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Zulu
* Karla Lorenz *
* Nikolaus Tanz *
Entschuldige! Ich muss nach Hause. * Jan Horava *
(Mann über Funk) "Bitte 1532!"
* Ein Telefon klingelt. *
Mir ist wichtig, dass wir nachhaltig
in Forschung und Entwicklung investieren.
Ja. Das ist ein wichtiger Aspekt. Daher werde ich morgen betonen,
dass Grundlagenforschung der beste Garant ist,
um Arbeitsplätze zu sichern. Noch ein Glas Wein?
Ich muss los. Danke!
Also dann!
Bis morgen! Es würde mich freuen,
wenn wir mal wieder ins Konzert gingen.
Nächste Woche. Rachmaninow. Danke, nein.
Einfach nur Nein? Einfach nur Nein.
Herr Stokr! Ich arbeite wirklich sehr gerne mit Ihnen zusammen.
Lassen wir es dabei! Natürlich, Frau Botschafterin.
Soll ich Sie mitnehmen?
* Die Turmuhr schlägt 2-mal. * Ich gehe zu Fuß.
Gute Nacht! Gute Nacht!
Was ist mit der Kamera da oben? Der Unfall ist aufgezeichnet.
Es war genau 23:17 Uhr.
Geländewagen. Älteres Fabrikat.
Das Kennzeichen ist nicht zu erkennen.
Wird aber nicht so viele geben davon
im Großraum Prag. Halter überprüfen!
Das ist Lukas.
Der Junge von Adam. Ich habe es gehört.
Verdammte Scheiße!
Hat versucht, die Böschung hochzukriechen. Er hat noch gelebt.
* Eine Polizeisirene wird immer lauter. *
* Die Sirene ist aus. *
Wo ist er? Matyas!
Jan! Wo ist er?
Tu dir das nicht an! Lass die Scheiße, Jan! Bitte!
* Er wimmert. *
* Er schreit. *
Ein Kommentar zum "Future and Innovation Campus Prague"?
Welche Rolle spielt Deutschland
bei diesem Campus? - Frau Botschafterin!
Herr Lahnert! Freut mich! Mich auch!
Komm! ... Hi, sorry!
Herzlich willkommen! Frau Staatssekretärin!
Bitte!
Danke!
He, Tereza!
Na? Wo sind denn deine Eltern?
Die müssen arbeiten. Wir machen das zusammen.
Ja? Bist du aufgeregt?
Ich auch.
Bis gleich!
Alles okay bei Ihnen? Herr Stokr ist nicht hier. Er hat
den Stick mit der Präsentation. Die Slideshow
mit Zahlen und Fakten. Die Zahlen können Sie nachliefern.
Wir müssen lebendig vermitteln, was entsteht. Spielen Sie
den Ball einfach mir zu. Wir müssen.
Ja. Okay! - Bitte!
Willkommen! Ich bin Lenka Zdenek und als Staatssekretärin
im tschechischen Ministerium für Industrie und Handel zuständig für
den "Future and Innovation Campus", ein wegweisendes Vorhaben,
mit dem wir den Anspruch bekräftigen, in der Entwicklung
neuer Technologien voranzugehen.
Ich freue mich, die deutsche Botschafterin
Frau Karla Lorenz zu begrüßen.
Frau Botschafterin! Ich darf Sie bitten, ein paar Worte zu sagen.
Vielen Dank! ... Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Kollegen von der Presse! Ich freue mich sehr,
heute hier zu sein!
"Lahnert Robotics" ist ein deutsches Unternehmen,
aber auch ein internationaler Player. Wir sind stolz, ...
"Das ist die Mailbox von Daniel Stokr.
Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht."
... den neuen Standort zu eröffnen.
Ich möchte Sie herzlich einladen, einen lebendigen Eindruck
zu erhaschen, was hier ... Huch! Was hier geschieht.
Und woran hier gearbeitet wird.
"Bitte kommen Sie mit! ... Und du auch!"
Schön, dass Sie hier sind! Kommen Sie näher! "Lahnert Robotics" ist
der führende Hersteller für Roboter im Medizinbereich.
Wir verbinden deutsches Know-how mit modernster Software und
freuen uns, unsere Arbeit an unserem neuen Forschungsstandort
in Prag fortzusetzen. Nun zu Tereza!
94 Motoren imitieren den komplexen Muskelapparat im Bein.
Das Kernstück oder Hirn der Prothese
ist eine künstliche Intelligenz, die das Skelett
aufrecht hält und Terezas Bewegungen, Unebenheiten
im Boden und Hindernisse ausgleicht. So kann Tereza, die seit
einem Unfall querschnittgelähmt ist, zum ersten Mal wieder laufen.
Bitte, Tereza! Steh auf! Komm!
Super!
* Applaus. * Sch! Sch!
Das machst du so gut!
Gute Arbeit! Gute Arbeit!
Deutschland und Tschechien fördern "Lahnert Robotics"
bei dem neuen Forschungsstandort. Vorerst profitiert nur Tschechien.
Und es sind deutsche Steuergelder.
Die 2. Forschungsphase wird in Deutschland stattfinden.
Dabei entstehen Arbeitsplätze.
Entschuldigen Sie mich kurz? Aber natürlich!
"Lahnert Robotics" ist nur eine der Firmen, die sich ansiedeln.
Wir haben über 30 Interessenten. - Ich muss mich entschuldigen.
Ja. Aber Sie hatten sicher einen guten Grund.
Alles okay? Ich war bei der Polizei. Es gab
einen Unfall mit Fahrerflucht.
Letzte Nacht. Sie überprüfen alle infrage kommenden Autos.
Routine. Aber mein Auto hat
einen alten Schaden. Was für ein Unfall?
Ein Junge ist gestorben.
Was? Ja.
Das ist schrecklich! Der Fahrer ist abgehauen. Mit Hilfe
hätte der Junge vielleicht überlebt. Ist ja grauenvoll!
Ich muss mit der Staatssekretärin sprechen.
Ja, alles klar!
* Nicht zu verstehen. *
Ist doch ein Witz! Für die Presse machen sie
dieses ganze Affentheater, und keiner kriegt mit,
was hier wirklich läuft. Ich weiß nicht mal,
ob ich nächste Woche noch einen Job habe.
Danke, Frau Botschafterin!
Herr Lahnert! Ich staune,
bei wie vielen Terminen Sie waren. Sie machen das
zur Chefsache. Gibt es Probleme?
Woher haben Sie das? Spielt das eine Rolle?
Sprechen wir morgen! Deutschland hat
20 Millionen in diesen Standort investiert. Sagen Sie mir,
was los ist!
Die Tschechen halten sich nicht an die Abmachung.
Seit Wochen ist kein Geld geflossen. Aber warum?
Nicht jetzt! - Eine Frage!
Darf ich Sie kurz beide ... Nein!
Lassen Sie die Botschaft anrufen! Sie haben morgen früh einen Termin.
Danke fürs Kommen!
Die Zahlungen eingefroren? Wieso das denn?
Und warum wissen wir nichts davon?
Lahnert hätte sich an uns wenden können.
Wir hätten vermittelt. Ich muss wissen, warum Tschechien
nicht mehr zahlt. Ich muss Stokr sehen. Heute noch!
Wolltest du nicht noch mal ins Future Campus?
Was Bestimmtes? Die Mitarbeiter wissen
scheinbar mehr als wir. Das ist unglaublich!
Frau Botschafterin! Herr Stokr hat zurückgerufen. Leider ist er
sehr eingebunden. Er könnte kurz telefonieren
oder Sie in der Stadt treffen, aber spät.
Vereinbaren Sie das! Ich muss ihn treffen.
Ja. Und Herr Horava ist hier. Er ist hier?
Ja. Er sagte es sei wichtig. Er ist im Prehorovsky-Salon.
Guten Tag!
Jan!
Das ist eine Überraschung.
Hey! Entschuldige bitte den Überfall!
Ja? Ich bin dienstlich hier.
Es gab einen Unfall mit Todesfolge.
Ich ... Ich habe davon gehört.
Setz dich!
Bist du wegen Daniel Stokr hier?
Ihr wart gestern Abend zusammen? Dazu kann ich nichts sagen.
Als Botschafterin kann ich nicht einfach
eine Aussage machen. Ich habe Fragen. Inoffiziell.
Bei dem Unfall ist ein Junge gestorben.
Der Sohn eines Kollegen.
Bis wann wart ihr zusammen?
Ähm ... bis um halb 12.
Hat er Alkohol getrunken?
Ein Glas Wein. Und wegen der Uhrzeit
bist du dir sicher? Ja. Als wir rausgegangen sind,
habe ich die Uhr gehört. Sie hat halb geschlagen.
Kannst du dich täuschen? Fragst du weiter,
bis dir die Antwort gefällt? Ich muss genau sein. Der Unfall
war um 23:17 Uhr. Wenn Stokr erst halb 12
losgefahren ist, ... ... kann er es nicht gewesen sein.
Wir haben Aufnahmen von dem Unfall.
Farbe und Modell des Wagens passen zu dem von Daniel Stokr.
* Jemand kommt rein. * Was ist mit dem Kennzeichen?
(Leise) Herr Stokr würde Sie gern um 20 Uhr sehen.
In der Bar Bells. Danke!
Das Kennzeichen ist nicht zu erkennen.
Aber er hat einen Schaden am Auto. Ja, ja.
Von dem er sagt, er sei alt. Wann hat er dir das gesagt?
Bei der Präsentation. Er sagt, er habe beim Parken
die Wand touchiert. Vielleicht wollte er Spuren verdecken.
Du gehst von viel krimineller Energie aus.
Was habe ich damit zu tun? Was hast du
für ein Verhältnis zu Stokr?
Jan! Er ist Referent im Ministerium für Industrie und Handel.
Wir haben ein Arbeitsverhältnis. 20 Uhr.
Spät für eine Arbeitsbesprechung. Ist das jetzt
noch dienstlich, oder ist das privat?
Wenn ihr ein privates Verhältnis habt,
ist das ein Grund, ihm ein Alibi zu geben. Ich muss leider weiter.
Wiedersehen!
Schön, dich zu sehen!
* Sie sprechen tschechisch. *
Etwas spät. Die Party ist vorbei. Ja, schade!
Du bist der aus der Botschaft. Ich bin aus der Botschaft.
Willst du ein Bier? Ja.
(Natalie) Beeindruckt?
Wie im Schlaraffenland. Ja. Die verwöhnen uns echt.
Was macht der? Ey, Petr! Zeig es ihm!
Moment!
Was muss ich machen? Nichts! Gesichtserkennung.
Bald gibt es beim Arzt keine Helferin oder Chipkarte mehr.
Dein Gesicht wird "zapp" gescannt, und der Arzt hat
deine Krankengeschichte vorliegen.
"Zapp", ja? - "Zapp"! - "Zapp" ist richtig gut.
Warum muss er dafür fahren? Muss er nicht.
Aber Petr baut gern Teile, die fahren.
Wo habt ihr euch kennengelernt?
Zuzana und ich? Wir kennen uns seit dem Kindergarten.
Da war Frau Doktor noch kein hohes Tier im Ministerium.
Oh ja! "Hohes Tier". Genau!
Ich habe promoviert für Kaffeekochen und Ablage.
Immerhin hast du mir den Job bei Lahnert besorgt.
Mal sehen, wie lange es hält!
Wieso? Sie erzählt Quatsch.
Hey! Magst du deine Sachen holen?
Ich habe Kopfschmerzen und will nach Hause. Okay?
Hm.
* Er klopft. * Hey! Komm rein!
Ja? Ja.
War gerade alles okay?
Ich hatte das Gefühl, es war etwas angespannt zwischen euch.
Nee. Mach dir mal keine Sorgen!
Willst du sehen, woran ich arbeite? Klar!
Ist ja krass! Na los! Sag Guten Tag!
Ja? Hm.
Ich kann einfach zupacken? Ja.
Das Ziel ist eine Prothese, die genau so
selbstständig arbeitet wie eine echte Hand.
Wie lange arbeitest du schon daran? Puh! Das ...
... war meine Masterarbeit. Nur als Trockenübung.
Meine Uni hatte nicht die Ausstattung dafür.
Ich schrieb Codes. Aber den Prototyp bauen?
Keine Chance! Ich wusste nie, ob es wirklich funktioniert.
Insofern ist das schon geil hier. Aber?
Na ja! Wir haben alle befristete Verträge. Gerade wird
keiner verlängert. Neue Leute kommen nicht.
Wir bräuchten dringend Code-Schreiber.
Alles on hold. Einstellungsstopp. Keiner weiß, wie es weitergeht.
Natalie! Ich könnte meinen Job verlieren.
Und wenn ich meinen Job verliere? Sag ihm, was los ist!
Vielleicht kann er ja was machen. Den Versuch ist es wert.
Wer sagt, dass ich ihm trauen kann? Ich.
Es bleibt unter uns,
dass du es von mir hast. Okay? Ja, klar!
Im Ministerium läuft eine mega Ermittlung vom Finanzamt.
Die beschlagnahmen Computer. Ich komme seit einer Woche
nicht an meine Mails. Das Geld für den Campus liegt auf Eis.
Warum? Verdacht auf Veruntreuung.
Im ganz großen Stil. Mehrere Millionen.
Danke, dass wir uns hier treffen! Im Ministerium wäre es mir lieber.
Nachts werden die Büros gereinigt. Mit Staubsaugern aus Sowjetzeiten.
Laut wie auf dem Flugfeld. Hier ist besser.
Was wollen Sie trinken? Ein Wasser bitte.
"Wasser"? Okay!
Haben Sie schon gesehen? Was sagen Sie dazu?
Titelseite und noch eine Doppelseite drinnen.
Ja, sehr schön!
Warum haben Sie nicht gesagt, was im Ministerium los ist?
Was meinen Sie? Die Ermittlungen.
Wann wollten Sie mich informieren?
Woher haben Sie das? Können Sie mir bitte antworten?
Die Staatssekretärin war dagegen.
Sie meinte, wir klären das intern. "Intern"?
Wir haben 20 Millionen in den Forschungsstandort Prag investiert.
Sind die Investitionen in Gefahr? Nein. Es wird
Druck ausgeübt. Von ganz oben. Die Fördermittel
werden bald freigegeben. Ich will keine Beteuerungen,
sondern die Fakten. Auch die unangenehmen!
Was wollen Sie wissen? Gab es eine Veruntreuung?
Ich weiß nicht. Möglich. Wer steckt dahinter?
Das wissen wir noch nicht.
Über wie viel Geld reden wir? In etwa 3 Millionen.
Ich will Sie morgen im Ministerium sprechen. Ich will alle Details.
Wir hätten Sie ins Vertrauen ziehen sollen.
Das war ein Fehler. Ja, genau.
Soll ich Sie mitnehmen? Danke, nein.
Sind Sie mit dem Auto da? Es steht gleich da oben.
Sie haben mindestens 2 Whiskys getrunken.
Nehmen Sie ein Taxi! Es muss da weg.
Schon okay. Ich kann fahren.
Ihre Schlüssel! Ich fahre Sie.
Nicht nötig. Doch! Schon okay.
Wenn Sie meinen. Tse!
Wo steht Ihr Wagen? Da!
Die Polizei war bei mir, wegen gestern Abend.
Und?
Ich sagte, wir sind um 23:30 Uhr gegangen.
Vielen Dank! Ich habe nur gesagt,
an was ich mich erinnern kann.
Ich bin froh, wenn das vorbei ist. Diese Ermittlungen sind
das Letzte, was ich jetzt brauche. Der Junge war 15.
Der Junge, der gestorben ist. Warum sagen Sie mir das?
Es ist mehr als eine lästige Unannehmlichkeit.
Glauben Sie, ich könnte einen Jungen anfahren und liegen lassen?
Vorsicht! * Er flucht auf Tschechisch. *
Ich rufe mir jetzt ein Taxi.
Sie können bei mir aufs Taxi warten. Ich warte hier.
Dann warte ich mit Ihnen. Gut.
Guten Abend! - Guten Abend!
Daniel Stokr? - Ja.
Ausweis, bitte!
Worum geht es denn?
Sind Sie mit einem Alkoholtest einverstanden?
Verzeihung? Ich bin gefahren. Und ich habe nichts getrunken.
Sie waren gestern in einen Unfall mit Fahrerflucht verwickelt.
Mutmaßlich verwickelt. Heute sind Sie
schon wieder betrunken. - Ich bin nicht betrunken.
Wir machen den Test. - Wissen Sie, wer das ist?
Die deutsche Botschafterin! Das ist
jetzt egal. Lassen Sie es gut sein!
Denken Sie, Gesetze gelten nicht für Sie?
Wenn Sie den Test ablehnen, kommen Sie mit zur Wache.
Nein, werde ich nicht. Au!
Sind Sie verrückt? Hören Sie zu! Das wird Konsequenzen haben.
Kommen Sie! ... Oh! Was war das denn?
Haben Sie ein Pflaster? Kommen Sie mit!
Wohin? Hier runter.
Das Bad ist da um die Ecke.
Ich suche ein Pflaster. Danke!
Da durch die Tür. Rechts.
Es geht ohne Pflaster. Wir desinfizieren es.
Ich habe ein Taxi gerufen. Es geht ganz schnell.
Brennt ein bisschen. Okay.
Schon vorbei.
Danke schön!
Was soll das? Entschuldigung! Ich dachte, ...
Haben Sie den Verstand verloren? Was glauben Sie, was das hier ist?
Ich habe das wohl falsch gedeutet. Das war unangebracht.
Können wir das einfach vergessen, bitte?
* Sie hört das Freizeichen. *
"Hallo?" Ich bin es. Hey!
Tut mir leid, dass es so spät ist! Aber können wir uns noch treffen?
Danke, dass du gekommen bist!
Ich denke mal, es ist wichtig. Ich habe ein riesen Problem.
Ich arbeite an einem Projekt mit Stokr. Und das droht
zu platzen. Weitere Komplikationen kann ich nicht gebrauchen.
Wenn der Eindruck entsteht, ich würde Stokr schützen
oder hätte einen Grund dazu, ist das nicht gut.
Du willst deine Aussage ändern? Das kann ich nicht. Es war halb 12.
Ich habe die Glocken gehört.
Können wir uns ins Auto setzen?
Ich möchte dir was zeigen. Okay!
Du brauchst ein neues Auto.
Bist du verrückt? Das ist die einzige Konstante in meinem Leben.
Ja, ja. Was hast du da?
Ach! Ich habe vorhin
Stokr nach Hause gebracht. Da waren 2 deiner Kollegen vor der Tür.
Die waren etwas übermotiviert. Was ist passiert?
Ein Missgeschick. Was willst du mir zeigen?
Du sagst, er trank ein Glas Wein. Auf der Rechnung stehen 2 Chablis.
Ich nehme an, die hast du getrunken.
Du trinkst gern Chablis. Demnach hat er hier die 2 Gläser
Rotwein getrunken. Zeig mal!
Möglich, dass er 2 Gläser Rotwein getrunken hat.
Ich weiß es nicht. Die Kellner sagen,
möglicherweise seid ihr schon um 11 gegangen. Der Unfallort
ist nicht weit von hier. Eine halbe Stunde reicht. Sogar 20 Minuten.
Welche Uhrzeit steht auf dem Bon? Die hilft nichts.
Der Maitre hat schon vor 11
seinen Kassensturz gemacht. Da wart nur noch ihr im Lokal.
Wieso bist du so darauf versessen,
dass es Stokr war?
Oh! Das ist grauenvoll!
Ich habe Daniel Stokr heute 2 Stunden befragt.
Er ist smart, ganz ohne Zweifel.
Aber irgendwas stimmt mit ihm nicht.
Er ist speziell. Ich mache den Job
schon länger. Ich habe ein Gefühl dafür, wenn jemand lügt.
Du auch. Sonst wärst du nicht hier.
Ich fahre dich jetzt nach Hause.
Jan! Ich verstehe total, dass dir der Unfall nahegeht.
Das ... Das Kind eines Kollegen. Das ist ...
Matyas hat vor 2 Jahren schon seine Frau verloren. Krebs.
Und jetzt der Sohn. Lukas wollte Pilot werden.
Hat im Sommer den Segelflugschein gemacht.
Denk bitte daran,
dass es nur von dir abhängt, ob die Sache aufgeklärt wird.
Gute Nacht! Gute Nacht!
* Die Turmuhr schlägt 3-mal. *
Frau Botschafterin!
Herr Lahnert! ... Hallo! Hallo! - Guten Tag!
Guten Tag!
Die Veranstaltung gestern kam bei der Presse gut ...
Verzeihung! Bin ich zu spät?
Herr von Dorssen! Ich wusste nicht, dass Sie teilnehmen. Bitte!
Ich spiele nur Mäuschen.
Das ist Herr von Dorssen, unser Gesandter.
Ich bin nicht hier. Mein Stellvertreter.
Die Veranstaltung kam gestern bei der Presse ganz gut an.
Ja. Wir sind sehr zufrieden.
Ich nicht. Ich würde jetzt gerne
hinter die Kulissen schauen und für Aufklärung sorgen.
Das wird nicht leicht. Es gibt Probleme
auf tschechischer Seite. Veruntreuung
und Ermittlungen. Warum haben Sie nichts gesagt?
Wir hätten Druck ausüben können,
wenn nötig, um die Ermittlungen zu beschleunigen,
so, dass Sie das Geld bekommen. Das war der Wunsch der Tschechen.
Weshalb haben Sie da mitgespielt?
Ich glaube, ich verstehe nicht.
Ich glaube, Sie verstehen mich ganz gut.
Ich habe den Eindruck, dass diese Situation
Ihnen gelegen kommt. Inwiefern?
Klartext! Wir haben deutsches Geld in Prag investiert,
unter der Bedingung, dass "Lahnert Robotics" dann
in Deutschland Arbeitsplätze schafft.
Das wurde vertraglich zugesichert. Ich frage Sie: Haben Sie vor,
Ihren Vertrag zu erfüllen? Die Tschechen brechen die Verträge.
Das war nicht meine Frage. Wir sind hier 3 Partner.
Hält Tschechien Verträge nicht ein, muss ich es auch nicht.
Juristisch ist das zweifelhaft.
Meine Anwälte geben mir recht. Ihre Anwälte?
Hm. Es ist von Vorteil für Sie,
die 2. Phase der Forschung auch im Ausland
durchzuführen. Weniger Lohnkosten,
geringere Auflagen et cetera pp. Ich muss an
mein Unternehmen denken. In Rumänien oder Bulgarien rollt man mir
den roten Teppich aus. Topp ausgebildete Menschen,
kooperative Regierungen, zugesagte Gelder fließen.
Das verstehen wir. Nein, tun wir nicht.
Wissen Sie was? Die Sitzung ist beendet. Danke!
Sie haben kein Interesse daran, die Krise zu beenden. Richtig?
Werden in den nächsten 48 Stunden
die tschechischen Fördergelder nicht angewiesen,
geht die Meldung raus, dass "Lahnert Robotics"
Tschechien verlässt. Ihre Zeit ist um.
Den Rest klären unsere Anwälte. Ja? Sind wir fertig? Danke!
Tut mir leid, Frau Botschafterin! Aber die Uhr tickt.
Mann!
Woher kommt Ihr Interesse an der Angelegenheit?
Ich will nur helfen. Die Ministerin für Digitalisierung
hält besonders große Stücke
auf Herrn Lahnert. Sie kennen
sie persönlich? Wir sind in derselben Partei.
Da begegnet man sich, tauscht sich aus gelegentlich. Ganz informell.
Ich muss nicht betonen: Ich wünsche
keinen informellen Austausch. Natürlich!
Das ist botschaftsintern hier.
Unser Termin im Ministerium ist in 45 Minuten.
Nur 48 Stunden.
Dann schafft Lahnert Fakten. Ähm ... Frau Lorenz?
Herr Horava ist hier. Er sagt, es ist dringend. Nur ein paar Minuten.
Herr von Dorssen, danke! ... Herr Horava?
Hm.
Guten Tag! Ich habe leider nicht viel Zeit.
Guten Tag! Meine Kollegen möchten sich
bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir wirklich leid!
Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes passiert!
Nein, war nicht schlimm.
Ich hoffe, die Sache ist damit erledigt.
Besonders, weil Herr Matyas die Kontrolle
nicht hätte durchführen dürfen. Sind Sie der Vater
des Jungen?
Ja. Lukas ist mein Sohn.
Es tut mir leid, was geschehen ist!
Herr Horava hat mir erzählt,
dass Ihr Sohn Pilot werden wollte.
Ja. Er war Segelflieger. Er hat das Fliegen geliebt.
Sind Sie mal mit ihm geflogen?
Ja. Aber mir wurde schlecht.
Das war nichts für mich.
Wir sollten gehen.
Ich wünsche Ihnen alle Kraft der Welt!
Wenn ich etwas für Sie tun kann,
lassen Sie es mich wissen!
Danke schön! Bitte! ... Herr Horava!
Ich würde Sie gerne kurz alleine sprechen.
Jan! Ich habe noch mal nachgedacht.
Natürlich kann es sein, dass ich mich irre.
Mit der Uhrzeit. Dass ich die Uhr gehört habe.
Ich weiß es nicht.
Okay! Und das heißt? Dass ich nur das sagen kann,
an was ich mich erinnern kann. Wie das zu bewerten ist,
müssen andere entscheiden. Du kannst etwas für Matyas tun:
Bring Stokr dazu, seine Beschwerde
zurückzuziehen. Ja.
Ich rede mit ihm. Er droht mit Konsequenzen
von Seiten der Botschaft. Damit habe ich nichts zu tun.
Du machst einen Fehler.
Ah ja?
Und du? Wieso hast du bisher keine Eingabe gemacht,
dass ich offiziell aussagen kann?
Wenn es in den Akten steht, nutzt Stokrs Anwalt das:
Ein Alibi der deutschen Botschafterin als
Verteidigung. Du willst nicht,
dass das in den Akten steht. Noch nicht.
Eine entlastende Aussage fällt unter den Tisch,
weil sie dir nicht in den Kram passt?
Das sind komplexe Ermittlungen.
Wollen Sie den gordischen Knoten binnen 48 Stunden zerschlagen?
Der Future Campus ist ein Prestige-Objekt.
Wenn Lahnert aussteigt, könnten andere Firmen folgen.
Die Tschechen werden alles tun, um das zu vermeiden.
Das ist in unserem Interesse. Ich hoffe sehr,
Sie haben recht.
Haben Sie einen Vorschlag, der der Sache dient?
Hast du nichts gefrühstückt? Nein.
Hat man Ihnen etwas angeboten? Kaffee? Wasser?
Nein. Kommen wir gleich zur Sache!
Ich übernehme persönlich die Verantwortung dafür, dass Sie
bislang nicht informiert wurden.
Wo ist Herr Stokr? Er ist heute nicht im Haus.
Er ist der verantwortliche Projektleiter.
Wir erreichen ihn nicht. Aber er kann Ihnen nichts
anderes sagen: Uns sind die Hände gebunden.
Das Finanzministerium hat alle Zahlungen eingefroren.
Ich hätte jetzt doch gerne einen Kaffee.
Mein Ministerium hat für das Projekt Future Campus
mehrfach Dienste externer Beraterfirmen in Anspruch genommen.
Jetzt hat sich rausgestellt, dass eine dieser Firmen
nicht existiert. - "Nicht existiert"?
Aber das ist ... - ... Betrug. Ja.
Es sind in verschiedenen Tranchen
3 Millionen an die Firma geflossen. Bitte!
Das ist unser vorläufiger Bericht.
Das sind alle Informationen, die wir haben zum Zeitpunkt.
Wir wollen größtmögliche Transparenz
und hoffen, in den kommenden Wochen ein Ermittlungsergebnis ...
"In den kommenden Wochen"? Ja.
So viel Zeit haben wir nicht. Ich verstehe nicht.
Herr Lahnert sagte heute Morgen, wenn binnen 48 Stunden das Geld
nicht fließt, wird er den Standort Prag aufgeben.
Das kann er nicht tun. Doch! Und das wird er auch.
Wie soll man die Ermittlungen so schnell abschließen?
Sie müssen eine Lösung finden.
Wir haben unseren Teil des Vertrags erfüllt. Sie sind am Zug.
Könnte ich Sie vielleicht kurz
alleine sprechen? Gerne, ja.
Entschuldigung! Rufen sie bei Rülke an
und klären Sie diesen Punkt. Jetzt! Gut.
Bitte!
Wenn es eine Möglichkeit gibt, Herrn Lahnert umzustimmen, ...
Niemand soll gekreuzigt werden, ehe wir ganz sicher sind.
Wer sollte gekreuzigt werden? Laut unseren IT-Experten wurde
belastendes Material von den Computern des Ministeriums gelöscht.
Die Löschung wurde nachweislich durchgeführt von Daniel Stokr.
Was sagt er dazu? Jemand habe sich Zugang
zu seinem Computer verschafft.
Ich kenne Daniel seit 20 Jahren. Ich habe
mit ihm studiert. Wir waren eine Zeit lang
wirklich gut befreundet. Glauben Sie nicht,
dass er es war, oder wollen Sie es nicht glauben?
Vielleicht wissen Sie das nicht. Aber vor ein paar Jahren
hatte er Probleme: Medikamente, Alkohol. Er hat sich Hilfe gesucht,
war eine Zeit lang in der Psychiatrie.
Das höre ich zum ersten Mal. Es war eine schwierige Zeit.
Aber er hat mir versichert, dass es ihm besser geht.
Er bat mich um eine Chance. Er brauchte einen Job.
Jedenfalls wollte ich,
dass Sie das wissen, nun ja, nachdem Sie und Daniel
sich offenbar gut verstehen.
Wie meinen Sie das?
Entschuldigung! Es geht mich nichts an. Ich habe nichts gesagt.
Sie sollten jetzt hier den Teil
Ihrer politischen Verantwortung übernehmen.
Frau Botschafterin! Warten Sie mal!
Nikolaus!
Was ist? Hier gibt es ein komisches Gerücht.
Was denn für ein Gerücht? Weiß nicht. Mit mir und Stokr.
* Nicht zu verstehen. *
Gut!
Wir können den Tschechen nicht die Initiative überlassen.
Ihr Vorschlag? Wenn Sie erlauben:
Ich könnte die Digitalministerin bitten,
dass sie Druck ausübt auf Lahnert. Das bringt nichts.
Keiner in Berlin verscherzt es sich mit Lahnert.
Deutschland verpennt seit 10 Jahren jede neue Schlüsseltechnologie.
Wir bauen Autos, die bald keiner mehr will.
Jetzt will man im Bereich KI mitmachen.
Lahnert ist unser Golden Boy,
mit den Großen im Silicon Valley auf Du und Du.
Wir brauchen Lahnert viel mehr
als er uns. Er sitzt am viel längeren Hebel.
Darum ist ihm ein böser Anruf der Ministerin
vollkommen egal. Das weiß die Ministerin.
Und was bedeutet das? Lahnert muss sein Geld bekommen.
Wie wollen Sie das bewerkstelligen? Ja ...
Hallo!
Hey! Was machst du hier?
Ich wollte nur gucken, ob Stokr inzwischen da ist.
Klar! Hat deine Chefin dich beauftragt, hier rumzuschnüffeln?
Äh ... nee. * Er lacht. *
Ich suche Stokr. Das ist alles. Den versuche ich auch seit
heute Morgen zu erreichen. Ich kriege Ärger,
wenn dich jemand hier sieht. Gut. Gehen wir Kaffee trinken?
Okay! Cool!
Der Future Campus ist ein einziges Chaos.
Die vom Finanzamt haben so was noch nie gesehen.
Kein Wunder, dass die Unterschlagung so lange unbemerkt blieb!
Die Staatssekretärin hat auch keinen Durchblick?
Vertraut ihm komplett. Die kennen sich halt
auch eine Weile. Hm.
Das verbindet. Aber dein Boss ist ja auch ein Fan von ihm.
Was meinst du? Macht sie ein Geheimnis draus?
Stokr nicht. Im Gegenteil.
Der erzählt jedem, dass da ... Was?
... was läuft zwischen den beiden. Was?
Die gehen ins Konzert, die haben Meetings nicht im Ministerium,
sondern beim Italiener. Abends. Ja und?
Ihm zufolge musste er sich ganz schön ins Zeug legen,
aber er hat sie rumgekriegt.
* Ein Telefon klingelt. *
Herr Stokr?
Herr Stokr?
Er ist nicht da. Bitte?
Er ist heute sehr früh mit seiner Tasche weggegangen.
Mit einem Koffer oder ... Nein.
Sporttasche "Nautilus". Sportklub "Nautilus".
Danke!
* Laute Heavy-Metal-Musik. *
Herr Stokr? Ah! Ah!
Verdammt! Du sollst die Deckung hochnehmen.
Frau Botschafterin!
Mir scheint, Sie haben eine verdrehte Vorstellung davon,
wie unser Verhältnis ist. Wegen gestern Abend?
Ich sagte doch, es tut mir leid. Sie sagten der Staatssekretärin,
wir beide hätten eine Affäre.
Keine Ahnung!
Sie wissen, was das für mich beruflich bedeutet.
Es ist unmöglich, was Sie da tun.
Sie machen mehr daraus, als es ist. Ich hatte das Gefühl, dass Sie
gerne mit mir flirten. Sie produzieren viel heiße Luft.
Sie wurden etwas lockerer. Irgendwann werden Sie durchschaut.
Alle Zahlungen an diese angebliche Beraterfirma
gingen über Ihren Tisch.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie das nicht wussten.
Ich weiß nicht ... Was wollen Sie? Sie stehen unter Druck und
nehmen Apinclozam. Bei Kopfschmerzen.
Ein Beruhigungsmittel mit Alkohol führt zu Aussetzern,
Koordinationsproblemen, Erinnerungslücken.
Haben Sie das Mittel am Abend des Unfalls genommen?
Worum geht es? Um die Wahrheit!
Sie haben mir gesagt, Sie waren in Buenos Aires
zur Weltgesundheitsorganisation. Wo waren Sie stattdessen?
Sie scheinen es zu wissen. Ja. In der Klinik.
Ich hatte einen Burnout und bin nicht stolz darauf.
Deswegen habe ich gelogen.
* Jemand klopft. * "Ja?"
Darf ich dich kurz stören? Ja, klar! Komm rein!
Setz dich!
Und?
Der Typ ist ein Idiot.
Eine Mitarbeiterin im Ministerium sagte mir, es ist seine Masche.
Er macht sich an Frauen so ran.
Es war falsch, mit ihm ins Konzert zu gehen.
Das ist doch Quatsch! Du siehst ja,
was daraus wird. Du kannst doch
mit einem Typen ins Konzert gehen. Wärst du ein Mann, würde niemand
etwas sagen. Das ist ungerecht.
Es geht nicht darum, was du machst, sondern was
daraus gemacht werden kann: Verhetzungspotenzial.
Wer offen ist, riskiert, dass Leute das ausnutzen.
Ich finde, dass genau das deine Stärke ist.
Du gehst auf die Leute zu.
Du versteckst dich nicht hinter deinem Amt. Das ist gut.
Danke!
Nikolaus! Ich muss los. Hm.
Soll ich dich noch mitnehmen? Ja.
Die angebliche Beraterfirma, an die das Geld
geflossen ist, heißt übrigens "Tanvald".
Ja? Tanvald ist ein kleiner Ort,
eine Stunde nördlich von Prag. Stokr kommt von dort.
Das ist ja merkwürdig. Ja.
Also, interessant. Ja.
"Tanvald". Hm.
Wenn er die Scheinfirma wie seinen Heimatort nennt,
ist das nicht wirklich schlau.
Darüber habe ich auch nachgedacht.
Was ist, wenn er nicht ein abgebrühter Betrüger ist,
sondern überfordert. Wenn ihm alles
über den Kopf wächst, und er nur den Ausweg sucht.
* Der Motorradfahrer hupt. *
Wenn wir nach Rettung suchen, denken wir an einen Ort,
an dem wir uns geborgen fühlten
und an eine Zeit,
in der es uns gut ging. Das ist für mich die Heimat.
Ja. Vielleicht hast du recht.
Die nächste Ausfahrt muss ich rechts raus.
Ich dachte irgendwie, dass ich dich hier treffe.
Klar! Ich bin immer hier. Es hat sich verändert.
Neuer Besitzer, aber Essen ist noch gut.
Schön! Hast du mit Stokr gesprochen wegen
der Beschwerde? Ging nicht.
Es ist wichtig. Matyas wurde suspendiert. Der steht das
nicht durch. Stokr muss die Beschwerde zurücknehmen.
Es hilft nicht, wenn ich ihn darum bitte.
Du hast doch Einfluss bei ihm. Nein!
Ich wollte dir sagen, dass ich erfahren habe,
dass er Medikamente nimmt.
Beruhigungsmittel, die zu Aussetzern führen.
Im Ministerium wird ermittelt wegen Unterschlagung.
Warum erzählst du mir das? Wieso nicht?
Ach! Ich will niemanden schützen.
Jan? Da war nie etwas zwischen mir und ihm.
Es würde mir sehr viel bedeuten, wenn du mir glaubst.
Als ich euch sah, hat es Sinn gemacht.
Er stellt etwas dar. Ihr passt zusammen.
Oh Gott! Bitte!
Doch! Wenn der Dienstwagen der Botschafterin
vorm Imbiss hält und sie in die Niederung
des Lebens hinabsteigt, ist das originell.
Aber es ist nicht deine Welt. Und ich passe nicht in deine Welt.
Stell dir vor: Ich bei einem Staatsempfang!
Oder in einem klassischen Konzert. Bitte nicht!
Ein Zeitungsausträger hat gesehen,
wie er um 4 Uhr früh nach Hause gekommen ist. 4 Stunden,
nachdem ihr euch getrennt habt. Wo war er so lange?
Wir haben in einem Müllcontainer
in der Nähe seines Hausboots einen Lappen gefunden mit Blut.
Wir checken, ob es das Blut des Jungen ist
und ob auch Stokrs DNA dabei ist.
Fällt der Test positiv aus, ist er dran. Das reicht für eine Anklage.
Das ist ein skrupelloses Arschloch. Der geht über Leichen.
Über die Leiche eines 15-jährigen Jungen.
Ich kann gerade nichts essen.
(Lenka Zdenek) Herr Stokr! Die Vorwürfe gegen Sie sind massiv.
Wir möchten Ihnen Gelegenheit geben, sich zu äußern.
Daniel! Möchtest du etwas sagen?
Nein. Ich werde einen Rechtsanwalt hinzuziehen.
Das ist alles.
Gut! Dann sind wir heute hier fertig.
Wann ist der nächste Termin, Dorssen?
"Von". So viel Zeit muss sein. Ja.
14 Uhr. Danke!
(Leise) Heftig, oder? Jetzt ist er wirklich erledigt.
Sieht ganz danach aus. Ja.
* Karla räuspert sich. *
Ich bin so wütend, dass ich auf seine Ausreden gehört habe.
Ich hätte die Ermittlungen gegen ihn viel früher, viel entschiedener
vorantreiben müssen. Das sehe ich genauso.
Musst du direkt ins Ministerium? Nö.
Sonst könnten wir noch mittagessen zusammen.
Natürlich!
Ich brauche noch ein paar Minuten.
Wir treffen uns unten. Alles klar!
Ich war einmal sehr in Daniel verliebt. Das ist viele Jahre her.
Ich weiß noch immer, warum. Er hat eine Leichtigkeit.
Ich habe ihn freigestellt. Er packt.
Das Finanzministerium wird schnell einen Bericht abfassen,
dass die Ermittlungen vor dem Abschluss stehen. Ich sehe
keinen Grund, das Geld weiter zurückzuhalten.
So einfach?
Nichts davon ist einfach.
Es ist eine Tragödie. - Wir wissen von dem Unfall.
Sie gaben Herrn Stokr ein Alibi?
Ich war zum Zeitpunkt des Unfalls mit ihm essen.
Frau Botschafterin. Wir sind der Meinung, jetzt ist das Framing
entscheidend. - Wir brauchen
einen klaren Fall. Sind Sie sich nach wie vor sicher,
dass Sie zum Unfallzeitpunkt
mit Herrn Stokr zusammen waren. Das bin ich. Ja.
Noch Fragen?
Von Dorssen! Warten Sie unten auf mich?
Herr Stokr?
Kann ich Sie einen kurzen Moment sprechen?
Ich habe Ihnen nichts zu sagen, Frau Botschafterin!
Wir wissen beide, dass das nicht stimmt.
Klar! Das Sauberste für alle Beteiligten wäre
ein Geständnis, damit die Verhältnisse
wieder geklärt sind und man zur Tagesordnung übergehen kann.
Die Polizei hat einen Lappen mit Blutspuren gefunden.
Es ist nur eine Frage der Zeit,
bis Sie ... Wie lange wollen Sie behaupten, dass Sie damit nichts
zu tun haben? Es ist komplizierter,
als Sie glauben. Dann erklären Sie es mir bitte!
Das ist mein Vater.
Er war Postbeamter in der Provinz.
Er musste nie eine schwere Entscheidung treffen.
Für ihn gab es immer nur richtig
oder falsch.
Was für eine Entscheidung?
Es ist ein scheiß Spiel. Das wissen Sie genau. Du glaubst,
du könntest etwas bewegen oder gestalten. Das ist Blödsinn!
Ich werde richtigstellen, dass zwischen uns nichts war.
Sie haben recht. Das bin ich Ihnen schuldig.
Vielleicht kann ich wenigstens das in Ordnung bringen.
Soll ich dir mal was verraten?
Die Staatssekretärin hat mir Stokrs Job angeboten.
Gratuliere! Danke! ... Aber hey!
Behalte es für dich! Das ist nicht offiziell.
Die Staatssekretärin hat Unterlagen bei sich zu Hause vergessen.
Ich hole die schnell.
Geht das nicht schneller? ... Auflegen!
Guten Tag! Guten Tag, freut mich! ... Tereza!
Hallo! Schau mal! Ich zeige dir was.
Großartig, Tereza! Danke!
Ist das nicht toll? In solchen Momenten wird mir klar,
warum ich das hier alles mache.
Schön, dass alles gut ausgeht! Sieht ja ganz danach aus.
Genau! So sieht es aus.
Sie halten mich für skrupellos. Nicht wahr, Frau Botschafterin?
Wissen Sie, wie viel ich mit Industrierobotern
oder Kampfdrohnen verdienen könnte?
Tut mir leid, wenn ich mit harten Bandagen kämpfen muss!
Ich mache das, weil ich an die Arbeit hier glaube.
Verstehen Sie? Daran habe ich keinen Zweifel.
* Nachrichten auf Tschechisch. *
Ja. Ein glasklarer Fall. Berlin hat angerufen.
Das Amt möchte nicht, dass ich eine Aussage mache.
Es heißt: "Interne Angelegenheit der Tschechen."
Wir sollen uns nicht einmischen. Würde dein Alibi etwas ändern?
Es wäre ein Schönheitsfehler, der alles aufhält.
Das will kein Mensch. Und was willst du?
Es fühlt sich total falsch an, nicht die Wahrheit zu sagen,
nur weil sie nicht ins Bild passt. Ja.
Die Kirche hier, also der Platz ...
Ich weiß, wo das ist. Ich war da heute mit Zuzana.
Die Staatssekretärin wohnt da. Da war ich
an dem Abend mit Stokr essen.
Verreisen Sie?
Aufs Land für ein paar Tage. An dem Abend,
als der Unfall war, haben Sie da jemandem Ihr Auto geliehen?
Was? Hatte jemand theoretisch
Zugriff auf Ihr Auto und wäre damit gefahren,
um es dann wieder vors Lokal zu stellen?
Das ist Unsinn. Wenn es so wäre, warum würden Sie
diese Person schützen?
Ich fahre jetzt. Wenn Sie reden wollen, steigen Sie ein!
Seit 2 Tagen folgt er mir.
Haben Sie ihn gesehen?
Keine Ahnung, was er sich dabei verspricht.
Er sucht einen Schuldigen. Er klammert sich
an die Idee, dass Sie das sind. Aber es gibt eine Lösung.
Sie wollen mir helfen? Ich möchte gerne die Wahrheit.
Was wird das hier?
Vor 2 Jahren verlor ich den Boden unter den Füßen.
Lenka hat zu mir gehalten.
Anhalten! Sie sagte, sie braucht mich.
Ja. Benutzt hat sie mich. Passen Sie auf!
Was ist los mit Ihnen?
* Lautes Hupen. *
Was soll der Scheiß?
Während meiner Zeit in der Klinik hat Lenka mir Hoffnung gemacht,
mir einen Job im Ministerium verschafft.
Sie hat mich gerettet. Dafür bin ich ihr dankbar.
Was war an diesem Abend? Ich habe ihr den Wagen geliehen.
Sie trifft einen Mann. Eine Affäre.
Das darf natürlich keiner mitbekommen.
Lenka ist so paranoid, sie fährt direkt
in seine Tiefgarage und mit dem Aufzug in die Wohnung.
Bloß, damit keiner sie sieht. Was war in dieser Nacht?
Ich war schon auf der Rückfahrt.
Sie rief an und sagte, sie hätte ein Reh angefahren
aber hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern.
Ich möge bitte den Schaden
beseitigen. Und die Spuren.
Das habe ich natürlich gemacht.
Sie wussten nicht, dass sie einen Menschen angefahren hatte
und dass der Junge gestorben ist.
Das erfuhr ich am Morgen von der Polizei.
Ich war in Panik. Sie meinte, wenn ich stillhalte, geht das vorbei.
Die Polizei hätte keine Beweise.
Was ist mit den Unterschlagungen?
Das war Lenka.
Sie meinte,
ich soll mich nicht darum kümmern.
Das müssen Sie alles der Polizei sagen.
Das ist Schwachsinn. Ein verzweifelter Versuch,
seinen Hals zu retten. Nein! Das macht Sinn:
Die Uhrzeit, meine Erinnerung. Der Unfall geschah,
bevor wir das Lokal verlassen haben.
Er hat den Wagen gereinigt? Ja. Er hat getan,
was sie gesagt hat. Dieser Idiot!
Du hast gesagt, es liegt an mir, ob der Schuldige am Unfall
zur Rechenschaft gezogen wird. Und du hattest recht.
Jetzt liegt es aber an dir. Und wie? Frau Zdenek
ist Staatssekretärin. Ja.
Wenn ich ohne etwas Konkretes zu haben gegen sie vorgehe,
kann mich das meinen Job kosten. Ich sagte,
er soll nach Hause fahren. Er wartet auf uns. Hör es dir
nur einmal aus seinem Mund an! Und alles andere
ist deine Entscheidung. Also gut! Von mir aus.
* Jemand klopft. *
* Jemand klopft energisch. *
Was wollen Sie?
Setz dich hin! - Okay!
Sofort! - Bleiben Sie ruhig!
Du hättest nur helfen müssen. - Ich war das doch nicht. - Hey!
Dir muss doch klar sein, dass du büßen musst.
Du hast ihn krepieren lassen. Ich bin nur
ein Vater, du Arschloch! * Schuss. *
Jan! Was war das? Das ist Stokr. Los, runter!
Oh! Oh Gott, Daniel!
Jan!
Jan!
Ruhig!
Ich habe die Kollegen angerufen.
Sie sind gleich hier.
(Stokr) "Ich werde so viele Details,
Daten und Fakten wie möglich aufschreiben, in der Hoffnung,
dass sie sich überprüfen lassen, dass sich Beweise dafür finden.
Damit kann ich meine Karriere nicht retten.
Es wird ein Verfahren gegen mich geben. Wahrscheinlich kommt
die Person, die mich in diese Situation gebracht hat,
straffrei davon. Lenka Zdenek hat systematisch Gelder unterschlagen
und auf Konten ins Ausland verschoben. Sie wusste, ..."
"... dass ich sie nicht verraten konnte,
ohne meine berufliche Zukunft aufzugeben.
Belastende Dokumente wurden vom Server des Ministeriums gelöscht:
Bankvollmachten, Zahlungsanweisungen,
Rechnungen von diversen Firmen. Bei allen Löschungen wurde
mein Netzwerkzugang genutzt. Ich muss davon ausgehen,
dass geplant war, mir die Schuld an den Unterschlagungen zu geben.
Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt
aktiv beteiligt und auch nicht finanziell profitiert."
* Karla weint. *
Frau Zdenek!
Frau Botschafterin.
Haben Sie kurz Zeit für mich? Es ist gerade sehr ungünstig.
Es wird auch nicht lange dauern.
Kommen Sie!
Mich hat der Tod von Herrn Stokr
sehr aufgewühlt. Setzen Sie sich!
Natürlich. Uns alle.
Sie kannten ihn sehr gut, wussten, was er für ein Mensch war.
Ich bin erstaunt, dass Sie ihm
so einen verantwortungsvollen Posten übergeben haben.
Vielleicht war das dumm. Nein, im Gegenteil.
Das war klug. Sie kannten seine Schwächen, seine Stärken,
seine Eitelkeit. Sie wussten, er würde alles tun, um sich
zu beweisen und hatten somit einen loyalen Gefolgsmann.
Er war Ihnen komplett ausgeliefert.
Ich verstehe nicht ganz. Nein?
Er hat Ihre Unterschlagungen gedeckt. Und nach dem Unfall
hat er alle Ihre Spuren beseitigt. Wovon reden Sie da?
Sie machten ihm klar, dass er keine andere Chance hat,
als zu tun, was Sie sagen. Frau Botschafterin! Was soll das?
Er hat alles aufgeschrieben. Sehr viele Details.
Das meiste wird schon untersucht. Sie kommen da nicht raus.
Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf:
Ich würde es gar nicht versuchen.
Ich habe den Jungen nicht gesehen.
Er war so schwer verletzt. Er wäre
vermutlich ohnehin gestorben. Ich bin weitergefahren. Ja.
Ich traf eine Entscheidung: Niemand hätte etwas davon,
wenn ich wegen eines Unfalls alles verliere.
(Leise) Bereit machen! Ich bin
in der Politik, weil ich Ideale habe. In der Wirtschaft
könnte ich viel mehr verdienen. Das ist nicht gerecht.
Das System ist aus dem Gleichgewicht. Menschen wie Sie
und ich können nur eins tun: unserem eigenen Kompass folgen.
Auch wenn wir gegen den Strom schwimmen.
Moment! Zwischen Ihnen und mir gibt es keine Gemeinsamkeit.
Sie müssen jetzt mit uns kommen!
Stehen Sie auf!
Tschüs, Tereza! - Tschüs!
Herr von Dorssen! Frau Botschafterin!
Erlauben Sie, dass ich Ihnen gratuliere!
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern:
Eine neue Station als Botschafterin.
Ich darf sagen, dass ich Sie ein wenig beneide.
Setzen Sie sich, Herr von Dorssen! Gern!
Ist etwas nicht in Ordnung? Ich bekam heute sehr viele
freundliche Anrufe, Gratulationen. Auch von Ihrer Bekannten,
der Digitalministerin. Ja. Sie ist sehr zufrieden
mit Ihrer Arbeit. Ja, was die Causa Lahnert angeht.
Mich hat jedoch sehr verwundert,
dass sie viele Details wusste. Weit mehr, als ich nach Berlin
berichtet hatte. Alles kam zu einem guten Abschluss.
Ist es da nicht ohne Belang ... Sie haben
mich übergangen und vertrauliche Informationen
an Dritte weitergegeben, an eine Parteifreundin von Ihnen.
Ich kann das so nicht stehen lassen.
Ein Disziplinarverfahren wird gegen Sie eingeleitet. Ich verlange
keine bedingungslose Loyalität.
Aber ich verlange Aufrichtigkeit.
Es tut mir leid!
Sie können gehen, Herr von Dorssen!
Wir holen uns hier noch den Tod.
Ich wusste nicht, dass du so verfroren bist.
Ich habe mir was überlegt. Jan, ...
Hör zu! Du musst nicht sofort etwas sagen. Ich finde,
wir sind noch nicht am Ende.
Jan, ... Keine Ahnung,
worauf das hinausläuft.
Vielleicht gehen wir ja mal in ein klassisches Konzert.
Vielleicht gefällt es mir sogar. Es geht nicht um ein Konzert.
Ich habe einen Anruf bekommen. Ich werde versetzt.
Ich verlasse Prag.
Echt? Ja.
Okay! Aber wer sagt denn,
dass wir damit nicht fertig werden? Dass es nicht trotzdem
funktionieren kann?
Ich äh ... Ich werde nach Rom ziehen.
Schöne Stadt.
Kannst du Italienisch? Ja.
Ja? Das Wichtigste.
Was ist denn das Wichtigste? Buonasera!
* Karla lacht. Sie küssen sich. *
Oh mein Gott!
Das sieht doch auch aus wie der Tiber hier.
Da die Vatikanstadt. Wird dir gefallen, Rom.
Ich finde, du gehörst nach Rom.
* Untertitelung 2020: Untertitel-Werkstatt Münster *
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