All language subtitles for Kommissarin Heller 1x07 Verdeckte Spuren.deu

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Original subtitles

* Düstere Musik *

Winnie Heller

Hendrik Verhoeven

* Rauschen *

* Spannungsvolle Musik *

* Rauschendes Atmen *

* Unverständlicher Funkspruch *

* Düstere Musik *

* Rauschendes Atmen *

* Stimmengewirr *

Morgen.

Hey, Mädchen, kannste mal jemanden holen, der hier zuständig ist?

Erster Satz und schon scheiße. Ich bin zuständig.

Gehen Sie bitte hinter die Absperrung.

Ich hab so ziemlich alle gefragt, die haben nichts gesehen.

Kümmern Sie sich um den Typ mit dem Bike,

und machen Sie Bilder von den Leuten.

Morgen, Heller. Morgen! Gibt's die nicht in XL?

Das ist XL. Hier. Oh.

Den werden Sie da drin brauchen.

* Vogelzwitschern, Stimmengewirr *

* Funksprüche *

Wahnsinn.

Kann man wohl sagen.

Solche Bilder hab ich in der Grundschule gemalt.

Meine Mutter musste zum Rektor.

Ist schon der dritte Einbruch in einem Monat.

Immer nach demselben Muster.

Entwendet werden Bargeld, Schmuck, Technik,

alles was handlich ist und sich gut zu Geld machen lässt.

Und immer der Löschschaum. Ammoniumsulfat.

Genau. Das Pulver hat alle brauchbaren Spuren vernichtet.

Wer hat die Leiche gefunden?

Die Nachbarin. Wollte Blumen gießen.

Die Besitzerin ist im Urlaub auf Madeira.

Kommt morgen mit der ersten Maschine.

Wissen wir, wer das Opfer ist?

Privater Wachschutz. Heißt Marcel Schultz.

Er ist verheiratet.

Erschlagen mit einem stumpfen Gegenstand, frontal ins Gesicht.

Das ist kein schöner Anblick.

Todeszeitpunkt? Der Pathologe ist unterwegs.

Aber das kann noch nicht so lange her sein.

Als wir den gefunden haben, war er noch warm.

Da fehlt ein Bild. Haben wir das mitgenommen?

Vielleicht war's ja auch der Einbrecher.

* Angespannte Musik *

Es gibt wohl einen Zeugen.

Angeblich ist der Einbrecher in ei- nem weißen Lieferwagen abgerauscht.

Wir überprüfen die Überwachungskameras in der Umgebung.

Hatte der Zeuge 'ne Lederjacke, Mountainbike?

Ja.

Den hab ich gesehen.

Scheiße, wo ist der denn jetzt?

Ich weiß es nicht, aber wir haben ja die Aussage.

Wer sagt's der Witwe?

Sie sind dran. Echt?

Ja. * Sie seufzt. *

* Bedrückende Musik *

Frau Schultz? Ja?

Winnie Heller, Kripo Wiesbaden.

Kann ich Sie kurz sprechen?

Wie, ist was passiert? Ist was mit Marcel?

* Schwermütige Musik *

* Entfernte Kinderrufe *

Willst du was spielen?

Ich könnt dir was vorlesen.

Ich hab heute ein Geschenk gekauft, für meinen besten Freund.

Der heißt Verhoeven.

Meistens hat er schlechte Laune, weil er immer Hunger hat.

Er hat mir erzählt, dass er als Kind immer

ein ganz bestimmtes Spielzeug haben wollte,

weil er dachte, dass er davon Superkräfte kriegt.

Dass er endlich mutig wird.

Ich zeig dir das mal, komm.

War tierisch teuer.

Alles klärchen.

Sie ist wieder ansprechbar. Du kannst rein zu deiner Mama!

Kann ich ihr Fragen stellen? Klar.

Aber ob Sie 'ne Antwort kriegen...

* Sie weint. *

Frau Schultz, kann ich Ihnen ein paar Fragen stellen?

Ich kann auch später wiederkommen.

Der Marcel, der sollte heute gar nicht arbeiten.

Sein Kollege hat angerufen, ob er einspringen kann.

Wir wollten heute eigentlich...

* Sie schluchzt. *

* Leise, traurige Musik *

Oh Gott!

Oh Gott!

* Schwermütige Musik *

Also, was haben wir?

Ja, Tatwaffe war höchstwahrscheinlich der Feuerlöscher.

Wir haben rote Lackreste in der Wunde des Wachmanns gefunden.

Sonst nichts. Es ist wie bei allen anderen Einbrüchen:

Der Schaum hat alle verwertbaren Spuren vernichtet.

Aber jetzt haben wir zum ersten Mal einen Toten.

Wahrscheinlich wurde der Einbrecher überrascht.

Wir haben nur den Augenzeugen. Der hat einen Lieferwagen gesehen,

aber weder den Fahrer noch das Nummernschild.

Mit dem müssen wir reden.

Warum immer dieser Schaum?

Der ist so ...

der ist so laut.

Ist das jetzt wieder eine Ihrer Ahnungen oder...

Nee, ich glaub, da will uns jemand was sagen.

Vielleicht will auch nur jemand sichergehen,

dass wirklich alle Spuren vernichtet wurden. Ja.

Gut, dann reden wir jetzt mit dem Augenzeugen.

Ja, da gibt es leider ein kleines Problem.

Der Kollege, der die Aussage des Zeugen aufgenommen hat,

hat sich leider keine Anschrift geben lassen. Was?

Das ist unsere einzige Spur! Wie kann das passieren?

Keine Ahnung.

Haben wir irgendwo die Bilder von den Schaulustigen?

Ab hier fortlaufend. Okay.

Der hat sich heute Morgen ganz intensiv

mit 'ner Frau vor dem Haus unterhalten.

Sie waren doch vor uns da. Wissen Sie, wer das ist?

Jaja, das ist die Nachbarin. Die hat die Leiche gefunden.

Gut, dann sprech ich mal mit der. Kommen Sie?

Ja. Äh ... Heller ...

Ich hab mit Verhoeven noch was zu besprechen.

Ich fahr schon mal.

Haben Sie schon einen Nachfolger für mich gefunden?

Darüber wollte ich mit Ihnen reden.

Die Kollegen stehen nicht gerade Schlange,

um mit Heller zu arbeiten. Eher im Gegenteil.

Na ja, so schlimm ist sie auch wieder nicht.

Haben Sie's ihr schon gesagt?

* Bedrückende Musik *

Eben.

Na da, gleich da bei dem ...

bei diesem... Wie heißt der noch mal? Ce ... Cechan oder so was?

Ganz komisch. Kennst du doch, oder? Hi.

Hey.

Kann ich was für dich tun?

Mit der Hand alles okay?

Was?

Ich dachte, vielleicht sind Ihre Finger zu dick,

um die Adresse von dem Zeugen aufzuschreiben.

Oder sind Sie Legastheniker? Machen Sie Ihren Job.

Und per Du sind wir auch nicht. Das kann sich ja noch ändern.

Ich hätte zum Beispiel heute Abend Zeit.

Immer schön locker bleiben.

* Er lacht. *

* Bedrohliche Musik *

* Leise, pochende Musik *

* Unheimliche Musik *

(Frau) Hallo?

Ja?

* Angespannte Musik *

Was machen Sie denn da?

Winnie Heller, Kripo Wiesbaden.

Sie sind die Nachbarin. Zu Ihnen wollte ich gerade.

Ich dachte, die Renate ist zurück.

Wer war denn der Mann,

mit dem Sie heute Morgen vor dem Haus gesprochen haben?

Jan. Jan Drexler. Der macht hier die Gartenarbeit.

Bei mir auch. Ich brauch die Adresse.

Ist schwierig.

Wieso? Der hat keine.

Der wohnt im Wald.

Aber ich hab seine Handynummer.

Ich ruf ihn immer an, wenn ich was brauche.

Wenn Sie ... was genau brauchen? Bitte, was?

Die Art und Weise, wie Sie ihn angefasst haben,

das sah nicht nach Gartenarbeit aus. Sie sind ziemlich direkt.

Ja.

Wissen Sie, was auf dem Bild war?

Ja, das ... war die Renate mit ...

weiß nicht wem.

Wieso? Die Nummer.

Von Jan Drexler.

* Unheimliche Musik *

Herr Drexler, hier ist Winnie Heller, Kripo Wiesbaden.

Ich hab noch Fragen zu Ihrer Zeugenaussage.

Rufen Sie mich bitte zurück.

* Ruhige, schwermütige Musik *

(AB) "Sie haben neue Nachrichten." * Piepton *

"Hallo, Winnie, hier ist Mama."

"Ich hab dir mal ein paar Prospekte von Pflegeeinrichtungen geschickt."

"Morgen schau ich mir welche davon an."

"Wär schön, wenn wir drüber sprechen könnten."

"Ist alles ein bisschen viel für mich."

"Meld dich."

"Bitte." * Piepton *

Hallo. Hallo.

Also: Bücher und CDs sind so gut wie verpackt.

Bei der Gelegenheit hab ich ein paar von deinen Anzügen aussortiert.

Musst du mal durchschauen.

Und die Umzugsfirma hab ich noch mal runtergehandelt. Ja?

Hast du's der Heller schon gesagt?

Nee, es hat sich nicht ergeben.

Hendrik... Hast du Angst vor ihr?

Nein, aber ich...

Die hat gerade wieder so einen Stress mit ihren Eltern und...

Ich hab auf den passenden Moment gewartet.

Und dann war er plötzlich vorbei, mhm.

Genau. Aber du weißt schon:

Je länger du wartest, desto schlimmer wird's für sie.

Ja, das weiß ich. Ich krieg das hin.

Warte mal, die sind doch noch ganz okay, oder?

Nee, find ich nicht.

Ich finde, du könntest dir mal was Neues leisten.

* Tür wird geöffnet. *

* Leise Musik aus dem Zimmer, Kussgeräusche *

Papa? Ja?

Hast du mit Winnie gesprochen?

Nee, das mach ich noch. Wann denn?

Wenn wir weggezogen sind, oder was?

Was soll ich ihr sagen, wenn sie mich anruft? Ich kann sie nicht anlügen!

Ist keine Lüge, wenn du's nicht ansprichst.

Danke, Frau Anwältin, das hilft mir. Ich sag's ihr morgen, versprochen!

* Tür wird geschlossen. *

* Lautlos *

* Bedrohliche Musik *

* Unheimliche Musik *

(Frau) Morgen!

Morgen.

* Lautes Scheppern *

* Scheppern der Leiter *

* Vogelzwitschern *

* Unheimliche Musik *

Herr Drexler, Winnie Heller noch mal.

Ich bräuchte noch mal eine genaue Beschreibung.

Ich komme von der B54 und fahre die Weinberge hoch.

(Telefon) "Ja, genau richtig. Du fährst einfach die Straße weiter."

"Und dann... Siehst du den Wald?" Ja.

(abgehackt) "Da musst du so ... ein und dann einfach d..."

Was? "Straße weiter."

Hallo? Ach, Scheiße!

* Angespannte Musik *

* Ein Specht klopft. *

Ich bin jetzt bei der Sperre.

"Dann musst du einfach nur die Straße weiter." Okay.

"Dann kommt so ein kleiner Weg, dann gehst du über den Fluss."

"Und dann bist du eigentlich gleich da."

* Vogelzwitschern *

* Fliege summt. *

* Vogelzwitschern *

* Leise, unheimliche Musik *

Herr Drexler?

* Tür knarrt und quietscht. *

* Unheimliche Musik *

Hallo?

* Schritte nähern sich. *

Ach...

Das Mädchen.

Kommt die einfach so hier reinspaziert.

Legen Sie mal die Axt weg.

Hunger?

Der Wagen, den Sie vor dem Haus von Frau Jensen gesehen haben...

Kleiner weißer Lieferwagen, hinten orangene Tür. Genau.

Haben Sie den Fahrer gesehen? Nein, der fuhr gerade ab.

Was haben Sie da eigentlich gemacht?

Ich mach den Garten für die Nachbarin.

* Vögel zwitschern, Specht klopft. *

Sie machen den Garten...

Wie lang wohnen Sie hier schon?

Das ist 'ne gute Frage.

Das Haus gehörte meinem Onkel.

Als Kind war ich häufig hier.

Drinnen, der Sessel vor dem Fenster.

Da hat er sich erschossen.

Zuerst den Hund.

Und dann sich.

Ich war sieben, als ich ihn gefunden habe.

Willste eins?

Was haben Sie gemacht, bevor Sie hierhergezogen sind?

Ich war in Frankfurt Lehrer für Geschichte, Physik und Chemie.

Warum sind Sie's jetzt nicht mehr?

Ah.

Ich hatte es so satt.

Ausgebrannt nennt man das wohl.

Zurück zur Natur.

Ja. Genau.

Haben Sie Familie?

Bleibst du zum Essen?

Ich weiß ja jetzt, wo ich Sie find.

Danke. * Handyklingeln *

Gehen wir gleich essen? Gerne.

Heller? "Ich brauch 'ne Personenüberprüfung."

"Jan Drexler."

War bis vor zwei Jahren Lehrer in Frankfurt.

(abgehackt) "Familienverhältnisse, Finanzen..."

Hallo?

Hallo?

Heller? Heller?

(leise) Scheiße.

* Vogelzwitschern *

* Beunruhigende Musik *

Fick!

* Musik wird bedrohlicher. *

* Krachen, sie schreit auf. *

Ach, Scheiße!

* Schmerzenslaute *

* Vögel zwitschern, Eichelhäher krächzt. *

* Sie seufzt. *

* Leises Ächzen *

(ruft) Hallo?

* Sie seufzt. *

* Ächzen *

(leise) Fuck!

Hast du dich verletzt, Mädchen?

Nee.

Soll ich dir helfen? (schreit) Nein!

* Vogelzwitschern *

* Sie keucht. *

* Sie atmet laut. *

Zum Auto geht's da lang.

Dass Wildern strafbar ist, ist Ihnen schon klar?

* Unheimliche Musik *

Ach, Silvie, ich wollt dich nur fragen,

wenn du in Karlsruhe noch keine Wohnung hast,

ich kenn da 'nen guten Makler. - Danke.

Aber das ist alles schon erledigt.

15 Jahre!

Ich erinner mich noch ganz genau an deinen ersten Tag bei uns.

Und jetzt - Anwaltschaft beim Bundesgerichtshof.

Wenn ich dich noch umstimmen kann... Größeres Büro, doppeltes Gehalt...

* Sie lacht leise. *

Ich will nach Karlsruhe.

Aber wenn du was brauchst, sagst du Bescheid, okay?

Hey, das hat ja ewig gedauert, was?

Gibt's noch was zu essen? Jaja.

Und, haben wir was über Drexler?

Das ist noch in Arbeit. Ach ja, und die Jensen...

Die ist aus Madeira zurück. Und Heller?

Ich, äh, würde ganz gerne was mit Ihnen besprechen.

Was denn?

Ah... Gehen Sie doch erst mal was essen, oder?

Mhm. Geht auch später.

Sicher? Jaja.

* Düstere Musik *

(Frau, entsetzt) Nein!

(verzweifelt) Oh nee!

Wer macht denn so was?

Wer macht denn so was? Frau Jensen...

Das krieg ich nie wieder raus!

Seit wann haben Sie Wachschutz?

Noch nicht so lange. Aber ein paar Wochen schon.

Hat das mit der Einbruchsserie zu tun?

Höchstens unbewusst.

Hier sind die Namen der bisherigen Einbruchsopfer. Schauen Sie mal,

kennen Sie jemanden? Nee.

Nee, da kenn ich niemanden.

* Bedrückende Musik *

Oh nee! Oh, meine Töpfe!

Frau Jensen, hier fehlt ein Bild.

Sagen Sie mir bitte, was da drauf war.

Das war 'ne Landschaft. Sylt mit Dünen.

Sicher?

Ich bin zwar schon 60, aber noch nicht senil.

* Leise, düstere Musik *

Das hab ich in Ihrer Post gefunden.

Sie durchsuchen meine Post?

Sagt Ihnen das was?

Was soll das denn sein?

* Unheimliche Musik *

Können Sie mich jetzt bitte alleine lassen?

Ich meine, ich muss das jetzt hier in Ordnung bringen.

Ich krieg am Wochenende Besuch, verstehen Sie das?

Ja, ich verstehe.

* Lautes Summen *

* Beunruhigende Musik *

* Stimmen im Haus *

Auf Wiedersehen, Frau Heller. Wir bereiten für Ihren Mann alles vor.

Winnie!

Das ist aber schön, dass du da bist.

Ich dachte, du interessierst dich nicht dafür, wo Papa unterkommt.

Komm, wir gehen noch mal rein.

Was macht denn der Typ mit deiner Tasche?

Und ... Sie sind Giselas Tochter?

Was? Ich bin Markus. Freut mich.

Winnie, das ist der Markus.

Das hab ich schon gehört, aber ich kenn ihn nicht.

Markus ... ist ein Freund.

Du ... hast doch überhaupt keine Freunde, Mama.

Ich bin schon ... ein bisschen mehr, oder?

Was?!

Ach so!

* Ernste Musik *

Papa muss ins Heim, damit du in Ruhe rumvögeln kannst.

Moment mal!

Was ich mit wem zu Hause mache,

das geht dich überhaupt nichts an!

Hast du auch nur einmal gefragt, wie's mir geht?

Oder ob du helfen kannst? Ich mach das alles allein mit Papa!

Ich erklär ihm, wer ich bin, wenn er's vergessen hat.

Ich such ihn, wenn er wegläuft.

Ich wasch ihn und putz ihm den Hintern,

wenn er nicht mehr weiß, wo die Toilette ist!

Du hast dich doch nie interessiert, was mit Papa ist!

Das gibt's ja nicht!

Jetzt kommt wieder die Nummer mit dem Handy!

Entschuldige, Markus.

Komm, wir gehen.

* Beklemmende Musik *

* Handyklingeln *

Ja? "Wir haben den Lieferwagen."

Ich komm.

* Spannungsvolle Musik *

* Schwermütige Klaviermusik *

Kommen Sie? Ja.

Also der Wagen passt zu Drexlers Beschreibung.

Wie heißt der Typ noch mal von der KTU?

Wenn's ein Zierfisch wäre, wüssten Sie seinen Namen, richtig?

Aber gut, er ist ja erst seit drei Jahren Ihr Kollege.

Also, wie heißt er?

Rottmann heißt er. Paul Rottmann. (leise) Danke.

Was wollten Sie mir vorhin sagen? Ist was mit Nina?

Mit Nina? Nö, wieso?

Die geht nicht an ihr Handy. Geht immer nur die Mailbox ran.

Ach so...

Ich...

Tag! Also ... wird schwer, da noch was zu finden.

Der Wagen ist komplett ausgebrannt.

Da wusste einer genau, wie man's macht.

Haben Sie Spuren von 'nem anderen Wagen gefunden? Nee.

Wie ist der dann von hier weggekommen?

Die nächste Ortschaft, das sind mindestens 45 Minuten zu Fuß.

Wir haben da hinten noch Fahrradspuren gefunden,

wissen aber nicht, wie frisch die sind. So ein Mountainbike.

* Angespannte Musik * Dann fahren wir jetzt zu Drexler.

Haben Sie das mitgekriegt?

Wir fahren los!

* Spannungsvolle Musik *

* Tür quietscht und knarrt. * Herr Drexler?

* Vogelzwitschern *

Okay, alles absuchen, ja?

* Düstere Musik *

Ach.

Das Mädchen. Was vergessen?

Ich hab noch ein paar Fragen. Kommen Sie?

Kann ich mir was anziehen, oder soll ich ... so?

Die Klamotten brauchen wir für die KTU.

Einpacken.

* Vogelzwitschern *

Das Handtuch auch.

Nach Ihnen.

Haben Sie ein Problem?

Nee.

Immer schön locker bleiben, ne?

* Specht klopft. *

Was ist denn das für 'ne Nummer? Sind Sie wahnsinnig?

Seine Klamotten müssen ins Labor.

Wenn ich dasselbe mit 'ner Frau machen würde,

hätt ich sofort ein Disziplinar- verfahren am Hals - zu Recht!

Was haben Sie für ein Problem? Er hat kein Problem damit!

Murat! Geben Sie ihm mal was zum Anziehen, ja?

Wir haben Feuerlöscher hinterm Haus gefunden.

Das Mountainbike noch nicht.

* Beunruhigende Musik *

* Angespannte Musik *

Wir haben Ammoniumsulfat an Ihren Klamotten gefunden.

Für was brauchen Sie vier Feuerlöscher?

Ich hab keine Ahnung, wie die da hingekommen sind.

Ich hab mich selber gewundert. Mhm.

Und wo ist Ihr Mountainbike?

Ist gestohlen worden. Gestern. Mhm.

Ich schließ das Haus nicht ab.

Ich hab nichts, was sich zu klauen lohnt. Außer meine Freiheit.

Und die nimmst du mir gerade.

Ach komm, hör doch auf mit dem Naturkitsch!

Sie sind von der Schule geflogen, weil Sie Alkoholiker sind,

weil Sie 'nen Schüler verprügelt haben.

Das nennen Sie wahrscheinlich Burnout.

Ich hab ihn nicht verprügelt.

Ich hab ihn nur ... weggestoßen.

Ach so. Er hat angefangen.

Ich hab mit Ihrer Tochter telefoniert.

Ich soll Ihnen ausrichten, seit sie mit Ihnen keinen Kontakt mehr hat,

geht's ihr hervorragend. Haben Sie die auch nur ... weggestoßen?

Wahrscheinlich hat sie angefangen. Hat provoziert, ne?

Nach zehn Bier ist eigentlich auch egal, wer angefangen hat, oder?

Damit kennst du dich aus. Ja.

Damit kenn ich mich aus.

Wenn du irgendjemandem was heimzahlen willst,

lass es nicht an mir aus, Mädchen.

Für Sie sieht's beschissen aus.

Alle Beweise deuten auf Sie.

Wenn Sie einen Rechtsanwalt haben, sollten Sie ihn jetzt anrufen,

weil das wird 'ne ganz lange Nacht, mein Freund!

* Rauschendes Atmen, bedrohliche Musik *

* Leise, düstere Musik *

* Mehrfaches Brummen *

* Tür knarrt. *

* Rauschendes Atmen *

* Leise, spannungsvolle Musik *

* Schuss *

* Schüsse *

Heller.

Der bleibt hier.

Wir haben einen neuen Einbruch.

Was? Wieder ein Todesopfer.

Das kann doch nicht sein! Wann? Vor einer Stunde.

Der Einbrecher ist wieder durch die Terrassentür gekommen.

Der Hausbesitzer ist ein Klaus Färber.

Er war Richter hier am Landgericht.

Die Tatwaffe ist wohl eine Sauer 202.

Kaliber 308 Winchester.

Ist eine Drückjagdwaffe mit Safarischaft.

Die fehlt wohl auch im Waffenschrank in der Garage,

genauso wie die Munition.

Die Nachbarn haben drei Schüsse gehört.

Ich hab ihre Anschrift.

Falls Sie die brauchen.

Das erste Projektil hat Spuren links im Holz an der Tür hinterlassen.

Das zweite steckt im Hals, an der Aorta ... carotis communis -

deswegen die ganzen ... Spritzer.

Wir haben Blutspuren draußen gefunden. Von der Tür bis zur Straße.

'Ne ganze Menge. Das heißt, der Täter ist verletzt.

Überprüfen Sie mal die Krankenhäuser, ja?

Also...

Der Einbrecher kommt wieder über die Terrassentür.

Und überrascht den Richter.

Der greift zum Jagdgewehr.

Dafür muss er erst mal in die Garage zum Waffenschrank.

Aufschließen, Laden...

Nee, das kann nicht sein.

Das dauert ja viel zu lang.

* Ernste Musik *

Der Richter hat hier auf ihn gewartet.

Sitzt hier in aller Ruhe, trinkt seinen Whiskey,

hört den Einbrecher reinkommen, sagt: "Hallo, du Arschloch!"

und drückt ab. Erwischt ihn aber nur halb.

Es kommt zum Handgemenge.

Ein Schuss löst sich. Bumm.

Der Richter ist tot.

Zum Aussprühen kam er dann nicht mehr, weil er verletzt ist.

Woher soll der Richter gewusst haben,

dass ein Einbrecher kommen wird? Keine Ahnung.

'Tschuldigung. 2000 und 2001 fehlen.

Haben wir die mitgenommen?

Von uns war das keiner.

Die Kollegen haben das im Müll gefunden.

Wie bei der Jensen.

Er kündigt seine Besuche an.

Ja, aber warum sollte er das tun?

Hier geht's um mehr. Hier geht's nicht nur um die Einbrüche.

Es muss 'ne Verbindung geben zwischen den Einbrüchen.

Ja, dann nehmen wir uns die Opfer vor.

Scheiße, jetzt hat er auch noch 'ne Waffe.

Ja, Drexler können wir jedenfalls laufen lassen, da lagen Sie falsch.

Wer sagt das denn? Entschuldigen Sie mal, Sie sind sein Alibi!

* Handyklingeln *

Er saß bei Ihnen im Verhörraum, als hier eingebrochen wurde.

Es kann doch mehr als ein Täter gewesen sein.

Für zwei Täter haben wir doch gar keine Hinweise!

Das ist doch kein Beweis! Jetzt reicht's mal mit dem Klugscheißen!

Ich weiß nicht, was Sie gegen Drexler haben,

ob Ihnen sein Gesicht nicht gefällt.

Fakt ist, dass er für diesen Einbruch nicht infrage kommt...

Entschuldigt bitte, ich muss nach Hause.

Meine Mutter hatte vor zwei Wochen einen Schlaganfall.

Oh. Das tut mir leid. Okay.

Aber wir brauchen die Laborergebnisse.

Auf der Kugel ist vielleicht die Täter-DNA!

Nee, nee, gehen Sie mal zu Ihrer Mutter. Das ist wichtiger.

Aber wer macht das denn jetzt?

Manchmal frag ich mich, wie es ist, in Ihrer Welt zu leben, Heller.

Schön kann das nicht sein.

* Düstere Musik *

* Treibende Musik *

* Rumpeln *

* Bedrückende Musik *

Er hat auf mich gewartet.

Mit dem Gewehr. Der wusste, dass ich komme!

Was hätt ich denn machen sollen?

* Leise, düstere Musik *

Ich hab noch mal mit der Maklerin gesprochen.

Wir können Teile der Hauseinrichtung übernehmen.

Also ich brauch nichts davon, aber wenn dir was gefällt...

* Beunruhigende Musik *

Sag mal, wie kommt dieses Ding hier bei uns in die Mülltonne?

Das war gestern in der Post.

Wie bitte? Bei uns in der Post?

Ja, in 'nem Umschlag, und da stand nix drauf.

Das gibt's doch nicht.

* Angespannte Musik *

Kennst du vielleicht eine Renate Jensen

oder den Richter Klaus Färber?

Ja, den Färber kenn ich.

Der war schon Richter, als ich angefangen habe.

Richtig harter Knochen.

Der ist umgebracht worden. Gestern.

Von einem Einbrecher.

Und wir haben genau so ein Ding bei ihm gefunden.

Und bei der Jensen auch.

Weißt du da irgendwas drüber?

Es gab mal einen Fall mit der Jensen.

Aber das ist echt lange her. 15 Jahre.

Da war ich grad neu in der Kanzlei.

Aha. Und um was ging's dabei?

Ist das wichtig? Ja, das ist wichtig!

Wen habt ihr damals vertreten?

Hendrik, ich kann mich nicht erinnern.

Du kannst dich nicht erinnern?

Nein.

* Beunruhigende Musik *

Das kam gestern mit der Post. - Ja und?

(leise) Da.

Färber ist letzte Nacht umgebracht worden.

Ja, hab ich gehört. Von einem Einbrecher überrascht.

Und vorher hat er auch so ein Ding gekriegt.

Da gibt's aber keinen Zusammenhang.

Mach dir keine Sorgen. * Handyklingeln *

Kannst du bitte schon vorgehen?

* Räuspern *

Entschuldigt bitte, hat ein bisschen länger gedauert.

Haben wir jetzt die DNA von dem Einbrecher?

Ja. Männlich, konnte aber nicht zugeordnet werden.

Ist das alles? - Ja.

Wir vermuten eine Verbindung zwischen den Einbruchsopfern.

Wie sieht die aus?

Sie haben fast alle was mit dem St.-Antonius-Krankenhaus zu tun.

Renate Jensen war dort Klinikleiterin.

Der erste Einbruch war bei ihm, er ist Chirurg am St. Antonius.

Der zweite bei ihm, das ist ein medizinischer Gutachter.

Dann Richter Färber, da ist der Zu- sammenhang noch nicht so ganz klar.

Sie haben Drexler vergessen. Der saß zur Tatzeit im Verhörraum!

Kein Grund, ihn auszuschließen! Vielleicht war es kein Einzeltäter.

Der versteckt doch nicht die Feuerlöscher bei sich zu Hause!

Aber vielleicht sein Partner! Drexler war Chemielehrer.

Der kennt sich mit Ammoniumsulfat aus.

Er war am Tatort,

wir haben Beweisspuren auf seinen Klamotten gefunden!

Ist erwiesen, dass die Feuerlöscher von Drexler die Tatwaffe sind?

Nicht eindeutig. Auf einem ist die Farbe abgeplatzt,

aber es fehlen Spuren des Opfers.

Warum versteifen Sie sich so auf Drexler?

Quatsch, das tu ich gar nicht. Doch, tun Sie!

Nein, ich ziehe alles in Betracht, das ist mein Job!

Ich kenn den Typ, der ist Alkoholiker, der erzählt Ihnen,

was für ihn am besten ist! Überzeugt mich nicht.

Lassen Sie Drexler gehen. Er soll sich zur Verfügung halten.

* Unverständliche Unterhaltung *

Er kann gehen.

* Sie klopft auf den Tisch. *

Hey, eine Frage noch!

Wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen?

(leise) Kommen Sie mit.

Der Job tut dir nicht gut, Mädchen.

Ich werd nicht schlau aus dir.

Du hast doch jeden Tag mit Gewalt und Verbrechen zu tun.

Warum zuckst du denn zusammen, wenn ich dich Mädchen nenne?

Wer hat dich so genannt?

Nur weil Sie glauben, dass Sie 'nen wunden Punkt bei mir gefunden haben,

heißt das noch lange nicht, dass Sie mich kennen, ne?

Du wirst sehr einsam sein, wenn dein Kollege weg ist.

* Beklemmende Musik *

Das wusstest du nicht?

Er hat sich versetzen lassen, nach Karlsruhe.

Und die haben jetzt richtig Schwierigkeiten,

jemanden zu finden, der mit dir arbeiten will.

Kriegst du alles so mit, wenn du im Präsidium sitzt.

Bestellt und nicht abgeholt.

Das wusstest du nicht?

* Schwermütige Musik *

Wer sagt, dass ich das nicht weiß?

Kann ich die Klamotte behalten?

* Laute Motorengeräusche *

* Aufwühlende, treibende Musik *

* Düstere Musik * Okay.

Ja, wo ist das?

Ah ja, gut, alles klar...

Super, danke. Heller.

Jetzt haben wir die Verbindung.

2001 hat eine Frau Klage

gegen das St.-Antonius-Krankenhaus eingereicht.

Weil sie im Verlauf einer Blinddarmoperation

mit HIV infiziert wurde.

Sie meinte, es wäre verunreinigtes Blut verwendet worden.

Offenbar gab's im gleichen Zeitraum mehrere Fälle.

Ist denn alles klar bei Ihnen?

Ja?

Hat Ihnen der Drexler noch irgendwas gesagt?

Nichts Wichtiges. * Sie räuspert sich. *

Mhm. Ja, und jetzt kommt's:

Unser zweites Mordopfer, Richter Färber, der hat damals ...

die Klage abgewiesen.

Und unser zweites Einbruchsopfer

hat das Gutachten für das Gericht erstellt,

demzufolge dem Krankenhaus nichts nachzuweisen war.

Also suchen wir jetzt unseren Täter unter den Opfern von damals.

Genau. Oder unter den Angehörigen.

Ich red mit der Klägerin.

Die leitet so 'ne Art ... Selbsthilfegruppe.

Verhoeven? Ja?

Ich bin sehr glücklich, dass Sie mein Partner sind.

(leise) Das ... das freut mich.

Äh...

Wollen wir? Ja.

(Frau) So, hier. - Können wir nicht mal was anderes haben?

Ich hasse diesen Kirschkuchen!

Dann musst du das nächste Mal selbst was mitbringen.

Hallo.

Hallo.

Der Kuchen schmeckt nach Pappe, aber die Bagels sind ganz okay.

Hab dich hier noch nie gesehen.

Ich bin Sven.

Seit 15 Jahren unter antiretroviraler Therapie.

Die Nieren- und Leberwerte sind nicht so doll. Und du?

(kauend) Winnie. Winnie?

Mein Name ist Hendrik Verhoeven, ich bin von der Kripo Wiesbaden.

Und das ist meine Kollegin, Frau Heller.

Ach, du bist von der Polizei?

Sind Sie Frau Klein? Ja.

(Frau) Hallo, Beate.

Hey, grüß euch! schön, euch zu sehen!

Worum geht es denn? Die Gruppe beginnt in zehn Minuten.

Wir würden Ihnen gern ein paar Fragen stellen,

aber vielleicht ist es besser, wenn wir dafür kurz rausgehen.

Ich hab keine Geheimnisse vor meinen Freunden.

Frau Klein, Sie haben 2001 Klage gegen das St.-Antonius-Krankenhaus

eingereicht. Ja.

Hatten Sie damals irgendwelche Beweise dafür,

dass die Klinik verunreinigtes Blut verwendet hat? Zuerst nicht.

Ja, aber dann hat sich jemand bei mir gemeldet, anonym.

Eine OP-Schwester. Sie meinte, sie wüsste,

dass das Blut nicht einwandfrei sei und ...

dass sie sich bei der Klinikleitung schriftlich beschwert hat.

Die wollte für uns aussagen, falls es zum Prozess kommt.

Natürlich haben wir dann nie wieder was von der gehört.

Den Namen von dieser OP-Schwester kennen Sie also nicht? Nein.

Entschuldigung, aber ... was wollen Sie eigentlich?

Es besteht der Verdacht, dass sich jemand an den Verantwortlichen

für die Vorfälle damals in der Klinik rächen will.

Vorfälle?!

Die haben uns umgebracht. Das sind keine Vorfälle.

Falls Sie's noch nicht kapiert haben: Wir sind hier die Geschädigten.

* Düstere Musik *

Ich dachte, HIV wär mittlerweile gut therapierbar.

Ach so.

Und die Folgeerkrankung?

Da ist alles dabei:

Osteoporose, Erblindung, Maligne Lymphome...

Ist 'ne schöne Palette.

Ein Jahr nach meiner Infektion

hat man bei mir Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert.

Nicht ungewöhnlich für 'ne Frau mit HIV.

Ja, so hat der Arzt das gesagt. "Nicht ungewöhnlich".

Es tut mir leid, ich wusste das nicht mit den Nachfolge...

So, ähm, jetzt gehen Sie bitte, ja? Wir möchten gern unter uns bleiben.

Sie haben sich ja die letzten 15 Jahre nicht für uns interessiert.

So. Auf Wiedersehen.

Das ist unsere Ahnengalerie. Sind ja nicht mehr viele von uns übrig.

Die Uhr tickt.

* Schwermütige Musik *

(leise) Gut. Wiedersehen. Danke.

* Hohe Schmerzenslaute *

Ja, das ... hat sich infiziert. Du musst ins Krankenhaus.

Nein! Nein!

* Sie wimmert. *

Warum hast du nicht auf mich gehört? Ich hab dir gesagt,

der Drexler war die ganze Nacht im Verhör.

Ich kann dir kein Alibi bieten.

In den ganzen Ordnern steht nichts drin!

* Reißen des Verbandes *

Die haben uns einfach ausradiert.

Als hätt's uns gar nicht gegeben.

* Sie weint heftig. *

Es tut mir leid.

Es ist nicht deine Schuld.

Papa... Du kannst da nichts für.

Es ist nicht deine Schuld!

Ich versuch die Krankenschwester zu finden.

Vielleicht kann uns Silvie weiterhelfen.

Was?

Was hat Ihre Frau damit zu tun?

Ihre Kanzlei hat damals das Krankenhaus vertreten.

Was?! Ja.

Seit wann wissen Sie das? Seit heute Morgen.

Sollte ich sonst noch was wissen? Nein, das ist alles.

Sie kann sich kaum erinnern, weil sie damals neu in der Kanzlei war.

Ich könnte heut Abend zum Essen vorbeikommen.

Dann können wir zu zweit mit ihr reden.

Nina hab ich auch schon lang nicht mehr gesehen.

Ich hab schon ein schlechtes Gewissen,

weil ich Ihre Einladungen immer ausschlag. Äh, nee.

Nee, das, äh... Das geht heute Abend nicht, weil wir...

Morgen zum Frühstück? Ich bring Brötchen mit.

Nee. Nee, ich werd jetzt erst mal allein mit Silvie reden.

Mhm.

* Der Motor startet. *

Wir haben hier eine neue Art des Gutachtens.

* Er räuspert sich. *

Äh, dein Mann...

Ja. 'Tschuldigung, bin gleich wieder da.

Hey, was gibt's? Ist was passiert?

Was für 'ne Scheiße ist damals gelaufen ... am St. Antonius? Hm?

St. Antonius? Ja!

Es gab eine Zeugin damals, eine Krankenschwester.

Und ich versprech dir, die werden wir finden!

Franziska Wallner. Das war 'ne OP-Schwester.

Die hat angeblich einen Beschwerde- brief an die Klinikleitung geschickt.

Hätte der gegnerische Anwalt den Brief gehabt,

wär er vielleicht mit dem Fall durchgekommen.

Warum hat sich Wallner nicht mehr gemeldet? Das musst du sie fragen.

Aber die Klinikleitung hat ihr eine höhere Position angeboten.

Was genau war deine Aufgabe bei dem Deal?

Deal? Ja.

Was für ein Deal?

Wir haben das Krankenhaus vertreten, das war unser Job.

Jungwirth und ich haben den Fall geleitet.

Es gab keine Beweise für die Verwendung von verseuchtem Blut.

Es gab ein unabhängiges Gutachten, Das ihr doch bestellt habt!

Das Richter Färber bestellt hat. Das hat das Krankenhaus entlastet.

Wär da irgendwas illegal gewesen, meinst du, ich hätte da mitgemacht?

Wofür hältst du mich denn? Was habt ihr den Leuten angetan?

Die wurden mit HIV infiziert und dann um ihre Entschädigung gebracht!

Sie werden ausgezeichnet medizinisch versorgt.

Das steht ihnen laut Gesetzt zu.

Wo die sich infiziert haben, wissen wir nicht.

Damit ist für Sie der Fall erledigt? Wir sollten die Klage abweisen.

Das haben wir geschafft.

Wir haben gute Arbeit geleistet.

Hätte der gegnerische Anwalt genauso gut gearbeitet,

wär die Sache vielleicht anders ausgegangen. Ende der Geschichte.

Für manche Menschen ist die Geschichte noch lang nicht zu Ende!

Bis später.

Gibt's irgendwas, was ich wissen müsste?

M-m.

Was glaubst du denn, warum das Gutachten so aussah, wie's aussah?

Verdammte Scheiße!

Frau Heller.

Sie haben doch 'nen Mann. Ja.

Da hätt ich mal 'ne Frage.

Wenn Ihr Mann Sie betrügt, was finden Sie dann schlimmer?

Dass er Sie die ganze Zeit anlügt,

(schreit) oder dass er Sie für so dumm hält,

dass Sie das nicht mitkriegen?

Frau Heller, das, äh ...

das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.

Warum?

Entschuldigen Sie bitte.

* Ruhige, schwermütige Musik *

Entschuldigung.

* Musik: "Mistake" von Moby *

* Handyklingeln *

Ja? "Heller?"

Die Krankenschwester heißt Franziska Wallner.

Jensen hat ihr 'ne bessere Stellung angeboten,

damit sie den Brief an die Klinikleitung vergisst.

Dann müsste die ja zu finden sein. Ja.

Und Heller, ich ...

ich muss mich bei Ihnen entschuldigen.

"Ich hätt es gleich sagen müssen."

"Also das mit Silvie, dass ihre Kanzlei damit verwickelt ist."

"Ich weiß auch nicht. Ich hatte irgendwie..."

Ja. Alles klar. "Hallo?"

* Musik: "Mistake" von Moby *

* Reifenquietschen *

* Sie stöhnt. *

Das war die Zeit des Kliniksterbens.

Alles musste billiger, effizienter, schneller gehen.

Doppelte Arbeit in halber Zeit, Probleme mit der Krankenhaushygiene.

Der Zeitdruck war einfach mörderisch.

Blut und Plasma wurden aus Rumänien importiert,

weil da die Kontrollen nicht so streng waren.

Und dagegen haben Sie protestiert.

Ich war in der Unfallchirurgie,

wir wussten, dass das Blut nicht getestet war.

Grüß dich. Ich hab 'nen Brief an die Klinikleiterin geschrieben.

Und was ist dann passiert? Gar nichts. Lief alles wie gehabt.

Als später die Patienten kamen, die sich mit HIV angesteckt hatten,

da wurde reagiert. Wollten Sie für die Geschädigten aussagen?

Ich hab einer Patientin von dem Brief erzählt, den ich geschrieben habe.

Dann hat die Klinikleitung mir plötz- lich 'nen besseren Job angeboten.

Wenn Sie den Brief vergessen.

Na ja, ich war alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern.

Ich hatte mehr Freizeit, ein höheres Gehalt,

und wir konnten von der kleinen Wohnung in ein Haus ziehen.

Dann hat sich die Sache ja wenigstens für einen gelohnt.

Ich bin nicht schuld an den Infektionen.

Das haben andere zu verantworten.

Schuld sind immer die anderen.

* Polizeisirene *

(entfernt) Heller?

Wieso haben Sie nicht auf mich gewartet?

Was ist denn hier passiert?

Ach nee, das gibt's doch nicht! Das ist doch scheiße, Mann!

Welcher Vollidiot war das denn?

Ich war das.

Sehr witzig...

* Bedrückende Musik *

Heller. Heller!

Jetzt ist es zu spät!

* Bewegte Musik *

* Düstere Musik *

Winnie, ich... Nina, ich hab keine Zeit für dich.

Eigentlich können wir gleich Tschüss sagen, weil ihr zieht ja bald weg.

Mach's gut. Tschüss. Ich wollt's dir sagen.

Papa wollte das nicht. Nina! Hau ab jetzt!

Mann, Winnie, was soll ich... Verpiss dich! Geh nach Hause!

* Leise, bedrückende Musik *

Nina, was ist denn?

Mann, Winnie will mich nicht mehr sehen! Und das ist nur eure Schuld!

Ins beschissene Karlsruhe komm ich sowieso nicht mit! Ich bleib hier!

Du bist 16, du kannst nicht allein hierbleiben!

Dann wohn ich halt unter 'ner Brücke!

Das neue Haus sieht sowieso scheiße aus!

Ich versteh ja, dass du wütend bist,

aber lass uns das doch mit Papa besprechen.

Warum? Seit wann hat der denn seine eigene Meinung?

Der macht doch immer nur, was du willst! Ich hasse dich!

Was ist denn los?

* Rhythmische elektronische Musik *

Mh... Halt.

Wollen wir nicht erst mal was trinken gehen? Nee!

Hey. Lass mal.

Was?

* Geräuschvolles Atmen *

(undeutlich) Papa?

Papa?

* Leise, düstere Musik *

Papa.

Ich bin da. - Ich hab von Mama geträumt.

* Sie stöhnt leise. *

Manchmal ... wenn's ...

wenn's hell ist, dann kann ich mich kaum an sie erinnern.

(leise) Aber eben war sie wieder da.

Sie fehlt mir auch.

* Traurige Musik *

* Hundebellen, Vogelzwitschern *

(Mann, entfernt) Lino, hierher!

Möchten Sie eine Kopfschmerztablette?

Wieso?

Vielleicht hab ich mich ja wirklich verrannt.

Aber alle Spuren führen zu Drexler.

* Sie räuspert sich. *

Das Ammoniumsulfat auf seinen Klamotten.

Die Feuerlöscher, das Mountainbike.

Ich möchte lieber darüber sprechen, was mit dem Auto Ihres Kollegen war.

Ja. Was ist damit?

Jetzt ist es im Arsch. Haben die Schwiegereltern bezahlt. Ja und?

Ich zahl's doch! Das ist ein Auto!

Sie haben überhaupt keine Ahnung, wie das ist.

Seit Wochen sitzt mir diese dicke Trine in der Kantine gegenüber

und frisst meine Pommes.

Ich hab ihm erzählt, dass mein Vater ins Heim kommt.

Ich hab ihm gesagt, dass ich Angst hab, dass ich Alzheimer krieg.

Währenddessen machen die Kollegen im Hintergrund Witze über mich,

dass die Heller, die immer alles weiß, keine Ahnung hat.

Wie schlecht mach ich eigentlich meinen Job,

dass ich nicht mal merk, dass Verhoeven mir ins Gesicht lügt?

Sagt, er wär mein Freund.

Und dann erfahr ich das vom Drexler.

Was kritzeln Sie denn da die ganze Zeit? Sagen Sie doch mal was!

Was fühlen Sie eigentlich bei der Vorstellung,

dass Verhoeven tatsächlich nicht mehr da ist?

Sie verschwenden Ihre Zeit mit mir.

Ich bin sowieso nur hier, um zu sagen, dass ich nicht mehr komm,

und jetzt sagen Sie mir zum Abschied noch mal was Intelligentes.

Was ist mit den Spuren? Wer will Drexler da was unterschieben?

Wer hat daran ein Interesse?

Derjenige muss doch am Tatort gewesen sein.

Er muss doch gewusst haben, dass wir Drexler verdächtigen.

Oder im Kommissariat.

Ich würde mich zuerst fragen, wer in der Lage ist,

Spuren auf diese Weise zu manipulieren.

Ja.

Cool.

Bis Dienstag.

* Beklemmende Musik *

Mir ist kalt, Papa.

* Türklingel *

Hi.

Ich weiß, Sie haben sich heute freigenommen,

aber kann ich trotzdem kurz reinkommen?

Ja, klar.

* Beunruhigende Musik *

Wir müssen alle Spuren noch mal überprüfen, die wir gefunden haben.

Entweder wir haben was übersehen,

oder jemand will, dass wir was übersehen.

Wie? Sie meinen ...

einer von uns, von der Polizei?

Ja, wahrscheinlich.

Er muss gewusst haben, dass wir Drexler verdächtigen,

und hat ihm dann die Beweise untergeschoben.

Entweder war's einer von den Uniformierten

oder einer von Ihren Leuten.

* Leise, angespannte Musik *

Ja...

Ich ... ich kann grad nicht, aber in zwei Stunden im Labor,

dann ... können wir das alles noch mal durchgehen.

Klar.

Gute Besserung an Ihre Mutter.

Ja, danke.

(schwach) Papa.

(flüstert) Wir müssen jetzt ins Krankenhaus.

Mmmhhhh. M-m.

Doch, doch.

* Unruhige Musik *

Hi. Hi.

Ich würd gern euren Originalbericht sehen.

Die Blutprobe aus dem Haus des Richters.

Die mit der HIV-Infektion. Nein!

Die aus dem Haus des Richters.

Ja, die war HIV-positiv und weiblich.

Im Bericht stand männlich.

Das steht hier aber so im System. Bitte.

* Spannungsvolle Musik *

* Sie atmet geräuschvoll. *

Wohin fahren wir, Papa?

Ins Krankenhaus.

* Bedrohliche Musik *

Die werden nicht davonkommen.

Emmy, ich sorg dafür, dass sie damit nicht durchkommen.

(schwach) Die Straße ist so lang.

Wir fahren schon ewig.

Papa, mir ist heiß.

Hast du Mama gesagt, dass wir kommen?

Weiß sie Bescheid?

Klar, Emmy. Mama weiß, dass wir kommen.

Ich freu mich so.

Ich hab sie schon so lange nicht gesehen.

(undeutlich) Schon fast ...

einen Tag ...

nicht mehr.

* Leiser Seufzer. *

* Beklemmende Musik *

Heller. Wegen Karlsruhe...

Wie gut kennen Sie Rottmann?

Haben Sie mir da auch was verschwiegen?

Nein, wieso?

Er hat den Bericht aus der KTU gefälscht.

Das Blut, das wir bei dem Richter gefunden haben,

war HIV-positiv und weiblich. Nicht männlich, wie er gesagt hat,

und wie's im Bericht steht. Warum sollte er so was tun?

Rottmanns Frau kam 2001 bei einem Autounfall ums Leben.

Ein Geisterfahrer ist ihr auf der Autobahn frontal draufgefahren.

Danach kam seine Tochter Emily ins St. Antonius.

Moment mal, Sie glauben,

dass Rottmann und seine Tochter hinter den Einbrüchen stecken?

Er hat den Bericht gefälscht.

Wir haben weibliche DNA am Tatort und jemanden,

der weiß, wie man Spuren verwischt. (leise) Scheiße.

Rottmann! Ja.

* Lautes Krachen * (mehrere) Polizei!

* Vogelzwitschern *

Alles frei!

Hier. Das Gewehr vom Färber.

Und...

Geben Sie eine Fahndung raus nach Rottmann und seiner Tochter.

Checken Sie auch die Krankenhäuser.

Ja? Jawohl.

* Unruhige Musik *

Paul!

Ja.

Verstehe. Gut. Wir kommen da hin.

Ein Kollege hat Rottmann gefunden. Und seine Tochter.

* Düstere Musik *

Da ist Rottmanns Wagen.

Wo ist denn der Streifenwagen?

* Unheimliche Musik *

Heller...

Er lebt.

Rottmann muss mit dem Streifenwagen weg sein.

Scheiße, die Waffe ist weg.

Fahren Sie zu Ihrer Frau.

Ich kümmer mich um den Anwalt und die Jensen.

Schnell.

* Er atmet laut aus. *

* Beunruhigende Musik, leises Klappern von draußen *

* Quietschen des Windrades *

* Telefonklingeln *

Hallo? "Silvie, ich bin's."

Hör mir bitte genau zu:

Geh zum Waffenschrank, da ist meine Zweitwaffe.

"Sieh nach, ob sie geladen ist."

Dann verlass mit Nina und Buckel sofort das Haus.

Ich hol euch bei den Nachbarn ab.

Ja, aber... Frag bitte nicht, tu's einfach.

Nina! (lauter) Nina! - (von oben) Ja?

Das war dein Vater. Wir sollen hier weg!

Wohin weg?

* Spannungsvolle Musik *

* Türklingel *

* Düstere Musik *

Wo bleibst du denn? Jetzt komm doch mal!

Warum denn? - Ist egal, jetzt komm!

Wo wollen Sie mich denn hinbringen? - Ins Kommissariat.

Sie glauben doch nicht ernsthaft,

dass mich jetzt hier jemand umbringen würde.

Das ist wirklich lächerlich.

* Schuss *

* Reifenquietschen *

* Spannende Musik *

(Silvie) Da ist er schon!

Beeilt euch, wir müssen hier raus!

Kann mir bitte einer sagen, was hier los ist?

Das erklär ich dir später. Komm. Schnell.

So. Buckel, komm her! Komm her! Komm!

* Reifenquietschen *

Ja, Silvie und Nina sind in Sicherheit, hier im Präsidium.

Die Jensen wurde niedergeschossen.

"Und Rottmann ist immer noch flüchtig."

Der Anwalt war nicht zu Hause. Ich bin jetzt bei der Kanzlei.

Seien Sie vorsichtig. Ich komm da hin.

* Düstere Musik *

* Nicht zu verstehen. *

* Klingeln des Aufzugs *

* Geräusch eines Kopierers *

* Schritte * Was machen Sie hier?

Herr Jungwirth? Ja.

Winnie Heller, Kripo Wiesbaden. Darf ich Sie bitten, mitzukommen?

Warum? Es geht um Ihre Sicherheit.

Ja, aber dann brauch... Nein! Kommen Sie jetzt.

Bleiben Sie bitte zurück.

* Klingeln des Aufzugs *

Gehen Sie sofort in Ihr Büro!

Die Waffe, mit zwei Fingern. Paul!

Ich will Sie nicht erschießen!

* Spannungsvolle Musik *

Paul, lass es sein.

Jetzt sag mal!

Seit drei Jahren hast du mich nicht einmal beim Namen genannt!

Jetzt kommst du hier mit diesen Lehrbuchtricks!

Erzähl mir von deiner Tochter. Genau was ich meinte.

Zeit gewinnen kommt gleich nach Vertrauen schaffen.

Natürlich muss ich's dir so schwer machen, wie ich nur kann!

Fehlt noch was Emotionales wie "Meine Tochter hätte so was nie gewollt".

Klar hätte sie das gewollt. Sie hat eh schon zwei Menschen umgebracht.

Sie wollte niemanden töten!

Ich hab ihr geholfen, als der Wachmann dazwischenkam.

Warum hast du sie alleine am Straßenrand liegenlassen?

Ich hab sie nie alleine gelassen!

Ich hab ihr immer geholfen!

Jetzt kannst du ihr nicht mehr helfen.

Oder wem genau hilfst du, wenn du diesen Typen wegmachst?

Dieser Typ hat uns gesagt, wenn wir vor Gericht gehen,

dann besorgt er einen Aidskranken, der vor Gericht aussagt,

dass er ungeschützten Verkehr mit meiner Tochter hatte.

Das war vor zwei Monaten. Da hat sie die Diagnose bekommen:

Gebärmutterhalskrebs - mit 23! Und dieser Typ,

der hat uns gesagt, dass wir's noch nicht mal beweisen können,

(stottert) dass wir überhaupt in dieser Klinik waren!

Meine Tochter war überhaupt nicht da! Die ist nirgendwo verzeichnet!

Du hast recht.

Ich würd dir gern was anderes sagen.

Du hast recht.

Aber wenn du den Mann jetzt erschießt,

machst du ihn zum Opfer und änderst damit gar nichts!

Natürlich ändere ich nichts damit.

Aber man muss sich entscheiden.

Bist du schon mal Fallschirm gesprungen?

Ja. Dann weißt du, wie das ist.

Da gibt's den einen Punkt, den darf man nicht überschreiten.

Da muss man den Fallschirm öffnen, damit man noch sicher landen kann.

Sonst ist es zu spät. Einfach zu spät.

Ich bin ja schon in der Luft.

Ich falle.

Hast du dich entschieden?

Ja.

* Beklemmende Musik *

* Schuss *

* Mehrere Schüsse *

* Wabernde, düstere Musik *

Das geht nicht. Ich kann dich nicht durchlassen.

* Er atmet laut aus. *

* Schwermütige Musik *

* Unverständliches Gespräch *

Vielen Dank noch mal.

Heller...

Sie wissen, dass Sie der einzige Grund sind,

warum ich hierbleiben würde.

Aber Sie gehen ja.

* Traurige Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017

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