All language subtitles for Kommissarin Heller 1x05 Hitzschlag.deu

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Original subtitles

Winnie Heller

Hendrik Verhoeven

(Radio) "Noch immer sucht die Polizei nach dem Serienvergewaltiger,

der seit Wochen die Stadt in Atem hält."

"Nach Informationen aus Polizeikreisen,

steigt der Täter in fremde Häuser ein, betäubt seine Opfer

und vergeht sich an ihnen, also haltet eure Fenster geschlossen."

* Schrei *

Ah. Au.

Ah. Ah.

Uahh.

Mensch Winnie! Winnie, ich bin's.

Beruhig dich mal, Mann!

Alter. Mann!

Ich wollte dir sagen, es gibt was zu feiern.

Du Arsch.

Arsch!

(Radio) "Ein Hinweis der Polizei:"

"Man ist noch immer auf der Suche nach dem Serienvergewaltiger!"

"Weiter geht's mit den besten Hits der 80er, 90er und von heute!"

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

Essen Sie keinen Kuchen?

Den Kuchen mochte sie noch nie.

Doch, Mama.

Alles ist gut.

Ich hab den gekauft, der mir schmeckt.

Hab ich jetzt alles richtig gemacht?

Keine Ahnung. Ich bin ja kein Therapeut.

Viel haben wir gar nicht geredet.

Wir ham uns nicht gezofft, keiner ist weggerannt.

Das ist doch schon was!

Stimmt. Hm?

Tschüss Mama. Tschüss Winnie.

(Radio) "34° C zeigt das Thermometer und es soll noch heißer werden."

"Mehrere Straßen im Innenstadtbereich sind gesperrt,

da hat sich die Teerdecke gelöst."

"Am besten, ihr weicht auf U- und S-Bahn aus."

"Wetterexperten rechnen für heute mit Temperaturen

bis zu 38 Grad im Schatten!"

(Nina) Ich fühl mich wie sieben. Hoffentlich sieht mich keiner.

Ihr wolltet doch was unternehmen - aber doch kein Kino bei dem Wetter?

Kino wär wenigstens klimatisiert.

Ich hab Hunger. Ich will Pommes.

Das ist wirklich eine großartige Idee. Sehr gut.

Äh, wer stellt sich an?

Ich nehm Schnipo Schranke und ne Cola. Was?

War'n Scherz.

Ich zeig euch jetzt mal großes Kino.

Sie will uns demütigen!

Sie liebt uns. Das schließt sich ja nicht aus.

Ach so.

Juhu.

* Musik *

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

* Schrei *

Na komm. Ist doch nicht so schlimm.

Aah.

Ist doch viel mutiger, die Treppe wieder runter zu steigen?

Hmh.

Ich bin echt froh, ich hätte mich von dir trennen müssen,

wenn du gesprungen wärst. Wie kommst' auf den Quatsch?

Rangordnung! Hm, Buckel? Wo hast'n das her?

Verhaltensbiologie, 6. Klasse.

Wo ist denn unsere Einser-Schülerin?

Die pubertiert in ihrem Zimmer.

Hm. War das bei dir auch so?

Das ist noch gar nichts. Sie ist immerhin zu Hause!

Aha. Und wo hast du dich so rumgetrieben?

Das geht dich nichts an.

Hmh.

Hmh. Hmh.

(Radio) "Vom Ehemann eines der Opfer wurde eine Belohnung

in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt für Hinweise,

die zur Ergreifung des Täters führen."

"Die Polizei ermittelt weiter in alle Richtungen,

einen konkreten Tatverdacht gibt es noch nicht."

Wasser ist nicht zum Trinken da,

sonst hätte Gott nicht so viel davon gesalzen.

(Radio) "Weiter geht es bei uns mit Hits der 80er und 90er."

Wasser trinkt der Vierbeiner, der Mensch findet Bier feiner!

Von euch kommt wirklich überhaupt nichts!

Irina?

Hallo? Hallo! Nadja?

Irina?

(auf Russisch) Hilf mir!

Irina!! - (auf Russisch) Hilf mir!

Nadja.

(auf Russisch) Nadja, hilf mir.

* Musik *

Morgen!

Morgen! Morgen!

Ist es das, was ich vermute? Ja. Danke!

Hat er sie auch noch umgebracht?

Nee, sie nicht. Den Ehemann. Der Notruf kam vor 'ner Stunde.

Die Leiche liegt schon sechs bis sieben Stunden. Es ist oben.

Jan Portner, 44 Jahre alt.

Sternekoch.

Das ist doch der Besitzer vom Restaurant Nero! Sie kennen ihn?

Jaja, meine Frau und ich, wir haben da unseren 15. Hochzeitstag gefeiert

Ja, das war ein Geschenk der Schwiegereltern.

Hat man ihn so aufgefunden?

Die Frauen haben ihm nur die Augen geschlossen.

Und das Messer, das ist aus dem Haushalt hier?

Wissen wir noch nicht.

Sie haben dem Notruf gesagt, Sie sind überfallen worden.

Ja. Das Telefon hat geklingelt.

Ich wollte rangehen, da hat er mich von hinten... dann war alles schwarz!

Sie könnten ihn also nicht wiedererkennen?

Nein. Es war dunkel, und er hatte eine Maske.

Ihr Mann war zu dem Zeitpunkt noch nicht zu Hause, ja?

Nein. Er ist um halb zwölf abends noch im Nero, seinem Restaurant.

Wir telefonieren immer um diese Zeit. Ich glaube, das war er am Telefon.

Hat der Angreifer irgendetwas gesagt?

Nein. Nein, ich glaube nicht, nein, nein, nein.

Und als Sie wieder aufgewacht sind?

Ich war an Bett gefesselt. Mir war schlecht.

Ich habe versucht, die Fesseln... aber ging nicht.

Hat der die ganze Nacht da gelegen? Neben mir?

Hatten Sie die Alarmanlage nicht aktiviert?

Doch. Oh Gott, nein. Nein, mach ich immer, wenn ich in Bett gehe.

Das haben wir im Badezimmer im Mülleimer gefunden.

Danke!

* Russisch *

Wie bitte?

Sie sagt, sie hat das in Müll geworfen.

Frau Portner, wir müssen Sie untersuchen lassen.

Ich ziehe mir was Angemessenes an.

Bitte nichts anziehen. Bleiben Sie bitte so, wir brauchen Sie so.

Aber Sie können sich was anderes zum Anziehen mitnehmen.

Ach so. Mach ich.

Stoffstreifen, wie bei den anderen Opfern.

Der übliche Einstich in den Hals, alles wie sonst.

Nur, dass er das erste Mal getötet hat.

Bisher ist er ja auch noch nie überrascht worden.

Ist doch relativ klar, wie es abgelaufen ist.

Der Täter überfällt sie, ihr Mann kann sie nicht erreichen,

kommt nach Hause, überrascht ihn und wird niedergestochen.

Fahren Sie nach Hause, wenn Ihre Frau nicht ans Telefon geht?

Wenn wir 'ne Verabredung hätten.

Ja gut. Wahrscheinlich doch eher nicht. Vielleicht.

Ja was weiß ich?! Was fragen Sie mich!?

Ja klar, was frag ich Sie...

Warum hat der Angreifer nicht einfach weitergemacht?

Mit der Vergewaltigung? Neben der Leiche?

Ja, sorry.

...und Nummer zwei.

Was soll denn das? Soll ich am Hitzschlag sterben?

Ach Oma.

Gib mir lieber meine Medizin.

Kommt ja schon, ist vorbereitet.

So.

So.

Ich muss auch gleich los. Ist gerade Hochsaison für Pooltechniker.

Du hast doch die ganze Nacht gearbeitet.

Bezahlt dich dein Onkel wenigstens anständig?

Ja, macht er, Oma. - Will ich ihm auch geraten haben.

Gleich kommt der Pflegedienst. Ja?

Nicht, dass du denkst, es sind Einbrecher.

Die sind schlimmer als Einbrecher, die bringen alles durcheinander.

Ich muss jetzt wirklich los.

Frühstück ist in der Küche! Bis heute Abend.

Bis heute Abend! Bis heute Abend!

Was willst du bei mir alten Frau? Such dir endlich mal 'ne Freundin.

Ewig bin ich auch nicht mehr hier. Was machst du dann?

Ab und zu hab ich ja eine!

Zu Nutten gehst du! - Oma!

Ja. ... Lieber gefürchtet als verachtet.

So war dein Opa! Auf den flogen die Weiber.

Nimm dir mal ein Beispiel. - Ja, ich weiß. Tschüss!

* Tür knallt zu. *

Keine äußeren Einwirkungen auf den Körper,

bis auf die Einstichstelle am Hals.

Leichter Schwindel und Übelkeit.

Patientin berichtet über Erinnerungslücken.

Die vorläufige Blutanalyse hat ergeben,

dass Frau Portner Diazepam im Blut hat.

Das passt zu den Symptomen. Vollblut, EDTA, Haarprobe, Urinanalyse.

Das ist alles schon auf dem Weg in die Gerichtsmedizin.

Sie hat ein paar Hämatome, aber die sind alt.

Ich hab sie trotzdem dokumentiert.

Ist sie vergewaltigt worden?

Soweit wir das beurteilen können: Nein. Aber das heißt nichts.

Wenn sie sediert war, gibt es leider keine Abwehrspuren. Leider?

Verletzungen stärken die Glaubwürdigkeit der Opfer.

Das wird dann vor Gericht relevant.

Gewiefte Verteidiger diskreditieren die Opfer leider oft.

Frau Portner wollte hierher und nicht in die Rechtsmedizin.

Können Sie mir sagen, warum?

Wir sind Teil eines Hilfsnetzwerkes für Gewaltopfer.

Vielleicht hat sie davon gehört. Wieso sollte sie das interessieren?

Das fragen Sie Frau Portner besser selbst.

Ja, aber ich frag ja Sie.

Woher kommen diese alten Hämatome?

Ist Frau Portner schon mal hier gewesen?

Ist sie ihre Patientin? Hat ihr Mann sie misshandelt?

Unterstellen Sie, dass Frau Portner ihren Mann tötete?

Nein. Ich frag nur.

Ohne Antworten hol ich mir einen richterlichen Beschluss

und frag nochmal.

Kommen Sie mit.

Es ist zweimal vorgekommen in den letzten zwölf Monaten,

dass Frau Portner hier Verletzungen behandeln

und nur auf unser Anraten hin hat dokumentieren lassen.

Hat sie gesagt, wer sie verletzt hat?

Wir rieten ihr, Anzeige zu erstatten

und ihren Mann zu verlassen.

Das raten wir allen Frauen bei häuslicher Gewalt.

Zwingen können wir sie nicht.

Könnte sie sich das Diazepam selber gespritzt haben?

Für mich ist Frau Portner hier das Opfer.

Möglich, aber bei falscher Dosierung

hätte sie einen lebensgefährlichen Atemstillstand riskiert.

Frau Portner, es kommen noch Kollegen

der Abteilung für Sexualdelikte auf Sie zu.

Warum? Ich wurde nicht vergewaltigt.

Ja, aber vielleicht war genau das die Absicht des Täters?

Wie war Ihr Verhältnis zu Ihrem Mann in letzter Zeit?

Wir haben erst vor einem Jahr geheiratet.

Ja?

Er stand sehr unter Druck auf der Arbeit.

Ein Sternerestaurant ist viel Stress.

Deswegen hat er sie geschlagen? Er hat mich nicht geschlagen.

Manchmal wir haben uns gestritten.

Haben Sie jemand, der sich um Sie kümmert?

Die russische Gemeinde. Und meine Mutter wird kommen. Aus Jakutsk.

Und?

Keine Spuren einer Vergewaltigung bei Frau Portner.

Wirklich?

Die Alarmanlage weist da oben schon länger 'ne Lücke auf.

Die war doch gar nicht an? Der Täter konnte das nicht wissen.

Er kam über ein Fenster im ersten Stock rein.

Ganz zufällig das einzige Fenster ohne Sicherung.

Man sieht es nicht von der Straße.

Das heißt der Täter war schon mal auf dem Gelände?

Das erklärt nicht, warum er wusste,

dass das Fenster nicht gesichert ist.

Ich weiß, wen wir suchen.

Ach ja?

Hagen von Tronje.

Bitte?

Das ganze Haus ist in Drachenblut gebadet,

nur da ist das Lindenblatt. Sagenhaft.

Und woher wusste der Täter das? Verrat?

Und warum hat er getötet? Rache?

Gut. Festnehmen.

Und das Messer gehört definitiv nicht zum Haushalt,

sagt die russische Haushälterin, Frau Komerova.

Die kennt sich aus; die kommt jeden Tag.

Richard Havel hat sie vermittelt. Wer ist das?

Portners Kompagnon. Sie hat früher für ihn geputzt.

Sagen Sie, Heller, springen Sie eigentlich auch vom Zehnmeterbrett?

Ich war 2001 deutsche Meisterin im Turmspringen. Und Sie?

Ich? Nee ... ich hab Höhenangst.

Damit hatte unser Täter kein Problem.

Auch nicht, ob er durchs Fenster passt.

Da wäre für Sie Schluss gewesen.

Keine Körperwitze! Ich habe ein gebärfreudiges Becken.

Hagen von Tronje, Vollidiot!

Wie bitte?

Ist ein Wetterhahn ein echter?

Sagen Sie, Heller, Schnipo Schranke,

ist das so eine Art Abkürzung? So wie LOL oder so? Wissen Sie das?

Äh, Frau Heller? Nur eine kleine Frage, bevor es losgeht.

Ist da was zwischen Ihnen und Wieczorek?

Bitte? Wer?

Ich hab gehört, es soll in der Kantine einen Streit gegeben haben.

Frotzelei unter Kollegen. Wieso?

Dann ist ja gut.

Der Gurkentyp?

Ich habe die Kollegen der Abteilungen Sexualdelikte und Mord

aus gutem Grund gemeinsam hierher- gebeten, weil wir davon ausgehen,

dass im Fall Portner ein Zusammenhang besteht

mit den zwei Vergewaltigungsopfern der letzten acht Wochen!

Herr Wieczorek kennt Einzelheiten.

Ja, danke! Wir gehen aktuell von zwei vollendeten

und einer versuchten Sexualstraftat aus.

Bei dem ersten Vergewaltigungsopfer,

Karin Fechner, kam er über den Balkon,

bei dem zweiten Opfer, Margit Olsen, über die Terrasse,

und bei Irina Portner letzte Nacht durch ein Fenster im ersten Stock.

Er kann also klettern, ist sportlich, schlank

und verfügt zumindest über grundlegende Medizinkenntnisse.

In allen drei Fällen betäubt er die Opfer, fesselt sie

und benutzt ein Kondom.

Die Opfer erinnern sich durch die Betäubung an nichts.

Der Täter kannte die Zeiten, in denen die Frauen alleine waren,

bei Portner wurde er überrascht.

Wieso glauben Sie, dass es derselbe Täter ist?

Es sieht aus, riecht und hoppelt wie ein Kaninchen. Was ist es dann?

War es ein Nachahmungstäter oder Frau Portner selbst?

Sie war gefesselt. Sagt die Putzfrau.

Irina Portner wurde nicht vergewaltigt.

Der Täter hatte ein Messer und setzte es gezielt ein.

Wie passt das ins Profil? Wir soll- ten uns nicht so früh festlegen!

Ihr wurde Diazepam in den Hals gespritzt, und sie wurde gefesselt.

Außerdem hat man Fasern einer Skimaske gefunden

und die Schuhspuren im Garten. Vielleicht hatte sie Hilfe.

Woher wusste der Täter das? Kontakte zur Polizei oder den ersten Opfern?

Und das Wissen über die Sicherheitslücken am Haus?

Sie sagten, Sie wollen sich nicht so schnell festlegen!

Wem haben die Opfer vom Tathergang erzählt?

Wer profitierte von Portners Tod?

Wer hatte einen Grund ihn umzubringen?

Ich denke, es gibt keine Animositäten zwischen Ihnen und Wieczorek.

Nein. Sag ich doch. Warum dann die Feindseligkeit?

Sie müssten doch wissen,

dass Frau Heller keine Gründe braucht, um feindselig zu sein.

Auch wieder wahr.

Wenn Sie Hilfe brauchen... Ich brauche keinen Babysitter, ja?

Ich wollte dir von meinem Wechsel erzählen, aber du hast mir

in die Fresse geschlagen. Ich bin nicht die Personalabteilung.

Herzlich Willkommen, ich brauch die Akten der ersten Vergewaltigungen.

Bist du sauer? Ich wollte dir sagen, dass ich beim SEK ausgestiegen bin.

Muss mich das interessieren? Stimmt, hab ich ganz vergessen.

Du interessierst dich ja nur für tote Menschen.

Ich hab selber Fische.

Ich dachte, die Viecher haben schon wieder was.

Wissen Sie, wie aufwändig die Pflege ist?

Da kann man nicht mal drin baden.

Kümmern Sie sich um den Teich? Nein.

Das macht der Gärtner. Das Gartenzeug regelt mein Mann.

Ich drinnen, er draußen, so die Verabredung.

Ich brauch den Namen des Gärtners und aller, die für sie arbeiten.

Elektriker, Putzfrau und so.

Ist das der Balkon, über den der Täter reinkam?

Ja.

Wollen Sie einen Kaffee? Ja, gerne.

Milch? Zucker? Nö, danke.

Bitte. Unten machen wir immer alles zu.

Rollläden. Aber oben? Wissen Sie, was mein Mann gemacht hat,

als er nach Hause kam und mich gefesselt auf dem Bett gefunden hat?

Er hat in den Schrank geschaut, ob sich ein Liebhaber versteckt.

Verstehen Sie? Ich bin nie fremdgegangen.

Ich kann es fast verstehen, aber nicht verzeihen.

Am liebsten würde ich ihn raus- schmeißen. Wo ist er denn gerade?

Im Büro. Und nachts schläft er auf dem Sofa.

Ich kann nicht allein sein.

Vielleicht schaff ich mir einen Hund an.

Der redet auch nicht weniger mit mir als mein Mann.

Kennen Sie Margit Olsen?

Sie war das zweite Opfer, nicht?

Nein. Ich hab nur gehört, was ihr passiert ist.

Und Irina Portner? Nein.

Haben Sie jemandem die Details des Überfalls erzählt?

Ja. Jedem, der es hören wollte. Bis keiner mehr irgendwas hören wollte.

Ist nicht gerade stimmungsaufhellend.

Ich bin ja hier eigentlich die Leiterin der physikalischen Therapie.

Tja, und jetzt bin ich selbst als Patientin hier.

Nach der ... nach der Attacke, der Vergewaltigung,

musste ich operiert werden.

Hat er Sie verletzt? Nein, nicht körperlich.

Es war der Stress. Die Bandscheibe.

Hier bin ich wenigstens nicht allein.

Frau Olsen, wir brauchen eine Liste der Leute, die für Sie arbeiten.

Alle, die sich in Ihrem Haus bewegt haben, außer Ihnen und Ihrem Mann.

Alles, was Ihnen nach der Zeit noch einfällt, ist hilfreich.

Nach der Zeit? Ich sage Ihnen mal was:

Es ist erst gestern passiert, vorgestern, jede Nacht.

Es passiert immer wieder.

Bekannte sagen: "Du musst bald in deinen Alltag zurückfinden!"

Aber was heißt denn bald? Was heißt denn Zeit?

Es gibt ein Davor und ein Danach. Mehr nicht.

Kennen Sie Jan Portner oder seine Frau Irina Portner?

Der vom Nero? Ja.

Da hatte ich einen Kochkurs. Ihn hab ich nicht kennengelernt.

Und? Karin Fechner hat munter mit ihren Bekannten geplaudert.

Frau Olsen auch. Sie hat hier im Nero einen Kochkurs gemacht.

Als ob sie beim Schnitzel-Klopfen von ihrer Vergewaltigung erzählt?!

Was weiß ich.

Jedenfalls ist die Theorie von Wieczorek hinfällig.

Geht's um die Lösung des Falls

oder darum, zu beweisen, dass Wieczorek keine Ahnung hat?

Vielleicht lässt sich beides miteinander verbinden.

Hier sind übrigens die Spezialisten, um nach Schnipo Schranke zu fragen.

Nach was? Ach so, nee, das krieg ich übers Internet raus.

Hier wird ja groß getrauert.

Der Laden muss laufen. Wir sind gut gebucht.

Wie haben Sie Herrn Portner so eingeschätzt?

Er war ein begnadeter Koch. Und als Mensch?

Eine kontrollsüchtige Arschgeige. Soll heißen?

Der hat schon mal der Küchenhilfe 'ne Backpfeife gegeben.

Das war fast schon ein Ritterschlag. Sie mochten ihn nicht?

Dabei war Portner Ihr Geschäftspartner.

Wir hatten schon bessere Zeiten. Geht's konkreter?

Jan gab mehr Geld aus, als reinkam.

Wofür hat er so viel Geld gebraucht?

Sein riesiges Haus, die Privatklinik für seine erste Frau.

Den Wareneinsatz für so eine Sterneküche

können Sie in den Preisen kaum noch abbilden.

Jan meinte, ich gäbe im Einkauf zu viel aus! Schwachsinn.

Warum ist seine erste Frau in der Klinik?

Was fragen Sie das mich? Wieso nicht? Ist das'n Geheimnis?

Nein, aber privat. Was bleibt in einem Mordfall schon privat?

Ja, das war so was wie 'ne ... ein missglückter Selbstmordversuch.

Anne ist seitdem ein Pflegefall.

Kennen Sie das hier? Ja. Die haben wir beim Sushi-Kochkurs verschenkt.

Die gibt es auch für'n Zeitungsabo.

Wer gab die Kurse? Ich.

Wie viele Teilnehmer waren das? Im Lauf der Jahre 'ne Menge.

Gibt es sowas wie Teilnehmerlisten? Ja. Jetzt nicht. Wir haben zu tun.

Ist die heutige Mannschaft die gleiche wie gestern?

Ja. Wollen Sie die jetzt fragen?

Ja klar, warum nicht? Wir machen gleich auf.

Och, das stört uns nicht.

(Radio) "Die Polizei geht davon aus,

dass Portner den Vergewaltiger überrascht haben muss,

der seit Wochen die Stadt in Angst und Schrecken versetzt."

"Der Mitinhaber des Nero hatte erst im letzten Jahr

den zweiten Stern erkocht."

"Wie es nun nach dem gewaltsamen Tod

mit dem Restaurant weitergeht, ist ungewiss."

Portners haben immer telefoniert. Das stimmt. Jeden Abend?

Ja, hört sich irgendwie nett an. War's aber nicht.

Er wollte sie nur kontrollieren. Das war seine 'ne Macke.

Sie fanden ihn nicht sehr sympathisch? Er war'n Genie.

Ich glaub, die meisten Genies sind keine besonders netten Menschen.

Aber gestern Abend haben sie ja wohl nicht telefoniert. Doch.

Sie haben gehört, wie er mit ihr telefonierte?

Ich hab nicht gelauscht, wenn Sie das meinen. Ich musste kassieren.

Aber Sie haben was mitgekriegt? Ich hab gemerkt, dass er genervt war.

Ich dachte, dem geh ich die nächste halbe Stunde lieber aus'm Weg.

Er hat sie doch erreicht?

Hören Sie, ich will keinen Ärger. Das ist ein guter Job.

Ich glaub, die haben sich gestritten. Auf jeden Fall war er stocksauer.

Hab' gehört, wie er gesagt hat: Was soll das? Ist alles Blödsinn!

Danach ist er total sauer abgedampft.

Und um wie viel Uhr war das genau? Nach den letzten Desserts.

So ... halb zwölf.

Ja? ... Ja, vielen Dank.

Die KTU hat die Aussage der Kellnerin bestätigt.

Es gab zur Tatzeit einen Anruf von Portner auf das Handy seiner Frau.

Frau Portner sagte, dass der Anruf nicht zustande kam.

Sie wäre vor dem Anruf überfallen worden.

Mit wem hat Portner telefoniert, wenn nicht mit seiner Frau?

Vielleicht lügt sie. Hat ihn angerufen und sagte, dass etwas

nicht in Ordnung ist, er rast nach Hause

und wird vom Komplizen erstochen.

Wer soll der Komplize sein? Zum Beispiel Havel?

Es heißt, er habe Spielschulden, Portner wollte sich von ihm trennen.

Angeblich hat Portner am Telefon gesagt: Das ist doch alles Blödsinn.

Das sagt doch niemand, der sich um seine Frau sorgt.

Sie nicht. Sie schlagen Ihre Frau auch nicht. Doch, gelegentlich.

Nein.

Frau Portner, bitte. Sie können doch noch ein paar Tage bleiben.

Wir haben hier eine psychologische Betreuung.

Nein. Ich muss in mein Haus.

Die Beerdigung, das Restaurant, ich muss mich jetzt kümmern.

Gut. Na gut. Ihre Entscheidung. ... Alles Gute.

Danke.

Frau Portner, ich habe eine Frage.

Ich bin im Arztzimmer, wenn Sie mich brauchen.

Ihr Mann hat Sie gestern um 23.30 Uhr angerufen

und mit Ihnen telefoniert.

Nein, ich habe Ihnen gesagt, ich habe nicht mit Jan telefoniert.

Ich verstehe nicht...

Ich würd gern Ihr Handy sehen.

Hast du mein Handy?

* Russisch *

Das hat die Polizei. Vielleicht hat er auf Mailbox gesprochen.

Ich kümmer' mich drum.

Kann ich jetzt gehen? Sicher.

* Anklopfen *

Ja!

Haben Sie schon die Ergebnisse des Bluttests von Frau Portner?

Ja. In meinem Rechner.

Können Sie bitte hochrechnen,

ob Sie zur Tatzeit wirklich betäubt war?

Die Blutabnahme war um 10.40 Uhr.

Wenn wir also Gewicht und Konstitution von Frau Portner...

Wir fanden ein verschreibungs- pflichtiges Beruhigungsmittel.

Hat Sie das von Ihnen?

Nein. Auf gar keinen Fall!

Glauben Sie, ich verschreibe einer Frau, deren Mann sie misshandelt,

ein Beruhigungsmittel, damit sie damit klarkommt und sich nicht wehrt?

Nein, von mir hat sie das nicht.

Aber wenn sie das im Blut hatte und das Diazepam dazukam,

dann hat sie Glück gehabt, dass sie das überhaupt überlebt hat.

Und sie hatte Alkohol im Blut.

Wir wissen zwar nicht, wie schnell der Körper Medikamente abbaut,

aber gehen Sie davon aus, dass sie zur fraglichen Zeit sediert war.

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

Ja? Ja. Ja, ich kann ja schwer ans Telefon gehen,

wenn ich im Auto sitze.

Nee, im Freibad bin ich fertig.

Wollte gerade Pause machen, das wird ja noch erlaubt sein.

Ja, aber wenn die wieder die Abdeckung nicht drauf hat.

Ja, ich fahr hin.

Das Handy von Irina Portner ist nicht in ihrem Haus

und sie behauptet, es nicht zu haben.

Sie sagt, sie hat nicht mit ihrem Mann telefoniert.

Wer dann? Der Täter?

Fünf Minuten lang? Das würde heißen, dass er ihn kannte.

Der Havel rückt die Teilnehmerliste der Sushi-Kurse nicht raus.

Wir gehen davon aus, dass der Täter medizinische Kenntnisse hat.

Anne Portner hat bis zu ihrer Hochzeit Medizin studiert.

Okay, ich red mal mit ihr.

Könnten Sie auch das mit der Teilnehmerliste vom Nero übernehmen?

Ich hab meiner Frau versprochen,

mal zu 'ner zivilen Zeit zu Hause zu sein. Ja, mach ich.

Danke.

Deine Leute haben das Handy von Irina Portner verschlampt!

Es sei denn, es war der Täter.

Ich bin nicht bei der Spusi, hör auf, mich anzukacken.

Was machst'n da?

Ich les' alte Akten.

Haste keine neuen?

Ich bin da auf was gest... gestoßen, was dich interessieren könnte.

Iritschka? Kommst du?

Alles gut. ... Alles gut.

Jetzt er ist weg, für immer!

Und alles dir gehören! Soll ich bleiben?

(auf Russich) Kein Problem.

Njet. Geh ruhig. Ich komm schon klar.

* Musik *

Wir mögen es, wenn man unsere Patienten unnötig aufregt.

Um was geht's denn? Jan Portner.

Ah? Kriegen Sie Ihren Ex jetzt doch mal dran?

Wie meinen Sie das? Gerüchte.

Jan Portner wurde ermordet.

Kein Verlust für die Menschheit. Nein?

Frau Portner ist nicht hier, weil er sie so gut behandelt hat.

Kann sie sich hier frei bewegen?

Wir sind keine geschlossene Einrichtung.

Die Patienten sind freiwillig hier.

Das heißt, sie könnte das Gelände jederzeit verlassen?

Anne kann nichts mit Portners Tod zu tun haben.

Kommen Sie, ich zeig Ihnen, was ich meine.

Anne! Da ist Besuch für dich!

Gib mir doch mal die Vase.

Die Vase mit den Blumen!

Schwierig. Das ist schwierig.

Ich hol dir mal frische, hm?

Frau Portner? Ich bin Winnie Heller von der Kripo Wiesbaden.

Ich bin hier, weil Ihr Exmann letzte Nacht ums Leben kam.

Es tut mir leid.

Er wird also nicht mehr herkommen. Er ist noch nie hergekommen.

Vielleicht haben Sie das vergessen.

Ich vergesse viel. Nicht alles. Viel und alles ist ein Unterschied? Ja.

Möchten Sie mir vielleicht etwas über Jan erzählen?

Ja.

Man muss die Kühlschranktür richtig zumachen.

Sonst vereist das Gefrierfach und man kann alles wegschmeißen.

Verstehe.

Warum wollten Sie sich vor zwei Jahren umbringen?

Ich wollte Jan verlassen. Und ich bin gegangen. Wohin?

Hierher. Weiter hat er mich nicht gelassen.

Er bestimmt, was die anderen dürfen und was nicht. Immer.

Sie kennen doch Richard Havel, oder?

Richard, Richard, hat immer gesagt:

Du musst dich wehren, du musst dich wehren, lass dir das nicht gefallen.

Armer Richard, hat selber Angst gehabt.

Jan, die Sonne und Richard immer nur der Schatten.

Und? Haben Sie sich gewehrt?

Hat Richard Ihnen dabei geholfen?

Jetzt weiß ich's.

Donauwelle!

Ja.

Vielleicht komme ich wann anders noch mal wieder? Ja! Tun Sie das.

Ja, dann guten Appetit!

Ist das immer so?

Nein. Sie hat durchaus lichte Momente. Dann weint sie sehr häufig.

Ich glaube, es ist gut für sie, wenn sie sich nicht erinnert.

Wenn sie einen ihrer lichten Momente hat, würden Sie mich anrufen?

Danke. Tschüss!

Was machen Sie denn hier? Ich besuche Anne Portner.

Warum?

Ich sagte doch, dass ich zu einem Netzwerk von Ärzten gehöre,

die sich um Opfer häuslicher Gewalt kümmern.

Dazu gehört auch die Nachbetreuung von Gewaltopfern.

Also hat Portner seine erste Frau auch geschlagen.

Frau Heller, die ärztliche Schweigepflicht besteht

aus dem gleichen Grund wie die anwaltliche.

Sonst hätten Menschen in Not niemanden,

dem sie sich vorbehaltlos anvertrauen können.

Ich frage Sie auch nicht Ermittlungs-Details.

Wissen Sie, was ich dachte, als ich von dem Mord an Portner hörte?

Eine Fügung, dass dieser Dreckskerl

von einem anderen Gewalttäter umgebracht wurde.

Man könnte fast an Gerechtigkeit glauben,

wäre nicht eine Frau zu Schaden gekommen.

Weiß Anne Portner, dass er mit der neuen Frau

das gleiche macht wie mit ihr?

Sie glauben, dass Anne Portner ihren Ex-Mann umgebracht hat?

Sie haben die Frau doch gesehen? Oder?

Diese Frau war vor ihrem Selbstmordversuch

eine leere Hülle, jetzt ist sie völlig kaputt.

Es gibt noch andere Formen außer der körperlichen Gewalt, Frau Heller.

Die sind nur wesentlich schwerer zu dokumentieren

und noch schwerer zu beweisen.

Mehr kann ich Ihnen dazu nicht sagen.

Selbst wenn Sie sich einen richterlichen Beschluss holen!

Chlor, Chlor, Chlor. Mehr fällt euch nicht ein.

Man riecht es bis ins Haus und das Wasser ist trotzdem trüb.

Sie müssen nachts die Abdeckung drüber machen.

Sonst kann ich nicht wirklich viel dran machen.

Am Arsch Abdeckung! Ich kann's nicht mehr hören.

Ihr Handwerker seid doch alle gleich.

Alles wird mit Silikon repariert. Wichse und Schlotze!

Wenn es schimmelt, haben wir falsch gelüftet!

Chlor! Mein Mann sagt, der Filter ist verstopft. Die Pumpe ist hin!

Reparieren Sie das! Kein Chlor mehr!

Ich sehe schon den Hautausschlag, den wir bekommen werden.

Da ist unterdessen mehr Chlor als Wasser drin. Mir steht es bis hier!

Ich werde mich bei Ihrem Chef beschweren.

Er soll jemand anderen schicken. Einen der mehr Ahnung hat!

Falls es einen solchen überhaupt gibt in Ihrer Firma.

Hören Sie mir überhaupt zu? Können Sie mich überhaupt hören?

Gehen Sie jetzt. Das hat doch keinen Sinn mit Ihnen.

Der Chef meldet sich bei Ihnen.

Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.

Das will ich ihm auch geraten haben.

(AB) "Nachricht eins:"

"Winnie, ich bin's."

"Ich hab mit dem Papa, mit deinem Vater gesprochen."

"Ich werd nicht mehr mitgehen zu deiner Frau Doktor Jacobi."

"Tut mir leid, Süße. Liebe Grüße. Auch von..."

(Vater) "Das hat doch keinen Sinn!" (Gisela) "Meld dich mal!"

(AB) "Nachricht zwei:"

"Hallo Frau Heller? Hier Dr. Jacobi."

"Ich würde gern unsere nächste Stunde vorverlegen."

"Rufen Sie mich bitte an, um mit mir was auszumachen. Danke."

(AB) "Keine weiteren Nachrichten."

(Jens) Hm.

Ja, ich bin's. Gehst du mit mir ein Bier trinken?

Hintergrundrecherche und so. Und dann in die Kiste?

Wenn ich den Job erledigt hab, gibst du mir Taxigeld?

Ist doch eigentlich ein ganz guter Plan?

Hmm, nee, sorry, muss noch arbeiten. Machst du nie Pause?

(Gisela) Ja?

Ja, du wolltest mit mir sprechen. Ich hätt jetzt Zeit.

Soll ich dich irgendwo abholen?

Nein, ich kann mich nicht beruhigen.

Er ist schon wieder nicht nach Hause gekommen.

Nein, ich brauch keine Therapie, ... das hat nichts mit Therapie zu tun.

(Gisela) Du verstehst mich nicht.

* Sie weint. *

Tafel Schokolade von der Entenleber und kalter Kalbsjus mit Trüffeln.

Das ist nicht euer Ernst.

Ist mir egal. Ich ess sowieso keine toten Tiere.

Außerdem feierten Mama und Papa

hier letztes Jahr ihren Hochzeitstag. Hätte ich das gewusst...

Hast du Stress mit deinen Eltern?

Es gibt 'n paar Dinge, über die ich mit denen nicht reden kann.

Geht's dabei um Tampons oder Kondome?

Hältst du mich für so schlicht? Gott sei Dank.

Arbeiten. Am Arsch.

Unser Haus ist zu klein. Seid ihr umgezogen?

Nein. Aber ich habe in der letzten Zeit das Gefühl,

dass meine Eltern das Haus für sich haben wollen.

Wenn du verstehst, was ich meine. Hm.

Frau Kommissarin. Hätte nicht erwartet, Sie so früh wiederzusehen.

Ja, verrückt. Was haben Sie denn erwartet?

Dass ihr Partner stirbt, und es geht weiter wie bisher?

Also, ich nehme einmal Pommes rot-weiß. Und du, Nina?

Hat Portner rausgefunden, dass Sie Ihre Spielschulden

mit dem Geld tilgen, das Sie für den Einkauf verwenden?

Was finden wir, wenn wir in Ihre Bücher gucken?

Scheinbelege? Gefälschte Rechnungen?

Also, wir nehmen zweimal die Pommes und für die junge Dame eine Cola.

Sie sollten mit solchen Anschuldigen sehr vorsichtig sein.

Man kann auch Polizeibeamte wegen Verleumdung verklagen.

Was zur Überprüfung besagter Papiere führt.

Ich für solchen Unsinn keine Zeit.

Dann führen wir unser Gespräch auf dem Kommissariat weiter. Morgen.

Morgen machen wir ein großes Catering.

Das ist ja schön für Sie, lassen Sie sich was einfallen.

Ah ja, und nicht vergessen: Teilnehmerliste. Sushi-Kurs.

Der wird kein Mitglied in deinem Fanclub.

Der Andrang hält sich da ohnehin in Grenzen. Nina, wir gehen.

Ähm, warum?

Ganz wichtig. Nie da essen, wo man den Koch beleidigt hat.

Tschüss!

Was liest'n da?

Deutsche Sagen. Hab ich unserer Tochter geklaut.

Uuuhhhh. Ritter und Drachen! Jungszeug. Wie aufregend.

Es liest sich eher wie'n Krimi. Jede Menge Verrat, Intrigen.

Und Liebe, zuerst kommt die Liebe, dann der Verrat.

Was wär denn die Kriemhild ohne ihren Siegfried.

Das stimmt.

Oh Gott. Wäääh! Ich bin wieder da.

Wie haben wir das früher gemacht? Gitterbett.

Babysitter.

Pension Rosinski, Zimmer 12. In der Mittagspause.

Das müssen wir mal wieder machen.

* Musik *

Damian?

Damian??

Ja, gleich!

Morgen.

Morgen! Morgen!

Ich habe mir überlegt, wir könnten uns einen eigenen Pool anschaffen.

Wie kommst du jetzt darauf?

Erderwärmung? Die Sommer werden immer heißer.

Die Bäder immer kaputter, wenn sie nicht gleich ganz schließen.

Das wär 'ne lohnende Investition.

Wo in dem kleinen Garten?

Wir hätten regelmäßig Bewegung ohne große Fahrzeiten, ohne andere Leute,

und wir können die Öffnungszeiten selbst bestimmen.

Aber sowas kostet doch 'n Vermögen! Zahlt doch der Papi!

Für euch reicht doch so'n blubbernder Whirlpool.

Wird heut später.

Warum?

Ähm, ich bin noch bei Sabrina.

Aha.

Sie haben'n Tablett in der Hand

und wollen mit dem Ellenbogen die Tür aufmachen.

Klar wissen Sie, dass das 'ne blöde Idee is',

aber, Sie machen's trotzdem.

Und während Ihnen der ganze Kram auf'n Boden fällt, denken Sie:

Scheiße. Ich hab's gewusst.

Und so geht es Ihnen, wenn Sie die Leute vor den Kopf stoßen?

Ja. Ich weiß, dass ich mit der Reaktion, die ich kriege,

nicht klarkomme. Aber ich mach's trotzdem.

In Ihrer Arbeit scheint Sie das nicht zu behindern.

Wie läuft's so zurzeit?

Ermitteln Sie nicht im Fall dieses Serienvergewaltigers?

Da rede ich mal nicht über meinen Job, da wird's Ihnen langweilig.

Das freut mich jetzt aber schon!

Sie haben meinen Termin vorverlegt, weil Sie mich ausfragen wollen!

Warum?

Wir hatten vor sechs Jahren schon einmal eine ähnliche Serie.

Allerdings benutzte der Täter damals Chloroform und Kabelbinder.

Wie kommen Sie darauf, dass es der gleiche Täter ist?

Er hat seine Methode nur verfeinert.

Die Inszenierung ist die gleiche.

Er holt sich Frauen für eine Nacht, phantasiert sie sich als Freundinnen.

Für ihn ist das Ganze ein Akt der Zärtlichkeit.

Ein Mord passt da nicht ins Bild. Wie viele Opfer waren das damals?

Drei. Das dritte Opfer wachte zu früh auf

und verletzte sich schwer an diesen Kabelbindern.

Da ist er weg. Entschuldigte sich sogar noch und entkam unerkannt.

Er wurde nicht gefasst? Nein.

Aber ich verlor damals eine Klientin. Iris Vermeulen.

Ein Jahr nach der Tat ist sie ertrunken.

Voll mit Alkohol und Tabletten.

Für die Frauen ist die Unterstellung am schwersten,

sie hätten die Tat provoziert.

Wieso hat er sechs Jahre Pause gemacht?

Stress? Jetzt steht er akut unter Druck.

Wenn der wieder nachlässt, dann hört er vielleicht wieder auf.

Besser gesagt, er pausiert.

Aber ein Mord passt nicht ins Bild? Vielleicht, wenn er überrascht wurde.

Wenn man ihn in die Enge getrieben hat. Dann vielleicht.

Nein. Es scheint, als hätte er den Ehemann nach Hause gelockt,

um ihn zu ermorden.

Nein! Das ist nicht derselbe Täter. Auf keinen Fall.

Unser Täter hat Angst.

Angst vor Menschen, Angst vor Frauen, Angst, dass man ihn verletzt.

Er betäubt die Frauen, weil er sich vor ihnen fürchtet.

Klingt, als wäre er nicht gefährlich.

Im Gegenteil. Jemand, der Angst hat, ist viel gefährlicher

als jemand, der die Kontrolle hat.

Ich hätt noch 'ne ganz andere Frage. Ist es denkbar, dass jemand,

der die meiste Zeit geistig weggetreten ist,

plötzlich in einem Moment der Klarheit jemanden umbringt?

Wenn das Verhalten nicht durch einen Gehirnschaden erzeugt wurde,

sondern durch ein psychisches Trauma, vielleicht.

Für den Täter ist es ganz angenehm,

wenn er seine Taten vergisst und gar keine Schuld mehr hat.

Da hat er gar kein schlechtes Gewissen mehr!

Damian!

Ja, ich komme!

Warum bist du nicht in der Firma bei deinem Onkel?

Ich fange heute später an.

Wir haben die letzten Nächte draußen gearbeitet im Freibad.

Was machst du da?

Das? Ach, das ist eine Recherchearbeit für Onkel Karsten.

Konkurrenzbeobachtung.

Hat er dich befördert, oder was?

Naja, er sagt, ich mach meine Sache gut.

Ich darf jetzt auch die Neukunden betreuen.

Vielleicht kannst du doch mal die Firma übernehmen.

Dann hätte sich das wenigstens gelohnt.

Geb mir Mühe.

Da war aber jemand sehr gründlich. Unten stehen noch vier Kisten.

Ah nee, das gibt's ja nicht... Was ist?

Ihr Vorgänger, Grovius, der hatte einen Fall,

in den er sich verbissen hatte, bevor er zu uns kam.

Das muss der hier sein.

Hat er sich aber ganz schön reingekniet: 3000 Speichelproben,

und 50.000 Datensätze wurden abgeglichen.

Sie haben ihn versetzt, weil er nicht aufgeben wollte.

Er hoffte, den Fall bald zu lösen, aber niemand glaubte ihm.

Also gaben sie den Fall jemand anderem und versetzten ihn.

Und der andere hat die Akten einfach ins Regal gestellt? Ja.

Hier müssten irgendwo die Fallakten sein, aber ich find sie nicht.

Ach, gucken Sie mal hier!

Das glaub ich nicht.

Guten Tag.

Hallo, kommen Sie.

Du hast die Fallakten von Grovius.

Ja, wieso? Du hast die Akten seit Tagen

und sagst uns nichts zu den Parallelen zu unserem Fall?

Ich hab's versucht. Aber Du hörst ja nicht zu!

Du glaubst doch nicht, dass der Mord was

mit den Vergewaltigungen zu tun hat, lass mich in Ruhe!

Was ist jetzt wieder los?

Der Kollege Wieczorek fand Akten mit Hinweisen

auf eine ähnliche Vergewaltigungsserie.

Das hat er leider für sich behalten.

Was da drinsteht, bringt uns nichts!

Der Kollege Gropius hat Unmengen Material gesammelt

und jede Menge Zeugen befragt, aber leider ohne Resultat.

Grovius! Mit Vogel-V. Und das war'n echter Kriminalist.

Einer der besten.

Dafür muss man mehr draufhaben, als über Dächer zu klettern

und blöde Sprüche zu klopfen. Verstanden?

Was war das schon wieder?

Er hat Höhenangst. Das ist so ein Männlichkeitsding!

Grovius war sein Partner. Auf den lässt er nichts kommen.

Tut mir leid. Ich wollte nicht schlecht über den Kollegen reden.

Das ist diese verdammte Hitze. Die macht uns alle irre.

Wie wäre es stattdessen mit 'nem hübschen Teich?

Das hätte auf jeden Fall Platz. Ein paar Fische?

Das schafft ein ganz angenehmes Klima im Garten

und ist wirklich etwas Besonderes.

Mit 'ner haltbaren Uferbegrenzung,

da sieht es dann auch so aus wie echt, sage ich immer.

Der Chef macht Ihnen auch einen guten Preis.

Ist Ihnen nicht gut?

Ich glaub, das ist die Hitze, einfach.

Wollen Sie sich setzen, ich bringe Ihnen was zu trinken.

Und? Wo stehen wir?

Also die Tatwaffe gibt es in einer Auflage von mindestens 10.000.

Dr. Jacobi glaubt auch nicht,

dass der Vergewaltiger und der Mörder identisch sind.

Spekulationen helfen uns nicht. Gibt es keinen konkreten Tatverdacht?

Richard Havel, der Kompagnon profitiert am meisten vom Tod.

Die Ex-Frau hat auch ein Motiv:

Portner hat sie misshandelt, und sie hat Medizin studiert.

Vielleicht haben sich die beiden zusammengetan.

Und die Ärztin von Irina Portner verschweigt irgendwas.

Die hat übrigens auch die erste Frau behandelt.

Vergessen Sie das. Hören Sie auf zu fantasieren.

Sie verrennen sich da in was.

Ziehen Sie mich doch ab. Wie Grovius.

Hallo?

Was ist denn das hier für ein Haufen von Primadonnen!

Man traut sich ja nix mehr zu sagen!

Verhoeven, wollen Sie nicht meinen Job?

Langfristig schon, aber nicht jetzt.

Anne Portner hat einen ihrer wachen Momente, ich fahr da hin.

Die Hitze macht ja allen zu schaffen.

Ist auch anstrengend für Sie.

Jetzt träumen alle vom eigenen Pool, oder?

Ja, es tut mir leid, jetzt sind Sie ja umsonst gekommen.

Kann ich Ihnen vielleicht 'ne Anfahrtspauschale zahlen?

Das gehört zum Geschäft dazu.

Aber vielen Dank, dass Sie sich darüber Gedanken machen.

Is' schlimm, nicht?

Ja. Bisher dachte ich, der ist raffiniert.

Raffiniert?

Ist vielleicht nicht die richtige Wortwahl, Entschuldigung.

Aber aus dem Blickwinkel eines Juristen ist es natürlich...

Sind Sie Rechtsgelehrte?

Was für ein hübsches altmodisches Wort. Ich bin Juristin. Ja, stimmt.

Da fragt Sie wahrscheinlich jeder nach Ihrer Meinung bei sowas.

Sie meinen, wie Ärzte auf Partys mit Krankheitsgeschichten?

Nee, so schlimm ist es nicht.

Aber das ist 'n interessanter Fall für einen Verteidiger.

Könnten so jemanden raushauen?

Das muss doch bestimmt bestraft werden.

Ein ehrgeiziger Verteidiger

könnte die Glaubwürdigkeit der Opfer erschüttern.

Wie geht das?

Indem er den Frauen unterstellt, es gab 'ne Verabredung mit dem Täter.

Ein Einvernehmen, aber jetzt...

Was jetzt?

Mord ist Mord. Da lässt sich nichts deuten.

Das bringt ihn lange hinter Gitter.

Hoffentlich für immer. Oder?

Bei dem Tatbestand

mit Sicherheitsverwahrung bis ans Lebensende. Ja.

Dann ist ja gut. Ich muss dann leider auch.

Vielen Dank für das Wasser und ich hoffe,

ich habe keine Unannehmlichkeiten bereitet.

Nein, gerne. Bitte.

Anne?

Warum weinen Sie?

Um alles, was ich verloren hab.

Was denn?

Der Kühlschrank. Das Eis. Alles abgetaut. Das Vorher und das Nachher.

Sie hat's immer abgestritten. Aber ich weiß genau, dass es Kira war.

Nie hat die die Kühlschranktür richtig zugemacht.

Da war überall 'ne Eiskruste, und dann musste man ihn abtauen.

Das ganze Eis. Wir haben das ganze Wochenende Schokoladeneis gegessen,

bis uns schlecht war.

Das ist das letzte Schöne, woran ich mich erinnere.

Dann kam Jan. Kira hat gesagt, er ist nicht gut für dich.

Die hat's gewusst. Kira ist böse auf Jan, die sagt,

das muss endlich aufhören.

Wann hat sie das gesagt?

Das war in meinem anderen Leben. In meinem schönen Leben.

Wir haben zusammen gewohnt, als wir noch studiert haben.

Dann hab ich Jan kennengelernt, bin aus meinem Leben ausgestiegen,

als wär's ein Zug in die falsche Richtung.

Ich hab alle meine Freunde verloren. Das war Jan.

Er wollte mich ganz für sich allein.

Ich hab Kira noch ein paar Mal getroffen,

aber er wollte das nicht.

Er wollte wissen, ob wir über ihn redeten, oder ob sie versuchte,

ihn schlecht zu machen.

Er ... behauptete, ich hätte

hinter seinem Rücken schlecht über ihn geredet.

Das hat ihn immer so wütend gemacht.

Wie kann ich Kira finden?

Er hat mich eingesperrt wie'n Vogel in'n Käfig.

Wussten Sie, dass Jan wieder geheiratet hat?

Richard hat das gesagt, Richard Havel.

War der hier?

Ich weiß es nicht mehr, ich bring alles durcheinander.

Ich bin jetzt müde. Kann ich ins Bett?

Ja.

Ja, wir werden von ihr heute nichts Vernünftiges mehr hören.

Nach diesen hellen Phasen ist sie immer total erschöpft.

Was kann sie denn in diesen hellen Phasen?

Alles, was sie früher auch konnte, nehm ich an.

Verwenden Sie hier Diazepam?

Ja. Könnte sie da rankommen?

Nein. Das ist im Giftschrank, der ist immer verschlossen

und darüber wird genau Buch geführt.

So, jetzt muss ich mich um sie kümmern.

Anne.

* Türklingel *

Hi Nina!

Hi. Kann ich reinkommen? Ja klar, komm rein.

Nur bis Viertel vor zehn, dann sind sie müde.

Wissen deine Eltern, dass du hier bist?

Die denken, ich bin bei Lea.

Was'n los?

Früher war zu Hause alles anders.

Also ich mein, sie haben zwar gestritten,

aber das ist noch lange nicht so schlimm wie jetzt!

Sie sitzen ständig in der Ecke und turteln! Wie frisch Verliebte!

Das stresst einfach total!

Willst du was trinken? Ja, gerne.

Hallo!

Hu, hier stinkt's ja! Sollen wir mal lüften?

Was soll das für eine Recherche sein?

Damit hab ich nichts zu tun. Komm, gib das her, ich schmeiß das weg.

Dein Opa hatte Recht.

Eine schlechte Mutter kann man aus keinem rausprügeln.

Wenn du was damit zu tun hast, zeig ich dich an!

Wie, du willst mich anzeigen? Warum denn?

Das muss aufhören. Glaubst du, ich helf dir noch mal?

Du hast mir nicht geholfen!

Glaubst du, ich lade mir eine solche Sünde auf?

Du hast dir selber geholfen, weil du nicht alleine sein wolltest!

So war's doch!!

Entschuldigung. Ich äh, hast du Schmerzen?

Soll ich dir eine Spritze machen, Oma?

Ich will nicht mehr, dass du das machst.

Warum nicht? - Der Pflegedienst soll das machen.

Meine Eltern haben sich nie angefasst! Gott sei Dank.

Meine Eltern machen das sogar vor mir! Das ist eklig.

Warum sagst du's ihnen nicht?

Wenn sie's gestern nicht kapiert haben, dann geh ich ins Internat.

Ja, guten Tag. Äh, hier ist Damian Kender.

Das ist eine Nachricht für Schwester Agnes.

Ich wollte sagen, Sie brauchen morgen nicht zu kommen.

Meiner Großmutter geht's nicht so gut.

Ähm. Ich, ich ruf dann eher den Arzt. Vielen Dank.

Ist gut. Ist gut, ja. Ruhig.

Vorsichtig, vorsichtig. Nicht so ziehen!

Buckel, jetzt ... jetzt.

Danke für alles.

Tschüss!

Schönen Abend noch.

War das nicht die Winnie Heller? - Ja.

Und was hast du mit der zu tun?

Was hat eigentlich meine Tochter bei Ihnen gemacht?

Das geht Sie nichts an.

Wollte sie irgendwas Bestimmtes?

Meine Frau wünscht sich jetzt ihren eigenen Pool. Ich weiß.

So? Was hat meine Tochter denn sonst noch alles erzählt?

Haben Sie in Grovius Akten geschaut? Was, was ich wissen sollte?

Iris Vermeulen ist ertrunken in ihrem eigenen Pool.

Ich mag Ihren Humor. Das war kein Witz.

Machen Sie beim Sex die Tür zu!

Was fällt Ihnen eigentlich ein, mich wie einen Kriminellen zu behandeln?

Die Staatsanwaltschaft hat Einsicht in Ihre Bücher beantragt.

Geben Sie doch zu, Ihren Partner betrogen zu haben?

Ich habe ihn nicht betrogen, das stand mir zu!

Hat er das genauso gesehen? Oder musste er deshalb sterben?

Was ist mit seiner Exfrau, Anne Portner,

was haben Sie für ein Verhältnis zu der?

Sind Sie verrückt? Ich habe Jan nicht umgebracht!

Ich habe ein Alibi: Sushi-Zubereitung mit Haruko Fukei.

Dafür gibt es mindestens 30 Zeugen.

Danach wurde Sake getrunken. Das ging bis 1 Uhr.

Warum haben Sie das nicht gesagt, als wir bei Ihnen waren?

Sie haben nicht gefragt! Wir werden das überprüfen.

Gut. Ich hab die Liste dabei.

War ein exklusiver Kreis. Bitteschön. Meine Güte, ey ...

Nichts für ungut, aber Ihre Kollegin, die ist ein bisschen pffft.

Was Sie nicht sagen!

Was ist jetzt mit mir?

Sie bleiben hier, bis wir Ihre Angaben überprüft haben.

Was? Das kann doch nicht wahr sein.

Guten Morgen.

Frau Fechner, ich würde gern etwas nachsehen.

Kann ich Ihnen irgendwie helfen?

Poolservice Kender. Das ist nicht die Firma,

die sich um Ihren Teich kümmert, oder?

Nein, die hatten ein Angebot wegen der Teichpflege gemacht?!

War ihm wohl zu teuer. Waren Sie an dem Tag zu Hause?

Ja. Ja, das weiß ich noch.

Herr Kender selbst und so ein netter junger Mann. Mit Hörgerät, der Arme.

Das haben Sie meinen Kollegen aber nicht erzählt, oder?

Hier, für dich.

Danke.

Hallo? Ah, guten Tag. Nein. Ich habe keinen eigenen Teich.

Einen Pool auch nicht.

Ich kann hier so viel schwimmen, wie ich möchte!

Poolservice Kender? Nee, da fällt mir jetzt grad nichts ein.

Mhmh, gut.

Hier, schau mal.

Ach warten Sie mal, Frau Heller!

* Türklingel *

Ja?

Poolservice Kender, guten Tag. - Äh, wer?

Kender. Poolservice! Hier.

Ich habe keinen Poolservice bestellt!

In meinem Auftrag steht aber Zobelstraße 41, Familie Portner?

Ist das nicht bei Ihnen?

Doch. Aber ich muss jetzt alleine sein. Verstehen Sie?

Ich habe keinen Poolservice bestellt.

Mist, natürlich. Mist.

Ähm, könnten Sie mir das vielleicht bestätigen, für meinen Chef?

Ich krieg da sonst Ärger. Frau Portner, ich, ich bitte Sie.

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

Guten Tag.

Hallo.

* Telefonklingeln *

Wenn Sie dann da unterschreiben würden?

(AB) "Hier ist der Anschluss von Jan und Irina Portner."

Ich habe keinen Stift. Vielleicht haben Sie ja einen.

(AB) "Sprechen sie nach dem Piepton."

"Winnie Heller hier. Bitte rufen Sie mich zurück,

sobald Sie diese Nachricht gehört haben."

"Wir müssen dringend wissen,

ob Sie eine Verbindung zum Poolservice Kender haben. Danke."

Warum machst'n du das? Warum machst du alles kaputt?

Es war alles gut, bis du aufgetaucht bist.

Du und dein blöder Mann. - Sie verwechseln mich.

Hä? Was hab ich mit deinem Mann zu tun?

Was hab ich mit deinem Mann zu tun?

Lassen Sie mich bitte! - Nichts. Und mit dir auch nicht!

Entschuldigung. Entschuldigung.

Entschuldigung. Entschuldigung.

Du blödes Miststück!! Du Fotze, du!

Polizei! Keine Bewegung!!

Was wollen Sie? Ah, ahh! Was ist denn los?

Polizei!

Wohnzimmer sauber. - Flur frei.

Frau Kender?

Wir brauchen einen Notarzt! Sofort einen Notarzt, ja? Frau Kender?

Und?

Damian Kender ist verschwunden.

Verhoeven wartet mit Kollegen vor Ort. Wo ist Wieczorek?

Der ist auf dem Weg zu Irina Portner. Wieso?

Weil wir sie nicht erreichen können?

Was ist mit der Großmutter von Kender?

Die liegt im Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig.

Das Diazepam lagert ihr Pflegedienst bei ihr im Kühlschrank.

* Telefonklingeln *

Scheiße. Grovius war schon vor sechs Jahren an Kender dran.

Im Fall Vermeulen konnte er ihm nichts nachweisen,

weil seine Großmutter ihn gedeckt hat. * Telefon *

Tschuldigung.

Ja? Wann ist das passiert?

Und wie geht’s ihr jetzt? Ja, danke.

Was ist passiert?

Irina Portner ist überfallen und schwer verletzt worden.

Damian Kender?

Wo ist meine Großmutter? Wo ist Großmutter? Im Krankenhaus.

Was?! Das geht doch nicht! Sie sollte tot sein! Sie sollte tot sein!

Ihr Name ist Damian Kender, 28 Jahre alt,

wohnhaft bei Ihrer Großmutter, Luise Kender.

Angestellt sind Sie beim Poolservice Ihres Onkels, Karsten Kender.

Ist das soweit richtig? Ja.

Wissen Sie, warum Sie hier sind? Ja.

Haben Sie Margit Olsen und Karin Fechner vergewaltigt? Nein.

Sondern?

Wir hatten kurze Affären.

Ich habe die besucht. Das waren Freundinnen.

Ich hatte ihr Einverständnis.

Aha ... und die Vergewaltigungen vor sechs Jahren?

Haben Sie diese Damen auch besucht?

Frau Vermeulen, Frau Brestedt, Frau Ternes?

Hat sich Frau Vermeulen mit Ihrem Einverständnis umgebracht?

Waren das auch alles Freundinnen?

Das war ich nicht. Ich war bei meiner Oma zu Hause.

Die lügt ja nicht.

Ja, das hat Ihre Oma erzählt.

Ich glaube, dass sie nun was anderes sagt, wenn sie wieder aufwacht.

Ja, aber die ist ja senil. Die glaubt doch, ich gehe zu Nutten.

Warum haben Sie Irina Portner zusammengeschlagen?

Weil die alles kaputt gemacht hat, alles Schöne.

Warum haben Sie Jan Portner erstochen?

Das war ich nicht! Das will die mir anhängen!

Ich, ich, ich kenn die überhaupt nicht.

Das waren auch keine Kunden von uns! Ich hab die Frau nie gesehen!

Die ist auch überhaupt nicht mein Typ!

* Anklopfen *

Ich müsste dich kurz sprechen.

Wir haben überprüft, wer diese Kira ist,

mit der sie damals zusammen wohnte. Kira Schönenberg.

Dr. Schönenberg, die Ärztin?

Ja. Ich hab sie herbestellt. Sie wartet drüben.

Könnte ich bitte ein Glas Wasser haben?

Sie sagten, Ihre Großmutter sollte eigentlich tot sein. Warum?

Das weiß ich nicht mehr. Ich war ziemlich durcheinander.

Die Beamten ham mir wehgetan, mir den Arm auf den Rücken gedreht.

Geht's ihr gut? Den Umständen entsprechend.

Sie haben ihr eine zu hohe Dosis Diazepam gespritzt.

Das wissen Sie schon?! Sie regt sich sehr leicht auf.

Ich bin kein Mörder, das hab ich Ihnen gesagt.

Und wenn Ihre Großmutter jetzt tot wäre?

Dann wäre ich froh. ... Und traurig.

Beides. Das ist verrückt, oder?

Ja, das ist verrückt...

Was ist mit Ihrem Ohr?

Großvater. Ein paar Ohrfeigen zu viel.

Lieber gefürchtet als verachtet.

Warum sind Sie nicht einfach in den Puff gegangen?

Weil die Nutten nicht küssen.

Weil die Nutten nicht küssen?! Ja.

Aber bewusstlose, gefesselte Frauen - die küssen, oder was?

Krieg ich bitte das Wasser?

Anne Portner hat erzählt,

dass Sie während des Studiums zusammen gewohnt haben.

Das hat sie Ihnen erzählt? Ja, in einem ihrer wachen Momente.

Ich wusste nur nicht, dass sie von Ihnen spricht.

Früher hatte sie nur wache Momente.

Sie war unglaublich begabt. Sie wäre eine fantastische Ärztin geworden.

Ist eigentlich wie Fahrradfahren, das verlernt man ja nicht.

Sie weiß wahrscheinlich jetzt auch noch einiges.

Sie denken, dass Anne, nur weil sie Medizin studiert hat...

Ach Frau Heller, ich bitte Sie! Das lernt man heute im Internet!

Verhoeven! Moment!

Heller? Kommen Sie mal?

Einen Augenblick bitte.

Also, es gibt mindestens zehn unabhängige Zeugen.

Damian Kender hat in der Tatnacht von 19 Uhr abends bis 5 Uhr morgens

mit Kollegen die Pumpanlage im Opelbad repariert.

Er kann nicht der Mörder von Portner sein.

Richard Havels Alibi wurde bestätigt.

Stehen wir wieder ganz am Anfang. Was haben Sie?

Ich würd die Ärztin gern unter Druck setzen, die lügt die ganze Zeit.

Ich bring sie in ein Vernehmungszimmer.

Bringen Sie bitte Kender in den Zellentrakt, wir brauchen ihn noch.

Wollen Sie einen Kaffee? Nö.

Der Vergewaltiger hat heute Irina Portner zusammengeschlagen,

ihren Mann aber nicht umgebracht. Was macht Sie so sicher?

Er hat ein Alibi.

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Anne zu sowas in der Lage wäre.

Woher hätte sie die Medikamente bekommen sollen?

Das ist...

Es kann ihr ja jemand geholfen haben?

Ich bitte Sie, Frau Heller!

Wir gehen jetzt in einen Raum,

wo wir mehr Ruhe haben und das Gespräch aufzeichnen können.

Jens?

Geht die Kaffeemaschine wieder?

Hallo, ich bin's!

Ich wollte dich abholen, jetzt erreiche ich dich nicht.

Ich hab 'ne Überraschung für dich! Na gut. Dann komm ich mal hoch.

* Musik *

Ach.

Was soll das??

Rein da! Rein rein rein!

Rein da, rein da, rein da!

Geht's?

Kümmern Sie sich um ihn. Ja, mach ich.

Was machen Sie hier? Sie sagten, Sie sind Anwältin!

Sie sind Polizistin, ja? Sie wollen mich ausspionieren?

Nein. Ich bin Anwältin!

Okay, Sie müssen mir helfen!

Ich hab keine Ahnung von Strafrecht. - Scheißegal. Sie sind schlau!

Was haben Sie denn gemacht?

Die wollen mir einen Mord anhängen. Aber ich war das nicht!

Wenn Sie das nicht waren, dann wird sich das aufklären.

Das hier macht es nur schlimmer.

Lassen Sie uns umkehren und das klären!

Darf ich mal sehen?

Ist nicht so schlimm, wird schon wieder.

Was ist hier los? - Ist gerade passiert.

Ein Mann hat irgendeine eine Frau gekidnappt, glaube ich.

Die sind hoch. Frau Heller ist hinterher.

Ich bin so ein Idiot.

Wieso, was ist denn passiert?

Ich hätte ihm die Handschellen anlegen sollen.

Das war der Vergewaltiger.

Und was jetzt? Hier kommen wir doch nie weiter.

Sei mal ruhig, Mann! Sei ruhig! Ich muss nachdenken.

Machen Sie keinen Quatsch. Wir finden eine Lösung.

Es gibt für alles eine Lösung!

In deiner Welt vielleicht. In deiner Welt, ja! Hey!

Herr Kender, ich komme jetzt raus. Ich will nur mit Ihnen reden.

Keinen Schritt weiter. Geh nicht weiter. Nicht weiter!

Bleib stehen! Bleib stehen, Mann! Bleib stehen!

Wir haben Ihr Alibi überprüft, Sie sind kein Mörder.

Das ist doch gelogen, ist das doch! Das ist nicht gelogen.

Winnie! Winnie!

Großes oder kleines Besteck? Schlagen wir Alarm oder warten wir?

Schieß ihm ins Bein oder mach was, aber ruf Verhoeven nicht.

Was laberst du denn da?!

Nix, es ist alles in Ordnung! Ihre Oma ist aufgewacht, es geht ihr gut.

Hey!

Was machen Sie hier? Gehen Sie vom Dach!

Ich bin Ärztin, kann ich helfen? - Wer ist denn das?

Sie ist Ärztin! Es ist alles in Ordnung!

Ist er das? Der Mann, der Irina zusammengeschlagen hat?

Ja. Gehen Sie vom Dach!

Ihr wollt mich doch abknallen, ich check das doch! Ich geh nicht allein!

Ich nehm' die mit runter! Klar?

Ich geh nicht alleine!

Bleiben Sie ruhig!

Ich will nach Hause zu meinem Kind, bitte.

Was hab ich mit all dem hier zu tun? Lassen Sie mich gehen, bitte.

Ich will was trinken! Ich hab Durst!

(AB) "Ich wollte dich abholen, jetzt erreiche ich dich nicht."

"Ich hab 'ne Überraschung für dich! Na gut, ich komm hoch."

* Handyklingeln *

Verhoeven... Was ist hier los? Bleiben Sie unten.

Wo ist meine Frau? Sie können nicht da hoch.

Was ist da los?!

Das hätte alles nicht passieren dürfen! Ich hab das nicht gewollt.

Portner, der Bastard, hat Anne nicht nur geschlagen, er hat sie zerstört!

Verstehen Sie? Er hätte mit Irina das gleiche getan!

Sie haben sie gefesselt und weggespritzt!

Sie soll sich verpissen! Ja! Ja.

Das war der Preis. Danach wäre sie frei gewesen.

Das Schwein da war meine Chance!

Für den Mord hätten sie den doch ewig weggesperrt.

Ich hab gedacht, dass ich damit klarkomme,

jemanden umzubringen, aber das bin ich nicht!

Es ist außer Kontrolle geraten, es ist wie, wenn Sie

einen Stein den Berg runterrollen und nicht wissen, was der alles mitreißt,

und wen er trifft, wenn er unten ankommt.

Ich will 'n Wasser! Ich will 'n Wasser haben!

Ja! Ja, ja! Wir holen Ihnen eins!

Was ist hier los? Wo ist meine Frau?

Scheiße.

Lassen Sie die Frau doch gehen. Ihr Wasser ist unterwegs.

Ich hab doch gesagt, ich kann helfen.

* ruhige Musik *

Silvie! Silvie!

Komm, komm, komm, komm hoch. Ist alles gut.

Alles ist gut. Komm hoch. Komm, komm. Alles gut.

Bist du verletzt?

Komm. Oh Gott. Oh Gott. Oh Gott.

* Musik *

Habt ihr eine Tischtennisplatte bestellt?

* Schluchzen * Ja.

Kann sein.

Habt ihr euch gestritten?

Das ist also deine Art zu entspannen, ja?

Nee. Das ist meine Art, Stress abzubauen.

* fröhliche Musik *

* Jubelschrei *

* Lachen *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016

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