All language subtitles for Die Toten vom Bodensee (23) - Der Wunschbaum (S04_E01)-1937975281

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Original subtitles

* Lockere Popmusik *

♪ This life ain't easy to me. 'Cause everybody wants some.

Micha Oberländer

But this time you're so fast as can be.

Mara Eisler

And now I'm gonna set you free.

And now I'm gonna set me free.

Come on.

Tell me where you wanna go.

Oh, yeah.

Show me things that I don't know.

Come on.

You know there's nothing for free.

So tell it, tell it, tell it to me.

Come on.

Tell me where you wanna go.

Oh, yeah.

Show me things that I don't know.

Come on.

You know, there's nothing for free.

So tell it, tell it, tell it to me.

This life... ♪

* Die Musik ist nur noch aus ihren Kopfhörern hörbar. *

Hallo?

* Düstere Klänge *

* Angespannte Musik *

* Leises Klimpern des Baumschmucks *

* Bedrohliche Musik *

* Die Musik wird beklemmender. *

* Flirrende Töne, treibende Paukenschläge *

* Die Musik wird sanfter. *

* Möwenkreischen *

Der Egger ist schon vor Ort.

* Schnuppern *

Haben Sie einen neuen Duft? Alles für die neue Kollegin?

Der erste Eindruck zählt. Ja.

Manch anderem ist das nicht so wichtig.

Was soll das jetzt heißen?

Das letzte Mal haben wir Ihren genommen, heute nehmen wir meinen.

Sind Sie sicher? Ja.

Ich meine nur, der erste Eindruck.

Keine Ahnung, was Sie meinen.

Mein Bulli hat Charakter.

* Lachen *

* Ein Handy klingelt. *

Das ist Luna.

Hier.

Bonjour, mein Schatz.

Ja, mein Schatz.

Hier ist alles in Ordnung. Bei dir?

Ja, und wann wolltest du...

Ach, das ist doch Quatsch, ich freue mich.

Nee, der wusste von Anfang an, was Sache ist.

Ja.

Okay. Welcher Schlüssel?

Warte.

Ja.

Ha.

Ja.

* Der Motor startet. *

Schatz, ich ruf dich heute Abend noch mal an.

Ist grad ein bisschen laut.

Au revoir. Das ist die Handbremse?

Ja.

* Der Motor rattert. Seufzen. *

* Düstere Musik *

* Kameraklicken *

* Entfernte Stimmen und Funksprüche *

Was ist los?

Sehr aufgeregt?

Ich muss mit Ihnen reden.

An mir liegt es definitiv nicht.

Ich bin nicht nur gut angezogen,

ich bin auch offen und herzlich zu neuen Kolleginnen.

Und ich nicht, oder was?

Ich meine, wenn wir wieder irgendwann normale Arbeitszeit haben wollen,

dann müssen wir uns jetzt zusammenreißen.

Offen und herzlich.

Ja, ja.

Ich bin hier sicher nicht diejenige, die...

Was ist denn da los? Kann man Ihnen helfen?

Ja. Die Kollegin lässt mich nicht an den Tatort.

Natürlich nicht. Ich habe die Tote gefunden.

Das ist schön, aber...

Den Dienstausweis habe ich gerade nicht dabei.

Sie sind Bezirksinspektorin Mara Eisler?

Ja.

Und Sie haben die Tote gefunden?

6.47 Uhr.

Da will aber jemand, dass Sie einen interessanten ersten Tag haben.

Ja, freut mich. Ich bin... Hauptkommissar Michael Oberländer.

Und Revierinspektor Thomas Theodor Kaspar Komlatschek.

Kaspar? Das ist ja süß.

Ja, Komlatschek reicht. - Entschuldigung.

Nein, schon gut. Willkommen im Team.

Danke.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Opfer hier umgebracht worden ist.

Aber der Täter scheint sich sehr viel Mühe gegeben zu haben,

sie hierher zu bringen. Tatsächlich?

Ja.

Ab hier wurde sie geschleift.

* Düstere Klänge *

Auf welcher Dienststelle waren Sie denn vorher?

Reha.

Wieso?

* Düstere Musik, Klavierakkorde *

Kopfschuss.

Was?

Junkie.

Ach.

Hier muss er geparkt haben.

Aber Sie sind wieder voll einsatzfähig?

Laut Polizeiarzt, ja.

* Klicken *

So.

Dann hat er sie bis da nach vorne getragen.

Aber eine Leiche ist schwer.

Und dann hat er sie geschleift.

* Spannungsvolle Musik *

* Leises Stimmengewirr, angespannte Musik *

Guten Morgen.

Morgen.

Was ist das?

Aconitum napellus.

Blauer Eisenhut,

auch bekannt als Tübeli, Würgling oder Venuswagen.

Venuswagen? - Mhm.

Vielleicht ein Liebesmord?

Das ist eine der giftigsten Pflanzen weltweit und die giftigste Europas.

Wurde früher gern dazu verwendet,

um unliebsame Nebenbuhler aus dem Weg zu räumen.

Das heißt, sie ist wahrscheinlich vergiftet worden?

Möglich. Aber dann hätte ich Ausschlag am Mund erwartet.

Und was hat es mit diesen Hautaufschürfungen auf sich?

Genaueres nach der Obduktion, bitte.

Wissen wir schon, wer sie ist?

Nein, sie hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich.

* Angespannt-nachdenkliche Musik *

Das heißt, der Baum erfüllt nur den Menschen ihre Wünsche,

die die Natur und ihre Schönheit schützen.

Was ist mit den anderen?

Die werden bestraft.

Es gibt eine Legende, dass vor 200 Jahren ein habgieriger Köhler

alle Bäume am Seeufer abgeholzt hat.

Als er dann den Wunschbaum auch noch fällen wollte,

hat sich ihm ein mutiges Kräuterweib in den Weg gestellt.

Aber der Köhler hat sie erschlagen.

Und als dann ihre verzweifelte Tochter die Mutter gefunden hat,

hat sie sich natürlich nichts sehnlicher gewünscht,

als dass die Mutter wieder lebt.

Der Baum hat ihr den Wunsch erfüllt?

Und der habgierige Köhler?

Er ist am nächsten Tag von einem Ast erschlagen worden.

Toll.

Und, was ist Ihr erster Eindruck?

Interessant.

Kann ich da eh stehenbleiben mit dem Mietauto?

Ja, ja, klar. Freilich.

Gut, dann zeigen wir Ihnen erst mal alles.

Wir haben übrigens eine geniale Kaffeemaschine.

Ich trinke Tee.

Großartig.

* Treibende Musik *

Hallo.

So, hier im Gang sind die Toiletten.

Jetzt nähern wir uns dem Herzen des Präsidiums.

Das ist mein Reich.

Und hier ist der Kaffee- ... beziehungsweise Teesalon.

* Kichern *

Das ist das Konferenzzimmer.

Und da hinten ist noch der Vernehmungsraum

und das Beobachtungszimmer.

Ja, genau. Und hier wäre unser Reich.

Warum haben Sie ein Einzelbüro

und der Kollege Oberländer und ich müssen uns eins teilen?

Das war schon immer so.

Außerdem müssen wir uns bei den Ermittlungen ständig austauschen.

Da machen Einzelbüros keinen Sinn, oder?

Gut. * Verspielte Klänge, lautlos *

* Seufzen *

Bitte schön.

* Abwartende Musik *

Das Passwort?

Das ist das Vorläufige.

Sie können das jederzeit im System ändern.

So, jetzt müssen wir erst einmal das Opfer identifizieren

und herausfinden, wo sie umgebracht worden ist.

Das wäre gut, ja.

Ich überprüfe mal die aktuellen Vermisstenanzeigen.

* Abwartende Musik *

Eisler.

Ja, genau.

Sag einmal,

könnts ihr mir die aktuellen Vermisstenanzeigen schicken?

Ja, den habe ich gerade freigeschalten.

Weiblich, Anfang 30, dunkle Haare, sportlich, 1,70, plus, minus.

Ja, den E-Mail-Account hab ich gerade freigeschalten.

Richten Sie sich erst einmal ein.

Und die Daten, die kann ich dann,

kann ich das einfach anklicken und dann die Fotos einsehen?

Ich muss mal mit Ihnen sprechen.

Ich auch.

Von welchem Planeten ist denn die?

Sie wurde beim Einsatz verletzt. Ein Junkie, Kopfschuss.

Oh.

Das erklärt, warum sie bisschen speziell ist, oder?

Was wollen Sie mit mir besprechen?

Luna kommt zurück.

Wie lange habe ich Zeit, ein neues Zuhause zu finden?

Zwei Wochen.

Sie findet kein neues WG-Zimmer in Paris und was sie findet,

ist nicht zu bezahlen.

Für den Übergang können wir auch gerne zu dritt...

Da ist einer zu viel, ich find schon was.

Schön, dass Ihre Tochter wieder zurückkommt.

Ja. Ich hab was.

* Gespannte Musik *

Der Lebensgefährte der Toten hat gestern Nacht

eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Rebecca Lienhardt, 33.

Er ist tagsüber im Büro erreichbar.

Prixner Avionik in Feldkirch.

Warum sind Sie nach der Reha nicht zurück in Ihre alte Dienststelle?

* Räuspern *

Es war nicht so einfach nach dem Kopfschuss.

Ich bin jetzt ... anders durch die Verletzung.

Und Sie?

Und Sie? Wie lange sind Sie schon mit dem Komlatschek?

Wie lange wohnen Sie schon zusammen? Knappes Jahr.

Schön.

Hat etwas gedauert, bis wir uns eingegroovt haben,

aber jetzt ist es ganz entspannt.

Und die Generaldirektion weiß Bescheid?

Na, ich weiß nur gern,

wann ich für wen lügen muss und wann es nicht notwendig ist.

Warum sollten Sie darüber lügen müssen,

dass Komlatschek bei mir wohnt?

Um zu verhindern, dass Sie versetzt werden.

Wie?

Bitte, Sie wissen genauso gut wie ich,

dass sich dienstinterne Liebesbeziehungen

negativ auf das Betriebsklima auswirken können

und gegebenenfalls versetzt werden.

* Lachen *

Sie denken, dass Komlatschek und ich?

Wir sind kein Paar, er wohnt nur bei mir.

Ja, gut.

Weiß ich Bescheid.

* Angespannte Musik *

Hallo, guten Morgen.

Kriminalpolizei, wir würden gern mit Anton Jauer sprechen.

Ah ja, klar. Sie können mir grad folgen.

* Angespannte Musik *

Ja, der Herr ist da drin.

Danke schön. Bitte schön.

Oberländer, Kripo. Das ist meine Kollegin Frau Eisler.

Guten Tag, vielleicht kann ich Ihnen helfen.

Ich bin Stefan Prixner, der Inhaber von Prixner Avionik.

Wir suchen den Anton Jauer. Ja?

Sie haben gestern eine Vermisstenanzeige aufgegeben?

Ja, was ist mit ihr? Haben Sie sie gefunden?

Können wir irgendwo allein sprechen?

* Zitterndes Atmen *

Wie ist sie denn gestorben?

Wir vermuten, sie wurde vergiftet. Mit Blauem Eisenhut.

Wie bitte?

Hatte Ihre Freundin ein besonderes Verhältnis zu dieser Pflanze?

Es war ihre Lieblingsblume.

Wann haben Sie sie denn zum letzten Mal gesehen?

Gestern Abend, gegen sieben.

Rebecca wollte noch was einkaufen gehen, sie ist mit ihrem E-Bike los.

Hab versucht, sie zu erreichen, aber ihr Handy war aus.

Wo waren Sie gestern Nacht?

Zu Hause.

Denken Sie, dass ich das war?

Statistisch sehr wahrscheinlich.

Alle fünf Minuten stirbt eine Frau ...

durch ihren derzeitigen oder vergangenen Partner.

* Klimpernde Klänge *

Was ist denn das für ein E-Bike? Marke, Farbe?

Farbe Schwarz, Marke hab ich keine Ahnung.

Haben Sie ein Foto davon?

Ja.

* Angespannte Musik *

Hatte sie denn Probleme mit irgendjemandem?

Ich meine, massive Probleme, nicht dieses Alltagszeug.

Nicht, dass ich wüsste.

Rebecca ist erst vor einem Jahr nach Bregenz gezogen.

Sie ist in Konstanz aufgewachsen.

Könnten Sie mir den Weg einzeichnen,

den Ihre Freundin normalerweise zum Supermarkt gefahren ist?

Hatte sie denn noch mit jemandem Kontakt aus Konstanz?

Das kann ich Ihnen nicht sagen.

Sie wollte hier neu anfangen.

Das Einzige, was sie vermisst hat, war ihr Garten.

Und hier hatte sie keinen.

Nein.

Und in ihrem alten Garten? Hat sie da Blauen Eisenhut angepflanzt?

Das kann ich Ihnen nicht sagen.

Warum hat sie alles zurückgelassen?

Warum dieser harte Schnitt?

Haben Sie irgendeine Idee?

Ich weiß nur, dass da was war.

Aber Rebecca wollte nicht darüber reden

und ich wollte ihr keinen Druck machen.

Ich würde gerne das Büro Ihrer Freundin sehen.

Ich zeig's Ihnen.

* Spannungsvolle Musik *

Hier.

Danke schön.

* Räuspern *

Woher hatte Ihre Freundin denn diesen Mini-Wunschbaum?

Das weiß ich nicht. Rebecca hatte so viele Pflanzen.

"Unsere Wünsche sind Vorgefühle unserer Fähigkeiten."

Wir müssen herausbekommen, wo sie den her hatte.

Kennen Sie den? Ah, ja.

* Unheilvolle Musik *

Das ist Rebeccas Wunschbaum.

Und?

Er hat ihren größten Wunsch erfüllt. Ein neues Leben.

Sie hat immer gesagt,

dass sie ohne den Baum die Stelle hier nie bekommen hätte.

Dann hätte sie mich nie kennengelernt.

Und Sie glauben, dass der Baum was damit zu tun hat?

Na ja.

Wenn Ihre Freundin eine andere Stelle angenommen hätte,

dann hätte sie wahrscheinlich einen anderen Mann kennengelernt.

Rebecca hat sich gegenüber 20 Mitbewerbern durchgesetzt.

Obwohl andere deutlich qualifizierter waren.

Sie war der festen Überzeugung, dass der Baum sie gerettet hat.

* Seufzen, angespannte Klänge *

Sind Sie sauer?

Nein. Viel schlimmer. Ich verstehe Sie nicht.

Erst sprechen Sie gar nicht

und dann grätschen Sie mir ständig in die Befragung rein.

Ich habe gedacht, unsere Priorität ist die Suche nach dem Tatort.

Man kann aber mehr als eine Priorität haben.

Was sollte das?

Wenn sie woanders einen Job bekommt,

verliebt sie sich in jemand anderen? Im Ernst?

Bäume erfüllen keine Wünsche. Er hat seine Freundin verloren.

Das war unsensibel. Könnte man so nennen, ja.

Es tut mir leid.

Schwamm drüber.

* Ruhige Musik *

Wer auch immer Frau Lienhardt unter dem Baum abgelegt hat,

der wusste, was ihr der Wunschbaum bedeutet.

Genauso wie dieser Blaue Eisenhut.

Entschuldigung?

Kann man Ihnen helfen?

Ich habe nur Ihren Bulli bewundert.

Wirklich gut in Schuss.

Ja.

71er-Baujahr?

Genau. 70 PS-Version.

Mah.

Schon mal drüber nachgedacht, den zu verkaufen?

Wir sind gute Freunde, den verkaufe ich nicht.

Schade, aber kann ich verstehen. Wiederschauen.

Schönen Nachmittag. Danke, Ihnen auch.

Ist schön, Ihr Bulli.

Ja. Er lässt mich nie im Stich.

* Sein Handy klingelt. *

Ach, das ist Egger.

Ja.

Und, wie ist die Neue so?

Komlatschek sagt, sie sei ... na ja.

Mhm.

Gut. Ich wär dann bereit, ja.

Oh, alles klar. Ja, danke.

Die Obduktion ist abgeschlossen.

Ich mag Obduktionen.

Hätte ich gar nicht vermutet.

Ich setze Sie ab.

* Wabernde Klänge *

* Düstere Musik *

* Schnaufen *

* Düstere Schläge, angespannte Musik *

* Treibende Klänge *

* Donnern *

* Prasseln des Regens *

Servus. - Servus.

Frau Eisler?

Entschuldigung, ich war nur kurz... Okay, noch mal von vorne.

Hallo, ich bin... Prof. Dr. Thomas Egger.

Die Titel können Sie ruhig weglassen.

Und, wie gefällt Ihnen Ihre neue Dienststelle?

Das ist ein bisschen schwer zu sagen nach ein paar Stunden.

Oberländer und Komlatschek sind echt harte Hunde.

Entschuldigung? Das war ein Witz?

Schwer zu lesen für Sie?

Ich konzentriere mich lieber auf die Fakten.

Dann sind Sie bei mir genau richtig. Bitte.

Haben Sie gewusst,

dass der Komlatschek und der Oberländer kein Paar sind?

* Räuspern *

Ja, das wusste ich.

* Zischen *

Das wird schon.

Geben Sie sich ein bisschen Zeit.

* Seufzen *

Na gut, was haben Sie für mich?

Todesursache war tatsächlich das Gift vom Blauen Eisenhut.

Hat jemand sie gezwungen, die Blüten zu essen?

Nein, der Täter hat ihr ein hochkonzentriertes Destillat

aus den Wurzeln der Pflanze gespritzt.

Die Blüten wurden erst nachträglich in den Mund gelegt.

Und wie lange von der Injektion bis zum Todeszeitpunkt?

Schwer zu sagen. Maximal drei Stunden.

Kann auch schneller gegangen sein.

Hängt ganz von der Kondition des Opfers ab.

Also unklar.

Klar ist, dass das hochtoxische Aconitin im Blauen Eisenhut

die Blut-Hirn-Schranke passiert.

Innerhalb weniger Minuten ist man paralysiert

aber bei Bewusstsein, dann folgen Schmerzen, Kammerflimmern

und schließlich Atemstillstand.

Das heißt, sie ist bei vollem Bewusstsein erstickt

und hat das alles mitgekriegt?

Mhm.

* Angespannte Musik *

Sonst noch was?

Abgesehen von ein paar Schürfwunden hat sie hier eine frische Fraktur.

Sie war mit dem Fahrrad unterwegs.

Und ist wahrscheinlich von einem Auto angefahren worden.

Wäre gut möglich, dass diese Verletzung von diesem Unfall stammt.

Super.

Danke. Gerne.

Wiederschauen. Wiederschauen.

Super.

Also eigentlich wird der Blaue Eisenhut

ausschließlich in Laboren verarbeitet.

Man darf nämlich vor allem die Wurzeln

nur mit Handschuhen angreifen.

Aber wenn die Pflanze so giftig ist,

warum wird sie dann überhaupt weiterverarbeitet? Und zu was?

Hochverdünnt wird sie als Arzneimittel eingesetzt.

Gicht, Ischias, Neuralgien, gegen so was soll sie helfen.

Die Dosis macht das Gift. Mhm.

Die Natur gibt, die Natur nimmt.

* Düsterer Klang *

Trotzdem wird sie ganz normal als Gartenpflanze verkauft.

Ja, schaut hübsch aus. Und ist pflegeleicht.

Rebecca Lienhardt hat diese Pflanze geliebt und wird damit ermordet.

Als wäre das nicht genug, drapiert man noch eine Blüte in ihrem Mund.

Irgendwas will der Mörder uns damit sagen.

Haben Sie die Kollegen in Konstanz erreicht?

Ja, Rebecca Lienhardt war bis vor einem Jahr dort gemeldet.

Eltern tot, keine Geschwister. Warum ist sie von da weg?

Ihr Arbeitgeber hat gesagt,

dass sie plötzlich und ohne Angabe von Gründen gekündigt hat.

Klingt fast so, als wäre sie geflüchtet.

Aber vor was oder wem?

Der Blaue Eisenhut und der Wunschbaum, das hängt zusammen.

"Lieber Wunschbaum, bitte mach, dass ich den Krebs besiege."

"Ich wünsch mir einen Pudel."

Die Leute können doch nicht glauben,

dass ihnen der Baum einen Pudel kauft.

Manche Menschen brauchen so was wie einen Wunschbaum,

um sich aufzuraffen, irgendwas zu ändern.

Sich aufzuraffen.

Sie hat sich ein neues Leben gewünscht.

Kurz darauf hat sie einen neuen Job bekommen.

Was ist, wenn jemand nachgeholfen hat?

* Herannahende Schritte *

Komlatschek, können Sie mal rausbekommen,

warum Rebecca Lienhardt den Job bei Prixner Avionik bekommen hat?

Und ob sie einen Leumund hatte?

Ja, das kann ich gerne auch noch machen.

Ich hab das E-Bike zur Fahndung ausgeschrieben.

Und die Kollegen von der Kriminaltechnik

haben sich den Topf von diesem Bonsai-Bäumchen

aus dem Büro mal genauer angeschaut.

Und neben den Fingerabdrücken vom Opfer

sind noch vier weitere identifizierbar.

Aber nur eine Person davon ist bei uns im System.

* Gespannte Klänge *

Malika Yassim.

Stammt aus Syrien, ehemalige Apothekerin.

Wohnt jetzt in einer Gärtnerei.

Na super, gehen wir.

* Aufgeweckte Klänge *

* Seufzen *

* Motorbrummen, neugierige Musik *

Haben Sie eine nette Unterkunft in Bregenz gefunden?

Komlatschek meinte, der Wohnungs- markt ist eine Katastrophe.

Naa, das war kein Problem.

Ich wohn im Hostel.

150 Euro die Woche.

Das Gepäck hab ich im Auto.

So, hier scheint es zu sein.

* Skeptische Musik, Insektensurren *

Haben Sie was übrig für Pflanzen?

Früher ja.

Heute nein.

Ich mag ja Pflanzen sehr gern.

Ah ja, wieso wundert mich das nicht?

Ich sag doch nur, dass wir endlich darüber reden müssen.

Wir müssen überhaupt nix.

Es nervt mich auch, dass jeder dauernd an mir herumzerrt.

Frau Malika Yassim?

Ja?

Kriminalpolizei.

Wir hätten ein paar Fragen an Sie.

Es dauert auch nicht lange.

Die Frau Yassim arbeitet nicht schwarz.

Sie ist ordentlich angemeldet, so wie alle anderen...

Ja, darum geht's nicht.

Können wir irgendwo in Ruhe miteinander reden?

Ja.

Rebecca Lienhardt.

Kennen Sie diese Frau?

Nein.

Sicher?

Wir denken, es gibt eine Verbindung zum Wunschbaum.

Frau Lienhardt hat einen Mini-Wunschbaum

in ihrem Büro auf dem Schreibtisch.

Mit Ihren Fingerabdrücken drauf.

Wir verkaufen hier eine Menge Töpfe und Pflanzen.

Auch Blauen Eisenhut?

Als Gartenpflanze?

Für medizinische Zwecke.

Das heißt, Sie verarbeiten die Pflanze hier vor Ort?

Sie sind Apothekerin, richtig?

Ich war Apothekerin.

Ein Labor in Lindau verarbeitet den Eisenhut.

Für homöopathische Präparate.

Wir ziehen die Pflanze nur auf.

* Düstere Musik *

Was soll das alles?

Herr Oberländer?

Sekunde.

* Verheißungsvolle Musik *

Saskia Prixner.

Hat sie was zu tun mit Stefan Prixner,

dem Chef von Prixner Avionik?

Prixner Avionik gehört Saskias Bruder.

* Verheißungsvolle Musik *

* Die Musik wird ruhiger. *

Warum haben Sie der Frau Lienhardt

die Stelle bei Prixner Avionik verschafft?

Bitte?

Haben Sie Ihren Bruder nicht gebeten, Sie einzustellen,

obwohl andere Bewerber qualifizierter waren.

Nein, das war nicht nötig.

Unser Vater hat die Firma gegründet

und ich hab noch einen Sitz im Vorstand.

Wieso ist's wichtig, dass ich der Rebecca geholfen hab?

Frau Lienhardt ist tot. Vergiftet.

Mit Blauem Eisenhut.

Wir haben ihre Leiche an einem Baum drapiert gefunden.

Am Wunschbaum.

Woher wissen Sie das?

Ich war dort und ich...

Ich habe gemerkt, dass was Schreckliches passiert ist, aber...

Ich hab nicht gewusst, was.

Entschuldigung, ich...

Warten Sie. Hier.

* Flirrende, bedrohliche Klänge *

Geht's wieder, Frau Prixner?

Parkinson.

* Düstere Musik *

Sie hatten sich sehr für Frau Lienhardt eingesetzt.

Diesen Mini-Wunschbaum, den hatte sie von Ihnen, oder?

Wie hatten Sie sich kennengelernt?

Der Wunschbaum hat uns zusammen gebracht.

Wie ich meine Diagnose gekriegt hab,

hat eigentlich überhaupt nichts mehr irgendeinen Sinn gemacht.

Ich war depressiv.

Dann haben Sie einen Wunsch an den Baum gehängt?

* Mysteriöse Klänge *

Ich hab vom Baum geträumt.

* Gespannter Klang *

Dann bin ich hingefahren zum See.

Es hat geregnet, es war kalt, windig.

Da ist sie gestanden.

Sie hat genauso verzweifelt gewirkt wie ich.

Frau Lienhardt?

Nein.

Malika.

* Schneidender Ton *

Plötzlich hab ich gewusst, warum der Baum mich gerufen hat.

Er wollte, dass ich ihr helfe.

Der Baum wollte das.

Ich weiß schon, wie das für Leute wie Sie klingt.

* Angespannte Musik *

* Laubrascheln *

Ich hab der Malika dann eine Stelle angeboten bei uns.

Und plötzlich ist's mir besser gegangen.

Seitdem habe ich immer wieder Geflüchtete angestellt.

Die machen eine tolle Arbeit und bauen sich eine Zukunft auf.

Und was war mit Frau Lienhardt?

Ein paar Monate später hab ich noch mal vom Wunschbaum geträumt.

Sie lachen, aber es ist so.

Ich bin hingefahren und die Rebecca ist dort gesessen.

Sie war komplett verzweifelt.

Sie hat eine Beziehung gehabt mit einem Mann,

der sie seelisch und körperlich missbraucht hat.

Ich habe ihr dann die Stelle bei Avionik verschafft

und vor allem habe ich ihr Mut gemacht,

dass sie den Mann endlich verlässt.

Wissen Sie noch den Namen des Mannes?

Oliver.

Den Nachnamen?

Hat sie nicht gesagt.

Es ist einfach unfair, verstehen Sie?

Ich mein...

Es ist ihr endlich wirklich gut gegangen.

Ein neuer Job, ein neuer Mann.

Eisler!

Entschuldigen Sie bitte.

Eisler!

* Abenteuerliche Musik *

Eisler.

* Unsichere Musik, pulsierende Klänge *

Scheiße.

* Schweres Atmen, ruhigere Musik *

Was soll denn das jetzt?

Jemand hat uns beobachtet. Sicher?

Ja. Sicher.

Ich hab doch...

* Sanfte Musik *

Sind die frisch?

* Skeptische Musik *

Was? Die sind doch frisch.

Er muss im Auto weggefahren sein.

Könnten das dieselben sein wie beim Wunschbaum?

Schon, oder?

* Klicken *

* Handyklingeln *

* Genervter Laut *

Ja? Ja, Komlatschek.

Könntest du mal was für mich checken, bitte?

Was denn?

Unser Opfer hatte angeblich einen ziemlich unangenehmen Ex-Freund.

Name? Ich hab nur den Vornamen.

Oliver. Vermutlich hat er in ihrer Nähe gewohnt.

Oliver ist ja Gott sei Dank ein sehr seltener Name.

Es kann ja nicht jeder Thomas Theodor Kaspar heißen, oder?

Ich geb mir Mühe. Danke.

* Seufzen *

Kann ja auch nicht schwerer sein, als eine Wohnung zu finden.

* Spannungsvolle Musik *

Die gehen ins Labor.

* Leichtes Lachen *

* Dramatische Musik *

Ich weiß nicht, warum sie das so lustig findet.

Menschen, die mit Pflanzen sprechen, gibt es in jeder Kultur.

Warum auch nicht?

Seitdem ich mit meinem Basilikum spreche, wächst es gleich besser.

Es könnte aber auch daran liegen, dass ich ihn jeden Morgen gieße.

Ihre kiffende Wunschfee hat schon länger eine soziale Ader.

Sie hat vor sechs Jahren

auf den Großteil ihres Millionenerbes verzichtet.

Und ihren Bruder dazu überredet,

die Rüstungssparte vom Prixner Avionik einzustellen.

Die Reifenspuren gehören zu einem Kleinwagen.

155/80 A13.

Und ich war so frei

und hab sie mit den Spuren vom Wunschbaum verglichen.

Und schau dir das an.

Treffer.

Exakt das gleiche Profil.

* Surren *

Das heißt, der Mörder von Frau Lienhardt war auch in der Gärtnerei.

Mhm.

Was ist mit dem Wagen von Frau Yassim?

Komplett anderes Profil.

Und auch das von dem Freund von der Lienhardt passt nicht.

Anderes Profil und der Radabstand ist zu groß.

Vielleicht hat er auch ein anderes Auto genommen,

um seine Freundin zu überfahren. Oder so.

Was macht denn die Suche nach ihrem Ex?

Es gibt jede Menge Olivers in Konstanz und Umgebung.

Aber ich bin dran.

Haben wir einen Kriminalbiologen an der Hand, mit dem ich reden kann?

Ich brauche jemanden, der sich mit Ameisen auskennt.

Das hat der Egger gerade rübergeschickt.

Die waren zu Hauf in den Haaren vom Opfer.

Ameisen? Ja.

Da haben sich ja zwei gefunden. Hier.

Wieso? Zeigen Sie mal.

(ungläubig) Nein.

Das sind ja witzige Haustiere.

Hhm.

Und äußerst giftig.

Sie haben giftige Ameisen im Büro? Sind Sie wahnsinnig?

Lassen Sie sich nicht verarschen.

Nicht giftig.

Das heißt noch lange nicht, dass sie es mögen, angefasst zu werden.

Es ist nicht unüblich, dass man seine Haustiere vermenschlicht.

Teilweise fungieren sie sogar als Familienmitglieder.

Oder Partnerersatz.

Können Sie uns was dazu sagen, Komlatschek?

* Gespannte Musik *

Formica exsecta.

Die große Kerbameise.

Sicher?

Körpergröße 5,5 Millimeter.

Beine rotbraun.

Mittige Einkerbung am Hinterkopf.

Sicher.

Gibt es die auch in der Gegend beim Wunschbaum?

Ähm, nein.

Formica exsecta lebt in Nadelgehölzen.

Was ist mit dem eingezeichneten Weg,

den die Lienhardt mit dem Rad abgefahren ist?

Gibt es da Stellen, wo die große Kerbameise ihre ...

Häufchen?

Nester? Hügel.

Hügel hat.

Es gibt nur ein Waldgebiet, was dafür infrage kommt.

Und zwar hier.

Die große Kerbameise nutzt die Nadel zum Bau ihrer Ameisenhügel.

Wir brauchen eine Hundestaffel, um die Gegend abzusuchen.

Kümmere mich darum.

Und wir helfen den Kollegen. Bisschen frische Luft.

Lernen Sie die Gegend kennen.

* Spannungsvolle Musik, entfernte Funksprüche *

* Hecheln *

Ihr Ex-Freund, dieser Oliver, der passt für mich am besten.

Warum?

Er kannte mit Sicherheit ihre Lieblingsblume.

Genau wie ihr neuer Freund auch.

Den hat sie aber nicht verlassen.

Und wie erklären Sie sich das mit dem Wunschbaum?

Von dem hat sie ihrem Ex-Freund sicherlich nix erzählt.

Aber ihrem jetzigen Freund schon.

Wussten Sie, dass Frauen, die in gewalttätigen Beziehungen waren,

laut Statistik immer wieder an missbräuchliche Partner kommen?

Ja, das wusste ich.

Aber laut Frau Prixner war sie in ihrer Beziehung sehr glücklich.

Dann wissen Sie aber auch,

dass häusliche Gewalt von außen oft nicht erkennbar ist.

Ganz im Gegenteil, die Opfer schützen ihre Täter.

Bis ...

aufs ...

Blut.

Ihr Freund war ehrlich geschockt.

Finden Sie das nicht?

Das kann ich nicht lesen.

Hier!

* Spannungsvolle Musik *

Jo, das ist vom E-Bike.

* Angespannte Musik *

Eisler!

* Fahrradklingel läutet. *

Okay.

Oberländer, Handschuhe.

Ach, Quatsch.

* Angespannte Musik *

* Die Musik verklingt. *

* Jubelrufe *

♪ "Happy birthday to you."

"Happy birthday to you."

"Happy birthday, liebe Mara,

happy birthday to you." ♪

* Das Video ist leise hörbar. *

Was ist das für ein Typ?

Zuerst rammt er sie mit dem Auto, dann vergiftet er sie bestialisch.

Um sie anschließend unter einem Baum zu drapieren

mit Blick auf den Bodensee,

Ist doch pervers.

Na ja.

Sind Sie fertig?

Danke.

Ich werd Ihre Kochkünste vermissen.

* Flirrende Musik *

* Leises Ächzen *

* Dramatische Musik *

* Knarzen, klimpernde Töne *

* Bedrohliche Musik, Schrei *

* Schweres Atmen *

* Leises, hölzernes Pumpern *

* Sie schluckt laut. *

* Unsichere Musik *

* Sie betätigt mehrmals den Lichtschalter. *

* Unsichere Musik *

* Klopfen *

Oh Gott!

Ich hab vielleicht unseren Täter gefunden.

Okay.

Sind Sie wach?

Jetzt ja.

* Seufzen *

* Die Treppe knarzt. *

* Vorsichtige Klaviermusik *

* Bedrohliche Klänge, zitternde Atmung *

* Scheppern *

Stefan? Du musst bitte sofort herkommen, da ist jemand.

* Klirren *

Scheiße.

* Spannungsvolle Musik *

* Die Tür quietscht. *

* Angespannte Musik *

(flüstert) Scheiße.

* Spannungsvolle Musik *

Haben Sie die ganze Nacht durchgearbeitet?

Ja, ich hätte so spät keinen Espresso mehr trinken sollen.

Dann lassen Sie mal hören.

Auf dem Fahrrad im Wald sind rote Lackspuren gefunden worden.

Vermutlich von dem Auto, das Rebecca Lienhardt angefahren hat.

Ein rotes Auto?

Ich bin ja noch nicht fertig.

Ich hab auch versucht, die Suche nach den Olivers einzuschränken.

Also, Babys, Kleinkinder und Greise raus.

Sind 23 übriggeblieben.

Und jetzt kommt's.

Vier von den 23 sind Biochemiker, Pharmazeuten oder Ärzte

und zwei forschen im Bereich der Naturmedizin.

Also, das sind sie.

* Schnaufen *

Stopp.

Den hab ich gestern gesehen.

Auf dem Parkplatz von Prixner Avionik.

Hat sich für meinen Bus interessiert.

Beeilen Sie sich bitte, ich versteck mich im Gewächshaus.

* Herzschlag *

* Herzschlag *

Scheiße.

Er ist gleich da.

* Spannungsvolle Musik *

* Treibende Klänge *

* Die Musik verklingt. *

* Bedrohliche Musik, Rattern *

Das ist alles Ihre Schuld.

* Saugendes Geräusch *

Wenn Sie nicht gewesen wären, Rebecca hätte mich nie verlassen.

* Sanfte Musik *

Ich habe sie geliebt.

* Wimmern *

Sie wollte ein Kind von mir.

Bitte. - Ssscht.

Bitte tun Sie mir nichts.

Au!

Au!

Sie hatte ihren Garten. Sie konnte anpflanzen, was sie will.

Alles.

Ich habe sie gewarnt.

Blauer Eisenhut, Schatz?

Das ist doch viel zu gefährlich.

Aber sie wollte nicht hören.

"Er blüht doch so schön."

Vielleicht hat er uns benutzt, um herauszufinden,

wer seiner Ex geholfen hat, zu verschwinden.

Das würde erklären, warum er die Leiche unter dem Baum abgelegt hat.

Er wollte unsere Ermittlungen in eine bestimmte Richtung lenken.

Ja.

* Entferntes Hundegebell *

* Düsterer Klang *

Scheiße.

Wir haben ihn direkt zu Saskia Prixner geführt.

Ich kümmere mich um die Fahndung nach Oliver Lorenz.

Irgendwo muss er ja abgestiegen sein.

Ja, ist gut.

* Angespannte Musik *

Haben Sie schon geschlafen?

Wir müssen sofort zu Frau Prixner. Ich hol Sie ab.

* Dramatische Musik, Motorrattern *

Sie hat einen Notruf abgesetzt aus dem Gewächshaus.

Frau Prixner!

* Treibende Musik *

Frau Prixner! Polizei.

* Bedrohliche Musik *

Frau Prixner!

* Treibende Musik *

* Schneidender Ton *

Um Gottes willen.

Mara Eisler, Kriminalpolizei Bregenz.

Wir brauchen einen Notarzt, flott.

Gärtnerei Baum und Strauch in Fußach.

Mutmaßliche Vergiftung mit Blauem Eisenhut.

Kommen Sie, bitte.

(schreit) Bitte!

* Unsichere Musik*

* Angespannte Musik *

* Der Schlag hallt nach. *

* Unsichere Musik *

* Verzweifelter Laut *

* Angespannte Musik *

* Neugierige Musik, Stimmen, Kameraauslöser *

* Funkspruch *

* Die Musik wird betrübter. *

* Leicht stockendes Atmen *

* Die Musik verklingt. *

* Seufzen *

* Herannahendes Auto *

Was ist los?

Wo ist meine Schwester?

Können wir irgendwo in Ruhe sprechen, Herr Prixner?

Ihre Schwester hat Sie angerufen?

Ja.

Wann war das?

* Stöhnen *

4.22 Uhr.

Was hat sie gesagt?

Dass jemand im Haus ist.

Sie sind nicht sofort hergefahren?

Ich hab so oft so einen Anruf bekommen.

Die Parkinson-Medikamente zusammen mit dem Cannabis, das...

Ich habe geglaubt, sie fantasiert sich wieder irgendwas zusammen.

Sie war gestern schon so schlecht drauf.

* Seufzen *

Ich weiß nicht, warum ich nicht hergefahren bin.

Keine Ahnung. Schon gut.

* Lautes Motorbrummen *

* Hektisches Atmen *

* Bremsenquietschen *

* Unsichere Musik *

* Beklemmende Musik *

* Dumpfes Geräusch *

* Donnern *

* Bedrohliche Musik *

* Schrei *

* Ruhige Musik, leise Stimme *

Danke, Willi.

Servus.

Ah, hallo.

Ich hab eine Einstichstelle gefunden. Hier.

Mh, ja.

Hm. Wie bei der Lienhardt?

Na ja, 100-prozentig kann ich das natürlich

erst nach toxikologischer Untersuchung sagen.

Aber ich gehe davon aus,

dass die beiden Frauen mit demselben Giftstoff getötet wurden.

Aber diesmal keine Blüten im Mund.

Warum nicht?

Vielleicht ist er schnell weg, als er Sie gesehen hat.

Naa, da hätte das Licht noch brennen müssen.

Es war stockdunkel.

Er ist vielleicht nervös geworden und wollte kein Risiko eingehen.

Wann ist sie denn vergiftet worden?

Das kann ich derzeit nur mutmaßen.

Aber in ihrem krankheitlichen Zustand

ist sie sicherlich schneller gestorben als Rebecca Lienhardt.

Hm.

Ah, hallo.

Der Oberländer ist nicht da.

Aha.

Ja, also, ich hab mit den Kollegen in Konstanz gesprochen.

Oliver Lorenz hat vor einer Woche

bei seinem Arbeitgeber Urlaub beantragt.

Seitdem haben ihn seine Nachbarn nicht mehr gesehen.

Auto?

Sein Kombi steht nach wie vor vor seiner Wohnung.

Aber er hat ein Motorboot, die Rebecca.

Die Rebecca?

Die hat vor vier Tagen ihren Liegeplatz in Konstanz verlassen.

Die Rebecca. Wissen wir, wo die jetzt ist?

Das ist schwierig.

Man kann sich in jeder Marina für ein paar Tage als Besucher anmelden.

Ohne großen Papierkram.

Das ändert aber nichts dran, dass er ein Auto gehabt haben muss.

Er hat sie angefahren, mit einem Kleinwagen, rot, 155er Bereifung.

Ich telefonier mal die Autoverleihe durch.

* Räuspern *

Herr Revierinspektor?

Ja?

Könnten Sie den Kollegen sagen,

dass sie das Gelände nach Reifenspuren absuchen sollen?

* Sanfte Musik *

Ja, selbstverständlich.

* Leises Gespräch, angespannte Musik *

Da kann man gar nix tun, das ist jetzt einfach furchtbar.

Danke.

* Flirrender Ton *

Frau Yassim.

Frau Yassim!

* Dramatischer Klang *

Frau Yassim!

* Treibende Musik *

* Die Musik lässt nach. *

* Motorrattern *

Saskia ...

sie hat an mich geglaubt.

Ohne sie,

ich weiß nicht, was mit mir passiert wäre.

Aber gestern haben Sie sich gestritten.

Worum ging's da?

Um nichts.

Sie hatte einfach keine gute Laune gestern.

Sie hatte seit Wochen keine gute Laune.

Vermutlich ihr Parkinson. Es wurde immer schlimmer.

Warum sind Sie weggelaufen?

Sie sind von der Polizei.

Und mit der spricht man nicht, oder wie?

Wenn Frau Prixner Ihnen so viel bedeutet hat, dann helfen Sie uns.

Haben Sie gestern Nacht irgendwas mitbekommen?

Nein.

Sicher?

* Surren *

* Das Surren wird immer lauter. *

Die Drohne?

* Rattern *

Die ist von uns.

Die sucht nach Spuren, ist alles in Ordnung.

Konnten Sie was wegen den Reifenspuren...

Ja.

Super. Danke.

Die Seriennummer vom Peilsender hat nichts ergeben.

Aber das Gift...

Oberländer?

* Neugierige Musik *

* Tippen *

Haben Sie eine Ahnung, wo der Oberländer ist?

Der ist für kleine Kommissare. Bitte?

Auf der Toilette.

Ah. Danke.

Herr Oberländer?

Frau Eisler?

Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen sind da.

Ja ... ist gerade bisschen ungünstig.

Sie haben doch gemeint,

dass Sie sofort darüber unterrichtet werden wollen,

sobald's neue Erkenntnisse gibt.

Ja, aber Sie sehen doch, das ist ein privater Moment.

Der hält mich aber nicht ab, mit Ihnen über den Bericht zu reden.

Offensichtlich nicht.

Also das Gift, mit dem die Prixner gestorben ist,

das ist das Gleiche, mit dem die Lienhardt umgebracht wurde.

Es ist ein hochkonzentriertes Destillat von Blauem Eisenhut.

Ja.

Außerdem sind die Reifenspuren nicht nur identisch

vom Wunschbaum und der Gärtnerei,

sondern auch noch beim Waldstück.

Die Kollegen von der Spusi haben die gleichen

vorm Haus der Prixner gefunden.

Die Fahndung nach Oliver Lorenz läuft leider erfolglos.

Wir warten noch auf Rückmeldung, ob sein Boot in der Nähe liegt.

Darf ich mal?

Entschuldigung.

* Räuspern *

Soll ich draußen warten?

Jetzt?

Bleibt immer noch die Frage, woher der Wagen kommt.

Das wissen wir nicht.

Der Komlatschek hat schon überall angerufen.

Es ist nirgends ein Auftrag auf Oliver Lorenz.

* Vibrieren *

Eisler?

Ja.

Gut, kann man nix machen.

Danke trotzdem.

Ja, Wiederhören.

* Schnaufen *

Scheiße.

Das war der Yachtclub Bregenz.

Da ist auch kein Boot auf den Namen Rebecca registriert.

Der Yachtclub Bregenz?

Wenn mich nicht alles täuscht, sind die Farben von dem Yachtclub

weiß und rot. Na?

Vermieten die nicht auch Autos für die Gäste, die dort anlegen?

Ja, das kann sein.

* Gespannte Musik *

Das darf alles nicht wahr sein.

* Spannungsvolle Musik *

* Sie seufzt. *

Sie fahren wie ein junger Gott.

Tatsächlich?

Ja.

Na bitte.

* Leises Murren *

* Klicken *

* Gespannte Musik *

Ja, hallo, Eisler spricht.

Wir bräuchten bitte die Spuren- sicherung zum Yachtclub Bregenz.

Entschuldigung.

Entschuldigung, Kriminalpolizei.

Hallo.

Kennen Sie den Mann? Hat der ein Boot hier liegen?

Ja, das ist das Boot in der letzten Reihe.

Wunderbar, danke. Bitte.

Eisler!

* Angespannte Musik *

* Leise Musik, Möwenschreie *

* Spannungsvolle Musik, Plätschern *

* Möwenkreischen *

* Treibende Musik *

Scheiße.

* Angespannte Musik *

* Düstere Klänge *

Und?

* Mysteriöse Klänge *

Schaut aus, als hätte er sich das Gift selbst gespritzt.

Tätertypen wie er begehen oft Suizid,

nachdem sie erreicht haben, was sie wollten.

Ein ziemlich qualvoller Tod für einen Selbstmord, oder?

Als er an meinem Bulli stand, hatte er einen Bart.

Warum hat er sich rasiert?

Statistisch nicht ungewöhnlich.

Menschen mit Selbstmordabsichten machen sich vorher oft fein.

Das ist ein Ritual.

Sie wollen sich ordentlich präsentieren für sich und für die,

die sie finden.

Und mit den Ritualen hat er es ja offenbar gehabt.

Ich hab die Einstichstelle gefunden.

Er hat eine Wunde im Hinterkopf.

Vielleicht ist er gegen den Tisch gefallen.

Was ist mit dem T-Shirt?

Fein ist ja wohl anders.

Vielleicht hat er kein Frisches mehr gehabt.

Und das? Ist das fein genug?

* Skeptische Klänge *

* Sanfter Klavierakkord *

Hier.

Das gehört Rebecca Lienhardt.

* Sanfte, gespannte Klänge *

Das ist ein Brief von Saskia Prixner.

"Mögen auch all deine anderen Wünsche in Erfüllung gehen."

"Alles Liebe, deine Saskia."

Das würde erklären, woher er wusste, wer seiner Ex geholfen hat.

* Martinshorn, spannungsvolle Musik *

Rebeccas Ex hat durchgängig nach ihr gesucht.

Jänner, Februar, März.

Die Fotosuche lief die ganze Zeit im Hintergrund.

Kein Wunder, dass sie sich komplett aus den sozialen Medien

zurückgezogen hat.

Haben Sie ja was mit dem Opfer gemeinsam.

Sie sind online auch nicht mehr aktiv.

Ihre letzten Einträge sind über ein Jahr alt.

Sie haben mich recherchiert?

Ich weiß gern, mit wem ich es zu tun habe, Eisler.

Und wem ich mein Leben anvertraue. Das ist nichts Persönliches.

Da gibt's nicht so viel zu wissen.

Ich war in Wien. Ich wurde angeschossen.

Jetzt bin ich hier.

Seit dem Zwischenfall.

Sie haben Probleme, Emotionen zu lesen. Richtig?

* Wiederholendes Piepen *

Ich arbeite dran.

Ich möchte eigentlich nur eins wissen.

Sind Sie in der Lage, den Job zu machen?

Und ich meine nicht das, was auf dem Papier steht,

was Ihnen irgendein Amtsarzt unterschrieben hat,

dass Sie offiziell dienstfähig sind. Ich möchte es von Ihnen hören.

Kriegen Sie das hin?

Natürlich kann ich meine Arbeit machen.

Wunderbar.

Vor einer Woche hat Rebeccas neuer Freund ein Foto von ihr hochgeladen.

"Danke, lieber Wunschbaum."

"Ohne dich hätte ich nie die Frau meines Lebens gefunden."

Es war genau zwölf Stunden online.

Dann hat er's wieder runtergenommen.

Zeit genug für Lorenz, um sie zu finden.

Sie sieht glücklich aus.

Sie grinst.

* Das Telefon läutet. *

Eisler?

Ja, alles klar.

Der Egger will uns sehen.

Na dann.

* Angespannte Musik *

Auch Blauer Eisenhut?

Mhm.

In der gleichen Konzentration

wie bei Rebecca Lienhardt und Saskia Prixner.

Deshalb gehe ich davon aus, dass allen drei Opfern

das Destillat aus der gleichen Ampulle gespritzt wurde.

Eines ist auch interessant.

Auch die Spritze ist die gleiche wie bei Frau Prixner.

Das Labor hat an der Kanüle DNA-Spuren von ihr gefunden.

Die Spritze wurde zweimal verwendet?

Mhm.

Gut, er wollte sich umbringen.

Da wird ihm eine Infektion wurscht gewesen sein.

Eine benutzte Nadel kann verstopft sein.

Allein deshalb würden die meisten eine neue nehmen.

* Gespannte Klänge *

Sie gehen also auch nicht von Suizid aus?

Ich gehe von Fremdverschulden aus.

Nicht nur wegen der Kanüle.

Auch Größe und Färbung des Hämatoms passen nicht zur Tischkante.

Wozu passt's dann?

Zu einem Schlag mit einem stumpfen Gegenstand?

Es hat ihn also jemand bewusstlos geschlagen

und ihm dann sein eigenes Gift gespritzt.

Wie lange ist er denn schon tot, Egger?

Todeszeitpunkt neun Uhr heute Morgen, plus minus.

Wie lange sein Todeskampf gedauert hat,

kann ich allerdings nicht sagen.

Alles zwischen 30 Minuten und drei Stunden ist denkbar.

Drei Stunden?

Mhm.

Also wenn der Lorenz seine Ex und die Prixner wirklich umbracht hat,

dann haben wir jetzt zwei Hauptverdächtige.

Den Freund von der Lienhardt und den Bruder von der Prixner.

Ich hab Stefan Prixner gegen sieben Uhr

über den Tod seiner Schwester informiert.

Würd das passen?

Ja, das wäre möglich.

* Spannungsvolle Musik *

* Treibende Musik *

* Wütender Laut *

* Spannungsvolle Musik *

Dieser Auftrag ist ein weiterer Beleg

für die Innovationskraft unseres Unternehmens.

Und deshalb möchte ich Ihnen im Besonderen danken

für Ihr nicht nachlassendes Engagement.

Zur Sicherung von über 240 Arbeitsplätzen.

Und vielleicht noch etwas in privater Sache.

Ich bin sehr dankbar für die breite Anteilnahme,

das bedeutet mir sehr viel. Vielen Dank.

* Applaus *

* Stimmengewirr *

* Gelegentliches Klicken *

Sie glauben also ernsthaft,

ich bin einfach losgerannt und hab Saskias Mörder getötet?

Das ist doch völlig absurd.

Na ja, absurd. Rache ist kein schlechtes Motiv.

* Klicken, angespannte Musik *

Was haben Sie gemacht,

nachdem mein Kollege Sie über den Tod Ihrer Schwester informiert hat?

Ich bin ins Büro.

* Lacher *

Sie erfahren, dass Ihre Schwester ermordet wurde

und gehen dann seelenruhig zur Arbeit?

Ich bin nicht seelenruhig arbeiten gefahren.

Was soll ich machen? Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf.

Es gibt wen, der Ihr Alibi bestätigen kann?

Mein komplettes Entwicklungsteam.

Wir haben einen neuen Auftrag

und wird haben die nächsten Wochen durchgeplant.

Und dieser Oliver Lorenz, er hat Rebecca ermordet?

Ja.

Herr Jauer, Sie haben ein Foto von sich

und Ihrer Freundin vorm Wunschbaum gepostet.

Und kurz danach wieder gelöscht. Warum?

Weil Rebecca völlig panisch geworden ist.

Dieses Foto ... hat er sie wegen mir gefunden?

Wollten Sie sich an ihm rächen? Manch einer wird das verstehen.

Das können Sie mir nicht anhängen.

Wo waren Sie denn heute Morgen zwischen fünf und neun Uhr?

Im Bett und dann im Büro.

Ich nehme an, für Ersteres gibt's keine Zeugen.

Was ist mit Letzterem?

Hören Sie, ich höre den Namen gerade zum allerersten Mal.

Wie zum Teufel hätte ich den Kerl denn finden und umbringen sollen?

* Angespannter Klang *

Ich verstehe. Danke trotzdem für den Rückruf.

Wie, schon wieder nichts?

Zu klein, zu teuer, zu weit weg.

Das tut mir leid.

Es ist ja sowieso komplett unnötig. Luna würd ja gern in Paris bleiben.

* Knurren *

Es gibt über ein Dutzend Zeugen, dass der Prixner

direkt nachdem er bei uns in der Gärtnerei war,

ins Büro gefahren ist.

Da hätte er dazwischen nicht zum Yachthafen fahren können.

Das geht sich ned aus.

Das heißt, es bleibt nur Anton Jauer.

Das schaut's auch eher mau aus.

Die Kriminaltechnik hat auf dem Boot weder DNA von Stefan Prixner

noch von Anton Jauer gefunden.

Und was ist, wenn er einen Schutzanzug angehabt hat?

Also der Täter?

Das ist schwer vorstellbar.

Warum?

Wenn ich wen umbringen würde,

dann würde ich sehr wohl einen Schutzanzug anzeigen.

Mir ist das zu kalt durchgeplant.

Und kalt durchgeplant passt nicht zu einer emotionalen Rachetat

im Affekt.

Sie haben ihn doch gesehen, als wir ihm die Nachricht überbracht haben.

Der Mann war total fertig.

Ein Mord im Affekt, ja, den würde ich ihm zutrauen,

aber das war kein Affekt. Aber er hat ein Bombenmotiv.

Gut, dann anders.

Die Emotionen passen nicht zur Tat.

Emotionen.

Damit wollten Sie sich auseinandersetzen.

Schon weitergekommen?

* Klicken der Handschellen *

* Seufzen *

* Schnaufen *

* Ruhiger Klavierakkord *

* Knall *

* Schwermütige Klaviermusik, Schniefen *

* Schluchzen, wehmütige Musik *

* Jubel *

* Das Video läuft weiter. *

♪ "Happy birthday to you."

"Happy birthday to you." ♪

* Sie lässt das Handy geräuschvoll fallen. *

♪ "Happy birthday, liebe Mara,

happy birthday to you." ♪

* Jubel im Video, Schluchzen *

* Stimmengewirr vom Handyvideo *

* Verzweifelter Schrei *

* Seufzen, Musik stoppt. *

* Nachdenkliche Musik *

* Entferntes Hundegebell *

Sag mal, Anton, hast du noch dieses kleine Apartment in Paris

im 17. Arrondissement?

* Er schließt die Tür. *

Ah, du hast es verkauft.

Ja, ach, schade.

Ich muss aufhören, gell? Also, salut!

Toast Hawaii?

Ach, danke.

Ich hab schon zu Abend gegessen.

Aber schade, ich dachte, wir könnten...

Ich hab nämlich...

Ah, bonsoir, Sandrine.

C'est moi, Thomas.

Oui. Ah, comment vas-tu?.

Ah, oui.

* Abwartende Musik *

* Angespannte Klänge *

* Schnaufen *

* Die Musik wird leiser. *

Morgen.

Morgen, Herr Oberländer.

Oberländer reicht.

Die Kriminaltechnik hat das Auto vom Yachthafen untersucht.

Und Blut und DNA-Spuren von Rebecca Lienhardt im Kofferraum gefunden.

Bereifung passt auch.

Außerdem haben sie das elektronische Fahrtenbuch ausgelesen.

Und Oliver Lorenz war sowohl in dem Waldstück,

wo wir das Fahrrad gefunden haben,

als auch in der Nähe vom Wunschbaum,

als auch auf dem Gelände der Gärtnerei.

Auch in der Tatnacht?

Mhm. 4.17 Uhr ist er dort angekommen.

Der Prixner meinte, seine Schwester hat ihn um 4.22 Uhr angerufen.

Der Notruf kam um 4.25 Uhr.

Um 4.29 Uhr war er schon wieder weg.

Das ergibt keinen Sinn.

Was ergibt keinen Sinn?

Vier Minuten. Vom Notruf bis zu seiner Abfahrt.

Das reicht doch.

Der Prixner die Spritze zu setzen und sich zu verzupfen.

Ja, aber er muss sie erst mal finden und das Gelände ist groß.

Sagen wir, er braucht dafür zwei Minuten.

Drei.

Bleibt eine. Spritze rein, Abgang, passt.

Aber warum ist er so schnell abgehauen?

Er hatte doch alle Zeit der Welt.

Der Blaue Eisenhut lag direkt neben ihr.

Er hätte ihr die Blume nur in den Mund legen müssen.

Warum hat er sein Ritual geändert?

* Seufzen *

Sie kann da noch nicht paralysiert gewesen sein.

Sie hätte den Notruf wählen können. Warum hat sie's nicht gemacht?

Sie hätte nur Wahlwiederholung drücken müssen.

Sie haben recht.

Das ergibt keinen Sinn.

Lorenz kann das nicht gewesen sein.

* Angespannte Musik *

* Düstere Klänge *

* Schrille, bedrohliche Klänge *

Wir müssen reden.

* Keine Musik *

Bitte.

Was gibt's denn?

Ich hab mir den Großauftrag angeschaut,

mit dem sich der Prixner gestern beschäftigt hat.

Es handelt sich um Loitering-Munition.

Das sind autonome Waffensysteme,

die bis zu acht Stunden über einem Zielgebiet kreisen können,

bis das Ziel auftaucht.

Kriegswaffen?

Mhm.

Der Tod ist ein Meister aus Bregenz.

Und Prixner Avionik liefert dafür die Antriebe und die Zielcomputer.

Aber ich hab gedacht, die Prixner hat ihren Bruder überredet,

keine Waffen mehr herzustellen.

Laut Wirtschaftspresse hat sie sogar eine Sperrminorität gehabt

und hätte jeden Auftrag blockieren können.

Vielleicht war das ja gar kein emotionaler Rachemord.

Was, wenn Prixner den Anruf seiner Schwester ernst genommen hat

und doch zur Gärtnerei gefahren ist?

Das würd erklären, warum der Lorenz so geschwind weg war.

Vielleicht hat er die Gelegenheit genutzt,

um seine renitente Schwester aus dem Weg zu räumen.

* Pulsierende Musik *

* Spannungsvolle Musik *

* Mysteriöser Klang *

Herr Prixner.

Was machen Sie hier?

Malika und die anderen Frauen wollten, dass ich herkomme.

Hat Ihre Schwester gewusst,

dass Sie vorhaben, wieder in Kriegswaffenproduktion einzusteigen?

Ja.

Und sie hatte kein Problem damit?

Doch, sie hatte ein Riesenproblem damit.

Aber sie hat auf die Ausübung der Sperrminorität verzichtet.

Ist das nicht seltsam?

Ihrer Schwester war es wichtig, dass Sie keine Waffen produzieren.

Sie hat das auch durchgesetzt.

Und sie hat sich engagiert für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten.

Wie erklären Sie sich das? Also schauen Sie.

Ursprünglich haben wir die zivilen Drohnen produziert,

um Wasser in Wüstenregionen zu suchen.

Um dort den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu vermeiden.

Das war der einzige Grund.

Und jetzt wieder ins Waffengeschäft einsteigen zu müssen,

ist natürlich furchtbar. Warum tun Sie es dann?

Ohne den Auftrag wäre die Firma vor dem Aus.

240 Mitarbeiter.

Schlagartig auf der Straße.

Auch bei uns, Gemengelage, Wirtschaftskrise, Inflation

macht auch vor unserem Betrieb keinen Halt.

Und mit Dingen, die die Welt besser machen, verdient man kein Geld.

Wann hat Ihnen Ihre Schwester grünes Licht

für die Waffenproduktion gegeben? Vor vier Tagen.

Das kann bestätigt werden. Durch Ihren Anwalt?

Den Anwalt Ihrer Schwester? Den Vorstand?

Nein, aber ...

Saskia hat eine schriftliche Verzichtserklärung aufgesetzt.

Ah ja, die würd ich gern sehen. Kann ich Ihnen zukommen lassen.

Gut.

Wir haben das versucht, klein zu halten.

Saskia wollte nicht, dass ihre Mitarbeiter das erfahren.

Wundert Sie das?

Wahrscheinlich hatte sie Angst, wie die Frauen reagieren würden.

Frauen wie Malika Yassim,

die Schreckliches in ihrer Heimat erlebt haben.

Frau Yassim?

Frau Yassim hat mich soeben als Massenmörder beschimpft. Also...

Die hat davon gewusst? Scheinbar.

* Verheißungsvolle Musik *

Ich konnte es einfach nicht glauben.

* Angespannte Musik *

Die Verzichtserklärung.

Da ist keine Unterschrift.

Ich wollte, dass Stefan mir erklärt, was das zu bedeuten hat.

Er hat gesagt, das sei der erste Entwurf.

Dass Saskia ihn erst nicht unterschreien wollte,

es dann aber doch gemacht hat.

Aber das macht keinen Sinn.

Sie hat immer gesagt,

kein Arbeitsplatz der Welt ist es wert,

dass dafür Menschen sterben.

Ich hab mir Ihren Asylantrag angesehen.

Ihre Mutter und Ihre Schwester sind bei einem Drohnenangriff umgekommen.

Es tut mir sehr leid, Frau Yassim.

* Ruhige Klaviermusik, Schluchzen *

Was soll das?

Warum interessiert Sie das?

Frau Prixner hat sich entschieden, wieder Waffen herzustellen.

Waffen wie die, die Ihre Familie getötet haben.

Das muss Sie sehr verletzt haben.

Sie haben ihr vertraut.

Das hätte Saskia niemals gemacht.

Anscheinend hat sie ihre Meinung geändert.

Sie denken doch nicht etwa, ich habe Saskia umgebracht?

* Dramatischer Ton *

Ich habe das erst heute Morgen gefunden.

Als ich nach Saskias Zugangsdaten vom Computer gesucht habe.

Irgendwer muss hier ja die Bestellungen

und alles am Laufen halten.

* Spannungsvolle Musik *

Oder Sie lügen mich an.

Ich war das nicht.

Ich schwöre.

* Treibende Musik *

Ich habe gesehen, wie Menschen zu Mördern geworden sind.

Wie Nachbarn ihre Nachbarn erschlagen haben.

Ich habe mir geschworen, niemals den Weg in die Finsternis zu gehen.

* Spannungsvolle Musik flacht ab. *

Sie haben sie gehen lassen?

Es passt einfach nicht.

Zwei kaltblütige Morde.

Traue ich ihr nicht zu.

Sie würden sich wundern, wozu die Leute in der Lage sind,

wenn die Wut groß genug ist.

Sie hat alles abgestritten.

War geschockt. Das wirkte nicht gespielt.

Ich glaube, sie weiß noch nicht lange,

dass die Firma wieder Waffen produzieren will.

Sie glauben? Es wirkt?

Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl.

Es hat mich selten enttäuscht.

Mein Bauchgefühl hat mir damals gesagt,

dass der Junkie nicht das Zeug dazu hat, zu schießen.

Ich glaube, ich wäre mit reiner Logik besser gefahren.

Was sagt Ihnen Ihre Logik jetzt?

Falls Ihr Bauch weiß, was er tut

und die Yassim Sie nicht angelogen hat,

sind ihre genauen Worte wichtig. Versteh ich nicht.

Laut ihr hat Saskia Prixner gesagt, dass es kein Job der Welt wert ist,

dass dafür Leute sterben.

Warum sollte jemand, der so denkt, einem Waffendeal zustimmen,

um Arbeitsplätze zu sichern?

Weil Menschen ihre Meinung ändern, einknicken.

Laut Schriftvergleich ist es die Unterschrift von Saskia Prixner.

Zu 89 Prozent.

89 sind keine 100.

* Nachdenkliche Musik *

* Surren *

* Maschinenbrummen *

* Schluchzen *

* Schwermütige Musik *

So, der Unterschriftenvergleich ist da.

Oben ist die wie auf dem Ausweis

und unten wie auf der Verzichtserklärung.

Ich sehe keinen Unterschied.

Das muss aber nichts heißen.

Ich habe in der Schule auch immer

die Unterschrift meiner Mutter gefälscht.

Das ist niemandem aufgefallen.

Beeindruckend. Das bringt uns aber nicht weiter.

Finden Sie nicht, dass die irgendwie zu ähnlich sind?

Ich meine, wer unterschreibt immer genau gleich?

Ich.

Wieso wundert mich das nicht?

* Seufzen *

* Detektivische Klänge *

* Seufzen *

Was?

* Aufgeregte Musik *

Das ist völlig anders.

Ja, weil Parkinson das Schriftbild verändert.

Den hat sie vor einem Jahr geschrieben

und die soll vier Tage alt sein?

Das ist unwahrscheinlich.

Sie hat dem Waffendeal nie zugestimmt, er hat uns belogen.

* Lautes Klopfen *

* Spannungsgeladene Musik *

Warum wollten Sie, dass ich herkomme? Gibt es etwas Neues?

Ja.

Sie haben die Unterschrift Ihrer Schwester gefälscht.

Sie hat nie eine Verzichtserklärung unterschrieben.

Aha.

Parkinson führt zu einem stark veränderten Schriftbild.

Herr Prixner.

Ihre Schwester hat es nicht unterschrieben.

Also tun Sie sich selbst einen Gefallen

und hören Sie auf mit dem Mist. Es ist vorbei.

* Schniefen, Seufzen *

Sie wollte die Welt retten.

Und ich die Firma.

Ja, alles stand vor dem Aus.

Die zivilen Drohnen, das Vermächtnis meines Vaters.

All die Menschen hier, die mir vertraut haben, die ...

an die Firma geglaubt haben.

Und sie ...

hat mit beiden Händen das ganze Erbe ausgegeben

für diesen Baumschwachsinn.

Aber mir zu helfen, die Firma zu retten?

Nein.

Dafür war sie sich zu fein, die Lady.

* Angespannte Musik *

Was ist in der Nacht passiert?

Es war ...

im Prinzip wie heute.

Ich bin hierher, hab gesehen, dass Licht brennt.

Hab auch Stimmen gehört.

Hab ich dann das Gewehr aus dem Auto geholt.

* Flirrende Töne *

* Treibende Musik *

Nein, nein, nein.

Halt endlich still.

Nein! - Hey!

Lass meine Schwester los.

Und schmeiß die Scheißspritze weg!

* Ängstliches Wimmern *

(off) Ja, ich wollt ihm dann noch hinterher und dann ...

war da meine Schwester.

(on) Saskia.

Hey, bist du verletzt? Hm?

* Weinen *

Er wollte mich umbringen.

* Schluchzen *

Danke.

* Atemlose Laute *

Was machst du da?

Stefan, was machst du da?

Sie haben Ihrer eigenen Schwester das Gift verabreicht.

Alles ist gut.

(off) Ich musste es einfach nur tun.

* Sie weint. *

Ich musste es einfach nur tun.

Und dann war der Oliver Lorenz dran.

Ich weiß nicht, warum, aber ich wollte ihn irgendwie...

Ich wollte ihn irgendwie dazu bringen,

dass er sich das Gift selber spritzt.

Aber ... er hat sich geweigert.

Na no na.

Dann haben Sie ihn niedergeschlagen und haben es selbst gemacht.

Sie haben zwei Menschen hingerichtet,

um Ihre Firma zu retten.

Sie wollte immer ihren Willen durchsetzen.

Wollte immer recht haben.

Das Opfer gespielt, damit wir alle...

Die Waffe runter.

Das Gewehr runter, Frau Yassim, sonst muss ich schießen.

Frau Yassim, bitte.

* Hektische Musik *

* Mehrere Schüsse *

* Aufgebrachtes Stimmengewirr *

* Donnernde Geräusche *

* Sanfte Musik *

* Klingeln des Baumschmucks, ruhige Musik *

Das war eine tolle Idee.

Aber ziemlich kaltblütig.

Sie meinen kalkuliert?

Nee, kaltblütig.

Da sind Sie ja endlich.

Was sollen wir jetzt hier?

Gibt was zu feiern.

Dass sie im Team ist?

Das auch, aber deswegen sind wir nicht hier.

Der Wunschbaum funktioniert.

Also, auf jeden Fall für die, die reinen Herzens sind.

Ich hab mir eine Wohnung gewünscht.

Und die hat Ihnen der Baum spendiert?

Nicht mir.

Aber Ihrer Tochter in Paris.

Wirklich?

Im Quartier Latin.

Meine alte Freundin Sandrine hat da ein kleines Studio.

Was für ein Studio?

Sagen Sie, haben Sie die ganzen Zettel wieder aufgehängt?

Wir müssen den anderen Menschen auch eine Chance geben,

dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Champagner?

* Freundliche Musik, Rauschen des Wassers *

So.

Hm.

♪ So you say ...

that anybody else

is wrong again.

It's a lie ...

that you won't break.

But I'm gonna let you know,

I'm here again.

I'm here again. ♪

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2025

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