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Sieben Sommersprossen (1978) dTV - MDR - 19. April 2013
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* Baby schreit *
Karoline, mach doch mal!
Du sollst Mama helfen. Ich komm ja schon.
Hast du Tinas Sachen gepackt? Ja, das Waschzeug fehlt noch.
* Baby schreit *
(M�dchenstimme) Mama, komm schnell! Er spuckt alles aus.
Das halte ich nicht aus! Haach, Herrgott!
Komm, mein Kleiner. Dann kriegst du eben Tee.
So ... Na siehst du.
Jetzt gib den L�ffel her.
Ja, fein. Fein so.
Langsam musst du mit deinem Kind allein zurechtkommen.
Gehen wir bald, Mama?
Mama, wir m�ssen gehen. Ja, ja.
Mach's gut, Schwester. Ihr habt es gut.
Ach, das wird der reinste Kindergarten.
Beeil dich, sonst kommst du zu sp�t. Ich kann euch nicht allein lassen.
Aber klar. Macht's gut. Pass auf Tina auf!
Mach mir keinen Kummer.
Tsch�s, meine Kleine. Und viel Spa�!
* Stumme Szene *
* Rockmusik im Radio *
�ber dein Zeugnis reden wir noch, Robert. Wenn du studieren willst ...
Ich kenne einen, der ist von daheim abgehauen.
Weil sein Vater so Gro�es mit ihm vorhatte. - Na, lassen wir das.
Schreib mal. Ich ruf dich an. Oder Mutter ruft an.
Mach's gut, Junge. Ich kann nicht warten. Hier, falls du was brauchst.
Mach keine Dummheiten. Ich will nichts h�ren!
* Lautes Stimmengewirr *
Zur Jugendweihe bekam ich 400 Mark. Warst du auch im langen Rock?
Nein, mein Vater war dagegen. - Ich war in himmelblau und lang.
Als wir einmarschierten, trat mir ein Typ auf den Rock. Ich fiel fast hin.
Und bei der Rede vom Direx hatte einer 'nen Schlucken.
"Wir geloben, hick ..." Aber dann war mir komisch im Bauch.
Mir auch. So feierlich. Unsere Jungs waren so still und brav angezogen.
Voll auf die Omme!
Alles kleine Piepels.
Willst du auf die EOS?
Ich schaff's nicht. Ich werd B�cker. Nebenbei spiele ich Horn.
Paule, da wird der Teig sauer. - Deshalb ja.
Achtzehn. Zwanzig ...
Tag. Entschuldigung.
H�rt her, ihr H�bschen. Ich bin Bettina, eure Betreuerin.
Das ist Herr Benedikt. Er will Lehrer werden, betreut die gro�en Jungs.
(leise) Wie der aussieht ...
Sch�ne Tage in unserem Lager!
* Kinder l�rmen *
Halt! Die M�dchen in Baracke eins! Die Jungen in Baracke zwei!
Gegenseitige Besuche auf den Zimmern sind untersagt.
Unser Tag beginnt 6.50 Uhr mit Fr�hsport!
Er kommt uns nach. - Ich sehe nichts.
Endlich sind wir da. Da hinten ist das Lager. Hier sieht es klasse aus.
Was ist denn das? (M�dchen kreischen).
Sch�ne Aussicht, oder? Ich wusste, dass du mitkommst. Von meinem Vater.
Du hast dich ver�ndert. Deine Haare sind k�rzer.
Ich habe sie mir voriges Jahr abgeschnitten.
* Hund bellt. *
Siehst du? Ist mein Schutzengel. Engel sind aber wei�.
Bleib mal so sitzen.
Warum hast du dich nach dem Umzug nicht gemeldet?
Du doch auch nicht.
Ich hatte deine neue Adresse nicht. Aber gedacht hab ich an dich.
(ruft laut) Karoline!
Ich muss jetzt gehen.
Lach nicht! Du bist doch tot!
H�r mal.
"Ich wandte meine Seele, meinen Sinn in Liebe ganz zu Julien hin."
"Denn wie im Donnerschlag sich Blitz und Flammen auf einmal kundtun,
so entbrannten wir zusammen im Blick und H�ndedruck und Kuss."
Sch�n. Aber sag mal, gehst du nicht ein bisschen auf Zehenspitzen?
Du musst doch mit denen mal fertig werden. Guck sie dir an.
In der Meute sind sie laut. Wenn sie allein sind, haben die schon Gef�hl.
So entbrannten wir zusammen im Blick und H�ndedruck und Kuss.
Borgst du mir bitte dein Handtuch?
(liest lautgetreu) Schakespeare. Romeo und Julia.
Das ist eine Liebesgeschichte.
Bekannt? Handelt von Liebe und Tod. - Krimi?
Ja, Tote gibt's viele. Spielt vor 400 Jahren in Italien.
H�rt zu! "Ja, sie belehrt die Kerzen hell zu scheinen."
"Sie stellt sich unter den Gespielen dar,
wie eine wei�e Taube in der Kr�henschar."
Das sagt Romeo, als er Julia zum ersten Mal sieht.
Umst�ndlich. - Redeten die immer so?
Aber es ist doch sch�n. - (haucht) Ja.
Ein Theaterst�ck zum Abschlu�fest? - Die sind doch viel zu alt.
Die sind f�nfzehn. Sie durften sich nicht lieben.
Ihre Eltern waren Feinde. Und daran starben sie?
Ja. - W�ren sie doch abgehauen!
Wer macht mit? Jeder kriegt 'ne Rolle - Ich geh baden. Der Typ spinnt.
Die reagieren nur auf Beat.
Aber wenn die M�dchen wollen, das ist doch schon was.
Dann fangen wir eben mit Julia an. Wer m�chte denn?
Schreibt euch die Szene ab. Wer es am besten kann, spielt die Julia.
Morgen ist Vorspiel.
(beide) "Willst du schon gehn ..." Kannst du nicht leise lernen?
"Es war die Nachtigall ..." - "Willst du schon gehn? Der Tag ..."
Halt doch die Klappe! - Man kann nicht in Ruhe arbeiten.
"Willst du schon gehn?"
"Es ist die Nachtigall und nicht die Lerche,
die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang."
Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort."
Die zieht sich ja richtig hoch an dem Zeug.
Die k�nnte mir gefallen.
Ist 'ne Nummer zu gro� f�r dich, Paule.
Welche gef�llt dir? Die Rote, die Karoline. Stimmt's? Ja.
Die hat aber Sommersprossen. Ja, sieben.
Du hast sie gez�hlt? Sind aber mehr als sieben.
Weiter bin ich noch nicht gekommen. Du gehst so ran an die Weiber ...
Ich trau mich immer nicht. Aber halt die Klappe!
Also, Kinder: Ich kann den Text.
(schw�rmerisch) Das muss eine Liebe gewesen sein ... Traumhaft.
Sag mal, warst du schon verliebt? - Ja, so vor einem Jahr.
Wir haben uns in der Schulhofecke getroffen und zusammen gegessen.
Jeden Tag, unsere Stullen. Aber dann hat er mit einer anderen gegessen.
Und du, Hanni? - Anfang der achten Klasse.
Als er mich k�ssen wollte, kam einer. Da fiel seine Brille runter. Kaputt!
Wir sammelten alles auf. - Und dann?
Nichts. Ich borgte ihm meine Brille. - Kinder, seid ihr harmlos!
Ich bekam mit zehn den ersten Liebesbrief.
Mit zw�lf hab ich das erste Mal gek�sst. Jetzt hab ich 50 Briefe.
Und was ist mit dir?
Ich kannte mal einen, da war ich zw�lf. Der ist dann weggezogen.
Und eins, und eins ... Haaalt!
(pfeift) Das ist nun schon das zweite Mal!
Ich war noch so m�de.
Nun macht doch mit! Bei dem Wetter k�nnt ihr sowieso nicht baden gehen.
Hast du Lust? Die kommt auf Ideen ...
"Willst du schon gehn? Der Tag ist doch noch fern. Es ist die Nachtigall
und nicht die Lerche, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang."
Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort."
"Willst du schon gehn? Der Tag ist noch fern. Es ist die Ler..."
"Die Nachtigall und nicht die Lerche, die eben noch dein Ohr durchdrang."
(stottert) Sie sitzt, setzt, sitzt nachts auf dem Granatenbaum dort."
* Gel�chter *
"Der Tag ist ja noch fern. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang."
"Sie sitzt des Nachts auf dem Granatbaum dort."
Na, wer war am besten? (einige) Marlene.
Findet Ihr? Ja, Marlene.
Dann spielst du Julias Amme, und du Julias Mutter.
Wer traut sich, den Romeo zu spielen?
Paulchen, du?
Der hatte aber nicht deine Figur. Besser, du spielst seinen Freund.
Micha, wie w�re es mit dir? - N�, kann ich nicht.
Und Robbi? Du f�ngst auch mit "R" an.
Sei kein Frosch. Ja, ja.
Micha spielt den Grafen Capulet.
Sven spielt Romeos anderen Freund. Ihr anderen spielt Volk.
Ihr lauft �ber die B�hne und ruft: Tod den Capulets! Tod den Montagues!
Das sind die verfeindeten Familien. - Ich mache die Kost�me.
Ich spiele den Pater, der Romeo und Julia heimlich traut.
* Kinder turnen im Rhythmus der Trillerpfeife *
* Anfeuerungsrufe *
(alle) Tempo, Tempo, Tempo!
Boot zwei! Rechts mehr durchziehen!
Rechts, links! Rechts, links! Tempo, Tempo, Tempo!
Romeo und sein Freund schleichen sich aus �bermut ins Capulet-Haus ein.
Zum Maskenfest. Dort sieht er Julia, die Tochter, zum ersten Mal.
H�rt doch mal auf mit Kartenspielen!
Wie vom Blitz getroffen verliebt er sich in sie.
Er fragt seinen Freund, wie sie hei�t.
Wer ist das Fr�ulein? Wee� ick doch nich.
(Benedikt verbessert) Wei� ich das? - Wei� ich das?
(leiert den Text herunter) Sie belehrt die Kerzen, hell zu scheinen
Stellt sich unter den Gespielen dar als wei�e Taube in der Kr�henschar.
Schlie�t sich der Tanz, so nah ich ihr.
Ergreif ich deine Hand, o heilig Bild, hier heftig und verwegen,
so sind zwei Pilgern meine Lippen gleich,
den rauen Druck zu b��en, schon zugegen. - Nun die Hand k�ssen!
Aber doch nicht wie ein St�ck Holz.
Nun mach doch mal. N�, kann ick nich.
Ein Heilgenbild, es pflegt sich nicht zu regen.
So bleib denn unbewegt, wie Heilge pflegen.
Derweil mein Mund dir nimmt, was er erfleht.
Da steht Julia! Die musst du k�ssen. Kann ick nich.
Ihr k�sst ja ganz gelehrt. (lauter) Ihr k�sst ja ganz gelehrt!
(Benedikt) Aber Robbi, das ist doch nur ein Spiel.
Wir haben eine �berraschung f�rs Abschlussfest vorbereitet.
Wir wollen ein St�ck spielen. Ein kleines Theaterst�ck.
Romeo und Julia. Gek�rzt.
Geht das nicht zu weit? Da ist doch andauernd die Rede von Liebe.
Es behandelt ihre Probleme.
Das ist nicht Ihr Ernst. Seit wann ist Liebe das Problem von Kindern?
Nicht alle sind Kinder.
Deshalb sollte man ihre Phantasie nicht unn�tig aufreizen.
Warum spielen Sie nicht ein St�ck aus dem FDJ-Leben?
Aber wir haben schon mit den Proben angefangen.
Es macht allen Spa�.
Wir haben genug Veranstaltungen. Sportfest, Erntehilfe in der LPG,
Besuch im Reifenwerk ... - Ich denke, wir sollen uns erholen.
Erholen hei�t nicht faulenzen und die halbe Nacht schwatzen.
Wann sollen sie ihre Rollen lernen, wenn sie am Tag besetzt sind?
Schon gut. Ich werde mir das mal ansehen.
Karoline? Die Kr�kel ist ziemlich sauer auf dich.
Warum bist du blo� immer so ernst? Bin ich doch gar nicht.
Bist du traurig wegen der Rolle?
Ich m�chte Schauspielerin werden.
Warst du wirklich noch nie verliebt? Das mit dem Weggezogenen z�hlt nicht.
Den Robbi find ich schau. Und k�ssen: Klar, dass der sich nicht traut.
Du? Babypillen.
Von meiner Mutter. Davon soll man sch�ner werden. Runder.
Wir nehmen eine. Dann sehen wir mal. Lieber nicht.
Klar! Die Jungs rauchen auch. Fr�her gab es Liebestr�nke.
Die sch�ttete man dem Auserw�hlten ins Essen. Nimm schon!
Ob's auch gegen Halsschmerzen hilft?
Schmeckt s��.
Verschluckt?
Aber jetzt wie Pappe.
* Beide kichern unter der Decke *
Seid ruhig. Ich will schlafen.
Psst!
Marlene, soll ich dir was sagen?
Der Junge, der damals wegzog: Das ist Robert.
Robert? Ach, so ist das. Ich gehe jetzt schlafen.
* Karoline tr�umt. *
Also ein "M".
"M" wie Mama? - Aua, nein!
"M" wie Marlen. - Quatsch! Ist ein Geheimzeichen.
Was ist das? Feueralarm? * Sirene heult *
Was machen wir jetzt? - Wir gehen raus. Bestimmt 'ne �bung.
* Kinder schreien und kreischen. Sirene heult. *
* Sch�ler bl�st ein Signal. *
Das war nur eine �bung. Feueralarm.
Das habt ihr sehr gut gemacht. Jetzt habe ich eine �berraschung f�r euch.
Wir machen eine Nachtwanderung.
Warm anziehen! Wir bilden zwei Gruppen.
Langsam, Kinder, langsam! Vorsichtig.
Sch�n zur�cktreten. Was meint ihr, was das einmal war?
Ein Hexenhaus! - Nein.
Bauernhaus? - Nein.
Eine M�hle. - Genau! Eine Wasserm�hle.
* Kinder entdecken und bewundern lautstark den M�hlstein. *
Hier gibt's Kreuzottern!
* Alle kreischen. *
Ich wollte mich damals wirklich melden.
Wei�t du noch, wie du die Brennnesseln gegessen hast?
Als Liebesbeweis. Du hast mir ein Gedicht gemacht.
Mich mit Herkules verglichen.
Geh doch zu Marlene. Die will mit dir gehen. Die findet dich schau!
(Tina) Karoline! (genervt) Ja.
Ich kann nie mit dir alleine sein. Immer haust du gleich ab.
Ah! Hilfe! Robbi!
Das sind doch die Kleinen, du Angsthase.
* Alle schreien und kreischen laut durcheinander. *
Hu, hu, ich bin ein Gespenst! Hu, hu!
Na, knutscht ihr euch wieder?
Verehrtes Supergespenst, verschwinde sofort. Oder ich fall um vor Schreck.
Olle Zicke! Kannst du mich nicht einmal alleine lassen?
Na, die will wohl nicht? Halt die Klappe.
Hast du Liebeskummer? Nein, Halsschmerzen.
Morgen spreche ich mit dem Arzt. Dann ziehst du ins Krankenzimmer.
Und meine Rolle? Bis dahin bist du wieder gesund.
* Klopfen *
Mach doch mal auf.
Danke.
Was ist hier los?
Ich wollte ihr von der interessanten Betriebsbesichtigung erz�hlen.
Krankenbesuch. Er brachte mir das Radio.
Die Jungen d�rfen nicht ins M�dchenzimmer. Sonst gibt's Strafe.
Du k�nntest ihn anstecken. Und du verschwinde.
* Bluesmusik *
Wie kamst du her, o sag mir! Und warum?
Die Gartenmauer ist hoch, schwer zu erklimmen. Der Ort ist Tod.
Bedenk nur, wer du bist. Wenn einer meiner Vettern dich hier findet!
Der Liebe leichte Schwingen trugen mich. Kein steinern Bollwerk
kann der Liebe wehren. Was Liebe nur vermag, das wagt sie auch.
Deine Vettern halten mich nicht ab. Sie werden dich ermorden.
Deine Augen drohen mir mehr, ... Gefahr als zwanzig ihrer Schwerter.
Deine Augen drohen mir mehr als zwanzig ihrer Schwerter.
Wenn deine Liebe, tugendhaft gesinnt, Verm�hlung w�nscht,
so lass mich wissen, wo du die Trauung willst und wann vollziehen.
Du kennst Lorenzo, der allen beisteht, die sich lieben.
Er legt die fromme Hand auf unsre H�nde.
Und alle Furcht und Sorg, sie nimmt ein Ende.
So sei es denn. In allem folg ich gern. Auch durch die Welt dir,
meinem Freund und Herrn. - Fr�ulein, die Mutter ruft!
Im Augenblick, ich komme!
Bis morgen. Und tausend gute Nacht!
Ja, danke. Das war doch schon ganz gut.
Lebt wohl, der Schmerz trinkt unser Blut!
Nicht mein Fall. Aber wenn Sie wollen ... Nur in der Freizeit!
Besonders das Sportfest darf nicht darunter leiden.
(Gedanken) Liebe Mama! Du wei�t gar nicht, wie sch�n es hier ist.
* Alle kreischen und l�rmen. *
Kannst mir das Ding mal borgen? Nicht umsonst.
Kannst du fahren? Klar.
Gut. Dorfstra�e 12. Neben der Kneipe.
(spottet) Der Liebe leichte Schwingen trugen mich.
Was? Paul �bt seine Schauspielrolle.
Bist eingeladen. Machen die Weiber mit?
Aber immer! - Vielleicht komm ich.
Die Weiber im Nachthemd!
* Jungen lachen und gr�len *
* Stumme Szene *
* Trillerpfeife *
* M�dchen kreischen *
Ideen haben die Weiber. - Komm, wir gehen ins Bett.
Kannst du mir einen Gefallen tun? Klar.
F�r Karoline. Gern, lieber Freund.
Dein Brief trifft die Geliebte. Halt mal das Horn.
Karoline!
Ruf mal Karoline, bitte. - Die liegt schon im Bett.
Ich hab was f�r sie. - Ist gut, ich geb ihr den.
Aber wirklich! Ist wichtig. - Das kann ich mir denken.
Der Tacho geht nicht. Fahr nicht so schnell.
Danke. Benzin ist noch genug drin.
Was willst du denn hier? Wir sind doch verabredet.
Du bist ja bescheuert. Paul hat ... na ja ...
Hast du etwa den Brief aufgemacht?
Ich dachte ... Sag Karoline Bescheid, sonst ...
Sonst? Ach, hau ab, Mensch!
Was meinst du? - Na, klar.
Guten Tag. - Wer ist denn das?
Wei� ich nicht genau. Die Leute hier sagen, die SS erschoss ihren Freund.
Er war desertiert. Sie versteckte ihn bei sich.
Kurz vor Kriegsende fanden sie ihn und erschossen ihn vor ihren Augen.
Gehst du noch spazieren? Ja.
Komm nicht so sp�t.
* Stumme Szene *
(schluchzt) Ich liebe ihn eben. Daf�r kann ich nichts.
Liebe ist wie eine Krankheit. - Und wie ist das so?
Ich kann das nicht beschreiben. Ich seh ihn an und mir wird ganz hei�.
Ich k�nnte umfallen, so schwach wird mir.
Erz�hl mal! Was hast du in den zwei Jahren so erlebt?
Meine Eltern haben sich getrennt. Geschieden?
Mama schimpft und haut oft. Dann weint sie. Sie tut mir leid.
Hat sie keinen Freund? Keiner bleibt.
Wer will eine Frau mit vier Kindern? Wieso vier?
Meine gro�e Schwester hat ein Kind. Ach du Schreck! Und der Vater?
Der ist auf See. Am schlimmsten ist, dass wir so eng beieinander wohnen.
Manchmal will ich weg von zu Hause.
Du hast sch�ne Haare. Warum die Rattenschw�nze?
Ich will nicht erwachsen werden. Du bist komisch.
Von zu Hause weg willst du, aber erwachsen werden nicht.
Mama braucht mich.
Du hast bunte Augen mit gelben Punkten.
Sind Sommersprossen. An mir ist alles bunt. Nase, Ohren, Zunge.
Zeig mal!
Hast du noch Z�hne? Ja, hundert.
Ich z�hl mal, damit du nicht l�nger als Doofe ruml�ufst.
Aaaah ... Verr�ckt sein, das fetzt.
Die Erwachsenen immer mit ihren Problemen.
Aber deinen Vater finde ich toll. Eine Pers�nlichkeit. Direktor!
In einer Schnapsfabrik. Nie Zeit. Mutter nicht, Vater nicht.
M�chte mal wissen, ob die sich Zeit f�r die Liebe nehmen.
F�r mich jedenfalls nicht. Daf�r kaufen sie mir dusselige Klamotten.
Aber sie tun das f�r dich. Ich wei�.
Aber wenn sie abgehetzt sind, hat's auch keinen Zweck.
Und jedes Wochenende an der bl�den Datsche bauen. Ich will anders leben.
Wie denn? Zum Beispiel mit dir.
Wir k�nnten zusammenziehen. Du spinnst.
Wir m�ssen die Schule beenden. Wir k�nnen beides machen.
Du willst doch von zu Hause weg. Und wohin?
Wir k�nnten heiraten. Du hast Ideen! Das d�rfen wir nicht.
Kinderhochzeit! Eigentlich eine Gemeinheit.
Wenn man nun aber will. Fr�her durften sogar Kinder heiraten.
Ja, Prinzen und Prinzessinnen. Mit 16 werde ich darum k�mpfen.
Dann laden wir die ganze Schule ein. Und alles in Wei�.
Und die Eltern stehen vergr�mt in der Ecke.
Ich will nicht so schnell heiraten. Sonst kriegen wir keine Wohnung.
Ich werde meinen Vater bitten. Also brauchst du doch deinen Papa.
Das ist alles ein Mist!
"Willst du schon gehn? Der Tag ist doch noch fern."
"Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang."
"Die Lerche war's, die Tagverk�nderin."
"Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt."
Der Tag erklimmt die dunstgen H�hen. Nur Eile rettet mich.
"Es tagt. Eile fort! Wenn sie dich sehen, sie werden dich ermorden."
"Ach! Deine Augen drohn mir mehr als zwanzig Schwerter."
Ach, Karoline. Komm. Robbi ...
Lass mich!
* Romantische Musik *
* Wasser pl�tschert, V�gel zwitschern *
* Romantische Fl�tenmelodie *
H�rt sich gut an.
Haben sie dich aufgekl�rt? Mein Vater. Hat sich M�he gegeben.
�ber Blumen und Fische kam er dann zum Menschen. Das war 'ne Schau!
Gut, dass wir es in der Schule lernen.
Da kriegt man sp�ter keinen Schreck. Aber das ist wie Trockenschwimmen.
Es gibt ja auch B�cher. H�r blo� auf!
Ich kriegte mal eins in die Hand. Mit Stellungen f�r Akrobaten drin.
Ist doch schon sch�n, wenn man sich k�ssen kann.
Oma bekam mit 20 den ersten Kuss. Und das erste Kind mit 50.
Das sagen sie alle. Hast du eine gro�e Nase!
Damit ich dich besser riechen kann. Was hast du f�r ein gro�es Maul?
Damit ich dich besser fressen kann.
Robbi, lass mich!
Aber mal m�ssen wir doch damit anfangen.
Wenn man zu fr�h anf�ngt, macht man sich ungl�cklich. Sagt Mutter.
Meine Schwester hat mit 17 ...
Guck mal! Mensch, das Moped!
Die haben unsere Sachen genommen.
Na wartet, ihr Schakale!
Lasst die Klamotten fallen!
Komm mal her! Aua, lass mich los!
H�r zu, Piepel. Bring uns Klamotten, sonst hau ich dich windelweich.
Ich kriege dich, wenn du uns hier sitzen l�sst.
So eine Schei�e!
Der kommt nie.
Der kommt nie. Wei�t du nichts Besseres?
Jedes geliebte Wesen ist Mittelpunkt eines Paradieses. Sagt Herr Benedikt
Sch�nes Paradies. Ich versprach Mutter, keinen �rger zu machen.
Ich friere.
Liebten sich Romeo und Julia eigentlich?
Ich meine, so richtig. Nat�rlich. Der Pfaffe traute sie.
Dann �bernachtete Romeo bei ihr. Aber ganz klar ist das nicht.
(Junge) Hier habt ihr was!
* Karoline kichert. *
Was ist denn nun los?
Der Sprit ist alle. Die Kr�kel schmei�t uns raus.
So schnell nicht. Wenn man ihr nicht widerspricht, ist alles gut.
Wann ist eigentlich die Kindheit zu Ende? Sind wir schon erwachsen?
Wir sind so im Niemandsland. Keine Kinder, aber noch nicht erwachsen.
Wo bleiben die blo�? - Ich fahr ins Dorf zum ABV.
Machen Sie nicht die Pferde scheu. - �berlassen Sie das mir!
Ich habe die Verantwortung. Sie nehmen alles leicht.
Ihre kumpelhafte Art ... Mit den Folgen muss ich fertig werden.
Manchmal hab ich Wut auf alles. Ich wei� nicht, warum.
Ich k�nnte alles an die Wand klatschen. Du auch?
Mir ist dann zum Heulen. Ich wei� auch nicht, warum.
Mutter sagt, das liegt am Alter.
Aber wenn ich mit dir zusammen bin, ist alles sch�n.
Da finde ich auch bl�de Dinge okay.
Robbi, ich kann nicht mehr. Steig auf.
Was ist der Unterschied zwischen Verstand und Gef�hl?
Alle sagen, das muss man unterscheiden.
Verstand ist, was der Kopf sagt. Genau und sachlich.
Gef�hl ist das Drumherum. Was man so f�hlt.
Du wei�t es auch nicht? Doch. Zum Beispiel ein Partisan.
Sein Verstand sagt: K�mpfe! Dann verliebt er sich.
Darunter leidet der Kampf. Deshalb muss er aufh�ren zu lieben.
Also ist Kampf n�tig und Liebe unn�tig.
Nein, nur als Beispiel. Im Krieg. Aber es ist kein Krieg.
So m�ssen wir beides nicht trennen. Auch nicht.
Der Verstand zeigt, was n�tig ist und das Gef�hl soll alles versch�nern.
Ich kann das nicht so genau trennen. In meinem Kopf geht's durcheinander.
Auf der Insel funktionierte dein Verstand hervorragend.
Noch sieben Kilometer! Armer Vater.
* Fernsehsendung *
Bettina, komm doch mal schnell.
Wann hast du Karoline weggehen sehen? - So gegen vier.
War sie allein? - Ja, aber ...
Ich hab sie gesehen. Allein. - Was, aber?
Er wartete auf sie. Am Dorfausgang. - Woher willst du das wissen?
Ich wei� es eben.
Wie lange geht das mit den beiden? - Sie kennen sich schon zwei Jahre.
So lange? - Sie nimmt ja auch schon die Pille.
Red doch keinen Bl�dsinn. - Also wundern w�rde mich das nicht.
Na, bitte. Da haben wir es ja. - Die ist doch leer.
Um so schlimmer.
Ich hab Angst. Brauchst du nicht.
Ich fahr nach Hause. Ach, komm schon.
Wir sagen, man hat uns �berfallen. Quatsch. Wir sagen, wie es war.
Und unsere Sachen? Die schlafen schon alle.
Wir schleichen uns leise rein.
Ihr geht jetzt sofort schlafen.
Da haben sie uns die Sachen geklaut. Die Knirpse.
Karoline, du kannst doch Vertrauen zu mir haben.
Kennst du diese Schachtel? Ja.
Nimmst du diese Tabletten immer? Nein. Wirklich nicht.
Geh�rt die Schachtel dir?
Wem geh�rt sie?
Du hast noch nie eine Tablette davon genommen? Sag die Wahrheit.
Einmal. Eine, aber das war nur Spa�. Wir ... Ich dachte ...
Das gen�gt. Es tut mir leid, aber wir m�ssen dich nach Hause schicken.
Es ist das Beste f�r alle. Deine Mutter wird dich abholen.
Ist das geregelt mit dem Brot? Gut, danke.
Das M�dchen ist einfach fr�hreif.
Sicher sind da auch die h�uslichen Verh�ltnisse mit im Spiel.
Ich glaube, sie hatte bei diesem Vorkommnis die f�hrende Rolle.
Beide haben sich vom Lager entfernt. Also m�ssen beide nach Hause fahren.
Etwa noch zusammen? Seltsame Strafe.
Ist nat�rlich unangenehm, den Direktor anzurufen.
Was erlauben Sie sich?
Wir sollten sachlich bleiben und die Ursachen beim Namen nennen.
Dazu geh�rt leider auch diese Romeo-und-Julia-Geschichte.
Darin sehe ich eher eine negative Einwirkung.
In diesem schwierigen Alter sind Disziplin und Selbstbeherrschung
eine ganz wichtige Hilfe.
Und was ihnen Spa� macht? Was sie lieben?
Ich finde auch: wenn, dann beide.
Ich habe die Verantwortung. Die Entscheidung liegt bei mir.
Karoline f�hrt nach Hause. - Ungerecht! Dann fahre ich auch.
Quatsch! Wer macht deine Arbeit? - Das Theaterspiel wird abgebrochen.
Weglaufen n�tzt nichts. Denk an dein Studium!
Die gibt dir eine Beurteilung, die sich gewaschen hat.
Ist mir egal! Wir proben heimlich weiter.
* Fr�hliches Hornsignal *
Erfreulich ist die Beteiligung beim Erwerb des Sportabzeichens.
Dann habe ich noch etwas Unerfreuliches.
Karoline wird wegen Versto�es gegen die Lagerordnung heimgeschickt.
Dann fahre ich auch.
* Kinder kreischen angstvoll. *
(Kr�kel) Der Appell ist beendet!
Du hast das mit der Pille verraten. Du bist gemein.
Du und Robbi habt euch �ber mich lustig gemacht.
Du hast die Schachtel unter Karolines Kissen versteckt. Ich hab's gesehen.
Warum hast du das gemacht? Sag schon.
Ich wollte das nicht. Aber als Karoline mit Robbi weg war,
da war ich so ungl�cklich. Da ist die Gemeinheit aus mir rausgekommen.
Geh zu Frau Kr�kel und sag die Wahrheit. Sonst machen wir das.
Wenn ihr quatscht, ist die �berraschung hin.
Ihr macht die Terrasse. Wenn ihr dabei probt, ist das eure Sache.
Vier, f�nf Proben. - Macht nur, macht.
* Lautstarkes Kampfgeschrei *
(Benedikt) Danke! Jetzt die Szene, in der Romeo Pater Lorenzo bittet,
ihn und Julia heimlich zu trauen.
Na los!
Mein Vater, guten Morgen.
Mein Sohn, mir scheint, dass wildes Blut dich plagt.
Weil du dem Bett so fr�h Lebwohl gesagt.
Ich wandte Seele und Sinn in Liebe zu Capulets sch�ner Tochter hin.
Sie gab ihr ganzes Herz zur�ck mir f�r das meine. Uns zu vereinen ...
Quatsch! Ich fahr ja doch heim. Warte. Gib doch nicht einfach auf.
Denk an die anderen. Die ganze Arbeit.
Ist mir schei�egal. Die Kr�kel hat was gegen Karoline. Von Anfang an.
Wenn sie f�hrt, fahr ich auch. Das wird doch noch gekl�rt.
Warte! Aufgeben finde ich nicht gut. Halt die Klappe, Idiot!
Warum gabst du Marlene den Brief? Aua, Brennesseln! Du Schwein!
Die hat mich �berlistet.
Ich wusste nicht, dass sie sich so an Karoline r�cht.
Wieso r�cht?
Die hat ihr Babypillen unters Kissen geschoben.
Deshalb denkt die Kr�kel ... Aua, tut das weh.
Komm mal mit. Was ist denn?
Warum hast du das gemacht? Was?
Das mit der Schachtel. Welche Schachtel?
Marlen! Wenn Karoline heim muss ... Ihre Mutter!
Das kannst du nicht machen.
Bitte, sag der Kr�kel die Wahrheit.
* Stumme Szene *
* K�chenfrauen reden schlecht �ber Karolines Familie. *
Karoline! Was ist denn?
Robbi! Robbi!
* Karoline f�hlt sich wie Julia und tr�umt ihren eigenen Tod. *
Karoline!
* Karoline kehrt in die Wirklichkeit zur�ck. *
* Aufschrei *
Robbi, Karoline ist weggelaufen. Irgendwo in den Wald. Zum See.
Karoline! Mach keinen Quatsch. Ich wei�, dass du hier bist.
Karoline! Karoline!
(erschrocken) Karoline!
Karoline, was ist denn? Wach doch auf.
Karoline.
Du, wach auf.
Hilfe! Hierher!
Robbi!
Mensch, Robbi. Wach doch auf. Robbi!
(weit entfernte Rufe) Karoline! Karoline, wo bist du? Karoline!
Karoline.
(Kinder) Wir haben ihre Sachen gefunden.
Liebes Liebespaar, ihr habt uns einen sch�nen Schrecken eingejagt.
Vielleicht hat euch "Romeo und Julia" angesteckt.
Aber die sch�nere Daseinsform der Liebe ist das Leben.
Frau Kr�kel, ich muss Ihnen etwas sagen. Das mit der Schachtel war ich.
Wo Paulchen nur bleibt? - Vielleicht konnte er nicht abhauen.
* Trompetensignal *
Wie kommen wir gerade hierher, wo der verhasste Name Capulet
uns gleich �berm�tig um die Ohren saust?
W�rdest du erkl�ren, woher du den Gaul hast?
Sch�nen Gru� vom Vorsitzenden. Er stellt uns das Tier zur Verf�gung.
Ein historisches St�ck ohne Pferd, das w�re nichts.
Wie soll ich das denn einbauen?
Also los, fangen wir an. Robbi, Marlene! Wenn's geht, ohne Zettel.
Was mache ich blo� mit dem Pferd?
Wie kamst du her, o sag mir! Und warum? Die Gartenmauer ist hoch.
Der Ort ist Tod. Bedenke ...
(schreit) Ah! - Was ist denn los?
Wespen! Ah!
Bei einem Wespenstich in die Nase geht sie besser gleich zum Arzt.
Ein Gl�ck, nicht in die Zunge. - Nun ist alles aus.
Eine Julia mit Knollennase ist mal was anderes.
Vielleicht springt Karoline ein? Ich will nicht.
Sie kann die Texte.
Rolle vorw�rts, Schwung und ab!
* Fl�stern *
Romeo, warum denn Romeo? Verleugne deinen Vater und deinen Namen.
So schw�re dich zu meinem Liebsten und ich bin l�nger keine Capulet.
H�r ich noch l�nger, oder soll ich reden?
Dein Name ist nur mein Feind. Du bleibst du selbst.
Was ist denn Montague? Was ist ein Name?
Was uns Rose hei�t, wie es auch hie�e, w�rde lieblich duften.
O Romeo, leg deinen Namen ab und nimm daf�r mein ganzes Selbst.
Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft.
Und will kein Romeo mehr sein. Wie kamst du her, o sag mir!
Und warum? Der Ort ist Tod.
Bedenke, wer du bist. Wenn einer meiner Vettern dich hier findet!
Der Liebe Schwingen trugen mich. Kein steinern Bollwerk
kann der Liebe wehren. Was Liebe nur vermag, das wagt sie auch.
Deine Vettern halten mich nicht ab. Sie werden dich ermorden.
Deine Augen tun mir mehr Gefahr als ihre Schwerter.
Wer zeigte dir den Weg zu diesem Ort? - Die Liebe.
Romeo, sag: Liebst du mich? Denkst du, ich bin zu schnell besiegt?
Dann will ich finster blicken, will widerspenstig sein.
Ich sage nein, wenn du das lieber hast. Sonst nicht um alles.
Ich schw�re, Fr�ulein.
Beim heilgen Mond, der silbern dieser B�ume Wipfel s�umt.
Schw�re nicht beim Mond, dem wandelbaren.
Damit nicht wandelbar dein Leben sei.
Wobei denn soll ich schw�ren? Lass es ganz.
Obwohl ich dein mich freu, freu ich mich nicht des Bundes dieser Nacht.
Er ist zu rasch, zu unbedacht, zu pl�tzlich.
Schlaf s��. Du verl�sst mich so unbefriedigt?
Was f�r Befriedigung begehrst du noch?
Ich h�r im Haus Ger�usch. Leb wohl, Geliebter.
(Amme) Fr�ulein Julia! Gleich, gleich.
Holder Montague, sei treu. Wart einen Augenblick. Ich komme wieder.
Mit Stecknadeln feststecken und dann heften.
Wo ist Marlene?
Die kommt nicht. Wegen der dicken Nase. Die Jungs lachen sie aus.
Los, ihr Analphabeten!
Auf eins schreibt ihr "Haus Capulet" auf das andere "Haus Montague".
Es tagt! Auf, eile fort von hier. Stets heller wird's.
Wir m�ssen scheiden.
Hell? Dunkler stets und dunkler unsere Leiden.
Fr�ulein! Amme?
Die Gr�fin kommt. Seid auf der Hut. Schon regt man sich im Haus.
Tag, schein herein! Und Leben, flieh hinaus!
Ich steig hinab. Lass dich noch einmal k�ssen.
Freund, Gatte, Trauter! Bist du mir entrissen. Gib Nachricht.
Jeden Tag, von jeder Stunde. Schon die Minute hat der Tage viel.
So gerechnet bin ich hoch in Jahren, eh meinen Romeo ich wiederseh.
Leb wohl! Kein Mittel lass ich aus den H�nden, um meinen Gru� zu senden
Denkst du, dass wir uns wiedersehn? Ich zweifle nicht.
Mein Herz ahnt Ungl�ck. Ich sehe dich in eines Grabes Tiefe.
Mein Auge tr�gt oder bist du bleich? So scheinst du meinem Auge auch.
Der Schmerz trinkt unser Blut. Leb wohl.
K�nnen wir das gebrauchen?
Ja, bringt alles runter!
Noch mal den Auftritt.
Nun, Julia? Wie geht's? Mir ist nicht wohl.
Du hast einen aufmerksamen Vater. Um dich vom Tr�bsinn abzulenken,
ersann er dir ein Freudenfest. Wie erw�nscht! Was w�re das?
Ja, denk dir, Kind.
Graf Paris soll als frohe Braut dich an den Altar geleiten.
Nein!
Ich bitt Euch, gn�dge Mutter:
Sagt meinem Vater, ich wolle mich noch nicht verm�hlen.
Da kommt er. Sag es ihm selbst.
Sieh, wie er sich's von dir gefallen l�sst.
Hast du ihr unseren Ratschluss �berbracht?
Sie will nicht. Sie dankt Euch. W�r doch die T�rin ihrem Grab verm�hlt!
Sch�tzt sie sich nicht begl�ckt, dass wir so einen w�rdigen Herrn
erw�hlt ihr zum Gemahl? Unw�rdig, wie sie ist.
R�ck dein zart Gestell zurecht, mit Paris zur Kirche zu gehen!
Sonst schlepp ich dich hin. Du bleichs�chtiges Ding!
(Gr�fin) Seid Ihr von Sinnen?
Ich fleh Euch an. H�rt mit Geduld ein einzig Wort nur an.
Zur Kirch! Sonst komm mir niemals wieder vors Gesicht. Schweig!
Die Finger jucken mir. - Euer Gnaden tun nicht wohl,
sie so zu schelten. - Haltet Euren Mund, Klugschnauze!
Meine einzige Sorge war stets, sie zu verm�hlen.
Nun, da ich einen reichen Herrn ihr biet von f�rstlicher Verwandtschaft,
hab ich ein weinerliches P�ppchen!
Willst du nicht, du sollst entschuldigt sein.
Geh! Bettle, hungere, stirb am Wege. Nichts soll dir zugute kommen.
Bedenk dich! Ich halte, was ich schwor.
Wohnt kein Mitleid droben, das in die Tiefe meines Jammers schaut?
O s��e Mutter, sto�t mich nicht weg. Nur einen Monat, eine Woche Frist!
Wo nicht, bereitet mir das Hochzeitsbett
in jener d�stren Gruft, wo Tybalt liegt.
Das klappt doch schon ganz gut. Geht doch!
Wo ist eigentlich das Pferd?
Das edle Tier kommt nimmermehr, denn es ist d�mpfig.
Das ist sehr gut.
Micha! Wir probieren die Szene noch mal.
Das ist unglaublich! Hinter meinem R�cken, entgegen meinen Anweisungen.
Den hab ich eingetauscht. Der macht euch keinen �rger.
Und Sie unterst�tzen das. - Bisschen Kultur kann nicht schaden.
Wissen Sie, was hier gespielt wird? - Romeo und Julia, denke ich.
Gegen den Beschluss der Lagerleitung. - Wollten Sie was anderes spielen?
Sie k�nnen es immer noch verbieten.
Ich hab den Gaul 35 km hergeritten. Die ganze Gemeinde kommt.
Gratuliere, Sie haben gewonnen.
Hier ruht Julia. Und ihre Sch�nheit macht zur lichten Feier dies Gew�lbe.
Nie wieder will ich weichen aus dem Palaste ewger Nacht.
Mit Scheinwerfern ist es besser.
O mein Herz, mein Weib.
Der Tod, der deines Odems Balsam sog hat deiner Sch�nheit nichts vermocht
Noch bist du nicht besiegt.
Der Sch�nheit Fahne weht purpurn �ber Wang' und Lippen dir.
Hier pflanzte nicht der Tod sein bleiches Banner.
Julia, liebe. Warum bist du so sch�n noch immer?
Ich will aus dem Palaste finstrer Nacht nie wieder weichen.
Hier will ich bleiben.
Sch�ttle von dem lebensm�den K�rper das Joch feindseliger Gestirne.
Augen, blickt euer Letztes. Arme, nehmt die letzte Umarmung.
Lippen ihr, Tore des Atems, siegelt mit rechtm��igem Kusse
den ewigen Vertrag dem Wucherer Tod.
Dies meiner Liebsten.
Und so im Kusse sterbe ich.
Romeo.
O welche unmitleidge Stund ist schuld an dieser kl�glichen Begebenheit?
Das Fr�ulein regt sich.
Oh, mein Romeo.
Kommt Fr�ulein, flieht die Grube des Todes, des erzwungenen Schlafes.
Fasset Euch in heiligem Ergeben.
Eine Macht, der niemand widerspricht, hat unsern Plan vereitelt.
Kommt, o kommt! Hinweg.
Es wird nicht anders, Fr�ulein. Kommt!
Ich schlie�e das Gew�lbe, uns zu retten!
Ja, geht nur. Geht.
Fr�ulein, kommt! Zaudert nicht!
Was ist das hier? Ein Fl�schchen in des Geliebten Hand. Gift?
Seh ich wohl? War das sein eilig Ende?
O B�ser, alles trankst du.
Keinen Tropfen, auch mir zu helfen, lie�est du zur�ck.
Ich k�sse deine Lippen.
Gl�cklich, h�ngt vielleicht ein Tropfen Gift noch dran.
Wie warm noch deine Lippen sind.
Ich will nicht zaudern.
Nun willkommen, Dolch. Du roste mir im Herzen.
Auch sie ist hin. Damit bekr�ftigt werde,
der V�ter Hass zerst�rt der Kinder Brust.
Gl�ckselig der, wer Liebe rein genie�t.
Weil doch zuletzt das Grab so Lieb und Hass verschlie�t.
* Begeisterter Beifall, Bravorufe *
* Herzliches Lachen, Klatschen *
Untertitel: Rosemarie Streibig
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