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Original subtitles

(Ruhige Musik)

So, jetzt wird's langsam Zeit.

Bis Weihnachten hol ich dich wieder heim, versprochen!

(Schwester:) Hier, der Kuchen!

(Frau:) So.

Darf ich jetzt oben schlafen?

Nat�rlich. Aber nur bis ich wieder da bin, okay?

Halt dich gerade! - Kommst du denn wieder?

Ich muss doch noch die bl�de Schule zu Ende machen.

Sie k�nnen mich jederzeit anrufen. Ich danke Ihnen f�r alles.

(Schwester:) Ich hab dich lieb.

Wolfgang!

Danke sch�n. - (Mutter:) Und hopp!

(Heinz:) Ingrid! - (Schwester:) Tsch�ss!

(Radio: Rhythmische Version von "Scarborough Fair")

(Lautlos)

(Mann:) Danke!

(Vogelgezwitscher)

(Leise, klassische Musik)

Sing!

Was?

Na, mach schon! Sing ein Lied!

# There is a house in New Orleans

# They call the Rising Sun.

# Oh ... - Na, ist gut.

Na ja, immerhin.

Du hast eine gute Stimme.

"Renitent", "ungehorsam" ...

"Sechs Monate Erziehungsheim Heidequell".

"Nach drei Monaten ausgerissen". "Aggressives Verhalten".

Ich hab mich nur gewehrt!

"Leugnet sein Verhalten". "L�gt". "Keine Einsicht".

"Kein Wille zur Besserung". - Ich hab noch nie wen geschlagen!

Ich bin nur hier, weil mein Stiefvater mich loswerden will.

Verstehe.

Wei�t du, Wolfgang, ich halte gro�e St�cke

auf die Gutachten vom Jugendamt.

Daraus lassen sich ausgezeichnet Anzuchtt�pfe f�r Setzlinge falten.

Sp�ter kann man die Setzlinge mitsamt dem Topf einpflanzen.

Und wenn das Papier durchweicht ist,

finden die Wurzeln ganz einfach ihren Weg in die Erde.

Hast du Hobbys?

�h, na ja, Fu�ball.

Und ich schraub gerne an Mofas rum. - Fein!

Flinke H�nde k�nnen wir hier gebrauchen.

Ich denke, wir beide werden gut miteinander auskommen.

Und ein bisschen deine M�hne stutzen.

(D�stere Musik)

Die Uhr auch.

(Ruhige Musik)

(Mann:) Na kommt, nicht einschlafen!

(Unverst�ndliche Unterhaltungen)

(Mann:) Wo ist der Rest?

Na los, mal bisschen fix!

(Junge:) Guck mal, das Frischfleisch!

Jetzt kommt!

(Mann:) Immer �rger mit dir!

Du bist 'n Held inner Buttermilchsuppe.

Ich werd dir das Arbeiten schon beibringen!

Komm mal her! - Halbe Ration f�r alle!

Du wartest da, bis die anderen fertig sind, dann gehst du.

Und wie hei�t du? - Wolfgang.

So, Jungs, ab in die Duschen!

Du bist f�llig! - Wir sehen uns!

So, jetzt kannst du. Und los!

Zieh ab!

(Unterhaltungen der Jungen)

Hast du mir auf den Arsch geguckt? - Nein!

Bisschen Tempo!

Hey! - (fl�stert:) Halt dein Maul!

Das ist jetzt meins! - Mund halten!

Wir beten.

Sitz grade!

(alle:) Segne, Vater, diese Speise, uns zur Kraft und dir zum Preise.

Amen.

Mahlzeit. - Guten Appetit.

(Das Besteck klappert.)

Rede frei! - (alle:) Danke, Oberbruder Wilde!

(Unverst�ndliche Unterhaltungen)

Hey!

Hi, ich bin Anton.

Ich hab geh�rt, du kommst aus Osnabr�ck? Ich auch.

Was h�rst du f�r Musik?

Du h�ltst den Rand, klar?

24, 25 ...

26 ... (Fl�stern)

Ich will weder 'nen Pieps noch 'nen Paps h�ren!

27, 28 ...

Ah, willkommen, gibt ein bisschen mehr.

29, 30 ...

(Junge:) Oh, das geht nicht ab! - Du badest heute im Topf, Mann!

Wei�t du, wie schei�e du gearbeitet hast? Nur halb!

Und ich krieg die halbe Portion daf�r.

Wei�t du, wie viel schei� Hunger ich habe?

Du bist f�llig, Mann! Das kennst du ja wohl, oder nicht?

Jetzt wird schnell dein Schwanz eingewichst.

Zieh's hoch!

Du sollst das hochziehen, hab ich gesagt!

Nein, nein, bitte nicht, bitte nicht!

Wer scheisse arbeitet, muss es auch hochheben!

Nein ... Bitte!

Bitte! - Arbeite schneller,

dann passiert so was nicht.

Hey, Arsch!

Arsch wie verl�ngerter R�cken, ja? - Exakt!

Ich sag dir mal was!

Deine Zahnb�rste greift gleich ins Leere, verstanden?

Du stinkst ausm Maul wie 'ne Kuh ausm Arsch.

Tats�chlich, ja?

(Er r�lpst.)

Bei seinem Gesicht wei� der Furz nicht,

wo er zuerst rauskommen soll, oben oder unten.

Was? - Ist gut, war ein Spa�.

Riskierst 'ne ganz sch�n gro�e Klappe f�r deine Gr��e!

Mal probieren? Schmeckt doch gut, h�?

Komm, schmeckt gut, h�? Schmeckt doch gut!

Bruder Bernd!

Willst du eins auf die Fresse? - Schluss jetzt!

Alle ab nach oben! Grobzeug!

Mach mir keinen �rger, klar?

(Langsame Musik)

Mann, das geht nicht ab!

Schei�e!

Hey? Alles klar?

Du bist so bescheuert! Du schnallst gar nichts! Hau ab!

17, 18, 19, 20 ...

21, 22, 23, 24 ...

Das da dr�ben ist dein Bett. 25, 26, 27 ...

28, 29, 30 ...

Gute Nacht, Z�glinge! - (alle:) Gute Nacht, Bruder Krapp!

Hey, du!

Fass mich micht mehr an! Nie wieder, verstanden!

Kann ich dein "Halbermann" sein?

Was soll denn das jetzt? - Pscht, Ruhe jetzt!

Na ja, ich geb dir Tabak und Kekse,

und daf�r besch�tzt du mich.

(Vogelgezwitscher)

(Eine T�r schl�gt zu.)

Achtung!

Morgen zusammen! - Guten Morgen, Hausvater Brockmann!

Guten Morgen, Oberbruder Wilde! Guten Morgen, Bruder Krapp!

Anhalten!

Ein Lied!

# Wohin auch das Auge blicket,

(alle:) # Moor und Heide nur ringsum.

# Vogelsang uns nicht erquicket,

# Eichen stehen kahl und krumm.

# Wir sind die Moorsoldaten

# und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

# Wir sind die Moorsoldaten

# und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

# Wir sind die Moorsoldaten

# und ziehen mit dem Spaten ins Moor.

(Unruhige Musik)

(Wilde:) Na los, ein bisschen Tempo!

(Wilde:) Na kommt, kommt, kommt!

(Wilde:) Das geht schneller! - (Krapp:) Beeilt euch!

(Krapp:) Los, kommt jetzt!

Kommt, Tempo!

Schiebt, schiebt, ja!

(Wilde:) Was ist los da vorne! Machst Kaffeekr�nzchen oder ...

Wie sagt man hier bei euch? - �h ... Fien lenz moken oder wat?

Fien lenz moken oder wat?

(D�stere Musik)

(Junge:) Mit der w�rde ich gerne mal schw�nzeln!

Komm, komm, komm, die Spirale wieder nach vorne,

da gibt's nichts zu sehen!

(Bewegende Musik)

(Wilde:) So, jetzt zeigt mal, was ihr auf den Buletten habt!

(Hundegebell)

(Wilde:) Wollt ihr euch schon zur Ruhe setzen?

Jetzt macht ihr Muskelabitur. - Der Herr sieht alles.

(Krapp:) Ihr wollt doch heute noch Mittagessen, oder?

(Krapp:) Und sch�n stapeln!

(Krapp:) Ganze Briketts!

(Hundegebell)

Beweg deen fullen Mors!!

Sagt man doch? - Ja ...

(Er singt leise.)

Ruhe! Verfluchter Negerjunge!

Rauch frei! - (alle:) Danke!

(Melancholische Musik)

(leise:) Komm, ich will nur einen. Gib mir das schnell.

Danke, ich rauch nicht.

(Wilde:) Na los, kommt!

In zwei Monaten bekommst du Gummistiefel.

Was? In zwei Monaten? - Ja.

In zwei Monaten?

Was soll das denn? Ich will sofort Stiefel!

H�rt mal alle zu, der Neue hat Schiet im Schuh.

Ist es das, was du willst? H�?

Nicht der Torf ist schedderig!

Du bist schedderig! (Wolfgang �chzt und st�hnt.)

Jetzt lass!

Was ist denn los mit dir?

Du bist immer noch so weich zu ihnen!

Weitermachen! Na los! Los!

(Wilde:) Los!

Zeigt eurem Hausvater, was ihr k�nnt!

(Wilde:) Glotz nicht so!

(Grillenzirpen, leises �chzen)

(leise:) Was machst du da? Was ist?

Spinnst du? Das bringt doch nichts! - Halt die Klappe!

(Rattern, Krachen)

(Krapp:) Was ist los?

(Pfeifen)

Halt! Wir haben ein Problem.

(Spannende Musik)

Was ist das denn?

Was soll denn das?

(Krapp:) Steht nicht so bl�d rum!

Vier Mann runter, zwei pro Seite, auf mein Kommando!

Bernd, er versinkt! - Ja, ist gut.

Chris, komm her! (Der Hund bellt.)

(Hundegebell)

(Krapp:) Schieb mal da durch!

(Dramatische Musik)

(Fr�sche quaken.)

(Hundegebell)

(Spannungsvolle Musik)

Komm!

Komm nach Hause!

Jetzt halt schon still!

(Die T�r wird geschlossen.)

(Er schnieft.)

Komm!

W�chst doch wieder nach.

Na!

Mecki und Sarotti, hm?

Wei�t du, was ich so richtig hasse: Rauchverbot.

Eine Woche lang.

Ich dachte mir, okay,

vielleicht ist er einfach ein bisschen dumm.

Vielleicht muss ich ihm die Regeln einfach nur richtig erkl�ren.

Ihr seid ein Team, ja?

(Wolfgang schreit auf.)

Tut's weh? Ob's weh tut? - Guck dir das an!

Komm hoch! Komm hoch!

Ich will meinen Tabak!

Na los, Leute! - Komm, schlagt ihn!

(Alle rufen durcheinander.)

(Er schreit.)

(Bernd:) Schlag drauf!

Schlag drauf!

(Junge:) Versuch das nicht noch mal!

(Traurige Musik)

(Wolfgang schluchzt.)

Komm her, meine Junge.

Pscht.

Alles wird wieder gut.

(Wolfgang keucht.)

So.

Dann schl�fst du jetzt erst mal auf dem Bauch.

Hey, es tut mir echt leid.

Meinst, ich bin ein mieses Schwein, h�?

Aber hier musst du mitmachen, sonst schaffst du's nicht.

Glaub mir, ich seh sofort, wer's durchh�lt und wer nicht.

Sp�testens Weihnachten bin ich hier weg.

Aha ... Haben das deine Eltern gesagt, ja?

Hier, dem G�nther haben sie's auch gesagt. Da war er 13.

Es dauert nicht mehr lange, dann hat Brockmann dich fertig gemacht.

Hier, dann siehst du so aus. - (Junge, leise:) H�r auf jetzt!

Lass das, komm.

Na, was meinst du?

Hey!

Der kriegt mich nicht! Niemals.

(Grillen zirpen.)

(Ger�usch einer Kurbel)

(Heftiges Atmen)

Sag mal, spinnst du?

Das ist meine Mutter!

Die hat so sch�ne Br�ste.

Ich geb dir gleich Br�ste.

(Jemand fl�stert.)

(fl�sternd:) Ich bereite den Jungs viel Kummer bei der Arbeit.

Ich danke dir, Herr, dass ich in Freistatt sein darf.

Bist du bescheuert?

Was kniest du auf dem schei�kalten Boden rum?

Besch�tze Bruder Wilde und vor allem Bruder Krapp.

Du betest f�r diese Schweine.

Tickst du noch ganz sauber? Komm!

Ist ja gut.

Ist ja gut!

(Glockenl�uten)

(Langsame Streichmusik)

Mann, glotz nicht so! Das ist Angelika, die Tochter vom Brockmann.

Stell dir vor, die wohnt bei uns im Haus, gleich nebenan.

Darf aber kein Wort mit uns reden.

(Wilde:) Euch kann man ja im Stehen die Hosen flicken!

Da w�ren wir bei 400 Mark.

(plattdeutsch:) Oh, das ist zu viel. Dann kann ich das nicht verkaufen.

Ich mach Ihnen ein Angebot: 300, und das bar auf die Hand!

350.

Gut, weil du es bist! Und wir sind ja alte Handelspartner. 350, so.

(Krapp:) In f�nf Minuten geht's los.

Ich hoffe, das stimmt. So, mach's gut, bis zum n�chsten Mal!

(Langsame Streichmusik)

(Bewegende Musik)

Halt!

Zehn Minuten. - (Wilde:) Was?

Na los! Geht da runter.

(Jubel)

(Wilde:) Was soll denn das?

H�r mal zu, du Reserve-Jesus! Das hast du mit mir abzusprechen.

Warum gehst du nicht einfach wieder schwei�en? So wie du's gelernt hast.

(Hundegebell, Jubel)

Bereite sie vor f�rs Leben!

Bring St�ckchen!

"Liebe Mutti, mach dir keine Sorgen, es geht mir gut."

"Ich lerne hier viel �ber den christlichen Glauben."

"Ich werde gut versorgt, bin t�chtig an der frischen Luft

und habe eine Menge neuer Freunde gefunden."

"Schreib mir bitte bald! Dein Wolfgang."

(Anton singt:) # There is a house in New Orleans.

# They call the Rising Sun.

(Langsame Klaviermusik)

Steile Antenne! Einfach 'ne richtige Liebesbombe.

Schei� Kette!

Wolfgang.

Ihr sagt keinen Muks, ja!

Ist langweilig hier im Moor, was?

Warum bist du hier? Bonbons geklaut?

Heu geraucht. - Willst du mal?

Kannst du die nicht f�r mich abschicken?

Na, du bist ja 'n ganz cooler boy!

Wenn das mein Vater rauskriegt?

Bitte! - Was krieg ich daf�r?

Also ich w�sste da was.

(D�stere Musik)

Ab ins Haus!

Soll ich dir sagen, was der Milchbubi gemacht hat?

Macht mich an. Schon wieder, h�? Was glotzt du so?

Bist du taub? Ich hab dich was gefragt! Was glotzt du so?

Das n�chste Mal trete ich dir in den Arsch, hast du verstanden?

Hilf deiner Mutter! - Ja, was?

Soll ich mich anfassen lassen, oder wie?

Dann erkl�r mal deinen Kameraden,

warum sie heute Abend nichts zu essen bekommen.

Euch kann man ja beim Latschen die Schuhe besohlen.

Abendbrot entf�llt! - Jawohl!

Ich hab keine Lust, dir st�ndig eins aufs Maul zu hauen!

Wieso h�lst du dich nicht an die Regeln?

Wie sollen die Jungs das durchhalten morgen?

Es geht hier nicht um dich, klar?

Dann hol ich uns eben was zu essen!

Der Garten ist Brockmanns Heiligtum. Da kannst du gleich seine Tochter

durch die Hecke ziehen. - Wetten wir?

Tabak, h�?

Nicht eine Tomate holst du da raus. Nicht eine!

Ah, f�r den Garten!

Du hast die Jungs einfach nicht im Griff.

Gef�llt's dir nicht mehr bei uns? - Doch.

Willst du wieder Rohre l�ten?

Ich mach doch alles!

(mehrere:) Ja, ja!

(Jungen:) Hey! Geil!

(Beklemmende Musik)

F�nf!

(mehrere:) Schei�e!

(leise:) Verzieh dich!

(Unheilvolle Musik)

(fl�stern:) Schei�e!

(Dramatische Musik)

(Wolfgang hustet und keucht.)

Sag mal! Schluss jetzt!

(Traurige Musik)

Ah!

Shit!

(Schmerzenslaut)

(Schmerzerf�llte Laute)

(ein Junge:) H�r doch einfach auf! - Das war alles?

Du sollst jetzt aufh�ren!

H�r jetzt auf damit! - Ah, ah!

(Er schreit.)

(Wolfgang hustet.)

Schnell, halt den Kopf hoch!

(ein Junge:) Schei�e!

(Wolfgang atmet schnell.) Los, wir verbinden ihn!

Seid doch mal leise!

(Radiomusik)

(Anton, zur Musik:) # Freedom, freedom!

# Freedom, freedom, freedom, freedom!

# Sometimes I feel like a motherless child.

# Sometimes I feel like a motherless ...

Da hab ich doch was bei meiner Tochter gefunden.

"Liebe Mutti."

"Hol mich bitte hier raus,

ich halte es nicht mehr l�nger aus."

"Wir werden geschlagen und gequ�lt ..."

Lies mal weiter!

"Manchmal weine ich mich nachts in den Schlaf."

Gerne auch laut!

"Ich w�nsche mir so sehr, wieder bei dir zu sein."

"Ich werde dir auch keinen �rger mehr machen."

"Ich vermisse dich so sehr!"

"Dein Wolfgang."

Mir egal. Bestrafen Sie mich.

(leise Radiomusik:) # Freedom.

# Freedom, freedom, freedom, freedom.

# Freedom ... (Die Musik endet.)

Bitte!

# Sometimes I feel like a motherless child.

# Freedom, freedom, freedom, freedom.

Du bist jetzt still!

# Sometimes I feel like a motherless child.

(alle:) # Sometimes I feel like a motherless child.

# Sometimes I feel like a motherless child.

# Freedom, freedom, freedom, freedom.

# Freedom, freedom ...

(aus dem Nebenraum:) # .. freedom, freedom.

# Freedom, freedom, freedom, freedom.

# Sometimes I feel ...

Jetzt bringst du die zur Ruhe! - Aufh�ren!

Das hast du angerichtet! - H�rt auf!

Du ignorierst die Pubert�t! - H�rt auf!

# Sometimes I feel ... - Hier, den da!

# .. like a motherless child. - So, Schluss jetzt!

# Sometimes I feel ...

Jetzt rei� dich zusammen! - H�rt auf! H�rt auf!

# Freedom, freedom, ... - Rei�t euch zusammen!

(Musik: "Sometimes I Feel Like a Motherless Child" von Richie Havens)

Herr Brockmann, die Jungen drehen v�llig durch, was sollen wir machen?

St�ck Kuchen?

Danke, nein.

(sie rufen:) Freedom, freedom, freedom!

(Feuerzeugz�nder)

Gib's her!

Kapier's doch endlich.

Sie denkt nicht an dich, auch nicht an deinem Geburtstag.

Was hast du schon f�r deine Mutter getan, h�?

Ich hab meine Mutter verteidigt.

Hab mir die Fresse polieren lassen.

Hab ihr das Leben gerettet. Glaubst du, sie schreibt mir?

Glaub mir, die hat dich vergessen.

Gib her, gib her. - Nein!

Gib's mir zur�ck! Gib's her, Arschloch! Gib's her!

Die haben uns vergessen, schau's dir an!

Die haben uns vergessen! Die haben uns alle vergessen!

(Wolfgang schluchzt.)

(Traurige Musik)

(Pastor:) Liebe Freistatt-Jungen.

Ich wei�, ihr denkt heute Abend alle an eure Eltern.

Und eure Eltern sind in Gedanken

heute Abend ganz sicherlich bei euch.

Ihr fragt euch, warum kann ich heute Abend nicht bei meiner Familie sein?

Warum l�sst man mich allein? (Jemand fl�stert.)

Aber Gott, der Herr, l�sst niemanden allein.

Und wenn ihr Sorgen habt:

Die Kirche empf�ngt euch immer mit offenen Armen.

(leise:) F�rs Christkind, hm? (Pastor, summend:) Mmm.

(alle:) # Maria durch ein' Dornwald ging.

Kyrieleison.

Maria durch ein' Dornwald ging.

Der hat in sieben Jahren kein Laub getragen.

Jesus und Maria. #

(Weihnachstmusik aus dem Radio)

Frohe Weihnachten! - Frohe Weihnachten!

Hat Hans aus der K�che geklaut.

Frohe Weihnachten!

(D�stere Musik)

Bruder Krapp?

Ich hab ein Geschenk f�r Sie. - F�r mich?

Danke, Mattis! Du bist ein guter Junge!

So, nun habe ich noch was zu verk�nden.

Bruder Krapp wird unser Haus verlassen.

Er hat pers�nliche Gr�nde.

Wir alle bedauern seinen Entschluss

und w�nschen ihm viel Gl�ck auf seinem weiteren Weg.

Was?

Das k�nnen Sie nicht machen.

Ist gut, Mattis. Setz dich wieder hin.

(Unheilvolle Musik, Mattis schluchzt.)

Ist gut.

Jetzt geh wieder zur�ck an deinen Platz, na los.

Ich hab ... ich hab niemandem was gesagt.

Ich schw�r's! - Was?

Ich hab niemandem was gesagt!

Es ist meine Schuld, oder? - Ich wei� nicht, wovon du redest!

Setz dich wieder hin! - Es ist meine Schuld!

Haben Sie mich deshalb nicht mehr lieb?

Ich werde noch lieber sein! - H�r auf!

Ich bin doch Ihr lieber Mattis! - H�r auf!

Bitte, ich bin Ihr lieber Mattis! - Jetzt lass!

Bitte!

(Tragische Musik)

Bring ihn raus!

Ich wei� wirklich ...

Komm hoch, komm hoch. Ich wei� wirklich nicht, was er ...

Du gehst raus!

Ich wollte nicht ... - Geh!

Nimm mich mit! Bitte!

Das d�rfen Sie nicht! - Es tut mir leid!

Geh!

Dann lasst uns jetzt zusammen singen.

(Eine T�r wird geschlossen.)

Bernd!

(alle:) # Oh, du fr�hliche,

# oh, du selige,

# gnadenbringende Weihnachtszeit.

# Welt ging verloren,

# Christ ward geboren,

# freue, freue dich oh ...

(Windrauschen)

(Gesang aus dem Inneren)

(Musik: "The Ballad of Sacco and Vanzetti, Part two" von Joan Baez)

(Er atmet heftig.)

# Father, yes, I am a prisoner.

# Fear not to relay my crime.

# The crime is loving the forsaken.

# Only silence is shame.

(Er schluchzt.)

(Der Fernseher rauscht.)

(Sprachfetzen, Musik)

Hey!

Mach das Ding aus!

Wo ist denn der Rest?

Hausputz. Die Gruppe ist schon fertig.

Die Flimmerkiste wird nur eingeschaltet

nach Ansage des Hausvaters.

Spielt doch ein bisschen Mau-Mau!

(Wilde macht ein kr�chzendes Ger�usch.)

(Ferne Rufe, Hundebellen)

(Der Motor startet.)

Ich komm dich bald besuchen!

(Husten, Keuchen)

(Wilde:) Wie sehen denn deine Briketts aus?

Miserabel ist noch geschmeichelt! Komm, komm, komm!

(Wilde:) Strengt euch an! Hier wird die Erdachse geschmiert.

Was ist denn los mit dir?

Nun man to! Tau, to, to! Das ist ja Japanisch!

(leise:) Ach, leck mich! - Hier, nimm den Stecher.

Komm!

Findest du das lustig! Jetzt zeig ich dir mal, was komisch ist.

Das ist komisch!

Los, jetzt arbeite! Los!

Ich warne dich, ich kann auch anders!

Wenn du nicht ... Aah!

Nicht der Torf ist schedderig!

(Wilde:) Ah! Aah!

Aaah!

(Wilde keucht und st�hnt.)

Worauf wartet ihr?

Los!

(Wilde:) Ich ...

(Dynamische, dramatische Musik)

Komm! Komm schon!

(Sirene)

Ach, Schei�e!

Der Damm! Komm!

Komm zur�ck, Anton! - Ich steck fest!

Nimm meine Hand!

Komm schon! Anton, komm!

(Schnelle, spannungsvolle Musik)

(Anton, leise:) Geschafft! Wir schaffen das. Wir schaffen das.

(Anton hustet.)

Geht's noch? - (schwer atmend:) Ja.

(Unheimliche Musik)

Ich kann nicht mehr.

(Tragische Musik)

Ah, Schei�e!

Komm!

Lass uns doch einfach zur�ckgehen! - Ich bring uns hier raus, Anton!

(Unruhige Musik)

(Entferntes Hundegebell)

Gleich haben wir's geschafft!

(Stapfen)

(Schnauben)

(Das Pferd schnaubt.)

(Hufen, Pferdewiehern)

(Mann:) Hepp! Hepp!

(Ein Hahn kr�ht.)

(Unverst�ndlich)

(plattdeutsch:) S�benthein Johr ist ja auch ein sch�ner Name

f�r so ein Pferd, ne! - Ja.

�bertreu und brav. - Ja, glaub ich dir.

Aber ich muss dir noch was sagen. - Ja.

Gestern war die Polizei hier. - Wieso, was war?

In Freistatt sind wohl Jungen weggelaufen.

(leise:) Osnabr�ck. - (Mann:) Ausgeb�chst.

(Spannungsvolle Musik)

(leise:) Endlich zu Hause!

Stehen dir, die Stiefel! - Geklaut.

Viel Gl�ck, wir sehen uns. - Wie?

Du willst doch auch zu deinen Eltern, oder nicht?

In welcher Stra�e wohnst du denn?

Du wohnst gar nicht hier!

Nicht mal in Osnabr�ck?

Du hast gar keine Eltern mehr.

Du hast doch Briefe bekommen.

Die Briefe, wer hat die denn geschrieben?

Du?

Du kannst nicht mit zu mir! - (leise:) Bitte!

Der Alte meiner Mutter will ja nicht mal mich.

Ich bin dein Halbermann.

Hier, ruf deine Verwandten oder Freunde an, los!

Na, geh schon, du kannst nicht mit zu mir, zieh Leine!

(Unverst�ndliches Gespr�ch)

(fl�sternd:) Mama!

Wie siehst du denn aus?

Du bist ja ganz durchgefroren!

(Ein Baby weint.)

Was ist passiert?

(Das Baby schreit.)

Warte kurz!

Die schlagen mich tot! - Wer?

In der Diakonie?

(Das Baby weint.) Pscht.

Aber du hast doch geschrieben ... - Wir mussten das schreiben!

(T�rglocke)

Ja, bitte?

Guten Morgen, mein Name ist Brockmann.

Wolfi, was ist denn los? - Ich bin Hausvater ...

Ah, guten Morgen! - Tut mir Leid,

dass ich Sie am Tag des Herren st�ren muss,

aber man hat mir gesagt, dass Wolfgang bei Ihnen ist.

Ja, kommen Sie doch rein! - Vielen Dank!

Hab keine Angst, hier passiert dir nichts!

Der Bengel erz�hlt uns abenteuerliche Geschichten.

M�chten Sie vielleicht Kaffee?

Sehr freundlich, ich muss gleich weiter.

Guten Morgen!

Na, wer bist denn du?

Ich geh nicht wieder zur�ck!

Entschuldigung!

Sag mal, was hast du denn?

Schluss jetzt!

Was geht da bei Ihnen vor?

Ich wei� nicht, was Ihr Sohn Ihnen erz�hlt hat, aber ...

Ich m�chte mit Ihnen reden!

(Das Baby jammert.)

(Mutter:) Was ist da bei Ihnen los? - Wie?

Wolfgang ist vollkommen abgemagert! - (Heinz:) Quatsch!

Nat�rlich! Und er hat gesagt, er wird geschlagen!

(Brockmann:) Geschlagen ... - (Heinz:) Du hast doch gesehen ...

Komm, wir spielen!

(Brockmann:) Die ein oder andere Backpfeife ...

Das hab ich zu Weihnachten gekriegt.

Hier, ich bin die Verk�uferin, und du kaufst in meinem Laden.

(Brockmann:) Ich glaube auch, das ist eine gute Idee.

Moment. Ich gebe ihm nicht das Gef�hl. Ich werde es mir anschauen!

(Schwester:) S��igkeiten ...

Und �pfel, Kirschen ...

Erdbeeren und ...

Deine Mutter will sich unser Haus mit eigenen Augen ansehen.

Birgit, passt du bitte auf Benno auf?

Wolfi und du, ihr k�nnt ja nachher weiterspielen.

Ja. - Komm, zieh dich an!

(Heinz:) Was sollte denn das? - Lass mich jetzt!

Bitte, tu mir den Gefallen! Ich bin die Mutter!

Und das, was Wolfi erz�hlt ... Ich will es mir anschaun.

Wei�t du, Wolfgang, ich bin jetzt seit 25 Jahren in Freistatt.

Kommst du?

(Radiomusik: Deutsche Coverversion von "What a Wonderful World")

(Radio:) # Wunderbar ist die Welt.

Mama!

Bitte, steig aus!

H�r nicht auf ihn!

Schau dir das an! Sieh her! Schau, was die mit uns machen!

Ich hab die Schnauze voll! - Schau, was die hier tun!

Bitte, komm! - Bitte fahr!

(Tragische Musik)

Du kleines St�ck Dreck! Du machst mir keinen �rger mehr!

Komm!

(Unheimliche Musik)

Absteigen! Los!

Hier!

Halt! Graben!

1,70 auf 80.

Na los!

Na, mach schon!

Lasst mich raus!

Jetzt H�nde auf den R�cken!

Blass wie ein B�r um die Eier!

Bitte! - Graben!

Mach schon!

H�? Los, grab ihn ein!

(Dramatische Musik)

Du sollst ihn vergraben! Los!

(Wolfgang atmet hektisch.)

Na, wie f�hlt sich das an?

Ich mach das nicht! - Wie, du machst es nicht?

Ich will das nicht!

Du kannst es doch! Na, tu's f�r mich!

Na los!

Bernd!

(heiser:) Nein! Nein! ... Nein!

Na los! Los! Dann mach doch!

Mach endlich!

H�, was ist los? Hast du Schiss?

Du Memme, mach endlich! Mach!

Mach! Ma ...

Los, weiter! Na los!

Nimm die Schaufel!

Du sollst die Schaufel nehmen! Los!

(Er schreit w�tend.)

Los, jetzt geht's heim!

(Langsame Klaviermusik)

(Heftiges Atmen)

(Er ringt nach Luft.)

Ist gut, meine Junge. Ist gut.

(Wolfgang schluchzt.)

"Lieber Anton, endlich ist es so weit."

"Du ..." Mann, das kann doch keiner lesen.

"Du kommst nach Hause."

(Schniefen)

"Nur noch einmal schlafen."

"Wir k�nnen es gar nicht mehr erwarten,

dich endlich in unseren Amen zu halten."

Arme ohne R, Mann, Anton!

"Wir lieben dich �ber alles, Mama und Papa."

(Traurige Musik)

Was ist denn hier los?

Marsch! Z�hne putzen!

Umziehen!

Wo ist denn die Pfeife?

Pennst du schon wieder? Guten Morgen!

Ja ...

Also ...

Na, macht euch jetzt mal keine Vorw�rfe.

Das ...

Er war halt schwach.

Im Dunkeln ist der Mohr auch schwer zu sehen.

�h ... Los, an die Arbeit!

Hier. F�r eure Sammlung.

Ah ja ...

An die Arbeit.

Ist ja l�cherlich. Ihr zwei, ihr schafft ihn raus.

(Spannende Musik)

Bruder Hanebuth? Komm mal!

Kommst du bitte mal raus, Hanebuth!

Du warst so ein kleines W�rstchen, wo du hergekommen bist.

Okay, du willst ja nicht anders.

Gib sie her!

(Schmerzenslaut)

(leise:) Geht weg, geht weg!

(Er schreit.)

Gef�llt's dir? Tut weh, was?

(plattdeutsch:) Du wirst es nie lernen! Du St�ck Schei�e!

Du l�sst mich hier allein.

Ja! - (alle:) Ja!

Wir hauen ab! Los! - (andere:) Los, los!

Kommst du nicht?

(Wilde:) Nein, nein ... - Jacke und Hose!

(Dynamische Musik)

(Alle rufen durcheinander.)

(Sirene)

(Er �chzt leise.)

(Besteck klappert.)

Rede frei! - (alle:) Danke, Oberbruder Wilde.

(Unterhaltungen)

Antritt zum Appell!

Du nicht.

(Vogelgezwitscher)

Das mit dem Unfall deines Stiefvaters tut mir leid.

Ich hoffe, du nimmst ein bisschen was mit von dem,

was du hier gelernt hast. Viel Gl�ck!

Und bleib aufrecht!

Fang!

Fein ... Georg.

Flinke H�nde k�nnen wir hier gebrauchen.

Du bist ja ganz stumm, erz�hl doch mal! Was f�hrt dich denn zu uns?

(Langsame, traurige Musik)

Birgit? - Ja?

Hast du den Kuchen mit rausgenommen? - Nat�rlich!

Ich m�chte aber neben Wolfi sitzen! - Ja klar!

Birgit, hilfst du mir mal mit den Servietten?

Ich freu mich schon auf Wolfi! - Ich auch!

Glaubst du, er hat sich ver�ndert? - Ich wei� nicht, was meinst du?

Vielleicht ist er ein bisschen gr��er geworden.

(Hupen)

Hey, Wolfgang! - Hey, Wolfi!

Das gibt's ja nicht, komm her! - Wie siehst du denn aus?

Ich wusste doch, dass du jetzt nach Hause kommst.

Mein Beileid �brigens. H�?

Sag mal, k�nnt ihr mir ein bisschen Geld leihen?

�h, ja klar, was brauchst du denn?

Ich wei� nicht, so ... 20.

Aber hey! Wiedersehen macht Freude, ne!

Ist sauber verdient beim Struve. - Wolfgang!

Na?

Warte mal!

Wir gehen nachher noch zum See. Willst du vielleicht mit?

Meine Mutter hat gekocht.

Wir wollen nachher noch ein bisschen feiern.

Dann komm ich heut Abend vorbei, okay?

Kommst du jetzt, Biene? Kuchen ...

Spinnst du?

(Langsame Musik)

(Sabine:) Wolfgang!

Ist die gebrochen?

Du bl�der Arsch!

(Langsame Klaviermusik)

(Musik: Coverversion von "The Rising Sun" von the Animals)

SWR 2017

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