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Lass uns doch mal anfangen.
Weil ich schwöre.
Bitte. Ich schwöre, Fräulein, bei dem heiligen Mond, der silbern dieser Bäume
Wipfel säumt.
Oh, schwöre nicht beim Mond, dem wandelbaren, der immerfort in seiner
wechselt, damit nicht wandelbar dein Lieben sei. Wobei soll ich denn
Lass es ganz.
Doch willst du, schwör bei deinem edlen Selbst.
Stopp mal.
Sag mal, wisst ihr eigentlich, was ihr da sprecht?
Wieso? Ist doch ganz klar.
Nein, ich habe jedenfalls nicht den Eindruck.
Warum klingelt ihr die Ferse einfach so runter?
Herrschaften, diese Balkonszene ist die grandioseste Liebesszene der
Weltliteratur.
Wisst ihr eigentlich, was Liebe ist?
Nur mal langsam, wenn wir schon beim harten Wort
Bumsen sind, was hat denn das mit Liebe zu tun?
Eine ganze Menge.
Naja, Romeo und Julia bumsen ja auch.
Ja, aber erst im dritten Akt.
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche.
Das mit 14 Jahren, spitze. Richtig, Julia, 14 und Romeo ist 15.
Gerade deswegen sollte euch das Stück interessieren, finde ich.
Aber Shakespeare hat es geschrieben.
Und da war er erheblich älter und erfahrener. Tja, um das so schreiben zu
können. Aber glaubt ihr wirklich, dass man Liebe lernen kann?
Bumpen mit dem... Richtig, Sex kann man lernen. Aber Liebe?
Was ist Liebe ohne Sex?
Nein. Was ist Sex ohne Liebe?
Reines Vergnügen.
Ich würde sagen, eine bessere Form von Onanie.
Ich finde, beides gehört zusammen.
Ja, nur darf man über den Sex die Liebe nicht vergessen.
Und die Liebe hat viele Gesichter. Der Sex auch?
Ja, das wusste Shakespeare bestimmt auch. Denn der war weiß Gott nicht
Schlagt nach bei Shakespeare.
Ich weiß nicht, ob man dazu unbedingt Shakespeare braucht.
Ich habe da neulich einen Fall in der Zeitung gelesen... Also erzählen wir uns
jetzt Geschichten oder proben wir? Nun lass doch mal den Peter.
Vielleicht hilft uns seine Geschichte zur Interpretation der Verse.
Worum ging es dann? Das war so ein richtiger Krimi.
Oh, das hätten wir.
Scheußlich. Ja, ist gut.
Wir wurden durch einen Telefonanruf benachrichtigt.
Als wir kamen, fanden wir die Täterin noch vor.
Sie war ziemlich durcheinander.
Und wo ist sie jetzt? Nebenan.
Ja, dann macht mal hier weiter.
Zeichnen mal die Lage der Leiche ein.
Bitte bleiben Sie sitzen.
Ich bin Kommissar Behrend.
Ich denke, wir wollen uns ein wenig unterhalten.
Sie haben das Recht, einen Anwalt zu verlangen.
Ich brauche keinen Anwalt.
Wie heißen Sie?
Irina Anakopoulos.
Sind Sie Griechin?
Ja.
Ich bin schon seit zehn Jahren in der Bundesrepublik.
Mit meinen Eltern.
Mein Vater ist Arbeiter in einer Heizölfirma.
Nebenbei arbeitet er als Hausmeister.
Meine Mutter geht putzen.
Wie alt sind Sie?
16 Jahre.
Dann darf ich ja noch du sagen.
Wenn Sie es wünschen.
Tja. Was ist denn nun heute Abend alles geschehen?
Ich bin heute Abend zu Herrn...
Kurt Hämmerath gegangen.
Zuerst habe ich geklingelt, aber keiner hat geöffnet.
Da merkte ich, dass die Wohnungstür offen war.
Ich ging hinein.
Herr Hämmerath saß auf einem Sessel und schlief.
Und dann?
Warum bist du ab hingegangen zu diesem Herrn Hämmerath?
Er hat mich erpresst.
Wozu?
Um mit mir zu schlafen.
Womit hat er dich denn erpresst?
Herrgott, Mädchen, nun sprich doch schon.
Weil... Das war so.
Seit drei Jahren gehe ich auf eine deutsche Schule.
Vorher war ich auf einer griechischen Schule.
Ja, das war so.
Nach der Schule gehen wir öfters noch ein Eis essen.
Wetten, dass Irina es noch nie gemacht hat.
Nö, muss der Schülerin tun, sowas nie.
Was soll ich noch nie gemacht haben?
Na was denn? Klauen.
Klauen? Ja.
Ich bin doch keine Diebin.
Käse. Diebin, das ist doch kein Diebstahl, wenn man mal was mitgehen
dem Kaufhaus. Oder in dem Supermarkt. Nur so aus Jux.
Damit rechnen die doch, das ist im Preis drin.
Guck. mal, was ich alles geklaut habe.
Ein Schal, ein Füller, eine Puppe.
Oh.
Und dann habe ich noch was geklaut.
Das kann ich aber hier nicht zeigen. Was denn?
Einen schwarzen Slip. Ist nicht wahr.
Doch, es ist wahr. Dann zeig. Bitte auf eure Verantwortung.
Oh, Susi, der ist ja toll.
Bist du mit der Nummer noch frei?
Mach ein Loch in die Landschaft. Klasse. Es gehört nur ein bisschen Mut zum
Klauen. Den hast du wohl nicht, was?
Mein Vater würde mich totschlagen, wenn ich so etwas täte.
Naja, ihr Griechen habt ja auch die Moral erfunden.
Du solltest es aber doch mal machen.
Klauen ist ein unheimlich starkes Gefühl. Ein Kribbeln. Das ersetzt einen
Geschlechtsakt. Ich mag solche Gespräche nicht. Sie wirken wie Gift auf mich.
Ich weiß nicht warum.
Aber einmal, da passierte es.
Herzlichen Dank. Wenn Sie nächste Woche wieder vorbeischauen, haben wir bestimmt
wieder was Neues. Wiedersehen.
Schauen Sie sich ruhig mal um.
Kommen Sie mal nach hinten, in mein Büro.
Kommen Sie.
Setzen Sie sich.
Hübsch, nicht?
Sieht gut aus auf einem nackten Hintern.
Ist ja wohl ein Fall für die Polizei, oder wie sehe ich das?
Bitte nicht die Polizei. Bitte nicht die Polizei, jetzt, wo es zu spät ist.
Wie heißen Sie?
Irina Anakopoulos. Irina Anakopoulos, auch noch eine Kameltreiberin.
Wie alt bist du?
16. 16?
Ihr Gastarbeiter klaut wie die Raben. Höchste Zeit, dass dem mal ein Ende
gemacht wird.
Nein, bitte nicht, die Polizei. Ich schwöre, ich habe das halt zum ersten
Aber klar doch.
Alle, die ich schnappe, haben das gerade zum ersten Mal gemacht.
Und die Sachen, die ich in ihren Taschen finde, sind da hineingekommen, wie die
Kinder in die Jungfrau.
Nee, tut mir leid.
Ich wüsste nicht, warum ich bei dir eine Ausnahme machen sollte.
Bitte, ich will das auch bezahlen.
Na, das ist ja wohl auch das Mindeste.
Bezahlen muss man für alles im Leben.
Zieh ihn an.
Na los, sieh den Slip an.
Ich will sehen, wie er steht.
Aber erst den Alten runter.
Nein.
Na dann eben nicht.
Nein.
Na, mach schon.
Oder soll ich doch die Polizei anrufen?
Komm los.
So.
Jetzt den alten runter.
Ja. So.
Langsam. Brauchst dich nicht zu beeilen.
Jetzt.
Den schwarzen Slip.
Ja.
Schön.
Schön.
Na, und jetzt?
Zeig mir, wie er sitzt. Komm.
Lass sehen, was du hast.
Da komm vor.
Mach schon.
Zeig mir, wie er sitzt.
An diesem Tag verlangte er nicht mehr von mir.
Aber er schrieb sich meinen Namen auf.
Und wo ich zur Schule gehe.
Den schwarzen Slip hat er mir geschenkt.
Dafür musste ich ihm ein Schuldgefremdnis unterschreiben.
Und wie ging es dann weiter?
Ein paar Tage später fing er mich vor der Schule ab.
Was sagen wir denn jetzt mit der ausgefallenen Stunde? Ich gehe doch noch
nach Hause.
Was hast du vor von mir? Ich will jetzt noch mit einem Eis. Immer.
Willst du auch mit, Irina?
Klar.
Was will der Typ denn? Du, Irina, ich glaube, der will was von dir. Geht schon
mal vor, ich komme gleich nach.
Warum kommen Sie hierher? Was wollen Sie von mir?
Moment mal, Mädchen, nicht in diesem Ton. Du vergisst, dass du noch in meiner
Schuld bist.
Also? Was wollen Sie?
Dass du heute Nachmittag um drei in meine Wohnung kommst.
Da ist der Erpresser, da kannst du deine Schuld abtragen.
Meine Frau ist für eine Woche auf Einkaufsreise. Das stört uns keiner.
Kapiert?
Vielleicht gibt der gute Onkel dir dann dein Schuldgeständnis wieder.
Und vergiss den schwarzen Flip nicht.
Mir blieb nichts anderes übrig.
So, nun zieh dich aus.
Schön langsam.
Ganz aus.
Bis auf den schwarzen Flip.
Das mache ich selber.
An diesem Tag verlor ich meine Jungfernschaft.
Ich war vorher noch nie mit einem Mann zusammen gewesen.
Kommen wir zum heutigen Tag.
Du sagtest, er hätte dich heute wieder zu Sieg bestellt.
Das hat er die ganze Woche lang getan.
Jeden Tag, immer nachmittags. Heute sollte ich um sieben Uhr kommen.
Es sollte vorläufig das letzte Mal sein.
Weil seine Frau morgen wiederkommt.
Was ist heute vorgefallen?
Ich hatte eine Auseinandersetzung mit meinem Freund.
Du hast einen Freund?
Ja, aber nicht so, wie Sie denken.
Ich habe noch nie etwas mit ihm gehabt.
Er ist auch Grieche und heißt Nico Afrinos. Er will Ingenieur werden und
auf die TU.
Was wusste er von deinem Erpresser?
Nichts. Bis heute Nachmittag.
Nachmittags sind meine Eltern nie zu Hause.
Darum hatten sie auch nichts von der ganzen Sache bemerkt.
Heute gegen halb vier kam mein Freund, Nico.
Irina, wie lange kennen wir uns schon?
Eine Ewigkeit. Ja.
Du warst acht und ich war 13, als wir uns das erste Mal sahen.
Schon damals habe ich gespürt, dass wir füreinander bestimmt sind.
Und ich will es auch heute noch glauben.
Willst du es nur oder glaubst du es wirklich?
Ich weiß es nicht mehr.
Ich liebe nur dich allein.
Dann nimm mir den Zweifel. Wie kann ich das, wenn du mir nicht glaubst? Ich
weiß, viele halten mich für altmodisch. Aber ich wollte immer, wenn ich einmal
heirate, dass meine Frau unberührt in die Ehe geht.
Wir waren Kinder, als wir uns kennenlernten, Irina.
Ich wurde erwachsen und du warst immer noch ein Kind.
Ich habe das respektiert.
Ich bin kein Kind mehr.
Ich weiß es.
Du ahnst ja nicht, wie oft ich dich, wie oft ich deinen Körper begehrt habe.
Ich wollte dich mir aufsperren für die Ehe.
Ich habe dir immer vertraut. Aber jetzt bitte ich dich, beweise mir, dass du
mich liebst.
Nein!
Ich kam plötzlich zur Besinnung.
Was ich tat, kam mir wie ein gemeiner Betrug vor.
Ich erzählte ihm alles.
Du sagst nichts.
Stell dir vor, ich habe einen Autounfall, fliege mit dem Kopf durch
mein Gesicht ist zerschmettert, die Augen raus, die Nase bis zum Mund
aufgeschnitten und alles eine blutig zerquetschte Masse.
Würdest du mich dann küssen?
Würdest du dies Gesicht dann noch küssen?
Würdest du mich küssen?
Siehst du, jetzt gibst du dir selbst die Antwort.
Alles wäre besser gewesen, als das, was du getan hast.
Nico!
Du widerst mich an!
Mich packte eine ohnmächtige Wut.
Ich musste zu Hemmerath, um die Sache zu beenden.
So oder so.
Na nun?
Herr Hämmerath!
Herr Hämmerath, ich muss mit Ihnen reden.
Geben Sie mir das Schuldgeschenk.
Eine schöne Geschichte hatte dir daraus gedacht.
Und die sollen wir dir glauben?
Ja. Herr Kommissar, können Sie einen Moment rauskommen?
Ja, ist gut.
Kommissar Bärow? Ja?
Ich möchte eine Aussage machen. So.
Ich habe heute Abend diesen Mann getötet mit zwei Messerstichen. Ich habe auch
die Polizei von dem Mord benachrichtigt.
Ach,
der Telefonanruf.
Ich habe nicht gleich den Mut gehabt, mich zu stellen.
Verzeihen Sie mir.
Und das ist die Mordwaffe, ein griechischer Dolch.
Was haltet ihr davon?
Trauriger Fall.
Ich kann mir nicht helfen. Ich finde den Standpunkt von diesem Nico doch
ziemlich idiotisch.
Ich auch. Wegen dem verstaubten Ehrgefühl, gleich einen Mord zu begehen?
dritter Hintern hätte doch genügt. Man muss das aus der Mentalität eines
Griechen sehen.
Die haben noch andere Begriffe von Ehre.
Entschuldigt, wenn ich das mal ganz hart sage.
Ein besudeltes Mädchen ist genauso abstoßend wie ein zermanschtes Gesicht.
Ich kann diesen Nico absolut verstehen.
Ich glaube...
Du bist vielleicht ein Traumtänzer. Ich kann nicht deiner Meinung sein. Mir tut
das Mädchen leid. Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter.
Immerhin ist sie nicht ganz unschuldig.
Was hätte sie denn nach deiner Meinung machen sollen?
Zugeben, dass sie geklaut hat. Sie war eben einfach zu feige.
Ausgezeichnet. Genau wie bei Shakespeare.
Hier ein ehrbesetzter Junge. Ein Idealist.
Sonne, Mond und Sterne will er runterholen. Dort Julia. Ganz
die der Sex scheinbar wichtiger ist als die Liebe. Aber Liebe ist doch mehr als
sich romantisch Händchen halten.
Liebe ist doch wie ein Vulkan. Und da gehört der Sex dazu.
Und das mit 16.
Sauber. Wir wollen uns mal wieder unserer Balkonszene zuwenden.
Was gibt's denn da zu lachen, Erika?
Entschuldigen Sie, Herr Dr. Burkhardt, aber mir fiel auch gerade eine
Balkonszene ein.
Die hat mir eine Freundin erzählt.
Und du bist beispielsweise so ein Typ, wo die kleinen Mädchen weiche Knie
kriegen. Ich erlaube mir, in dieser Hinsicht keine Probleme zu haben.
Das kann jeder sagen.
Ich bin auch lange nicht jeder.
Das musst du erst mal unter Beweis stellen.
Von mir aus, jederzeit.
Könnte sein, dass wir dich beim Wort nehmen. Ich sagte, jederzeit.
Was gilt die Wette?
Was ihr wollt.
Drei Kisten Sekt für eine dufte Party. Einverstanden.
Okay, Punkt zwei, wer ist die Dame?
Oh, Derek, Richard Pardo. Cut the App -Style.
Nun lass doch mal den Quatsch, das ist doch idiotisch. Das machen wir viel
einfacher.
Kennst du die da?
Welche?
Jean d 'Arc.
Ist die nicht aus der 12b?
Richtig, Klassensprecherin und Intelligenzbestie. Sie heißt Janne
genannt Jean d 'Arc, die eiserne Jungfrau oder La Pucelle.
An der wirst du dir die Zähne ausbeißen. Nicht mal, wenn sie lesbisch wäre, die
Wette gilt.
Na schön, dann brauchen wir nur noch einen Beweis, dass du sie umgelegt hast.
Klar, irgendein intimes Kleidungsstück. BH.
Die trägt doch kein BH. Also was dann?
Ihren Slip. Sie wird doch hoffentlich einen tragen.
Okay, also ihren Slip. Frist? Eine Woche.
Okay, ich bin gespannt, wie du das hinkriegst, Achim.
Der Junge ist ja wohl verrückt geworden.
Es ist aber so. Ich weiß es von Ludwig unter dem Siegel der Verschwiegenheit.
hat mich vergattert, nichts zu verraten. Grund für dich ist gleich
weiterzuerziehen. Na hör mal, Janne, ich bin deine Freundin, oder nicht?
Ist ja schon gut, ich weiß es ja jetzt. So eine Unverschämtheit.
Wie heißt der Knabe? Achim Steinberger.
Achim Steinberger. Dem werde ich eine Beerdigung erster Klasse ausrichten.
Oma Razzai, darf ich dich mal stören?
Dabei brach sie in Tränen aus, so ein Schmarrn. Was ist denn?
Oma, du musst mir helfen.
Ich?
Was gibt's denn?
Oma, du bist doch auch mal jung gewesen.
Und wie?
Ich habe nichts ausgelassen.
Lang, lang ist her, was denn los?
Oma, ich brauche was von dir.
So. Also, lieber Achim, du bist also der Typ, wo die Mädchen weiche Knie
kriegen. Wie kommst du denn daraus?
Prost.
Aber ich bin doch ganz cool.
Aber wer sagt denn das?
Ich denke, du und deine Freunde.
Da hat doch wer... Ganz recht, es hat wer. Hör zu, ich bin für Fairness. Ich
weiß von deiner Wette. Auch?
Von dem Slip als Beweisstück, klar.
Dann kann ich ja gehen.
Warum denn?
Ich will ja schließlich auch ein bisschen Vergnügen haben.
Übrigens, ich habe hier schon eine schriftliche Bestätigung vorbereitet.
Hiermit erkläre ich, dass das mir von Herrn Achim Steinberger abgenommene
Höschen mein persönliches Eigentum ist.
Unterschrift Jana Holzmann. Ist das so richtig?
Ich glaube, ich heb ab.
Wenn du meinen Slip wirklich haben willst, musst du ihn dir schon selber
Du bist ja ein komisches Mädchen.
Du willst wirklich... Wenn du noch kannst.
Und ob ich noch kann.
Na dann komm mal her.
So, jetzt aber.
Denn das... Wieso?
Das ist gut für die Gesundheit.
Für die Gesundheit? Das wirst du doch wohl hoffentlich ausziehen.
Selbstverständlich. Mit geht ja wohl nicht.
Und was ist mit dir?
Klemmt, was?
Nur die Ruhe bewahren, mein lieber Achim.
Achim!
Nein. Nein. Aber
nicht so
hastig. Das ist eben mein Temperament.
Wer ist denn das?
Um Gottes Willen, meine Großmutter. Sie darf uns hier nicht finden.
Komm schnell da raus.
Komm schon.
Da, nimm das und verschwinde. Mach ein Loch in die Luft.
Komm rein, Oma.
Das war allerhöchst...
Es hätte nicht viel gefehlt. Und dann?
Puh.
Ist er da draußen? Ja, aber warum bist du denn so spät gekommen?
Ich habe euch halt ein bisschen Zeit lassen wollen.
Bedecke dich.
Was macht ihr denn hier?
Die Wette einkassieren. Den Sekt haben wir gleich mitgebracht.
Na gut.
Hoffentlich habt ihr ihn schon bezahlt.
Die Wette habe ich nämlich gewonnen.
Bitte sehr. Hier der Slip der Dame.
Und hier sogar eine schriftliche Bescheinigung über die
Hiermit?
Erkläre ich, dass das mir von Herrn Achim Steinberger abgenommene Höschen
sehr persönliches Eigentum ist.
Unterschrift Janne Holzmann.
Gratuliere! Hallo!
Gratuliere!
Junger Mann, wo kommen Sie her?
Wo wollen Sie hin?
Was erlauben Sie sich?
Wenn ich dich tröste, würde es mir sehr schwer gefallen, Standort zu sein.
Verzeihen Sie, ich habe gerade eine Wette gewonnen. Hier, lesen Sie.
Das muss wohl ein Irrtum sein, junger Mann.
Die Wette habe ich gewonnen.
Das ist meine Unterhose. Und den Zettel habe ich unterschrieben. Ich heiße auch
Janne Volksmann.
Und jetzt rutscht er mit der Hose.
Jetzt hat der weiche Knie bekommen.
Und das bei mir unter Schaukel.
Na, diese Balkonszene ist eine echte Parodie. Aber zurück zu Shakespeare.
Julia ist ein praktisches Mädchen. Bei aller Liebe. Immer bleibt sie ganz
realistisch. Also doch Liebe und Sex.
Natürlich.
Interessant, was Romeo dazu zu sagen hat.
Nicht viel.
Beim ewigen Heil.
Jawohl. Und das musst du richtig verblüfft und stotternd sagen.
Und jetzt Julia wieder. Ganz lieb und immer ganz sachlich.
Um welche Stunde soll ich morgen schicken?
Sehr gut. Du musst den Jungen geradezu zur Sachlichkeit zwingen.
Um neun. Genau das ist es.
Jetzt ist alle Schwärmerei des Jungen. Jetzt ist alle Verwornheit der Gefühle
beseitigt. Jetzt wird die Liebe sachlich.
Und jetzt kommt das psychologisch Tolle.
Gerade wegen dieser Sachlichkeit.
Aus dem Bewusstsein heraus, aus dieser Sicherheit, kommt bei dem Mädchen eine
neue Zärtlichkeit auf.
Wäre ich dein Vögelchen.
Ach, wärst du's lieber.
Doch hegt und pflegt ich dich gewiss zu Tode.
Gut, sehr schön. Da hast du genau die Erfahrung, die wir vielleicht alle
haben oder machen werden.
Manchmal kippt sowas aber auch in eine totale Frustration um. Und dann, und
dann, und dann bist du eben total ausgeflippt.
Ich denke jetzt gerade an Daniela.
Den Fall kennt ihr ja alle. Ich habe ihn hautnah miterlebt.
Wie die uns schon wieder nachstellt, das Miststück. Wer?
Die da. Die passt doch bloß auf, dass du mir nichts gibst. Hältst du mich für so
verantwortungslos? Quatsch, verantwortungslos.
Was macht denn ein bisschen Alkohol? Ich bin von dem Zeug überhaupt nicht
abhängig. Ich kann es genauso auch lassen.
Dann wärst du wohl kaum hier.
Doch nicht wegen dem bisschen Schnaps. Wann dann?
Na ja.
Ich gebe ja zu, das war vielleicht der äußere Anlass.
Aber wenn es dir genauso gegangen wäre wie mir, hättest du dich auch mal
vorlaufen lassen.
Mal?
Miststück. Wenn du mir jetzt auch eine Standpauke halten willst, dann hau
gleich ab.
Reg dich nicht auf, Dani. Ich sag ja nie.
Ist doch besser so.
Schließlich kann ich allein damit fertig werden.
Hast du schon mal getrunken?
Na klar habe ich schon mal was getrunken. Ich meine richtig getrunken.
Bestimmt nicht so wie du meinst.
Ich habe mich das erste Mal volllaufen lassen, als mein Vater sich umbrachte.
Da ist in mir was kaputt gegangen.
Ich habe ihn sehr lieb gehabt.
Mit meiner Mutter habe ich mich nie verstanden.
Damals war ich 15.
Da hast du zum ersten Mal einen gekippt.
Man macht alles zum ersten Mal.
Ich fühlte mich unheimlich gut danach.
Da habe ich es dann öfter gemacht.
Warum?
Ach, du kennst meine Mutter nicht.
Außerdem stand das Zeug so bei uns rum.
Danny!
Danny!
Na, was ist denn?
Wo ist denn der Alkohol hingekommen? Was denn für ein Alkohol?
Hier, da, aus der Bar.
Eben war Onkel Bernd hier. Ich will ihm was anbieten und es ist kaum noch was
da. Vielleicht hast du ihn selber getrunken. Werd nicht unverschämt. Du
dass ich keine Tropfen trinke. Also, wo ist das Zeug hingekommen? Wer soll ich
das wissen? Denkst du, vielleicht ich habe ihn getrunken? Das wäre ja noch
schöner. Meine Tochter, eine Säuferin.
Säuferin. Vielleicht waren es deine Britstanten.
Eines Tages war ich gerade dabei, für die Schule eine Übersetzung aus dem
Mittelhochdeutschen zu machen.
Hallo, Daniela.
Wir haben selten einen Besuch bekommen.
Frisch aus Indien.
Das ist Stefan, mein Vetter.
Ex -Postkaufmann in Delhi.
Erinnerst du dich noch an ihn?
Daniela, mein Gott, bist du groß geworden. Komm an mein Herz,
Cousinchen oder Nichtchen.
Oder soll ich vielleicht Sie sagen? Dann nehme ich alles wieder zurück.
Ach, Unsinn. Oh, Stefan, kann man nicht genug warnen?
Er ist der Familien -Casanova.
Glatte Verleumdung. Ich lebe in Indien wie ein Mönch. Du meinst, da unten kommt
man dir nicht so leicht auf die Schliche, ne?
Das hat man davon, wenn man Familie hat, die läppert und läppert.
Man sollte einfach alle Verwandten abmurksen.
Ich wäre natürlich schon viel früher gekommen, wenn ich gewusst hätte, wie
hübsch du geworden bist.
Stefan, Stefan.
Lass mir das Kind in Ruhe.
Also, wenn diese junge Dame ein Kind ist, dann bin ich ein Klosterschüler.
Jetzt aber Schluss.
Daniela muss ihre Schularbeiten machen.
Schularbeiten, was für ein entsetzliches Wort. Das erinnert mich an die
qualvollste Zeit meines Lebens. Was machen wir denn gerade?
Oh, la, la.
Walter von der Vogelweide.
Und sowas lest ihr in der Schule?
Bisher hatte ich nur gelesen, dass es so etwas gibt. Lieber auf den ersten
Blick. Ich hatte mich unheimlich in Stefan verknallt.
Er hatte für die Zeit seines Aufenthalts in Deutschland ein fantastisches
Appartement mit allem Komfort gemietet.
Aber er hat mich nie dahin eingeladen.
Augenblick an, als ich ihn zum ersten Mal sah, habe ich nichts mehr getrunken.
Er kam oft zu uns und lud mich ein, mit ihm auszugehen oder rauszufahren.
Lass mich schnell ein Foto.
Ja, sehr schön. Und gleich nochmal.
Er zeigte mir die große Welt. Die teuersten Hotels.
Ging mit mir auf Partys.
Und bei jeder Gelegenheit fotografierte er mich.
Es schien, als hätte er nur Zeit für mich allein.
Ein schönes Gefühl.
Ein kleines Schlückchen wenigstens.
Prost.
Prost. Den Whisky habe ich mir in Indien angewöhnt.
Das ist ein Land, ohne das hier kann man es nicht ertragen.
Da unten ist das reine Medizin. Willst du auch einen Schluck, bitte?
Nein, danke.
Ich möchte nicht.
Weißt du, es gibt keine Kultur, die nicht so ein Zeug zu religiösen,
oder zauberträchtig stimulierenden Zwecken gebraucht.
In Südamerika kauen sie Coca -Blätter.
Stefan konnte unglaublich amüsant erzählen.
Immer häufiger machte er versteckte erotische Anspielungen.
Ich spürte das ganz genau. Ich wusste, was er wollte.
Ich hatte das Gefühl, dass er mich richtig weich kochte.
Nach allen Regeln der Kunst.
Ich hatte nur eine einzige Sehnsucht.
in seinen Armen zu liegen und mich ihm hinzugeben.
Aber ich konnte doch nicht damit anfangen.
Und er, er sagte nichts.
Kein Wort, keine Andeutung.
Seine verdammte lässige Überlegenheit machte mich fast wahnsinnig. Dann
plötzlich erfuhr ich von meiner Mutter, dass er abreisen musste.
Daniela, ich wusste, dass du kommst.
Du hast mir nie gesagt, dass ich dich hier besuchen soll. Jetzt bist du ja da.
Ich habe auf dich gewartet. Das hast du gespürt.
Wahnsinn, ich hast du mich gemacht, total verrückt.
Genauso habe ich Frauen gern.
Frauen? Dich natürlich, mein Schatz.
Warum hast du mir nichts davon gesagt, dass du abreisen musst? Vielleicht wärst
du da nicht gekommen, mein Schatz.
Darum bin ich doch gekommen.
Wie lieb von dir.
Dann wollen wir uns ein bisschen beeilen.
Beeilen?
Mein liebes Kind, ich reise morgen. Was meinst du, was ich noch alles erledigen
muss? Willst du mich auch erledigen? Bist du zu mir gekommen oder nicht?
Ja, ich bin zu dir gekommen. Na ja, dann ist ja gut.
Was ist? Willst du dich nicht rausziehen?
Ja, aber ich kann noch nicht.
Na, bist klar, dann geht es nun wirklich nicht.
So habe ich das nicht gedacht.
Nun hör mal gut zu, Mädchen. Eine Jungfrau zu deplorieren ist eine harte
Mach es mir also nicht schwerer, als es sowieso schon ist.
Bitte nicht.
Ja, verdammt nochmal, was willst du eigentlich? Bist du hergekommen, um mich
Narren zu halten?
Verzeih Stefan, aber ich habe mir das alles anders vorgestellt.
Wie in Romanen vielleicht.
Nein, mein Kind, die Wirklichkeit sieht anders aus.
Ich kann nicht.
Dann wird es höchste Zeit, dass du es lernst. Bitte, Stefan, lass mich. Ich
nach Haus.
Du bist wohl nicht mehr ganz bei Trost. Wenn bei mir einer auf Nullo wäre, dann
heißt das Kontra und die Hosen runter.
Ich mache mich nämlich nicht gern lächerlich.
Bitte, Stefan, lass mir doch ein bisschen Zeit.
Ich habe dir Zeit genug gelassen. Du bist gekommen, ganz von allein, von dir
aus. Und jetzt will ich es wissen. Nein!
Ich vergreife mich normalerweise nicht gerne an einer Frau, nur wenn es sein
muss. Und jetzt habe ich den Eindruck, es muss sein.
Zieh dich aus!
Oder soll ich es tun?
So war das.
Er hat mich benutzt wie ein Handtuch.
Du tust mir weh.
Das lässt sich beim ersten Mal nicht vermeiden. Später gewöhnst du dich dran.
Nur Sex.
keine Liebe.
Nach dieser Enttäuschung habe ich wieder angefangen zu saufen.
Das ging eine ganze Weile gut.
Das hat niemand bemerkt.
Bis dann der Kladderer Datsch in der Schule war. Das hast du ja miterlebt.
Goethe war als Dichter und auch als Mensch bis ins hohe Alter von der Erotik
besessen.
Denken Sie an den Faust. Denken Sie an sein Gretchen. Den halten wir an. Denken
Sie an erlaubtes, was gefällt.
Erlaubt ist, was ich ziehe.
Ach, meine liebe Frau Angelika, wenn Sie mich nervös machen wollen, daheim habe
ich noch was viel Besseres.
Jetzt bist du dran.
Welche Auffassung von Humanität liegt jeweils zugrunde?
Darf ich mal raus?
Sie sollten sich einen etwas größeren Pullover zulegen.
Naja, im Großen und Ganzen bin ich mit Ihren Arbeiten ja doch recht zufrieden.
Nur eine habe ich nicht bewertet.
Daniela, was ist denn bloß mit Ihnen los?
Mit mir?
Über Ihre Arbeit war ich ehrlich entsetzt.
Ihre Gedankengänge sind nicht nur von einer grenzenlosen Oberflächlichkeit,
schlimmer. Sie sind unlogisch, unpräzise, gleichsam wie verschmiert.
Ja, können Sie denn nicht mehr denken?
Was ist denn nur geschehen?
Wollen Sie mir nichts sagen?
Wollen Sie mich alleine sprechen?
Ich möchte Ihnen helfen.
Ich habe Ihre Arbeit nicht bewertet.
Ihre Noten sind ohne die schon katastrophal genug.
Bitte sagen Sie doch Ihrer Mutter.
Ich möchte Sie sprechen.
Danny!
Wenn du die Flasche suchst, die habe ich in den Mülleimer geschmissen.
Danny!
Wie schrecklich!
Du trinkst ja!
Mama, warum hast du die Flasche weggeschmissen? Soll ich mich denn
machen, wenn mein Kind eine Alkoholikerin wird?
Wie konntest du mir das nur antun, wenn das Vati erlebt hätte?
Danny, Kind, was sollen denn bloß die Leute davon denken?
Ist mir doch scheißegal, was die Leute dazu sagen. Ist das das Einzige, woran
denkst? Dein Klassenlehrer ist auch so besorgt um dich. Deine Leistungen in der
Schule sind so schlecht.
Was habe ich bloß für eine Tochter?
Musst du mir denn so viel Schande machen?
Warum hast du die Flasche weggeschmissen?
Die Mülltonne draußen im Hof habe ich durchgesucht.
Ganz schmutzig habe ich mich dabei gemacht.
Vier Flaschen habe ich gefunden.
Vier Flaschen in einer Woche.
Was soll bloß aus dir werden?
Frag dich lieber, was schon aus mir geworden ist. Gib mir was zu trinken.
Kein Tropfen kommt mir über meine Schwelle.
Reiß dich zusammen.
Das war eine ziemlich miese Szene.
Am miesesten war meine Mutter. Die dachte bloß immer daran, was die Leute
Sie holte dann einen Arzt.
Der nahm mich in die Mangel.
Na ja, eine Weile ging es gut.
Kannst du dich an die Party bei Werner erinnern?
Ja, vor knapp einem Jahr, als seine Eltern verreisten.
Willst du auch?
Nein, ich trinke nicht.
Ich hab dick mit oben hin.
Geh nach Hause.
Jetzt, gerade wo es dir müßig wird, du hast ja eine Meise.
Du, Werner!
Warum machst du das?
Du kannst mich einfach so abhauen.
Lass mich, Werner.
Bleib doch hier.
Bitte. Du weißt, ich habe das Ganze doch nur veranstaltet, um mit dir allein zu
sein.
Ich wusste, dass es so war.
Werner hatte sich in mich verknallt.
Naja, ich mochte ihn ja auch ganz gern.
Wir müssen ja nicht hier bei denen bleiben.
Unten sind wir ganz für uns allein.
Ich wusste genau, was jetzt passieren würde.
Beim ersten Mal mit Stefan war es bei mir schiefgegangen.
Jetzt war mir alles egal, ob Sex oder Liebe.
Aber vielleicht würde es bei Werner doch anders sein.
Es können ja nicht alle Männer gleich sein.
Du tust mir weh, Werner.
Was ist denn los mit dir?
Willst du nicht oder kannst du nicht?
Ich kann nicht.
Jedenfalls nicht so.
Sag bloß, es liegt an mir.
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Du bist nur so ungeschickt. Was?
Ungeschickt? An dir liegt's. Du bist ja wie ein Eisklotz.
Tja, Werner, ich hätte doch lieber gehen sollen.
Schade.
Hau ab!
Ist was?
Nein.
Mir war Elend zumute.
Es ist wieder daneben gegangen.
Und vielleicht hat es auch an mir gelegen.
Ich griff wieder zur Flasche.
Von da ab war mir alles egal.
Es ist jetzt fast ein Jahr her.
Ich gebe ja zu, ich habe getrunken. Na und?
Andere trinken auch.
Hast du dich mal umgeguckt in der Schulpause?
Alle reden heute über Hasch in den Schulen.
Dabei ist der Alkohol doch viel verbreiteter.
Wenn ich trocken war, fühlte ich mich beschissen.
Und wenn ich was genommen hatte, unheimlich gut.
Wenn ich mein Gesicht im Spiegel ansah, ekelte ich mich vor mir selber.
Aber ich konnte nicht mehr anders.
Ich musste einfach trinken.
Meine Mutter tat so, als bemerke sie nichts.
Wegen der lieben Nachbarn und so weiter.
Und wenn die mal ihr vergremtes Gesicht aufsetzt, na danke, dann hatte ich
nämlich gerade einen Bock drauf, was du mir zu nehmen.
Das Gemeine war nur, sie gab mir kein Taschengeld mehr.
Na schön.
Dann habe ich mir eben mal was geklaut.
Prost!
Und außerdem gibt es ja noch ein paar Möglichkeiten, an ein paar Mark zu
Für ein Mädchen.
Meine Mutter tat so, als bemerke sie nichts.
Sie lief mich vollkommen allein mit meinem Problem.
Hauptsache, ihr eigenes Leben wurde nicht gestört.
Zur Schule ging ich eh nicht mehr.
Wozu auch? Lehrer sind ja doch bloß Arschlöcher.
Na, und dann passiert es eines Tages.
Du, schau mal da rüber.
Da lebt ja wer.
Um Gottes Willen.
Die lebt ja noch.
Bleib du mal hier, ich hole die Polizei.
Ja, ist schon recht.
Na ja, so bin ich dann hierher gekommen.
Erst haben sie mich ja in eine ordinäre Klapsmühle gesteckt.
Dann haben sie meine Mutter rangekriegt. Die muss jetzt diesen duften Laden hier
bezahlen. Du hast mir nichts zum Trinken mitgebracht, Annie.
Na ja, hätte ja sein können.
Freund Gottschalk!
Was wollen Sie denn?
Warum kriechen Sie immer rum wie eine Salatschnecke?
Es hat zum Essen geläutet. Wir müssen darauf achten, dass wir pünktlich sind.
Bitte beenden Sie dieses Gespräch.
Na ja, war nett, dich mal wiederzusehen.
Mach's gut, Peggy. Mach's besser, Daniela.
Arme Daniela.
Es sollte noch lange dauern, bis sie wieder ein normaler Mensch wurde.
Gott sei Dank kann man sowas nicht verallgemeinern. Beim ersten Mal kriegt
die gute Daniela für liebe Sex, beim zweiten Mal für Sexliebe. Das ist beide
Male Pech.
Weshalb man noch lange nicht das Saufen anfangen muss.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Sei nicht so zynisch, Klaus. Mir tun echt alle leid, die in eine beschissene
Situation reinrasseln und nicht wieder rauskommen.
Das ist sicher richtig, aber nur fürchtig. Wir kommen auf einen anderen
wenn wir das so diskutieren wollen.
Es gibt Frauen und Mädchen, denen ist das angeboren.
Dies instinktive Wissen um körperliche Gefühle.
Julia gehört dazu.
Shakespeare hat das klar erkannt.
Ich glaube, die meisten müssen aber erst ein paar Erfahrungen machen, bevor sie
dahinter kommen, was so ein Dichter oft meint.
Ich kenne da eine kleine Geschichte, die auf unserer Schule passierte.
Was macht denn Rolly bloß so lange?
Keine Ahnung.
Sie wird doch wohl nicht den ganzen Laden leer kaufen.
Da ist sie ja.
Hast du? Ha, nicht so ganz. Was heißt nicht so ganz?
Zeig mal her.
Zahnpasta.
Sonnenöl. Du willst uns wohl verarschen.
Also, das war so.
Da war so ein Verkäufer. Und der hat gleich gesehen, dass ich noch ein
Schulmädel bin. Sag schon, dass du dich nicht getraut hast.
Meine Schwester ist zu blöd, ein paar Preservative zu kaufen.
Warum geht er da nicht selber?
Da hat sie recht.
Geh du doch.
Wieso ich? Ich habe das mit den Jungs organisiert. Das ist doch wohl das
Wichtigste, was? Warum musstest du denen auch erzählen, dass wir die Pille
nehmen? Mann, das sind ein paar bekannte Feger. Die würden doch sonst nicht
kommen. Die ziehen nur blank.
Aber nicht bei mir. Also, wenn du jetzt... Kneifen wir es. Von wegen
merken doch sofort, dass wir es noch nie gemacht haben. Wir müssen sehen, dass
wir irgendwie an Überzieher rankommen.
Was ist denn?
Ich habe vielleicht eine Idee, wie wir an die Dinger rankommen.
Hey, komm.
Ich gehe jede Wette ein, dass auf dem Männerklo ein Automat ist, wo man die
Dinger ziehen kann.
Und woher weißt du das?
So was weiß man doch.
Also die Sache ist ganz einfach. Wir brauchen ein paar Markstöcke.
Wer gart denn schon für Männerklo?
Dreimal darfst du raten.
Immer ich.
So irgendetwas musst du ja gut sein. Was ist denn schon dabei?
Ich bin noch nie auf einem Männerklo gewesen. Warum macht ihr denn das nicht?
Nun geh schon. Da ist jetzt überhaupt kein Betrieb.
Und wenn mich einer sieht?
Du musst eben aufpassen.
Jetzt mach schon.
Draußen im Gang.
Die Mädchen sind schon da? Das sind ja drei Fahrräder.
Ich weiß auch nicht.
Die werden doch nicht zu viel von uns verlangen. Ich hätte große Lust, wieder
abzuhauen.
Irgendwie habe ich mir das doch anders vorgestellt.
Beim ersten Mal.
Mit mehr Gefühl und so.
Gefühl?
Du bist ja blöd. Hier geht es nur um Sex.
Hauptsache, wir haben genug Erfahrung beim Fü -Fü -Fü -Fü -Fü -Fü -Fü -Fü
-Bumsen.
Klaus, das ist eine von ihnen.
Stimmt nicht.
Niemand ist da.
Hoch, dünn, zart, befeuchtet.
Anti -Baby -Kondom.
Ja, was ist das denn?
Roms Feuchtfilm.
Feuchtfilm. Das ist das Richtige.
Wer ist denn das?
Ach, das ist nur meine Schwester.
Was will denn die hier?
Die ist nur so mitgekommen.
Nur so? Hast du sie?
Fehlanzeige. Ist das?
Nein, nein, nein, gar nichts.
Ach, du liebes Bisschen.
Na dann, wollen wir mal.
Ein Scheißwetter. Wohin jetzt?
Na, wir suchen nur ein stilles Plätzchen. Sowas muss doch gut
vorbereitet sein.
Aber wenn es geht im Trocknen.
Die Scheune da drüben wäre doch ein prima Plätzchen.
Prima, komm.
Olli, pass auf die Räder auf.
Ich bin immer allein.
Das ist ein Urlaub. Immer nur Regen in Bayern.
Geh doch weiter.
Und wenn hier einer vorbeikommt?
Wer soll denn hier vorbeikommen? Quatsch.
Ist was?
Hier gibt es Mütten.
Ja, Mei, was machst denn du da, Mare?
Was soll ich schon machen?
Ich sitze hier so.
Wo sind denn die anderen?
Beim Schwärmerl suchen?
So kann man es auch nennen.
Ruck! Wenn ich dich da oben habe, bin ich schon fix und fertig. Schieb doch!
Wenn doch einer vorbeikommt... Ach,
Käse. Lass uns hier pü... pü... pü... pü... bumsen.
Egon, los, schieb doch nach.
Ja, noch ein bisschen.
Gleich ist es soweit.
Ach, endlich.
Was machen die denn da?
Drei Mal darfst du raten. Aber ich und du mit deinem schmutzigen Fantasie.
So, warte, ich fall runter.
Warte, ich helfe dir.
Ich habe sie allein sitzen lassen.
Du bist sauber, Gash.
Weißt du was, Mädel? Ich bin der Toni und du?
Ich heiße Rolli.
Was meinst du, Rolly?
Ich kann dich doch hier nicht allein vertrocknen.
Ach,
hat das gut getan.
Wirklich hübsch hier.
Und jetzt?
Erst müsst ihr euch mal ausziehen.
Muss das wirklich sein?
Sonst geht's ja nicht.
Nun gut, aber nur, wenn du auch mitmachst, Flo.
Klar, mach ich auch.
Dann macht aber auch endlich.
Und ihr?
Wollt ihr etwa nicht?
Bei mir genügt es, wenn ich meine Hose... Kommt gar nicht in Frage. Wir
auch was sehen. Ich denke, ihr seid die großen Feger.
Wir? Ich denke, ihr.
Wir? Habt ihr wenigstens Überzieher?
Aber, aber, ihr nehmt doch die Pille.
Oh je, dann müssen wir eben aufpassen.
Das gibt es ja gar nicht. Die ziehen sich alle aus.
Egon, da musst du eingreifen.
Ich bin doch nicht bekloppt.
Wenn ich schon nach Bayern in Urlaub fahre, will ich auch was erleben,
du?
Gut? Ja.
Magst mehr? Ja.
Brauchst dir keine Angst nicht haben. Nein.
Ich werde verrückt.
Hey, was soll denn das?
Das war eine Mücke.
Was gehen dich Carolins Mücken an? Das finde ich auch.
Ja, schon gut.
So was.
Und das ist die Jugend von heute.
Schamlos, wie die das hier in aller Örtlichkeit treiben. Und du guckst auch
zu. Aber Jettchen, das wärmt doch so einen ollen Ehepaar wie uns auf.
Und was jetzt?
Na jetzt müssen wir erst mal verpummeln. Was hältst du dich denn am Vorfest?
Na also.
Also nein, dem geht das nicht. Jetzt setz dich erst mal hin.
Au.
Das soll piekt aber.
Was piekt?
Hast du aber ein prima Busen.
Jetzt gib doch mal nicht die Ohren aus.
Hast du noch nie einen nackten Mann gesehen, was?
Ach, bei dir ist doch nicht mehr zu gucken.
Na, das ist doch das Letzte.
Erst sich aufregen von wie in der Moral und dann scharf werden. Na, da hörst du
doch alles.
So schön ist das.
Du, Olli, kommst du mal wieder vorbei?
Ja, gleich morgen.
Ich werde da sein.
Vielleicht eine Überraschung. Nur ein schönes
Puppenblätzchen war das.
Was ist denn da los?
Das war ein Rheintal.
Warum rennt er denn so?
Nicht sie weg.
Was ist denn mit euch passiert?
Gar nichts ist passiert.
Leider. Wir haben die Nase voll vom Bumsen.
Ines.
Ich weiß nicht, was ihr für Erfahrungen habt, aber mir ist es mal fast ähnlich
gegangen.
Ich weiß nicht. Theoretisch weiß doch heute jedes siebenjährige Kind Bescheid.
Es gibt ja Sexfibel und Aufklärungsunterricht in der Schule.
Schön, aber die Situation wird immer dann komisch, wenn Theorie und Praxis
auseinanderklaffen. Was nützt dann die ganze Aufklärung?
Na, hör mal.
Sie sollte zumindest das Bewusstsein schärfen für das, was man tut und
vielleicht Verantwortungsgefühl. Wenn die Liebe erst mal ausbricht, ist der
Verstand sowieso um einen.
Dieser These will ich nicht einmal widersprechen.
Machen wir sie uns gleich zunutze. Thea, sprich mal weiter ab.
Gut, schwöre nicht.
Obwohl ich dein mich freue, freue ich mich nicht des Bundes dieser Nacht.
Er ist zu rasch.
Zu unbedacht, zu plötzlich, gleicht allzu sehr dem Blitz, der nicht mehr
noch jemand sagen kann, es blitzt.
Danke. Das ist es. Und das ist es auch, was wir aus dieser großartigen Szene
mitnehmen können.
Haltet eure Gefühle klar.
Wenn die erst mal verklemmt oder verstunken sind, kann niemals echte
Zärtlichkeit oder Liebe aufkommen.
Das ist die Lektion, die Julia dem Romeo erteilt.
Ah, da ist bestimmt was Wahres dran.
Ich kenne da auch eine Geschichte, die das belegt. Die hat mir mal ein Typ aus
unserer Schule erzählt.
Na gut, dann machen wir aber Schluss für heute.
Ja, eigentlich ist das nur die Geschichte von ein paar Ferientagen im
Vielleicht ist sie nicht sehr moralisch, aber dafür hat sie eine Moral.
Die kriegen wir später.
Die Sache fing damit an... Naja, ihr seht ja selbst.
Wichtig in dieser Geschichte ist auch mein Freund Walter. Aber den kriegen wir
auch erst später.
Dass klassische Musik mich immer wieder so antönen kann.
Komm. Bitte nicht schon wieder.
Leg noch mal dasselbe auf, Michael. Und lass uns weitermachen. So weitermachst,
bringst du mich noch an den Krückstock.
Komm, rauch doch bitte erst noch eine Zigarette, ja?
Hoppla, jetzt nicht.
Manchmal bist du mir als Mumie lieber.
Ach, lass doch das blöde Telefon.
Ja?
Moment mal, ich verstehe kein Wort.
Claudie?
Toll, dass du anrufst.
Ob wir uns treffen können?
Klar doch.
Heute?
Ich habe sowieso noch eine andere Verabredung in der Stadt.
Ob ich mich freue?
Klar freue ich mich. Ich freue mich unheimlich.
Wann? Sagen wir in einer Stunde im Adria auf der Leopoldstraße.
Ciao, bis gleich.
Scheiße. Wer war das?
Die Freundin von Walter oder seine Ex -Freundin.
Sie hat wieder irgendwelche Probleme mit ihm. Und weil ich ja sein Freund bin,
hofft sie, dass ich ihr dabei helfe.
Und da freust du dich unheimlich. Wenn du mich bescheißen willst, sag es
Was heißt hier bescheißen?
Überhaupt, wie redest du denn mit mir?
Deine ewige Eifersucht geht mir auf die Eier.
Wie wärst du mal mit ein bisschen Vertrauen?
Jetzt ist mir die Lust vergangen.
Außerdem habe ich jetzt erstmal eine Verabredung mit Walter.
Der Anruf von Claudie war mir wirklich auf den Magen geschlagen.
Claudie ist nämlich eine kleine Französin, die ich vor einem Jahr in
kennengelernt hatte. Bei einem Schüleraustausch.
Ich hatte mich Hals über Kopf in sie verliebt. Und mit ihrem Anruf stand ich
wieder voll auf Claudie.
Auf der einen Seite war Claudie, auf der anderen Ingrid.
Claudie musste ja wieder zurück nach Paris. Und Ingrid wollte ich auch nicht
verlieren.
Hallo, mein Mozart -Fan. Nimm dir auch so einen Mini -Lautsprecher und hör dir
mal anständige Musik an. Ich brauche deine Hilfe unbedingt.
Ich habe Besuch aus Paris bekommen und mich hat es voll erwischt. Dann
gratuliere ich doch. Und was soll ich mit Ingrid machen?
Rechtes Problem.
Du willst Ingrid nicht verlieren. Ich kann mich nicht entscheiden.
Mensch, Michael, mach doch einen Schlussstrich. Ingrid kannst du doch
Die will dich doch nur besitzen. Die braucht einen Typen. Einen starken Typen
ihrer Seite.
Die Image.
Mit klugen Sprüchen kannst du mir auch nicht helfen.
Was stellst du dir denn vor?
Du musst sie mir abnehmen. Wen? Ingrid.
Ich glaube, jetzt setzt es bei dir aus.
Soll dir eine Mieze warm halten, während du dich mit einer anderen vergnügst?
Solche Dinger solltest du alleine bringen. Mann, du sollst ja nicht
sollst mir jetzt nur helfen, die Frau abzufangen.
Also hör mal zu. Ich treffe mich in einer halben Stunde mit dieser Französin
Adria. Ingrid hat den Date mitgekriegt und wird mir sicherlich nachspionieren.
Das Einzige, was ich von dir verlange, ist, Ingrid aufzuhalten. Nicht, dass sie
mich mit der Französin im Café Adria erwischt. Ich hau dann so schnell wie
möglich mit Claudie ins Schitter ab. Hey, könnt ihr eure schweinischen
nicht woanders machen?
Tauch unter. Wir sind nämlich internationale Mädchenhändler.
Ganz wohl fühlte ich mich bei der ganzen Sache nicht.
Und Claudie ließ mich auch noch warten.
Jede Sekunde konnte Ingrid auftauchen. Was dann?
Oh, er ist da.
Mon chéri, ich hatte Sehnsucht nach dir.
Claudie, komm mit, ich muss dir was zeigen. Einen viel besseren Laden, es
hier auch viel zu heiß.
Warum?
Was ist los mit dir? Es ist doch schön hier. Ich bin ein bisschen müde von der
Fahrt. Lass uns doch hier einen Kaffee trinken, bitte.
Nein, hier dauert es viel zu lange, bis der Kellner kommt. Gut, d 'accord.
Aber zuerst muss ich dir meine Freundin Christelle vorstellen. Guten Tag.
Kommt jetzt.
Komm, komm.
Hallo, Ingrid.
Hey, was ist denn mit dir los?
Ist bei dir Weihnachten?
Nee, gar nichts. Ich muss Michael irgendwie verpasst haben. Weißt du, wo
Ja, im Adria. Aber lass mich jetzt. Ich bin schon zu spät dran. Aber wart doch
mal, im Adria ist er nicht. Hör mal, Ingrid, ich war da die ganze Zeit.
Ich glaub dir kein Wort. Ihr beide haltet doch zusammen. Ich weiß genau,
jetzt mit einer anderen Tante zusammen.
Wenn du willst, kannst du ja mit ins Adria kommen.
Was? Drei Wochen bleibst du hier?
Lass uns wegfahren. Drei Wochen nur für uns.
Claudie, du bist eine Wahnsinnsfrau.
Ich hab die Zeit mit dir nie vergessen können.
Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass du das sagst oder schreibst.
Ich möchte mit dir zusammen sein.
Hier sind sie nicht.
Vielleicht im Wiener Wald, weil ich sie dort bestimmt nicht suche.
Oder vielleicht im Café Zentral.
Mensch, Walter, mach's Maul auf. Sag jetzt was.
Was soll ich denn schon sagen? Ich habe keinen Schimmer. Weißt du was, du Idiot?
Ich glaube dir kein Wort.
Ich mache mich jetzt auf die Suche nach ihm.
Sicherlich ist er im Cheetah.
Auf diesem Laden steht er nämlich.
Also verblüht wolltest du mich auch noch verkaufen.
Cheetah da?
Ruf mal bitte sofort Michael Meinwieder aus.
Mann, es geht um Leben und Tod.
Michael?
Pass auf.
Ingrid hat es irgendwie gecheckt. Sie ist auf dem Weg ins Cheater. Tschüss.
Verzeihung.
Entschuldige, ich muss noch mal weg. Ein verdammt dringender Anruf.
Oh, die sei bitte nicht böse.
Ich bin in einer Stunde wieder da.
Ja, was machst du denn hier?
Noch so einer, der mich für blöd verkaufen will. Ja, versuch das.
Mach doch keinen Ärger, sei lieb und lass uns ins Kino oder was essen gehen,
Nee, nee, jetzt schaue ich mir deine Kaffeetante auch noch an. Aber stell
als deine Freundin vorkommen.
Ich habe dir doch gesagt, er ist nicht ganz sauber. Das ist sicherlich seine
Münchner Freundin.
Aber du kannst auch nicht erwarten, dass er dir die ganze Zeit treu bleibt.
Aber ich habe eine Idee. Wir laden alle drei ins Gasthaus meiner Eltern ein. Da
wirst du dann sehen, ob der Typ was für dich empfindet oder nicht, okay?
Ja, das ist eine gute Idee.
Michael, hallo, hier sind wir.
Weiß ich nicht.
Mensch, wie kommt man zu so etwas Unerreichbarem?
Ja, das ist Walter, mein bester Freund. Und das, das ist Ingrid, eine Freundin
von uns. Was?
Mein Schiri, du wolltest doch wegfahren.
Christel hat uns hier alle eingeladen.
Kann mir mal einer erklären, was hier gespielt wird?
Offen gestanden, ich fühlte mich echt beschissen.
Ich glaube, die Einzige, die cool blieb, war Christel.
Claudie hielt mich für einen Betrüger und sah mich lieber aus der Ferne.
Und Ingrid trieb sich leider mit Walter rum, bei dem sie über mich schimpfen
konnte.
Sicher ist Mischa wieder mit diesem französischen Flötchen unterwegs.
Sie wollte ihn halt mal wiedersehen.
Was kann er dafür, dass er sie zufällig beim Schulaustausch kennengelernt hat?
Zufällig? Er hat sie extra kommen lassen.
Reg dich nicht auf. Sie will sowieso nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ich
glaube dir kein Wort.
Du kannst einen wirklich tierisch nerven. Außerdem, wenn es dich beruhigt,
stehe auf der Schneide. Das merke ich. Jetzt reicht es aber. Hör dich eben
Claudine einreiben.
Das hat sicher schon dein Freund Michael besorgt.
Sag,
mein Casanova, muss ich mich eigentlich von dieser französischen Kuh abhängen
lassen?
Aber zum Eisessen gehst du schon mit mir.
Na, schmeckt's? Nimm die Hand weg.
Lass uns schwimmen gehen.
Hast keine Lust, möchtest du mich lieber unterhalten? Okay, unterhalten wir uns.
Meine Zigaretten sind alle.
Holst du mir welche? Okay, hab schon verstanden.
Warum bist du eigentlich so ekelhaft zu ihm?
Es geht doch um Blinder, dass er an dich verliebt ist.
Der ist auch so ein Idiot wie Michael.
Komm, gehen wir rein.
Ich kann diese französische Kuh nicht sehen.
Michael hat sich jetzt wohl entschieden.
Abwarten!
Noch einen doppelten Biss.
Darf man sich setzen?
Aber gewiss doch.
Das ist ein öffentliches Lokal.
Noch ein Doppel.
Die Statistik behauptet, Frankreich wäre das klassische Land der Noten.
Stimmt das? Ich weiß nicht. Ich weiß nur, dass man in Frankreich nicht so
dumme Fragen stellt.
Du glaubst wohl, du kannst mich für dumm verkaufen, wie? Oui.
Französische Henne.
Hast du gesagt?
So nennen wir bei uns die Gänse, manchmal auch die Ziegen.
Das ist alles deine Schuld, nur weil du Arsch dich nicht entscheiden kannst.
Bevor ich hier drin in die Luft gehe, lass uns das weitere draußen erledigen.
Bitte?
Sag nochmal, du französische Henne.
Tu vas voir.
Jetzt musst du dich aber bald entscheiden.
Komm,
ich helfe dir.
Ich
hasse
dich.
Lass das.
Verschwinde. Ich muss mit dir allein sein. Und das war bis jetzt impossibel.
Unschuldiger Mädchen, uns wird in Frankreich auch bestraft. Jetzt bist du
bei mir. Oh, ich schreie.
So viel du willst.
Ich denke nicht daran.
Ich will aber nicht mit dir zusammen sein.
Dieser Feigling hat mich die ganze Zeit betrogen.
Wenn er wenigstens das Maul aufgemacht hätte.
Ja, stimmt genau.
Dieses französische Mistvieh hätte ich doch ein Messer dabei gehabt.
Ich dachte, ich hätte bei dir Chancen.
Möchtest du gerne wissen?
Die beiden machen.
Was die machen?
Ganz süß machen die.
Genau das, was wir schon lange hätten machen sollen.
Du spinnst.
Deine Rache kannst du mit einem anderen machen.
Not with me. Ach was.
Michael ist mir doch scheißegal.
Ich hab sie eben schlussgemacht.
Mit ihm.
Komm, ich fahre ehrlich auf dich ab.
Von dir lasse ich mich nicht an der Nase herumführen. Auf meine Kosten, deine
Ingrid, eifersüchtig. Mach nicht mit mir. Es ist aus und vorbei mit mir. Ich
habe keine Gefühle mehr mit dir. Hörst du?
Jetzt hör mir mal zu, du Bi. Nein. Gib mir eine Chance.
Ich habe mich entschieden, hörst du? Ich habe mich entschieden.
Ich kann... und will dir nicht mehr glauben. Du bist zu abgebrüht. Du hast
nur gefädelt, um mich ins Bett zu bringen.
Nichts habe ich eingefädelt, hörst du?
Mir ist kalt. Lass mich los und bring mich nach Hause.
Das ist zu gefährlich. Da drüben ist eine Hütte. Komm.
Zieh doch diesen zerrissenen Badeanzug auf.
Du siehst aus wie nach einer Vergewaltigung.
Nimm meine Decke.
Nein. Sei nicht so spätig.
Du frierst dich noch zu Tode.
Oh, lieb.
Zieh dich aus.
Ich schaue auch nicht hin.
Fertig? Fertig.
Hast du dich wirklich entschieden?
Mir ist noch kalt.
Ich habe dich sehr lieb.
Bis zum nächsten Mal.
Ich glaube, jetzt bin ich echt bloß von Michael.
Es war wirklich gut mit dir.
Michael auch ganz sicher von dir. Er hat sich in der Nacht bestimmt nicht auf
seine Hände gesetzt.
Schau mal, wer da kommt.
Ein büßes Liebespärchen.
Freund Michael und seine Tussi werde ich jetzt mal ein bisschen hochnehmen.
Was meinst du? Du musst aber mitspielen.
Komm, komm, komm, komm, komm her, du falscher Hund.
Na komm, komm, komm, komm, ein bisschen schnell.
Ja, mein Freund, hast du die Nacht gut verbracht?
Oder willst du jetzt deine warmgestellte Ingrid wieder? Du Weiberhengst.
Mensch, dass du dich überhaupt herwachst. Du bist mir ja ein schöner
Lass dir zumindest eine reinhauen, damit ich mich beruhige.
Vor lauter Freude, Michael, dass ich durch dich zu einer tollen Freundin
Darf ich vorstellen?
Ingrid, meine Freundin.
Und hiermit überreiche ich dir als Ausdruck des Dankes aller Beteiligten
Ideal.
So
hat
diese turbulente Sommergeschichte doch noch ein moralisches Ende.
Und unsere Pärchen haben sich gefunden.
Die jungen Leute haben verstanden, dass Sex ohne Zärtlichkeit und Liebe kein
Glück bringen kann.
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