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Sie hätte Modistin werden können, aber mit schöner Selbstverständlichkeit hatte
sie vor ihrer Heirat mit dem Obersten den Beruf erwählt, dem seit Ohlins
ein entehrendes Vorurteil anhaftet, außer in den ländlichen Gegenden der
Normandie. Und so hatte ein Ehrenmann wie Oberst de Granville auch
den Entschluss gefasst, sich mit dem Moselle Jeanne zu verehlichen, nachdem
glaubte, sie kompromittiert zu haben, weil seine Kutsche eine ganze Nacht lang
vor ihrer Wohnung gestanden hat. Seine Fantasie reichte nicht aus, sich
vorzustellen, wie schlagartig sich sein Leben dadurch verändern würde.
Sonst hätte ihn auf der Stelle der Schlagfluss getroffen, dem er bald nach
seiner Vermählung erlag.
Seitdem sie Witwe ist und Gott Eros ihr nicht mehr ganz so nahe liegt wie
ehedem, leben ihre Nichten Julia und Florentin in ihrem Hause. Sie behandelt
wie Freundinnen, aber doch mit einer gewissen Zurückhaltung.
De Moiselle, die nicht so viel Takt und Gemüt besitzen, sich in jüngsten Jahren
durch Heirat den Adelsstand zu sichern, sind eben nicht mit Klugheit gesegnet.
Mit anderen Worten, sie sind nicht aus dem gleichen Teig gemacht wie sie.
Morgen, Baptiste.
Morgen, Mademoiselle Nana.
Und seines macht die Träger.
Florentin! Oh!
Oh!
Dein Dejean ist schon seit Stunden auf.
Ja, es ist gleich zehn.
Du sollst es lassen.
Mademoiselle Ninette, das Gemüse.
Es schlummert noch.
Ach, Gaston.
Oh, Geri.
Höchste Zeit, dass du kommst.
Das ist die Frau Oberste nicht.
Du meinst meine liebste Freundin.
Nur keine Angst.
Schatz, na komm.
Bin schon da.
meisten geliebt.
Immer wieder diese Erinnerung an die Tage der Liebe.
Schiri. Schiri.
Schiri.
Sie gestatten, Madame, dass ich Sie bei Ihrer reizenden Tätigkeit störe, aber
ich bin ein Freund der Wahrheit und ein Mann.
Ehe eine Schönheit wie Sie sich so einsam fühlt, sollte sie meine
Bienste in Anspruch nehmen.
Sie sind sehr lebenswürdig, Monsieur.
Ich danke Ihnen.
Ja, Frau Tante, ganz wie Sie wünschen.
Brummer Wunsch. Aber woher nehmen wir nicht Stehlen? Ja, als ob das so leicht
wäre. Wenn man so sittenstreng ist wie du und ich und kein Faible für alte
Knaben hat, die sowieso bald der Herzschlag trifft, bleibt man eben
Komm, machen wir uns trotzdem auf die Suche.
vollmächtig, den beiden.
Sie ist auch ein Blinder.
Ich weiß ja nicht, was die von uns wollen, aber Spaß würde es sicher
Mehr als Fehler.
Hey, ihr zwei.
Ja? Komm,
George.
Hey, wartet!
Der Zorn könnte einen wirken über so blöde Weiber wie die.
Wegen denen werde ich mir nicht gelungen aus dem Leib, das sage ich dir.
Ach, George, du willst doch spitzen auf die blonde Hände, das habe ich doch
gleich gemerkt. Ich bin auf jede Spitze.
Natürlich. Kriechen halbnackt ins Heu.
Na?
Und wer steigt Ihnen nach?
Ihr Esel.
Komm, steig nicht ab. Lass mich doch nicht von denen an der Nase rumführen.
Guck mal auf die Noppen.
Das ist wenigstens Hübsch werden.
Für das Heu heuchle ich das. Das sieht man nicht so genau.
Und überhaupt, die eine ist mir viel zu fett.
Die andere ist mir viel zu mager. Komm, wir sind doch keine Esel. Wir sind
Männer.
Schön wär's.
Jetzt gehen sie uns aus den Fängen.
Eigentlich schade.
Aber die zwei haben für Bauernhochzeiten doch nichts übrig.
Bleiben wir lieber Jungfrauen.
Das tut uns beiden nicht weh. Und Spaß macht es trotzdem.
Ich sehe auch. Ja.
Ich
habe
noch einen Traum, solche Muster zu haben wie du.
die Waldschneise? Das ist Tante Jeanne's Lieblingsweg.
Auf keinen Fall.
Da wollen wir lieber nicht begegnen. Warum nicht?
Sie sagt uns, wir sollen absitzen, die Pferde stehen lassen und sehen, dass wir
an den Mann kommen.
Zu dumm, dass du noch keinen in petto hast.
Sonst könnten wir sie überraschen.
Ich werde ihn der Tante vorführen wie eine Fahne, die ich erobert habe.
Ein Postmeister ist beinahe so viel wie oberst.
Wie hast du es nur angeschaut?
Als Tantens Freundin einen Moment aus dem Salon ging, habe ich ihn mit meinem
von dir, habe ich immer geträumt, Blick angeschaut. Und er hat auf der Stelle
angebissen? Ja, du Glückspilz.
Ich sag dir, der zappelt wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Und du lässt ihn zappeln, den hübschen Goldfisch.
Ist er denn wirklich so nett, jung und schön?
Ein bisschen probinzlerisch vielleicht.
Hat er Geld?
Ja, weißt du, man kann schlecht fragen.
Die Hauptsache ist für mich, dass ein Mann ein guter Liebhaber ist. Das wird
sich bald rausstellen.
Ach, mir fällt ein, ich könnte ihn eigentlich heute mal besuchen.
Lass dich durch mich gar nicht von deinem Glück abhalten.
Tue ich auch nicht.
Ich weiß, was ich Tante Jeanne schuldig bin.
Ich werde sie nicht enttäuschen.
Siehst du, das Pferd ist schon ganz unruhig, Julia.
Dann grüße mich. Ich hoffe, er bricht den Jubelschreie aus, wenn ich ihn
überrasche und plötzlich vor ihm stehe.
Auf alle Fälle lieber ein junger Forstmeister als ein alter Oberst.
Aber nicht Saint -Jean verraten, sonst ist die Überraschung falsch.
Adieu.
wird ein gutes Pferdchen, Putti. Der Oberst wäre stolz drauf gewesen, eine
wie dich im Stall zu haben.
Wer ist da?
Ich bin's, Julia.
So, brav, Putti.
Na, Erik?
Soll ich das Pferd für Sie abreiben? Fischwein, nicht?
Das ist doch mein Amt.
Ach,
ziehen Sie auch bitte mal dieses Käppchen aus.
So blonde Haare, die finde ich hübsch.
Soll das ein Kompliment sein?
Ich bin kein großer Komplimentemacher, Mademoiselle.
Aber ich warte schon lange darauf, mal mit Ihnen allein zu plaudern.
Und jetzt sage ich gerade heraus, was ich denke.
Die Mademoiselle ist doch eine Frau.
Die könnte die hässliche Männerjacke doch mal ausziehen.
Und dann einfach ihre Bluse aufknöpfen.
Aber für sowas ist der Stallknecht ja wohl nicht fein genug, Herr.
Du bist sehr töricht, Erik.
Vielleicht, ja.
Ja, allerdings.
Aber das wäre mir wirklich nicht gelungen.
Weil ich doch von Galanterie nichts verstehe.
Oh.
Aber vom Spaß mit den Demoiselles verstehe ich was.
Oh, wie schön.
Dann musst du es auch mal zeigen, sonst denke ich, das tönt.
Der schönsten und liebenswürdigsten, die gesonnen ist, mir Herz und Hand zu
schenken. Der allseits verehrten und tugendhaften, der herrlichsten unter
Frauen. Ihr gelobe ich, solange ich lebe, ihr ein treuer
Gatte zu sein, auf das wir in vielen Jahren zusammenwachsen wie Erde und
Erich, das ist mir alles so fremd.
Aber irgendwie gefällt es mir.
Warten Sie, Mademoiselle.
Gleich gefällt es Ihnen noch besser. Ja.
Komm, Erik.
Dass du hierher kommst zu mir, macht mich zum glücklichsten Mann der Welt.
müssen wir mit einem Glas Wein feiern. Ja, ich brauche was zu trinken.
Sofort.
Mir klebt die Zunge am Gaumen. Mach sie bequem.
Tante Jeanne darf nicht wissen, dass ich hier bin. Ein illustrer Junggesellen
trifft ein junges Mädchen nur daheim im Salon.
Höchste Zeit, dass ich Tante Jeanne kennenlerne. Ihr Sündenregister ist
nicht so klein, wie du in deiner Unschuld annimmst.
Sie ist eine ehrbare Witwe.
Wer erst Witwe ist, hat nichts mehr zu lernen. Rein gar nichts mehr. Wer seine
Unschuld nicht mehr verteidigen muss, hat nichts mehr zu verteidigen.
Aber davon ahnt meine süße Freundin noch nicht, ihre Tugend und ihr reines
Mädchentum.
Sherry, zieh mir doch bitte mal die Stiefel aus.
Gerne, Liebste, aber vergiss nicht, du bist kein Kind mehr. Das weiß ich, Tim.
Und ich bin ein Mann.
Natürlich. Das ist mir klar.
Dann werden die Fronten also geklärt.
Das nehme ich an, Schatz.
Bist du jetzt enttäuscht, dass es nicht ganz nach deiner Art geht?
Enttäuscht? Nein. Und warum bist du dann so betrübt?
Ich? Ja, ich denke, du bist ein Mann.
Ja, aber du sollst meine Frau werden.
Eben drum. Zeit, dass wir uns endlich näher kennenlernen. Oder willst du die
Katze im Sack kaufen?
Simon, ich tue es doch nur aus Liebe zu dir.
Du willst also sehen, was du von mir als Mann erwarten kannst.
Gut, ich zeige dir den Mann.
Ach du, jetzt hast du mir die Stimmung verdorben.
So? Ich habe mir das alles so romantisch vorgestellt.
Romantisch? Klassisch kannst du sagen. Ich bin Hermes der Götterbote.
Was?
Ach der?
Ja, ja. Aber ich will nicht Hermes. Ich will meinen Simon.
Du. Ein Mann hat viele Seiten, liebes Kind.
Nicht nur eine einzige.
Aber eine Frau will nur das eine und einzige.
Könntest du das etwas präziser ausdrücken?
Du, die Liebe ihres Mannes will sie. Ja.
Nicht, dass er sich aufplustert wie ein Gockel, du dummer, großer, starker
Simon.
So.
Ich war dumm, Florentin.
Aber das mit dem Gockel hättest du nicht sagen sollen.
Betreibst du die Zeit?
Ja, noch warm aus Simons Bett, aus den Armen meines zukünftigen.
Ihr wollt heiraten?
Wirklich, mit Kranz und Schleier?
Er ist mir zwar ein bisschen zu linkisch und ich musste mir große Mühe geben,
ihn erst mal aufzulockern, aber dann... Ein Vesuv, ein Feuerwerk an
Leidenschaft, das, wovon ein Mädchen immer nur träumt.
Träumt? Aha, dann ist die Wirklichkeit enttäuschend gewesen.
Oh nein.
Also ich trau dem Frieden nicht ganz, du bist so merkwürdig stumm.
Naja, ich will nicht indiskret sein.
Allerdings... Ich habe vor dir keine Geheimnisse.
Nun, wenn du dich gar nicht entschließen kannst, mir zu vertrauen, vielleicht
halte ich dann auch etwas geheim.
Gut in Form ist der Ajax, wie der jetzt springt, nicht wahr, Mademoiselle?
Ja, Erik.
Seine Reiterin ist aber auch in Form, das muss man sagen.
Sein Weib ist es.
Reitet wie der Teufel.
Die fürchtet sich vor nichts und niemand.
Ich hüte ihn aber auch wie meinen Augapfel.
Jeden Morgen und jeden Abend wird er gestriegelt.
Was soll ich damit, Mademoiselle Florentin?
Hat das was zu bedeuten?
Ich verstehe nichts von solchen Finessen.
Hier, die hat eine Rasse weit wie sie auch gar nicht nötig.
Schon gar nicht, wenn sie rossig ist wie eine heiße Stute.
Das spürt ein Hengst meilenweit.
Sie erlauben, dass ich mich Ihnen vorstelle. Ich bin Simon Renard.
Nehmen Sie diesen kleinen Blumengruß. Ich danke Ihnen. Als Zeichen meiner
Verehrung für Sie. Ich darf wohl annehmen, dass ich nicht der Anlass
Besuches bin. Ich habe zwei reizende Nichten, die sehr umschwärmt werden.
Um ehrlich zu sein, Florentin ist der Anlass meines Besuches.
Zunächst müssen Sie mir gestehen, ob Ihre Absichten auch seriös sind. Meine
Werbung ist ganz legitim.
Als Erziehungsberechtigte bin ich verpflichtet zu prüfen...
Ob Sie den Ansprüchen genügen.
Verstehe. Ich darf Sie bitten. Mit dem größten Vergnügen, Madame de Crony. Ich
wüsste nicht, welche Prüfung mir lieber wäre.
Sie sind ein sehr einsichtiger junger Mann. Danke.
Und nun bitte die Tür links.
Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sich unserer Familie würdig erweisen.
Ich hoffe es. Nun, wir werden sehen.
Die Cronwitz gehört zu den ersten Familien.
Umso ehrenvoller ist es für mich, dass Sie mir Ihr Vertrauen schenken, Madame.
Nun gut.
Und spontane Sympathie ist nicht zu leugnen. Enfant.
Die Konsequenzen einer Vermehlung in jungen Jahren... Ich stehe in der Blüte
meiner Manneskraft. Die Erfüllung der weiblichen Wünsche ist demnach kein
Problem für Sie. Geben Sie mir die Chance, Madame, Sie davon zu überzeugen.
Eh bien, Sie haben die Chance.
Das macht mich außerordentlich glücklich.
Ich freute sowieso zu Ihnen, Madame.
Ein Wetter ist das heute wie für die Ernte gemacht.
Guten Morgen, Madame.
Guten Morgen.
Ich bin gekommen, um Sie zu fragen, ob ich den Weizen wieder auf dem Halm
verkaufen soll. Es kommt auch selber raus. Am Ende bringt es nicht weniger.
Ja, ja, richtig.
Und dieses Jahr vielleicht auch den Mais. Es wäre das Beste.
Es ist ja nicht mein, es ist Ihr Geldbeutel. Aber die Pferde kosten eine
Geld.
Irgendeine Leidenschaft hat doch jeder.
Wer sich's leisten kann, Madame.
So ist jedenfalls noch genug in der Scheune. Wenn wir das Getreide weiter
Heim verkaufen.
Überzeugen Sie sich selbst, dass ich hier noch da ist.
Bitte, Madame.
Und nicht stolpern Sie nicht.
Ihre Schuhe sind nicht für die Scheune.
Ich verschaffe mir mal einen Überblick.
Tun Sie das.
Fünf lagen da etwa tausend, macht ca.
5000 Beinen schon.
Um Himmels Willen, was ist mit Ihnen?
Aber Madame, sind Sie krank?
Warum antworten Sie nicht?
Na nun, das Herz schlägt.
Sie sind es schon.
Na, das ist ja allerhand. Das war vielleicht ein Schreck.
Wenn mir ein Mann gefällt, dann falle ich immer in Ohnmacht. Dann wird mir
prompt schwach. Ach, ich gefalle Ihnen.
Und deswegen brauchen Sie doch nicht in Ohnmacht zu sinken. Da können wir
Abhilfe schaffen.
Tag verwöhnt, mein trunkenes Auge. Und noch mehr, Monsieur, verwöhnt Sie der
Anblick meiner Nichte Julia.
Julia? Nun, wie gefällt es Ihnen, Monsieur Girard?
Wenn eine Göttin des Olymp vor ihm steht, was soll ein Sterblicher dann
Naja, er könnte sagen, meine Göttlich, ich will sie malen.
Nur zu gern.
Es kränkt Sie doch nicht, wenn ich Ihnen gestehe, dass sie mir nackt bestimmt
noch viel besser gefallen hat in diesem Kleid.
Nein, im Gegenteil.
Das Auge des Künstlers sieht den Körper nur im reinsten Licht.
Der Schmutz der Gosse kann eine nackte Maya nicht beflecken, solange sie das
Geschöpf aus des Meisters Hand bleibt.
Von dieser Stunde an sind Sie mein Geschöpf. Jeder
Zoll Ihres Leibes gehört mir.
Ihre Brüste sind meine Zufluchtsstätte.
Ihr tiefer, dunkler Schoß ist mein Verlies, mein Hades.
Aber Sie kennen meinen Schoß doch gar nicht und reden so komisches Zeug von
Brauchen Sie keinen körperlichen Kontakt mit Ihrem Modell?
Ich dachte, Künstler und Modell sind im wahrsten Sinne eins.
Wenn es der Wunsch der Göttin ist.
verschmelzen wir ihn eins.
Wie gut, dass du doch sterblich bist.
Gut, geht's weiter.
Wie schön Sie aussehen.
Mit diesem Hut.
Haben Sie sich lange hier nicht blicken lassen.
Es ist niemand im Haus und ich muss das Kleid wechseln.
Du musst mir helfen.
Es ist sehr schwül draußen heute und du weißt, ich habe Angst vor dem Gewitter.
Ich werde dir ein bisschen Gesellschaft leisten bei der Arbeit.
Du bist ein fleißiger Mann, Erik.
Ein bisschen schwer für dich allerdings.
Bei Florentin hast du nicht gezögert.
Frau?
Frau Oberst?
Da habe ich ja was gemacht.
Aber ich kriege hier keine Gerechtigkeit.
Wir haben geläutet. Wer sonst?
Madame. Ich möchte, dass du hier bleibst.
Sehr wohl, Madame.
Zieh dich auf.
Hast dich den ganzen Tag rumgetrieben, was?
Ich habe dem Gärtner geholfen.
Gärtner?
Also hast du es auch auf Baptiste abgesehen.
Ein richtiges Hörchen bist du.
Gaston, Eric und nun auch noch Baptiste. Du solltest etwas mehr auf dich halten.
Wenn du erst mal unter der Haube bist, dann kannst du tun und lassen, was du
willst. Also sei nicht dumm.
Aber ich fühle mich bei Ihnen am wohlsten, Madame.
Ach so.
Ich gefalle dir also immer noch.
Du gefällst mir ja auch noch.
Viel zu sehr fürchte ich. Und deshalb glaubst du, du kannst dir alles
rausnehmen.
Wer weiß, vielleicht hattest du sogar was mit dem seligen Obert.
Nein. Nicht? Dann hast du wohl gedacht, dass es die Mühe und die Anstrengung
kaum lohnt.
Das habe ich nicht. Du lügst doch. Ich bete Sie an.
Das ist auch eine Lüge.
Nein, das ist die Wahrheit.
Nein, nein. Warum sind Sie so misstrauisch, Madame? Ich brauche Ihre
Zärtlichkeit.
Verzeih mir.
Ja, aber Sie kränken mich immer.
Sei jetzt still.
Vielleicht sollte ich doch besser wieder gehen.
Nein, du bleibst bei mir.
Komm.
Ich will, dass du bei mir bist.
So wie es früher immer war.
Ja, da haben wir viel Spaß zusammen gehabt, nicht wahr?
Ich weiß nicht, es ist alles nicht mehr so wie damals.
Wir sollten wieder einen Kauzler haben, Madame.
Und meine Freiheit?
Die macht sie nur einsam. Aber jetzt dürfen wir nicht mehr grübeln, Madame.
Nana scheint mir eine kleine Philosophin zu sein. Jedenfalls hat sie recht mit
dem, was sie sagt. Du wirst von Tag zu Tag verbittert.
Du meinst auch, ich sollte mich wieder verheiratet haben? Wenn ich etwas für
Männer empfinden könnte und Witwe wäre, würde ich mir überlegen.
Du könntest es also verstehen.
Eigentlich bist du zu beneiden.
Obwohl du so attraktiv bist, bist du nie die Sklavin eines Mannes gewesen.
Deine Beine brächten jeden zum Atmen.
Wirklich? Mich selbstverständlich auch.
Du süßes.
Ach, Janine, du und ich.
Wenn ich doch nicht so anfällig wäre für männliche Reize. Das ist hier gerade
dein besonderer Charme.
Jeanne Cherie, du brauchst beides. Aber ich bin das seit deines Lebens. Und das
wird immer so sein, auch wenn du wieder heiratest.
Man könnte uns sehen. Gehen wir nach oben.
Ganz wie du willst.
Nehmen wir Rücksicht auf die Empfindlichkeit anderer. Komm, Cherie.
Voilà. Ich glaube, es ist niemand im Haus.
Hoffentlich.
Der Herr Verwalter, Madame.
Nein, doch nicht jetzt. Genau, meine Rede, aber er lässt sich nicht abweisen.
sagt, er müsse Sie unbedingt sprechen.
Du kannst gehen.
Es tut mir leid, Madame, dass ich hier so reinplatte.
Es gibt allerdings keinen Zeitpunkt, an den Sie ungelegener hätten kommen
können, als in diesem Augenblick.
Dann warte ich hier. Gut, aber schon.
Den Mann heiratest du nicht.
Wie bei einem nackten Frauen.
Liebling. Ah, Sie sind da.
Guten Tag, Mademoiselle Florentin.
Entschuldigen Sie, ich möchte mir nur ein Buch dort oben aus dem Regal nehmen.
Aber selbstverständlich.
Die Frau Oberst hat mir erlaubt, hier zu warten.
Ach so?
Wie immer.
nun wieder dieser Mirabeau.
Ah, da.
Kennen Sie den?
Laurets Erziehung. Aber Sie interessieren sich wohl nicht für
Literatur. Nicht direkt.
Der Herr Portnoy hat es erwünscht, dass ich es lese.
Ihr Verlobter, wenn ich nicht irre.
Ja, ja.
Aber setzen Sie sich doch. Dankeschön.
Sie kennen Mirabeau nicht?
Leider nicht.
Simon sagt, er lüftet den Schleier der Geheimnisse zwischen den Geschlechtern.
Aber die sind Ihnen sicher bekannt.
entzückend illustriert, nicht wahr?
Dass man früher auch schon so, ich meine so, so offenherzig war.
Viel mehr als heute.
Verglichen mit denen sind wir engstirnig und prüde. Sehen Sie sich das doch mal
an.
Könnten Sie sich vorstellen, dass man sie so malen würde mit Tante Jeanne?
Und mit Ihnen, Mademoiselle Florentin.
Oder hier mit Julia und mir.
Da würden sich die Leute das Maul zerreißen.
So galante Schöpfungen bringt heute keiner mehr zustande.
Von denen können wir wirklich etwas lernen.
Ja. Ach, schau.
Du verstehst.
Aber ich brauche dazu keine Bücher.
Das mit dem Verwalter war ein abgekartetes Spiel.
Du willst mir schaden.
Dafür wirst du bestraft.
Immer lassen sie ihren Zorn an mir aus.
Sie hier im Salon, Monsieur.
Sonst halten Sie sich doch immer in der Küche auf.
Ninette ist wohl anfeindend ausgegangen. Da habe ich mir gedacht, bringst das
Obst eben mal selbst rein zu Madame.
Wie aufmerksam.
Es ist mir ein ganz besonderes Anliegen, Madame zufriedenzustellen, weil ich sie
verehre, wenn ich das mal sagen darf.
Natürlich, Gaston, Sie dürfen.
Ich hoffe sehr, dass meine Beziehung zu Mademoiselle Ninette nicht stört, sonst
wäre ich entschlossen, die Kleine auf der Stelle aufzugeben. So liebt sie mir
auch ich.
Allerdings, das stimmt.
Trotzdem bitte ich Sie nicht zu vergessen, dass mir mehr daran liegt,
Gunst zu erhalten, Madame.
Ja, sehr hübsch gesagt.
Ich sehe, Sie glauben, dass ich nur Worte mache, aber es ist mir ernst,
wahrhaftig. Nun, ich denke, es lässt sich ohne Zweifel beweisen, ob es Ihnen
ernst ist.
Nicht wahr, mein Lieber?
Ohne Zweifel. Und ich bin bereit, sobald Sie es wünschen, den Beweis anzutreten.
Keine Eile. Ich hatte angenommen, dass unsere Überlegungen mehr theoretisch...
sind. Tja, ich bin ein Mann von Welt, Madame.
Und ich werde Sie in der Praxis kaum enttäuschen.
Es käme auf die Probe an.
Ja, da gibt es bei mir keinen Unterschied zum Küchenpersonal.
Ziehen Sie das Gefälligste in Betracht. Ja, selbstverständlich.
Also beweisen Sie, dass es Ihnen ernst ist.
Verzeihen Sie, ich bin etwas fokussiert, aber Sie haben mein Wort.
Geld.
hier ist, möchte ich sie auch mitkriegen.
Ja, sofort, Madame.
Von Madame.
Ich danke dir. Du kleine, möchtest du nicht deinen Augenblick hier bleiben?
will mich sonst so einsagen.
Oh, das ist die Eingangszeit in der Straße.
Mockanine. Bin schon dabei, meine Damen. Die Pferde müssen wir behalten.
Sie sind eine einzige Leidenschaft.
Das wäre katastrophal für die Apparate.
Der Oberst meinte immer, Pantejan hätte viele Leidenschaften.
Jetzt stoßen wir an auf drei glückliche Paare. Aber Champagner macht mich
melancholisch. Oh.
Mich spritze ich.
Du machst die Flasche auf. Ich beziehe dir unser Korrekt, dass Simon überwütend
wird. Alles in Deckung geben? So scharf gescholten. Aber bitte auf die Daumen.
Und damit war das Schicksal der Jungfrau besiegelt. Aber Gérard. Warum steigst
du da rein?
Bezähl mit dir. Von dir war nicht die Rede. Wenn ich bedenke, wie gestellst du
sonst Regeln? Kaum verlobt und schon Gardinenkönig. So fängt es an. Das Ende
wird schlimm.
Dazu lassen wir es gar nicht erst kommen.
Das kann ja heiter werden. Da hast du es, Gérard. Schrecklich.
Mädchenträume zerstört.
Frauenmörder, Prost.
Die lebenden.
Kinder, diese Verlobungsfeier stellt alles auf den Kopf. Und jetzt hält Tante
Jeanne eine Rede.
Drei Paare haben das Glück, sich für alle Zeiten gefunden zu haben. Und wenn
meine lieben Nichten auch geglaubt haben, ich wäre ein bisschen zu streng.
So werden Sie mir doch beim Anblick dieser repräsentablen Männer, die Sie
nun an durchs Leben begleiten werden, insgeheim dankbar sein und wissen, dass
die Strenge gut war für Ihr Wohlergehen. Ich habe Sie zu begehrenswerten
Geschöpfen verwandelt, die umworben wurden.
Mein ganz besonderes Glück ist es gewesen, nach langer Abstinenz, die mir
die Witwinschaft auferlegt wurde, wieder einen Mann zu finden, der mir die Liebe
zum aufregenden Erlebnis gestaltet.
Liebste, ich danke dir für dieses Kompliment. Ich hoffe, ich werde mich
Florentins würdig erweisen. Und ich Julia.
Darauf trinken wir.
Willst du mich zum Mann nehmen?
Ach, das erste vernünftige Wort von dir. Komm, wir sagen es mal dann.
Bravo. Ich gratuliere Jean, dir auch. Wir werden herrliche Flitterwochen
verlegen. Ja, Frau Oberst, wir bitten um Ihren Sinn.
Von nun an wirst du ihm lieben, ihm dienen und ihm eine gute Frau sein.
Irgendwann kommt wohl jede Frau mal zur Vernunft. Ich bin soweit. Adieu.
Und falls dein Gatte sich nicht ganz so aufführt, wie du es dir wünschst, wir
nehmen dich immer wieder auf. Keine Angst, Madame, den ziehe ich mir schon.
Nur heran, Gaston, ich fange gleich damit an.
Du böse Magier, dann warte mal, ich werde mich rächen.
nicht komme, wenn ich streike. Sherry, was dann?
Das tust du nicht.
Abwarten.
Das stehe ich nicht durch, Ninette. Das siehst du.
Du bist doch ein Mann.
Es kommt ganz auf die Frau an.
Also ich hoffe, du gewöhnst dir auch einiges ab.
Das ist wieder unser alter Simon.
Typisch. Ich hätte es direkt vermisst, wenn die Bewerber nicht... fallen wir.
Entscheiden.
Ist offenbar sein Charakter.
Wenn alles auf mir rumhackt, du verzeih mich nicht. Vielleicht.
Meine süße kleine Braut hat mir verziehen.
Gitterfilou. Sagen Sie nicht vielleicht.
Komm, Kindchen, wir ziehen uns vor.
Aber sag diesen Leuten bitte vorher, dass du mir von ganzem Herzen verzeihst.
Ja. Wie ihr hört, bin ich rehabilitiert und sehe wundervollen Freuden entgegen.
Es ist doch etwas Eigenartiges mit den Männern.
sicher wir wollen uns nicht schreiben wir wollen uns lieben ziemlich aus
weil
sie
so prüfen dann keine arbeit statt wenn ich erst bei dir bin zeige ich mich so
ungeahnt
Allmählich wird es ja noch für uns Zeit, Göttin.
Ich brenne, Frau Neude.
Wir bitten Sie, um Erlaubnis, mich verabschieden zu dürfen, etwa ein
Gute Nacht, Herr Verwalter. Gute Nacht.
Sie sind wirklich göttlich.
Gute Nacht.
Wir bleiben noch ein wenig zusammen, nicht wahr, Nana?
Gern, Frau Marquise.
Dann schlage ich vor, dass wir jetzt einen Tapetenwechsel vornehmen.
Ja.
Ich will, dass wir noch gar nichts stören, die Ironie müssen wir
Sie werden uns nicht verletzen. Ich bin mir ohnehin recht überflüssig
vorgekommen.
Du hast sogar die höchste Beine und eine ganz hübsche Figur am Effektiv.
Das hat der Oberst auch immer gesagt. Ja, aber der weitere Verlauf des Abends
wird sich anders gestalten.
Du könntest mir einen Gefallen tun, Jean, und mich nie mehr an ihn erinnern.
Abgemacht. Auf diese Versprechen trinke ich. Ich trinke auch ohne Glück.
Die Vergangenheit ist begraben. Frau Oberst hat Madame Schmutzler.
Du wirkst in diesem Kleid so aufregend schön, dass ich mich kaum entflingen
kann.
Aber die sind doch längst alle im Bett.
Wenn sie eins gefunden haben, dich macht die Liebe wohl taub.
Siehe.
So,
jetzt sollen die da draußen machen, was sie wollen.
Ich ziehe dir das aus.
Nein, das mache ich schon selber.
Ah, ich sehe, weshalb du dir das aufreizende Kleid anbehalten wolltest.
Ja?
Schon Ersatz für die Frau Oberst, Nana?
Dem werden wir es mal zeigen.
Wie bitte, Erik?
Eric, wer braucht denn einen Ersatz für Madame?
Du oder ich?
Er wohl.
Oh, Eric.
Oh, nein.
Ich kann nicht mehr.
In diesem Augenblick der Erschöpfung ist der Marquise de Coq -Quichon endlich
der Kronleuchter aufgegangen.
Und sie hat das Handtuch geworfen. Ein Mann ist eben doch ein Mann.
Madame Jeanne Schmutzler ist mit jedem heiten Atemzug ihres neuen Garten
offenbar geworden, dass sie die richtige Wahl getroffen hat. Ihr ständiges Auf
-der -Lauer -Sein ist einer schwanengleichen Ruhe gewichen.
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