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* Ruhige Musik *
Ellen Lucas
Oh, Entschuldigung. Bitte. Ich finde einen anderen.
Danke.
* Vogel schreit. *
Werner Fitz
* Handy piept. *
* Düstere Klänge *
(Frau) Aufhören! - (Durchsage) "Zurückbleiben bitte!
Die Türen schließen."
Scheißfotze.
Ah!
* Beklemmende Musik *
Können wir?
Ja.
Tätlicher Angriff.
Ein Schläger wurde festgenommen, der zweite floh.
Ja, ich hab... Scheiße, fahr doch!
* Sirene *
Die zusammengeschlagene Frau ist noch am Tatort verstorben.
Wahrscheinlich Totschlag, vielleicht Mord.
Gaffer sollen rumgestanden haben. Geholfen hat keiner.
So 'n Arschloch würde ich gern in die Finger kriegen.
* Handy piept. *
Morgen. Habt ihr das Opfer identifiziert?
Karin Hofer, 44, wohnhaft in Nürnberg.
Die Leiche ist noch hier.
Auch der Täter ist identifiziert: Jan Böhm, 26, ebenfalls von hier.
Die Spusi soll alles... Er ist schuldig.
Aufgeschlagene Knöchel, blutige Kleidung. Hallo.
Und die meisten hier haben gesehen, wie er auf die Frau einschlug.
Ich möchte die Leiche sehen. Kein schöner Anblick.
Mach schon auf.
Todesursache ist wohl eindeutig.
Die ist eindeutig, wenn ich Ihren Bericht habe.
Wir brauchen eine Liste aller Zeugen, die dabei waren,
die Aufnahmen aus den Kameras, auch aus der Bahn, die hier stand.
Woher wissen Sie, dass eine hier war?
Fragen Sie die Zeugen.
Kennen wir den Todeszeitpunkt?
Bin eben erst mit Ihnen angekommen.
Es heißt, die meisten hätten geglotzt oder Handyfotos...
* Piepen * Entschuldigung.
* Melancholische Musik *
Frau Lucas... Ich hab mich mit allen Kollegen bekannt gemacht.
Sie reservieren die Turnhalle und rufen alle Kollegen zusammen,
die Zeugen befragen können.
Von wie vielen Zeugen reden wir? Etwa 30 vom Bahnsteig
plus die aus dem Zug, der in der Station stand.
Ihr befragt alle Fahrgäste? Wie wollt ihr die Namen rausfinden?
Was ist mit ihr? Wüsste ich auch gern.
Muss man sich Sorgen machen? Wenn sie nicht so ist, Wölfchen.
Mein Name ist Wolf. Weiß ich. War ein Spaß.
Witzifitzi. Wollte dir das Du anbieten.
Da wäre Frida im Angebot. Werner.
Ich denke, Fitz. Schon wird's kompliziert.
Check die Bahnüberwachungsvideos. Personaldaten aller Fahrgäste.
Wird nicht leicht. Deshalb frag ich dich.
Fräulein Wolf findet alles über Böhm raus, was sie finden kann.
Es ist unmöglich... "Unmöglich" gibt's bei ihr nicht.
Nutz eins deiner Programme. Gesichtserkennung ist nicht mehr.
Lass dir was anderes einfallen. Alles vorbereitet?
Wir sind... Ich fragte nicht...
... wie lange wir schon da sind. Blöd von mir.
Alles in Arbeit. Gut. Und Sie? Schon eingelebt?
Keine Zeit. Soll ich Sie allen vorstellen?
Hab ich schon. Sie passen in unser Tempo.
Sollen wir uns mit Böhm befassen? Ich las seine Aussage. Er blockt.
Nichts zur Tat, zum zweiten Mann. Aus dem kriegen wir nichts raus.
Wenn du noch Fragen hast...
* Stimmengewirr *
(Mann) Ich hab gesehen, wie die anderen da hinliefen.
Ich bin hinterher. Warum?
Ich hab noch gedacht: "Warum hilft da keiner?"
Da waren genug Kerle. - Warum haben Sie nicht geholfen?
* Sie murmelt vor sich hin. * Okay, ja.
Sahen Sie den Anfang der Prügelei? - Nein, die waren schon mittendrin.
Ich wollte wissen, was da abgeht. Was haben Sie dann gemacht?
Was soll ich da gemacht haben?
Was haben Sie stattdessen gemacht?
Ich hab die Polizei angerufen. Von Ihrem Handy?
Darf ich Ihr Handy mal sehen?
Also... ich wollte die Polizei anrufen.
Ich bin nicht dazu gekommen. Es ging alles zu schnell.
Sie haben einen Täter festgehalten? - Der lief direkt in mich rein.
Hat mich umgerannt. Ich klammerte mich an sein Bein.
Wo befanden Sie sich, als die Schlägerei begann?
Dann kamen die anderen zu Hilfe? - Da war der zweite schon weg.
Auf dem Bahnsteig gegenüber. Okay.
Ich wollte nach Fürth raus.
Da sah ich, wie sie die Frau schlugen.
Was haben Sie dann gemacht? Bin auf die Gleise runter.
Und bis zu denen rüber.
Ich hatte eine Heidenangst, dass mich der Zugführer übersieht.
Da bin ich aber nicht auf dem Bahnsteig gekommen.
Zwei Männer mussten mich hochziehen.
Als ich dann oben war...
da war alles schon vorbei.
Kann ich jetzt gehen?
Ja, natürlich.
Die meisten Zeugen bestätigen, dass Karin Hofer dort ausstieg.
Einige sagten, dass die zwei Männer ihr folgten.
Die haben Jan Böhm auch identifiziert.
Zwei sagten, die beiden standen am Bahnsteig, als die Bahn kam.
Mir sagte einer, Karin Hofer war auf den Bahnsteig.
Was ist mit den Überwachungsvideos?
Werden schon ausgewertet. Wie lange dauert das?
Da sitzen zehn Leute dran, seit Stunden.
Am wahrscheinlichsten ist,
dass Karin Hofer und die beiden Männer mit derselben U-Bahn kamen.
Ein Zeuge hat angeblich vorher, noch im Waggon,
einen Streit zwischen den dreien bemerkt.
Guter oder schlechter Zeuge?
Böhm und ein zweiter Mann sollen eine Frau belästigt haben.
Karin Hofer wollte ihr helfen und geriet mit denen in Streit.
Darum haben sie sie erschlagen, weil sie eine Frau beschützte?
Wir brauchen die Namen von der Frau und dem zweiten Mann.
Und wir brauchen die Zeugen aus dem Waggon.
Warum befragen wir nicht Jan Böhm?
Wir wissen zu wenig, um ihn in die Enge zu treiben.
Wenn wir nichts tun, ist sein Kumpel längst abgehauen.
Dieser Stapel beinhaltet wirklich schlechte Nachriten.
"Alle haben weggeschaut.
Die Polizei kann die Frauen hier nicht schützen." Prima.
Aber der hier ist noch übler.
Das sind 76 Fahrgäste aus der Bahn, die identifiziert sind.
Vermutlich doppelt so viele sind noch unbekannt.
Namen und Adressen stehen hier. An den Telefonnummern arbeiten wir.
Was ist mit den Zeugen aus Hofers Waggon?
Wir haben noch nicht alle Videos. Die will ich morgen früh haben.
Unmöglich. Wir brauchen mehr Leute.
Wie sollen wir die bis morgen erreichen?
Anrufen, hinfahren? Ist noch nicht mal Mitternacht.
Wir befragen Böhm, wenn wir mehr wissen. Ich bin eine Stunde weg.
Es wäre schön, wenn ich dann alle bisherigen Aussagen hätte.
(Frida) So.
* Rufton *
"Roth."
Ist es zu spät, oder kann ich vorbeikommen?
Warum sagten Sie es den Kollegen nicht?
Ich weiß es nicht. Sie haben sich nichts vorzuwerfen.
Als Sie sahen, was dort passierte, war der Zug bereits losgefahren.
Man kann die Notbremse ziehen. Warum taten Sie's nicht?
Ich weiß es nicht.
Sprechen wir noch mal über Ihren Beruf.
Der ist jetzt nicht das Thema. Aber zu Beginn unserer Gespräche.
Schauen wir, ob er es heute immer noch ist.
Was bedeutet Ihnen Ihr Beruf? * Sie seufzt. *
Das haben wir x-mal diskutiert. Heute noch nicht.
Er bedeutet mir viel, sehr viel,
und es gab zu lange nichts neben ihm.
Und jetzt?
Hoffe ich, dass es etwas neben ihm geben wird.
Andere Inhalte?
Ein anderer Mensch?
Vielleicht, ja.
Und was erhoffen Sie sich von dem?
Dass er bei Ihnen eine leere Stelle füllt?
Das wäre eine zu einfache Antwort. Empfinden Sie Leere?
Ich komme gut allein zurecht.
Probieren wir's mal anders.
Ist der Wunsch nach etwas Neuem vielleicht der Grund,
warum Sie heute die Notbremse nicht zogen?
Sie verwechseln Berufliches mit Privatem.
Ich will nur herausfinden, in welchen Konflikt Sie gerieten.
Ich kann beides trennen. Da bin ich ganz alte Schule.
Dann war's Überforderung, warum Sie nicht eingriffen.
Ich wurde für Stresssituationen ausgebildet.
Schon ein paar Jahre her.
Glauben Sie, ich bin zu alt für meinen Beruf?
Halten Sie sich für zu alt?
Ich muss los.
Okay.
"Bleib doch. Ich hab's nicht so gemeint."
Das wäre die richtige Antwort gewesen.
* Tür wird zugeknallt. *
* Nicht zu verstehen *
"Morgen früh" fängt bei uns auch früh an.
Ich weiß, dass es mitten in der Nacht ist.
Ja. Vielen Dank für Ihre Kooperation, danke.
Mhm. Ich schicke das jetzt alles.
Um neun. Mhm.
* Dynamische Musik *
Frau Wolf. "Frida" ist völlig okay.
Frida, ich wollte fragen... Und wie heißen Sie vorne?
Ellen. Schön, für dich arbeiten zu dürfen.
Sind das... Zeugen aus der U-Bahn.
Das Video aus dem Waggon kam erst vor einer Stunde.
Danke. Das solltest du dir zuerst ansehen.
Das ist die Kamera aus dem Waggon. Die am Gleis war defekt.
Es kam zum Streit zwischen Ihnen und Karin Hofer. Worum ging's?
Es war kein Streit. Sondern?
Nichts. Nichts?
Und ein Nichts reicht Ihnen aus, um die Frau später zu erschlagen?
Hab ich nicht. Wer dann? Ihr Freund?
Ihr Begleiter war doch Ihr Freund?
Warum sollten Sie die Tat mit einem Fremden begehen?
Warum, warum, warum? Ich war besoffen.
Laut Bericht waren Sie nüchtern.
Woher wollen die das wissen? Es wurde kein Test gemacht.
Von wo sind Sie gekommen? Wo stiegen Sie ein?
Von zu Hause. Südstadt?
Warum saßen Sie im Zug aus Fürth? Ich... hab was noch erledigt.
Was? Geht Sie nichts an.
* Klingeln *
Ja? - Und, wie läuft's?
"Sie zeigt ihm das Video nicht." - Wird sie schon noch.
"Wo haben Sie was erledigt?" "Ich muss nicht mit Ihnen reden."
Sagt das Ihr Anwalt? Ich weiß, dass er Ihnen das sagt.
Aber nur durch Reden können Sie heil da rauskommen.
Ich korrigiere mich: Nicht heil,
aber vielleicht werden Sie nicht allein zur Rechenschaft gezogen.
Die wollen Sie im Knast sehen, lebenslang.
Und da erwartet Sie noch Übleres. Wo haben die das Bild her?
Scheiße, das dürfen die nicht.
Von wo sind Sie gekommen, Sie und der angeblich Unbekannte?
* Düstere Musik *
Wir kriegen den Namen raus, egal ob Sie was sagen.
Für mich bedeutet das mehr Arbeit, für Sie viele Jahre Gefängnis.
Jahre, die vielleicht er absitzen muss.
Er holt mich hier raus, bestimmt. Ich bin sein bester Freund.
Geh du! Komm schon.
Spende.
"Ich hab ihn in Muggenhof abholt."
Sorry. - Hallo!
Ihr bester Freund, wie heißt er denn?
Florian. Florian Walter.
Wir wollten was trinken gehen.
Waren besoffen vom Vorabend. Bier getrunken und in die Bar.
(Walter) Dürfen wir?
"Und dann war da diese Frau." "Die Plätze da waren frei."
Was ist passiert zwischen Ihnen? Was soll passiert sein?
Wir haben bisschen Quatsch gemacht. Das hat ihr nicht gefallen.
Die hat keinen Spaß verstanden.
Warum ist Karin Hofer dann dazwischengegangen?
Ist sie nicht. Soll ich Ihnen das Video zeigen?
Keine Ahnung, was die hatte. Ihre Tage oder so 'n Scheiß.
Mann, ich... Die hat 'ne Scheißlaune gehabt.
Sie haben Karin Hofer zusammengebrüllt
und dann auf dem Bahnsteig totgeschlagen.
Und Sie wissen nicht, warum? Ich war total blau.
Keine Ahnung, was passiert ist!
Ich hatte 'nen Black... Blackout?
Genau. Ich weiß nicht mehr, was wirklich war.
Weil ich besoffen war. Schlechte Idee von Ihrem Anwalt.
Wieso ist der nicht hier? Eine sehr, sehr schlechte Idee.
Das sage ich Ihnen. Aber das merken Sie bald selbst.
Wo gehen Sie hin? Was passiert jetzt mit mir?
Warum ist Ihr Freund nicht da? Weil er Sie hängen lässt.
Er ist einer von vielen Menschen, die Sie jetzt fallen lassen.
Den tiefen Teller hat er nicht erfunden.
Warum wurde kein Alkoholtest gemacht?
Ich kam erst mit Ihnen zum Tatort. Sie holten den Verhaftungsbericht.
Ist Ihnen da nichts aufgefallen? Wir haben den Namen: Claudia Kühn.
Ratet mal, wo die wohnt. In Nürnberg Muggenhof.
Überprüft, ob ein Wagen auf Florian Walter angemeldet ist.
Und wenn nicht: Autovermietungen, Flughäfen, Bahnhöfe.
Ich will alle Ergebnisse auf mein Handy.
Mach ich.
Warum diese junge Frau? Nur Zufall?
Um was ging es in dem Streit zwischen den Männern und ihr?
Warum hat sich Claudia Kühn nicht bei der Polizei gemeldet?
Auch wenn Sie von der Schlägerei nichts mitbekam,
kurz darauf war's in den Nachrichten.
* Musik von drinnen *
Frau Kühn!
Wir brauchen 'nen Schlüsseldienst oder einen Hausmeister.
(Radio) "Im Laufe des Tages gibt es viel Sonne,
das Ganze bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad.
Zur Verkehrslage. A9 München Richtung Nürnberg: 3 km Stau."
Sieht aus, als sei hier seit gestern keiner gewesen.
"Stadtverkehr Nürnberg: eine Baustelle auf Höhe Tafelhof."
Vielleicht konnte die Kühn sich nicht bei uns melden.
Vielleicht war für Florian Walter die Sache noch nicht erledigt.
War auf dem Überwachungsvideo ein Kind zu sehen?
Nicht dort, wo die Kühn saß.
Dann sollten wir es finden.
Spurensicherung, Befragung der Nachbarn, das volle Programm.
Reden Sie mit Claudia Kühns Eltern, Freunden und Arbeitgeber.
Irgendwo muss ihr Kind sein.
Ich frage in der Kita nach. Man wüsste, wenn das Kind da wäre.
Ich nehme den Wagen. Wohin?
Ich kläre, ob es eine Verbindung von Hofer zu den Männern gab.
Und ich darf nicht mitkommen?
Sie finden Frau Kühn und ihr Kind. Eine Tote reicht.
Bitte schön. Danke.
Herr Hofer?
Ja. Lucas, Kripo Nürnberg.
Können wir irgendwo ungestört reden?
Ich hab gleich Unterricht. Es geht um Ihre Frau.
Linus, verteil mal die Infoblätter. Bin gleich zurück. Kommen Sie. Ja.
* Schulgong *
Das ist Viviane, unsere Tochter.
Ich dachte, Sie seien zu Hause. Wir haben Abiturprüfungen.
Ich kann die Schüler nicht alleinlassen.
Karin und ich sind schon sehr lange getrennt.
Vor einem Monat war die Scheidung.
Wir sind uns in dem Jahr fremd geworden.
Ja, das klingt schrecklich nach dem, was gestern geschah.
Das tut mir sehr leid, das mit deiner Mutter.
Ich wollte Viviane nicht allein zu Hause lassen.
Die Prüfung wird sie ablenken,
und sie muss das Abi nicht wiederholen.
Sagt Ihnen der Name Jan Böhm was, oder Florian Walter?
Sind das die beiden?
Ob es die beiden sind, können wir noch nicht mit Sicherheit sagen.
Aber hatte Ihre Ex-Frau mit einem von beiden schon vorher mal Ärger?
Wie gesagt, wir gehen seit einem Jahr getrennte Wege.
Und du, hast du...
Entschuldigung. Darf ich überhaupt Du sagen?
Hast du diese Namen schon mal gehört?
Hast du 'ne Idee... Sie hat eine Frau verteidigt, oder?
Nach dem, was wir bisher wissen, ja.
Woher... Warum hat ihr keiner geholfen?
Das kann ich nicht sagen.
Vielleicht fühlten sich die Leute überrollt.
Was heißt das?
Es muss sehr schnell gegangen sein, und...
wahrscheinlich haben sie nicht begriffen, was da passiert.
Zwei Männer schlagen eine Frau tot. Was ist daran schwer zu verstehen?
Nichts.
Ich möchte jetzt gehen.
Viviane hat ihre Mutter sehr geliebt.
Auch wenn sie bei mir blieb. Sie wollte es so.
Gibt's dafür einen bestimmten Grund?
Das ist kompliziert.
Wir dachten, es überfordert Karin, sich um Viviane zu kümmern.
Aber... Ich möchte zu meiner Tochter.
* Bedrückende Musik *
"Der Junge heißt Tobi, vier Jahre alt.
In der Kita war er nicht." Bei Freunden, Verwandten?
Ihre Mutter erreichen wir nicht. Jetzt kommt der Hammer.
Claudia Kühns Nachbarin hat Florian Walter identifiziert.
Die waren ein Paar. Vielleicht hat er mit Tobis Verschwinden zu tun.
Und mit dem von Kühn. "Er hatte offiziell kein Auto."
Checkt, ob zu der Zeit Autos gestohlen wurden.
Da ist die Wolf schon dran. "Kommen Sie mit ihr zurecht?"
Ja. Solange der Schwanz nicht mit dem Hund wackelt.
Sie ist ehrgeizig.
Nett ausgedrückt ist sie das, ja.
Ich hab das nicht so gemeint.
Das hat dir doch jemand vorgesagt.
Dann war das ein schlauer Mensch. Iss nicht, wo du scheißt.
Das hat auch ein schlauer Mensch gesagt.
Kommst du heute Abend nicht zu mir?
Unsere Gespräche hätten enden sollen, sobald wir uns duzten.
Keine Spur von Walter und Kühn.
Ihre Handys waren zuletzt nahe der Bahnstation eingeloggt.
Danach wurden die SIM-Karten entfernt.
Dafür haben wir drei Zeugen des Streits.
(TV) "Aktuell versammeln sich am Bahnsteig Dutzende Personen."
Gute Arbeit.
"Immer lauter wird eine drakonische Strafe für die Mörder gefordert.
Unter dem Motto 'Genug ist genug' treten sie dafür ein,
dass männliche Gewalt gegen Frauen hierzulande..."
Ich will Jan Böhm hier, in zehn Minuten.
Sie kannten die Frau aus der U-Bahn.
Kühn ist Walters Freundin. Warum haben Sie das verschwiegen?
Waren Sie beide mit ihr verabredet?
Ich ahnte nicht, dass sie da saß. Aber Florian Walter wusste es.
Glaub ich nicht. Worum ging es bei dem Streit?
Es war kein Streit, wie gesagt.
Ich habe hier drei Aussagen von Fahrgästen,
die eine laute Auseinandersetzung von Ihnen und Kühn beobachteten.
Die wurde so handgreiflich, dass Karin Hofer dazwischenging.
Ich wollte nur Frieden stiften. Frieden?
Zwischen Walter und seiner Freundin?
Die haben nur gefickt. Das war nichts Festes.
Ach, ging es darum? Dass Claudia mehr wollte?
Was soll das? Das geht Sie alles gar nichts an.
Alles, was da vorgefallen ist, geht mich etwas an.
Davon hängt ab, welche Anklage gegen Sie erhoben wird.
Kennen Sie den Unterschied
zwischen Körperverletzung mit Todesfolge und Mord?
Keine Ahnung, ob sie wusste, wo wir hinwollten.
Hm, schau mal, die Claudi.
Was machst du denn hier?
Steh nicht so blöd rum. Setz dich. Es sind noch ein paar Stationen.
Was, kein Kuss heute? Nicht mal ein winziges Küsschen?
Wo willst du hin?
Ist doch kein Zufall, dass wir uns hier treffen.
Oder nicht, Flori? - Geht dich nichts an, du Spast.
Geht's noch? Spast? Hast du das gehört?
Weißt du, was du bist? Eine kleine, verlogene Fotze.
Hey, hey.
Ich hab nur mit ihr gequatscht, mehr war da nicht.
Die hat Flori immer angelogen.
Die Claudia, die lügt immer. Sobald sie ihr Maul aufmacht.
Flori hat das nicht geschnallt, aber ich.
Du bist eine kleine, böse Fotze. - Sie hören jetzt auf.
Halt die Fresse! Schnauze! - Mit mir reden Sie nicht so. Nein.
Was mischt die sich ein? Das war was zwischen Freunden.
Jan!
Sie drei sind Freunde? Das klingt nicht so.
Flori und ich schon.
Warum sind Sie Karin Hofer gefolgt?
Das sind wir nicht. Sie sind mit ihr ausgestiegen.
Wollten Sie nicht in die Stadt, einen draufmachen?
Wir fahren zu mir und klären die Sache.
"Komm, wir gehen zu mir", hat Flori gesagt.
Wir wollten mit der nächsten Bahn zu ihm.
Und warum kam es dann zur Schlägerei?
Die Alte aus dem Zug hat uns auf dem Bahnsteig aufgelauert.
Ja, hat uns vollgelabert, wollte keine Ruhe mehr geben.
Ihr Anwalt hat Ihnen wohl den Unterschied
zwischen Körperverletzung mit Todesfolge und Mord erklärt.
Flori und ich wollten mit der nächsten Bahn zurück.
Auf Mord steht lebenslang. Und mit Vorsatz...
Glauben Sie wirklich, dass Sie mit einer Lüge da rauskommen?
Wovon reden Sie?
"Lebenslang" kennen Sie, oder? Es war ein Unfall, verdammt.
Sie haben ihr Jochbein zertrümmert und drei Rippen gebrochen,
von den Hämatomen und dem Milzriss ganz zu schweigen.
Das hat keiner gewollt. Aber einer hat's getan. Sie?
Oder vielleicht doch beide? Ich wollte das alles nicht.
Dann war er es, Ihr Freund Florian allein, ja?
Zeugen sahen die Schlägerei. Dann frag doch die!
Hat er getrunken oder nicht? Er war's, ob besoffen oder nicht.
Fürs Strafmaß ist es wichtig. Er will sich schützen, und Walter.
Von dem wir keine Spur haben.
Wir machen uns lächerlich. Ist euch das nicht klar?
Die wollen seinen Kopf rollen sehen. Und Sie?
Er soll nicht so leicht davonkommen.
Die prügelten die Frau tot. Das ist 'ne schwere Straftat.
Ich will wissen, wer das mit dem Test versaut hat.
Wir denunzieren keine Kollegen.
Wer sich nicht an das Recht hält, ist nicht mein Kollege.
(Sanjay) Frida, Telefon.
Ellen.
Kühn hat ihr Kind bei ihrer Mutter in Fürth abgegeben.
Dort stieg sie in die Bahn.
Nach der Prügelei holte sie Tobi ab und stieg in einen Kleinwagen.
Den von Florian Walter. Viel konnte die Mutter nicht sagen.
Ein schwarzer Wagen. Findet ihn.
Fitz hat das nicht gemacht mit dem Alkoholtest, ganz sicher.
Ich vertraue meinem Bauch, und der sagt, er war das nicht.
Das Du finde ich nicht angemessen. Bis Sie es mir anbieten.
Schicken Sie mir aufs Handy, was Sie von Claudia Kühn haben.
Frida.
Hey. Ich hab dir was zu essen mitgebracht.
Danke schön. - Wie geht's dir?
(Frida) Gut.
Guten Tag.
Hier arbeitet eine Hella Lang. Wo finde ich die?
Dahinten. Okay, danke.
Claudia hat mit der Sache nichts zu tun.
Sie ist mit einem mutmaßlichen Täter liiert.
Mit dem Flori?
Das Bild von Jan in der Zeitung hat mich beunruhigt. Warum?
Claudias Handy war aus. Das macht sie nie.
Wie ist das Verhältnis von Claudia zu Flori und Jan?
Sie war mit Flori zusammen. Hat sich voll in ihn verknallt.
Wo haben sie sich kennengelernt? Na, hier.
Die haben hier eingekauft, arbeiten aufm Bau.
Hatten die beiden Probleme?
Nee. Die standen aufeinander wie 'ne Eins.
Wenn es ein Problem gab, dann war's Jan. Inwiefern?
Er hat an Flori geklebt wie ein Schatten.
Best buddies.
Ich wette, die haben sich schon als Kinder die Schwerter gezeigt.
Hat Jan versucht, die beiden auseinanderzubringen?
Er ist ein Idiot, aber nicht doof. Man darf ihn nicht unterschätzen.
Oft wusste er nicht, dass sie sich trafen.
Na, weil Flori heimlich bei Claudi war.
Dann hat er Jan 'ne Lügengeschichte aufgetischt.
Claudi war genervt, dass er ihm nichts gesagt hat.
Und der hat das nicht durchschaut? Gewundert hat er sich vielleicht.
Sonst haben die immer zusammengehangen.
Am Tag, als Frau Hofer zu Tode kam...
War das Jan? Wissen wir nicht.
Aber es gab Streit zwischen Claudia und den Männern.
Haben Sie eine Ahnung, worum es dabei ging?
Nein.
Der Streit war der Grund, warum Karin Hofer starb.
(Walter) Scheiße, der schlägt die tot.
Jan!
Ich hab denen nicht die Lampe gehalten.
Claudia hat nichts angedeutet?
Hören Sie, ich will da nirgends zwischengeraten.
Sie können es mir sagen oder den Kollegen auf der Wache.
Waren die drei an dem Tag in der U-Bahn verabredet?
Ich bin mit Claudi befreundet. Und jetzt ist sie verschwunden.
So wie ihr kleiner Sohn Tobi.
Die beiden sind vermutlich in Gefahr.
Helfen Sie uns.
Mann, jetzt warte doch mal.
"Achtung, zurückbleiben bitte! Die Türen schließen."
Sie wollten mein Auto.
"Ich sollte den Schlüssel zur Station bringen."
Wo wollten sie hin? Ein Kaff in den Bergen.
Sie hätten zur Polizei müssen,
nachdem Sie von Karin Hofers Tod lasen.
Es war nur von Jan die Rede, und nicht von Flori.
Und die beiden haben sich nicht gemeldet?
Ich brauche Marke und Kennzeichen Ihres Autos.
Wenn Claudia sich meldet, dann... Ja. Versprochen.
Wirklich.
Machen wir so was nicht mehr zusammen?
Frida sagte mir, dass Sie hier sind.
Was machen Sie hier? Sie haben mein Auto.
Das ist alles? Weshalb soll ich sonst hier sein?
Reden. Hilft das?
Manchmal.
Gut. Getränke gehen auf mich.
Vielleicht ein andermal.
Wissen Sie, was mich tierisch an Ihnen nervt?
Sie sind eigentlich ganz nett.
Aber Sie haben ein Problem, das zu zeigen.
Schwarzer Golf.
Angemeldet auf Hella Lang. Kennzeichen N - DL 1998.
Die Geflüchteten fahren vermutlich Richtung Berge, Österreich.
Vielleicht auch Schweiz.
* Düstere Musik *
* Traurige Musik *
* Düstere Klänge *
* Stumme Szene, nur Musik *
* Klingeln *
Du oder Sie? Kann ich rein?
Bei der Praxiseröffnung fragte ich mich, ob es klug ist,
Arbeit und privat zu vermischen in einer Wohnung.
Bei den Schicksalen in meinem Beruf ist es gut,
abends eine Tür hinter sich zu schließen.
Man schläft besser. Und war es ein Fehler?
Wir sitzen beide hier, nicht in der Praxis.
Fühlt sich das falsch an? Für mich nicht.
Ich bin nicht privat hier.
Zwei junge Männer schlagen eine fremde Frau tot.
Kein Raubüberfall, keine versuchte Vergewaltigung.
Nur ein zufälliges Treffen, ein paar Minuten lang.
Trotzdem ist danach ein Mensch tot. Warum?
Wir wissen es nicht. Sie haben über einen Tag ermittelt.
Karin Hofer...
Sie hatte eine schmerzhafte Trennung hinter sich.
Sie stieg vielleicht mit dieser Verletzung in die Bahn,
mit Wut, Trauer.
Ist an dem Tag etwas passiert mit ihrem Ex-Mann?
Das kann ich nicht sagen. Und die zwei Männer?
Die hatten Stress, wegen einer Frau,
mit der es zu dem Streit kam.
Schwaches Motiv. Was war da? Ja.
Alkohol, Drogen? Vielleicht.
Vielleicht?
Laut Zeugen war der Streit vorbei, als Karin Hofer raus ist.
Warum dann die Schlägerei auf dem Bahnsteig?
Fünf Menschen steigen an einem x-beliebigen Tag in eine Bahn.
Hätte einer sie verpasst, würde Karin Hofer noch leben.
Ja. Ist das nur Zufall?
Übrigens waren es nur vier: Jan Böhm...
Der fünfte Mensch saß ein paar Waggons weiter
und hat die Notbremse nicht gezogen.
Kein Vorwurf, nur eine Feststellung.
Mache ich den Job nicht richtig? Richtig, was heißt das?
Fälle ich die richtigen Entscheidungen?
Meine Reflexe, meine Intuition. Bin ich sicher und mutig genug?
Oder bin ich vielleicht... ... älter geworden.
Vor einem Jahr liefen die Kollegen japsend hinter mir her.
Und heute müssen Sie sich zu diesem Tempo zwingen.
Noch kann ich mit Erfahrung das Tempo der Jüngeren kompensieren.
Jugend heißt nicht gleich Kraft.
Ersetzen wir Kraft doch mal durch Fokussierung.
Sie haben Ihr Leben dem Beruf geopfert.
Nicht geopfert. Waren auf ihn fokussiert.
Das macht für Ihre Kollegen vielleicht keinen Sinn.
Die haben Familie,
Kinder.
Einen Partner.
Wer sich selbst nicht begegnen will,
begegnet auch keinem anderen Menschen.
Und diesmal hab ich's so gemeint.
(Sanjay) Schwarz?
Erinnern Sie sich ans Nummernschild?
Nee, das hilft uns nicht weiter. Ähm, war eine Frau am Steuer?
Junge Frau mit Kind und Partner in einem schwarzen Golf.
Vermutlich Richtung Brenner.
... 1998. Das haben wir schon dreimal durchgegeben.
Florian Walter, und der Sohn ist Tobi.
Ja, keine Resultate, das ist das Problem.
Ja. Ja, danke.
Ja. Ciao.
Und?
Wo stehen wir?
Such!
Da.
Näher. Näher.
Nein.
Herr Ploskowsky?
"Das ist alles, was wir noch für Karin tun konnten.
Wir haben für die Aktion zusammengelegt."
Wie gut kannten Sie Karin Hofer? Ich meine, privat?
Was wollen Sie wissen? Alles, was Ihnen wichtig vorkommt.
Sie arbeitete über zehn Jahre hier.
Karin war eine Frohnatur. Immer gut drauf, lockere Sprüche.
Sie war hier sehr beliebt.
Keine negativen Seiten, düstere Geheimnisse?
Was wissen Sie über ihre Trennung? Das war schlimm für sie.
Inwiefern? Sie konnte das schwer akzeptieren.
Mann weg, Tochter weg. Dass die nicht zu ihr kam, traf sie sehr.
Gab's einen neuen Mann?
Von 'ner Frau in der Lage lässt man die Finger.
Eigene Erfahrung?
Kommen Sie. Ich sehe was in Ihren Augen, wenn Sie von ihr sprechen.
Wird Ihnen eh jeder erzählen. Wir hatten was miteinander.
Warum hat das nicht gehalten?
Für sie gab's nur Jürgen, ihren Ex.
Als er die Scheidung einreichte, ist sie ausgerastet.
4Enttäuschend für Sie. Man hat keine Affäre auf Arbeit,
vor allem als Chef.
Hat sie das ausgenutzt, das Verhältnis mit Ihnen?
Ihre Launen wurden immer schlimmer.
Sie war oft aggressiv, auch den anderen gegenüber.
Viele haben sich gefragt, warum ich sie nicht feuere.
"Werden auch die Kollegen sagen."
* Nicht zu hören *
Ach, es ist nicht schön, über sie so zu reden...
nach dem, was passiert ist, aber es war absehbar.
Sie stand wahnsinnig unter Druck.
Hat wie 'ne Irre Sport gemacht, einfach um Dampf abzulassen.
Die hielt es allein in der Wohnung nicht aus.
Dabei hätte sie gar nicht allein sein müssen.
Dann wäre jemand bei ihr gewesen und das alles wäre nicht passiert.
Um 9.30 Uhr hat Claudia Kühn
Tobi bei ihrer Mutter abgegeben und ist in die Bahn gestiegen,
Karin Hofer zwei Stationen später
und in Muggenhof die zwei Männer, Jan Böhm und Florian Walter.
Auf dieser Strecke kam es zum Streit zwischen den dreien,
bis sie am Tatort die Bahn wieder verlassen haben.
Kühn ist laut ihrer Kollegin weiter Richtung Zentrum gefahren
bis zur nächsten Station.
Um 11.15 Uhr hat sie ihr Kind bei ihrer Mutter abgeholt,
wahrscheinlich zusammen mit Florian Walter.
Das heißt, hier in Fürth hat die Flucht der beiden begonnen.
Aber die Verkehrsüberwachung
hat den Golf nirgends erfasst, an keiner Ausfallstraße.
Vielleicht wurde er abgestellt. Dann hätte man ihn entdeckt.
In einem Hof, 'ner Garage. Und sie stahlen ein Auto?
Es wurde kein Diebstahl gemeldet. Wie sind die beiden weiter?
Bahn. Bus. Keine Spur von ihnen an Bahnhöfen.
Kein Mietwagen. Alle Anbieter sind informiert.
Wir haben zu spät angefangen zu suchen.
Wenn sie noch mit diesem Wagen unterwegs wären,
dann hätten wir eine Spur von ihnen gefunden.
An einer Tankstelle, einer Radarfalle oder Blitzampel.
Ich denke, dass das Paar die Stadt noch gar nicht verlassen hat.
Was, wenn Sie sich irren? Was ist Ihr Vorschlag?
Eine Pressekonferenz. Bitten wir die Öffentlichkeit um Mithilfe.
Das könnte Claudia Kühn und ihr Kind gefährden.
Sie hat mit Walter Tobi abgeholt. Freiwillig?
Was sonst?
Der Tod von Karin Hofer war schnell in allen Medien.
Claudia Kühn wusste, das bedeutet ein Leben auf der Flucht.
Welche Mutter gefährdet ihr kleines Kind?
Sie ist seine Komplizin. Und wenn nicht?
Oder ist sie vielleicht einfach eine junge Frau,
der gerade ihr Fehler klar wird.
Was, wenn sie ihn ungeschehen machen und sie sich stellen will?
Und wenn Walter sie nicht gehen lassen will?
Je mehr Druck wir auf ihn ausüben, desto mehr schlägt er um sich.
Und vielleicht sind Claudia Kühn und ihr Kind...
schon längst seine Geiseln.
* Düstere Musik *
Wo ist die Mama?
(Walter) Die hat noch was zu erledigen.
Du lügst.
* Er atmet tief durch. *
Er ist nicht Ihr Feind. Wenn Sie ihm das vermitteln, macht er zu.
Wie eine Auster. Ich hab Tausende Verhöre geführt.
Wenn Sie bewerten, verlieren Sie die Kontrolle.
Bleiben Sie bei der Wahrheit.
Wer lügt, verstrickt sich in Widersprüche.
Stellen Sie sich vor, Sie wollen ihm helfen
oder er wäre Ihre Freundin Claudia.
Der wollen Sie doch helfen, oder? Er ist da.
Gut. Sie schaffen das.
(Roth) Gewagter Plan. Sie kriegt das hin.
Sie ist zu nervös. Sie kriegt das schon hin.
Ich habe Frau Lang hergebeten, weil sie dem Paar ihr Auto lieh.
Es ist sinnvoll, wenn wir drei Ihr Protokoll durchgehen.
Entschuldigung. Ist wichtig.
Wie, jetzt? Ja.
Was ist denn?
Wir haben Besuch.
* Angespannte Musik *
(Hella) Flori bat mich drum.
Der hat doch kein Auto. Die wollten in Urlaub fahren.
Ich wusste nicht... - Laber mich nicht an.
Die behandeln mich wie 'ne Verbrecherin.
"Dabei hab ich damit nichts zu tun. Erklär's ihnen."
Du musst nur sagen, dass die in den Urlaub wollten.
Das kannst du für mich machen.
Scheiße.
Er hat dir gar nichts davon erzählt.
Diese verfickte Heimlichtuerei.
"Wegen euch Vollidioten sitz ich in der Scheiße."
* Angespannte Musik *
"Wieso lassen die uns so lange warten?"
Wo wollten die hin?
Keine Ahnung. Irgendwohin in die Berge.
Urlaub machen? - Ja was denn sonst?
In 'ner Woche wären sie eh wieder da gewesen.
Ich glaub, der Flori wollte ihr... - Was? Was wollte er?
Claudia hat da so was angedeutet. Dass er sie fragen will...
"Sei nicht sauer, weil du's von mir erfährst."
Das hat Claudia gesagt? - Angedeutet.
Verlogene dreckige Fotze. - Das ist nicht ihre Schuld.
Was weißt du denn schon! - Die lieben sich eben.
"Die lieben sich." Er hat mich noch nie angelogen.
Träum weiter. - "Nicht, bevor er sie kannte."
Du bist nicht ganz unschuldig dran. Die durften nie was alleine machen.
Die macht das sehr gut. Bis jetzt.
Man kann auch zu dritt... - Ficken? Ja.
Wenn alle wollen. Wollten die aber nicht.
Die wollten 'ne Familie: Mama, Papa, Kind.
Ohne einen, der nicht dazugehört.
Flori und ich gehören zusammen. - Aber nicht du und die Claudi.
Hast du kein eigenes Leben? - Klar hab ich das.
Wo? Mit wem?
* Unverständlich * Das geht dich 'n Scheißdreck an!
Ich kenn so Typen wie dich. Schon mal 'ne Freundin gehabt?
Wenigstens mal gebumst?
Ach ja,
musst du ja gar nicht.
Hab ich vergessen, best buddies brauchen das nicht.
Die holen sich gegenseitig einen runter.
Dachtest du, Flori reicht so ein Leben?
Ich bin wie ein Bruder für ihn. - Du bist der Klotz an seinem Bein!
Dass er nicht ihr Feind ist, hat sie nicht ganz verstanden.
Scheiße, tut mir leid. Das wollte ich nicht.
Das war echt uncool.
Ich weiß, wie du dich fühlst.
Für uns interessiert sich eben keiner.
Denkst du, mir geht's besser?
All die Kerle, die zu uns in den Baumarkt kommen.
Die sabbern, wenn sie auf Claudis Arsch starren.
Mein Arsch existiert für die nicht.
Aber man ist, wie man ist.
Du bist 'n Depp, und mein Arsch... - Ich bin kein Depp.
Scheiße ist, wenn man für die anderen die Rechnung zahlt.
Flori hätte dich raushauen müssen, als du verhaftet wurdest.
Du hättest das für ihn getan.
Claudi ist nicht besser. Holt sich meine Karre und gefährdet Tobi.
Was ist mit Tobi? - Flori hat ihn entführt.
Der tickt nicht mehr richtig. 'nen vierjährigen Epileptiker.
* Düstere Klänge *
Danke.
Das haben Sie toll gemacht.
Beim Lügen die Wahrheit sagen? Coole Tricks.
Sie haben das cool umgesetzt. - Aha. Ich... Ich geh mal duschen.
Epilepsie. Warum wussten wir das nicht?
Die Kita und Claudia Kühns Mutter haben es nicht erwähnt.
Vielleicht konnten Kühn und Walter deshalb die Stadt nicht verlassen.
Wenn die in dem Museum sind, kann's gefährlich werden für Tobi.
Das kann Florian Walter doch nicht wollen.
Wir wissen nicht, wie schwer die Epilepsie ist. Immerhin...
... hat er eine Frau getötet. Das sagten Sie oft genug.
* Düstere Musik *
* Handy klingelt. *
* Leises Klingeln *
* Kein Klingeln mehr * * Angespannte Musik *
Weiter.
* Spannungsvolle Musik *
* Rumsen *
Nichts. Hier ist keiner. Scheiße.
Er sagte, sie hätten seit einem Monat hier gearbeitet.
Vielleicht dann doch 'ne Pressekonferenz.
* Handy klingelt. *
Ja? (Frida) "Wir haben Walters Auto.
Ich schicke Ihnen die Adresse. Bitte unauffällig nähern."
Was heißt das, unauffällig nähern?
Er ist gerissener, als wir dachten. Er wechselte die Nummernschilder.
Sanjay entdeckte ein SUV mit Hella Langs Kennzeichen auf einem Video.
Hier beim Einkaufszentrum. Wir suchten nach dessen Nummer.
Eins, zwei, drei, ohne Zauberei, fanden die Kollegen den Golf hier.
Gibt's 'ne Spur von den Flüchtenden? Nein.
Sie hatten recht, sie sind noch in Nürnberg.
Aber was wollten die hier? Das ist kein gutes Versteck.
Die ganzen Kameras. Habt ihr den Wagen aufgemacht?
Jede Menge Müll und das hier.
Kennen Sie das?
Das ist gegen schwerere Formen von Epilepsie.
Die Anfälle nennt man Grand Mal. Was passiert da?
Im schlimmsten Fall Ohnmacht, Atemstillstand.
Erinnern Sie sich an jemand, der das kaufte?
Heute oder gestern. Vielleicht jemand mit Kind.
Hier kommen Hunderte Leute rein. Bin gleich da.
Die vielleicht. Aber sicher bin ich mir nicht.
Wenn das Medikament verkauft wurde, ist das im Computer?
Ja, sicher. Ich schaue mal nach.
Heute Vormittag hat Claudia Kühn das Medikament hier bestellt,
bisher aber noch nicht abgeholt.
Sie hatte kein Rezept.
Die Hausarztpraxis ist wegen Urlaub geschlossen.
Sie muss das Rezept also von einem anderen Arzt bekommen.
Die Kita hat bestätigt, dass Tobi das Medikament unbedingt braucht.
Das setzt sie unter Druck.
Uns natürlich auch.
Wir überwachen die Apotheke und den Wagen in der Tiefgarage.
Wir kontaktieren alle Arztpraxen.
Telefoniert, faxt, mailt, bis euch die Finger bluten.
Wir wissen nicht, ob Claudia Kühn das Medikament wirklich da abholt.
Aber im Moment ist das unsere beste Chance.
Viel Glück, Kollegen.
Ich muss dir was zeigen.
Ist das die... Eine Minute vor der Tat.
* Beklemmende Musik *
* Nicht zu hören *
* Angespannte Musik *
"Die Apotheke schließt demnächst. Was, wenn sie nicht auftaucht?"
Sanjay hat angerufen.
Die Kühn hat das Rezept bei einem Arzt in der Nähe abgeholt.
Das heißt nicht, dass sie kommt.
Apotheken haben das Medikament fast nie da.
Das ist ihre einzige Chance, es heute noch zu kriegen.
* Tonsignal *
(Durchsage) "Wir schließen in wenigen Minuten
und möchten uns für Ihren Einkauf bedanken.
Kommen Sie gut nach Hause, und beehren Sie uns bald wieder."
"Und jetzt?"
* Düstere Musik *
Da ist sie. Kein Zugriff!
Lasst sie in die Apotheke gehen. Da haben wir sie in der Falle.
* Angespannte Musik *
Zugriff!
(Kühn) Warten Sie! * Unverständlich *
Polizei! Stehen bleiben! Ich will Ihre Hände sehen!
* Unverständlich *
(Polizist) Hand rauf!
Bitte nicht.
Ich will zu meinem Sohn.
Bitte.
Wo ist er? Geben Sie mir das Medikament.
Tobi kann einen Anfall bekommen. Wo ist Florian Walter?
Sie müssen mich gehen lassen. Sonst taucht er mit Tobi unter.
Wo ist er? Wir bringen Ihnen Ihr Kind.
Er hat auf mich gewartet. Vor dem Einkaufszentrum.
Vor Ihren Augen. Sie lügen.
Alle Eingänge wurden überwacht. Warum sitzt er dann nicht hier?
Sie sagen das, um hier wegzukommen.
Ich hab nichts gemacht. Sie verhalfen Walter zur Flucht.
Und Sie riskieren Tobis Leben! Helfen Sie mir.
Mein Kind braucht die Medikamente. Wo versteckt sich Walter?
Bitte. Sie müssen mich gehen lassen.
Bitte. Vielleicht ist er noch da.
Wenn die losrennt, haben wir keine Chance.
Es ist ein Fehler... Ich hab es verstanden.
Soll ich die ganze Kavallerie auftauchen lassen?
Das merkt der doch. Der kann hier überall sein.
Oder er war nie da, und wir verlieren auch noch sie.
* Ernste Musik *
Ach...
* Tragische Musik *
Komm. Kommen Sie hoch.
Er ist weg.
Jetzt auf jeden Fall.
* Schritte *
Wir haben das Gelände abgesucht. Nada, nichts, niente.
Danke. Wofür? Dass wir vorgeführt werden?
Schon gelesen? "Polizei hilflos! Mörder auf der Flucht."
Sie waren auch in der Bahn. Ich sah Sie auf einem der Videos.
Fitz, ich... Ist egal, warum Sie nichts sagten.
Aber was hab ich verbrochen, dass Sie mir nie vertrauen?
* Handy summt. *
Roth.
Ich wollte nur... Ich wollte nur wissen, wie's dir geht.
Soll ich kommen?
Ellen.
Ich rufe dich morgen an, ja?
* Tuten *
Genau. Bis morgen. Danke schön, danke.
Kollegen.
Wir informieren morgen die Öffentlichkeit.
Werner, Sie übernehmen die Pressekonferenz.
Kollegen, trommelt so viele Journalisten wie möglich zusammen.
Auf geht's.
So. "Sehr verehrte Damen und Herren,
die Kripo bedankt sich für Ihr zahlreiches Erscheinen."
Kann ich das etwas lauter haben? Danke.
Das sind nicht Ihre Freunde. Keine Freunde bin ich gewohnt.
Tag.
Frau Lucas.
Sie suchen mich doch.
Hey, hey! Langsam. Hände aus den Taschen! Runter!
Müssen Sie nicht mehr. Ich stelle mich freiwillig.
* Aufgeregtes Stimmengewirr *
* Düstere Musik *
* Nichts zu hören *
Er will, dass wir uns seine Version anhören.
Vor einem Zeugen. Nur dann führt er uns zu Tobi.
Was denkt er, wer er ist? Wenn er Tobi...
Hallo. Hallo.
Wir waren verabredet, telefonisch.
Als ich hörte, dass Walter... Nehmen wir ihn in die Mangel.
Wenn Tobi stirbt, übernehmen Sie die Verantwortung?
Er hat die besseren Karten. Das geht Sie nichts an.
Ich will nur helfen.
Die Presse lyncht euch, wenn ihr Tobis Leben riskiert.
Gut, pudern wir dem Typ den Arsch. Kommen Sie mit?
Als Zeuge? Er hat gar keine Kompetenzen.
"Er" ist Psychologe der Polizei und jetzt unser Sachverständiger.
"Ihr Freund hat Sie abgeholt. Wo wollten Sie hin?"
Wir wollten was trinken. Sie waren mit Claudia verabredet.
Sie wollten in die Berge.
Aber dann tauchte Jan Böhm auf und durchkreuzte Ihre Pläne.
Claudia und Sie haben den Urlaub vor ihm verheimlicht.
Sie wollen fair behandelt werden?
Fair heißt in meiner Welt, wir beide belügen uns nicht.
Lotste er Sie deshalb in die Bahn? Wusste er, dass Claudia da wartet?
Jan dachte, wir wollen abhauen. "Was heißt das?"
Weggehen, in eine andere Stadt. Irgendwo neu anfangen.
Schwachsinn, so 'n Ding an der Klatsche.
Wie kam er darauf? Keine Ahnung, wo er's herhatte.
Aber Claudia sagte immer wieder,
dass uns die Lügen um die Ohren fliegen.
Warum sagten Sie's ihm nicht?
Weil das nicht ging.
Er war krankhaft eifersüchtig auf Claudia.
Und er hätte erfahren, dass sein einziger Freund log.
Ich wollte ihm nicht wehtun. Das haben Sie aber.
Deshalb ist ein Mensch tot.
Und ein zweiter stirbt vielleicht.
Tobi geht's gut. Solange er keinen Anfall hat.
Aber was dann? Was machen Sie dann?
Wenn noch ein Leben auf Ihr Konto geht,
das eines vierjährigen Jungen?
Sie sollen verstehen, was an dem Tag geschah.
Jan hatte sich nicht unter Kontrolle.
Du bist eine kleine, böse Fotze. - Sie hören jetzt auf.
Halt die Fresse! Schnauze! - Mit mir reden Sie nicht so. Nein.
Jan! Als wäre er jemand anderes.
Verzeihung. Er ist sonst nicht so. Alter, komm runter.
Ich wusste, was du vorhast, die ganze Zeit. - Hör auf.
Alter, das hat die dir eingeredet. - Wir wollten nur mal weg.
Die ist eifersüchtig. Die will dich aufhetzen.
Der ist ja krank. - Setz dich!
(Karin) Es reicht! - Nicht anfassen!
Hey, lass die Frau los! - Habt ihr sie noch alle?
Wir fahren zu mir und klären die Sache.
Das ist nicht dein Ernst.
Du lässt mich hier sitzen wegen dem?
Ihr seid doch beide nicht mehr richtig im Kopf.
Ich bin raus.
Werdet glücklich miteinander. - Hör auf.
Mir ist das zu blöd. - Lass die Fotze gehen, Mann.
Niemand braucht sie. - Hör auf, sie zu beleidigen.
Sie lassen jetzt die Frau in Ruhe! Sonst gibt's richtig Stress, ja?
Es wäre nichts passiert, wenn sie einfach abgehauen wäre danach.
Wo ist der Junge?
Erst müssen Sie alles gehört haben. Sie sagen es jetzt. Oder ich gehe.
Es geht hier um mein Leben!
Nein. Es geht um das Leben eines kranken Jungen.
Ihr Leben haben Sie an die Wand gefahren.
Für Sie ist klar, dass wir zwei die Frau getötet haben.
Ja. Und wir haben Zeugen, die das bestätigen.
Bitte, Sie müssen mir zuhören.
Das ist meine einzige Chance auf ein faires Urteil. Bitte!
Wir hören Ihnen zu.
"Erzählen Sie bitte weiter."
Wir sind ausgestiegen. Ich rannte Jan hinterher.
Jan!
Jan!
Jan, warte doch mal. Bleib stehen. - Die Fotze kann mich mal!
Die darf uns nicht trennen. - Das wollte sie nicht.
Das wird sie auch nicht. Du bist so ein Kindskopf.
Ich fahre jetzt mit ihr weg, und dann bin ich nur für dich da.
Nur du und ich. - Du kannst nicht mit ihr weg.
Willst du mir alles kaputt machen?!
Die macht alles kaputt, nicht ich.
Was ist aus uns geworden? Wir waren immer füreinander da.
Ich war für dich da. - Und ich für dich.
Du kannst nicht mal auf dich selbst aufpassen.
Sind wir keine Freunde mehr? - Kriegst du noch irgendwas mit?
Hey, kriegst dich nicht mehr ein? - Lassen Sie ihn.
Er tut niemandem was. - Sah da drin anders aus.
Sie wissen nicht, worum's ging. - Sie haben 'ne Frau belästigt.
Diese Frau ist meine Freundin. - Umso schlimmer.
Verpiss dich! Dein Scheiß interessiert keinen.
Ihr seid zwei armselige Arschlöcher,
die glauben, man kann Frauen mies behandeln.
Deine Freundin hat Glück, wenn sie dich nie wiedersieht.
Halt deine Scheißfresse!
Die hat mir in die Fresse gehauen! Das glaube ich Ihnen nicht.
Doch, genau so war's.
Deswegen ist Jan ausgeflippt, hat wie irre auf sie eingeprügelt.
Scheißfotze.
Weil er mich beschützen wollte. Aber er ist sonst nicht so.
Er ist wie, wie... ein großer Junge.
Aber diese Frau, die hat einfach nicht aufgehört.
Ihm ist 'ne Sicherung durchgeknallt.
Und bei Ihnen? Ist da auch 'ne Sicherung durchgebrannt?
Vielleicht geschubst, mehr nicht.
Sagen Sie uns, wo Tobi ist.
Wenn Sie die Wahrheit sagten,
dann sollten Sie nicht noch mehr Schaden anrichten.
Claudia wird's Ihnen nie verzeihen, wenn ihrem Sohn was passiert.
Und Sie sich auch nicht.
Beweisen Sie uns, dass wir Ihnen vertrauen können.
Er sitzt in 'nem Taxi unten vor der Tür.
Ich nehm den. Mhm.
Hier!
Hi, Tobi. - Hallo.
Der Arzt soll den Jungen mit ins Krankenhaus nehmen.
Nein, wir gehen kein Risiko ein. Er soll untersucht werden.
Informieren Sie seine Mutter.
Woher wusstest du, dass Tobi außer Gefahr ist?
"Tobi geht es gut", sagte er. Er hat Tobi nicht allein gelassen.
Aber du glaubst ihm doch nicht. Er wirkt nicht wie ein Schläger.
Der will seinen Kopf retten.
Wenn der Richter ihm glaubt, gibt er Böhm die Hauptschuld.
Und Walter ist nur der Mittäter, der die Tat verhindern wollte.
Uns Tobi auf diese Art zu übergeben...
... war ein taktisches Manöver.
Du kannst ihm nichts nachweisen. Der lügt!
Kein Zeuge sagte, dass Hofer zuerst zuschlug.
Niemand sah den ersten Schlag.
Nirgends in den Protokollen gibt's eine Aussage zu diesem Moment.
Das Gericht wird es genauso sehen. Karin Hofer begann die Schlägerei?
Die ist eine Heldin. Keine, wie Sie sich's wünschen.
30 Arschlöcher schauten zu, wie die Frau totgeprügelt wurde,
weil sie sich für eine Frau einsetzte.
Für mich ist sie eine Heldin und wird es auch bleiben.
Ich hab was übersehen.
Bringt mir Böhm und Walter zum Bahnsteig, in einer Stunde.
Und lasst die Station sperren.
Es wäre schön, wenn du dabei wärst.
Der Obduktionsbericht. Jetzt? Nach drei Tagen.
Das war vielleicht Absicht. Hofer starb an einem Herzinfarkt.
Die Schläge und Tritte waren nicht die Todesursache.
Sie können hier nicht rein. Wir schreiben gerade Klausur.
Wo warst du, als das passiert ist auf dem Bahnsteig?
Hier. Nein, das warst du nicht.
Ich sprach mit den Lehrern, die dich unterrichtet hätten.
Du warst dort, in der Bahn.
Ich wäre wohl nie darauf gekommen, wenn du nicht gefragt hättest,
ob deine Mutter einer Frau half.
Das konntest du da noch nicht wissen.
Es stand einen Tag später in der Zeitung.
Ich kann das so gut verstehen, das du's niemandem gesagt hast.
Ich war auch in der Bahn und hab es keinem erzählt.
Aber du warst nicht zufällig in der Bahn, oder?
Nein.
Karin war an dem Morgen bei uns.
Sie stand plötzlich vor der Tür,
aber mein Vater war nicht allein.
Eine andere Frau?
Sie waren schon lange kein Paar mehr.
Waren sogar geschieden.
Meine Mutter hat ihre Show abgezogen,
hat Vaters neue Freundin total angeschrien.
Wusste sie nicht... Nein.
Mein Vater hatte ihr nie was davon erzählt.
Ich auch nicht.
Sie war eh immer so schlecht drauf. Wie hat dein Vater reagiert?
Sie war das Problem,
nicht er.
Sie ganz allein.
Sie hat immer nur sich selbst gesehen, nie die anderen.
Als ich zu meinem Papa gezogen bin,
versuchte sie, die beste Mutter der Welt für mich zu sein.
Aber es ging immer nur um sie,
um ihre Gefühle
um ihre Probleme.
Der ganze Mist, den sie mit mir teilen wollte,
der hatte nichts mit mir zu tun.
Trotzdem bist du ihr nachgegangen.
Ich hab mir Sorgen um sie gemacht. Wart ihr im selben Abteil?
Sie hat mich nicht bemerkt.
* Stumme Szene *
"Ich hätte ihr helfen können."
Ich war so müde. Du musst dich nicht schämen.
So viele Menschen wussten nicht, was sie tun sollten.
"Ich auch nicht."
Aber ich... hab mich weggedreht.
Damit sie mich nicht sieht.
Und dann bin ich in den anderen Waggon.
Hast du deine Mutter da das letzte Mal lebend gesehen?
* Traurige Musik *
Viviane, es ist wirklich wichtig, dass du mir die Wahrheit sagst.
Du bist vielleicht die Einzige, die den Anfang der Schlägerei sah.
Konntest du erkennen, wer zuerst zugeschlagen hat?
Ich wusste, dass du kommst.
Er ist nicht Ihretwegen hier. Er will seinen Kopf retten.
Ist nicht wahr. Sag ihr, dass das nicht wahr ist.
Sagen Sie Ihrem Freund die Wahrheit, wenigstens diesmal.
Als Sie aus der Bahn gekommen sind,
hat Karin Hofer hier gestanden, ja?
Wo waren Sie da?
Jan!
Jan, jetzt warte doch mal.
Ich hab Jan etwa hier eingeholt. Was ist dann passiert?
Ich hielt ihn fest... Ich hab Jan gefragt.
Flori ist mir hinterher.
Jan!
Bleib stehen! - Die Fotze kann mich mal!
Sie darf uns nicht trennen. - Das wollte sie gar nicht.
Das wird sie auch nicht. Du bist so ein Kindskopf.
Ich bin kein Kindskopf.
Ich weiß. Ich weiß.
Und dann stand Karin Hofer plötzlich vor Ihnen. Ja.
Nein. - Doch.
Das war nicht so. - Du erinnerst dich nicht richtig.
Er hat ein schlechtes Gedächtnis. So hat es Ihr Freund ausgesagt.
Sie stand vor uns... Er redet. Ihre Version kennen wir.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Flori, hilf mir.
Was soll ich erzählen? Erzählen Sie, was passiert ist.
Er wollte in die Bahn zurück.
Du kannst nicht gehen. - Mach nicht alles kaputt!
Stieß mich weg.
Sie macht alles kaputt zwischen uns, nicht ich.
Was hab ich denn falsch gemacht? Wir waren immer füreinander da.
Ich war für dich da. - Sind wir keine Freunde mehr?
Kriegst du noch irgendwas mit?
Hey, kriegst dich nicht mehr ein? - Lassen Sie ihn!
Sie kam auf uns zu, stellte sich hierhin.
Hier? (Walter) Ja.
Sicher, dass Sie das tun wollen?
Wer ist das? Das ist Karin Hofers Tochter.
Das kann ich nicht. Bringen Sie mich weg, bitte.
Ich kann das nicht.
Sie hat ein Recht zu erfahren, was mit ihrer Mutter geschah.
Ich wollte ihr nichts tun. Bitte glaub mir.
Dann erzählen Sie, was wirklich vorgefallen ist.
Viviane war an dem Tag auch hier. Sie saß dort in einem der Waggons.
Sie hat Sie gesehen, Sie beide und ihre Mutter.
Deine Mutter hat ihn übel beschimpft und beleidigt.
"Du Vollidiot, Spast." "Schwachkopf" hat sie ihn genannt.
Ich hör so 'n Scheiß gar nicht mehr.
Aber an dem Tag war's ein Scheiß zu viel.
Deshalb haben Sie zugeschlagen. Nein.
Damit hatte das nichts zu tun. Womit dann?
Deine Mutter hat keine Ruhe gegeben.
"Sie hat immer weitergemacht, immer, immer weiter."
Kriegst dich nicht mehr ein? - Lassen Sie ihn!
Kriegst dich nicht ein? - Er tut niemandem was.
Sah aber anders aus. - Sie wissen nicht, worum's ging.
Belästigung.
Sie sollte ihn in Ruhe lassen. Aber sie hat ihn weiter beschimpft.
Die Frau wusste doch nicht mal, worum es in der Bahn ging.
Weißt du, für deine Mutter...
waren wir einfach nur zwei Vollidioten,
die irgend 'ne Frau belästigen.
Und dieses Mädchen ist meine Freundin.
Umso schlimmer.
Verpiss dich! Dein Scheiß interessiert keinen.
Aber sie hat nicht gehört. Sie ging nicht weg.
Sie hat immer weiter geredet.
Ihr seid zwei armselige Arschlöcher,
die glauben, man kann Frauen mies behandeln.
Deine Freundin hat Glück, wenn sie dich nie wiedersieht.
Halt deine Scheißfresse!
Dann ist es einfach passiert.
Spinnst du? - Mir reicht's von euch Wichsern!
Scheißfotze.
Ah! - Drecksau.
Wir wollten ihr nichts tun.
Bitte glaub uns. - Es war meine Schuld.
Er wollte mich verteidigen. - Ich hätt's verhindern können.
Wir hätten zur richtigen Zeit weggehen sollen.
Stattdessen haben wir getreten, alle beide haben wir's gemacht!
Ich weiß nicht, wie das passieren konnte.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Kommen Sie.
* Traurige Musik *
* Viviane weint. *
Danke. Danke, dass du das gemacht hast. Das...
Das war wirklich tapfer von dir.
Die Wahrheit kann Ihnen helfen, damit zurechtzukommen.
* Stimmengewirr *
Nicht auch einen?
Nein.
Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie in der Bahn waren?
Das hatte nichts mit Ihnen zu tun.
Ich hätte eingreifen müssen. An dem Tag hat keiner...
Ich hätte die Bahn stoppen und eingreifen müssen.
Ich war eines von 30 Arschlöchern, die nicht wussten, was machen.
Von mir erfährt's keiner. Ich hab das Band gelöscht.
Sie wissen, das ist nicht legal. Wir machen alle kleine Fehler.
Der Alkoholtest... Der Fall ist abgeschlossen.
Gute Arbeit. Danke.
Jetzt geht nach Hause und kümmert euch um eure Familien.
Willkommen im Team.
* Sanft-melancholische Musik *
Du warst wirklich gut.
Ich meine, in deinem Job.
Nicht zu alt?
* Vogellaute *
Was denkst du, wie alt der ist?
Ich weiß es nicht, und es interessiert mich auch nicht.
Weil er das, was er kann, wirklich gut kann.
Egal wie alt er ist.
Du kannst ja richtig charmant sein.
* Sanfte Klaviermusik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023
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