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(Wasserplätschern)
(schweres Atmen)
(lustvolles Stöhnen)
Glaubst du, uns hat jemand gesehen?
Sollen sie doch.
(sie lachen)
Küss mich mal.
Langsam.
Ganz langsam.
(Bröckeln von Steinen) (Junge) Fuck
Ich glaube, da ist doch jemand.
Komm, lass uns anziehen.
(sie lachen und kichern)
(zarte Musik)
(heiteres Stimmengewirr)
(Zikaden-Zirpen)
(Miauen)
-Hast du sie wieder gefüttert? -Ich? Nein.
Na?
Ah!
(Mann) Katze, du musst draußen bleiben.
(Frau) Ksch!
Ja. Ja. Ja.
Ich weiß, ich weiß. Ist gut.
Geh mal zu den Engländern rüber, ja?
(lachend) Na los.
(sie lacht)
Los.
(Gelächter)
(lautes Kichern)
-Buenas noches. -Buenas noches.
Hey.
(die jungen Männer kichern)
Was ist denn hier los?
Sch.
Okay, wir bleiben ganz ruhig.
Hey.
-Die sind gleich wieder weg. -Mhm.
Okay, guys.
Keep the money.
Take the phone.
But stay cool, okay?
Ihr könnt auch Deutsch mit uns sprechen.
Ah, okay.
Also, ihr...
Macht ihr hier Urlaub oder...
Ja, unsere Eltern warten im Auto.
Und?
-Wie viel? -30, 35.
Und die Handys.
-Das ist alles, was wir haben. -Das ist alles?
-Ja. -Ja?
Dafür hat sich der Schreck doch nicht gelohnt.
Vielleicht überfallt ihr noch jemanden.
Ja?
Es reicht jetzt. Bitte geht jetzt.
Nein.
Warum sollten wir denn jetzt gehen?
-Hey. Hey! -Ruhig, ruhig, ruhig.
Ganz ruhig.
Die nehmt ihr jetzt und dann geht ihr. Ja?
Guck mal. Muss nichts machen, krieg ein Geschenk.
Ihr sollt abhauen!
-Ja, ich höre dich. -Hey, es reicht!
-Ja? -Ja.
Komm schon. Wir hatten unseren Spaß.
Nein. Der Spaß fängt gerade erst an.
Sorry, das...
Es war nicht so gemeint.
Bitte, bitte geht jetzt.
Los, komm.
Okay.
Was war nicht so gemeint?
-Nichts. -Nichts?
Nein.
Na, dann können wir auch noch bleiben.
Wollt ihr nicht da weitermachen,
wo ihr vorhin aufgehört habt?
-Was? -Na, draußen am Strand.
Das war geil.
Mein Vorschlag:
Ihr fickt, und wir holen uns einen runter. Ja?
-Und dann gehen wir. -Weißt du was?
-Hm? -Du verschwindest jetzt.
(Mann schreit)
Seid ihr völlig bescheuert? Malte.
Hey, hey, hey. Wie heißt du? Hm?
-Guck mich an. -Zieh dich aus.
Pass auf. Ihr nehmt unsere Sachen und haut ab.
Ihr habt gewonnen. Ja?
-Zieh dich aus. -Verstehst du, was ich sage?
-Zieh dich aus. -Vergiss es, du Arschloch.
Hört auf! Hört auf!
Wir müssen mit denen reden.
Was sollen wir denn mit denen reden?
Hast du mich nicht verstanden?
Leg sie auf den Rücken.
Und dann fick sie.
-Schlaf mit mir. -Nein.
Scheiß drauf.
-Komm. -Nein.
Konzentriere dich auf mich. Guck mich an.
Guck mich an. Alles gut.
(sie atmen schwer)
(schluchzend) Es geht nicht.
Alles gut.
Alles gut.
Alles gut.
Also, das ist nicht die Show, die ich erwartet habe.
Das reicht auch langsam. Lass uns endlich gehen.
(Messer fällt zu Boden)
(Schreie)
(Frau) Nein! Bitte nicht!
Nein, nein, nein.
Das Kabel!
(Malte) Nein!
Hey. Hey!
(sie atmet schwer)
(Quietschen, Trippeln)
Passt auf!
Einen zurück!
Ja!
Langer Pass! Sehr gut!
Ja!
Sehr gut.
(Pfiff)
-Morgen. -Morgen.
Bis später.
(Lied: "Bungalow" von Bilderbuch)
Du rufst mich an und Du fragst mich, wie's mir geht
Ich ruf dich an und ich frag dich, wie's dir geht
Du rufst mich an Und sagst, du kommst zu spät
Und dabei Bist du schon viel zu spät
Der Song ist scheiße, Lydia.
Hört mal genau hin.
Dann rufst du an Auf meinem Handy
Und da bist du wieder candy
Jetzt habe ich von dem Dreck den ganzen Tag einen Ohrwurm.
Aha? Lydia, mach mal leise.
Wieso geht uns ein Song nicht aus dem Kopf,
obwohl wir ihn total fürchterlich finden?
Also, der Song ist drei Minuten und 42 Sekunden lang.
In dem Text telefoniert der Sänger mit einem Mädchen,
die ihm sagt, dass sie zu spät kommt.
Obwohl er selbst halt schon längst weggegangen ist.
Es ist eine Kritik an unserer Kommunikationsgesellschaft,
weil wir nur telefonieren und uns nie treffen.
Denkt mal drüber nach bis zum nächsten Mal.
Wer ist nächste Woche dran?
-Da sind wir ja alle gespannt. -Ja.
-Super gemacht. -Danke.
(Frau) Wie fühlen Sie sich jetzt?
Traurig, dass es vorbei ist.
Aber auch gut. Es fühlt sich richtig an.
Melden Sie sich bei mir.
Wir machen dann gerne einen Termin.
Ja, das mache ich.
-Darf ich Sie mal umarmen? -Natürlich.
Danke für alles.
Drescht rein. Schulter zurück.
Stopp.
(leise Rockmusik)
Soll ich die Musik leiser machen?
Alles gut.
Hast du noch viel?
Ja. Aber nicht für morgen.
Wieso?
-Was ist denn passiert? -Erst anstoßen.
Die Therapie ist durch.
Ich bin seit heute wieder voll und ganz gesund.
(sie lacht)
'tschuldigung.
Gut, dass du da bist.
Finde ich auch.
-Alles okay? -Ja.
Soll ich Musik anmachen?
(sie lacht)
-Gute Nacht. -Nacht.
(rockige Gitarre)
(Lied: "I'm Gonna Be" von The Proclaimers)
(Johlen)
(Sänger) Vielen Dank. Das war der letzte Song.
Bestellt fleißig, sonst müssen wir bald Eintritt verlangen.
Also, tschau.
-Hey. -Was machst du denn hier?
-Ihr seid süß. -Süß?
Ja, also süß im Sinne von süß.
-Du kannst mich mal. -Mache ich. Später.
-Ich komme gleich wieder. -Beeil dich.
Mache ich.
-Cool. -(lachend) Danke.
-Bier? -Bier.
Hey.
-Ich hätte gern Schawarma. -Mit Salat?
-Ja. -Soße?
-Was habt ihr denn? -Kräuter, Knoblauch, scharf.
-Alles. -Du hast aber Hunger.
-Ein Teller, zwei Cola. -10,20 bitte.
-Hier. -Danke.
-Danke, habibi. -Tschau. Viel Spaß noch, ja?
(Frau) Komm, los. Komm.
So. Einmal Schawarma.
(spannende perkussive Elektromusik)
(Frau) Warte auf mich. Warte doch mal. Warte!
(lautlos)
(Lied: "Like A Mighty River"
von St. Paul and The Broken Bones)
(klassischer Soul)
Hey, hey.
Das, mein Freund, war ganz, ganz großer Rock 'n' Roll.
Aber ich habe zu viel gesoffen.
Immer weitermachen.
Ich habe den Typen getroffen,
der meine Frau vergewaltigt hat.
Um die Ecke, vorm "Dunya".
Malte.
Der hat 'ne Freundin.
Ja.
Ganz hübsches Mädchen.
-Welche Freundin? -Niemand. Weiterschlafen.
Immer weiter.
Ja, gut. Dann lass uns ihm mal die Fresse polieren.
Ich weiß doch gar nicht, wo der jetzt ist!
Herr Brinkmann. Haben Sie Zeit, mit mir ein Bier zu trinken?
(sie atmet schwer)
-Alles in Ordnung? -Ja. Ist schön. Mach weiter.
(Schulglocke ertönt)
Nicht trödeln.
-Guten Morgen. -(Klasse) Morgen.
Rebecca, kannst du bitte die Tür zumachen?
Wo waren wir letzte Stunde stehengeblieben?
-Clara? -Ähm...
"Die Physiker" von Dürrenmatt.
Geht das vielleicht spezifischer?
Hallo.
Sie bekommen noch Geld von mir. Für Schawarma, von gestern.
-Von gestern? -Ja.
-Äh, wie viel macht das? -Mit Salat?
-Ja. -Drei. Drei Euro.
Erinnern Sie sich an ein Pärchen,
das bezahlt hat, nachdem ich bestellt habe?
Die hatten so einen großen Teller,
ich weiß nicht mit was.
Und zwei Cola.
Beide um die 20, sie so schulterlanges Haar.
Ich weiß nicht.
(Musik: "Sinfonie Nr. 7, zweiter Satz"
von Ludwig van Beethoven)
Ich habe den zweiten Satz
aus Beethovens 7. Sinfonie mitgebracht.
(Stöhnen) Also.
Beethoven wurde im April 1812 von seinem Leibarzt mitgeteilt,
dass er sein Gehör verliert.
Er wollte sich dann umbringen...
(Musik läuft weiter)
(Musik verklingt)
Wo warst du so lange?
War noch was trinken.
Schlaf gut.
Nacht.
Also, das heißt: "Alles okay."
Dann gibt es abtauchen, auftauchen,
und das hier ist das größte Missverständnis.
Das heißt nicht "hallo", sondern "Notlage".
-Notlage ist ein Wort? -Na ja, Notlage halt.
Und Hilfe ist noch was anderes?
Nein, auch winken.
"Hallo. Mir beißt eine Muräne in den Arsch."
Warum beißt dir die Mähne in den Arsch?
Nein, Muräne, das ist eine Seeschlange.
-Wann ist die Prüfung? -In einer Woche.
Da seid ihr noch nicht unten.
Der theoretische Teil ist hier, der praktische in Kroatien.
-Darf ich denn was gucken? -Was angucken?
Ich möchte auch tauchen, zu Schiffen runter und so.
Wart ihr seitdem nicht mehr im Urlaub?
-Nee. -Entschuldige. Ich...
Mensch, Leute, das verbrennt alles.
Malte, hilf mal kurz.
Schöne Thüringer, 'ne halbe Kuh?
Nee, danke.
Habe ich was verpasst?
Irgendwann steht man vor der Entscheidung,
ob man sich sein Leben versauen lässt von seinen Ängsten,
weil man drei Arschlöchern begegnet ist.
Oder ob man es mal wegpackt.
Liv, du musst da nichts zu sagen.
Es ist doch verrückt.
Egal, wen du fragst, fast jeder entschuldigt sich dafür,
dass er überfallen wurde.
"Ich hätte nicht so spät rausgehen dürfen,
nicht so provozierend schauen sollen,
keinen Sex am Strand haben sollen", und so weiter.
Der Mensch fühlt sich gern schuldig.
Wenn er was falsch gemacht hat,
dann kann er sich vorstellen,
das beim nächsten Mal besser zu machen.
Aber der Punkt ist, du hast nichts falsch gemacht.
Malte hat nichts falsch gemacht.
Ich habe nichts falsch gemacht, Scheiße passiert.
So erschreckend einfach ist es.
-Ich rede viel zu viel. -Gar nicht.
Prost.
-Cheers. -Prost.
-Liv? -Ja?
Du musst den Leuten nicht alles sagen.
-Stört es dich? -Nein, überhaupt nicht.
Ich meine nur, du musst... Du musst nicht.
Tut mir leid.
Ich dachte, man müsste mal eine Ansage machen.
(Handy klingelt)
(Handy klingelt weiter)
(Aufzugtür öffnet sich)
(Aufzugtür schließt sich)
(Tür wird geöffnet)
Hallo.
Hallo.
-Suchen Sie irgendjemanden? -Nein. Keiner da.
Aha.
-Was ist denn los? -Nichts.
Und zu Ihrer Info: Die Müllers sind im Urlaub.
Lass mal, der gehört bestimmt zum Klause.
(er schluchzt)
(Tür wird geöffnet)
Hey, hey.
Ich kriege dich dran, du Scheißkerl.
Ich weiß, wer du bist.
-Ja? -Ja.
Wenn du mein Leben kaputt machst, mach ich deins kaputt.
Ich bringe dich um.
(er atmet tief durch)
-Hi. -Hi.
Was ist denn da passiert?
Boxen.
Meine Güte, ihr haut euch doch sonst nicht so auf die Rübe.
Wo warst denn du so lange?
Ach, du, ich habe mich in der Schule verzettelt,
dann musste ich mit Ben noch was wegen der Band besprechen.
-Malte? -Was?
Ich war mit Ben was trinken.
Wir haben gewartet, ich habe auf deine Mailbox gequatscht.
-Was ist denn los? -Nichts.
-Nichts? -Nein.
Nichts, was dich beunruhigen sollte.
Das möchte ich gern selber entscheiden.
(er seufzt)
Entschuldigung, du hast nicht mal eine ordentliche Ausrede.
-Triffst du jemanden? -Was?
Du hast mich verstanden.
-Ist doch Quatsch. -Ja?
Frag einfach nicht nach.
Frag einfach nicht nach?
Gut. Ich-Botschaften haben wir ja in der Therapie gelernt.
Ich bin verunsichert, weil was nicht stimmt.
Und ich weiß nicht was.
So, jetzt du.
Was würdest du sagen, wenn diese...
Typen geschnappt würden?
Was meinst du?
Mallorca.
Sag mal.
Da interessiert sich keine Sau mehr dafür.
Ja, ist klar, aber...
Wenn sie wieder auftauchen sollten.
Ich will damit nichts mehr zu tun haben.
Die sollen ungestraft davonkommen?
Nein, aber ich bin nicht scharf darauf,
denen über den Weg zu laufen, wenn du verstehst.
Wie kommst du da drauf? Hör auf.
Hier und jetzt.
Das ist alles, was zählt.
Ich habe ihn getroffen.
-Wen? -Ihn.
Ich habe ihn zufällig gesehen.
Im Imbiss um die Ecke vom "Querschlag".
Mit seiner Freundin.
Dann bin ich ihm nachgegangen.
Das ist nicht witzig, Malte.
Nein. Nein, das finde ich auch nicht.
Da vorne wohnt er.
Im vierten Stock.
(Tür wird geöffnet)
Liv, er kommt.
Das ist er nicht.
(Kreissäge wird angeworfen)
Ich glaube das jetzt nicht.
Okay, lass uns abhauen.
Liv, komm.
Wir müssen zur Polizei gehen, oder?
Er hat mich erwischt.
Als ich ihm gefolgt bin.
Er sagte, er würde sich revanchieren,
wenn wir ihn anzeigen.
Du hast mit dem geredet? Bist du total bescheuert?
Was meint der mit "revanchieren"?
So ausführlich haben wir nicht gesprochen.
(Mann) Gibt es denn eine DNA-Probe?
Nein.
Aber ich war ja dabei, ich könnte alles bezeugen.
Na, das nützt wenig.
Wenn die nicht die Reue plagt, decken die sich gegenseitig.
Aber Vergewaltigung ist ein dickes Ding.
Da wird ordentlich ermittelt mit Hausdurchsuchung und allem.
Wir können den Tätern sicher nachweisen,
dass sie auf Mallorca waren, vielleicht auch mehr.
Keine falschen Hoffnungen.
Welche Strafe bekämen die, wenn wir Erfolg hätten?
Das geht vor den Jugendrichter, da geht alles und nichts.
Ungefähr?
Strafarrest, ein Jahr.
Dann gemeinnützige Arbeit, vielleicht in einem Frauenhaus.
(barocke Klaviermusik)
Lass uns den Typen sausen lassen.
Ich meine es ernst.
Wir kriegen es noch mal hin, ihn zu vergessen.
Gehen wir halt zu einem anderen Baumarkt.
Liv, du...
Du weißt nicht, was du da sagst, oder?
Du sagst, er hat eine Freundin.
Dann hat er keinen Grund, wen zu vergewaltigen.
Liv, hör auf damit.
Ich habe keine Angst vor dem.
Doch.
Hast du.
Und ich auch.
Malte.
Versprich mir, dass du ihn in Ruhe lässt.
Versprich es mir.
(Schulgong ertönt)
(Liv) Dann machen sich diese neuen Moleküle
in eurer Blutlaufbahn auf den Weg, und was passiert dann?
Hm?
Keiner eine Idee?
-(Fingerschnippen) -Ja.
Die Wirkung der Acetylsalicylsäure
beruht auf Hemmung der Prostaglandin-H2-Synthese.
Ich würde dazu eine Zeichnung machen.
Kurz vor dem katalytischen Zentrum
überträgt die Acetylsalicylsäure...
einen Acetylrest auf einen Aminosäurerest.
Dadurch wird das Enzym inaktiviert.
-Sehr gut. -Kriege ich dafür einen Stern?
Die verteile ich seit der dritten Klasse nicht mehr.
(sie atmet schwer)
(schräge, langsame Musik)
(bricht ab)
-Scheiße. -Einfach weiterspielen.
Stimmt ja.
Passt auf, jetzt klappt es.
(Song fängt wieder an)
(dissonante Klavierklänge)
Kommt, wir machen Schluss für heute.
Kann Clara noch ein bisschen üben.
Ich bin einfach so wütend.
Ich würde an Ihrer Stelle sofort zur Polizei gehen.
Wissen Sie, warum ich zuletzt so gut klargekommen bin?
Weil ich denen vergeben hatte.
Ich habe mir eingeredet, das sind dumme Jungs,
die zu viele Drogen geworfen haben.
Ich habe mir vorgestellt,
dass er von seinem Gewissen zerfressen wird.
Dass er mir meterlange Briefe schreibt,
die er nicht abschickt, weil er ja nicht weiß, wo ich wohne.
Vergebung funktioniert häufig,
wenn man die Geschichte ins Gute umschreibt.
Genau so wie Sie es in Ihrer Fantasie getan haben.
Aber niemand kann von Ihnen verlangen, gut zu finden,
vergewaltigt worden zu sein.
Gehen Sie zur Polizei.
Ich bin bei Ihnen, wir schaffen das.
(Brutzeln)
Sag mal, hast du kein Basilikum gekauft?
Ist keins mehr auf dem Balkon?
Aber der ist doch ausgetrocknet.
Ich gehe mal gucken.
Hast recht, ist tot.
Willst du mal probieren?
Ist gut.
Bisschen Salz vielleicht.
Warst du wieder bei der Therapeutin?
-Woher weißt du das? -Stand im Kalender.
Seit wann guckst du in meinen Kalender?
-Der lag auf dem Tisch. -Das ist kein Argument.
Weißt du, ich...
Wir können nicht unser ganzes Leben vor etwas davonlaufen.
-Ich laufe nicht davon. -Doch.
-Nein, tue ich nicht. -Doch, tust du.
Okay, pass mal auf.
Damals auf Mallorca,
da warst du mein Malte, mit dem ich in der Scheiße saß.
Ja, dumm gelaufen.
Ich habe dir nie Vorwürfe gemacht.
Aber dass du mir jetzt diesen Typen anschleppst, ist daneben.
Was hätte ich denn tun sollen?
Dir nie davon erzählen?
Ja, zum Beispiel. Das hätte doch Eier gehabt.
Du bist wie ein Kater, der mir seine tote Maus bringt
und stolz ist, dass er was geleistet hat.
Salz.
Deckung, Malte.
-Sage ich doch. -'tschuldigung.
(Trainer) Brauchst dich nicht zu entschuldigen.
Stopp, stopp, stopp!
Entschuldigung, hast du mal Feuer?
Danke.
Arbeitest du hier?
Deutsch, Bio, Sport, alle Jahrgänge.
Aber jetzt ist Feierabend.
Ja.
Und du?
Ich messe eure Aula durch. Raumakustik.
-Wegen der Renovierung? -Mhm, genau.
Magst du mir vielleicht kurz helfen?
Geht ganz schnell.
Überall Sichtbeton, Metall und hohe Decken.
Kein Wunder, dass man die Gedichte nicht versteht.
(Klicken)
Magst du mal?
Einfach abdrücken, und ich messe den Hall.
Das geht auch mit Lautsprecher. So macht es mehr Spaß.
-Okay. -Dann hole ich Ohrenschützer.
Danke.
So?
Ja.
Jetzt.
(Schuss)
-Du darfst nicht lachen. -Was?
Nicht lachen, die Aufnahme läuft.
Noch mal.
Jetzt.
(Tür wird geöffnet)
Was machst du heute Abend?
Weshalb fragst du?
Na ja, ich hätte dich sonst auf eine Cola eingeladen.
-Eine Cola? -Mhm.
Ich könnte auch sagen auf 'nen Drink,
aber das hört sich irgendwie blöd an.
Cola klingt nach Kindergeburtstag.
Kindergeburtstag hätte ich ganz gerne mal wieder.
Jeder kriegt seinen Platz,
dann verkleiden sich alle,
und am Ende spielt man Topfschlagen oder so.
Ich hätte total Lust, mit dir eine Cola zu trinken.
Dann erzählst du von einem Geburtstag,
auf dem du dich als Metzger verkleidet hast.
Und am Ende wollte keiner mehr mit dir tanzen,
weil der Ketchup anfing zu stinken.
Dann steigen wir um von Cola auf Cola-Wodka,
dann albern wir rum und dann eiern wir um.
Weil man sich nicht scheiße fühlen will,
das wird ja auf einen One-Night-Stand hinauslaufen.
Aber uns ist es so egal, weil wir total besoffen sind.
Ich war noch nie als Metzger verkleidet.
Schon okay.
Ich muss eh noch die Messungen den Architekten mailen.
Bleib.
Küss mich mal.
Ich will nur wissen, wie es sich anfühlt.
Komm.
Langsam.
'tschuldigung, ich mache gerade Quatsch.
Hat mich gefreut.
Ja, mich auch.
(Lied: "What Is Love" von Haddaway)
(Eurodisco)
-Hallo. -Hallo.
Was darf es sein?
Ein Bier, bitte.
Wie heißt denn du?
Jenny.
Jenny.
Wie die Seeräuber-Jenny.
Wer ist denn die Seeräuber-Jenny?
Die aus der Dreigroschenoper.
Das ist ein Zimmermädchen in einem billigen Hotel.
Die aber, und das weiß keiner, die Geliebte eines Piraten ist.
Und eines Tages liegt der mit seinem Schiff
mit acht Segeln und 40 Kanonen vor Anker.
Und dann macht der jeden platt,
der seine Jenny schlecht behandelt hat.
Gefällt mir.
Du hast doch sicher auch so einen Seeräuber.
-Was? -Na ja, einen Freund.
Ja.
Ich bin schon vergeben.
-Es war nur eine Frage. -Ja, fragen darf man ja.
-Darf ich dich noch was fragen? -Ja.
Liebst du ihn?
Also, deinen Seeräuber.
Alles andere wäre Zeitverschwendung.
Ja.
Ist er gut zu dir?
Nur für den lohnt es sich, Tränen zu vergießen.
der dich nie zum Weinen bringen wird.
Um die ein oder andere Träne kommt man nicht drum rum.
Das merkst du, wenn du älter wirst.
Das klingt aber traurig.
Verheiratet?
-Ja. -Läuft gerade nicht so gut?
Bei uns läuft es auch nicht immer so gut.
Jetzt zum Beispiel.
Wir sind zusammengezogen, und er will umziehen.
Ich habe die ganze Wohnung gestrichen.
-Warum will er umziehen? -Das führt jetzt zu weit.
Bitte.
Die wollen, dass er flexibler ist,
er soll näher am Job wohnen.
Ja.
(er lacht)
-Flexibler. -Ja.
Für einen Baumarkt.
Weißt du, was dein Freund gemacht hat?
Er hat vor zwei Jahren meine Frau vergewaltigt.
Was?
Wir hatten es schon fast wieder vergessen.
Sind beide durch eine Therapie.
Sie dann noch länger als ich.
Und dann sehe ich euch beide.
Am Imbiss. Am zweiten Juni, um die Ecke vom Hansaring.
Weißt du, ich dachte...
Jetzt renkt sich alles wieder ein.
Er geht in den Knast,
und wir haben endlich Frieden.
Aber so ist es nicht gekommen.
Ich habe mich wieder zum Deppen gemacht.
Ich lasse dich jetzt rausschmeißen.
(Musik: "Serbate, o Dei custodi"
von Wolfgang Amadeus Mozart)
(triumphale Chormusik)
Ich gehe mal kurz raus.
-Kann ich mir einen nehmen? -Ja.
Willst du auch einen?
Nein, danke.
Eigentlich schön hier, wenn alle drin sind.
Alle merken, dass wir es nicht packen,
nur wir kriegen es nicht mit.
Was packen wir nicht?
Alles, oder?
Ich habe mit seiner Freundin gesprochen.
Aha.
Es war nicht geplant.
Und ich habe dich schon zu sehr mit reingezogen.
Du hast mir versprochen, du lässt ihn in Ruhe.
Ich kann nicht so tun, als wäre nichts. Ich kann nicht!
(Türklingel)
(schnelle Schritte)
Ganz ruhig. Ich will nur mit dir sprechen.
Sch!
Pst.
Ganz ruhig. Ganz ruhig.
Pst, pst.
Dein Freund rennt zu meiner Freundin
und erzählt ihr alles.
Ihr habt gewonnen.
Und jetzt ist Ruhe.
(Kleiderhaken klappern)
Liv?
Was machst denn du?
Er war hier.
Er war hier in der Wohnung.
Liv.
-Liv. Liv. -Warte, warte.
Woher weiß der, wo wir wohnen? Woher weiß der das, Malte?
Liv.
Wo gehst du hin?
(Lied: "Karma Police" von Radiohead)
Karma police
Arrest this man
He talks in maths
He buzzes like a fridge
He's like a detuned radio
Karma police
Arrest this girl
Her Hitler hairdo
Is making me feel ill
And we have crashed her party
This is what you'll get
This is what you'll get
This is what you'll get
When you mess with us
For a minute there
I lost myself
I lost myself
(Tür wird geöffnet)
For a minute there
I lost myself
I lost myself
(Jubel und Applaus)
-Das war schön. -Ich muss weiter arbeiten.
Das ist zwei Jahre her, ich war total besoffen.
Soll ich mich stellen?
Warum?
Warum hast du das gemacht?
Weil es ging?
(Jenny) Was willst du denn noch hier?
Sag mir, wo er ist.
Wo ist er? Wo?
Keine Ahnung.
Hey! Guck mich an! Hier!
(Jenny) Hey!
Wir finden einen Weg aus der Scheiße.
Malte, mach keinen Scheiß.
Wir rufen jetzt die Bullen.
Und dein Freund legt ein Geständnis ab.
-Malte. -Fuck.
(Würgen)
(er japst nach Luft)
Was soll ich denn gestehen? Hm?
(er stöhnt stoßweise auf)
(er schreit in Panik)
(Jenny) Fuck.
(er schreit verzweifelt)
(Krankenschwester) Langsam! Vorsichtig.
Ich helfe Ihnen.
(Ärztin) Markus? Funk bitte direkt nach unten.
Eins, zwei, drei.
Großes Blutbild mit Kreuzblut, Notfall.
Sie warten bitte im Wartebereich.
(Mann) Entschuldigen Sie?
Möchten Sie Ihre Kontaktdaten hierlassen?
Für ihn. Sie haben ihm das Leben gerettet.
(Malte) Nein, danke.
(Schluchzen)
(Lied: "Rented Rooms" von Tindersticks)
(gefühlvolle Ballade)
Can't find what you're looking for?
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