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(Melancholische Klänge)

Was soll das heißen, nicht genehmigt?

Das heißt: Nicht genehmigt. -Ich bin jüdisch.

Jeder bekommt eine Lizenz. -Bei Ihnen gab es Unregelmäßigkeiten.

Unregelmäßigkeiten? lm KZ war ich immer pünktlich.

Ich darf Ihnen dazu nichts sagen. Es gibt bald eine Untersuchung.

Eine Untersuchung? -lhre Akte liegt bei der CIO.

Und das ist was? -Counter Intelligence Core.

Eine Ermittlungsabteilung der Army.

Sehr beruhigend. -Sie hören bald von ihnen.

Ja, Sie mich auch.

(Kind) Nicht so schnell.

(Melancholische Musik)

Motek.

Das kann doch kein Hund lesen, hm? Komm, ich trage dich.

Wo hast du Marian gelassen?

Guten Tag.

Guten Tag. -Guten Tag.

Tag.

Guten Tag.

Officer.

Tag.

(Er spricht eine Fremdsprache.) -Später.

Motek. Du hast Motek gefunden. -Marian.

Ich hab dir gesagt, du sollst aufpassen auf ihn.

Er läuft immer weg, was soll ich machen? -Hack ihm ab noch ein Bein.

Oh. Entschuldigung. Es tut mir sehr leid.

Der meschiggene Hund

Nein, nein, nein, schon okay. Heute istjeder meschigge.

Gestatten, Holzmann. -Bermann‚ David Bermann.

Was Sie sagen. Der berühmte Bermann.

Was die Leute so reden. -(Hupen)

(Junge) Guck mal, wer da kommt. -(Hupen)

Ihr kennt den?

Ja. Vom Wegsehen.

Jankel Lubliner. Hat angefangen als kleiner Ganef.

Bald gehört ihm der halbe Schwammarkt.

Buchenwald war seine Universität

Er hat mir Rache geschworen.

Es gab da ein Problem mit einem... mit einem Fräulein.

Über eine halbe Million jüdischer Menschen,

die die Konzentrationslager überlebten,

befinden sich zurzeit in Transitlagern der amerikanischen Besatzungszone

Frankfurt bekam kürzlich hohen Besuch:

Eleanor Roosevelt besichtigte das DP-Camp in Zeilsheim.

Die Präsidentenwitwe konnte sich ein Bild machen,

wie Menschen hier versorgt und medizinisch betreut werden.

Sie lernen Englisch und Hebräisch,

um sich auf die Auswanderung in die USA oder nach Palästina vorzubereiten.

Die US-Behörden schätzen, dass bis 1950 alle Juden Westdeutschland...

(Mann) verlassen haben. -(Raunen)

Immer dieselbe Scheiße. -(Gemurmel)

So, Ende der Vorstellung!

Emil Verständig. Als Projektionist ist er eine Katastrophe,

aber als Verkäufer genial.

Er war Lehrling im Wäschekaufhaus meiner Eltern.

Und wo hat er übenivintert? -In Shanghai.

Shanghai, China? Oberbayern.

Er redet nicht drüber. Nacht, Verständig. -Nacht‚ Bermann.

Wer redet schon drüber?

So, die Herren. -Danke schön.

Fajnbrot‚ das Glas ist nicht sauber. -Dann bestell ein sauberes.

Für Gäste hast du ein Händchen.

Schau lieber, dass es losgeht.

Was soll losgehen, wenn ich fragen darf? -Nichts.

Ich will ein Geschäft aufmachen. Die Amis veniveigern die Lizenz.

Wieso? Jeder von uns bekommt eine Lizenz.

Nein? -Und Sie?

Was haben Sie so vor?

Ich...

Ich gehe nach Amerika. -Ah. Ja, ja.

Jeder will nach Amerika. Haben Sie das Geld dafür?

A bissel.

Und wie viel ist... "a bissel"?

600... Dollar.

1200 Mark? -Ja.

Damit kommen Sie nicht mal bis aufs Schiff -Was?

Ich sage Ihnen, was Sie machen.

Sie besorgen die Lizenz und ich nehme Sie rein als Kompagnon.

Dann machen wir bissel viel Geld.

Ich habe Ihnen gerade gesagt, ich bleibe hier nicht

Und ich will bleiben? Keiner will bleiben.

Aber wollen Sie arm in Amerika ankommen? -lch habe einen Cousin in New York.

"Mazel tov", sagt der, "endlich kommt Holzmann."

Was schätzen Sie, wie viel man braucht für drüben?

Vielleicht 25...000. -25.000? Was Sie sagen!

Mindestens. Man muss überleben, die Reise und etwas haben, um anzufangen.

Ich frage Sie,

was brauchen die Deutschen momentan am dringendsten?

Wäsche. Wäsche.

Ja, Wäsche. Wir werden aufmachen einen Wäschegroßhandel.

Ein Bombengeschäft. Ich weiß es

Die meiste Ware bekomme ich in Kommission oder auf Wechsel.

Ein Lager hab ich schon und jemanden mit Autos.

Er leiht uns welche, billig. -lch bin kein Teilacher.

Sie sollen nicht teilachen. Ich fahre mit meinen Leute raus

Am Anfang werden wir sein 4 oder 5 Reisende.

Sie werden im Büro bleiben.

Als...

Als Chef. -Als Chef? Ich?

Ja. -Hor mal, ich..

Ich bin kein Teilacher, kein Chef, ich bin ein Schuhmacher.

Sie sehen aber aus wie ein Chef. -Leute‚ ich bin dabei.

Mit ihm und Verständig sind wir schon 4.

Zugegeben, er ist kein Genie, aber... ein sehr feiner Mensch.

Wo war er im Krieg, Ihr Fajnbrot? -(David) In Plaszow.

Ein Deutscher soll ihn gerettet haben, ein gewisser Schindler.

Ein Deutscher? Das glauben Sie? -(Bellen)

Da ist doch schon Wieder... -Motek.

Du sollst bei Marian bleiben und keine Deutschen reinlassen.

Ist doch selbst ein Deutscher. -Aber kein Nazi. Anständige Hundefamilie.

Hau ab! Das ist hier ein Restaurant!

(Sphärische Töne)

(Er spielt eine zarte Melodie)

Und dann? -Ja dann war es in Europa zu Ende,

und ich bin von Marseille nach Algerien in die französische Legion.

Nein, was Sie sagen. -Die hatten dort eine jüdische Brigade.

Haben Sie gekämpft auch? -Ja klar, und wie.

Gegen die Hämorriden beim Kamelreiten.

Also,

was ist, bist du dabei?

Ja, ich bin dabei.

(Mann) Weiter, beeil dich.

Oh.

Entschuldigung. -Selzen Sie sich

Ja, ja. -Kommt vom Krieg, vom Krieg.

Die Aufregung. -Mhm.

Jetzt sagen die Leute meistens: "Möchten Sie Wasser?"

Und schon bin ich im Haus

Mich hat er überzeugt. -Danke.

Eigentlich, weißt du, ich war... ein Schauspieler.

Ich kann auch Hirnschlag. -Nein!

Danke schön. -Bitte. Kennt ihr Krautberg?

Krautberg? -Mit welchem Trick arbeitet der?

Mit keinem. Er ist total unbegabt, aber er weckt Schuldgefühle

bei den Deutschen.

Schuldgefühle bei Deutschen.

Meine Herren,

wir sind Teilacher.

Und teilachen...

teilachen ist nicht einfach nur etwas verkaufen.

Teilachen ist eine Kunst.

Es geht nicht darum, einen Fuß in die Tür zu stellen.

Keilen kann jeder.

Was zählt, ist die Show.

La grande opera.

Am Ende müssen euch eure Kunden...

Am Ende müssen euch eure Kunden praktisch auf Knien anflehen,

von euch etwas kaufen zu dürfen.

Und vergesst nicht,

ihr dürft nicht aussehen, als hättet ihr‘s nötig.

Die Menschen riechen so was -Die Deutschen sind misstrauisch.

Und wenn Juden kommen, ganz besonders.

Du musst nicht den Hosenstall öffnen und deinen Schmock zeigen.

Fajnbrot muss ihn nicht zeigen. Seine Nase genügt doch.

Hauptsache, ihr amüsiert euch. -Die Hüte auf, bitte.

Moment.

Jetzt muss man schön reinlegen 50 Dollar Schmiergeld in die Zollpapiere.

Diese französischen Schmöcke. Meine Herren.

Und vergesst niemals:

Hitler ist tot,

aber wir leben noch.

(Melancholische Musik)

Wir können doch auch..

(Gemurmel) -(Unverständlich)

He! -Pass auf!

Die Reifen haben kein Profil. Besser als keine Reifen.

(Fajnbrot) Kirchgasse 4.

Hier muss es sein.

Also: "Plötzlich und unenivartet...

Dr. Herbert Geder, Oberstudienrat, im Alter von 55 Jahren.

In tiefer Trauer Ehefrau Inge, die Kinder Ursula und Rüdiger."

Rüdiger.

Auch ein Name. -Hm. Attacke.

Schau mich an.

(Klingeln)

Ja bitte? -Guten Tag.

Können wir mit Herrn Dr. Geder sprechen?

Aber mein... mein Mann ist doch gestorben.

VVas? -Nein, das..

Wir... haben vor 3 Wochen noch... -Fröhliches Beileid. Das ist...

Danke.

Wer, wer sind Sie? Was wollen Sie von meinem Mann?

Nur die bestellten Aussteuerpakete abliefern.

Aussteuerpakete?

Bettwäsche, Tischwäsche, feinste Ware aus Paris.

Was kosten diese Pakete?

1100.

Um Gottes willen. -Eins.

Aber das sind 2200 Mark.

Nicht ganz, es sind 1800 Ihr Mann hatte..

400... angezahlt.

Gut, dann. ..

Wehrmann.

Wehrmann.

Ich, ähm... Ich bin morgen nicht da.

Du bist morgen nicht da? -Ja, stell dir vor.

Morgen nicht da? -lch habe einen Termin.

Darf man keinen Termin haben? -Na sicher.

Ist es was Schlimmes? -Nicht schlimmer als eine Tour mit dir.

(Lachen) -Man wird doch wohl noch fragen dürfen.

Aber dann lasse ich es eben.

Setzen Sie sich, Herr Bermann.

Guten Tag.

Ich bin Special Agent Sara Simon.

Sergeant Harold Ledermann protokolliert unser Gespräch.

Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie venivandt werden.

Kann ich Ihre Papiere sehen?

Darfich?

Bermann, David,

geboren am 11. Januar 1905 in Neu Sandez, Österreich, heute Polen.

Jüdisch. Korrekt?

Das ist so weit korrekt.

Könnten Sie mir verraten, was mir vorgeworfen Wird?

Kollaboration mit den Nazis. -Sie machen Witze.

Ihr Name taucht in SS-Akten auf.

Ich war im KZ. -Das ist uns bekannt.

Sie waren ab Dezember 1943 Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen.

Wie sind Sie dorthin gekommen? -Wie bin ich dorthin gekommen?

Mit einer Limousine mit Chauffeur.

Die Vorgeschichte bitte.

Meine Brüder und ich hatten ein Wäschekaufhaus in Frankfurt.

Die Gestapo kam, verhaftete meine Brüder und meine Eltern.

Und Sie?

Ich bin... später in Frankreich festgenommen worden.

Meine Geschwister und meine Eltern kamen in Auschwitz um.

Und Sie? -lch lebe noch, wie Sie sehen.

Das hier ist kein Spaß

und kann gravierende Folgen für Sie haben.

Also, man brachte Sie ins KZ Sachsenhausen.

Ja.

Nachdem man mir gründlich den Kopf eingeschlagen hatte.

Wochen später kamen Sie in den Zellenbau für privilegierte Häftlinge.

Hier steht was von einer Spezialmission. -Verstehe, darum geht‘s also.

Ja.

Uns interessiert, warum man Sie bevorzugt behandelte.

Was war das für eine.. Spezialmission?

Und warum?

(Lachen) -(Mann) Darf man mitlachen?

Du bist also hier die Stimmungskanone.

Wie heißt du? Bermann.

David Bermann, Herr Obersturmbannführer. -Also, was war so lustig, Bermann?

Ein Witz, Herr Obersturmbannführer. -Ein Witz.

Dann lass ihn noch mal hören.

Der Witz, Jude, los

Ein Mann...

läuft eilig durch einen Zug.

Er, er muss auf Toilette.

Die Toilette ist besetzt. Er hämmert gegen die Tür und schreit:

"Aufmachen, verdammt! Ich hab Durchfall."

Da tönt von innen... eine Stimme:

"Sie Glücklicher."

(Schallendes Lachen) Bermann, du hörst von mir.

Und euch wird das Lachen vergehen.

(Sara) Wer war Obersturmbannführer Otte?

Sie kennen Otte nicht?

Dietrich Otte aus der Schnee-Eifel. Der flotte Otte

Haben Sie keinen Geheimdienst? -Wie ging‘s weiter?

Die SS plante eine Weihnachtsfeier, und ich sollte dort auftreten.

Bei der SS gab‘s ja nun nicht so viel zu lachen.

Wenn, dann wurde über die Juden gelacht.

Zum Beispiel über den Zählappell.

Beim Zählappell wurde gelacht?

Man steht so da,

morgens um 4 oder 5, eine Stunde oder 2.

Es ist saukalt.

Und ein SS-Mann... geht durch die Reihen mit einer Reitgerte.

Zack, hier gefällt ihm der Sitz einer Mütze nicht

Zack, da sind die Beine zu weit auseinander.

Und neben mir...

steht der Serge...

Goldner

aus Antwerpen.

Er hat nebbich einen...

einen Buckel.

Und der SS-Mann

tritt an ihn heran, zerrt ihn raus und sagt:

"Mach dich gerade, Jude!"

Und der Serge...

versucht es und streckt sich noch und hoch, aber...

Mit dem Buckel...

Dann sagt der SS-Mann:

"lch werde dir beibringen, gerade zu stehen, du krummer Saujud."

Zieht seine Pistole...

und schießt in den Buckel.

Und die SS-Männer lachen, alte lachen.

Wissen Sie noch, wie der Mann hieß?

Schirdewahn.

Schirdewahn, Scharführer.

Möchten Sie einen Kaffee?

Soll das eine Fangfrage sein?

Also, die Weihnachtsfeier.

(alte singen) 0 Tannenbaum

0 Tannenbaum

Wie grün 5/ha’ delhe Blätter

Bermann.

(Räuspern)

Das Christkind mit seinen Eltern

im Stall.

Da kommt der lange Balthasar herein

und stößt sich an der viel zu niedrigen Tür...

(Knall) den Kopf.

"Ui, Jesus", flucht er.

”Ja", sagt Maria zu Josef, "siehste, das ist ein schöner Name.

Und nicht Willi, wie du ihn nennen wolltest."

(Lachen)

Jude, herkömmen!

Jetzt werde ich dir einen Witz erzählen.

Weißt du, warum so Viele von euch im KZ sitzen?

Hm?

Weil‘s nichts kostet.

(Gelächter)

Hier, nichts für ungut.

Prost! Solist auch was haben von Weihnachten.

Bermann, wir sehen uns Wieder.

Noch einen Applaus für meinen Hofnarren! -(Johlen)

Wann und wie haben Sie sich dann wiedergesehen?

Dann kam erst mal lange gar nichts.

Ich wurde in den Zellentrakt für privilegierte Häftlinge verlegt.

Ich muss zugeben, es gab Vorteile,

und ich hab sie schamlos ausgenutzt.

Man durfte sich waschen, mit Seife

Man wurde nicht mehr kahl rasiert. Die Suppe war dicker.

Eines Tages kam ein SS-Mann herein und schrie: "Bermann, mitkommen!"

(Otte) Ich vertraue dir.

Und hatte mein Wort auch gegenüber einem Juden.

Habe Bormann angesprochen. Geht um den Führer.

Sie brauchen da oben jemand, der mit dem Führer etwas einübt, ja?

Bermann, ich habe dich als Lehrer für den Führer empfohlen.

Als Lehrer für den Führer?

Was soll ich ihm beibringen? -Was kannst du am besten, hm?

Witze erzählen? -Exakt.

Du sollst ihm Witze beibringen, die er beiläufig einstreuen kann.

Der Führer hat ein phänomenales Gedächtnis,

aber für Witze ist er unbegabt.

Na ja, Witze erzählen ist kein Akt größer Intelligenz.

Humor braucht man schon. -Das ist ein wunder Punkt.

Der Führer kann alles und weiß alles

Er kann Krieg führen, malen, Feinde zermalmen.

Er kennt alle Wagner—Opern auswendig.

Er ist zum Beispiel Mussolini in allem überlegen.

Nur eins kann dieser Operettenbuffo besser.

Witze erzählen. -Ja.

Und da der Duce dem Führer bald einen Besuch abstatten Wird... hm?

Möchte Hitler ihn mit einem Witz beeindrucken?

Oh.

Was, wenn ich es nicht mache? -Mund auf, Augen zu!

Es gibt kein Zurück. Verstanden?

Aber... Herr Obersturmbannführer, ich bin Jude.

Ja. Aber das weiß der Führerja nicht

Ich dachte, der Führer weiß alles

Der... war... gut

So wurden Sie zum Kollaborateur. -Ja. Nein.

Meinen Sie das ernst? -Ja.

Officer, waren Sie jemals auch nur ein Mal

in so einer Situation, hm? Entweder oder.

Kennen Sie diesen Mann?

Sicher. Ich rasiere ihn jeden Morgen.

Sie geben es zu? -Was? Das ist mein Ausweis, verdammt.

Er läutet auf den Namen Heinz Hecker. Warum?

Auf welchen Namen sonst? Israel Hecker? -Woher ist er?

Ich hab mich im KZ fein gemacht. Man hat ihn mir gegeben!

Wer hat ihn gegeben? -Otte, wer sonst?

Sie geben es also zu. -Was?

Dass Sie für die SS unter falschem Namen arbeiteten.

Moment mal. Moment mal. Ich bin also ein Kollaborateur?

Weil ich versuchte, mein Leben zu retten, wozu Sie nicht fähig Wären?

Ich sage Ihnen noch was, schöne Amerikanerin.

Wissen Sie, wie Viele Juden, Zigeuner, Schwule Sie auf dem Gewissen haben?

Warum haben Sie die Bahnwege nach Auschwitz nicht bombardiert?

Sie hätten Hunderttausende retten können. Und Sie haben es nicht getan!

Lenken Sie nicht ab, Herr Hecker. -Herr Hecker, ja.

Haben Sie einen Vorgesetzten? -General Fitzcolins.

Das muss ich nicht hinnehmen. -lch mache nur meine Arbeit.

Sagte der SS-Mann am Rande des Massengrabs.

"In Erinnerung an unseren geliebten Sohn Heinrich Schütz,

geboren am... gefallen bei Smolensk.

Bergweg 14."

Du erinnerst dich doch an Heinrich. -Heinrich.

Heinrich.

Heini!

(Betuliche Musik)

Macht er fast so gut wie Motek. -Humpeln kann jeder.

Ja, bitte?

Guten Tag. Ist das das Haus von Familie Schütz?

Schütz, ja.

Ja prima, dann bin ich hier richtig. Ist der Heini zu Hause?

Sie meinen unseren Sohn Heinrich? Der ist tot.

Er ist in Russland geblieben.

VVas?

Ja... haben Sie ihn gekannt?

Wir waren zusammen in... warten Sie, bei Smolensk war das

Haben Adressen ausgetauscht.

Für danach. Fürjetzt.

Ja, in Smolensk ist es passiert. Ein Hinterhalt.

Partisanen. -Partisanen? Banditen waren das

Das können Sie laut sagen. Gerda, da ist ein Herr... Ihr Name?

Wehrmann wie "Wehrmacht", nur mit einem richtigen Mann.

Ah. Aber kommen Sie doch rein.

Ein tadelloser Bursche, der Heini. Von Kopf bis Fuß.

Mutig, aufrecht.

Deutsch eben. -(Frau Schütz) Ja.

Hier,

das hat er gemalt. -Wunderschön

Er war ein begabter Bursche.

Ja, die besten hat es enNischt.

Feine Schnittchen.

Mögen Sie ein Schnäpschen zum Bier? -Gerne.

Wir trinken auf unseren tapferen Heinrich.

Danke schön.

Bitte.

Danke. -Na dann.

(Eltern) Auf Heini! -L'Chaim!

Wie?

Auf Heini! -Auf Heini!

Haben Sie denn Arbeit, Herr Wehrmacht?

Ja. Muss Weißwäsche für einen Juden verkaufen.

Ein Schinder, sage ich Ihnen. -(leise) Ach Gott.

Ja, ja.

(Sanft-beschwingte Musik)

Bermann, wir sind die jüdische Rache.

2 Pakete habe ich ihnen reingedrückt. Im Kessel von Smolensk.

Ich bin stolz auf dich. -So lange hast du gebraucht?

Für nebbich 2 Pekl. -Stört dich? Hast du eine Verabredung?

Ich hätte nicht lange aus in engen Räumen.

Ich war genug versteckt unter der Bühne monatelang in einem Sarg, in Szeged.

Zwinge ich dich, hier zu sitzen? Geh spazieren!

Ich bin nicht dein Kindermädchen.

Jetzt siehst du, David, wie er ist.

7920.

7920.

7920 Dollar fürjeden.

Ja.

Nicht schlecht, Oder? Hm? -Nein.

Nein. Sehr gut

Bermann.

Was machen Sie, wenn Sie nicht für uns arbeiten?

Ich verstehe nicht -Sie Wissen, was ich meine.

Ah...

Ich habe eine Schickse.

Sie kann nur tagsüber, hm.

Sie glauben mir nicht?

Ich glaube Ihnen.

Wir haben eine Nummer abgezogen...

Oh. -Hier.

Schinken. -Bohnenkaffee

Schönen guten Tag, Fräulein. Ist die Mutti zu sprechen?

Lassen Sie den Unsinn. Wir kaufen nichts.

Aber, aber, Wieso sollten wir was verkaufen wollen? -Wir?

Wehrmann, angenehm.

Hentrich. Aber wir kaufen nichts.

Der Kollege ist neu hier, ich will ihm ein paar Leute vorstellen.

Aber wir kennen uns doch garnicht. -Herr Doktor, das ist die Frau Hentrich.

Tag, Herr Doktor. Sie sind Arzt? -(beide) Mhm.

Er ist Jude, geil? -Sie durchschauen altes, Frau Heydrich.

Hentrich. -Ja.

Die Juden sind die besten Ärzte.

Ich habe leider noch keine Arbeitserlaubnis

und ich muss überbrücken paar Monate als Handelsvertreter.

Sie hätten viel zu tun. Viele sind krank. -Sie auch?

Ich hab in letzter Zeit so fürchterliche Schmerzen beim Laufen.

Na, hat man da noch Worte? Der Doktor hier ist Orthopäde.

Wirklich?

Ja. -Ja.

Das mit den Juden warja schrecklich. Aber wir haben davon nichts gewusst.

Und wenn, hätten Sie ein paar versteckt in Ihrem schönen Bauernschrank.

Hier...

haben wir... Handtücher.

Frottee, Badetuch.

Und... ja,

hier.

Damastbettwäsche aus Paris. Riechen Sie Paris?

Hm? Oh, la, la, la, la, la!

Und das alles zusammen für... Ich wage es kaum auszusprechen: 900.

So Viel?

Sie sollten Einlagen tragen. -Das sagte mir schon der Dr. Fritz.

Der ist gefallen, auf dem Balkan. -(leise) Das hört man gerne. So

Bei Ihnen, Frau Hentrich, Würde ich ein Auge zudrücken und sage:

860 Mein letztes Wort.

860 für alles

Probieren Sie aufzustehen.

Ei, Sie werden lachen, Herr Doktor, geht schon besser.

Die kostenlose Wunderheilung. Das war‘s dann wohl.

Jetzt sind Sie doch nicht so! Ich nehme ein Paket.

Weise Entscheidung. Barzahlung oder auf Raten?

Ich glaube, ich habe noch 800 im Haus

Keine Tricks, 860

Ah, kann ich Ihnen ein bisschen Butter, Schinken, Zucker dafür anbieten?

Oh! Morgen heilen wir die Schwester.

Die hat‘s an der Schulter. Wo seid ihr morgen?

Morgen? Morgen ist Bermann nicht da. -Wo bist du?

Ah, beim... beim Papst.

Was ist los mit ihm? -Er hat Zures.

Zures? -Ja, die Leute reden.

Nu.

Was, nu? -Was sagen die Leute?

Dies und das -Dies und was?

Es ist wegen des Lagers. -Vielleicht war er ein Kapo.

(Verständig) Komm. -Was kann man Wissen?

Krautberg! Bermann Kapo, wie könnt ihr auch nur denken so was?

Warum hat er keine Lizenz nicht bekommen? -Ach!

Stimmt, das ist nicht normal. -Was ist heute noch normal?

Aber das ist nicht normal.

Eines Tages kam ein SS-Mann herein und sagte, wir würden eine Reise machen.

Wissen Sie noch, wie der Mann hieß? -Kleinschmitt.

Wenn ich mich nicht irre, Oberscharführer.

Nun trug ich aber noch Häftlingskleidung.

Das war ihm nicht angenehm. Also lieh er mir einen Anzug.

Was ist das für ein Anzug? Siehst aus wie ein Landstreicher.

Oberscharführer, so kann er doch nicht nach Berlin oder gar zum Führer.

Machen Sie einen Menschen aus dem Kerl. Entlausen, entjuden, adrett einkleiden.

Mäntel, Hut, Koffer. Und er braucht einen Ausweis.

Hier ist... ist Geld. Und Anweisungen. -Jawohl, Obersturmbannführer!

Abtreten! -Heil Hitler!

Bin ich denn nur von Idioten umgeben?

Bermann.

Kein Wort über deine Mission.

Zu keinem.

Ich habe dem Führer gemeldet, dass ein deutscher Humorist kommt,

der ihm bei der Ausarbeitung einiger Witze hilft.

Ich verbitte mir Vertraulichkeiten mit dem Führer

oder Fräulein Braun.

Mach mir keine Schande.

Abtreten!

Ist noch was?

Herr Obersturmbannführer,

meine Brüder...

Sie sind in Auschwitz. -Ahja, ja.

So seid ihr Scheißjuden. Aus allem ein Geschäft machen.

Da gibt man einem von euch den kleinen Finger...

Bermann,

hau ab, bevor ich dich zu deinen Brüdern schicke.

(Düstere Klänge)

(Krautberg) Ich nehme die Frankfurter.

Ist was?

Nein.

Hey, Sie!

Ihre Zeitung.

Moische.

Was ist? Ist dir nicht gut?

Er ist es

Man hat reingetrieben Menschen in die Synagoge und sie verbrannt.

Er hat es befohlen!

(Düstere Musik)

Er ruiniert unseren guten Ruf, dein Freund Lubliner.

Er ist nicht mein Freund, und seit wann haben Juden einen guten Ruf?

(Lachen)

Herr Bermann, schmeckt's?

Madame Sonia, ehrlich gesagt, ich hab schon besser gegessen.

Aber nicht bei uns

Ah... Ihr Vater war ein Koch. Ganz Paris hat er den Kopf verdreht.

Sie ist einmalig. -(Mann) Weil du isst mit den Augen.

Aber recht hast du. Einen Touches hat sie

Man weiß nie, er will nach rechts oder er will nach links.

Wo hat sie überlebt? -Man sagt, sie war versteckt.

Bei den Eltern ihres goyischen Freundes. -Was ist gestorben.

Moische.

Krautberg, was ist los? Du hast noch kein Wort gesprochen.

Lasst ihn in Ruhe, er ist unter Schock. -Was ist?

Erzähl schon.

Ihr kennt den neuen Zeitungsstand? -Ja.

Ja. -Was glaubt ihr, wen ich dort sah?

Stalin?

Kertwing.

Wer ist Kertwing? -Wer das ist?

Werner Kertwing, SS-Sturmbannführer.

Einer der schlimmsten Verbrecher aus Eger.

Und du bist sicher?

Er hat meine Eltern verbrannt.

Was machen wir? -Wir müssen ihn bestrafen.

(Verständig, Fajnbrot) Ja. -Boykottiert ihn.

Herr Krautberg, ein Schnäpsle?

Nein danke, Madame Sonia.

Ich muss lieber pischen.

Was ist mit ihm? Hat er den Dibbuk gesehen, oder was?

Man muss doch tun etwas, schon für ihn.

(Tür wird geöffnet.)

Erzählen Sie, wie‘s weiterging mit Kleinschmitt.

Ich wurde neu eingekleidet, und ein Foto wurde gemacht,

für den Ausweis.

Dann... brachte Kleinschmitt...

mich nach Berlin, ins Hotel Adlon.

Ins Adlon? -Ja.

Vornehm. -Die Deutschen Wissen, was sich gehört.

Besonders einem Kollaborateur gegenüber. Ich hätte wenig Freude.

Kohlsuppe, kein Wasser, Fliegeralarm. Feinster Antisemitismus.

Am nächsten Morgen fuhren Sie zum Obersalzberg?

Ja, ich kam abends dort an und wurde ins Gästehaus gebracht.

Wer wohnte noch dort?

Was Sie alles wissen wollen. -Es gibt unterschiedliche Aussagen.

Unterschiedliche Aussagen. Wen haben Sie gefragt? Hitler?

Herr Bermann,

Ihnen ist nicht klar, was auf Sie zukommen kann.

Ein Prozess, Gefängnis, lange Jahre.

UI! UI, ui, ui!

Dieser Krautberg, das ist ein Schlemihl. Willst du ihn übernehmen?

Mit Szoros ist es auch kein Zuckerschlecken.

Was ist mit mir?

Ich sagte, dass Krautberg nebbich viel durchgemacht hat

Wir haben alle durchgemacht.

Außer dir.

Was? Außer mir?

Ja, wo warst du eigentlich? In China?

Ferien!

Fefien?

Du Schmock! Die Wünsche ich meinen Feinden, diese Ferien!

Hier, das waren meine Ferien

'43!

Ja Shanghai istja Sonne! lstja herrlich!

Überall Japaner!

Gut, ihr wollt es hören.

Könnt ihr hören.

Hab ich in einer Bar gearbeitet.

Hätte ich eines Abends das Vergnügen.

Kommen rein ein japanischer Offizier und ein SS-Mann, Joseph Meisinger.

Hätte gerade das Warschauer Ghetto liquidiert

und wollte jetzt seinen Freunden helfen.

Ich sollte auch ein bisschen helfen,

ihnen meine jüdischen Gäste vorstellen.

Hab ich gesagt:

"Sie können mich am Arsch lecken!"

Und dann?

Dann haben sie mich festgehalten,

und Meisinger hat mir aufs Auge gehauen.

Immer wieder und immer Wieder.

Er trug so einen... Totenkopfring.

Ja, es war nur ein Auge.

30 Pakete? Ihr bleibt 'nen ganzen Monat weg?

Du wirst sehen, bis heute Abend haben wir alles verkauft.

Glaubst du Wirklich, wir werden heute 30 Pakete los? -Ja.

Sicher? -Sicher.

Und du würdest wetten auch? -Um was?

5 Dollar.

10.

10.

Vorsicht!

Na, komm her.

Sitz, Motek!

Und los

(Sanft-beschwingte Musik)

Motek, du wartest.

Guten Morgen.

Hochverehrte Damen und Herren, wir sind doch in der Eisenbahnersiedlung.

(Mann) Jawohl. -Treten Sie näher.

Kommen Sie näher.

Wir beide sind hier im Auftrag Ihres Arbeitgebers, der Bahn,

um Ihnen ein grandioses Angebot zu machen:

diese Aussteuerpakete hier, bestehend aus...

Bettwäsche,

wir haben Handtücher, Badetuch, Tischdecke,

Servietten 6 Stück, aus feinstem Damast, hochwertige Qualität.

Kosten normalem/eise 1300 Mark. Sie werden sagen, ein großartiger Preis.

Aber es kommt noch Viel, viel besser.

Ihr Arbeitgeber hat sich bereit erklärt, 400 Mark pro Paket dazuzulegen.

Das heißt, Sie bekommen ein Paket nur heute, jetzt und hier

für 900 Mark. Ist das großartig?

Allerdings gilt dieses Angebot nur für Beschäftigte der Bahn und deren Familien.

Trifft das aufjemanden hier nicht zu?

Ja. -Das tut mir wahnsinnig leid.

Das Angebot ist nur für Bahnangestellte. Der Herr kontrolliert das, stimmt's?

Ja. -Eine Ausnahme können wir nicht machen?

Nein, keine Ausnahme nicht -Sie haben‘s gehört.

Aber bitte kommen Sie noch näher. Schauen Sie mal.

Schauen Sie sich das mal an, Damast, ja? Das gibt es sonst nur in Paris.

Und hier das schöne Badetuch in Babyblau. Sie haben doch sicherlich einen Sohn.

Stellen Sie ihn sich eingekuschelt vor nach einem Bad in das schöne Badetuch.

Hm? Ich reiche Ihnen noch mehr in die Runde

Damit Sie sehen, was das hier für ein Traum ist.

(Fajnbrot) Sie schlafen wie im Traum.

Ach, meine Damen.

Sie bringen mich in Teufels Küche. Gut, ich mache eine Ausnahme.

Nicht weitersagen. Sonst reißt man mir den Kopf ab.

Zu keinem ein Wort. Das gilt auch für dich, Motek.

Ich mache mir das Geschäft doch nicht kaputt.

Morgen kommen wir mit noch 10 Paketen. -So verkackst du's.

Die Leute sollen sich ruhig ein bissel kränken.

Nächsten Monat kommen wir Wieder, mit 40 Paketen. -Ach.

Morgen geht‘s nach Seckbach. -Was ist da?

Die Postler.

Eine Bäckerei?

Ja, Bäckerei Seitz. Die gehört meiner Familie.

Was, was haben Sie Während des Krieges gemacht?

Wir wurden ‘44 ausgebombt. Dann habe ich in einem Lazarett geholfen.

Und Ihr Vater?

Als Bäcker wurde er nicht eingezogen. "Kriegswichtige Tätigkeit".

Das war sein Glück.

Waren Sie Nazi?

Entschu... -Nein, Entschuldigung. Es tut mir leid.

Guten Tag. -Herr Bermann, das ist Fräulein Seitz.

Fräulein Seitz. Hocherfreut. David Bermann.

Unsere neue Sekretärin. -Ah.

Ah...

Herzlich willkommen.

(Wehmütige Musik)

Ich wusste nicht, dass Sie auch für die Bahn arbeiten.

Nein, nein, das sind so Geschichten, die nützlich sind fürs Geschäft.

Die Leute lieben Geschichten. Kosten ja fast nichts.

Diese Geschichten untermauern Ihre Glaubwürdigkeit nicht

Lassen Sie uns weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben.

Ich kam also am Obersalzberg an und wurde ins Gästehaus gebracht.

Ein Ernst-Walter von... weiß ich nicht mehr,

hieß mich im Namen des Führers willkommen

und.. stellte mir die Haustochter vor, Fanny Huber.

Und dann?

Überreichte mir Fanny Huber einen Lodenmantel und einen Trachtenhut.

Es sei kalt draußen, falls ich hinauswollte.

Und sie zählte auf, was sie noch so alles für mich tun könnte,

wenn ich noch Wünsche hätte.

Wahn sollten Sie Hitler treffen? -Das zog sich hin.

Ich war nicht unglücklich darüber.

Umso länger es dauerte, desto mehr Zeit hatte ich für meinen Plan.

Ihren Plan?

Officer,

dachten Sie, ich bin nur dahin gefahren, um ihm Witze zu erzählen,

ihm ein paar Vonivürfe zu machen?

"Das war aber nicht nett, was Sie mit den Juden taten."

Nein, ich bin dorthin gefahren, um das Stück Scheiße umzubringen.

Sie... wollten Hitler töten? -Ja.

Das hätte meinem Leben einen Sinn gegeben.

Das wird immer verrückter.

Sie wollen mir erzählen, dass Otte nicht wusste, was er tat?

Das ist gefährlich, ein Jude bei Hitler. -Nein.

Für die SS waren wir Juden feige Untermenschen.

Dass einer zum Attentäter werden könnte, hätten sie nie gedacht.

Wie sah denn dieser Plan aus?

Ich konnte nicht davon ausgehen,

dass in Hitlers Zimmer ein spitzes Objekt war.

Also... bräuchte ich ein Messer.

Ich musste es beim ersten Treffen tun, falls es kein zweites geben würde.

Aber woher eins bekommen?

Wo es verstecken? Wie damit zu Hitler kommen?

Und?

Fanny Huber hätte ein Auge auf mich geworfen.

Tatsächlich? -Ja, das war offensichtlich.

Nicht alle Frauen lehnen mich so kategorisch ab wie Sie.

Ich lehne Sie nicht ab. Ich höre mir Ihre Geschichten genau an.

Mitviel Geduld.

Geschichten.

(Bayerisch) Was schreiben Sie da? -Ach.

Nichts, nur ein paar Witze. Für den Führer.

Mei, ich beneide Sie, dass Sie den Führer persönlich treffen.

Sie sind ja ganz allein mit ihm als sein Privatlehrer.

Herr Hecker... -Heinz.

Fanny. -Fanny.

Das war‘s für heute.

(Räuspern)

Ein Empfangskomitee.

Komm, spar dir deine Witze.

David, wir müssen Klartext reden. Klartext?

Da bin ich ja mal gespannt. -Wir auch.

Was ist das hier? Ein Tribunal?

Was machst du hinter unserem Rücken? Du bist 2-mal, 3-mal die Woche weg.

Was machst du? -lst meine Angelegenheit.

Was hast du bei den Amis zu suchen? -Bis jetzt haben wir dir vertraut.

Bis jetzt. Und... morgen nicht mehr.

Spinnt ihr? -Warum sagst du nicht, was los ist?

Darum.

Wenn sich herausstellt, dass du in eine übte Sache venivickelt bist...

Hattest du was mit den Nazis zu tun?

Waren Sie ein Kapo, Bermann?

Nein.

Schwören Sie es beim Leben von...

Bei wessen Leben, Holzmann?

Hm?

Ist keiner mehr da?

(Musik mit Frauengesang)

Et voilä.

Herr Bermann, 9000 für mich,

9000 für Sie.

Unberufen.

(Fräulein Seitz singt mit) Mamafschl, schen/( mir e/n Pfefa’chen

E/n Pfefa’chen fi'jf nie/'n... -(Holzmann) Aus. Aus!

Aus.

Aus.

Machen Sie die Musik aus.

(Musik wird lauter.) -Aus. Aus! Au...

(Musik endet.)

Schön okay.

Schön okay.

In Auschwitz...

An der Rampe...

die Hunde...

Und dieses verfluchte Lied...

schreit aus den Lautsprechern.

(Holzmann schluchzt.)

Der wird morgen eine Freude haben.

(Es klopft.)

(David) Guten Tag.

(Tonband) Ich habe Fanny geküsst, ihr an die Brüste gefasst...

Diese Fanny Huber, haben Sie mit ihr... hatten Sie...

Wir haben uns geküsst, ein bisschen rumgefummelt.

Das war unvermeidlich. Ich brauchte das Messer.

Da müssten Sie sie abtasten, um eins zu finden.

Ich habe mich mit ihr nachts in der Küche verabredet.

Ich kam etwas früher, zog eine Schublade auf

und fand darin das perfekte Messer, ein Klappmesser.

Ein kurzer Hirschfänger, spitz,

breit und scharf.

Entschuldigung.

Könnten wir vielleicht für heute aufhören?

Das ist für morgen.

Moische.

Hört mal zu. Habt ihr das gelesen?

"Ein defekter Kohleofen war vermutlich

die Ursache für ein Feuer in einem Kiosk mit einem Töten.

Der Inhaber wurde im Schlaf überrascht. -Er war da drin?

Das war nicht geplant. Aber das Schwein tut mir nicht leid.

Hat er auch mal gebrannt. -Warte.

"Der Tote ist der 48-jährige Harry Wiesener."

VVas? -Wiesener.

”Er hinterlässt Frau und 2 Kinder." Harry Wiesener?

Hirschfänger, spitz, breit, scharf. Entschuldigung?

Sie sagten das letzte Mal, Sie hätten ein Hirschfänger gefunden.

Ja. Ja, ja.

Und dann... ein glücklicher Zufall.

Am nächsten Morgen schenkte mir Fanny ein Edelweiß.

Lieb. Um es zu trocknen, bräuchte ich ein Buch

Die Haustochter brachte mir ”Mein Kampf‘. So ein Mazel.

Das Würde keiner durchsuchen und Hitler sogar schmeicheln.

Also begann ich, einen Hohlraum aus den Seiten zu herauszuschneiden.

Eilig, ich konnte bald zu Hitler gerufen werden.

Aber es kam anders. Sonst wäre Hitler tot und Sie ein Held.

Ich war vorbereitet.

Das Messer war im Buch, ich hätte einen Witz parat.

Das sollten Sie öfter tun.

Hatten Sie keine Angst? -lch hätte die Hosen voii.

Und dann?

(David) Meinte das Schicksal

es gut mit ihm.

Hecker, was machen Sie um Himmels Willen? Heinz!

(Sara) Das ist alles?

(David) Das ist alles

Das ist alles?

Das ist alles

(Melancholische Jazzmusik)

(Er spielt eine traurige Melodie)

(Leises Schluchzen)

(Traurige Musik)

(Traurige Musik)

(Traurige Musik)

Entschuldigen Sie mein Zuspätkommen.

Kennen Sie den Mann auf dem Foto?

Nein. -Haben Sie von dem Kioskbrand gehört?

Ich hab davon gelesen. Wissen Sie sonst etwas darüber?

Nein, warum?

Das könnten Sie, wenn Sie wollten. Ich war im Bett.

Wo auch sonst. Und Sie waren natürlich allein.

Ja. -Der Tote war ein gewisser Kertwing.

SS-Sturmbannführer Werner Kertwing, gesucht wegen Kriegsverbrechen.

Er hätte die Identität eines seiner Opfer angenommen, Harry Wiesener.

Was ist daran komisch?

Verbrannter Nazi und ich soll weinen?

(Er hupt.)

Komm.

VVas?

Moische hat sich nicht geirrt.

Es war doch Kertwing.

Scheiße.

(Melancholische Musik)

Nimm mit a bissel Amerika, Moischele.

Yisgadal,

vejisgadasch...

Wie kann man beten zu einem Gott, der so Viele Fehler macht?

Kommt eine Frau

mit ihrer Freundin ins Schlafzimmer,

und im Bett

liegt ihr Ehemann, tot.

Fragt die Freundin: "Woran ist er gestorben?"

”An einer Erkältung." Sagt die Freundin: ”So ein Mazel, nichts Ernstes."

(Lachen)

Krautberg ist noch nicht kalt, und Sie erzählen Witze.

Vom Weinen wird er nicht lebendig.

Trinken wir auf Ihren Freund!

Auf Krautberg! -(alle) L'Chaim!

Auf dich, Moischele! -Was?

Auf das Leben, jüdisch: L'Chaim. -L'Chaim.

L'Chaim!

Er war ein anständiger Mensch, der Herr Krautberg.

Sein Anstand hat ihn das Leben gekostet.

Er war zu klein für sein Pekl.

Mhm.

Jeder, der im Lager war, hat darüber nachgedacht:

"Warum habe ich überlebt?" Bitte hört auf rumzujammern.

David hat‘s doch gesagt. Hitler ist tot.

Aber wir leben.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

Wir haben ein schlechtes Gewissen, weil wir hier sind,

in diesem Land.

Aber wir werden nicht bleiben. -Nein.

Nein. -Nein.

Keiner von uns wird hierbleiben. -Darauf trinken wir.

Auf Amerika! -(alle) Auf Amerika!

Auf Amerika! -Sie auch?

Ja. Ja.

Sicher.

Ähm,

wollen Sie mit mir kommen

nach Amerika?

Ich?

Du.

Ja.

Ja. -Ja?

Ja.

(Holzmann) Du? -Ja, ich

Ist gut? -(glücklich lachend) Ja.

Entschuldigt mich.

(Gewitterdonner)

Dürfte ich Ihnen behilflich sein?

Wo kommen Sie denn auf einmal her? -Aus... dem Kaffeehaus, genau wie Sie.

Wir haben einen Kollegen verabschiedet.

Ja. Ja, wir... wir haben auch einen Kollegen verabschiedet.

Taxi!

(Auto entfernt sich)

Sagen Sie, Officer, Sie sind doch Deutsche.

Nicht mehr. -Aber immer noch Jüdin.

Ich darf nicht privat mit Ihnen reden.

Ich werd's niemandem erzählen.

Mein Vater war Arzt in der Charité.

Er wurde '33 entlassen, weil er Jude war. Das war unser Glück.

Wir sind rechtzeitig nach Amerika. Der Rest der Familie starb.

Und dann?

Jetzt verhören Sie mich. -Ausgleichende Ungerechtigkeit.

Ich hab Jura in Harvard studiert. Ich wollte nie wieder hierher.

Und ich könnte auch nicht bleiben.

Aber dann suchte die Army für die CIC deutschsprachige Verhörspezialisten.

Da dachte ich, das muss ich tun, Nazis in die Mängel nehmen.

Mein bescheidener Beitrag.

Ich lasse mich gern in die Mängel nehmen von Ihnen, auch wenn ich kein Nazi bin.

Darf ich Ihnen was zeigen?

Ja.

Das war in den 20ern das beste Haus in Frankfurt.

Meine Eltern haben es an meine Brüder und mich weitergegeben.

Wir waren sehr erfolgreich.

Meine Brüder machten gute Partien und bekamen normale jüdische Wunderkinder.

Wollten deutscher sein als die Deutschen.

Hier.

(Wehmütige Klaviermusik)

Hier... war der Verkaufsbereich.

Überall länge, schöne Verkaufstresen aus edlem Holz und Glas

Dahinter adrette Verkäuferinnen und Verkäufer,

die die edle Ware auf den Tischen ausbreiteten.

Und hier waren die Kassen.

Das hier war alles.. war alles holzgetäfelt.

Elegant

und schön.

Da saßen meine Brüder.

Oben war eine große Glaskuppel, hier.

Und hier...

war ein Schrank

und darin ein Safe.

Und ich..

(Schritte)

(Mann) Los, raus! Ihr seid verhaftet. Verstanden?

(Frau) Wir haben nichts getan. -Halt's Maul!

Herr Bermann.

Ich fahre morgen nach Nürnberg. Sie hören von mir, wenn ich zurück bin.

Auf Wiedersehen.

Euch hat man vergessen zu vergasen!

Hätten wir nicht den Preis senken sollen? -Nein, wieso?

(Hund bellt.)

Hm, er kann ja reden. -Ja, er kann.

Möchten Sie?

Sie rauchen?

Nein.

Wo genau?

Keine Ahnung. Kenne ich Oberbayern?

Ich hab mich im Wald versteckt, bis die Amerikaner kamen.

Herr Bermann, gibt‘s irgendwas Wichtiges, das Sie mir sagen möchten?

Ich weiß nicht, was jetzt noch Wichtig sein könnte

Sie waren an Orten, die für KZ-Häftlinge unvorstellbar Wären.

Sie glauben mir immer noch nicht -Nein.

Wissen Sie, Miss Simon,

manchmal glauben wir selber nicht, was wir erlebt haben.

Das ist er.

Herr Otte, Sie haben mit Herrn Bermann zusammengearbeitet. Wie genau?

Na, er hat... Witze erzählt.

Ha, darin war er große Klasse.

Das war alles? -Was hätte er denn sonst machen sollen?

Bermann, lass dich umarmen.

Verdammte Drecksau! Dreckschwein! -He!

Drecksau.

Setzen Sie sich, Herr Bermann.

Er hat Sie entlastet.

Von einem SS-Mann entlastet zu werden, das passt irgendwie.

Sind Sie jetzt enttäuscht?

Ich...

Ich habe Otte geholfen,

einen Juden ins Gas zu schicken.

Es sprach sich rum, dass das Dreckschwein für Witze empfänglich ist.

Und der arme Friedler wollte seine Haut damit retten.

Otte hätte ein Witzeduell befohlen.

Wir mussten gegeneinander antreten.

Der Gewinner bekam Schokolade.

Der Verlierer musste duschen gehen.

Kann ich gehen?

(Melancholische Musik)

Was ist passiert?

23.100 vonjedem.

Macht zusammen 46.200 Dollar.

Lubliner.

(Düstere Musik)

(Wuchtige Musik)

Das mit Otte ließ sich nicht vermeiden.

Ich musste es tun.

Ihre Akte wird geschlossen.

Freuen Sie sich gar nicht?

Doch

Damit ist die Sache also erledigt?

Ja. -Hm.

Sehr schade.

Ich weiß gar nicht, was ich ohne Sie tun soll.

Eigentlich bist du gar nicht mein Typ.

Ich weiß.

Ja.

Erzähl mir die Wahrheit.

Du warst kein Held.

Du solltest bei Hitler nur als Witzbold auftreten.

Du hast trotzdem mit mir geschlafen.

Ich weiß.

Na los,

die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Wenn man sich das Leben nicht bisschen schönlügen würde,

wär‘s nicht auszuhalten.

Ich war der Clown, der Mörder meiner Brüder.

(Melancholische Musik)

(Er weint.)

(Traurige Klaviermusik)

(Jazzmusik mit Billie Holiday)

(Lied) It‘s still the same old story

A fight for love and glory

A case of do or die

The world will always...

welcome lovers

(singen mit) A5 Ü'me...

goes...

by

(Musik klingt aus.)

(Musik beginnt.)

Worauf trinken wir? -Auf Amerika.

(Frau) Ja, auf Amerika. -(Unverständlich)

Ja, auf Amerika!

(Er schlägt an sein Glas)

Lieber David, lieber Max, wir haben eine Ankündigung zu machen.

Ihr habt das alles für uns möglich gemacht.

Deshalb arbeiten wir ab morgen für euch, bis ihr alles Geld zurückhabt.

Und dann:

Auf Wiedersehen Deutschland.

Und dann: Auf Wiedersehen Deutschland. Wiedersehen

(alle) Auf Wiedersehen Deutschland!

Natürlich.

(Wehmütige Musik)

Einer musste bleiben, um dies schöne Land nicht allein den Deutschen zu überlassen.

Und ohne Witz...

Ohne Witz wäre ich schon lange tot.

(Sanfte Musik)

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