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* bedrückende Streichmusik *
* zarter Chorgesang *
* weiter bedrückende Streichmusik *
* weiter zarter Chorgesang *
Geht schon, geht schon. Langsam.
Da ist jetzt so eine Rampe. Okay.
Ich mache das, vielen Dank. Prego.
Hi, Massimo. Hi.
Grazie! Ciao!
Okay. Dann erst mal die Tür aufmachen.
Okay...
Kannst du die nehmen? Danke.
Ganz schön eng.
Das geht nicht. Was?
Ich habe das abgemessen. Versuchen wir es mit dem Sitz.
* Er ächzt. *
Spannend.
In die Fünf? In die Fünf.
* Ein Aufzug läutet. *
(Frau) Ups.
Buongiorno. - Buongiorno.
Scusame... * Sie spricht Italienisch. *
Ah.
Ciao. Ciao.
Okay. So. Gib mir doch mal die...
Okay.
* Karla seufzt. *
Geht es? (ächzend) Okay.
Grazie.
Ciao. Ciao, ciao.
Du hättest dir doch eine andere Wohnung suchen sollen.
Ist schon okay. Nur auf Dauer brauchen wir eine andere Lösung.
Ja. Ups. * Handyklingeln *
Du kannst ruhig rangehen. Nee, ich habe mir freigenommen.
Heute Abend wegen der Sondierungs... Ah!
Schau mal, das hier ist für die Badewanne.
Ich habe das schon ausprobiert. Und hier das ist für die Toilette.
Die Küche muss natürlich umgebaut werden.
Das kriege ich schon hin. Nee, das ist ja viel zu hoch.
Ich wollte das mit dir besprechen, welches Design und...
* Handyklingeln * Dieser ganze Aufwand...
Ja.
Wir hatten gar nicht abgestimmt, ob ich in Rom bleibe.
* Handyklingeln *
Das verdammte Telefon, geh doch mal ran.
Frau Schneider, was ist denn?
(seufzend) Okay. Dann komme ich jetzt, ja?
Ja. Jan, es tut mir leid, aber ich muss jetzt doch los.
Ist okay? Ja.
* treibende verheißungsvolle Musik *
Frau Schneider.
Tut mir leid, Herr Hauser hat darauf bestanden,
Sie persönlich zu treffen und ließ sich nicht verweisen.
Zumal alle mit dem Empfang heute beschäftigt sind.
Ja, danke, Frau Schneider. Ich spreche mit ihm.
Und dann soll bitte Frau Richter übernehmen.
Hat sich leider heute Morgen krankgemeldet.
Herr Hauser. Hallo.
Guten Tag. Lorenz. Hallo. Hauser.
Setzen Sie sich bitte.
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Ich hätte keinen Aufstand gemacht, wenn es nicht wichtig wäre.
Der Reihe nach. Was ist denn passiert?
Luisa Bartel ist eine alte Freundin von mir.
Die ist Nonne bei den Patroninnen der Jungfrau Maria.
Das ist ein alter Nonnenorden, ein deutscher.
Ja, der ist mir bekannt.
Wir waren verabredet heute Morgen, weil sie wegwill
aus dem Kloster, aber sie ist nicht aufgetaucht.
Was heißt das, sie will weg?
Ja, sie will raus aus dem Orden, ihr Leben als Nonne aufgeben.
Ich glaube, da hat wer was dagegen. Ein Kloster ist kein Gefängnis.
Nur, damit Sie Bescheid wissen: Wir haben das wochenlang geplant.
Sie will weg mit einer Nonne. Schwester Sophie Michels.
Kann es sein, dass sie es sich anders überlegt haben?
Ich habe versucht, sie anzurufen. Handy ist aus.
Mhm.
Und hat sie Ihnen gegenüber gesagt,
warum sie den Orden verlassen möchte?
Vor vier Wochen hat sie mich angerufen, in der Nacht.
Hat mich gefragt, ob ich ihr helfen kann.
Sie hatte Angst am Telefon, konnte kaum sprechen.
Moment, vor was hatte sie denn Angst?
(seufzend) Ja. Ich komme da selber nicht weiter.
Der Orden gibt mir keine Auskunft.
Ich glaube, ihr ist was Schlimmes passiert.
In dem Orden. (nachdenklich) Mhm.
Können Sie mir bitte helfen?
(seufzend) Okay, gut. Ähm...
Frau Schneider?
* dynamische spannende Musik *
Jan, ich bin's. Du, das tut mir wirklich leid.
Wegen der Unterbesetzung
und der Veranstaltung in der Botschaft
wird das hier länger dauern.
Ich weiß nicht, ob ich es vorher nach Hause schaffe.
Es tut mir leid. Ich hoffe, es geht dir gut.
Bis später. Tschau.
Salve.
Guten Tag. Kann ich Ihnen helfen?
Mein Name ist Karla Lorenz.
Ich bin die deutsche Botschafterin in Rom.
Ich würde gern mit Schwester Luisa Bartel sprechen.
Ähm, eine Sekunde. Ich rufe die Oberin an.
"Ich weiß nicht, ob ich es vorher nach Hause schaffe.
Es tut mir leid. Ich hoffe, es geht dir gut.
Bis später. Tschau."
Guten Tag.
Guten Tag.
Ich bin Miriam Strauß, die Oberin des Ordens.
Karla Lorenz. Freut mich. Mich auch.
Bitte, setzen Sie sich doch.
Ich wollte nicht zu Ihnen. Ich wollte zu Luisa Bartel.
Ein Freund von ihr hat die Botschaft kontaktiert,
weil er sich Sorgen um sie macht.
Er bekommt keine Auskunft von Ihnen, sagt er.
Herr Hauser ist kein Familienangehöriger,
drum ging das nicht.
Aber wir waren dabei, die deutsche Botschaft zu informieren.
Schwester Luisa hat sich dazu entschlossen,
ihr Leben zu beenden.
(ungläubig) Was? Ja.
Sie hat sich aus dem Fenster ihres Zimmers gestürzt.
Das ist für uns alle ein Schock.
* geheimnisvolle Musik *
Sie wissen, dass sie vorhatte, heute den Orden zu verlassen?
Nein. Das ist, äh, komplett neu für mich.
Sie sind sicher, dass es sich um Suizid handelt?
Wir können einen Unfall nicht ausschließen,
aber wir können ausschließen, dass jemand weiterer involviert war.
Gut, das wird eh die Obduktion ergeben.
Nun, eine Obduktion wird es nicht geben.
Die Polizei hat keine Obduktion veranlasst?
Wir haben die Polizei nicht involviert.
Was?
Wenn Sie so nett wären und dem Freund mitteilen,
dass die Beerdigung morgen Nachmittag ist?
Morgen Nachmittag? Mhm.
Herr Hauser hat mir erzählt, dass Luisa hier im Orden
eine sehr enge Freundin hat.
Schwester Sophie. Schwester Sophie, ja.
Ich würde gern mit Schwester Sophie sprechen.
Das halte ich für keine gute Idee. Schwester Sophie geht es nicht gut.
Sie war die, die Schwester Luisa gefunden hat.
Ich befürchte, es ist mir ein großes Anliegen,
mit Schwester Sophie zu sprechen.
Dann kommen Sie mit, bitte.
* angespannte Musik *
(Miriam) Sie wird gleich hier sein. - Grazie.
"Sancta Maria Auxilium". Mein Latein ist eingerostet.
Sancta Maria, die Heilige Maria...
Auxilium, auxilii, die Hilfe.
Die Hilfe? Die Hilfe der Christen.
Sind Sie gläubig? Nein. Atheistisch aufgewachsen.
Fehlt Ihnen nicht etwas? Ehrlich gesagt nein.
* düstere verheißungsvolle Musik *
Sophie?
Guten Tag, Sophie. Ich bin Karla Lorenz.
Ich bin die deutsche Botschafterin.
* Die Nonnen beten. *
Frau Oberin? Ich würde sehr gerne mit Sophie alleine sprechen.
Danke.
Es tut mir leid, was mit Luisa passiert ist.
(erstickt) Danke.
Ich bin hier, weil ein deutscher Staatsbürger
in die Botschaft gekommen ist und um Hilfe gebeten hat.
Michael Hauser ist ein Freund von Luisa und Sie kennen ihn auch.
Nein.
Nicht persönlich.
Aber Luisa hat oft von ihm erzählt.
Dann wissen Sie ja auch sicher, dass Luisa und er Pläne hatten,
heute Morgen das Kloster zu verlassen?
Und wenn ich richtig informiert bin, galt das auch für Sie.
Davon weiß ich nichts.
Hatten Sie das Gefühl,
dass es Luisa in letzter Zeit nicht gut ging?
War sie depressiv? Ist was passiert?
Ich weiß es nicht. - Frau Botschafterin.
Ja? Ich denke, das ist jetzt genug.
Das ist alles sehr viel für sie. Sie braucht Stille.
Sophie? Wenn Sie so freundlich wären.
* angespannte Musik *
* treibender Rhythmus *
Nie im Leben hat die sich selber umgebracht.
Nie im Leben! Da sind Sie sich ganz sicher?
100 Prozent.
Wir können die nicht einfach davonkommen lassen.
Danke, dass Sie so schnell Zeit hatten.
Darf ich vorstellen: Ricarda Motte, Hauptkommissarin.
Herr Hauser. Hallo.
Würden Sie am Empfang warten? Natürlich.
Ich möchte mit ihr alleine sprechen.
Und? Was denken Sie? Schwierig.
Ich werde nicht viel tun können.
Ich habe den Bericht der Notfallsanitäter
und die Verletzungen deuten darauf hin,
dass sie durch den Sturz gestorben ist.
Jemand könnte sie gestoßen haben. Eine Nonne?
Klingt komisch, aber auszuschließen ist es nicht.
Wir brauchen eine Obduktion. Und Schwester Sophie.
Sie hat um Hilfe gebeten.
Ich brauche einen Verdacht.
Ohne kann ich weder Staatsanwalt noch Richter überzeugen.
Das muss ich, wenn ich eine Obduktion will.
Bis morgen.
Ich habe gehört, Jan wurde aus der Reha entlassen?
Ja, heute.
Nach wie vor keine Spur?
Von dem, der auf ihn geschossen hat?
Tut mir leid, leider nicht. (enttäuscht) Okay. Danke.
Zeit für einen Cappuccino? Leider nein.
Bis bald!
* bedrückende Musik *
* Rufe von draußen. *
* dynamische traurige Musik *
(seufzt genervt) Gott.
Sie werden in zehn Minuten unten erwartet.
Zehn Minuten? Vielen Dank. Zehn Minuten.
Hatte Luisa irgendetwas erwähnt,
warum sie den Orden verlassen möchte?
Ich bin mir sehr sicher, dass sie sexuell missbraucht wurde.
Was? Sie hat immer Anspielungen gemacht:
Sie kann keine Patronin der Jungfrau Maria mehr sein,
weil sie selber ...
keine Jungfrau mehr ist, unfreiwillig.
Wieso sagen Sie das jetzt erst? Wir wären ganz anders vorgegangen.
Ich wusste ja nicht, dass sie tot ist.
Ich hatte versprochen, dass ich das nicht erzähle.
* schwere bedrückende Musik *
Ich, äh...
Ich muss da jetzt runter. Ah ja. Schönen Abend noch.
Hier, Ihre Rede. Danke, Frau Schneider.
Frau Schneider! Frau Schneider.
Rufen Sie in der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl an
und sagen Sie Peter Renner, dass ich ihn heute sprechen muss.
Es ist wichtig. Gut.
Herr von Dorssen. Hallo.
Frau Botschafterin. Schön, Sie zu sehen.
Ja, wir erwarten Sie bereits seit einer Weile.
Sie hatten Wichtigeres zu tun?
Gratuliere zur Beförderung. Vielen Dank.
Schön, dass Sie mit den Sondierungsgesprächen
einen guten Auftakt für Ihre neue Funktion finden.
Nichts ist wichtiger als die Sicherung
der deutschen Energieversorgung.
Schön, dass Sie da sind.
* spannende melodische Musik *
Frau Botschafterin. Herr Botschafter.
Ich gebe Ihnen nicht die Hand, ich schwitze.
Danke für das spontane Treffen.
Tut mir leid, dass wir uns so treffen.
Ich war schon los, als Ihre Sekretärin anrief.
Sieht gut aus. (lacht) Danke.
Was kann ich für Sie tun?
Es gibt eine Sache, da brauche ich Sie.
Aha?
Und zwar geht es um den Orden
der Patroninnen der Heiligen Jungfrau Maria.
Ich bin über den Tod der Nonne informiert.
Bei jedem anderen Orden wäre ich misstrauisch.
Aber hier nicht?
Die Patroninnen der Jungfrau Maria
sind das Fortschrittlichste der katholischen Kirche.
Absurd zu glauben, dass da ein Mord vertuscht wird.
Die Schirmherrschaft hat Kardinal Köhlbauer? Genau.
Wir haben es mit einer Verstorbenen zu tun
und einer jungen Frau, die mich um Hilfe gebeten hat.
Nein. Die Polizei sieht keinen Grund für Ermittlungen.
Und was soll ich mich da jetzt einmischen?
Na ja, wie ich höre, sind Sie eng mit dem Kardinal
und aufgrund Ihrer Position gut vernetzt im Vatikan.
Ich weiß nicht, wo das Problem ist.
Wie stellen Sie sich das vor?
Soll ich auf eine Obduktion drängen?
Ja, ich sehe keine andere Wahl.
Ich werde mich wegen so was
nicht mit einem mächtigen Mann im Vatikan anlegen.
Und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Berlin das will.
Es tut mir leid. Ich kann Ihnen nicht helfen.
Ich frage mich, ob Sie so halbherzig sein würden,
wenn es um Ihre Tochter gehen würde.
* traurige angespannte Musik *
Jan?
Was machst du? Was wohl?
Es tut mir leid. Du musstest arbeiten, war klar.
Ja, aber ich wollte an deinem ersten Tag dir helfen.
Ich brauche keinen Babysitter,
aber es wäre schön gewesen, wenn wir besprochen hätten,
wie ich rauskomme.
Eine Nachbarin musste mir helfen.
Du wolltest raus? Brauche ich Erlaubnis?
Nee, ich bin nur überrascht.
(genervt) Ach nee, diese scheiß Kaffeemaschine, ja?
Die hat mir heute den Rücken gebrochen.
Uns reicht doch so ein Kocher für den Herd.
Schmeckt der Espresso am besten.
Eine super Idee. Ein Glas Wein?
Karla, ich werde mein eigenes Leben führen.
Und ich muss für meine Physiotherapie
regelmäßig in die Reha fahren.
Vielleicht komme ich wieder auf die Beine. Nicht so viel.
Klar kommst du wieder auf die Beine.
Meine Sicherheitsbeamten können dir sicherlich auch helfen.
Für die erste Zeit hilft mir deine Nachbarin.
Die ist wirklich sehr nett.
Karla, die wollten mich umbringen.
Ich kann das nicht einfach so auf sich beruhen lassen.
(traurig) Ja.
* melancholische Musik *
(flüsternd) Schön, dass du da bist.
* verheißungsvolle Musik *
Tre pomodori.
Guten Morgen.
Ich habe mir Sorgen um Sie gemacht.
Buongiorno. Due, per favore.
Ich möchte Ihnen helfen.
Ich bin mit der Polizei in Kontakt.
Die brauchen aber mehr Informationen.
Können Sie mir sagen, wie es zu Luisas Tod kam?
Was ihr im Kloster passiert ist?
Grazie.
Da ist meine private Handynummer drauf.
Und Sie können mich jederzeit anrufen. Egal wann.
* düstere Musik *
* Eine Nonne ruft auf Italienisch. *
Melden Sie sich.
* spannende Musik *
* Nachrichtenton *
"Ich habe mich gewehrt dieses Mal."
Luisas Video.
Die sich angeblich aus dem Fenster gestürzt hat.
* Luisa schluchzt. *
Okay, von welcher Nummer kam das? Das ist doch klar.
Nein, das ist nicht klar. Nicht unbedingt.
Sophia! * Sie spricht Italienisch. *
Ich lasse die überprüfen. Uns läuft die Zeit weg.
Klar, aber ich muss meinen Job machen.
Grazie. Ich weiß nicht, ob ich bis zur Beerdigung was erreiche.
Das ist schon heute Nachmittag.
Vielleicht kriege ich den Staatsanwalt dran.
Sie wissen, wie lange das dauert. Sie tun alles?
Ja, natürlich.
Bitte schön.
(von Dorssen) Ich probiere es gleich, danke.
* Handyklingeln *
Herr von Dorssen. Frau Botschafterin.
"Das ist ein ganz schlechter Zeitpunkt."
Ich melde mich später, ja? Danke.
Frau Botschafterin. Herr Renner.
Herr Hauser. Mein Beileid.
Karla, ich möchte Ihnen
Kardinal Thomas Köhlbauer vorstellen.
Karla Lorenz. Herr Kardinal.
Es ist zwar ein trauriger Anlass, aber ich freue mich, Sie zu sehen.
Johannes Chromer, mein privater Sekretär.
Freut mich. Tag.
Sie können sich bei ihm melden, wenn wir etwas tun können.
Gut zu wissen. Vielen Dank.
Und der Freund der Verstorbenen? - Ja.
Ich habe noch Fragen zu ihrem Tod. - Geht mir genauso.
Ich habe mit Schwester Miriam gesprochen,
dass wir eine interne Ermittlung durchführen.
Intern... * Chorgesang *
* angespannte Musik über Chorgesang *
Liebe, verehrte Schwestern der Patroninnen der Jungfrau Maria.
Liebe Mitarbeitende des Klosters, liebe Trauergemeinde.
Der Tod von Schwester Luisa ist erschütternd
und erfüllt uns mit tiefer Trauer.
Ein Kardinal, der die Beerdigung leitet.
Ja, ich wundere mich auch.
...immer wieder eine Bibelstelle in den Sinn.
Paulus schreibt...
* treibende spannende Musik *
"...nicht, dass ich es schon ergriffen habe
oder schon vollkommen sei.
Ich jage ihm aber nach, ob ich es wohl ergreifen könnte,
weil ich es von Jesus Christus..."
Tut mir leid, Eminenz,
aber ich muss den Leichnam für eine Obduktion abholen.
* weiter treibende Musik *
Es kann bis morgen dauern, bis ich die Ergebnisse habe.
Dass der Kardinal hier war, bedeutet...
...dass der Vatikan auf diesen Fall schaut.
Was nicht hilfreich für uns ist.
Die Nummer von dem Video... Sophie.
Wie Sie erwartet haben.
Ich melde mich, sobald ich was weiß.
Ach, können Sie das Jan geben?
Er weiß Bescheid. Okay.
* Ricarda spricht Italienisch. *
Diamo!
Sie können mitfahren.
* Eine Tür fällt zu. *
Stell dir vor: Motte konnte eine Obduktion erwirken.
Sehr gut.
Glaubst du, du findest da irgendwas?
Du hast doch schon die Zeit in der Reha damit verbracht.
Ja, sonst würde ich es ja gar nicht erst versuchen.
Das hier ist von Motte. Ich nehme an...
Danke. ...auch dafür.
* melancholische Musik *
* weiter melancholische Musik *
(flüsternd) Schlaf nur.
(Hauser) In diesem Orden zu sein, als Nonne, das war alles für sie.
"Ich bin mit Jesus verheiratet." Das hat sie mir mehrfach gesagt.
Das ist nicht jemand, der eine Affäre hat.
Ist ja nichts Neues, dass sich Priester
an Nonnen vergreifen oder Messdienern.
Ich dachte, wir glauben den Opfern.
Es geht nicht um das Glauben,
sondern um das, was ich beweisen kann.
Luisa wurde vergewaltigt, ist doch klar!
Sophia? Fammi un favore.
Accompagna il Signor Hauser.
Vielen Dank, Herr Hauser.
Ich verstehe ihn. Wir haben zu wenig.
Zu wenig in der Hand.
Obwohl die Obduktion aufschlussreich war.
Luisa Bartel hat diese Kampfspuren am ganzen Körper.
Passend zu dem Video, was Sie bekommen haben.
Wie alt sind diese Verletzungen?
Die sind mehrere Tage alt. Sind also vor dem Tod passiert.
Gibt es denn Hinweise auf sexuellen Missbrauch?
Auf Geschlechtsverkehr.
Es gibt Hämatome am Inneren der Oberschenkel,
im Schambereich, aber es gibt keine Spermaspuren,
keine fremden Haare, keine DNA, nichts Verwertbares.
Und was heißt das jetzt?
Das könnte heißen, dass sie nach dem Sex direkt geduscht hat
oder er hat ein Kondom benutzt.
Aber: Eine Vergewaltigung können wir nicht ausschließen.
Nein, aber auch bei einvernehmlichem Sex
kann es zu blauen Flecken kommen.
* Handyklingeln *
Das ist Sophies Nummer hier.
Sophie? * ersticktes Atmen *
(besorgt) Sophie? Hörst du mich?
"Aua." Sophie, wo bist du denn?
"Lass mich." * Gläserklirren *
* Sophie schreit erstickt. *
Sophie, wenn du kannst, sag was.
* Freizeichen *
Wir müssen los. Kommen Sie.
* treibende angespannte Musik *
Bereit? Ja.
Buongiorno. Sono la commissaria Motte.
Wir müssen mit Schwester Sophie reden. Wo ist sie?
Ich weiß nicht. Warten Sie hier, ich rufe die Oberin.
Nein, wir wollen die Oberin nicht sprechen.
Ich muss sie anrufen.
Sie ist noch nicht hier, sollte aber kommen.
Können Sie uns nicht zu Schwester Sophie bringen?
Frau Botschafterin? Was soll denn diese Aufregung?
Wir müssen Schwester Sophie sprechen.
Warum, wenn ich fragen darf?
Wir haben einen beunruhigenden Anruf von ihr bekommen.
Und nach Schwester Luisa wäre es sinnvoll,
wenn Sie uns sofort zu ihr bringen würden.
Um jeden Verdacht vom Kloster abzuwenden.
Ich weiß nichts von dem Anruf, aber von ihr kam er nicht.
Schwester Sophie ist heute abgereist.
Sie hat eine Stelle in einem Schwesternkonvent in Caracas.
Bitte?
Wir haben einen sehr regen Austausch
mit diesem Schwesternkonvent.
Sophies Reise dorthin war lange geplant.
* geheimnisvolle Musik *
Ausgerechnet jetzt? Das glauben Sie ja selbst nicht.
Die Nonnen in Caracas müssen sich bewerben.
Diese Stellen sind sehr begehrt.
Kommen Sie, ich zeige Ihnen gern die Bewerbung von Schwester Sophie.
Und es ist auch reiner Zufall, dass sie zwei Tage,
nachdem ihre Freundin gestorben ist, abfliegt?
Wir haben uns Gedanken gemacht, ob der Zeitpunkt richtig ist.
Aber gerade jetzt ist ein Tapetenwechsel für sie wichtig.
Wann genau ist sie abgeflogen und wann landet sie?
Ich bin nicht sicher. Heute Morgen.
Ich möchte mit ihr sprechen, wenn sie da ist. Dafür sorgen Sie.
Wenn Sie das wünschen. - Ja, das wünschen wir.
* unheilvolle Musik *
Das stinkt bis zum Himmel, oder? Ja.
Bester Grappa. Okay.
Salute. Salute.
Motte.
Karla.
Gut? Nicht schlecht.
(seufzend) Okay.
Danke schön. Gerne.
Rufst du an, wenn es was Neues gibt?
Ich rufe an, wenn es was Neues gibt. Schönen Tag.
Tschüss, Motte. Tschüss, Karla.
Es tut mir leid, ich konnte nichts machen.
Was ist denn? Er hat mit Berlin telefoniert.
So viel habe ich gehört. Er hat sich nicht nett über Sie geäußert.
Regen Sie sich nicht auf.
Herr von Dorssen. Hallo.
Sie können mich nicht einfach so abwürgen und ...
mich hier ewig warten lassen.
Da haben Sie vollkommen recht. Tut mir leid.
Aber es war ein Notfall. Das habe ich schon gehört.
Botschafter Renner und ich, wir kennen uns seit Jahren.
Wie laufen die Verhandlungen? Schleppend.
Deswegen bin ich hier. Mhm.
Die Italiener machen Probleme.
Sprechen Sie mit der wirtschaftlichen Abteilung.
Leider hat sich deren Verhandlungsposition
als komplett anders entpuppt.
Willkommen in Italien. (lacht)
Das läuft immer anders als besprochen,
aber es gibt für alles eine Lösung, das ist das Schöne.
Vielleicht sollten Sie der Sache mehr Aufmerksamkeit schenken.
Was soll das heißen, Herr von Dorssen?
Unruhe stiften mit dem Staatssekretariat
ist Ihnen offensichtlich wichtiger.
Ich weiß nicht, was das mit uns ist, aber was halten Sie davon:
Sie kümmern sich um Ihre Angelegenheiten
und ich bin für meinen Aufgabenbereich zuständig.
Genau das erwartet Berlin. Genau.
* Handyklingeln *
Schönen Tag.
* Karla seufzt. *
Motte.
Ich habe mit Caracas gesprochen. Die haben Sophies Reise bestätigt.
Was ist mit den Passagierlisten? Das kann dauern.
Aber ich bin dran. Ähm, was anderes:
Gibt es die Möglichkeit, über die Botschaft rauszufinden,
"ob es noch Verwandte gibt
oder Freunde, denen sie sich anvertraut hätte?"
Ja. Frau Schneider. Ich bin dran.
Wenn ich einen Amtshilfeantrag nach Deutschland stelle,
"dann kann das ewig dauern."
Bin schon dran. Was ist denn mit dem Handy von Schwester Sophie?
"Wird das schon geortet?" Nein.
Was? Wieso denn nicht?
Weil ich einen richterlichen Beschluss brauche.
"Ohne Anhaltspunkte, ob sie freiwillig im Flieger sitzt"
oder als vermisst gilt, bin ich handlungsunfähig.
Aber da ist Gefahr in Verzug. Verstehe ich nicht.
Ich muss mich kurz um was anderes kümmern. Ich melde mich.
Okay, bis später.
Mach's gut. Tschau, tschau.
* Sophia spricht Italienisch. * Okay.
* treibende geheimnisvolle Musik *
Schwester Sophie ist ab sofort offiziell als vermisst gemeldet.
Von wem?
Von mir.
Sehr gut gemacht, Frau Lorenz.
* melancholische Musik *
Jan? Hey, ich bin's.
Ich wollte einfach mal hören, was du machst und wie es dir geht.
Bis später.
Frau Schneider. Frau Botschafterin.
Sophie Michels... Ja?
...hat eine Mutter und Geschwister in Flensburg.
Vater unbekannt. Wir haben Kontakt zu ihr aufgenommen.
Sie hat Sophie vor vier Jahren zuletzt gesprochen.
Der Kontakt zur Familie ist komplett abgebrochen.
Hier ist der Kontakt, um den Sie mich gebeten haben.
Pascal Martin. Ah.
Jesuit und, äh, er ist Leiter einer Organisation
für Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche.
In einer Stunde hat er Zeit. Frau Schneider, perfekt.
Ihre Termine heute Nachmittag sage ich alle ab?
Ja. Gut.
* düstere unheilvolle Musik *
Frau Botschafterin. Vielen Dank für Ihre Zeit.
Willkommen. Vielen Dank.
Wenn ein Bischof, Priester
oder ein anderer Stellvertreter Gottes auf Erden
sich an einer Nonne vergreift... Dann, und das ist ein Problem,
kommt es nicht nur zum sexuellen Missbrauch,
sondern auch zu einem spirituellen.
Natürlich.
Die Nonnen müssen verstehen,
dass das, was ihnen da passiert ist, falsch war.
Viele der Täter begründen ihre Übergriffe
mit ihrer spirituellen Arbeit.
Die Nonne habe ihnen geholfen, Entspannung zu finden
und so besser Gott dienen zu können.
Schlimm wird es, wenn sie schwanger wird.
Wie geht ein Orden in der Regel damit um?
Meistens wird ihr eine Abtreibung nahegelegt.
Eine Ordensschwester kann schlecht im Kloster ein Kind großziehen,
oder sie muss die Gemeinschaft verlassen.
Und steht vollkommen mittellos da.
Weltlich aber auch spirituell, genau.
Grazie.
Grazie.
Wenn eine Nonne also schwanger wird,
dann muss sie sich irgendwem anvertrauen.
Ich nehme an, der Oberin? Na ja.
Leider ist es oft so, dass die Nonnen nicht gehört werden
und wenn, bekommen sie große Gegenwehr
von anderen Mitgliedern des Ordens und gelten als Nestbeschmutzerin.
Das heißt, sie sind nicht nur Opfer,
sondern werden allein gelassen.
Mich macht das betroffen,
dass so etwas in unserer Kirche passiert und...
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den Opfern zu helfen.
Umso mehr brauche ich jetzt Ihre Hilfe.
Ja, der Orden der Patroninnen der Jungfrau Maria
ist ein sehr moderner Orden.
Mhm. Ich kenne die Oberin.
Die arbeitet jeden Tag an ihrer Habilitation in der Bibliothek.
Kennen Sie auch wen, der den Orden verlassen hat,
genau aus diesen Gründen?
Das wäre für mich hilfreich. Nein, leider nicht.
Aber ich kann mich umhören. Das wäre wichtig, ja.
Vielen Dank.
(Motte) Da bist du ja.
Ich versuche seit einer Stunde, dich zu erreichen.
Man hat mir gesagt, dass du zu Hause sein müsstest.
Setz dich doch. - Ja, komm.
Es gibt neue Ergebnisse.
Also: Schwester Sophie stand auf keiner Passagierliste
und sie ist definitiv nicht heute von Rom aus irgendwo hingeflogen.
Zum Glück konnten wir ihr Handy orten.
Dank deiner Vermisstenanzeige.
Nach dem Anruf mit den Kampfgeräuschen
war es noch 45 Minuten an.
Das war zur selben Zeit, als wir im Orden waren.
Deswegen hat uns die Oberin so lange warten lassen.
Wahrscheinlich, ja.
Zeitgleich hat dieser Wagen den Orden verlassen.
Es gibt Überwachungskameras um das Kloster.
Und auf der Autobahn haben wir den Wagen geortet.
Ich denke, wir sollten die Oberin zur Rede stellen.
Okay.
Entschuldigung.
Es tut mir leid, nur... Tschüss.
Tschüss. Brauch euch nicht leidzutun.
Ist das okay jetzt? Ja, ja.
Ja? Viel Erfolg.
* melancholische Musik *
Danke.
Glaubst du, du tust Jan einen Gefallen damit,
wenn du den alten Fall aktiv lässt?
(Motte) Wie bitte? Das tue ich nicht.
Komm.
Die Ermittlungen wurden von der italienischen Polizei eingestellt.
Was ist mit dem USB-Stick?
Ich habe Jan heute im Polizeirevier gesehen.
Wie, im Revier? Bei uns?
(seufzend) Davon weiß ich nichts. (kraftlos) Hey.
Ja, wirklich nicht.
Er ist dein Freund, aber auch Polizist
und somit mein Kollege, okay?
Die Hintermänner müssen gefunden werden.
Scusa, wenn ich dir das sagen muss.
Sei ehrlich. Damit du abschließen kannst.
Wir wissen, dass sie nie gefunden werden.
* rhythmische spannende Musik *
Ihnen ist doch wohl klar,
dass ich eine Durchsuchung erwirken kann?
Wir brauchen Antworten. Wir stellen alles auf den Kopf.
* Klopfen und Türöffnen *
Kardinal Köhlbauer. Frau Botschafterin.
Das überrascht mich, Sie hier zu sehen.
Aber vielleicht können Sie uns helfen: Wo ist Schwester Sophie?
Die Wahrheit ist, wir wissen es nicht.
Bitte schön.
Das sind Krankenakten
von Schwester Luisa und Schwester Sophie, bitte.
Und Sie haben vollkommen recht.
Schwester Sophie ist nicht in Venezuela. Sie ist weggelaufen.
Anscheinend war der Tod von Schwester Luisa zu viel.
Es ist für Sie gut, dass sie nicht da ist.
Um keine Fragen zu beantworten.
Beide Nonnen waren in psychiatrischer Behandlung.
Luisa seit etlichen Jahren, Sophie seit ein paar Monaten.
Luisa hat den Tod ihrer Eltern nie wirklich überwunden.
Sie kam mit großen Problemen her. Was für psychische Probleme?
Offizielle Diagnose lautet psychotische Schizophrenie.
Sie fing an zu glauben, dass ihr im Orden etwas Böses passiert.
Dass wir uns gegen sie verschworen hätten und sie verfolgen.
Dass sie vergewaltigt wird? Leider das auch.
Oder sie wurde es tatsächlich. Sie hatte kurz vor ihrem Tod Sex.
Dazu kann ich leider nichts sagen.
Luisa ist immer wieder verschwunden.
Komisch, Ihnen gehen viele Nonnen verloren.
Frau Lorenz, bitte. Sie dürfen raus.
Sophie kam auch schon sehr labil zu uns vor zwei Jahren.
Sie hat sich angefreundet mit Luisa
und anfangs hat uns das gefreut, weil wir dachten,
sie könnten sich gegenseitig Halt geben.
Aber dem war nicht so?
Es scheint so, dass Schwester Luisa Schwester Sophie
in ihre Paranoia reingezogen hat.
Oder ihr ist dasselbe passiert.
So wie es aussieht, ist Schwester Sophie geflohen,
weil sie glaubt, dass wir Luisa ermordet hätten.
* angespannte Musik *
(seufzend) Ach Gott. Kannst du? Ja, ja.
Luisas Video.
"Ich habe mich gewehrt dieses Mal."
* Luisa schluchzt. *
Lesen Sie die Krankenakten, dann werden Sie verstehen.
Luisa war es immer sehr wichtig,
dass ich ihren Verschwörungen glauben konnte.
Leider hat sie sich was angetan, um sie zu beweisen.
Die Blutergüsse hat sie sich selbst zugefügt?
Ja, ich fürchte, ja.
* treibende spannende Musik *
Hm, ja, das meine ich. Und? Gibt es was Neues?
Wieso muss ich von Kardinal Köhlbauer erfahren,
dass Luisa psychische Probleme hatte?
Quatsch.
Sie war vor dem Abitur in einer psychosomatischen Klinik.
Ich dachte, Sie wären eng befreundet.
Sie war sensibler als wir, aber kein Wunder,
wenn mit 15 deine Eltern abkratzen.
In Rom weiß ich, ging es ihr richtig gut.
Bis, und da bin ich mir sicher, sie vergewaltigt worden ist.
Anders kann ich mir das nicht erklären.
Ich hätte von dieser Erkrankung wissen müssen.
Warum? Warum lächeln Sie so blöd?
Für eine Ausrede, nichts zu unternehmen?
Damit ich vorbereitet in so ein Gespräch gehe.
Ich mache so was beruflich.
* treibende geheimnisvolle Musik *
* Die Musik wird sanfter. *
Frau Schneider?
Der wird schon in einer Stunde gebracht?
Das ist ja großartig. Sie sind ein Schatz.
Ich bin noch ganz kurz in der Bibliothek.
* keuchendes Atmen *
"Sophie? Hörst du mich?"
Was soll das? Hören Sie einfach mal zu.
"Sophie, wo bist du denn?"
* Gläserklirren *
* Sophie schreit erstickt. *
* Freizeichen *
Haben Sie dazu nichts zu sagen?
Wie können Sie das geschehen lassen?
Wie geht das?
Ich sage Ihnen das gerne noch mal persönlich:
Ich werde hier nicht lockerlassen.
Das hier ist der Grund.
Okay.
* Jan lacht. * Tada!
Was sagst du?
Ich dachte, der wäre noch ein Beweisstück.
Das habe ich als Ausrede gesagt, damit ich ihn umbauen lassen kann.
Also schau mal hier:
Bremse, Gas: Ist jetzt alles am Lenkrad.
Hier an dem Schalter. Ist jetzt ein Automatik.
(skeptisch) Ein Automatik? Ich weiß.
Aber das ist mit der Kupplung kompliziert.
Ich dachte, damit kannst du leben. Hast du Lust auf eine Spritztour?
Mal sehen, ob ich da reinkomme. Na klar.
Okay.
Geht's? Mhm.
* Jan ächzt. *
* lockere Klaviermusik *
Okay.
Und? Was sagst du?
Geht gut.
* entspannter italiensicher Gesang *
Geht sehr gut. Die alte Kiste.
Hat auch neue Bremsen, oder? Na ja.
Also andere halt. Italienische.
* Hupen und Fluchen * Der hat dich gerade beschimpft.
Ciao.
* weiter entspannter Gesang *
Wir fahren jetzt in den Tunnel unter dem Vatikan.
Gute Überraschung? Ja.
Na los, erzähl mir von eurem Fall.
Ich möchte dich nicht belasten. Das halte ich schon aus.
Nee.
Ich bin Polizist, Karla. Vielleicht kann ich helfen.
Oder soll ich nur in deiner Wohnung hocken?
Nee. Ich brauche was zu tun.
Du warst ja fleißig in letzter Zeit.
Was soll das jetzt heißen?
Die Unterlagen, die ich dir von Ricarda mitbringen sollte.
Außerdem habe ich dich auf dem Polizeirevier gesehen.
Hast du das? Ja.
Du weißt überhaupt nicht, was ich da gemacht habe.
Du, weißt du, was?
Zur Wahrheit gehört auch, dass wir das nie rausbekommen,
wer diesen Anschlag auf dich ausgeübt hat.
Du hast mit all dem also abgeschlossen?
Deswegen lässt du auch deine Wohnung teuer umbauen.
Lässt mich zur Reha in einer sehr teuren Klinik unterbringen.
Ist doch egal. Und was der Volvo gekostet hat...
Wenigstens das bin ich dir schuldig.
Du bist nicht verantwortlich für das, was mir passiert ist.
Doch, ich habe dich gebeten, dahinzugehen,
obwohl ich wusste, wie gefährlich das ist.
* Handyklingeln *
Geh schon ran.
Es tut mir leid.
Wer ruft jetzt an? Das ist Professor Martin.
Es ist wichtig, tut mir wirklich leid.
Professor Martin? "Ja, Frau Lorenz."
Ich habe eine ehemalige Nonne
der Patroninnen der Jungfrau Maria gefunden.
Okay, und wie heißt die?
Sie heißt Giulia Bianchi und wohnt in der Via di Tripoli 65.
Giulia Bianchi, Via di Tripoli 65. (Jan) Mhm.
Hab ich. Weiß sie denn, dass ich kommen werde?
Ich habe sie nicht persönlich gesprochen.
Aber hoffentlich, bis Sie bei ihr sind.
Okay. Vielen Dank. "Gerne."
Ich mache mich auf den Weg. "Auf Wiederhören."
Jan, es ist wichtig. Ich muss da hin.
Kommst du mit? Na klar.
Andiamo. Okay.
Wie findest du meine Drehung? Sehr elegant.
Multo eleganto.
* treibende geheimnisvolle Musik *
Okay? Mhm.
Hier ist auch keine Rampe.
Ist irgendwo ein Aufzug? Vielleicht, ja, ja.
* weiter geheimnisvolle Musik *
(Frau) Matteo! Matteo! (konzentriert) 18...
(Frau) Matt... - (Jan) Karla!
(Frau) Scusi. Matteo!
* Sie redet auf ihn ein. *
Entschuldigung, äh...
Frau Bianchi? (unsicher) Si. Si.
Mein Name ist Karla Lorenz, die deutsche Botschafterin.
Mein Lebensgefährte Jan Horava.
Hallo. - Buona sera.
Sie sprechen Deutsch? Äh, ja. (lacht verlegen)
Ein bisschen.
* Sie spricht Italienisch. *
Si, was wollen Sie von mir? Ja, das ist etwas ungewöhnlich.
Hat Professor Martin Sie erreicht? No.
Ach so. (lacht verlegen)
Ich würde gern über die Zeit sprechen, als Sie Nonne waren.
Im Orden der Patroninnen der Heiligen Jungfrau Maria.
(lachend) Das ist lange her. Ja.
Wir glauben, dass Frauen dort sexuell missbraucht werden.
Davon... Ich weiß nicht.
Es ist so: Eine deutsche Ordensschwester
wird vermisst, eine andere ist tot.
Tut mir leid, ich kann Ihnen wirklich nicht helfen.
Scusi. Scusi. Ähm...
Frau Bianchi?
* treibende geheimnisvolle Musik *
(Giulia) Frau Botschafterin?
Frau Botschafterin, scusi! Scusi.
Sie haben gesagt, eine Nonne ist tot
und eine verschwunden? Ja.
Wollen Sie noch mal hochkommen? Danke.
Wir können reden in Ruhe. Ja.
Wollen Sie einen Kaffee? - (Jan) Nein, danke.
Danke. (Giulia) Scusi. Amore.
* Sie flüstert. *
Okay.
Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Ich habe den Orden nicht verlassen,
weil ich meinen Glauben verloren habe.
Er war der Grund?
Zum Glück kommt er nicht nach seinem Vater.
Die zwei Nonnen, Sie haben gesagt,
Sie glauben, ihnen wurde Gewalt angetan?
Ja.
Oh Dio.
"Ich habe mich gewehrt dieses Mal."
Wie alt ist sie? Es ist so blau.
Er kann es einfach nicht lassen, hm?
Der Kardinal?
Der Kardinal Köhlbauer? No! Dann ein anderer Priester?
Nicht einer von den normalen Priestern, no.
Johannes Chromer, der private Sekretär von dem Kardinal
und auch der Ökonom vom Orden.
Er verwaltet die Finanzen und kann rein und raus, wie er will.
Also wenn es Chromer ist, weiß der Kardinal aber Bescheid.
Der Kardinal weiß das,
die Oberin weiß das, alle wissen das.
Und niemand unternimmt etwas? - No.
Ich glaube, der Kardinal würde das gerne tun,
aber Chromer hat etwas in der Hand gegen ihn.
Wissen Sie, was er gegen ihn in der Hand hat?
No. Diese Machtspiele sind eine Nummer zu groß für mich.
Ich weiß nur, dass er freie Hand hat. In allem.
Können Sie erzählen, wie das...
Wie es läuft, wenn Chromer eine Nonne vergewaltigt?
Im Prinzip ist es immer dieselbe Masche.
Wenn neue Schwestern kommen,
stellt Chromer sich in der Küche vor.
Und dank seiner Position kann er in die Personalakte gucken.
Er sucht Nonnen, die von weit weg kommen.
Die sind arm, äh, nicht gebildet, unsicher.
So war es zu meiner Zeit. Genauso ist es immer noch.
Du kommst in diesen Orden, no?
Das ist neu, alles neu.
Du willst einen guten Eindruck machen.
Gehorsam sein, du zweifelst nicht.
Gehorsam ist einer der drei Statuten:
Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam.
Und Chromer ist, äh...
ein wichtiger Mann, er ist ...
so nahe am Kardinal, am Papst, an Gott.
Können Sie sich vorstellen, was das für eine Ehre ist,
wenn so ein Mann Interesse zeigt an dir?
Und, ähm... Er...
Er wickelte dich ein. Er fragte ganz viel.
Wo ich herkomme,
wie ich zu Gott gefunden habe,
was ich mir erhoffe vom Leben im Konvent.
Und Sie glauben sicher, wenn du Nonne bist,
bist du immer sicher in deinem Glauben.
Aber das ist nicht so. Viele haben Zweifel.
Gerade am Anfang. Es ist...
Es ist anstrengend. Du musst aufstehen jeden Tag um vier.
Du arbeitest oft bis zu 14 Stunden am Tag.
Harte physische Arbeit.
Ich habe meine Zweifel Chromer gesagt.
Und das war ein Fehler.
Ich habe sehr große Hoffnungen in dich gesetzt. Gott auch.
Wie meinen Sie das?
Ich habe mich, äh, zutiefst geschämt, diese Zweifel zu haben.
So wie... Als ob ich Gott verraten würde.
Und, äh...
Er hatte dann angeboten, in Einzelgesprächen zu helfen.
Also kam er jeden Abend in mein Zimmer
und eines Abends...
Ich weiß nicht mehr, wie...
Wenn ich es jetzt so sage, ich fühle mich so dumm.
Es ist so...
Er hat es so gedreht, dass mir vergeben werden kann, wenn...
wenn ich mit ihm schlafe.
Und ich war total verwirrt,
weil wie soll mich das näherbringen an Gott?
Ich habe Keuschheit geschworen,
er hat Keuschheit geschworen, so ein mächtiger Mann.
Und...
Ich...
Und dann... Dann wurden Sie schwanger?
Si.
Und ich wollte auf keinen Fall abtreiben.
Auf keinen Fall. No.
Aber ich wusste nicht, wie ich so Nonne bleiben konnte.
Ich bin rauf und runter, den Flur der Oberin.
Rauf und runter. Wie hat sie reagiert?
Sie hat mir kurz und knapp einen Zettel gegeben mit einer Adresse.
Und ich dachte: "Va bene. Ein Gynäkologe." No?
Aber nein, es war eine Abtreibungsklinik.
Als ich wiederkam und noch schwanger war,
war sie nicht froh.
Sie hat gesagt: "Schwester Giulia, was machen Sie? Was tun Sie uns an?
Denken Sie auch an den Orden."
Sie hat nichts gegen Chromer getan.
Ma che, no! No, gegen Chroma... Nicht ein Wort, niente.
Niente.
Und jetzt haben diese zwei Nonnen alles diesem Journalisten gesagt?
Was... Was für ein Journalist?
Ich weiß nicht, wie er heißt. Er hat einmal angerufen.
Und er hatte gesagt, er hat zwei Schwestern,
die wollen vielleicht auspacken.
Von dem Orden. Das höre ich jetzt zum ersten Mal.
Wissen Sie, für wen der gearbeitet hat?
(seufzend) No, ich hatte absolut keine Lust, mit ihm zu reden.
Sie meinen, dass wenn der Orden erfährt,
dass die Nonnen unter Umständen mit einem Journalist reden,
dass sie dann...
Beten Sie, Karla?
Nein. Nie?
Nie.
Vielleicht ist jetzt Zeit, dass wir beten.
Für die Schwestern. Für Chromer auch.
Wenn Sie sich das wünschen, ja.
Okay.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder.
Jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
Amen.
Amen.
* Karla räuspert sich. *
Sie sind sehr mutig. Jetzt.
Hoffen wir, nicht zu spät.
Frau Kollegin, ich habe eine offizielle Beschwerde
gegen Sie eingeleitet.
Das Staatssekretariat ist verstimmt, wie sich die Botschaft
in ihre Belange einmischt.
Kann ich verstehen. Wenn Sie sich setzen wollen, bitte schön.
Es handelt sich hier um eine tote Nonne
und eine vermisste Nonne.
Beide sind Deutsche. Das kann ich nicht ignorieren.
Kardinal Köhlbauer hat sich die Zeit genommen,
um Ihnen die Einzelheiten zu erläutern.
Sie lassen sich vor einen Karren spannen.
Was für ein Karren?
Deutsche Katholiken bemühen sich um Reformen in der Kirche.
Kardinal Köhlbauer ist der stärkste Fürsprecher in Rom.
Hier handelt es sich nicht um Reformen,
das Thema hier ist Missbrauch an Frauen.
In der katholischen Kirche.
Ich weiß nicht, warum das so schwer ist zu verstehen.
Das ist das Thema. Auf alle Fälle mein Thema.
Die Beerdigung von Luisa Bartel ist morgen Früh.
Die Polizei hat endlich den Leichnam freigegeben.
Ich denke, das ist eine gute Gelegenheit,
die Wogen zu glätten und allen Beteiligten mitzuteilen,
dass Sie keine weiteren Nachforschungen mehr betreiben.
Denken Sie nicht?
Ich habe zu tun, Herr von Dorssen.
* angespannte Musik *
(Frau) Hey!
* Sie spricht Italienisch. *
Sophie. Sophie!
* düstere Bassmusik *
Nein, nein, nein.
Keine Sekunde glaube ich an eine politische Kampagne.
Wir müssen rausbekommen, wo Sophie ist.
Ich kriege Druck von oben. Wir brauchen Beweise.
Ja, das überrascht mich überhaupt nicht.
Wir konzentrieren uns auf den Journalisten.
Vielleicht ist das das fehlende Teil.
Genauso machen wir es. (Chromer) Schwester Katharina?
Hey! Hey! Hey!
Lassen Sie sie los! Was erlauben Sie sich?
Ich weiß genau, was Sie seit Jahren
mit diesen Frauen machen.
Ich kann Ihnen eins versprechen: Damit ist Schluss.
(empört) Frau Lorenz. Ja.
Und Sie decken ihn! Statt, dass Sie den Frauen helfen.
Schicken sie in Abtreibungskliniken
oder schmeißen sie aus dem Orden!
Wissen Sie, ich habe mit einer Nonne gesprochen.
Frau Lorenz. Ich weiß...
Fassen Sie mich nicht an!
Ihre Exzellenz, ich möchte mich
im Namen der deutschen Regierung ausdrücklich entschuldigen.
Herr Dorssen... Frau Lorenz.
Verlassen Sie bitte das Kloster.
(schluckt) Entschuldigung.
Es tut mir leid.
Na? Was ist passiert?
(seufzend) Ich bin gerade bei der Beerdigung
vollkommen ausgerastet, es war schlimm.
Ich will gar nicht drüber reden.
Habt ihr was rausgefunden? Mhm.
Aber ich weiß nicht, ob es dir gefallen wird.
Er hat nicht gelogen.
Er und Luisa kennen sich tatsächlich von früher.
Und sie sind wirklich immer eng befreundet gewesen.
Da hätte ich drauf kommen müssen.
Und wieso nennt er sich als Journalist Daniel Hauser?
Ganz einfacher Grund: Beim Blatt gibt es einen Kollegen,
der ebenfalls Michael Hauser heißt.
Er verwendet seinen zweiten Vornamen.
Deshalb haben wir das nicht zusammenbekommen.
* treibende Bassmusik *
"Lassen Sie sie los! Fassen Sie sie nicht an!"
"Was erlauben Sie sich?" "Ich weiß,
was Sie diesen Frauen in diesem Orden antun, seit Jahren..."
* Eine Tür öffnet sich. *
Frau Botschafterin? Ja?
Leitung zwei.
"Sie decken ihn! Statt, dass Sie..."
Frau Ministerin?
Es tut mir leid, ja... Entschuldigen Sie?
Und das gilt ab, äh... ab sofort?
Verstehe. Danke, Ihnen auch.
* Räuspern *
* traurige Musik *
Frau Schneider, ich, äh...
Ich bin mit sofortiger Wirkung beurlaubt.
Und ich, äh, werde mich auch
einem Disziplinarverfahren stellen müssen.
Sorgen Sie dafür, dass die Tagesgeschäfte reibungslos laufen.
Das können die doch nicht machen. Doch.
Ich finde es sehr mutig, was Sie tun.
Auf Wiedersehen.
(erstickt) Alles Gute. Danke.
* weiter traurige Musik *
Oh.
Es wird Zeit, dass ich Sie zu Schwester Sophie bringe.
* angespannte Musik *
Verzeihung? Wir fahren bitte zu dieser Adresse.
Leo, es ist okay.
(Leo) Via Castagnola 16. Guarcino.
* Nachrichtenton *
Viene dobbiamo andare. Subito.
* spannende Musik *
Bei wem ist Sophie jetzt? In Sicherheit.
Vor Chromer, ja?
Johannes wusste, dass Sophie und Luisa
Kontakt zu einem Journalisten hatten.
Als sich Luisa umgebracht hat... Hat sie wirklich.
Das müssen Sie mir jetzt glauben.
Sie war psychisch sehr lange wirklich sehr instabil.
Dann hat der Journalist noch Druck ausgeübt.
Schieben Sie nicht die Schuld auf ihn.
Sophie wollte nach Luisas Tod noch entschlossener aussagen.
Chromer hat es befürchtet, ja. Der Kampf, der Anruf bei mir.
Das war alles er.
Ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist,
Sophie an einen geeigneteren Ort zu bringen.
Sie hätten sie zu mir bringen müssen.
Da wäre sie sicher gewesen.
* treibende spannende Musik *
Danke. Das ging schnell.
Sie dachten nicht, wir klären das unter der Hand?
Wir haben ein Problem. Was denn?
Wirst du gleich sehen.
Ein Glück sind Sie da, Schwester Miriam. Schnell.
* bedrohliche Musik *
Schwester Sophie! - Hauen Sie ab!
Schwester Sophie. Hauen Sie ab!
Ich bin's. Karla Lorenz.
Sie soll abhauen! (weint)
Ich bin hier, um Ihnen zu helfen.
Ich weiß, was Privatsekretär Chromer Ihnen angetan hat.
Und auch Luisa. Sie soll verschwinden!
Sie sehen doch, dass Sie sie fertigmachen.
Gehen Sie.
Schau, sie ist weg. Sie ist gegangen.
Sophie, bitte...
Bitte, hör mir mal zu.
Jetzt können wir ihn zur Rechenschaft ziehen.
Es gibt noch eine Nonne, die missbraucht wurde
und die auch aussagen möchte.
Ich will aber keine Aussage machen.
(schluchzend) Wenn ich eine Aussage mache,
wissen die alle, dass ich mein Keuschheitsgelübde
nicht halten konnte.
Das ist nicht... Das ist meine Schuld!
Dafür wird sie sorgen! Nein, bitte.
Du bist nicht schuld. Mir wird niemand glauben.
Niemand. Es fühlt sich jetzt so an.
Aber natürlich werden Ihnen die Menschen glauben.
Welcher Orden will mich denn dann noch?
* Sie schluchzt. *
Wollen Sie das jetzt geschehen lassen, ja?
Sie haben vor mir zugegeben, dass Sie wussten,
was unter Ihrer Obhut im Orden passiert ist.
Sophie hat recht: Ihr wird man nicht glauben. Ihnen schon.
Es ist Zeit für die Wahrheit.
* Motte gibt leise Anweisungen. *
Kann ich...
Kann ich hier sofort eine Anzeige machen?
Ja, natürlich.
(Miriam) Sophie?
Du musst keine Aussage machen, wenn du nicht willst.
Ich habe genügend in der Hand.
Ich kann alles belegen, was Johannes Chromer getan hat.
Ich werde ihn anzeigen
und ich werde auch mich selber anzeigen,
weil ich ihn jahrelang gedeckt habe.
* Sophie schluchzt. * Aber du...
Bitte, Sophie. Wirf dein Leben nicht weg.
* traurige Chormusik *
Kommen Sie.
Frau Botschafterin? Herr Hauser ist jetzt da.
Frau Botschafterin. Herr Hauser.
Freut mich, dass Sie sich für ein Interview bereit erklären.
Da haben Sie ja einen Coup gelandet.
Ja, und? Ist das falsch? Sie hätten mich einweihen müssen.
Und was hätte das gebracht?
Sie haben also die Polizei und die Botschaft
für sich die Recherche machen lassen, ja?
Moment, ich wollte den Arsch Chromer drankriegen.
Nee, Sie wollten eine tolle Story haben und Ihre Karriere pushen.
Dabei war Ihnen die Gesundheit Ihrer Freundin vollkommen egal.
Sie haben eine Verantwortung Ihrer Quelle gegenüber.
Luisa, die war schon lange labil. Ist das ein Argument?
Das haben Sie ausgenutzt. Ich habe meinen Job gemacht.
Und ich habe Beschwerde eingelegt beim Presserat.
Schauen Sie, ich hatte viele Interview-Anfragen,
auch von Ihrer Konkurrenz.
Ich könnte denen erzählen, wie Sie Ihren Job machen.
Dann sind Sie nicht mehr der Held, der einen Skandal aufdeckt.
Haben wir uns verstanden? Ja.
Gut.
"Nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe
gegen den Priester Johannes Chromer
hat der Vatikan Konsequenzen gezogen.
Chromer, der für den Kardinal Köhlbauer
als Privatsekretär tätig war, wurde seines Amtes enthoben.
Er wird sich vor der italienischen Justiz verantworten müssen.
Die Fälle, die der Journalist Daniel Hauser öffentlich machte,
haben somit nun endlich Konsequenzen.
Die deutsche Botschafterin in Italien, Karla Lorenz,
wurde gestern von der deutschen Außenministerin
für ihren Einsatz gelobt.
Sie habe sich eingesetzt und Ermittlungen ermöglicht.
Der Druck auf Kardinal Thomas Köhlbauer erhöht sich weiter.
Gerüchten zufolge wusste er über etliche Jahre,
dass sich sein Privatsekretär an Ordensschwestern verging."
Woher...
Renner hat gesagt, dass ich Sie hier finde.
Wie kann man über so viele Jahre nur wegschauen?
Wie kann man das alles zulassen und nichts tun?
Es passiert jetzt genau das, was ich befürchtet habe.
Meine Reformbemühungen für eine moderne Kirche,
für die Besserstellung der Frau: durch Chromers Taten zerstört.
Es geht nicht um Reformen.
Es geht um Frauen, die missbraucht worden sind.
Sie haben es zugelassen und tragen eine Mitschuld.
Warum?
Ich hatte keine Wahl, er hat mich erpresst.
Mit was hat er Sie erpresst?
Ich führe seit fast 30 Jahren eine Beziehung.
Mit einem Priester.
Und deshalb haben Sie ihm mindestens 20 Frauen ausgeliefert?
Ist das ein Argument? Wiedersehen.
* melancholische Klaviermusik *
* weiter melancholische Klaviermusik *
Danke.
Kardinal Köhlbauer will in zwei Stunden
seine Ämter niederlegen.
Denen hast du geholfen. Das ist wichtiger.
(seufzend) Es ist so schön hier. Das habe ich auch gedacht.
Ja.
Ich habe uns nicht weit von hier in eine Pension eingemietet.
Ich dachte, wir können Urlaub gebrauchen jetzt.
Ich kann allerdings nur bis Montag. Okay, was ist Montag?
Da beginnt mein neuer Job. Was?
Mottes Chef hat mir eine Stelle angeboten.
Sie gründen eine Abteilung für Organisierte Kriminalität
und brauchen einen Experten für Osteuropa.
Deswegen war ich übrigens im Polizeirevier.
Falls ich in Rom bleibe, brauche ich was zu tun.
Vor sieben Tagen bin ich abgemahnt worden, gestern gelobt,
demnächst wahrscheinlich versetzt.
Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht.
Jeder Tag ist anders.
Weißt du, was das Wichtigste ist?
Dass wir wissen, wie es uns miteinander geht.
* zärtliche Musik *
Ich liebe dich.
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