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Das Zeichnen der Suizid-Befürworter.
Sie sind verantwortlich für die Verschwörung im "Großen Stadion",
23 Tote, der erste Massenselbstmord der Bewegung.
(Darius): Wann dachtest du: "Ich bringe mich um
und die Welt lernt was.
(Christa): Ich war wie sie. - Verarsch mich nicht.
(Nahel): Ich bin bereit. - Er starb im Großen Stadium.
Wie habt ihr überlebt? Hat Caron auch überlebt?
Virgil Berti Gründer von Avenir.
Ich brauch' eine Waffe.
Ich geb' nicht auf, Nahel.
(Virgil): Bei Avenir erwartet man von Minderjährigen nichts.
Gibt's 'ne Mitgliederliste? - Nein.
Keine Namen. Das ist gegen unsere Philosophie.
(Vanghen): Wen kümmert's, dass sie sich umbringen? Die Wahrheit ist,
wir brauchen keine Kinder mehr.
Ich muss 3 Stunden in die Stadt. - (Lesky): 3 Stunden.
Was hat dich da geritten! - Ich weiß nicht.
10 JAHRE ZUVOR
(Vater): Darf ich auch mal?
Na also.
Es waren bestimmt die Prüfungen.
(Mutter): Du fühlst jetzt weniger Stress, oder?
(Virgil): Vielleicht. (Lea): Jede Woche kontrollieren?
(Mutter): Empfehlung vom Gesundheitsministerium.
(Vater): So reduziert man die Risiken der Untauglichkeit.
(Lea): Verrückt.
(Mutter): Das sagte man vor 200 Jahren auch übers Duschen.
Hast du das Papa mit dem Duschen gesagt?
(Mutter lacht)
(TV): Ausschreitungen dauern seit 5 Wochen in allen Großstädten an.
Wie jede Nacht seit einem Monat gingen Jugendliche auf die Straße.
Manche sind 25, andere erst 15 Jahre alt.
(Mutter): Ich verstehe nicht, was die wollen.
Die auch nicht. Werden manipuliert.
(Lea): Papa, du plapperst nach, was die Medien sagen.
Soll man sie zum Regenerieren zwingen? Es lebe die Demokratie.
Was meinst du dazu, Virgil? - Hm?
Immerhin bist du selbst betroffen. - Äh. Weiß nicht.
Er hat ganz recht, es gibt nichts dazu zu sagen. (Mutter): Fertig?
Ich denke schon. - Ja.
Danke.
Möchtest du? - Du weißt, ich darf nicht.
Nur noch neun Jahre.
Du kannst nach deiner ersten Regenerierung bei mir wohnen.
Warum nicht.
Ist alles in Ordnung? - Ja.
(Handy summt)
Ein Freund wartet.
Wir lernen zusammen.
Virgil, bitte, nimm dir das alles nicht so sehr zu Herzen.
Das ist sehr wichtig, deine Gesundheit, deine Zukunft, aber...
Du darfst auch wie all diese Jugendlichen sein. Wütend.
Ich schrie in die Wüste und niemand antwortete.
Was?
Ich muss los. Ich komm sonst zu spät.
(Virgil): Nahel.
(Nahel): Caron.
Ich hab auf Christa gewartet, aber sie kam nicht.
Abwesende zählen nicht.
Du bist hier.
Bist du bereit?
Ja.
Sie kommen.
(Virgil): Seht euch an.
Schaut euch in die Augen.
Seid stolz.
Was wir heute Abend tun werden,
wird für immer das Gesicht der Menschheit verändern.
Morgen...
werden eure Väter, eure Mütter,...
eure Brüder und Schwestern...
in einer besseren Welt aufwachen.
Einer Welt, in der eine Lüge endgültig aufgedeckt sein wird.
Und eurem Opfer werden sie es verdanken.
Danke.
(Alle): Ein Jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
Eine Zeit zum Pflanzen, eine Zeit zum Ausreißen.
Eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen.
Eine Zeit zum Klagen und eine Zeit zum Tanzen.
Eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben.
Wir wollen nicht wie die werden, die sich um ihr Leben betrügen.
(Nacheinander fallen Schüsse)
(Linus): Caron.
(Erstickte Laute)
(Monotoner Klang)
(Weiterhin erstickte Laute und leises Stöhnen)
Caron, ich flehe dich an, halt den Mund!
Halt bitte den Mund.
(Monotone, düstere Klänge)
(Ärztin): Wie heißt du?
Virgil.
Virgil.
Hör zu, Virgil.
Du musst mir alles erzählen. Von Anfang an.
Ich... Ich war unterwegs zu einem Freund.
Und... ich hab durch das Große Stadion abgekürzt.
Und ich hab so was wie, äh...
Feuerwerk oder Schüsse gehört.
Dann bin ich hingerannt und...
und hab sie gesehen,
im Stadion.
Sie, sie lagen alle da, in ihrem Blut.
Es waren Dutzende.
Ein Meer von toten Körpern.
(Wasser plätschert)
Selbstmord vom "Großen Stadion":
Mädchen von Mutter in letzter Minute gerettet
(Stille)
Wer steckt dahinter?
(Sirenengeheul)
(Polizist): Virgil Berti?
Ja.
Würden Sie uns begleiten?
(Inspektor): Mal ist er lethargisch, mal fantasiert er.
Klingt wie Gebete. Wir verstehen nicht alles.
Wir haben einen Priester gerufen. Sein Gehirn ist geschädigt.
In dem Alter ist Regenerierung unmöglich.
Aber da Sie ihn als Letzter gesehen haben,
könnte Ihr Besuch etwas in ihm wecken.
Was denn wecken? - Erinnerungen.
(Inspektor): Leonard?
Leonard?
Hier ist der Junge, der dich hierher brachte.
Der dich gerettet hat.
Sprechen Sie mit ihm.
Leonard?
Du...
Weißt du es noch?
Ich bin es, der dich hergebracht hat.
Ich war jenseits der Welt.
Und bin zurückgekehrt.
(Inspektor): Was meinst du damit?
(Linus): Ihr werdet gerichtet. Ihr werdet alle gerichtet.
Der Regen wird kommen und uns von der Sünde rein waschen.
Er hat seine... - Wartest du bitte auf dem Gang?
(Vater Samuel): Könnten Sie mir bitte helfen, ja?
Mir helfen. - Natürlich.
Seien Sie unbesorgt. Alter ist nicht ansteckend.
Vielen Dank.
Man hat mir berichtet, wie Sie diesen jungen Mann gerettet haben.
Ich weiß nicht, ob das schon jemand gesagt hat,
aber danke für alles, was Sie getan haben.
Das war mutig von Ihnen.
Wenn ich an all die anderen denke, die dort gestorben sind.
Dass sie sich in dem Glauben, den sie verkünden, so sehr irren...
Überall werden sie als Terroristen beschimpft.
Ich sehe nur Kinder, die im Dunkeln in Panik geraten.
Man hat keinen Weg zu ihnen gefunden.
Sie zu beruhigen.
Ihnen Vertrauen zu geben.
Sie haben sicher Besseres zu tun,
als sich die Gedankenspiele eines alten Mannes anzuhören.
Ich hab mich gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen.
Derjenige, der ein Leben rettet, rettet die ganze Welt, Virgil.
Es ist meine Schuld.
Was sagst du da?
Sie verstehen nicht.
Ich bin es, der sie getötet hat.
Ich bin es, der sie getötet hat.
Ich habe kein Recht zu leben.
Ich habe kein Recht zu leben.
Im Gegenteil, Virgil:
Du hast kein Recht zu sterben.
(TV): Weniger als eine Woche nach dem Massenselbstmord
gab es zwei neue Anschläge gleichzeitig im Norden des Landes.
Heute Morgen sind 123 Minderjährige ums Leben gekommen
bei diesen Aktionen im Kielwasser der Tragödie vom Großen Stadion.
Stehen wir am Anfang einer Welle von Massenselbstmorden?
Sind die Taten koordiniert? Ist es eine Bewegung?
Was verraten sie über den Zustand der Jugend?
Heute Morgen wacht ein ganzes Land im Ausnahmezustand auf,
sieht sich einer Sterblichkeit gegenüber,
die man seit Jahrzehnten nicht erlebt hatte.
(Virgil): Jede Nacht sah ich ihre blutigen Gesichter
auf dem Rasen wieder.
In dieser Nacht wie in jeder anderen träumte ich von ihnen.
Als es Tag wurde, griff ich zum Messer - es schien so einfach.
Das warme Wasser in die Badewanne fließen lassen
und meinen Arm tief in Venenrichtung einschneiden.
Das Leben wäre langsam entglitten.
Alles wäre verschwommen.
In die Ferne gerückt.
Es hätte weniger als 10 Minuten gedauert.
(Er keucht)
Ich habe oft an diesen Moment zurückgedacht.
Meine Eltern, die sich die Leichen auf dem Bildschirm ansahen,
und ein Stock höher die Klinge, die meine Haut ritzt.
Die Lebenden und die Toten.
Schließlich ist es so einfach.
Ich habe mich aber für die Lebenden entschieden.
(Rhythmische Klänge)
(Virgil): 10 Jahre Stiftung,
wir öffnen unsere Türen dem Publikum.
Das 4. Zentrum in dieser Stadt ist unser größtes.
Es wird über 2000 Menschen aufnehmen können.
Die Minderjährigen, die Avenir besuchen,
sind mitverantwortlich dafür, was stattfindet.
In Workshops und Foren entwickeln sie Projekte.
Sie kommen, wann sie wollen, ohne Zwang,
ohne Voranmeldung, ohne Druck.
(Sponsorin). Heißt das, es gibt keine... - Kontrollen?
Sehr beunruhigend, nicht wahr?
Sogar Odessa war bei unserem ersten Treffen skeptisch.
Jetzt hat sie den Vorsitz im Verwaltungsrat.
(Odessa): Viele Minderjährige haben sich vom System abgewandt.
Manche waren im Gefängnis, sind drogenabhängig oder verarmt.
Andere sind Schulabbrecher und leben fern ihrer Familien.
Das Ziel von Avenir ist, ihnen wieder Hoffnung zu geben,
etwas aus ihrem Leben zu machen.
Ihr seid es, die eine Verpflichtung eingeht, nicht sie.
Indem ihr Avenir unterstützt, gebt ihr mehr als Geld.
Ihr schenkt Vertrauen.
Das Fundament zum Reifen.
Gut so! Wie geht's? (Isild): Gut, und dir?
Alles bestens.
(Radio): Die älteste Frau der Welt feiert ihre 169 Jahre,
das höchste von einem Menschen erreichte Alter.
Es werden Milliarden Zuschauer heute Abend erwartet, ...
(Rhythmische Musik nähert sich)
(Auto hupt mehrmals)
(Musik entfernt sich)
(TV): Der 169. Geburtstag der ältesten Frau der Welt
war ein großer Erfolg.
Über vier Milliarden Menschen feierten gestern...
Wir unterbrechen für eine Sondersendung!
Die Leichen von 7 Minderjährigen wurden heute am Strand entdeckt.
Drei Mädchen und vier Jungen zwischen 17 und 25
nahmen sich am Geburtstag der ältesten Frau der Welt das Leben,
in einer Inszenierung, die an die "Großen Wellen" erinnert.
Erleben wir nach 10 Jahren eine Wiederkehr der Massenselbstmorde?
Unsere Reporterin Sylva Debord ist vor Ort.
(Sylva): Vor ein paar Stunden feierte man hier
die älteste Frau der Welt.
Niemand ahnte, dass eine solche Tragödie stattfinden könnte.
Die Stimmung ist seit der grausigen Entdeckung angespannt.
Es gibt noch keine offizielle Stellungnahme,
aber der Premierminister müsste bald vor Ort sein.
(Mädchen): Das passiert nicht das erste Mal, schon seltsam.
(Isild): Wieso bringen die sich um? Ich versteh's nicht.
Ich auch nicht. (Junge): Die waren so alt wie wir.
(Ian): Mehr wissen wir ja noch nicht. Die schweigen doch alle.
Die verkaufen uns für blöd.
Hört auf, das bringt doch nichts.
Du hast gut reden. (Alex): Kommt runter!
Man versteht sein eigenes Wort nicht.
Danke. Gut. Will jemand über das reden, was passiert ist?
(Stille)
(Alex): Isild.
Äh...
Ich bin traurig und auch wütend. Ja, voller Trauer und Wut.
Warum?
Wenn wir mit ihnen hätten sprechen können.
Vielleicht hätten wir ihnen sagen können, es gibt andere Lösungen,
und es dadurch verhindert. Was für eine Verschwendung.
So was ist scheußlich. Selbst für die, die zurückbleiben.
(Junge): Manchmal denk' ich, wir hätten's auch sein können.
Das ist eben der Unterschied, wir würden so etwas nie tun.
(Alex): Wieso nicht? - Sicher kamen sie zu Avenir.
(Ian): Deb erkannte einen. (Isild): Quatsch.
(Mädchen 3): Die Gesichter wurden unkenntlich gemacht.
(Alex): Stopp, jetzt fangen wir an zu mutmaßen.
Wir wollten versuchen auszudrücken, was wir empfinden.
Isild hat von Wut gesprochen, empfindet das noch jemand so?
(Mädchen 1): Ich. Ich fühl' mich auch ein bisschen schuldig.
Wir hatten eine Feier vorbereitet, als ob alles in Ordnung wäre.
Wir sehen nicht dahin, wo wir sollten. Irgendwas stimmt nicht.
(Stimmengewirr)
Wenn es so weitergeht? Wenn du's bist, einer aus unserer Gemeinde?
(Vater Samuel): Du bist nicht verantwortlich für die Toten.
Ich weiß, aber es ist ein Alptraum.
Ich hab das Gefühl, in einem Alptraum festzustecken.
Ich möchte so gern, dass du dir die Zeit nimmst, zurückzublicken.
Um den langen Weg zu sehen, den du gegangen bist.
Wie sieht's mit deiner Eröffnung aus?
Gut. Wir werden fertig.
Sie sollten es sehen, es ist wirklich wunderschön.
Ich hab etwas für dich. Da, auf meinem Schreibtisch.
Auch für mich wird eine Feier vorbereitet.
Warum haben Sie nichts gesagt?
Ich sag's dir jetzt.
Du wusstest, dass es irgendwann passieren würde.
Warum bist du traurig, wo ich es nicht bin?
Es ist das Leben, das gefeiert wird.
Ich möchte, dass du es bist, der meine Hand hält, Virgil.
Lassen Sie mich nicht allein, bitte.
Du brauchst mich jetzt nicht mehr.
Sieh nach vorn, mein Junge.
Hab keine Angst.
Ich bin so froh, dir begegnet zu sein.
Ich auch.
(Melancholische Klänge)
(Gesang mit Hall-Effekt)
(Pastor): Sein Leben ist vollendet.
(Alicia): Lass Samuel gehen.
(Musik setzt mit voller Instrumentierung ein)
(Techno-Musik)
(Virgil): Vater Samuel sagte, man soll das Leben feiern.
Jetzt, wo die Toten zurückkommen, muss ich an seine Worte denken:
Das Leben feiern, keine Angst haben,
nach vorn schauen.
(Fernes Donnergrollen)
(Gelächter)
(Mann): Jenseits des finanziellen Aspekts
glauben wir an eine Synergie zwischen Avenir
und den anderen unterstützten Einrichtungen,
wie diesem Museum, dessen Räume
und pädagogische Hilfsmittel wir Ihnen zur Verfügung stellen.
Wir freuen uns auf das gemeinsame Abenteuer.
In ihrer aller Namen. Danke.
(Vorsitzender): Ich danke Ihnen. Avenir ist ein gewaltiger Erfolg.
Für Ihr Alter beeindruckend. (Frau 1): Wie alt sind Sie?
31. (Frau 2): Haben Sie angefangen, sich zu regenerieren?
Nein. Noch nicht.
(Vorsitzender): Mir fällt eine Geschichte ein.
Ein Typ ist gerade 30 geworden.
Sein bester Freund fragt ihn: "Schon dabei, zu regenerieren?"
Er antwortet: "Nein, noch nicht."
Mit 40 fragt sein Freund wieder: "Regenerierst du dich jetzt?"
Er antwortet: "Nein, noch nicht."
50 Jahre vergehen, der Typ ist verbraucht, faltig, uralt.
Sein Freund, der sich nicht verändert hat, fragt:
"Wann hast du denn vor, dich zu regenerieren?"
Er sieht ihn an, hilflos, und sagt ihm: "Sobald ich Zeit habe".
(Allgemeines Gelächter)
Freust du dich? - Ja. Ja.
Warum lächelst du nicht?
Du hast auf diese Partnerschaft lange gewartet.
Ja, wir haben das gut gemeistert.
Aber?
Die Polizei war bei mir. Wegen der Selbstmorde am Strand.
Ich hätte es dir vor dem Meeting sagen sollen.
Was wollten sie? - Eine Liste unserer Mitglieder.
Wir haben bei Avenir nichts zu verbergen.
Dann ist ja alles gut.
Ich denke an unsere Förderer.
Unsere Partner vertrauen dir.
Sie laufen nicht beim ersten Gerücht davon.
Außerdem hast du nichts damit zu tun, Avenir auch nicht.
Keine Angst, Virgil.
Erinnerst du dich an unser erstes Treffen?
Ich hab dich mit alten Erinnerungen erschlagen.
Du meintest: "Man kann sich so viel regenerieren wie man will,
doch nur die Jugend kann die Welt regenerieren."
Trotz meines Alters bin ich immer noch davon überzeugt.
Vielen Dank. Ich muss los.
Gut. Mach dir keine Sorgen, bitte.
Ich zähl auf dich.
Es ist ein guter Tag, Virgil.
Man muss die guten Tage zu genießen verstehen.
(Techno-Musik)
(Virgil): Ihr schont weder eure Mühen, noch eure Energie.
Ich möchte Euch allen meinen Dank ausdrücken.
(Ian): Alles okay? - Ja.
Nein, Isild!
(Jubel)
(Virgil): Wenn es so einfach wäre.
Die guten Tage genießen.
Die Toten vergessen.
Inmitten der Lebenden tanzen.
(Musik übertönt das Gespräch)
(Die Musik endet)
(Reißverschluss)
(Lesky): Wir haben ihn identifiziert.
Erkennen Sie ihn.
Samian Vanghen.
Er war 22 und regelmäßig in eurer Stiftung.
Nie gesehen. Wie gesagt, es sind...
...Tausende, ich weiß.
(Ian): Virgil! Sie räumen den Saal! Es ist alles abgeblasen.
Wissen Sie, was das gekostet hat?
Wieso haben Sie das getan? Sie haben nichts kapiert.
Die gleichen Scheuklappen wie damals!
Wie viele brauchen Sie dieses Mal, Capitaine? 500? 1000 Tote?
Beherrschen Sie sich. - Sonst was?
Sperrt uns alle ein.
So gibt's kein Problem mehr. Bleiben Sie stehen, verdammt!
(Frau): Lassen Sie ihn! - Lesky!
(Journalistin): Monsieur Berti. Was ist hier heute Abend passiert?
Es gab einen Selbstmord am Rande unserer Veranstaltung.
Eine absurde Tat, unerträglich und unverantwortlich.
Und wie reagieren die Behörden auf diese Tragödie?
Die Schließung Ihres der Jugend gewidmeten Zentrums?
Das ist kriminell! Menschen werden stigmatisiert,
indem man eine inakzeptable Gruppe ermuntert.
Dann wundert man sich, dass Minderjährige sich radikalisieren!
(Meeresrauschen)
(Virgil): Sie haben das Zentrum geschlossen?
(Ian): Sie schließen sie alle. Im ganzen Land.
Deine Rede vor den Journalisten hat ihnen nicht gefallen.
Scheiße!
Du sagtest vorhin den Bullen, dass wir niemanden registrieren.
Es gibt keinen Verlauf über Veranstaltungen und Workshops,
aber Kopien für ein Beratungsunternehmen.
So bekommen wir eine Aufstellung über alles: Besucherzahlen...
Ich weiß, was du meinst. Das ist allgemein.
Die Aufstellung, aber nicht die Ausgangsdaten.
Damit könnten wir mit den Bullen dealen. - Wie dealen?
"Hier ist die scheiß Liste, jetzt öffnet unsere Zentren wieder."
Du findest das blöd?
Hast du sie angefordert? - Ja, hab ich.
Ich melde mich, sobald sie da sind.
(Türsummer)
(Türsummer)
(Dramatische Klänge)
(Stille)
(Unterdrückter Schrei)
(Er keucht)
(Türsummer ertönt wiederholt)
Guten Abend.
Sie möchte Sie sprechen.
Was, jetzt?
Kommen Sie mit.
(Fahrgeräusche)
Ich wusste schon immer, wenn man mich anlügt.
Bereits mit zehn Jahren.
Jetzt mit 158 ist es ein konditionierter Reflex.
Deshalb werde ich dir die Frage nur einmal stellen.
(Virgil): Ian?
Virgil, mit wem außer ihm hast du über die Daten gesprochen,
die mein Unternehmen sammelt?
Odessa, ich verstehe kein Wort. Was geht hier ab, Ian?
(Ian): Keine Ahnung...
Nein! Wir haben mit niemandem darüber gesprochen!
Hör auf, bitte. Bind ihn los.
Odessa, du musst mir das erklären.
(Ian): Nein! Nein! Virgil! Virgil!
(Ian schreit im Hintergrund)
(Virgil): Lass ihn los!
(Virgil keucht)
(Fahrgeräusche)
(Keuchen und Stöhnen)
Wieso?
Wieso?
Sieh mich nicht so an.
Wir haben nicht nur eine Seite, Virgil.
Du bist das beste Beispiel dafür.
Virgil. Caron.
Caron. Virgil.
Seit wann weißt du... - Das ist nicht wichtig.
Wichtig ist, dass du deine Rolle weiter spielst.
Wie du es seit zehn Jahren tust. - Nein. Nein.
Für sie.
Für ihn jetzt hier.
Ian, richtig?
Sagen wir Ian.
Also für Ian und für all jene, denen du deine Hoffnung gibst.
Glaubst du wirklich, sie möchten wissen, dass ihr Retter
Dutzende von ihnen in den Tod getrieben hat?
Dass er sie jahrelang belogen hat?
Dass er sie verraten hat?
Wenn du jetzt aufgibst, wirst du all das Aufgebaute vernichten.
Das wäre furchtbar.
Sag mir, was mit Avenir los ist?
Antworte mir!
Werde erst einmal so alt wie ich.
(Geräusch der Türverriegelung)
(Handlanger): Steigen Sie aus.
(Dramatische Musik)
(Die Musik klingt langsam aus)
(Mädchen): Salut. - Mach's gut. (Isild): Bis Montag.
Alles okay?
(Virgil): Ja.
Ja.
Ian ist heute gar nicht gekommen.
Hast du mit ihm telefoniert?
Nein.
Übrigens wollte ich dir danken.
Für all das, was du für uns machst.
Es gibt wieder Hoffnung, Virgil. Es inspiriert uns.
Vielen Dank.
Bis morgen. - Hm.
(Die Tür schlägt zu)
(Er schluchzt)
(Donnergrollen)
(Virgil): Christa.
Fahr los.
(Fahrgeräusche)
Mach den Motor aus.
(Stille)
(Regen setzt prasselnd ein)
(Virgil): Was jetzt?
Steig aus.
(Donnergrollen)
Bleib stehen.
Zieh das aus.
Auf die Knie.
(Virgil): Das Gras ist nass vom Regen.
Ich spüre den Kontakt des kalten Metalls gegen meinen Schädel.
Hier auf Knien, zehn Jahre später, ist alles klar.
Offensichtlich.
So einfach ist das.
Ich hab das Große Stadion nie verlassen.
(Schuss)
Deutsche Stimmen:
Darius: Thomas Schmuckert
Christa: Lydia Morgenstern
Virgil: Jannik Endemann
Lesky: Julius Jellinek
Odessa: Alexandra Wilke
u. v. a.
Übersetzung: Claude Franco
Dialogbuch und Regie: Marc Boettcher
Deutsche Fassung hergestellt von Studio Hamburg Synchron GmbH
Redaktion: Uta Cappel
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbrücken, 2018
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