiben.
Was ist am schlimmsten? - Was ist nicht schlimm?
(Stille)
Danke.
Es ist Zeit.
Bitte.
(Kollege) Mach dir nichts draus. Scheiß Prüfung, Junge.
Ich hab die Schnauze voll.
Mensch, warte doch mal! - Jens, hör doch mal zu.
Die Prüfung kann wiederholt werden. In einem 3/4 Jahr!
Ihr seid prima Kumpels. Ist eben nur alles Scheiße mit mir.
(Poltern)
(romantische Musik)
(Klaviersolo)
♪ Frauenstimme beginnt zu singen. Leidenschaftlich, ohne Text ♪
Ist es nicht schön bei uns?
Morgen früh ist die Kohlensäure raus.
Schmeckt besser als Leitungswasser.
Merk es dir. Alter Trick.
(Musik klingt aus mit Klaviersolo.)
(lautes Stimmengewirr)
(Männerstimmen grölen ein Lied.)
(leise) Du hast es gewusst.
Du hast gewusst, dass ich es nicht schaffe.
Du hast es gewusst!
Jens ...
(laute Stimmen, betrunkenes Lachen)
♪ (Radio) Gefangenenchor aus der Oper "Nabucco" ♪
(Gäste singen mit auf la-la-la)
Hehe!
Das ist meine Frau!
Ich habe die schönste Frau der Welt! - Komm nach Hause, Jens.
(Gesang)
Ich bin ein Schwein.
Ihr wisst ja nicht, wie schön sie ist.
Aber ich weiß es!
Damit ihr wisst, was ich zu Hause habe.
Was ich für eine Frau habe!
Zeig doch mal, was du hast!
(brüllt) Damit sie sehen, was für eine Frau ich habe!
Tilly! Mach auf!
Tilly, ist Jens jetzt schon Alkoholiker?
Ach, sag doch nicht so was. Er war einfach betrunken.
Er liebt dich wahrscheinlich wie früher.
Aber er ist doch schon Trinker? - Er kommt über die Prüfung nicht weg.
Er kommt darüber nicht hinweg. - Sicher.
Aber wenn er mich noch liebt, muss ich ihm helfen.
Da kann ich ihn nicht allein lassen. - Ja, aber ...
Wer so viel trinkt, ob der noch jemand lieben kann?
Du hast gesagt, er liebt mich wie früher.
Aber wenn man so was einer Frau antut ...
Ich hab mich noch nie so geschämt.
(lautes Klopfen)
Tilly, mach auf! Ich weiß, Sonja ist da!
Ich komm rein! Mach auf, Tilly!
Ich mach nicht auf.
Tilly!
(donnert gegen die Tür) Tilly! Ich schlag dir die Tür ein!
Sonja! - Der schlägt die Tür wirklich ein.
Hau ab oder ich hol die Polizei! - Tilly, mach auf!
Mensch, die Leute im Haus! - Mach nicht auf, bitte.
Der schlägt mir die Tür ein! Die repariert doch keiner!
Lass ihn nicht rein! - Steh auf, zieh dich an!
Und dann? - Ich weiß nicht.
Der tritt mir die Tür ein. Aufhören!
(Jens hämmert an die Tür.)
Verlass mich nicht. Geh nicht weg von mir.
Sei wieder gut, hilf mir. Nur noch ein einziges Mal.
Ich hab es nicht gewollt. - Schick ihn weg!
Ich will nie wieder trinken. - Glaub ihm nicht, Sonja!
So wahr ich dich liebe, kein Glas mehr.
Ich schwöre bei unserem Kind! - Glaub ihm nicht!
Halt dein Maul, ich schlag dich tot!
Ich mach alles, was du willst. Ich versprech es.
(eindringlich) Tu es nicht, Sonja.
Ich liebe dich. Ich liebe dich wie früher.
Du bist meine einzige Rettung. Ich kann ohne dich nicht leben.
Ich geh ohne dich kaputt!
Nicht, Jens ... Bitte nicht hier.
Schwöre mir, dass du gut sein wirst. Nie mehr so ...
Ich schwör es dir. Ich schwör es dir.
Sei lieb. Sei lieb zu mir.
Tu es nicht. Tu es nicht.
Verzeih mir, Tilly. Verzeih mir.
♪ Frauenstimme ruft Verkäuferinnen zu den Kassen ♪
Du musst noch nicht gehen. - Nicht jetzt.
Hab dich doch nicht so. - Hör auf!
(Sonja übergibt sich.)
(Spülung rauscht.)
Arme Sonja. Auch das noch.
Ich weiß nicht mehr, was werden soll.
Weißt du, dass ich beim Arzt war?
Wieso? Was ist los?
Na ja ... Ich muss ins Krankenhaus.
(sanft) Was hast du denn?
Ach, eben ...
Eine Frauensache.
2, 3 Tage Klinik und ich bin wieder fit.
(Tür kracht.)
Was ist denn mit dir los?
Hier.
Sonja!
Das ist Säure!
Stell die Flasche mit Säure beiseite!
(Stimmengewirr)
♪ Musik: Gruppe City, "Am Fenster". Instrumental-Teil ♪
(stumme Szene)
(stumme Szene)
(Gruppe City singt.)
♪ Einmal fassen, tief im Blute fühlen.
♪ Dies ist mein und es ist nur durch dich.
Bist du oft hier?
So oft ich kann.
(Gesang) ♪ ... nässt der Regen, flieg ich durch die Welt.
♪ Flieg ich durch die Welt. Flieg ich durch die Welt ...
Stimmt.
Er kommt nicht mehr. Nie!
Ich weiß.
Gleich gehen wir.
(schreit) Warum musstest du mich ins Unglück bringen?
Liebst du deine Frau? - Ja.
Trotzdem. Irgendwas muss faul bei euch sein. - Wieso?
Ist sie krank? - Was?
Warum habt ihr denn das Kind nicht kommen lassen?
Eine schöne junge Frau! Pffft ...
Jetzt wär die beste Zeit gewesen, gleich hintereinander.
Woher weißt du das?
Woher weißt du das?
Könnte nicht alles so schön sein?
Sag, woher du das weißt.
Warum ist nicht alles schön?
(Beide schreien.)
Nein! Nein! - Lüge! Alles Lüge!
Nein! Nein! - Lüge!
Von wem war das Kind?
Von wem war das Kind?
Jens! Nein!
Von wem war das Kind? - Von dir!
Von einem Säufer, einem Schläger! Von dir!
Du lügst! Du lügst!
Du lügst, du lügst!
Wer hat dir das Recht dazu gegeben?
Das Gesetz. Mein Gesetz!
Mein Gesetz, meins!
Mein Gesetz. Meins.
Mein Gesetz.
Meins. Meins.
Haben Sie Sonja gesehen?
Kollegin Wallner ...
Sie haben doch gesehen im Blut, dass er blau ist.
Der Arzt sagt: "Immer dieser Alkohol!".
Wohin rennst du denn? - Zur Polizei.
Er sollte das Zeug trinken, aber das wollte ich nicht.
Du hast ihn das Zeug saufen lassen? - Ja.
Aber er war blau! - Ich schwörs dir, Tilly.
Ich hätte es längst getan. Dieses Stück Tier! Hier!
Ich wollte, dass er Schmerzen hat! Ich sag der Polizei alles.
Die ist blau, völlig blau! Montags ist das versoffene Luder immer blau.
Die quatscht dann ein Zeug zusammen, die ist nicht normal.
Die würde glatt behaupten, ihre Mutter hat ihren Vater getötet.
Wo ist die nächste Wache? - Dort hinter dem Haus.
So, jetzt weißt du es. - Soll ich Sie begleiten?
Nein, nein. Schade um die Zeit.
Die vergisst ihren Namen, wenn sie besoffen ist.
Die ist nicht normal. - Das ist nicht wahr!
Ich schlag dich, wenn du da hingehst.
Der Kerl hat dir dein Leben versaut, macht dich und dein Kind unglücklich.
Aber ich muss die Wahrheit sagen.
Kein Mensch weiß davon. - Ich weiß es!
Man bildet sich was ein und später glaubt man selber dran.
Mancher redet sich einen Mord ein, weil er ihn gern begangen hätte.
Außerdem weißt du gar nicht, ob er überlebt.
Wer einem anderen Menschen so weh tun kann:
Muss der vorher sehr gelitten haben?
Wenn einer trinkt, gibt es Mutationen in den Genen.
Hab ich gelesen.
Die Niklorubeinsäure.
Was für Säure?
Aus der die Gene gemacht sind.
Du produzierst sie im Ei und der Mann im Sperma.
Die Säuren sind das Wichtigste.
Ist das kein Salz? - Nein, eine Säure.
Ich hätt geschworen, es ist salzig.
Warum hast du mir nicht gesagt, dass du in die Klinik gehst?
(schluchzt) Ich hab mich so geschämt.
Wenn einer so viel trinkt, mutiert das Gen. Verstehst du?
Darum hab ich es wegmachen lassen. Nur darum.
Das war ja richtig.
Komm, schlaf jetzt.
Gute Nacht. - Nacht.
Wenn ich als Kind nicht einschlafen konnte,
musste meine Mutter nur ihre Hand auf meine legen.
Tilly ...
Gleich wirst du schlafen, Sonja.
Ist er jetzt schon Alkoholiker? - Um Gottes willen, Sonja!
Ich ... Ich hab einen Alkoholiker zum Mann.
Sei endlich still, Sonja. Ich hab schon genug geheult um dich.
Meine Sonja.
Meine liebe Sonja! Du hast viel Geduld mit mir.
Dafür danke ich dir.
Auch, dass du mich so oft besucht hast.
Obwohl wir ja nicht miteinander sprechen konnten.
Was auch noch auf sich warten lässt. Die Stimmbänder sind sehr verbrannt.
Es braucht noch Zeit.
Ich denke mir:
Warum soll kein Leben mehr zwischen uns möglich sein?
Ich meine, mit uns beiden.
Du wirst sehen, ich bin ein anderer geworden.
Dass man erst immer so tief fallen muss ...
Gib uns noch ein bisschen Zeit und alles wird gut.
Du warst doch immer gut zu mir, auch wenn ich sehr böse zu dir war.
Dein dich liebender Jens.
(Standesbeamtin) Ich bitte Sie, sich von den Plätzen zu erheben.
Herr Erik Giesler, ist es Ihr fester Wille,
mit Fräulein Tilly Sommer die Ehe einzugehen?
Und den gemeinsamen Familiennamen Giesler zu führen? - Ja.
Fräulein Tilly Sommer, ist es Ihr fester Wille,
mit Erik Giesler die Ehe einzugehen? - Ja.
Und den gemeinsamen Familiennamen Giesler zu führen?
(romantische Musik)
(romantische Musik)
(Tanzmusik, Stimmengewirr)
Heiratet auch. Ihr wisst nicht, wie schön das ist.
Wir haben es gesehen.
Wenn wir die neue Wohnung haben, könnt ihr hier heiraten.
Wir sind alle eure Gäste.
♪ Stimmengewirr, Lachen, Tanzmusik ♪
(liest) Dieses Buch soll Ihnen eine Art Ratgeber sein.
Mit den besten Wünschen für das ganze Leben.
Ihr Verkaufsstellenleiter Horst Semisch.
Mir und Jens hats nicht geholfen. - Was beklagt ihr euch?
Du hast dich qualifiziert, er holt die Prüfung nach.
Ihr habt eine schöne Wohnung, das Geld stimmt, das Kind ist gesund.
Wer ist schuld, wenn mal was schiefgeht?
Ihr sucht immer Schuldige! Wies gekommen ist, will ich wissen!
Er, ich, alle haben es gut gewollt.
Immer hab ich in diesem Buch nachgelesen.
Und doch ging alles daneben.
Und doch gab ich ihm das Gift zu saufen!
Die spinnt doch! Die ist blau!
Warum ließ ich ihn das Gift trinken, wenn alle nur das Beste wollten?
Wenn du blau bist, kotz dich auf dem Klo aus.
Ich hab ihn das Gift trinken lassen!
(aufgeregte Musik)
Was machst du bloß?
Was machst du denn, Sonja?
Was machst du?
Ich hab es dich trinken lassen. Ich wusste, was drin war.
Ach, lasst die Zicke! Wer trinkt noch was?
Ich hätt es ihm eingegossen, so hasste ich ihn!
Angeberin! Großmaul!
(schnelle Musik)
Wenn du keine Frau wärst, würde ich ...
(Musik verstummt.)
(Stille)
(laut) Polonaise!
(singt) ♪ Das Wandern ist des Müllers Lust,
(alle) ♪ das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern.
♪ Es muss ein schlechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein.
♪ Dem niemals fiel das Wandern ein, das Wandern.
Wenn du die Wohnung haben willst ...
Ich kann wieder zu Mutter ziehen.
Der Junge bleibt bei mir. Er braucht die Mutter.
Wir gehen zur Polizei, nachher.
Um 7 Uhr wird da aufgemacht.
Ist ja gleich so weit.
Wir gehen bestimmt.
(Traurige Musik setzt ein.)
(Standesbeamtin) Verehrtes Paar!
Im Leben eines jeden Menschen gibt es viele Höhepunkte.
Ein ganz besonderer Höhepunkt in Ihrem Leben ...
Copyright: MDR 2015
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