All language subtitles for Kommissarin Lucas -32- Goldrausch_720x408

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Original subtitles

* unheimliche Musik *

* Ein Mann lacht hämisch. *

(Mann) Danke dir.

* Ein Vogel krächzt. *

(Mann) Großpapa! * Klirren *

* hämisches Lachen *

(Frau) Und, wie gefällt's dir?

Lass meinen Vater ausm Spiel.

* Lachen, unverständliche Stimmen *

(Frau) Was machst du da?

* pulsierende Musik *

Ellen Lucas

(Mann) Hallo?

Hallo?

* spannungsvolle Musik *

Hallo?

* gedämpftes Rumpeln *

* undeutliche Stimmen *

* spannungsvolle Musik *

Hallo?

Ist da jemand?

* lautes Lachen *

* spannungsvolle Musik *

* Vogelzwitschern *

* Verkehrsgeräusche *

* entferntes Hupen *

* ruhige Musik *

* Radio-Song "Small Steps" von Tom Gregory *

* Blinker klackt. *

* leise Stimme aus dem Radio *

Ja, tz...

Ja, was ist denn jetzt?

Was... Was ist denn? Hatten Sie 'n Unfall?

Meine Tochter.

Was ist mit Ihrer Tochter? Wo ist sie?

Ich dachte, Einbrecher... Meine Tochter.

Ich wollte das nicht.

Kommen Sie.

* Motorengeräusch *

* Krähenrufe *

Was ist denn genau passiert, Herr Löhns?

Ich bin aufgewacht. Nach zwölf.

Meine Tochter...

wir hatten zusammen zu Abend gegessen.

Ich dachte, sie ist längst weg. Dann hörte ich im Keller Stimmen.

Was haben Sie gehört?

Mein Eigentum...

muss ich verteidigen!

* Vogelzwitschern *

* unheilvolle Musik *

Ihr behaltet ihn im Auge.

Sie warten, bitte! Geben Sie mir Ihren Schlüssel.

* unheilvolle Klänge *

* melancholische Musik *

* Krähenrufe *

* melancholische Musik *

* laute Schritte *

* spannungsvolle Musik *

* Heizung rauscht. *

* Heizung rauscht. *

* Sie seufzt. *

Im Haus liegt eine Tote. Kathrin Löhns.

Die Tochter des Hauseigentümers.

Er sagt, er hat sie erschossen. Seine eigene Tochter?

Ja.

Gehen Sie rein und schauen sich's an.

Danke, ich muss nicht... Bitte, gehen Sie rein.

* spannungsvolle Musik *

* beklemmende Musik *

* spannungsvolle Musik *

* Heizung rauscht. *

* laute Schritte *

* beklemmende Musik *

(Betty) Hier ist 'n Ausgang zum Garten.

Das soll sich die Spusi mal ansehen.

* beklemmende Musik *

* Klappern *

* unheimliche Musik *

Herr Löhns, wo ist denn die Waffe?

Im Keller?

Ist sie nicht?

Da hab ich sie nicht gesehen und auch sonst nirgends im Haus.

Ja, dann weiß ich's auch nicht.

Wieso besitzen Sie 'ne Waffe? Haben Sie 'n Waffenschein?

Man hat versucht einzubrechen. Vor 'n paar Wochen. Nachts.

Jemand hat am Fenster gerüttelt.

In diesen Zeiten.

Man muss sich schützen!

Haben Sie die Polizei verständigt? Die Polizei! Das ist doch sinnlos.

Wo haben Sie die Waffe denn her?

Vom Vietnamesenmarkt. 'n Markt an der tschechischen Grenze.

Was ist 'n hier passiert? - Johannes!

Papa! Bist du verletzt?

Lucas.

Kripo Nürnberg. Und Sie sind? Johannes Löhns.

Das ist mein Vater. Was ist hier los?

Kommen Sie mal mit.

* melancholische Musik *

Ja, das ist Kathrin.

Das ist...

Es tut mir leid.

Als Kind hab ich sie früher hier durchn Garten geschleppt,

ich war sechs.

Ich war so stolz.

Wie konnt's so weit kommen? Alles nur wegen dem verfluchten Gold.

Gold?

Ja.

In der Finanzkrise 2008 hat mein Vater

viel Geld am Aktienmarkt verloren.

Er fing an, in Internetforen zu lesen.

Diesen Weltuntergangs-Quatsch.

Er hat alle Papiere verkauft. Und alles in Gold investiert.

Mehrere hunderttausend Euro.

Erst hatte er's im Bankschließfach,

dann vertraute er den Banken nicht mehr.

Und jetzt ist das Gold hier? Im Haus?

Im Haus...

Im Garten, im Wald...

(lacht) Weiß der Himmel!

Wussten Sie, dass Ihr Vater eine scharfe Waffe hat? Nein.

Warum hat er vorhin so ablehnend auf Sie reagiert?

Mein Vater meint, ich misch mich in sein Leben ein.

In den letzten Jahren lebte er völlig in seiner eigenen Welt.

* Er schnieft. *

Kathrin und Markus,

mein Bruder und ich, wir waren...

'ne ganz normale, glückliche Familie.

* Vogelzwitschern *

* entferntes Glockenläuten *

(laut) So eine Scheiße!

Und Ihre Mutter?

Die ist früh gestorben.

Was wird jetzt mit ihm. Kann ich ihn mit zu mir nehmen? Nein.

Verhaften Sie ihn? Das werden wir sehen.

Rufen Sie mich an, ja?

Wenn ich irgendwas tun kann. Bitte.

Natürlich.

* spannungsvolle Musik *

* Sie atmet laut ein. *

Ich besorg dir 'n Anwalt.

Wir kriegen das hin.

Hörst du?

* dramatische Klänge *

Vor vier Nächten sah 'n Nachbar 'n schwarzen Geländewagen.

Checken Sie Verkehrsüberwachung, Blitzer und so. Mach ich. Kein Ding.

Wir müssen wissen, woher die Waffe ist.

Auch aufm Vietnamesenmarkt ist das nicht einfach. Ich kümmer mich.

Der Sohn war die ganze Nacht allein zu Hause, also keine Zeugen.

Aber es gibt noch einen anderen Sohn.

Wie hieß der? Markus Löhns. Hier,

das hier, das ist seine Adresse. Wird informiert.

Und was ist mit dem alten Löhns?

Kommt in Gewahrsam.

Nach seinem Geständnis ist er tatverdächtig.

Bringen Sie ihn aufs Präsidium.

Wo standen Sie, als Sie geschossen haben? Können Sie mir das zeigen?

Hier, auf der Treppe. So wie Ihre Tochter gestürzt ist

und den Blutspritzern nach zu urteilen,

kam der tödliche Schuss aus dieser Richtung.

(Frau) Mahlzeit. - Mahlzeit.

So, Kollegen, hier.

Ich hab gesagt, wo ich stand. Die Kellertür zum Garten war offen.

Die ist immer abgeschlossen! Wer hat 'n Schlüssel?

Nur ich, niemand sonst.

Tada! Danke. - Danke.

Und, ist die Spusi schon aufn Goldschatz gestoßen? M-m, nichts.

Ich war bei Ihnen im Keller. Da ist es dunkel.

Aber nicht so dunkel, dass Sie Ihre Tochter nicht erkennen würden.

Wenn ich Kathrin erkannt hätte, dann wären wir jetzt nicht hier.

Was sagt ein Chemiker, dem Gold auf den Kopf fällt?

Au... A, U.

* Er lacht. * Was ist mit Schmauchspuren?

An Händen und Kleidung. Aber nur in geringem Maße.

Er hat selbst geschossen oder er stand daneben.

Oder er hat sie kurz nach dem Schuss angefasst.

Sie wurde jedenfalls aus kurzer Distanz erschossen.

Erinnern Sie sich an den Schuss? Natürlich, was soll die Frage?

Warum sind Sie so gereizt?

Diese dämlichen Fragen! Ich hab doch gesagt, was passiert ist.

Gut. Was ist dann passiert?

Ich bin in die Stadt. Ich bin zur Polizei.

Ich hab Sie gegen 6.30 Uhr angetroffen.

Wenn der Schuss gegen Mitternacht gefallen ist,

was haben Sie dann in der Zwischenzeit gemacht?

Ich hab bei Kathrin gesessen.

Ich hab Abschied genommen.

Ich hab meine Tochter verloren!

Ich übernehme die Verantwortung für das,

was ich getan habe.

Kennen Sie jemanden, der einen schwarzen Geländewagen fährt?

Sie haben mein Geständnis.

Was Neues vom Geländewagen? Noch nichts, Abfrage läuft.

Irgendwas sagt er uns nicht.

Ach... Der Staatsanwalt hat angerufen.

Er hat bereits U-Haft für Herrn Löhns beantragt

und möchte den Fall so schnell wie möglich abschließen.

Ja, wer möchte das nicht? Wir haben 'n Geständnis.

Sagen Sie dem Staatsanwalt, dass es Ungereimtheiten in der Aussage gibt.

Mir gefällt auch nicht, dass er seine Tochter erschießt.

Er kennt die Details nicht.

Warum? Vielleicht hat er gar nicht geschossen?

Okay. Warum behauptet er's dann?

Weil er jemanden schützt? Möglicherweise.

Und wen schützt er?

* Verkehrsgeräusche, Glockenläuten *

Also, sie hat Deutsch und Englisch unterrichtet?

Ja, wir haben die Klassenfahrt nach Liverpool zusammen gemacht.

Kathrin ist eine...

eine prima Lehrerin.

Was war sie für 'n Typ? Echt nett. Also...

super hilfsbereit.

'n bisschen zugeknöpft.

Also, sie ist jetzt nicht groß aus sich rausgegangen oder so.

Und privat?

Freunde? Bekannte?

Na ja, also, männermäßig hab ich jetzt nichts mitgekriegt.

Sie hat nichts erzählt, Geschichten oder so, aber...

vor zwei, drei Wochen hat sie mal einer abgeholt.

Und was war das für einer?

Na ja. Ich hab sie auf dem Lehrerparkplatz gesehen,

sie haben sich geküsst,

sie ist zu ihm ins Auto und sie sind weggefahren.

Können Sie den Mann beschreiben?

Groß,

dunkelblond, trainiert.

Jeans, kariertes Hemd.

Ich war 'n bisschen überrascht. So richtig hat er nicht zu ihr gepasst.

Und sonst noch was? Das Auto?

Das war 'n echtes... 'n richtig fettes Teil.

So 'n schwarzer, großer Geländewagen.

* Motorengeräusch *

* spannungsvolle Musik *

Betty? - Hm? - Hör mal.

"Warum wir dem Staat und seinen Organen nicht mehr vertrauen können.

Wer uns wirklich steuert und manipuliert."

Interessant, ne? - Krass.

* Handy klingelt. *

Frau Lucas? Der Geländewagen gehört dem Freund der Toten.

Sind in der Wohnung Spuren von 'nem Mann?

Keine Fotos, Liebesbriefe oder so.

Kein konkreter Hinweis auf regelmäßigen Männerbesuch.

Betty!

"Aber Kondome."

Fragen Sie die Nachbarn nach Männern.

Und speziell nach jemandem, der groß ist, durchtrainiert, dunkelblond.

Frau Lucas, die Kollegen waren jetzt bei Markus Löhns.

Dem andern Bruder. Trafen ihn nicht an. Handy ist aus.

Wir haben seine Frau erreicht. Die weiß nicht, wo er ist.

Ist die Frau zu Hause?

Sie betreiben ein Yogastudio an der Bärenschanze.

Ich texte Ihnen die Adresse rüber. Gut, ich fahr vorbei.

Schreiben Sie Markus zur Fahndung aus. Vorläufig nur als Zeugen.

Ich hab ein Foto der Geschwister, ich schick's Ihnen rüber. Gut.

* Kamera-Auslöser *

* ruhige Musik *

Frau Löhns?

Der Krankenkassenkurs ist erst um sechs.

Lucas, Kripo Nürnberg. Meine Kollegen hatten Sie angerufen.

Ja, stimmt, wegen Kathrin. Das ist so schrecklich.

Standen Sie Ihrer Schwägerin sehr nahe?

Na ja, eigentlich nicht. Ich kannte sie kaum.

Wir sind erst 'n halbes Jahr zurück. Zurück, von wo?

Ach so, aus Goa. Wir haben uns da kennengelernt und geheiratet.

Wann haben Sie Ihren Mann das letzte Mal gesehen?

Gestern Nachmittag.

Bleibt er öfter nachts weg?

Ab und zu.

Und wo ist er dann?

Das weiß ich nicht so genau.

Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit.

Ah, ja? Um was ging's denn?

Ich glaub, Sie verstehen da was falsch.

Markus ist echt der allerliebste Mensch.

Aber gestern hatten Sie Streit? Ja, weil ich zurück nach Goa will.

Mach ich nächsten Monat. Er will das nicht?

Er sagt, dass er sich um seinen Vater kümmern muss.

Der war auch der Grund, warum wir zurückgekommen sind.

Markus glaubt, dass er seinen Platz in der Familie wiederfinden muss.

* Er seufzt. *

* unheimliche Musik, Rauschen *

* knisternde Schritte *

"Mailbox von Markus Löhns. Nachrichten nach dem Piep."

Markus, weißt du, ich....

Ach, fick dich.

* beklemmende Musik *

* Knacken, ein Vogel krächzt. *

* Türklingel *

* Surren *

Hallo?

Können Sie mir sagen, wo Ihr Bruder ist? Keine Ahnung.

Ich würd gern mit ihm reden. Wir brauchen 'n Anwalt.

Ihr Vater wünscht keinen Rechtsbeistand.

Natürlich braucht er 'n Anwalt. Wenn er der Täter ist.

Das ist nicht klar?

Sind noch 'n paar Fragen offen. Zum Beispiel?

Zum Beispiel, wer könnte durch die Kellertür ins Haus gekommen sein?

Die Tür ist immer geschlossen. Das sagt Ihr Vater auch.

Da ist 'n Schlüssel für Notfälle. Im Vogelhaus, hinten im Garten.

Wer kennt das Versteck noch? Außer Papa? Ich...

Markus und Kathrin.

Erzählen Sie mir noch etwas über Ihren Bruder.

Was erwarten Sie von mir, dass ich meinen Bruder anschwärze?

Dass Sie mir sagen, was Sie wissen.

Und die Schlussfolgerungen überlassen Sie bitte mir.

Markus ist manchmal weggelaufen.

Als Teenager. Wenn er Stress hatte...

mit Papa,

weil er nicht genug trainiert hat.

Markus war deutscher Jugendmeister im Judo.

Aber für meinen Vater war es nie genug.

Einmal haben sie ihn halb erfroren im Wald

nachm Starkregen gefunden. Im Wald?

Markus...

Markus liebt Wölfe.

Als kleines Kind hat er schon gesagt, er ist auch 'n Wolf.

Unser Vater wollte immer, dass seine Kinder brav sind,

lieb, nett.

Einserschüler.

Höflich. Angepasst.

* Wolf hechelt. *

Aber was da aus Markus herausbrach...

damit konnte er einfach nicht umgehen.

* Er lacht. *

* Johannes lacht. *

* Wolf hechelt. *

* Johannes lacht. *

* Wolf hechelt. *

* spannungsvolle Musik *

Was für 'n Verhältnis war das zwischen Markus und Kathrin?

War es harmonisch oder...

Markus war der Meinung, dass Kathrin unseren Vater aufstichelt.

Seine Paranoia ausnutzt.

Von wegen, alle wollen nur sein Gold. Und ist da was dran? Nichts!

Aber ganz offensichtlich hat Ihr Vater Angst.

Er hat sich 'ne Waffe besorgt

und ist im Internet im militanten Umfeld.

Gott, mein Vater ist doch nicht rechts, es ist Unsicherheit.

Er versteht nicht, was in der Welt passiert.

Und das macht ihm Angst. Warum helfen Sie ihm dann nicht?

Mein Vater und ich, wir verstehen uns am besten auf Distanz.

Kathrin und Markus waren immer wie Hund und Katze,

aber dass er sie erschossen hat,

das kann nicht sein.

Nein.

* beklemmende Musik *

"Mailbox von Markus Löhns. Nachrichten nach dem Piep."

Markus, meld dich endlich. Hier brennt die Luft.

Das ist kein Spaß, ruf mich an, sofort!

Arschloch!

Also, was haben wir?

(Fitz) Staatsanwalt Meltke hat angerufen,

er findet die Beweislage im Fall Löhns schlüssig und überzeugend.

Das seh ich anders. Er fragt,

ob wir nicht ausgelastet sind, weil...

Der Staatsanwalt kann mich gerne persönlich anrufen.

Wenn Sie mir was sagen wollen, dann machen Sie's doch.

Wüsste nicht, was.

Wir haben jedenfalls versucht, Kathrin Löhns Handy auszulesen.

Verschlüsselt mit Anti-Spyware ausm Netz. Auch ihr Laptop.

Genauso paranoid wie ihr Vater.

Wir brauchen einfach ein klareres Bild von Kathrin Löhns.

Einerseits die brave Tochter, kümmert sich um ihren Vater.

Verbeamtete Lehrerin, führt ein geregeltes Leben.

Etwas spießig. Auf der anderen Seite:

das verschlüsselte Handy, Verschwörungsliteratur.

Sie bewegte sich wohl in denselben Kreisen wie ihr Vater.

Die Spinner ausm Netz haben 'n Stammtisch.

Hier, Wirtshaus Goldener Hirsch in Schwabach. Jede Woche,

auch heute Abend.

Heute? Ja, dann.

Sie hatten recht. War blödsinnig, den Staatsanwalt vorzuschieben.

Wir kennen uns lange und gut. Können offen miteinander reden.

Sie schaffen keine Atmosphäre, die zu Kritik einlädt.

Soll ich jetzt zu Kritik einladen?

Sie könnten offener sein. Ist auch 'ne Frage des Tons.

Herr Fitz, ich konzentriere mich auf unsern Fall.

Ich würde mich freuen,

wenn Sie konstruktive Gedanken zur Ermittlung beitragen...

und nicht nur Witze.

* Tauben gurren. *

* Motorengeräusche *

* Regen prasselt. *

* Donnergrollen *

Prost, Männer. - Prost.

Guten Abend. 'n Abend.

Geschlossene Gesellschaft. - Wolfgang Löhns schickt uns.

Er ist der Nachbar meiner Mutter.

Ach so?

Meine Mutter möchte 'n bisschen Geld anlegen. In Gold.

Sie hat natürlich keine Ahnung davon. Und ich auch nicht.

Ich hab mein Geld aufm Sparbuch...

und die Negativzinsen. Eine Unverschämtheit!

So ziehen die uns das Geld aus der Tasche.

Na, dann setzen Sie sich doch.

Bitte sehr. - Bitte schön.

Danke schön.

Vielen Dank. Darf ich denn noch 'ne Runde bestellen?

Von mir aus, gerne.

Dann gern noch mal das Gleiche für den Tisch hier.

Mutti, Cognacchen? Danke.

Gerne, Cognac.

* Klirren *

Hallo?

* spannungsvolle Musik *

Ist da jemand?

* spannungsvolle Musik *

Kathrin ist tot.

Die haben deinen Vater festgenommen.

Johannes versucht dich zu erreichen. Der dreht durch.

* beklemmende Musik *

Ich war Sparkassendirektor,

und vor 20 Jahren hätt ich gesagt, Ihr Geld ist bei uns sicher.

Und heute? Na ja...

Um den Euro zu retten, pumpen die billiges Geld in den Markt.

Virtuelles Geld. Das jagt in Millisekunden um die Welt,

hat aber keinen realen Gegenwert mehr.

Wenn morgen alle Menschen zur Bank rennen und ihr Geld wollen,

kollabiert das ganze System.

Und Sie meinen, das passiert, ja?

Dafür sorgen die schon.

Wer "die"? Wen meinen Sie?

Das sag ich jetzt lieber nicht laut.

Es gibt eine gewisse internationale Finanz-Elite,

die nur darauf wartet, auf den Trümmern unseres Systems

ein neues zu errichten.

Ich hab Wolfgang angerufen.

Ach? Und?

Nix. Mailbox.

Tja, schade.

Walter, jetzt lass doch!

Wir haben nichts zu verbergen.

Wie lange kennen Sie den schon, den Wolfgang Löhns?

Wolfgang? Der ist schon in Ordnung.

Und seine Tochter?

Die Kathrin? Ist 'n nettes Mädchen.

Ja, die kümmert sich um ihren Vater, das gibt's heute viel zu selten.

Na ja. Ihrer scheint ja auch in Ordnung zu sein.

Na ja...

Servus. - Servus.

Ah, Paul. Na, komm her, setz dich.

Kommst du mal mit raus, bitte?

Sie entschuldigen mich, bitte? Natürlich.

Ja, dann nutz ich auch gleich mal die Chance. Bier muss raus.

Entschuldigen Sie mich.

Was wollen Sie hier? - Riecht hervorragend.

* unverständliche Stimmen *

Hey, hey!

Stehen bleiben!

Hey!

Was ist denn mit Ihrem Sohn?

Stehen bleiben! * Ein Hund bellt. *

Oh, Scheiße!

Sie bleiben hier. Was?

Kripo Nürnberg. Ich muss Sie bitten, hierzubleiben.

Sie haben mir gar nix zu sagen! Hinsetzen. Sofort!

Scheiße!

Reichsbürgerausweise.

Alle auf Vorstrafen überprüfen.

Und checken Sie, auf wen Waffen registriert sind.

Wir tun hier nichts Ungesetzliches.

Wer ist der Mann, der vorhin mit Ihnen in der Küche war?

Ein Elektrotaser.

In Deutschland ist der Besitz von Schockwaffen verboten.

Unsere Waffengesetze sind ein Witz.

Wenn Bürger kein Recht haben, sich selbst zu schützen.

Gestern Nacht...

wurde die Tochter von Löhns im Keller seines Hauses erschossen.

Vermutlich mit einer illegalen Waffe.

Was? Wollen Sie wirklich unsere Ermittlungen behindern?

Sie wissen nicht, was das für Sie bedeutet.

Jetzt mal langsam. Ich will einen Namen.

Gut. Paul. Weiter?

Paulchen1997@flashmail.ru.

Kontakt läuft nur per Mail. Der Paul kann alles Mögliche besorgen.

Waffen? Ja.

Kennt jemand den vollständigen Namen? Adresse? Telefonnummer?

Hören Sie. Wir sind nicht militant oder so.

Wir sind um unsere Sicherheit besorgt.

Unsere Sicherheit. Leute wie Sie, mit Ihren wirren Gedanken,

die sich noch illegal bewaffnen. Das ist unser Problem für Sicherheit.

* Türklingel *

* leichte Schläge *

* Türsummer *

* spannungsvolle Musik *

Johannes?

(Johannes) Kathrin ist tot.

Stand jetzt:

Papa geht dafür ins Gefängnis. * Er lacht. *

Und wenn er's nicht war?

Ich lass nicht zu, dass Papa ins Gefängnis geht,

wenn er's nicht getan hat. - Was sagst du denn da?

Glaubst du, dass dein eigener Bruder seine Schwester umgebracht hat?

Glaubst du, ich war's?

Hast du das der Polizei gesagt?

Scheiße! - Mach's Maul auf!

Markus, hör auf! - Hör auf!

Lass ihn los! Nimm das Messer weg! Markus, hör auf!

Scheiße, du bist ja total durch! - Und du nicht, oder was?

Dir ist egal, wer Kathrin erschoss. Hauptsache, Papa kommt frei.

Wenn ich dafür ins Gefängnis gehe, ist auch egal.

Du kamst zurück, weil du Geld brauchst.

Hat er in Goa wieder sein ganzes Geld ausgegeben?

Komm, wir gehen. Komm! Komm, bitte!

Papa braucht 'n Anwalt.

Es sind 8000, 9000 Euro Anzahlung.

Du hast das Geld nicht? - Doch.

Aber wir teilen. Fifty-fifty.

Na klar. Aber wieso hast du nichts angezahlt?

Du warst nicht erreichbar.

Mister Finanzberater Big Shot Johannes Löhns! - Hör auf.

Hör auf!

Hört auf, Mann!

* Kampfgeräusche *

* Johannes hustet. *

Wir gehen.

* Johannes stöhnt. *

Scheiße! (laut) Du Arschloch!

* melodramatische Musik *

* Tür fällt zu. *

* beklemmende Musik *

* beklemmende Musik *

Danke!

Was wollen Sie von mir?

Über Paul reden.

Haben Sie Ihre Waffe von ihm?

Er war der Freund von Kathrin.

Kommen Sie, Herr Löhns. Ich will den Mord an Ihrer Tochter aufklären.

Helfen Sie mir dabei, anstatt in Selbstmitleid zu versinken.

Die wollen alle nur mein Gold. Wer? Wovon reden Sie?

Von Ihrer Familie?

Das System ist kaputt.

Alle wollen 'n schönes Leben, alle wollen Wohlstand.

Wen meinen Sie? Ihre Söhne?

Wer 'n bisschen Grips im Schädel hat, der weiß, der Crash kommt!

Jeder bringt seine Schäfchen ins Trockene.

Anstand. Familiensinn. Das zählt alles nicht mehr.

War Markus vorgestern Nacht bei Ihnen?

Was ist in der Tatnacht wirklich passiert?

* unverständliche Stimmen *

* pulsierende Musik *

Ich bin aufgewacht, ich hab Stimmen gehört.

Hallo?

* unverständliche Unterhaltung *

* Sie lacht. *

Sein Schuh im Kühlschrank.

Prost, Papa. - Prost.

Herr Löhns, alles in Ordnung?

Ich bin aufgewacht, ich hab Stimmen gehört, Streit.

Streit? Wer hat gestritten?

* unverständlicher Streit *

Markus und Kathrin?

Prost, Papa, auf dich. - Prost.

* Klirren *

* hämisches Lachen *

Kathrin und Paul?

* undeutliche Stimmen *

Herr Löhns, wer hat Ihre Tochter umgebracht?

* Lachen *

Danke dir.

* verzerrte Stimmen *

Herr Löhns?

* Markus heult wie ein Wolf. *

(Kathrin) Was redest du denn? Du willst doch nur an sein Geld.

* verzerrtes Lachen *

* Johannes lacht. *

Auf den Goldesel.

Johannes?

Nein. Nein.

Wer hat geschossen? War es einer Ihrer Söhne?

Ich weiß es nicht mehr.

* Er schluchzt. *

Ist in Ordnung. Ist in Ordnung.

Ich weiß es nicht mehr.

Haben Sie manchmal Erinnerungslücken?

Nein. Kommt das von Johannes?

Wie heiße ich?

Ich lasse mich nicht demütigen. * Er klopft. *

Machen Sie einen Demenz-Test, Herr Löhns,

und reden Sie mit Ihrem Anwalt. Die Zeit hier drin tut Ihnen nicht gut.

* pulsierende Musik *

* Motorengeräusch *

* pulsierende Musik *

* spannungsvolle Musik *

* ruhige Klavier-Musik *

* Eiswürfel klackert. *

* lautes Ausatmen *

* Pieptöne *

* Er seufzt. *

* Faustschlag *

* Klopfen *

* Pieptöne *

* langer Piepton *

* langer Piepton *

* spannungsvolle Musik, Pieptöne *

* Er stöhnt. *

* pulsierende Musik *

* Klirren *

* Wutlaut *

* Er schreit. * Fuck! Fuck! Fuck!

Scheiße! Fuck!

Er sagt, er hat Stimmen gehört. Streit. Eine dritte Person.

Okay, jetzt mal langsam. Wir glauben ihm,

dass er Kathrin nicht erschoss.

Jetzt behauptet er, dass da 'ne dritte Person war. Glauben wir das?

Wir können nichts von dem, was er sagt, glauben.

Das ist doch praktisch für den guten Herrn Löhns.

Der hat den besten Anwalt Nürnbergs.

Der rät ihm, sein Geständnis zurückzuziehen.

Gestehen macht keinen Sinn, wenn er sich nicht erinnert.

Und wenn seine Kinder ihm das eingeredet haben?

Er versucht krampfhaft, das Chaos in seinem Kopf zu ordnen.

Sie bearbeiten ihn. Irgendwann übernimmt er die Realität,

die sie ihm anbieten.

Das ist 'n guter Punkt.

Aber wenn Wolfgang Löhns nicht der Täter ist,

wer hat dann noch ein Motiv?

Kundschaft!

* spannungsvolle Musik *

Wo waren Sie vorgestern Nacht?

Nach dem Streit mit Vanessa bin ich ins Auto, Richtung Tschechien,

dann hab ich das Auto abgestellt und etwas geschlafen.

Morgens bin ich in den Wald. Sie waren nicht bei Ihrem Vater?

Nein.

Und wenn Sie doch da waren? Und sich mit Kathrin stritten?

Das hat Ihnen mein Vater erzählt? Ich will wissen, ob's stimmt.

Ja, das stimmt. Aber das war nicht vorletzte Nacht.

Sondern?

Das war... vor vier Wochen.

Ich holte den Schlüssel ausm Vogelhaus und schlich rein. Warum?

Ich wusste, dass Papa und Kathrin zu Abend essen.

Ich wollte wissen, was sie macht. Weiter.

(Kathrin) Papa, du darfst nicht auf Markus hören.

Johannes und er, du weißt, was die beiden wollen.

Das Gold, Papa, nur darum geht es!

Du musst mir das glauben, Papa.

Die Scheiße, die sie ihm da erzählt hat. Das ist nicht wahr!

Ich hab sie zur Rede gestellt.

Wir haben gestritten. Und Ihr Vater?

Er hat uns angestarrt. Er hat das nicht verstanden.

Können Sie sich vorstellen, dass Ihr Vater dement ist?

Johannes meint das auch.

Aber ich weiß nicht...

Er hat Aussetzer, ja, aber... So schlimm ist das nicht.

Sie wollen mir erzählen, dass Kathrin gesehen hat,

dass Ihr Vater abdriftet in die Verschwörungswelt.

Und dass sie ihn nicht aufgehalten, sondern bestärkt hat. Warum?

Damit er nur noch zu ihr Vertrauen hat?

Wenn das Gold morgen weg ist, das ist mir so was von egal.

Mir geht's um meinen Vater. Und Ihrem Bruder? Worum geht's dem?

Fragen Sie ihn selbst.

* dynamische Musik *

Schwarzer Geländewagen, wurde gestern Nacht auf der B6 geblitzt,

kurz nachdem dieser Paul dir abgehauen ist. - Ist gut.

Hast du 'n Ausdruck? - Der Wagen ist auf eine Lehmgrube angemeldet.

Das könnte er sein. Ich mach das mal, ja?

Ähm...

Bis nachher.

Bitte, gerne, kein Problem. Nee, fahr ruhig allein.

Betty, rufen Sie Johannes Löhns an. Er soll herkommen. Sofort.

Okay!

Hallo! Alles okay?

Das ist nicht der Mensch, den ich in Indien kennenlernte.

Markus hat sich total verändert.

In Indien waren wir so glücklich.

Wir hätten einfach nicht zurückkommen sollen.

* Motorengeräusch *

(Navi) "Sie haben Ihr Ziel erreicht."

Links oder rechts?

Scheiße!

* Krähenrufe *

* raschelnde Schritte *

* Vogelrufe *

* Frösche quaken. *

* Windrad rauscht. *

* Sand knirscht. *

* Wasser gluckert. *

Er sagt, Sie stecken in finanziellen Schwierigkeiten.

Nein, das stimmt nicht. - Ach, nein?

Das Haus? Der Kredit? - Das hat hier nichts zu suchen.

Du hast Papa um Hilfe gebeten.

Stimmt es, dass Sie Ihren Vater entmündigen lassen wollen?

(Markus) Du willst die Vormundschaft übernehmen.

Mit Verfügungsgewalt über die Konten! - Halts Maul, Markus!

Weil ich mich um Papa kümmern will, er ist ja nie da.

(Markus) Haben Sie das Haus gesehen? Diesen Riesenklotz.

Nur um ihn zu beeindrucken!

Und jetzt sind Frau und Kinder abgehauen

und er kriegt das Teil nicht verkauft.

Er braucht das Gold. * Krachen *

Halts Maul, du Arschloch! Herr Löhns!

Lass mein Kind und meine Frau da raus. * Markus lacht. *

Schluss, Mann!

Johannes, ist wie früher, hm?

Du bist so ein Schwächling. Ist okay.

Warum haben Sie die Demenz Ihres Vaters verschwiegen?

Ich bin mir ja nicht sicher.

Aber immerhin so sicher, dass Sie seine Entmündigung vorantreiben!

Wusste Ihre Schwester davon?

Kathrin hätte das niemals mitgemacht. Ruhe jetzt!

Wusste Ihre Schwester davon?

Ich werd dieses Gespräch nicht ohne meinen Anwalt fortsetzen.

Gut! Ja.

* Schüsse *

* Jemand lacht. *

* Schüsse *

* unverständliche Stimme *

(Fitz) Fuck!

(Fitz) Scheiße!

* Windrad rauscht. *

* unverständliche Stimmen *

Mensch, Fitz, meld dich doch mal!

Frau Lucas! Bei der Auswertung der Spuren aus Kathrin Löhns Wohnung

wurde Fremd-DNA im Bett gefunden.

Und es gab einen Treffer: Paul Meinig.

Der aus dem Goldenen Hirschen.

Vorbestraft wegen Körperverletzung.

Es liegt 'n Haftbefehl gegen ihn vor.

Er ist untergetaucht.

Und Fitz überprüft gerade den schwarzen Geländewagen. Allein?

Er ist nicht erreichbar.

Bestellen Sie 'n Streifenwagen.

Was denkt er sich dabei? Hätten Sie's denn anders gemacht?

(Mann) Schau dir das Ding mal an, ist 'ne Schönheit, he?

(2. Mann) Scheiße, Mann. Ja.

* Schüsse * Fuck! Scheiße!

Das ist geil, Mann.

* Lachen, Schüsse *

(Mann) Gib mal her, Mann.

Mh, warte mal, warte mal!

Wer ist da? Hey!

Fuck! - Wer ist da?

Polizei! Waffe weg!

Alles gut. - Runter damit!

War nur 'ne kleine Schießübung. - Von der Waffe weg!

Von der Waffe weg! * Schüsse *

* Schüsse *

* dramatische Musik *

* Schüsse *

Oh, shit! * Er stöhnt. *

* Motor startet. *

Fuck!

* laute Fahrgeräusche *

* Motor brummt. *

* Windrad rauscht. *

* Frösche quaken, Vogelzwitschern. *

* Fahrgeräusche *

Sie bluten.

Ja, ich weiß, ist nicht so schlimm.

Das seh ich.

Lassen Sie mich mal.

Halten Sie doch mal still. Aber es tut weh. 'tschuldigung.

Ich hab die Schüsse gehört,

und da dachte ich... Sie taten das Richtige,

Sie haben auf Ihren Instinkt gehört, das ist gut, das ist echt gut.

Auch wenn wir mal nicht einer Meinung sind.

* Quietschen *

* Klappern *

* Quietschen *

Alter!

Aber dass Sie einfach so alleine losfahren. Das geht gar nicht.

(Betty) Frau Lucas, das sollten Sie sich ansehen.

Ja, ich weiß, war blöd.

* Windrad rauscht. *

Panzerabwehrrakete.

Klarer Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Verständigen Sie die Kollegen vom Staatsschutz.

Und den MAD.

So, Sie sind seit zwei Jahren unter dem Namen Paul Leonard

in Nürnberg gemeldet. Dieser Ausweis ist gefälscht.

Kein Kommentar.

Herr Meinig. Der Staatsschutz ist auf dem Weg in Ihre Wohnung.

Schön. Sonst noch was?

Der Bundesanwalt wird die Ermittlungen übernehmen.

Und Sie sitzen in ein paar Stunden im Hubschrauber nach Karlsruhe.

Rechtsterroristische Aktivitäten.

Klingelt's bei Ihnen? Jetzt warten Sie mal.

Ich ermittle in einem Tötungsdelikt und ich rate zur Kooperation.

Sie brauchen wirklich Pluspunkte. Wer ist denn gestorben?

Kathrin Löhns.

Kathrin?

Sie hatten ein Verhältnis, nicht wahr?

Es war mehr als 'n Verhältnis.

Sie waren vor fünf Tagen bei Wolfgang Löhns zu Hause, warum?

Ich hab eine Bestellung ausgeliefert.

Eine Granatkiste. Aus Panzerstahl, mit Asbest ausgestattet.

Aus russischen Armeebeständen. Wozu braucht man so was?

Keine Ahnung. Fragen Sie ihn!

Und Sie haben ihm eine Waffe geliefert, eine 45er.

Wann genau war das? Vor ungefähr drei Wochen.

Kathrin sagte, er fühle sich sicherer mit einer Waffe.

Also nach dem versuchten Einbruch.

Waren Sie das? Nein.

Wollten Sie bei Löhns einbrechen? Nein, so war das nicht.

Ich sollte es versuchen.

Nachts 'n bisschen Lärm auf der Terrasse machen. Kathrin wollte das.

Damit ihr Vater Angst bekommt.

Kathrin wurde mutmaßlich mit der Waffe erschossen,

die Sie ihrem Vater besorgt haben.

Diese Familie ist so verrückt.

Kathrins Vater kapiert gar nichts mehr.

Er hat mich dauernd Markus genannt.

Kathrin redet so gut wie gar nicht über ihre Brüder.

Irgendwas war da.

Irgendwas mit dem Tod der Mutter.

(Betty) Frau Löhns war sofort tot.

Wolfgang Löhns saß am Steuer. Es war spätnachts.

Er verlor die Kontrolle über das Auto.

Er und Johannes blieben unverletzt.

Wie alt war der Junge da?

Zwölf. Ja.

Er war das einzige Kind, das beim Unfall dabei war. Stimmt.

Das Kind stand unter Schock,

war sehr aufgebracht in Bezug auf seinen Vater, der den Wagen fuhr.

Klopf, klopf. Paul Meinigs Alibi ist hieb- und stichfest.

Kann man nichts machen. Damit scheidet er als Verdächtiger aus.

Und der Staatsanwalt hat angerufen.

Wolfgang Löhns hat sein Geständnis widerrufen.

Sein Anwalt hat die Indizien in der Luft zerpflückt.

Und damit entlassen wir ihn in die fürsorgliche Obhut seiner Familie.

* melodramatische Musik *

Siehst müde aus, Papa.

Danke für den Anwalt.

Ist doch klar, Papa.

Ich mache einen Demenztest.

Gut, Papa.

Ja. Das ist gut. - Ich will nach Hause.

Wir essen heute Abend mit Markus und Vanessa.

Du bleibst bei mir. - Du sollst mich nach Hause fahren.

Hast du nicht verstanden? Nach Hause, Johannes.

* Tür knallt zu. *

Papa.

Papa, warte mal kurz.

Ich bin froh, dass du wieder da bist. Wir schaffen das alles.

Schon gut.

Was ist denn passiert?

Johannes...

Papa. Ich kann dir das erklären.

Sie sind gekommen.

Das Gold...

Ja, aber vielleicht haben Sie's nicht gefunden, Papa.

Wo ist es?

Wir bringen's gemeinsam in Sicherheit. Ich kann dir helfen.

Aber wir müssen schnell machen. - Ja. Wir müssen schnell machen.

Bevor sie wiederkommen.

Papa.

Wo ist das Gold?

Wo?

Ich weiß nicht.

Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht mehr!

* Er schluchzt. *

* Er weint. *

Es ist okay, Papa.

Es ist okay.

Es ist nicht wichtig. * Er schluchzt. *

Komm. Ich bring dich nach Hause.

* Telefon klingelt. *

Was machst du?

Ich überlege, wozu der Löhns 'ne feuerfeste Kiste braucht.

Ja. Hierfür...

Was ist das? - Die Heizungsanlage im Keller.

* nachdenkliche Musik *

* Motorengeräusch *

* Türklingel *

* Türsummer *

Hallo! Frau Lucas.

Das ist jetzt echt unpassend.

Wer kommt denn? Mein Bruder und seine Frau.

Und wo ist Ihr Vater? Oben in der Badewanne.

Er bleibt jetzt erst mal hier. Wollte er das?

Die Haft hat ihm nicht gutgetan. Er ist fünf Jahre gealtert.

Das haben Sie zu verantworten.

Wir prüften Ihre Vermögensverhältnisse.

Ihr Bruder hat recht. Sie sind pleite.

Sie hatten eine Festanstellung als Vermögensverwalter,

aber machten sich vor zwei Jahren selbstständig.

Genau während der Bauphase dieses Hauses.

Sie haben sich übernommen. Hören Sie, ich sag Ihnen...

Ich glaube nicht, dass es Ihnen um das Vermögen Ihres Vaters geht.

Sie geben ihm die Schuld an dem Unfall.

Dafür haben Sie ihn gehasst.

Natürlich haben Sie ihn auch geliebt, natürlich.

Aber Sie hatten Ihre Mutter verloren.

Sie hätten ihn gebraucht.

Sie brauchen ihn noch jetzt.

Ich bin kein Kind mehr.

Warum tun Sie so, als ob Ihnen seine Zurückweisung nichts ausmacht?

Er hat Sie als einziges Kind ins Internat gesteckt.

Wollen Sie mir erzählen, dass das Ihre Idee war? Nein.

Das hat er entschieden.

Was ist damals bei dem Unfall passiert?

* beklemmende Musik *

* Er seufzt. *

Mein Vater und meine Mutter stritten. Wie so oft.

Aber diesmal hab ich Partei bezogen für meine Mutter.

Er wollte, dass ich still bin, hat sich zu mir gedreht

und mich angeschrien.

Meine Mutter wollte noch ins Lenkrad greifen. Aber es war zu spät.

Und danach?

Hat er mich nie wieder angesehen.

Konnte mir nie mehr in die Augen sehen. Bis heute.

Aber jetzt muss er das, weil er Sie braucht.

Und Sie haben Ihren Vater ganz für sich allein.

* beklemmende Musik *

Was sagt Ihr Bruder dazu? Der hat den Verstand verloren.

Seit er aus Goa zurück ist, schleicht er sich oft in das Haus,

legt sich in sein altes Bett und schläft dort.

Das hat er Ihnen gesagt?

Vanessa rief mich nachts an und fragte, wo ihr Mann ist.

Wollen Sie mich überzeugen, dass Ihr Bruder Kathrin erschossen hat?

Ich weiß nur, dass ich es nicht war.

Kathrin ist tot.

Und nichts macht sie wieder lebendig.

Ich habe die Chance, die Reste meiner Familie zusammenzuführen.

Das ist mir wichtig, sonst nichts.

* Es klopft. *

Mein Bruder. Entschuldigen Sie mich.

Kommt rein!

Hi. - Frau Lucas.

Danke für die Einladung. - Frau Lucas. Essen Sie mit uns?

Ich wollte gerade gehen. Ja, das ist das Beste.

Ich hol Papa noch aus der Badewanne,

und der Vogel ist auch bald gar.

Bleiben Sie doch zum Essen. Sie hören es, der Vogel ist gar.

Vielen Dank.

* beklemmende Musik *

* bedrohliche Musik *

* beklemmende Musik *

* verzerrtes Lachen *

* undeutliche Laute *

* undeutliche Stimme *

Papa.

Willkommen zu Hause, Papa.

Okay. Setzt euch. Hier, Papa.

Ich würd sagen, wir fangen gleich mit der Suppe an.

Setzt euch, na los! - Wo soll ich mich hinsetzen?

Da.

* beklemmende Musik *

* Vogelzwitschern *

* spannungsvolle Musik *

Da ist was drin.

Soll ich lieber machen, ist 'n ziemlich heißes Eisen.

* Quietschen *

* Scheppern *

Jetzt rufen wir Lucas an.

* Handy klingelt. * Ja, Lucas.

(Fitz) "Wir fanden die Granatkiste in der Heizungsanlage."

In der Heizungsanlage? "Ja. Und das Gold ist weg."

Ja, aber das bedeutet,

dass es diese dritte Person wirklich gab,

die ins Haus eingedrungen ist...

und die das Gold genommen hat. Ja. Und die...

die von Kathrin Löhns überrascht wurde.

(Fitz) "Noch jemand wusste vom Schlüssel."

* spannungsvolle Musik *

* Ein Hund bellt. *

Hör auf.

Hey,

was ist los?

Ich halt das nicht aus.

Es ist grauenvoll.

Das ist meine Familie.

Der Burgfrieden ist wichtiger als alles andere.

Der schöne Schein. - Der schöne Schein.

Hey, du hast recht.

Wir gehen zurück nach Goa. So schnell wie möglich.

Meinst du das ernst? - Ja.

Dahin, wo wir glücklich sind.

(Johannes) So, na, kommt. Kommt, lasst uns essen.

So, Papa. Die Gans ist fertig.

Vorsicht. Oh... * Er lacht. * die ist ganz schön schwer.

So, dann wollen wir mal sehen,

ob ich das hinkriege.

Kathrin.

Markus. Schön, dass ihr euch vertragt.

Das hätte eurer Mutter gefallen.

Komm, ist in Ordnung, er ist verwirrt.

Das ist es nicht nur.

Nach ihrem Tod, wenn einer von uns was falsch gemacht hat,

dann hieß es immer: "Deine Mutter wäre enttäuscht."

"Das hätte sie sich gewünscht."

Ich hab das so gehasst.

Was für 'n Vater tut so was?

Um seine Kinder kleinzuhalten, benutzt er ihre tote Mutter.

Damit sie gehorchen, keine Widerrede geben.

Weißt du, was du getan hast, Papa? Erinnerst du dich?

Hör auf. Das ist Jahre her.

* Es klopft. *

Das glaub ich jetzt nicht.

Was wollen Sie? Wir fanden das Versteck Ihres Vaters.

Sie haben was? - Sie haben das Gold? - Wer ist das?

Die Kiste. Leer.

Das Gold ist weg. Weg? Was bedeutet weg?

Frau Löhns.

Sie haben mir gesagt, Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist.

Dabei hat Ihr Schwager es Ihnen doch erzählt.

Dass er nachts ins Haus seines Vaters schleicht

und sich in sein altes Bett legt.

Ja, das stimmt.

Was beweist das?

Haben Sie ihn da gesucht? In der Nacht, als Kathrin erschossen wurde?

Das reicht. Ich hab Hunger. Johannes, schneid die Gans an, bitte!

Deshalb sind Sie hingefahren. Schneid die Gans an!

Markus, hör auf, bitte. - Was? Ich hab Hunger.

Hör auf damit! Hör auf damit!

Markus, du gehst jetzt auf dein Zimmer. Ich zähle bis drei.

Nein, Papa. Du zählst nicht mehr. - Zwei.

Die Zeiten sind vorbei.

Hört einfach auf, bitte!

Frau Löhns.

* beklemmende Musik *

Ich wollte Markus nach Hause holen. Zu mir.

Sie wussten, wo der Schlüssel lag.

Markus hat es mir mal gesagt, für Notfälle.

* Pieptöne *

Zuerst war da nur so 'n Alarmgeräusch, dem ich gefolgt bin.

* Pieptöne *

* spannungsvolle Klänge *

* Pieptöne *

Es war reiner Zufall, dass ich auf das Gold gestoßen bin.

* Pieptöne *

Was ist dann passiert?

Ich dachte, wenn dieses Gold weg ist,

dann können wir endlich glücklich sein.

Doch dann war da plötzlich Kathrin.

Was machst du da?

Kathrin, warte mal.

Ist Markus auch hier?

Was wollt ihr? Was wollt ihr von meinem Vater?

* Kampfgeräusche *

* Schuss *

Ich wollte das nicht. Wirklich!

Die Waffe haben Sie mitgenommen.

Als Löhns in den Keller kam, waren Sie längst weg.

Was ist mit dem Gold?

Das hab ich weggeworfen, in den Fluss. Alles.

Bis auf das hier.

Die kenn ich von 'nem Foto. Die hat seiner Mutter gehört.

Ich wusste, dass sie ihm viel bedeutet.

Ich war's.

Aber ich wollt's nicht.

Ich hab sie zu Hause versteckt, aber er hat sie gefunden.

* melancholische Musik *

* Sie stöhnt. *

Er weiß, was ich getan hab,

aber er hat mir verziehen.

* Sie schluchzt. *

Okay, alles klar.

Die Bergung verschiebt sich, die Taucher stecken im Stau.

Tja,

wir könnten Kaffee trinken.

Dahinten gibt's 'n kleines französisches Café.

Ich würd Sie einladen? Kaffee geht immer.

Oha. Wie?

Nee. Nix. Ist neu. Aber gut. Okay.

Was passiert, wenn man Gold an der Luft liegen lässt?

Ich will's nicht wissen. Wird geklaut.

* Er lacht. *

* Vogelzwitschern *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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