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Tja, meine Damen, ich gebe zu, dass das Wort Bitte etwas irreführend ist.
Wie könnte man es anders bezeichnen?
Vielleicht mit Moral.
Ausgezeichnet. Sie sehen, dass die gesellschaftlichen Sanktionen gegen eine
Moralverletzung erheblich stärker sind.
Und dieses Moralbewusstsein wird dann die Grundlage des Rechts.
Na danke.
Sie sind damit nicht einverstanden, Iris?
Nee, ich finde, Recht und Moral sind zwei ganz verschiedene Dinge.
Aber das Recht basiert doch auf der Moral. Sonst wäre es doch kein Recht.
Ihr habt beide Recht.
Das Moralbewusstsein hat tatsächlich eine zweideutige Stellung.
Einmal unterliegt es den Normen des Rechts.
Und andererseits kann es auch über sie hinausgehen.
Ich möchte euch das an einem Beispiel erklären.
An einem Vorfall, den mir eine befreundete Untersuchungsrichterin
Herr Dr.
Händel, Sie wissen, es liegt eine Anzeige der Frau, Frau Eliane Hofer,
in der Sie beschuldigt werden, die Tochter der Frau Hofer, die 17 -jährige
Susanne, im Sinne des Paragrafen 174 StGB, missbraucht zu haben.
Das heißt, dass Sie als Lehrer Unzucht mit einer Abhängigen getrieben haben.
Außerdem ist in Tateinheiten der Verdacht eines Notzuchtdelikts gegeben.
Aber Frau Staatsanwalt, ich bin unschuldig. Ich verstehe nicht, warum
Susanne mir das anhängt.
Ist es richtig, dass Susanne Hofer Ihre Schülerin war?
Ja.
Susanne, darf ich mit dir kommen? Ich möchte dich zu einem riesen Eisbecher
einladen. Du hast wohl zu viele Hilfen, Bert, jetzt um diese Jahreszeit.
Nee, such dir eine andere.
Aber Susanne.
Wiedersehen.
Ah, Susanne.
Bert, lässt uns bitte allein.
Ich möchte mit Susanne reden. Natürlich, Herr Doktor.
Wiedersehen, Susanne.
Wiedersehen, Bert.
Susanne, ich möchte gern mal mit deiner Mutter sprechen.
Du weißt.
Deine Leistungen sind miserabel, besonders in Latein und Englisch.
Wenn Sie sich was davon versprechen, ich richte es meiner Mutter gerne aus.
Wiedersehen, Herr Doktor. Wiedersehen, Susanne.
Also, ein paar Tage später erschien die Mutter.
Tatsächlich in meiner Sprechstunde.
Sie bat mich, Susanne doch Nachhilfeunterricht zu geben, in Latein
Ich weiß nicht.
Schließlich habe ich Susanne im Unterricht.
Ich darf ihr keine Nachhilfe geben.
Von uns erfährt es bestimmt keiner, Herr Doktor.
Seit ich nämlich geschieden bin, ist das Kind ganz durcheinander. Und ich sage
mir, es ist meine Schuld, wenn sie jetzt in der Schule so nachlässt.
Also gut.
Schließlich ließ ich mich tatsächlich breitschlagen.
Sie geben also zu, dass es nicht korrekt war, einer Schülerin
Nachhilfeunterricht zu geben, einer Schülerin, die Sie auch zugleich im
Unterricht hatten.
Mein Gott, es ist nicht direkt verboten. Mir tat das Mädchen einfach leid. Und
auch die Mutter.
Schließlich habe ich kein Geld dafür genommen.
Geld nicht.
Aber Sie versuchten, sich auf andere Weise schadlos zu halten.
Das ist eine Lüge.
Es ist jedenfalls die Aussage des Mädchens.
Im Protokoll steht, am 27.
November
Erschien Susanne verabredungsgemäß am Nachmittag zum ersten Mal in ihrer
Wohnung. Ist das richtig?
Ja.
Na, dann wollen wir mal.
Nun leg erst mal die Bücher weg.
Ich habe uns einen Tee gemacht.
Du magst doch Tee. Ja, gern, Herr Doktor.
Soll ich eingeben?
Ja.
Bitte.
Danke.
Eine richtige englische Tea Time.
Und damit es noch besser schmeckt, ein Schlückchen Rum hinein.
Aber bitte nicht so viel.
Gleich wirst du sehen, wie das Englisch besser fluppt.
Man muss sich nur in die richtige Stimmung bringen.
Zucker.
Puh, ist der stark.
Ja, das löst die Glieder.
Nun lass doch die Bücher.
Englisch lernt man in der Praxis viel besser.
Ja, aber... Nichts aber.
Weißt du, dass deine Mutter eine sehr kluge Frau ist? Mutti? Oh ja, sie ist ja
auch Direktrice in einem Modehaus. Nein, das meinte ich eigentlich nicht. Ich
meinte, weil sie dich hierher geschickt hat.
Ich will mir auch die allergrößte Mühe geben. Das will ich auch hoffen.
Aber du trinkst ja gar nichts.
Ich bin ganz schön tipsy.
Susanne, ist dir gar nicht heiß?
Und wie.
Dann können wir ja mit dem Unterricht beginnen.
Jetzt müssen wir aber endlich schlafen. Oh ja, wir machen alles, was du willst.
Und du wirst sehen, du wirst eine ganze Menge lernen.
Ja.
Ja.
What is that? That is your right breast. What is it? That is my
right breast. And this?
Your left breast. What is it?
That is my left breast.
Listen, Susan.
And what is that?
An diesem Nachmittag deflorierten Sie das Mädchen.
Aber kein Wort davon ist wahr.
Es war genau umgekehrt. Sie versuchte mich zu verführen. Aber ich habe sie
Hause geschickt.
Nichts ist passiert.
Absolut gar nichts.
Das sagen Sie.
Das Mädchen ist jedenfalls in einem desolaten Zustand nach Hause gekommen.
bezeugt die Mutter.
Kind, du bist ja betrunken.
Wo hast du denn getrunken?
Bei ihm.
Bei wem?
Na, bei ihm. Bei Heinze.
Dein Lehrer hat dir Alkohol gegeben?
Warum?
Um Himmels Willen. Und nicht nur das.
Vergewaltigt hat er mich, der widerliche Kerl.
Mit so einem dicken Ding.
Ausgezogen hat er mich.
Und er sich auch. Und dann hat er sich auf mich gelegt.
Und dann hat er... Oh, Mutti. Das war so schrecklich.
Frau Hofer hat ihre Tochter sofort untersuchen lassen.
Der Arzt stellte die Defloration fest und auch das Vorhandensein von Sperme in
der Scheide des Mädchens.
Das ist doch nicht möglich.
Das ist doch nicht möglich.
Nun gut, ich werde das zu Protokoll nehmen.
Es stand bös für den Oberstudienrat Dr. Hensel.
Ich war schon dabei, die Anklageschrift aufzusetzen.
Herein.
Guten Tag.
Entschuldigen Sie bitte, ich wurde zu Ihnen geschickt.
Und was wollen Sie?
Eine Aussage machen.
Wegen meinem Lehrer, Herrn Oberstudienrat Dr. Hensel.
Bevor ihm ein Unrecht geschieht.
Da kommen Sie erst jetzt?
Dann setzen Sie sich und erzählen Sie mal.
Susanne, ich mag dich und deshalb will ich dir im Englisch helfen. Ich habe sie
doch schon so oft gesagt.
Und genauso oft hast du eine Abfuhr gekriegt.
Verschwend deinen Charme an eine andere Braut. Ich verstehe dich nicht.
Wenn du bei der nächsten Klassenarbeit wieder Mist machst, ist doch für dich
Open aus.
Lass das meine Sorge sein.
Ich habe jetzt einen, der ist eine Nummer größer als du.
Der trifft mich in Latein und Englisch.
Und auch sonst noch.
Es war das erste Mal, dass Susanne mir gegenüber einen anderen Mann erwähnte.
Ich kochte vor Eifersucht und habe Susanne regelrecht beschattet.
Ich wollte unbedingt wissen, wer dieser andere war.
Und so erinnere ich mich genau an diesen 27.
November.
Ich war vielleicht von den Sorgen, als Susanne plötzlich im Haus von Dr. Hensel
verschwand. Das durfte doch wohl nicht wahr sein.
Ich schlich mich durch den Vorgarten ans Fenster und konnte von dort aus gut in
das Zimmer sehen.
Ich war fast wahnsinnig vor Aufregung.
Einmal war ich brennend eifersüchtig, obwohl ich ja eigentlich gar keinen
dazu hatte.
Dann aber hatte ich Susanne nackt gesehen und das Bild des Mädchens kam
nicht aus dem Sinn.
Ein paar Straßen weiter konnte ich sie stellen.
Ich tat so, als ob ich ganz zufällig hier wäre. Was machst du denn hier?
Du hast mir gerade noch gefehlt. Hau bloß ab, du!
Und dann passierte plötzlich etwas Sonderbares.
Du, Bert.
Du willst doch mit mir bumsen.
Ob du mich bumsen willst, stell dich doch nicht so dumm an.
Was ist, können wir zu dir?
Auf dem Dachboden bei mir zu Hause ist es dann passiert.
Wir hatten beide keine richtige Ahnung.
Aber es war wundervoll.
Wollen Sie dieses Kätzchen?
Anschließend haben wir noch zwei Flaschen Wermut gekippt.
Und dabei haben wir uns geschworen, dass niemand erfahren solle, was wir
eigentlich getrieben haben.
Aber jetzt musste ich doch reden, nicht wahr?
Ich kann doch nicht zulassen, dass unser Lehrer dafür büßen muss.
Auch Susanne kann ich nicht verstehen.
Nun, diese Frage wird das Jugendgericht noch zu klären haben.
Gegen den Oberstudienrat Dr. Hensel...
wurde das Verfahren natürlich sofort eingestellt.
Also, ich finde es richtig, dass der Lehrer freigesprochen wird. Außerdem
das Gericht nachweisen, dass Susanne nicht unbescholten war.
Und das Gesetz schützt nur unbescholtene Mädchen.
Was heißt denn das eigentlich, unbescholten?
Das kommt doch aus der Sexualität.
Was geht denn das das Recht an?
Na, es gibt doch auch ein Sexualstrafrecht.
Weil sich der Staat in jede Intimsphäre reinmischt, die in überhaupt nichts
angeht.
Meine Mitschülerinnen haben mich immer gehänselt, als Blümchen rühre mich nicht
an.
Aber irgendwie bin ich ganz anders.
Wo bist du denn da?
Schämst du dich überhaupt nicht vor deinem Bruder?
Was ist denn los?
Mach nichts.
Ihr sollt euch nur mal angewöhnen, anständig da zu sitzen. Wenn das alles
brauchst du nicht gleich loszubrüllen. Schau doch lieber mal zu.
Wo willst du denn hin?
Ins Bett. Ich bin müde.
Vielleicht liegt es auch nur an der verständnislosen Erziehung, dass ich so
geworden bin.
Irgendwer hat ja mal geschrieben, das Verbot gebiert die Sünde.
An diesem Abend merkte ich jedenfalls zum ersten Mal, dass ich Gefallen an
meinem eigenen Körper fand.
Ich stellte mir vor, was ein Mann mit meinem Körper machen würde.
Nimm meine Brust, Watson.
Nimm meine Brust. Schneller.
Ich spüre dich.
Komm, wir legen uns hin.
Komm her.
Stoß zu.
Kurze Zeit später lernte ich Gitas älteren Bruder Max kennen.
Max gefiel mir auf den ersten Blick.
Und auch ich muss Eindruck auf ihn gemacht haben.
Ich habe ja gar nicht gewusst, dass du so eine dürfte Freundin hast.
Woher denn auch? Du warst ja zwei Jahre beim Bacharst.
Eben, und jetzt habe ich einen ungeheuren Nachholbedarf.
Übrigens gibt ein Freund von mir eine Party heute Abend. Habt ihr Lust
mitzukommen? Aber klar kommt Inga mit, das ist doch selbstverständlich.
Ich brauche zwar keinen Vormund, aber wenn du meinst, bitte, ich komme gern
Also los, kommt!
Die Party war ganz nett.
Gitter war aus irgendeinem Grunde nicht mitgekommen.
Na ja, mir war es ganz recht.
Ich hatte Max für mich allein und brauchte keine Rücksicht auf seine
zu nehmen.
Danke.
Wie fandest du die Party?
Prima, wirklich. Es waren lauter dufte Typen.
Und du bist die lustigste und dufteste von allen.
Danke dir.
Hey, wie finde ich denn das? Hier geht's doch nicht nach Hause. Nee, aber direkt
in den siebten Himmel der Liebe. Aber das ist doch wirklich... Die
selbstverständlichste Sache der Welt.
Du magst mich und ich mag dich.
Also was soll's?
Höchste Zeit, dass wir uns ein bisschen näher kommen.
Oder meinst du, ich habe die Liegesitze nur zum Spaß einbauen lassen?
Wie sagte der Kumpel beim Paras?
Lande an die Mutter, solange sie noch jung ist.
Das war der Augenblick,
auf den ich den ganzen Abend über gewartet hatte.
Aber merkwürdig, als es so weit war...
spürte ich trotz der Lust, die ich empfand, auch noch ein unbestimmtes
Angstgefühl.
Ja, komm.
Komm zu mir.
Aber bitte sei vorsichtig. Es ist das erste Mal. Was?
Sag das nochmal.
Du hast das noch nie gemacht?
Du bist noch Jungfrau?
Ja. Also dann lassen wir es lieber. So was ist nicht mein Fall. Aber Max, ich
will doch.
Nee, besser nicht.
Ich will mich amüsieren, aber keine Schwerarbeit leisten. Dafür musst du den
anderen suchen.
Zieh dich wieder an.
Du bist gemein.
Soll ich dich nach Hause fahren oder findest du auch allein zurück?
Das Erlebnis mit Max hatte mir gelangt.
Jetzt wollte ich es erst recht wissen.
Mir war jeder recht, der keine Angst hatte, eine Jungfrau zu deflorieren.
In einer Diskothek hatte ich einen Typ aufgerissen, der es mir zeigen wollte.
Sieh dich an, ich bin fertig.
War das alles?
Einen Tag nach der Pleite mit Max war ich keine Jungfrau mehr.
Das war aber auch alles.
Das große Erlebnis, nach dem ich suchte, also das war es jedenfalls nicht.
Noch schlimmere Enttäuschungen als bei erfahrenen Bumsern fand ich bei jungen
Anfängern.
mit dir ich will ja gar nicht ich weiß nicht ich weiß nicht es geht nicht es
geht immer aber jetzt geht nicht
Ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht nach all diesen
unbefriedigten Erlebnissen Freddy getroffen hätte.
Freddy, der all das hatte, was ich bisher bei Männern vergeblich gesucht
Kraft und die Sinnlichkeit, die ich brauchte.
Ich war richtig glücklich.
Na schön, du sollst endlich haben, was du brauchst.
Los, Jungs, gebt ihr, was ihr braucht.
Macht sie fertig.
Los, Puppe.
Brati, hilf mir.
Ach, mich kotzt diese ewige Bumserei mit dir an.
Ich kann dich nicht mehr ertragen.
Los.
Ich weiß
nicht mehr, wie ich aus
Freddys Wohnung herauskam.
Ich stieg einfach in einen Bus.
Nur weg.
Ich war fertig.
So fertig, dass ich nur einen einzigen Gedanken hatte.
Mach Schluss!
Ich kam mir so verkorkst vor, dass ich keinen Sinn mehr darin sah,
weiterzuleben.
Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
Männer sind Schweine.
Da mögen Sie recht haben.
Aber vielleicht kann ich Ihnen doch helfen, oder?
Lassen Sie mich in Ruhe. Das kommt ja gar nicht in Frage.
Tja, wenn Sie schon so schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben,
wird es Zeit, Sie vom Gegenteil zu überzeugen.
Wo wohnen Sie denn? In der Stadt.
Wie kommen Sie dann hierher?
Probleme?
Nun...
Für jedes Problem gibt es eine Lösung.
Man muss sich nur ernsthaft darum bemühen.
Kommen Sie, ich bringe Sie in die Stadt.
Er heißt Rolf und ist Student.
Er hat mich erleben lassen, dass Liebe nicht nur körperliche Befriedigung um
jeden Preis ist.
Dass sie, wenn Körper und Herz dabei sind, zwei Menschen verbindet.
Für immer.
Ich werde Ihnen meine Geschichte selbst erzählen.
Mein Name ist Kathi Dies.
Ich bin 17 Jahre alt.
Zehnte Klasse des Realgymnasiums.
Es begann mit einer harmlosen Wald - und Wiesenparty.
Es war eine ganze Fahrt. Es war einfach gar nichts los.
Mir ist verdammt heiß. Ich trinke erst mal was.
Was ist denn los mit dir? Warum bist du so eine Eisente? Komm Rick, kein Stuss.
Das ist doch wahr.
Du spielst für die Eisene Jungfrau. Was soll denn das?
Mein Gott, ich habe im Moment eben keine Lust, deshalb brauchst du doch nicht
gleich durchzudrehen.
Das ist vielleicht eine scheiß Party.
Hey!
Darf ich helfen?
Sag mal, wer ist denn die scharfe Puppe? Meine Mutter.
Was? Meine Stiefmutter.
Donnerwetter. Dein alter Herr hat aber Geschmack. Du offenbar nicht.
War doch nicht so gemeint.
Du glaubst doch nicht etwa, dass ich auf deine Stiefmutter schaffe. Dir ist
alles zuzutrauen.
Aber sie ist doch viel zu alt für mich.
Das stimmt zwar, aber das wird dich doch nicht angsthaft stören.
Also komm, Kathi.
Ich stehe nur auf dich.
Das kannst du mir glauben.
Sag mal, möchtest du mit mir schlafen?
Nein, du stellst Fragen.
Das ist doch wohl klar.
Bist du unheimlich scharf drauf?
Ganz unheimlich.
Und würdest du auch was dafür tun? Na klar, was denn?
Na ja, es dir verdienen sozusagen.
Logisch. Ich meine, es kommt natürlich drauf an. Es wird dir sogar Spaß machen.
Jetzt bin ich aber wirklich gespannt.
Ganz einfach.
Du sollst meine Stiefmutter aufs Kreuz legen.
Was? Du sollst sie aufs Kreuz legen.
Und dann?
Dann schlafe ich mit dir. Ehrenwort.
Und wie soll ich das anfangen, das mit deiner Stiefmutter? Du Anfänger.
Das ist doch ganz einfach. Zum Beispiel, du machst folgendes.
Tag, Stiefmama. Hast du mal wieder Geld unter die Leute gebracht?
Hm, schon wieder ein neuer Fummel. Hast ja so wenig, nicht wahr?
Hallo? Ist Frau Dietz am Apparat?
Ja. Sie kennen mich nicht.
Der Grund meines Anrufes ist Ihre Stieftochter.
Worum handelt es sich?
Sie ist in Dinge verwickelt, die Sie und Ihr Mann...
Bestimmt nicht gut heißen können.
Hören Sie, Sie kommen Sie als Fremder dazu.
Ich will mich nicht aufdrängen.
Aber wenn es den Alten egal ist, was Ihre Kinder treiben, dann vergessen wir
Ganze.
So was nicht gemein.
Wann und wo? Morgen um drei, Kaffeekron. Ja.
Neuer Verehrer, was?
Du vergisst die Pille nicht.
Darf ich mir erlauben?
Übrigens, ich heiße Frank.
Das ist sehr nett von Ihnen. Aber der Anlass und Blumen, ich finde, das passt
nicht ganz zusammen.
Doch, das passt.
Nur meinen Sie den falschen Anlass.
Mit Ihrer Stieftochter ist alles okay.
Ich habe Sie nur als Vorwand genommen, um Sie kennenzulernen.
Eigentlich müsste ich Ihnen jetzt vor allen Leuten hier eine runterhauen.
Aber wenn ich ehrlich bin, amüsieren Sie mich.
Und ein netter Junge sind Sie auch.
Danke.
Hallo, Kathi. Tag, Frank.
Also los, berichte, wie ging die Sache weiter?
Bestens natürlich.
Am Anfang gab es ein bisschen Ärger, war ja klar.
Aber ich habe so überzeugend den Liebeskranken gespielt, dass sie ganz
wurde. Butterweich. Na und, wie geht's weiter?
Wir sind wieder verabredet, morgen Nachmittag.
Klasse, am ausgemachten Ort? Genau.
Oh, Frank, du bist spitze.
Also tschüss dann und halt mich auf dem Laufenden.
Moment mal, Katja.
Wie wär's denn mit einem kleinen Vorschuss?
Nein, bitte nicht.
Warum denn nicht?
Du sollst doch deine Kraft aufsparen. Für meine geliebte Stiefmutter.
Sei doch kein Frosch. Komm schon.
Was soll denn das warten?
Erst legst du meine Stiefmutter aufs Kreuz, wie abgemacht, okay?
Sag mal, wozu machst du das eigentlich alles?
Warum soll ich unbedingt mit deiner Stiefmutter schlafen?
Weil Angelika meinen Vater ausnimmt wie eine Weihnachtsgans. Und weil ich ihm
beweisen will, dass sie ein Miststück ist.
Wo steckt denn eigentlich Angelika?
Keine Ahnung. Sie teilt ihre kleinen, süßen Geheimnisse nicht mit mir.
Hat sie denn Geheimnisse?
Alle Frauen haben Geheimnisse.
Hältst du es für richtig, eine junge, hübsche Frau so oft allein zu lassen,
du es tust?
Hübschigkeit?
Hallo,
Angelika. Vielen Dank.
Oh, was ist das?
Mit diesen Fotos war es jetzt kein Problem mehr, meine sogenannte
diese blöde Kuh, endgültig loszuwerden.
Die Scheidung verlief programmgemäß und bald hatte ich meinen Paps wieder ganz
für mich.
Und ich dachte, alles wäre gut.
Was ist denn? Weshalb hast du es denn so eilig? Tut mir leid, aber ich muss dich
jetzt rausschmeißen.
War nett, dass du dein Versprechen eingelöst hast.
Was? Ich soll gehen?
Ja, weißt du, ich bekomme heute nämlich noch Besuch.
Besuch? Heute?
Übrigens eine alte Bekannte von dir, deine ehemalige Stiefmutter. Was?
Tja, weißt du, ich habe nämlich herausgefunden, dass sie eine ganz
Frau ist.
Das Miststück, meine liebe Kathi, das bist du. Sag das noch einmal.
Sieh dich an und dann verschwinde. Ich will dich nicht wiedersehen.
Übrigens, im Bett ist sie unvergleichlich besser als du. Da musst
ganze Menge lernen.
So, Kerl!
Raus aber ein bisschen schnell!
Oh, dir werde ich zeigen!
Da!
Prost, Patty.
Was hast du denn?
Übrigens, was ich dir sagen wollte, ich habe mich wieder verlobt.
Was?
Nun ja, also ich will sie dir heute vorstellen.
Sie wird dir gefallen, ganz bestimmt.
Da kommt sie schon.
Kati, ich bitte dich, sei ein bisschen nett zu ihr, ja?
Bemühe dich, um meinetwillen.
Versprichst du mir das?
Guten Abend. Komm bitte rein.
Kathi, das ist Paula, meine Verlobte.
Hallo, Kathi. Paula, du?
Was? Wieso?
Kennt ihr euch?
Natürlich. Paula geht in meine Klasse. Sie sitzt neben mir.
Und damit begann der ganze Zorris von Neuem.
Jetzt überlege ich nur, ob es überhaupt einen Sinn hat, meinen Vater Paula
wieder auszureden.
Sonst überraschte mich danach noch mit einer aus dem Kindergarten.
Ihr seht, es gibt im Leben eine Menge von Handlungen, die man zwar moralisch
verdammen kann, die aber vom Gesetzgeber, das ist vom Recht, nicht
werden. Klar.
Wegen einem miesen Charakter kann keiner vom Gericht verurteilt werden. Leider.
Was oft auf den ersten Blick als verurteilungswürdig gilt, ganz egal, ob
moralisch oder juristisch, sieht meist ganz anders aus, wenn man die genaueren
Umstände kennt.
Sehr richtig, Iris.
Und manches, was verdammenswert erscheint, ist, wenn man genau hinsieht,
komisch.
Ach, was macht eigentlich unser sonniges Kind vom Lande?
Weiß einer, ob Sophie krank ist?
Vielleicht hat sie den Bus versäumt. Sie wohnt ja so weit draußen.
Ach ja.
Sefi war nicht krank.
Ihre Abwesenheit hatte andere Gründe, wie ich später erfuhr.
Was hast du denn, Sefi?
Du hast so kalte Finger.
Und überhaupt, wenn einer kommt?
Es kommt keiner.
Ich sehe, Herr Nachbar.
Wenn Sie mich auslassen, dann können Sie wieder weiterkommen.
Ich muss zu meinem Bus.
Hier ist mein Bus.
Ach, scheiß Bus.
Können wir denn nicht einmal zusammen sein, ohne dass uns gleich jemand stört?
Oder dass man einen kalten Arsch kriegt?
Ich möchte ja so viel gern, Carly.
Das geht doch nicht.
Die Mutter passt genau auf meine Zeiten.
Wie lang die Schule dauert und wie lang der Bus geht. Mein Gott, was soll ich
denn machen?
Und ich erst. Ich kann nachts schon nicht mehr richtig schlafen, weil ich an
dich denken muss. Eigentlich eine Wohnung müssten wir heute haben.
Woher willst du das Geld nehmen?
Ach, ist ein Scheißspiel.
Da kommt der Bus.
Scheiß Bus.
Da kannst du nicht nichts nehmen. Dann komme ich doch zu spät zur Schule. Das
macht doch nichts.
Servus. Ja.
Geht nichts mit deinem Mann?
Es ging schon, aber die Mutter passt so auf.
Ein gemütliches Platz für uns zwei und schon wäre alles gerettet.
Was lesen Sie denn da?
Das ist vielleicht ein gutes Buch und spannend.
Richtig grausend tut es einem.
Grausend? Mir graust für nichts.
Reden, dass ihr graust?
Ja, wenn ich ein Buch lesen muss.
Sag das nicht, das ist unheimlich.
Kannst du es haben?
Wer heißt denn?
Der Exorzist. Der Exorzist?
Aber dass du mir ja keine Eselzornereien machst.
Das ist doch das Buch, was wir im Film draus gemacht haben.
Wissen Sie was, Meister?
Das lese ich. Na, seht es.
Ach, Carly.
Wann packen wir es endlich?
Nicht hier und nicht da.
Nicht da und nicht hier.
Ja, wo denn dann?
Ach, Carly.
Carly.
Wäre das jetzt schön, wenn du da wärst.
Mit mir im Bett.
Wir zwei.
Ganz allein.
Und ganz fest beisammen. Ganz fest zusammen. Ganz eng.
Ach, wäre das schön, Carly.
Carly! Carly!
Carly!
Hast du mich jetzt verstanden?
Ich bin nicht sicher. Also du bist die vom Teufel Besessene und ich komme als
Ratputin.
Ich habe dir alles auf den Zettel geschrieben.
Die Frau ist Ihnen nicht gut.
Mir? Wieso?
Na, weil Sie immer so machen.
Ich soll gemacht haben?
Ja, ganz bestimmt haben Sie das so gemacht.
Bestimmt. Dass Sie nicht lachen.
Die Frau Nachbarin, Sie haben es doch eingeschränkt, dass Sie das so gemacht
haben.
Sieh, das ist bei Anstecken.
Wer trägt mich am Arsch?
Bist du der Steffi?
Nein!
Ja, tatsächlich.
Kind, was ist denn mit dir?
Nein, nein, Bischi.
Nein, nein, Bischi.
Die Muschel, die gehört mir.
Und brennt alles drin.
Aber Mann, das ist zu krank. Soll ich den Doktor holen?
Nein, die Feuerwehr.
Die Muschel brennt, die Muschel brennt.
Ja, was hat denn das, Madl?
Ist die verrückt geworden?
Das möchte ich auch wissen.
Vögelt mich!
Vögelt mich doch!
Ich bin die Stute!
Wo ist der Henk?
Was machst du denn?
Wegblöd, Onkel Alois.
Siehst du das? Das hat geholfen.
Um Gottes Willen. Was ist denn? Warum schaut er mich denn so an?
Kind, was ist denn in dich gefahren?
Was denn?
Ja, meintest du auch gern wissen?
Ja, weißt denn du von nichts?
Was?
Geh, Seffi.
Komm, leg dich nieder in deine Kammer. Ich bring dir was zu essen später. Was
ist denn los?
Sag einmal, Sepp.
Ist die Nari schwornt?
Bestimmt. Ganz bestimmt.
Oh, du lieber Heiland.
Ich glaube, die Seffi ist besessen vom Teufel.
Was, Teufel? Zu mir hat sie gesagt, ich soll sie fieh,
fieh, fick.
Halleluja. Wer mir das Kind anfasst, das soll ich ein für allemal.
Dem schlage ich einen Schädel ein.
Der Edl ist ja nicht ganz dicht.
Also ich weiß nicht.
Ich geh ins Wirtshaus.
Weißt du was?
Ich geh mit. Geh weiter.
Ja, geh dann rum.
Aber, aber...
an diesem Tisch Platz zu nehmen.
Ja, bitte.
Tun Sie Ihnen keinen Zwang nicht an. Sie sind ja nur Herr.
Danke.
Was darf es denn sein, bitte? Ein Glas Milch, bitte.
Ein Milch?
Was wollen Sie? Ein Maß Milch?
Ein Glas Buttermilch.
So was.
Sie, wer sind denn Sie?
Horis bin ich.
Der Bewahrer des Guten.
Und dann trinken Sie eine Milch?
In der Milch ist die Kraft eine fromme Denkart.
Sie ist die milde Labe der Verfolgten und die Plagen.
Sind Sie gespinnert?
Mitnichten, lieber Herr. Ich lauge aus der Milch die Kraft, böse Geister zu
bannen.
Eine Bannung?
Ja.
Hast du gehört?
Wohl, wohl.
Sie, was würden Sie dafür nehmen, für eine Bannung?
Eine Geisterpannung.
Für einen Exorzismus?
Nun, ganz nach der Schwere des Falles. Und natürlich nach Belieben.
Was meinst du?
Ja, nach Belieben ist nicht viel.
Der muss.
Frau Eli.
Sie, ich hätte für Sie einen Fall.
Einen besessenen?
Nein. Nein.
Eine besesse, nein.
Genau. Ein Mädchen. Ein Junges. Eine Jungfrau.
Eine Teufelsaustreibung ist ein Kampf auf Leben und Tod.
Aber ich will egal.
Ich mag's. Morgen schon.
Sie wollen... Bitte schön.
Wollen Sie vielleicht einen Vorschuss?
Genügt ein Wunder da? Wollen Sie mich beleidigen?
Ich tue es der Sache.
Siehst du. Gut.
Ja, brauchen Sie denn gar keine Geräte? Ich meine, Heiligenbilder und so.
Einen Weihrauch.
Und Kerzen?
Nein.
Ich mache alles nur mit der mir von der Natur gegebenen eigenen Kraft.
Ja, wenn Sie meinen.
Führen Sie mich nun zu dem Mädchen, gute Frau.
Ja, ja.
Kommen.
Ja,
bitteschön.
Typischer Fall von Besessenheit.
Nun lasst mich bitte allein verkranken.
Sonst fährt euch zum Ende der Dämon selbst in den Körper, wenn er aus diesen
Mädchen entweicht.
Wie lange dauert es? Das kann man nie genau sagen.
Aber eine Weile schon.
Geht, liebe Leute, geht!
Wie habe ich das gemacht?
Dämonischer.
Eiche!
Eiches Atalas!
Ich glaube,
es wirkt schon.
Der wird sich ja schon zeigen, wer kommt, der kommt.
Mir kommt's flau im Magen.
Ich brauch was zum Trinken.
Geseb, hol mal die Inzianflaschen. Ja, die hol ich schon.
Waren dich schon, der Teufel? Wer hat das gekauft? Du
bist ein Genie, Carly.
Welche Buch zum letzten Mal? Verlasse diese ehrsame Jungfrau.
Entweiche ihr und lass den guten Geist in sie hinein.
Da kommt der Teufel mit seinem langen Schwanz.
So, da ist er hinzuhören. Der kann's.
Der weiß, wie man einem Mädchen den Teufel austreibt.
Also, wenn ihr nicht genau wisst, dass ihr den
Teufel austreibt, dann tät ich sagen, er tut sich vögeln.
Sepp, versündige dich nicht mehr.
Berührt Sie nichts. Geh, lass mich hin.
Komm! Sind Sie fertig, Herr Exotik?
Geduld!
Geduld!
Moment!
Was ist jetzt?
Moment, liebe Leute.
Sie sind schon fertig.
Geduld, mein Lieber.
Noch ist der Teufel nicht besiegt.
Was das arme Mädels Leiden hat.
Jetzt wird es aber Zeit, dass der Teufel rausgeht. Das kann doch nicht ewig so
weitergehen. Grausam.
Man ist das Saat an sich verletzt. Ich werde lassen drin.
Sie ist für immer vom Dämon befreit. Ist das wahr, Schatzl?
Das könnt ihr mir voll glauben.
Ich fühle mich so gut.
Wie schon lange nicht mehr. Es war ein harter Kampf.
Aber schließlich haben wir das Werk dann doch vollbracht.
Alles dann, hier haben Sie Ihren Lohn.
Das muss voll anstrengend gewesen sein.
Ja, anstrengend schon. Es geht sehr an die Substanz.
Aber ich habe die Arbeit mit Lust und Liebe vollbracht.
Also bis zum nächsten.
Auf Wiedersehen.
Moment.
Die kleinen Sünden bestrafte Liebe Gott sofort.
Es ist nun mal so.
Regeln werden in jeder Gesellschaft übertreten oder gebrochen. Die Menschen
nun mal verschieden. Sonst wäre es sehr langweilig.
Das klingt alles sehr schön.
Aber wenn einer wirklich mal dafür sorgt, dass es nicht langweilig wird,
gleich beschimpft oder moralisch verfehmt. Besonders Frauen.
Jawohl, das stimmt genau.
Da ist noch lange keine Gleichberechtigung.
Es ist doch so.
Wenn ein Mädchen mal anders handelt, Als hier vorgeschrieben ist, treiben sich
doch gleich alle die Mäuler.
Du sprichst wohl aus Erfahrung, Iris.
Vielleicht.
Iris.
Iris, da fällst du jetzt von einem schönen, starken Kaffee.
Schon fertig.
Iris, mein Goldengelchen.
Ich komme gleich.
Ist es so richtig?
Du kennst meinen Geschmack.
Zauberhaft. Ganz zauberhaft.
Wirklich zauberhaft.
Oh, es wird Zeit für mich, liebe Sophie, habe ich eine Konferenz.
Ich wünschte, ich könnte bei dir bleiben.
Es geht nicht. Ich muss auch weg. Nach Hause. Nach Hause? Ja.
Dies hier ist dein Zuhause. Das alles gehört dir, Liebes.
Ich kann es kaum glauben. Du bist zu großzügig, Walter.
Nicht großzügig, nur dankbar.
Wenn man so alt ist wie ich, muss man dankbar sein, so etwas wie dich zu
Übrigens, für Freitagabend habe ich Karten für die Staatsoper.
Die Bohemian mit der Vreni.
Schön. Ja.
Denk an deine Konferenz. Ach, diese scheiß Konferenz.
Jedes Mal, wenn ich von dem Appartement, das mir Walter geschenkt hatte, zu
meinen Eltern ging, kam ich mir vor wie mein eigener Doppelgänger.
Von meiner Liebe zu Walter und von meiner eigenen Wohnung wusste kein
Bist du's, Kind?
Ja, Mutti.
Das Essen ist schon fast kalt. Wo hast du denn so lange gesteckt?
Babysitten, Mutti. Ich hab's doch gesagt.
Hier, Mutter. Für dich.
Hunderte?
Wird das Babysitten so gut bezahlt? Das ist ein Vorschuss. Am Freitag muss ich
den ganzen Abend bitten.
Du sollst lieber was Vernünftiges arbeiten.
Lass doch das Kind.
Sie geht doch noch zur Schule, wo sie was lernen soll.
So ein Quatsch. Ich habe mit 14 schon Mäuse angeschafft und deine Mutter war
15 Bedienung.
Dafür haben wir jetzt auch nur ein bisschen Rente. Dafür kann ich nichts.
ist ein Erbe von Adolf. Lass mich mal ran.
Was willst du mit der Bildung, Gymnasium, Universität und dann noch den
machen? Mit 30 bist du fertig. Und was ist dann? Wirst du arbeitslos. Kenn doch
die Lage der Akademiker, so ein Schein.
Musst du denn am Nachmittag schon wieder Bier züffeln, Fritz? Lass ihn doch,
Mutter. Siehste, sie hat wenigstens ein Herz für ihren Vater.
Kind, hör auf mich. Lass die Bildung und ergreif einen anständigen Beruf.
So wie du gebaut bist, kriegst du jede Menge Trinkgelder.
Damit du sie versaufen kannst.
Lass doch das Kind.
Sie hat nun mal den Drang nach was hören.
Hat ja auch Iris heißen müssen, weil du es wolltest. Ich hätte es ja Emma
genannt.
Siehst du?
Na was, ich habe doch recht.
Am Freitagabend nach der Oper waren wir noch essen gegangen.
Es war doch recht nett.
Hat es dir geschmeckt?
War doch ein recht lustiger Abend, hm?
Ja. Na hoffentlich kommen wir nicht zu spät. Den ganzen Abend freut mich schon
auf ein anständiges Fondue.
Du guck mal, Franzl, ist das nicht dein Onkel?
Tatsächlich.
Ja, das ist mein Onkel.
Und mit einer Biene. Oh la la.
Ich muss sagen, der Herr Generaldirektor hat Geschmack.
Mein Verhältnis mit Walter Harden, Generaldirektor eines Chemiekonzerns,
verheiratet, keine Kinder, dauerte nun schon mehrere Monate.
Er gab mir alles, was ich brauchte. Wohnung, Kleider, Bücher, Geld.
Ich glaube fast, ich könnte ihn lieben.
Ich bin Frau Harden, Walters Frau.
Verzeihen Sie, dass ich so unangemeldet hier bin.
Wie sind Sie hereingekommen?
Mit diesem Schlüssel.
Wo haben Sie den her?
Den? Das tut nichts zur Sache.
Bitte, gnädige Frau, nehmen Sie Platz.
Sie müssen mir glauben, dass ich nicht Ihre Feindin bin.
Bitte keine Sentimentalitäten, gnädige Frau.
Die ziehen bei mir nicht.
Keine Angst, ich bin nicht sentimental.
Nur logisch.
Wir stecken zu dritt in einer dummen Sackgasse. Und aus der müssen wir einen
Ausweg finden.
Sie wollen, dass ich mit Walter Schluss mache.
Sie wollen ihn zurückhaben.
Ich will ihn nicht zurückhaben.
Ich habe ihn nie verloren.
Sind Sie so sicher?
Mein Mann hat mit mir gesprochen.
Sie können das alles hier behalten.
Er hat mich gebeten, Ihnen den Schlüssel zurückzugeben.
Männer sind immer ein bisschen feige. Nicht wahr?
Was wollen Sie von mir? Wer sind Sie?
Harden. Franz Harden.
Ach.
Direktor Harden ist mein Onkel.
Was wollen Sie?
Sie kennenlernen.
Ich fürchte, Sie machen sich falsche Hoffnungen. Aber bitte, kommen Sie mit.
Mitvergnügen.
Wollen Sie was trinken?
Gerne. Cognac oder Whisky?
Cognac. Darf ich?
Der von meinem Onkel ist immer besonders gut.
Diese Bemerkung hätten Sie sich sparen können.
Ja? Das ist aus... Ich weiß.
Und nun glauben Sie, Sie könnten einfach die Nachfolge antreten.
Das verliegt ganz bein.
Sie waren neulich im Restaurant.
Ja.
Sie sahen wunderschön aus.
Oh nein, wenn Sie denken, ich hätte meinen Onkel in die Pfanne gehauen. Das
würde ich nie tun. Aha, Diskretion Ehrensache, nicht wahr?
Im Ernst, meine Tante wusste schon längere Zeit. So?
Ja.
Oh, sieh da, die göttliche Komödie.
Mein Onkel hat diese Ausgabe sehr geliebt.
Sie lesen Dante?
Und dazu noch im Original?
Was dagegen?
Wo werde ich?
Ich bin es gewohnt, unterschätzt zu werden.
Bitte, worauf warten Sie noch?
Nun, das wollten Sie doch.
Nichts von Ihnen zu wollen, wäre eine Beleidigung.
Du hast Glück, dass du mir gefällst.
Ja.
Und jetzt lade ich dich zu einem tollen Essen ein. Nein, jetzt lade ich dich zu
einem Essen ein.
Es ist eine ungeheure Ehre, Herr Doktor, dass Sie uns besuchen.
Entschuldigung, altes Kriegslein.
Was sind Sie eigentlich für ein Doktor?
Ich bin Chemiker.
Aha, das ist recht.
Ja, und er hat die besten Aussichten, demnächst Direktor zu werden.
Der Onkel wird schon richten.
Ich kann durchaus für mich selbst sorgen.
Sehen Sie, das ist gut.
Das muss ein Mann auch können, wenn er mal eine Familie gründen will.
Das Heiraten lassen Sie mal sein. Da ist die Mark hinfällig mehr wert, wenn erst
die Kinder rumlaufen. Wie kannst du mir sowas sagen, Fritz?
Da ist der Herr Doktor bestimmt ganz anderer Ansicht. Nicht wahr, Herr
Darf ich Ihnen noch was bringen?
Danke, danke. Wirklich nicht.
Du musst nicht immer so drängen, Mutti. Du siehst doch, der Herr Doktor hat
jetzt wirklich genug.
Entschuldigung, ist ein altes Kriegsleiden.
Wenn du mich mit dieser Einladung abschrecken wolltest, dann ist es dir
geglückt. Ja, das wollte ich feststellen. Hast du deinen Eltern noch
Onkel vorgestellt?
Nein.
Warum also mir?
Denk mal darüber nach.
Den Deibel werde ich tun.
Du bist ein komisches Mädchen.
Aus dir werde ich nicht schlafen.
Sehen wir uns wieder?
Nein, ich glaube nicht.
Leb wohl.
Moment noch, meine Damen.
Wir sind ein bisschen vom Thema abgeschweift. Aber die Frage Staat,
Intimsphäre ist ja auch wichtig genug.
Schließlich haben wir alle was damit zu tun.
Also, auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.
Wen von uns schönen meint er denn?
Moment, das gilt mir. Ich bin gleich wieder zurück.
Das ist ja ein toller Hirsch.
Das hat gesessen.
Ciao. Ciao.
Ich habe nachgedacht über dich und über mich.
Ich habe begriffen, dass deine Eltern auch ein Stück von dir sind. Und das,
du mir zeigen wolltest.
Du bist sehr klug. Danke für Obst und Südfrüchte.
In früheren Zeiten wärst du bestimmt eine große Hetäre geworden.
Oder eine Portisane. Aber heute?
Aber heute geht sowas zur Schule. Und dann zur Universität. Und eines Tages
sie Ärztin sein.
Tja, was macht man bloß mit sowas heutzutage? Sowas kann man eigentlich
heiraten.
Sag das noch einmal.
Heiraten? Nein, es muss ja nicht gleich sein.
Darum möchte ich auch gebeten haben. Schließlich will ich ja... Zur Schule
und zur Universität. Das sollst du ja auch.
Nun, wie ist das einverstanden? Schließlich brauche ich ja eine Frau,
später ernährt.
Schulmädchen, oft beschimpft, selten gelobt und meist missverstanden.
Junge Menschen einer neuen Zeit mit dem unbändigen Drang nach Freiheit und nach
Leben. Wer selber niemals jung war, muss oder soll sie verurteilen.
Besser ist es, ihnen zu helfen im Kampf um die Selbstverwirklichung und um das
Recht, ihr eigenes Leben zu leben.
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