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Original subtitles

(Gaylord ahmt Motorengeräusch nach) Brumm, brumm...

Ja, heute kommst du zu spät, Schätzchen. Dein Großvater ist längst aufgestanden.

Wo ist er denn? - Tja, vielleicht hat er sich vor dir versteckt.

Guck doch mal unters Bett.

(Schwein grunzt, Ferkel quieken)

Da bin ich. - Das sehe ich. Warum bist du nicht in der Schule?

Heute beginnen doch die großen Ferien. - Ach so. Das hatte ich ganz vergessen.

Bist du traurig, dass wir verreisen? - Warum? Ihr kommt ja wieder.

Ich hätte nie gedacht, dass Molly 13 Kinder bekommen wollte.

Wenn sie nicht gewollt hätte, dann hätte sie auch nicht.

Aber Frau Drexter sagte, als ihre Tochter Drillinge bekommen hat,

wäre sie vor Schreck beinahe umgefallen.

Schweine sind da anders. Die nehmen alles, wie es kommt.

Na ja, die haben ja mehr Busen.

Eins, zwei, drei, vier...

Ich glaube, deine Mutter ruft. - Ich habe aber nichts gehört.

Aber ich!

Brumm, brumm...

Hast du mich gerufen? - Nein. - Hab ich doch wieder mal Recht gehabt!

Molly schafft 13 auf einmal. - Soll das eine Kritik sein?

Fahren wir morgen vor Sonnenaufgang? - Nein, nach dem Frühstück.

Wohnen wir wieder im kleinen Häuschen? - Nein, in einem Hotel.

Mami soll mal gar nichts zu tun haben. - Warum nehmen wir Großvater nicht mit?

Weil wir vier ganz alleine sein wollen. Nur Mami, Amanda, du und ich.

Das ist noch nie da gewesen. - Kann ja auch gar nicht.

Voriges Jahr war Amanda ja noch gar nicht da.

(Telefon klingelt)

May, Telefon. - Ich kann jetzt nicht.

Ich gehe schon. - Warum geht denn Frau Miller nicht ran?

Die ist gerade in den Stall gegangen, um Molly das Frühstück zu bringen.

Nein, das geht jetzt nicht. - Warum nicht?

Wenn sie Amanda abnimmt, bevor sie satt ist... - Ich muss deine Mutter sprechen.

Sofort! - Ja, aber wenn sie mit Amanda fertig ist.

Guten Morgen. - Guten Morgen.

Danke schön, ich mache das schon.

Mays Bruder liegt in Bombay im Krankenhaus.

Der Direktor von dem Landschulheim, in dem die Kinder sind, hat angerufen.

Er fragt, ob wir sie während der Ferien aufnehmen können. Hast du gehört, Vater?

Natürlich habe ich gehört. Wir sollen die Kinder aufnehmen.

Lass sie doch kommen, was fragst du lange? - Ich dachte, sie würden dich stören.

Besuch stört immer. Aber wenn Kinder nicht wissen, wohin,

dann muss man sie aufnehmen. Wer das nicht will, der soll sich keine Familie anschaffen.

Papa, du hast doch gesagt, wir vier wollen endlich mal alleine verreisen.

Ja, Liebling, aus dem Urlaub wird nun wohl nichts werden.

Meinst du, wir bleiben die ganzen Ferien hier?

Gaylord, du musst vernünftig sein.

Stell dir mal vor, wenn deine Eltern verunglückt wären...

Wenn die hier sind, dann machen wir alle zusammen einen Ausflug ans Meer.

Ohne mich! - Die Kinder sind bestimmt sehr nett.

Die beiden Älteren sind allerdings schon beinahe erwachsen,

aber Emma ist nur ein bisschen jünger als du.

Wie süß! Ein kleines Mädchen.

Muss ich etwa mit der spielen?

Du musst nicht, aber vielleicht wirst du es wollen.

Bestimmt nicht. Emma ist schon so ein grässlicher Name.

Das sind sie.

Guten Tag. - Guten Tag.

Onkel Jocelyn? - Ja, der bin ich.

Und ich bin Jenny. - Tag, Jenny.

Dann bist du Emma. - Ja, dann bin ich Emma.

Tag, Onkel Jocelyn. - Tag, David.

Tag, Gaylord. - Tag.

Wir freuen uns sehr, dass euer Vater außer Gefahr ist.

Habt ihr Nachricht? - Ja, heute Morgen kam ein Telegramm von eurer Mutter.

Tja, dann wollen wir mal.

Brumm, brumm...

Steigt da ein.

So...

Ich mache schon zu.

Rutsch mal beiseite.

Du bist also der berühmte Schriftsteller Jocelyn Pentecost.

Berühmt? Na ja, weißt du...

Ich hab alle deine Bücher gelesen. - So?

Am besten gefällt mir "Wenn gelb die Blätter fallen."

Denk mal, das hab ich auch am liebsten. Du bist übrigens die Einzige, die das sagt.

Alle anderen finden meine heiteren Bücher besser.

Die Menschen ziehen es vor zu lachen anstatt nachzudenken.

David hat im Zug gekotzt.

Emma! - Ja, das passiert uns allen mal.

Und dann hat er auf dem Klo gezogen, als der Zug schon auf dem Bahnhof stand.

Das ist doch verboten. - Na ja... In der Notlage ist das anders.

Hallo Mami!

Guten Tag, Tante May. Vielen Dank, dass du uns aufnehmen willst.

Na, hör mal, das ist doch selbstverständlich.

Das ist Emma. - Emma, oh Gott!

Dich kenne ich noch als ganz kleines dickes Baby.

Den dicken Kopf hat sie jetzt immer noch.

Gaylord, du bist zu frech, sie ist überhaupt nicht dick.

Darf ich mal?

Guten Tag. Entschuldige, Tante May, dass ich dir nicht die Hand geben kann.

Dann gibst du mir eben einen Kuss. - David hat im Zug gekotzt.

Still, Emma! - Nein, du Armer! Komm!

Kommt mit rein. Kommt.

Kommt das ganze Gepäck mit rauf? - Ja, bring alles mit.

Wo kommen denn die Koffer hin? - David, komm mit mir.

David regt sich immer furchtbar auf, wenn er neue Menschen kennen lernen soll.

Und dann wird ihm leicht schlecht und dann wird er ablehnend.

Aber in Wirklichkeit ist er gar nicht so. - Das legt sich, wenn er älter wird.

Komm, ich zeige dir dein Zimmer. - Ja.

Wo ist denn Gaylord? Ich will mit ihm spielen. - Gaylord!

Gaylord!

Hier! - Komm raus!

(May) Emma möchte mit dir spielen.

Musst du nicht nach der langen Reise schlafen?

Ich muss gar nichts, was ich nicht will! - Na, dann geh raus und zeig ihr alles.

(Ferkel quieken)

Das ist Molly, sie hat 13 Kinder. - Zählen kann ich alleine.

Solche Schweine gibt es nirgends. Die hat Großvater gezüchtet.

Ist das alles, was ihr habt? Deine Mutter hat gesagt, du sollst mir alles zeigen.

Dann gehen wir eben in die Scheune.

Was gibt es denn da zu sehen? - Hühner. - Hühner haben Flöhe.

Unsere aber nicht. - Alle Hühner haben Flöhe.

Dann zeige ich dir Pollux. - Was ist denn das für ein Ding?

Ein Stier, ein ganz wilder Stier. - So einer, wo man einen Säbel reinstecken kann?

Kannst du ja mal versuchen, dann spießt er dich auf.

Komm nur, da oben steht er schon.

(Pollux muht)

Pollux!

Der ist ja gar nicht wild. Der hat ja gar keinen Dampf vor der Nase.

Wetten, dass du Angst hast, da rüberzugehen? Der ist wahnsinnig wild.

Wetten, dass?

Pollux! - Emma, bleib hier! Mach doch keinen Quatsch, Emma.

Du hast ja bloß Angst, dass er mir was tut.

Nicht deinetwegen. Aber wenn er dich aufspießt, dann schlachten sie ihn vielleicht.

Pollux! Pollux!

Pollux!

Pollux!

Pollux, guck mal, was ich hier habe! Einen roten Schlüpfer!

(Pollux muht)

Kommt er? - Nee, ich weiß auch nicht, was er heute hat.

Ach, ich hab es ja gleich gesagt, der ist nicht wild.

Angeber, Angeber, Angeber! - Bäh.

Aber ich zeige dir was, was du bestimmt noch nie gesehen hast: Einen potenziellen Mörder.

Was ist denn das? - Weiß nicht, aber Mami sagt, er wäre einer.

Tag, Willy. - Tag, Gaylord.

Warum sitzt du denn hier draußen? - Wegen dem Zaun.

Ui, da ist ja ein Totenkopf drauf.

Sie fangen wieder an zu sprengen.

Hast du eine kleine Schwester bekommen? - Nee, eine Cousine.

Ihre Eltern leben in Indien.

Indien? Da war ich heute Morgen.

Sind Sie geflogen oder mit dem Schiff gefahren?

Ich gehe immer zu Fuß.

Das soll ein Mörder sein? Der ist doch bloß verrückt.

Du weißt ja gar nicht, wie er sein kann. Mami mag ihn nicht.

Wir wollen ihr lieber gar nicht sagen, dass wir ihn zufällig getroffen haben.

Haben wir ja gar nicht, war ja Absicht. - Könnte doch aber sein.

So, sie hat es dir verboten? - Sie wusste ja gar nicht, dass ich hingehen werde.

Wenn du alles machst, was ich will, dann erzähle ich ihr nichts.

Mann, bist du ein Biest! - Bin ich auch!

Du bist dran.

Oh, entschuldige.

Das kommt davon, wenn man nicht aufpasst.

Ich kriege einen Whiskey.

Jocelyn! - Ja?

Vater möchte einen Whiskey. - Mit Eis?

Nee, pur.

Möchtest du auch noch was, Jennylein? - Danke vielmals, Onkel Jocelyn.

Was liest du da eigentlich? - "Wenn gelb die Blätter fallen."

Ja, ich habe es schon zweimal gelesen.

Ich finde, es ist einer der schönsten Romane der Weltliteratur.

So was hört ein Schriftsteller gern, nicht wahr?

Verdammt noch mal, ist das nicht das langweilige Ding, wo es immer regnet?

Ja, das ist es.

Warum gehen wir eigentlich nicht schlafen? Es ist schon nach zehn Uhr.

Wir warten auf David. - Ist er noch draußen?

Ja, er wollte noch etwas an die frische Luft gehen. - Das war um acht.

Vielleicht hat er sich ein Mädchen angelacht. - Am ersten Abend?

Am ersten oder am zweiten, das wäre mir in seinem Alter ganz egal gewesen.

Eigentlich wollte ich mit dir heute Abend im Strandkorb sitzen und aufs Meer gucken.

Stattdessen besaufe ich mich und warte auf einen fremden Knaben.

Dann trink eben weniger.

Ja, du wirst etwas unternehmen müssen.

Was denn? Soll ich Felder, Wälder, Wiesen und Moore absuchen?

Vielleicht genügen die Dorfkneipen.

Guten Abend. - Ach, da bist du ja. Wir haben uns schon Sorgen um dich gemacht.

Das tut mir leid. Ich hab mich ein wenig verlaufen.

Willst du noch was trinken? - Danke, nein.

Läufst du oft abends im Dunkeln herum? - Es ist nicht dunkel, es ist Vollmond.

Ja, wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft.

Oh, du liest Shakespeare? - Ja.

Findest du, dass mir das noch nicht zukommt? - Es überrascht mich.

Im Allgemeinen zitieren junge Leute heute was anderes als den Kaufmann von Venedig.

Auch wenn es so schön draußen ist: Junge Menschen brauchen ihren Schlaf.

Mach dir keine Sorgen, Tante May. Ich bin schon gewohnt, selbst auf mich aufzupassen.

Gute Nacht. - Gute Nacht. Schlaf gut.

Danke.

Ein seltsamer Junge. Man hat keine Ahnung, was er denkt.

Das weiß man bei den wenigsten Menschen, aber er hat wenigstens gute Manieren.

Ja, die hat er.

Du schläfst ja noch nicht. - Ich bin ganz wach im Kopf.

Emma ist furchtbar. Bleibt die wirklich die ganzen Ferien hier?

Ich denke, ja. Sie ist vielleicht ein bisschen sonderbar.

Aber kleine Mädchen sind manchmal so. - Da hast du Glück, dass ich ein Junge bin.

Ja, das habe ich. Du bist manchmal schon ein richtiger Freund.

Deshalb musst du mir jetzt helfen.

Schau, einer muss sich doch um Emma kümmern.

Und ich habe ja Amanda. - Kann ich mich nicht um Amanda kümmern?

Ich glaube, das geht nicht. Weißt du, jedes Mal, wenn du dich über Emma ärgerst,

musst du daran denken, dass sie keine Eltern hat, die sich um sie kümmern können

und kein richtiges Zuhause, so wie du. Willst du das versuchen?

Ich werde es versuchen. - Danke.

Nacht. - Und jetzt versuch zu schlafen.

Aber wenn morgen ein Telegramm kommt, dass Onkel Frank wieder gesund ist,

fahren wir dann ans Meer? - Ganz bestimmt. Gute Nacht.

Nacht.

Guten Morgen.

Was willst du? - Wir spielen jetzt Krankenhaus.

Hast du noch einen Wurmfortsatz? - Du meinst einen Blinddarm.

Ja. Tante Miller hat keinen blinden Darm mehr, die habe ich schon gefragt.

Das ist nicht deine Tante. Die heißt Frau Miller und meinen Blinddarm behalte ich.

Hast du vielleicht eitrige Mandeln? - Ich hoffe nicht.

Du brauchst bloß "Ah" zu sagen. Bauern haben immer eitrige Mandeln

und schöne Augen haben sie auch. - Ich bin aber kein Bauer.

Ich war Rechtsanwalt und lebe auf dem Lande, weil ich meine Ruhe haben will.

Und warum hast du dann ein Schwein? - Weil es mir Spaß macht.

Du bist langweilig.

(Schreibmaschine klappert)

Na, Emma, spielst du Krankenschwester? - Ja, aber keiner will sich operieren lassen.

Gaylord hat sich auf dem Hof im Klo eingeschlossen.

Na ja, wer lässt sich schon gerne operieren? - Ich wünschte, ich wäre in Indien.

Weißt du was, ich muss sowieso auf die Post. Ich nehme dich mit

und spendiere dir eine Eiswaffel. - Ich esse lieber Eisbecher mit Früchten.

Na schön, Eisbecher mit Früchten. Was für Früchte dürfen es denn sein?

Mango.

Mango...

Huhu, Onkel Jocelyn! - Hallo. Ich fahre mit Emma Eis essen, willst du mitkommen?

Ja, gern, wenn du mich mitnimmst. - Na komm, beeil dich!

Ich will mit! Brumm, brumm...

Na, ich glaube, das lassen wir besser hier.

Ich will mit! Brumm, brumm... - Jetzt fehlt eigentlich bloß noch David.

Ich weiß nicht, wo der steckt. Der ist gleich nach dem Frühstück weggegangen.

(Ein Auto nähert sich)

(Gaylord) Das ist unser Heustadel. Und einen Wald haben wir auch.

Na, kommt.

Na komm, Kleine.

Langsam essen, Gaylord.

In Indien gibt es tausend Millionen Elefanten.

Unsere Lehrerin sagt, die indischen Elefanten wären ganz kleine, mickrige Dinger.

Sind sie nicht. Deine Lehrerin ist blöd.

Was darf ich Ihnen bringen? - Möchtest du auch so ein Ding mit dem Schirm?

Was nimmst du denn? - Einen Kaffee.

Dann möchte ich auch einen Kaffee. - Also, zwei Kaffee, bitte.

Ach... Entschuldige, vielleicht möchtest du eine Zigarette?

Nein, danke. Ich rauche nicht, Jocelyn.

Ich glaube, wir sollten es doch lieber beim Onkel Jocelyn lassen, findest du nicht?

Entschuldige bitte. - Vielleicht hast du dich nur versprochen.

Nein, Onkel Jocelyn. Ich wollte es mal probieren.

Was probieren?

Ich hatte das Gefühl, du findest mich attraktiv.

Als Frau, meine ich. Nicht nur als Nichte.

Zwei Kaffee, bitte sehr.

Na, was willst du denn? - Eine Tüte zu zwanzig, bitte.

Zu zwanzig...

Ich bin nicht nur dein Onkel, ich bin auch alt genug, um dein Vater zu sein.

Oder doch beinahe.

Gerade ältere Männer verlieben sich in junge Mädchen.

Ältere Männer?

Na ja, aber doch nicht alle, weißt du? Und jetzt reden wir von was anderem.

(Lautes Schlürfen)

Ich glaube, wir sollten uns auch noch so einen Eisbecher leisten.

Noch zwei so Dinger mit einem Schirm, für uns. - Ja, gerne.

Paps, dürfen wir zu Fuß nach Hause gehen? Emma möchte ein paar Blutegel fangen.

Meinetwegen, nur seid pünktlich zum Essen da.

Wofür braucht sie denn Blutegel? - Wahrscheinlich für ihre Patienten.

Na, hoffentlich findet sie keine. - Hast du nie Doktor gespielt, als du klein warst?

Ich kann mich nicht erinnern.

Man sagt, Doktor spielen gehört zur normalen Entwicklung.

Aha.

Tja, dann bin ich wohl nicht normal. - Das ist ja das Schöne.

Dass ein Künstler anders ist als andere Menschen.

(Emma) Wo willst du denn hin? - Zum alten Teich, da findest du welche!

He! Hast du als Kind mal Doktor gespielt? - Ja, warum?

Dann bist du eine ganz normale Frau. - Oh ja, das bin ich.

Danke, Onkel Jocelyn. - Oh, bitte sehr.

Ich habe Schilling eben gesehen. War der bei uns? - Ja. Er wollte uns sagen,

Bert Foggerty ist wieder in Freiheit. - Schon?

Sie haben ihm zwei Monate erlassen wegen guter Führung. Wir müssen es Gaylord sagen.

Wenn er ihn zufällig sieht, bekommt er einen furchtbaren Schreck.

Hast du einen gefangen? - Noch nicht.

Wirst gleich reinrutschen. - Werde ich nicht.

Wenn du reinrutschst, dann sinkst du immer tiefer, ganz langsam,

bis nur noch der Kopf aus dem Moor rausguckt.

Kannst mich ja wieder rausziehen. - Das kann keiner.

Was das Moor mal hat, das hat es.

Bert?

Na, na, Kleiner. Ich wollte dich ja nicht erschrecken.

Willy hat mir gar nicht gesagt, dass du wieder da bist.

Ist ja auch erst seit gestern. Was gewesen ist, soll vergessen sein, ja?

Komm, schlag ein. Ich tu dir nichts, die haben mich ja gebessert.

Ist das ein Freund von dir? - Nee, Willys Bruder.

Hat der auch einen Knall? - Das wäre mir neu. Was macht ihr hier?

Wir suchen Blutegel. - Da könnt ihr lange suchen.

Kommt, ich zeige euch, wo es welche gibt.

Der war im Gefängnis. - Toll!

Ihr steckt den Kamin an? - Ja, hier ist eine Saukälte.

Ja, weil Frau Miller immer zu spät heizt. - Warum, ist mir egal, ich friere.

Ich tu Ihnen einen tüchtigen Schuss Rum in den Tee, das hilft.

Jocelyn! Tee! - Ich bin ja da!

Huch! Na, dann setz dich bitte.

Verdammt noch mal, was ist denn das? - Das sind Blutegel. - Das sehe ich.

Aber was sollen die auf dem Tisch? Sollen wir die etwa essen?

Nein, aber wenn die sich voll Blut saugen, werden sie ganz dick.

Ja, die sollten Sie mal an Ihre Krampfadern setzen, Herr Pentecost.

Das ist ein gutes, altes Hausmittel.

Nehmt sofort die Dinger weg!

Na komm, ich werde sie in die Speisekammer stellen, da stören sie niemanden.

Aber doch nicht in die Speisekammer! In den Keller.

Also gut, bitte. In den Keller.

Ich hätte nicht gedacht, dass ihr welche findet. - Haben wir auch gar nicht.

Aber da kam ein Mann, ein Freund von Gaylord, der hat uns gezeigt,

wo es welche gibt. - Wart ihr mit Willy zusammen?

Nein, der heißt Bert. - Ja, Bert ist wieder da, Mami.

Das wissen wir. Mami wollte gerade mit dir darüber sprechen.

Wir finden es besser, wenn du ihm aus dem Weg gehst.

Aber sie haben ihn doch gebessert, wir haben uns die Hand gegeben.

Was? Dem Kerl gibst du noch die Hand? Der hätte dich beinahe totgeschlagen!

Richtig tot? - Ich wäre beinahe verblutet.

Wenn er dich wieder totschlägt, verbinde ich dich.

Gaylord, ich wünsche nicht, dass du mit Willy und Bert zusammenkommst.

Hast du verstanden? - Aber du hast es doch laut genug gesagt.

Entschuldigt, dass ich zu spät komme. Meine Uhr geht wohl falsch.

Die hat ihr Löcherkleid angezogen, wo es gar nicht heiß ist.

Das ist ein hübsches Kleid. - Es freut mich, dass es dir gefällt.

Danke!

Möchtest du keinen Tee haben, David?

Nein, danke. Darf ich am Kamin sitzen bleiben?

Ich schaue so gerne in die Flammen.

(Feueralarm, Hundegebell)

Sieh doch mal nach, wo es brennt. - In der Nähe ist es nicht.

Sonst würde man was riechen. - (Es klopft)

Ja, was ist denn? - Ich bin es, Jenny.

Komm nur rein, die Tür ist offen.

Entschuldigt, dass ich störe, aber es ist wegen David. Er ist nicht in seinem Zimmer.

Ich wollte mir ein Buch holen, aber er war noch gar nicht in seinem Bett.

Na, was soll sein? Er wird einen seiner geliebten Abendspaziergänge machen.

"Nachtspaziergänge" musst du schon sagen.

Ich mache mir Sorgen um ihn. Er hat sich so verändert, seit wir hier sind.

Jocelyn, meinst du nicht, es wäre besser, wenn du eben mal nachsiehst?

Aber wozu denn? - Vielleicht sitzt David draußen auf der Bank.

Na, lass ihn doch dort sitzen. Wie ich so alt war wie er,

habe ich nächtelang dagesessen und geträumt.

Bitte, Onkel Jocelyn. Es wäre mir eine große Beruhigung.

Also, wenn es dich beruhigt, dann will ich sehen, was ich tun kann.

Das ist sehr lieb von dir, Onkel Jocelyn. Danke!

Das ging ja auf einmal flott.

Was ging flott? - Wie du aus dem Bett gekommen bist.

Als ich dich gebeten habe, hättest du am liebsten nach mir geschnappt.

Aber du wolltest doch, dass ich aufstehe, obwohl es völlig sinnlos ist.

Was willst du eigentlich? - Ich will, dass du dich deinem Alter entsprechend benimmst.

Aber vielleicht tust du das gerade. Du näherst dich den stürmischen Vierzigern.

Du bist eifersüchtig. Eifersüchtig auf ein Mädchen, das noch ein Kind ist.

Moment! Ich komme mit.

Tatsächlich, die Tür ist nicht abgeschlossen.

Vollmond. - Ja, schön.

Und was wollen wir nun hier? - Na wir setzen uns hier auf deine Bank.

Bitte.

Ich habe keine Pfeife mit. - Dann wirst du eben einen Moment nicht rauchen.

Erzähl mir, was hast du als kleiner Junge hier geträumt?

Was werde ich schon geträumt haben? Gedichte hab ich gemacht, schön traurige.

Natürlich. Weißt du noch eins?

Du, die waren gar nicht so schlecht.

Da läuft jemand.

David! Wo kommst du her?

Ich... Es hat gebrannt. - Ja. Und da musstest du natürlich hinlaufen.

Nein, ich war dort. Ich meine, ich war der Erste, der es bemerkt hat.

Deine Jacke ist ja ganz versengt. - Ja, ich dachte, ich könnte es löschen, aber...

Also, David! Stell dir vor, wenn dir etwas passiert wäre. - Aber ich...

Tante May hat vollkommen Recht. Schließlich haben wir die Verantwortung für dich.

Komm rein. Du siehst aus, als hättest du im Kohlenkeller gespielt.

Wo hat es denn eigentlich gebrannt? - Der Heustadel an der Straße.

Was? Das ist ja unserer. Da muss ich sofort hin.

Das ist doch gleichgültig, wem er gehört. Dafür bringt man sich nicht in Gefahr.

Das ist einfach lächerlich. Geh bitte ins Bad und gib die Jacke morgen Frau Miller.

Wieso fängt ein Heustadel plötzlich an zu brennen?

Eine Zigarette vielleicht? Ein Funke genügt doch bei der Hitze.

Ja, vielleicht.

Gute Nacht, David. - Gute Nacht. - Und du leg dich auch hin jetzt!

Warst du beim Feuer? - Er hat es sogar entdeckt.

May!

May! May!

Becky!

Renn doch nicht so! Du sollst langsam gehen... Liebling!

Na, das ist aber eine Überraschung! Du siehst wunderbar aus.

Mir geht es auch gut. - Na, weshalb sollst du langsam gehen? Wirst du alt?

Werd bloß nicht frech, Jocelyn.

Wo ist denn Vater? - Im Wohnzimmer. Geh nur rein.

Vater! - Wie siehst du denn aus? Fährst du so nach Spanien?

Wir fahren doch nicht nach Spanien.

Peter meint, in meinem Zustand die weite Reise und das Essen...

Zustand? Willst du etwa sagen? - Ja, das will ich sagen. Tag, Vater.

Wir erwarten ein Baby. - Wirklich, Becky? Oh, wie mich das freut!

Ich sehe aber nichts. Wenn das kein Zwerg werden soll, wird es noch eine Weile dauern.

Vater, wir sind doch erst im zweiten Monat.

Und in den ersten drei Monaten muss man sich besonders schonen. Tag, Vater.

Sag mal, wie sieht es hier aus? - Ja, wir haben ein bisschen renoviert.

Eine Wirtschafterin haben wir auch. - So? Ist sie nett?

Muss sie ja sein, wenn sie eure Stiefmutter werden soll.

Vater? Bitte mach keine Witze. Du weißt, ich darf mich nicht erschrecken.

Ist auch besser, du bist vorbereitet. Sie hat es auf mich abgesehen, behauptet May.

Sie ist ganz verrückt nach mir. - Ist sie auch.

Neulich hat sie ihm sogar die Schuhe ausgezogen.

Ja, weil ich Rheuma hatte und mich nicht bücken konnte.

Darf ich wieder in meinem alten Zimmer schlafen? - Oh Becky, das geht nicht.

Da wohnt David. - David?

Helens Sohn. Mein Neffe.

Das Schloss ist offen. Da ist der Kerl einfach rein und hat die Dinger mitgenommen.

Da ist auch keine Sicherung. Ein einfaches Schloss, da genügt ein gebogener Nagel.

Wo hebt ihr denn das Dynamit auf? - In der Kiste da hinten.

Wer ist denn das? - Der Neffe von Herrn Pentecost.

Also, das muss ich der Polizei melden. Wiedersehen. - Wiedersehen.

Rauchen im Wald ist verboten. - Ist hier Wald?

Na, wie nennen Sie denn das?

Zufrieden?

Ja.

(Schilling) Da macht man sich doch seine Gedanken, Herr Pentecost.

Ein ganzes Jahr war bei uns, sagen wir mal, direkt Friede.

Und nun brennt vorgestern Ihr Stadel ab. So was kann natürlich mal vorkommen.

Aber heute Morgen meldet mir der Vorarbeiter vom Steinbruch,

dass seine Bude aufgebrochen und Dynamit gestohlen worden ist.

Wie viel denn? - Immerhin fünf Stangen.

Und damit kann man schon was in die Luft fliegen lassen?

Was ist denn das, Dynamit? - Das ist ein Sprengstoff.

Ich habe euch gesagt, ihr dürft hier bleiben und zuhören, wenn ihr den Mund haltet.

Na gut. - Nun frage ich mich, ist das ein Zufall?

Dass das genau in dem Moment passiert, wo der Foggerty wieder da ist?

Sie meinen den Bert? - Der Bert ist ein netter Mann. Der hat mir gezeigt...

Halt den Mund! - Ich bin natürlich bei der Mutter gewesen.

Aber die lügt ja, sobald sie den Mund aufmacht.

Sie sagt, er war die beiden Nächte im Bett.

Nachts ist man doch im Bett. - Nun ist aber genug!

Macht, dass ihr rauskommt! Vorwärts!

Los.

Dein Großvater ist aber ein böser Mann. - Stimmt ja gar nicht.

Mach die Tür zu! - Du bist ein richtiges Klatschweib, das nie den Mund halten kann!

Das letzte Mal auch nicht! - Bäh!

Hier.

Was sind denn das für Dinger?

Das sind Zauberstangen. - Ist das wirklich wahr? Zauberstangen?

Was kann man denn damit zaubern? - Weiß ich nicht.

Hier, kannst du haben.

Was muss ich denn dafür tun? - Du musst heute den ganzen Tag

"süße Emma" zu mir sagen.

Na gut, süße Emma...

Hast du auf uns gewartet? - Ja.

Ihr wart bei Willy. - Nein... Ja.

Gib mal das Glas her. So.

Damit ist es jetzt vorbei.

Und jetzt geht hinauf, wascht euch und geht sofort ins Bett.

Und was ist mit dem Abendessen? - Das fällt heute aus.

Ich mag deine Mutter nicht. - Sie mag dich auch nicht.

Sie muss mich aber mögen. Ein Kind braucht Liebe.

Ich mag dich auch nicht, "süße Emma"...- He, he, he...

Soll ich den Kindern nicht wenigstens ein paar Butterbrote raufbringen?

Nein. Sie sollen sich endlich merken, dass dieser Willy kein Spielzeug für sie ist.

Durch Hunger ist noch kein Mensch gebessert worden.

Herrgott, Frau Miller, wir haben ja nicht die Absicht, die Kinder verhungern zu lassen.

Na bitte, wie Sie meinen.

Warum isst du denn nicht, David? - Ich habe keinen Hunger, Tante May.

Muss ich was essen? - Du musst nicht. Aber zum Tee warst du auch nicht da.

Fühlst du dich nicht wohl?

Du kannst dir ja von Emma die Blutegel ansetzen lassen. Wie dem Dorftrottel.

Igitt. - Red nicht von diesen widerlichen Dingern, sonst vergeht mir auch der Appetit.

Nein, das ist es nicht. Ich bin bloß müde.

Dann sitz hier nicht rum, sondern geh ins Bett. - Ja, wenn ich darf?

Natürlich darfst du. - Gute Nacht! - Gute Nacht. Schlaf gut.

Also, der Boy hätte mir gefährlich werden können, so wie der aussieht.

Und sein Benehmen. Ich hätte nichts dagegen, wenn unser Sohn so wird. - Aber ich!

Was willst du denn hier?

Wo hast du denn die Dinger? - Welche Dinger?

Die Willy euch gegeben hat. - Willy?

Stell dich nicht so dumm, ich will die Stangen haben. Wo hast du sie?

Gib den Schlüssel her! - Das sind meine Stangen. - Gib ihn her!

Aua! Du bist gemein, das sage ich meinem Vater! - Deinem Vater,

deinem Großvater, deiner Mutter, deiner Tante, deinem Onkel. Hast ja genug, die dir helfen.

Für was brauchst du die Dinger? - Ich brauche sie eben.

Willy hat gesagt, das sind Zauberstangen, aber die zaubern gar nicht.

Du kannst eben nicht damit umgehen, dazu bist du noch zu dumm.

Damit kann man ein ganzes Haus in die Luft fliegen lassen.

Ist das Dynamit? Aus dem Steinbruch?

Au! - Wenn du ein Wort zu irgendeinem Menschen sagst, dann passiert was.

Was soll denn da passieren? - Weiß nicht. Vielleicht fliegt dann euer Haus in die Luft.

Wo bleibt ihr denn? - (Gaylord) Komme schon.

Brumm, brumm... Darf ich vorne sitzen?

Na, wollen wir mal sehen. - Oh, klasse!

Äh, das Ding da nimmst du aber ab. Und die Schürze brauchst du auch nicht.

Und wenn wir einen Unfall haben? - Dann kannst du sie wieder aufsetzen.

Ihr macht einen Wirbel, als ob ihr vier Wochen verreisen wolltet.

Pass doch auf! - Wo sind die Schiffe und Sandeimer?

Du siehst ja reizend aus, Jennylein. - Danke, Onkel Jocelyn.

Ich bin Delfin. - Und ich das Gummiboot.

Äh, Jennylein, ich glaube,

auf dem Platz sitzt Tante May.

Ach so, natürlich.

Ich rufe mittags auf jeden Fall mal an und heute Abend sind wir ja wieder da.

Okay, mach dir keine Sorgen, Peter ist der beste Babysitter, den es gibt.

Pass mal auf, ich glaube, wir müssen Emma zwischen uns nehmen. Kletter mal rüber.

Warum darf denn Emma vorne sitzen? - Weil sie die Kleinste ist. So.

Hättet ihr was dagegen, wenn ich hier bleibe? - Ja, hätten wir. Los, steig ein.

Sonder dich nicht immer ab. Peter, machst du mal die Klappe zu.

Tschüs, Gaylord. - Tschüs, Tante Becky.

Gaylord, rangel nicht rum, bleib jetzt auf deinem Platz.

Warum fahren wir eigentlich ans Meer? - Weil wir baden wollen.

Da kann man leicht ertrinken. - Du nicht! Fett schwimmt oben.

Ich bin nicht dick. - Du bist schlachtreif.

(Meer rauscht)

Nein, hier bleiben wir nicht. Wir suchen uns was Besseres, kommt.

Na, dann kommt.

Da hinten vielleicht?

Da unten sind Muscheln!

Hier bleiben wir.

Gaylord. Emma. Hallo! - Huhu!

Hier bleiben wir!

Hier ist doch kein Strandkorb. - Dafür sind wir hier allein.

Wo soll man sich denn hier ausziehen?

Gib nicht so an, so schön bist du nicht, dass alle Leute hingucken.

Ach, Onkel Jocelyn, kannst du mal aufmachen?

Danke.

Kann ich jetzt ins Wasser gehen? - Erst wird gegessen, Emma.

Aber man darf doch erst zwei Stunden nach dem Essen baden gehen.

Wie?

Ja, das ist richtig. - Dann gehe ich jetzt.

Als Schriftsteller musst du doch ein großes Einfühlungsvermögen haben.

Sicher fühlst du genau, was in anderen Menschen vorgeht.

Ich glaube, ich fühle überhaupt nichts. Ich bin kalt wie ein Fisch.

Das glaube ich nicht.

Du musst dich erst abkühlen, sonst kriegst du einen Herzschlag.

Alte Memme!

Aah!

Du bist ein Arschloch! - Selber Arschloch!

Willst du dich nicht ausziehen, Jocelyn?

Ja, wenn du meinst.

Na los, Jenny. Komm mit ins Wasser!

(Möwen kreischen)

Hier. - Danke.

Wo kommst du denn jetzt her? Wir haben schon gegessen.

Och, ich hab eigentlich gar keinen Hunger. - Natürlich musst du etwas essen.

Komm, nimm dir was aus dem Korb. Da ist noch ein Huhn drin.

Danke schön.

Emma, Gaylord! Kommt, wir wollen gehen.

Wo gehen wir denn jetzt hin? - Zur Post. Mami muss telefonieren.

Sie will wissen, ob Amanda in die Windeln gemacht hat.

Gott sei Dank machst du in deinen Büchern bessere Witze.

Ihr bleibt draußen.

Darf ich jetzt Geld haben für Eis? - Dann möchte ich auch ein Eis.

Aber um sechs seid ihr beim Auto. - (beide) Ja.

Den hätte ich gerne mal gesehen. - Ja, ich werde ihn mal hochheben. So.

Und was ist mit dem da? - Das ist ein Heilbutt.

Ich habe es mir anders überlegt, ich esse Aal. - Das ist eine Makrele.

Was ist das hier? - Die stinken doch! Außerdem wollten wir doch Eis essen.

Da drüben ist die Eisbude.

Langt das für einen Aal? - Ja.

Bitte schön. - Danke sehr. - Was kostet das?

Nehmen Sie die Makrelen auch? - Ja, geben Sie her.

Wir müssen sofort nach Hause. - Was ist denn nun schon wieder los?

Amanda ist nicht in Ordnung. Sicher ist ihr die Flaschenmilch nicht bekommen.

Ich hätte sie nicht alleine lassen dürfen. - Ach, es ist doch jedes Mal dasselbe.

Wenn wir uns mal von Zuhause losreißen, endet es jedes Mal mit einem Drama.

Also schön, ich gehe die Kinder suchen.

Ich komme mit, Onkel Jocelyn. - Besser, ihr verteilt euch.

Jenny, geh hier lang.

Du auch, David, ja?

Ihr müsst überall suchen, wo es Eis gibt, ja? - Ja, ich weiß.

Du kannst ruhig etwas schneller gehen, David.

Wo ist Emma? - Er weiß es nicht.

Was heißt, er weiß es nicht? - Na ja, sie haben sich getrennt.

Wahrscheinlich hat er irgendeine Gelegenheit benutzt, um sie abzuhängen.

Paps hat gesagt, um sechs sollen wir hier sein, jetzt ist es halb vier.

Solange kann ich nicht warten. Hast du sie gesehen? - Nein.

Und du? - Nein.

Steigt ein!

Fahren wir ohne Emma weg?

Ja. - Aber das geht doch nicht.

Doch, wir fahren. Und du wartest auf Emma und kommst mit dem Zug nach. - Ich?

Ja, wer sonst? Gegen sieben fährt der Zug, mit dem wir schon öfter gefahren sind.

Aber du musst hier auf dem Parkplatz warten. Wenn Emma zurückkommt

und der Wagen ist nicht hier, kriegt sie Zustände. Hast du genügend Fahrgeld?

Ja, ja. - Ich denke, Tante May, ich leiste Onkel Jocelyn Gesellschaft.

Immerhin ist Emma meine Schwester. - Aber das ist doch ganz überflüssig.

Los, setz dich rein! - Immer sachte, Liebling.

Ich finde es sehr nett von Jenny, dass sie mich hier nicht alleine stehen lassen will.

Davon bin ich überzeugt. - Warum bist du eigentlich so giftig?

Tante May wäre froh, wenn wir alle nicht da wären.

Aber das ist doch Unsinn. Ich bin gereizt, weil ich einen Fehler gemacht habe

und deshalb treffe ich auch die Entscheidungen.

Irrtum, Liebling, die Entscheidungen treffe ich.

Aber wenn wir uns noch lange streiten, lohnt es sich gar nicht mehr,

dass du vorausfährst. Also gehen wir, damit du nach Hause kommst.

Es ist gut. David, du könntest eigentlich auch hier bleiben.

Nein, ich möchte mit dir fahren, Tante May. - Also, Gaylord, dann bleib du bei Paps.

Ach, Mami. - Los, steig aus. Papi freut sich bestimmt, wenn jemand von uns bei ihm ist.

Aber Paps hat doch Jenny.

Huhu! Huhu!

May! Hallo! May!

Haben sie unser Auto geklaut? - Wo bist du gewesen? Wir haben dich überall gesucht.

Überall nicht, im Kino nicht. - Du warst im Kino?

Ja, draußen waren Bilder vom Dracula. Aber drinnen war Lassie.

Das habe ich schon zweimal im Fernsehen gesehen.

Tut mir aber leid, dass du so wenig Spaß gehabt hast.

Wo gehen wir jetzt hin? - Zum Bahnhof und da warten wir, bis der Zug abfährt.

Aber Onkel Jocelyn, ich denke, wir wollten in ein Café gehen.

Das kannst du alleine machen. Hier, das wird wohl reichen.

Na, dann gehe ich mit. Ich habe ja auch kein Eis bekommen.

Und du, Gaylord? - Ich gehe mit dir.

Aber seid pünktlich am Zug.

Aua!

Was stinkt hier eigentlich so fürchterlich? - Das ist mein Taschentuch.

Ich habe Aal gegessen und mir dauernd die Hände abgewischt. Riech mal.

Nee, pfui Deibel! Setz dich mal ein bisschen weiter weg.

Emma sagt, der Handel mit weißen Sklaven wird immer schlimmer.

Woher will Emma denn etwas vom Handel mit weißen Sklaven wissen?

Aus der Illustrierten. Hat das was mit Negern zu tun?

Nein, mit Negern hat das nichts zu tun.

Pass mal auf, das ist so:

Böse Männer kaufen manchmal weiße Frauen, um damit Geld zu verdienen.

Würden die auch Emma kaufen?

Nein. Sag mal selbst, würdest du für Emma Geld bezahlen?

Ja, Scheiß! - Hallo, hallo, was ist das denn?

Emma sagt, man soll immer alles gleich aussprechen, sonst bekommt man Neurosen.

Wie geht es Amanda? Hat sie Fieber? - Sie schläft. Nein.

Habt ihr sie gemessen? - Nein, wozu?

Aber man muss doch messen. Das ist doch das Erste, was man tut.

Nun reg dich nicht auf, May, Amanda hat gar nichts gefehlt. - Was?

Becky wusste nicht, was sie sagen sollte, damit ihr zurückkommt.

Vater stand nämlich neben ihr, als sie telefonierte.

Vater? Was ist denn eigentlich los? - Du hast doch gesagt, ich soll...

Psst! - Du hast doch gesagt, man muss aufpassen auf Vater und Frau Miller.

Ja, und? - Ja, und nun ist es passiert.

Was ist passiert? - Vater ist mit Frau Miller aufs Feuerwehrfest gefahren.

Er im blauen Anzug und sie im gelben Seidenkleid. Ein schönes Paar.

Das kann doch nicht wahr sein! Vater kann doch kaum gehen.

Er sagte, er will nicht gehen, er will tanzen. (Telefon klingelt)

Außerdem ist er Ehrenmitglied der freiwilligen Feuerwehr

und wenn die Jubiläum feiern, muss er dabei sein.

Geh doch mal ran, David!

Daran ist nur die Miller schuld. Vater ist seit Jahren nirgends mehr hingegangen.

(David) Tante May, ist für dich! - Ja!

Dass du mir nie zu einem Feuerwehrfest gehst!

Es ist Onkel Jocelyn.

Was ist denn los, Jocelyn? Ich denke, ihr sitzt längst im Zug.

Du hast gesagt, der Zug geht um sieben. Er geht aber schon um halb sieben.

Warum hast du dich nicht erkundigt? - Na, warum sollte ich mich erkundigen?

Du weißt doch immer alles besser als ich. - Und wo seid ihr jetzt?

Doch nicht etwa im Wartesaal? - In einem Hotel. Im teuersten.

Ich habe zwei Doppelzimmer genommen. - Wohnt Gaylord mit dir?

Na, was dachtest du denn? Wie geht es denn Amanda?

Ausgezeichnet. - Was?

Es fehlt ihr überhaupt nichts. Aber Vater ist mit der Miller auf dem Feuerwehrball

und Becky war deshalb in Sorge. - Das kann doch nur deine Schuld sein.

Du hast Becky sicher aufgehetzt. Lass doch dem Alten sein bisschen Vergnügen.

Wann kommt ihr jetzt zurück? - Der nächste Zug geht morgen früh um vier.

Aber den nehme ich nicht, darauf kannst du dich verlassen.

Ich schlafe mich aus. - Ja, ruh dich nur aus.

Ja, du auch. Gute Nacht. - Gute Nacht.

Jocelyn hat den Zug verpasst. Er muss die Nacht im Hotel bleiben.

Zug verpasst? Das hat bestimmt das kleine Biest arrangiert.

Ist Emma nicht dumm? Sie sagt, du wärest in Paps verliebt.

Ach, Emma sagt viel. - Jetzt bist du rot wie eine Tomate.

Sie weiß nicht, dass Damen... - So, jetzt habt ihr genug geredet.

Sagt "Gute Nacht" und geht schlafen. Es ist schon spät. - Und ihr?

Wir bleiben noch ein bisschen auf, wenn du gestattest.

Ich bin froh, dass ich nicht so einen Vater habe.

Blöde Gans! Paps ist froh, dass du nicht seine Tochter bist.

Es tut mir leid, dass du mit uns so viel Kummer hast.

Jedenfalls war der Tag nicht langweilig. - Nein, das war er nicht.

Nanu?

Ich habe vergessen, "Gute Nacht" zu sagen.

Gute Nacht, schlaf gut. - Danke.

Wollen wir noch ein bisschen an den Strand gehen?

Jetzt sind keine Menschen mehr dort.

Ja, das können wir machen. - Wir setzen uns in einen Strandkorb, ja?

Dort ist man windgeschützter. - Strandkorb?

Ach, weißt du, ich glaube, wir trinken hier noch einen Schluck Wein

und gehen dann auch früh schlafen.

Wie du willst.

Gute Nacht, Onkel Jocelyn. - Gute Nacht.

Ich wollte, ich könnte das alles bezahlen. Es wäre mir jeden Preis wert gewesen.

Aber für dich war das alles wahrscheinlich nur eine große Geldverschwendung.

Gute Nacht, mein Kleines. Schlaf gut.

Was machst du denn hier? Ich denke, du schläfst längst.

Wie kann ich denn schlafen, wenn ich immer muss?

(Feueralarm)

Ich sehe gar nichts.

Die Tür war nicht abgeschlossen. Schließt ihr nicht ab?

Was ist los? Was macht ihr denn mitten in der Nacht?

Weißt du, warum die Feuerwehrsirene tutet? - Dumme Frage. Weil es brennt.

Ich meine, auf das Feuerwehrjubiläum nehmen die Rücksicht.

Dann gute Nacht, Herr Pentecost. - Gute Nacht.

Es war ein wunderschöner Abend. - Na, wie man es nimmt.

Weißt du, wo es gebrannt hat? - Verdammt noch mal, bei uns natürlich.

Die Fichtenschonung. Kann nicht mal jemand anders drankommen?

Das muss doch ein Brandstifter sein. - Ah, aber finde den mal.

Da geht man nach drei Jahren das erste Mal wieder unter die Leute

und plötzlich läuft die ganze Festversammlung auseinander.

Danke. - Bitte.

Also, angenehme Ruhe allerseits.

Gute Nacht. - Nacht.

Komm, wir gehen auch ins Bett. Komm, hopp. Vorsichtig.

Gute Nacht, May. - Gute Nacht. - Gute Nacht, May.

Wo kommst du jetzt her, David?

Ich war draußen. Ich bin spazieren gegangen.

Hast du das Feuer gesehen? - Ja, natürlich.

Also hör mal zu. Wir wollen uns nicht lange streiten.

Es passt mir nicht, dass du dich nachts draußen rumtreibst.

Heute war es das letzte Mal. Verstanden?

Du denkst wohl, ich habe das Feuer angezündet?

Ich denke gar nichts.

Mir tut es nur leid, dass du nicht bei den anderen am Meer geblieben bist.

Und ich bin sehr froh, dass ich heute Nacht hier gewesen bin. Gute Nacht, Tante May.

Mami! Mami!

Morgen! - Guten Morgen. - Morgen.

Mami, wir waren in einem ganz großen Hotel. - Ja, mein Schatz, ich weiß.

Hast du denn gut geschlafen? - Ich möchte eine Honigsemmel.

Sag erst mal guten Morgen! - Guten Morgen, ich möchte eine Honigsemmel.

David, bitte die Milch.

Und was willst du? - Auch eine Honigsemmel, aber mit Marmelade.

Hallo! - Hallo! Wo ist denn Jenny?

Die ist gleich nach oben gegangen. - Der ist schlecht von gestern Abend,

die hat Hummercocktail gegessen und Wein getrunken. - Was?

Das muss ja ein Festmahl gewesen sein! - Emma und ich... Wie heißt das noch mal?

Risotto Milanese. - Da mussten wir gleich schlafen. Bloß Jenny durfte noch aufbleiben.

Aha. - Gib mir mal bitte die Butter.

Wo ist denn Vater? - Der liegt im Bett.

Der kann sich nicht rühren, weil er gestern mit der Millerin Ballett getanzt hat.

Gib mir mal mein Stock! - Du willst doch nicht etwa aufstehen?

Na, was denn sonst?

Verflucht noch mal.

Das kommt davon, wenn man in deinem Alter noch das Tanzbein schwingt.

Ach, haben die Weiber wieder gepetzt? Schick mir mal die Miller her.

Die soll mich mal anziehen. - Aber ich kann dir doch helfen.

Ach, du mit deinen ungeschickten Händen. Ich will die Miller.

Du kannst dich doch nicht von einer wildfremden Frau anziehen lassen.

Ich kann noch viel mehr. Was ist denn dabei, wenn eine ausgewachsene Frau

einem alten Mann in die Kleider hilft? Besser als umgekehrt.

Und gib du lieber auf dich selber Acht. Du bist verheiratet.

Was willst du damit sagen? - Das sieht doch ein Blinder, was mit dir los ist!

"Jennylein, frierst du auch nicht?" "Jennylein, sitzt du auch gut?"

"Jennylein, wirst du auch satt?" So höflich warst du zu May nur, als ihr verlobt wart!

Sag mal, du vergisst wohl, wie alt ich bin. - Ach, das habe ich mir nie merken können.

Auf alle Fälle bin ich älter als du. Und verheiratet bin ich auch nicht.

Und jetzt möchte ich... die Miller haben!

Die ist die Einzige, die sich um mich kümmert.

Und wenn ich Lust habe, heirate ich sie, verdammt noch mal!

Herzlichen Glückwunsch.

Ich muss mit dir sprechen. - Ja? Worum geht es denn?

Es tut mir sehr leid, Tante May, aber ich liebe Jocelyn.

Ja, Jenny, ich weiß. Du hast ja wenig getan, um es zu verbergen.

Nein? Das ist mir aber sehr peinlich.

Was sollen wir jetzt tun? - Gar nichts.

Aber ich liebe ihn doch. - Aber das ist dein Pech. Ich bin mit ihm verheiratet.

Aber wir können doch nicht so tun, als ob nichts geschehen wäre.

Ich meine jetzt, wo du doch alles weißt. - Warum nicht? Du wirst ihn weiter lieben.

Und ich werde weiter die Knöpfe an seine Hemden nähen und das Bett mit ihm teilen.

Aber wir müssen auch an Jocelyn denken. - "Onkel" Jocelyn, Kind.

Der wird ganz glücklich sein. Ich bin überzeugt, dass er sehr genießt,

von einem jungen Mädchen geliebt zu werden.

Aber du erwartest doch hoffentlich nicht, dass er deinetwegen sein Leben ändert?

Du bist seiner ja sehr sicher. - Ja, ziemlich.

Ich habe noch nie erlebt, dass er sich von seinen Gefühlen den Kopf verwirren lässt.

Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass er soweit ginge, dich zu küssen.

Da täuschst du dich aber sehr. Genau das hat er getan.

Unsinn. - Du tust so, als würden wir über eines deiner Kinder sprechen

und nicht über deinen Mann. Aber das ist es ja gerade.

Du und Jocelyn, ihr habt ein Mutter-Sohn-Verhältnis.

Mutter-Sohn-Verhältnis?

Oh Jenny, ich glaube wirklich, das ist nicht der richtige Ausdruck.

Vergiss diesen Unsinn, Kind.

Warum suchst du dir nicht einen netten Freund in deinem Alter?

Ich will keinen netten Freund in meinem Alter. Ich liebe reife Männer.

Du, dein Onkel ist gar nicht besonders reif. Das sind Künstler nie.

Das sagst du. Da sieht man mal wieder, dass du ihn überhaupt nicht verstehst.

Ach Jenny, ich kenne jeden Winkel und jede Regung seiner Seele.

Und außerdem liebe ich ihn und er liebt mich.

Und ich schlage vor, dass wir es dabei belassen.

Ich nehme an, du möchtest, dass wir abreisen.

Aber nein. Ich möchte nur, dass du aufhörst, dich so albern zu benehmen.

Aber ich kann doch nicht auf Kommando aufhören, jemanden zu lieben.

Doch, man kann. Leichter jedenfalls, als die meisten glauben.

Jocelyn! Würdest du mir ausnahmsweise eine klare Antwort auf eine klare Frage geben?

Ja, natürlich. - Hast du Jenny jemals geküsst, es sei denn als Onkel?

Nein.

Na ja, das heißt eigentlich doch.

Gestern Abend vor ihrer Zimmertür beim Gute-Nacht-Sagen. Sie tat mir so leid.

Herrgott noch mal!

Weißt du, was du damit angerichtet hast?

Es war doch nur ein Kuss. Ich weiß nicht, was daran so schlimm sein soll.

Das weißt du nicht? - Na ja, was ist denn heutzutage schon ein Kuss?

Das, was es immer gewesen ist, Liebling. Ein Verrat.

(Gaylord) Brumm, brumm...

Verdammt noch mal, was fällt dir denn ein?

Leg sofort die Zigarre hin, sonst wird dir schlecht! - Wird dir auch immer schlecht?

Natürlich nicht, ich bin das verdammte Kraut gewöhnt.

Nicht doch, du hast das ja ganz nass gemacht und verknautscht.

Eine Zigarre ist keine Friedenspfeife, die man im Kreis herumgehen lässt.

Darf ich die behalten? - Meinetwegen.

Aber wenn ich dir einen Rat geben darf:

Geh damit an einen stillen Ort, wo du ganz für dich alleine bist.

Wenn du die nämlich zu Ende geraucht hast,

wirst du auf menschliche Gesellschaft keinen Wert legen.

Ja, Großvater. Danke, Großvater.

Ist Gaylord nicht hier? - Verdammt noch mal, das siehst du doch!

Warum brüllst du denn so?

Steht was von Mördern in der Zeitung? - Nein.

Da war doch mal ein Mann, der hatte ein langes Messer.

Hör auf, das ist ja widerlich.

Meinst du, du kannst mich nicht leiden? - Ja.

Aber du kannst nichts dafür, dass du einem auf die Nerven gehst.

Gaylord mag mich auch nicht so besonders.

Eine ganze Menge Leute mögen mich nicht besonders.

Meinst du, das wird sich mal ändern, wenn ich groß bin?

Bezweifle ich stark. - Ich auch.

Gaylord, bist du drin?

Oh!

Tante May!

Tante May! Tante May! Gaylord ist auf dem Hof im Klo und raucht eine Zigarre.

Ist das wahr? - Ich hab es doch selbst gesehen.

Komm.

Gaylord, komm sofort heraus!

Tatsächlich!

Da, sieh dir deinen Sohn an!

Schatz, ich bin gerade... Also gut, warum soll ich ihn mir ansehen?

Er hat eine Zigarre geraucht auf dem Klo. - Dein Vater hat sie ihm geschenkt.

Das hat er mit mir auch gemacht. Es dauerte Jahre, bis ich mich wieder getraut habe,

so ein Ding in den Mund zu nehmen. - Aber da gibt es doch andere Methoden.

Der Junge kann ja eine Nikotin-Vergiftung bekommen. - Petze!

Was ist denn nun schon wieder los? - Petze! Petze! Petze!

Hör auf! Oder ich will die Zauberstangen wieder haben, die Willy mir geschenkt hat.

Zauberstangen? Von Willy?

Ich glaube, ich muss mich übergeben. - Moment mal, das hat noch Zeit.

Erst mal wollen wir wissen, was das für Zauberstangen sind.

Na, so lange Stangen. Zwei Stück. Damit kann man zaubern, hat er gesagt.

Los, hol die Dinger mal her. - Hab ich gar nicht mehr. Hat jemand anders.

Also, Gaylord, Schluss mit dem Theater. Wem hast du sie gegeben?

Hat David mir weggenommen.

Da gibt es gar keinen Zweifel, das ist Dynamit. Hast du das gewusst?

Natürlich, Herr Pentecost. Deshalb habe ich sie Gaylord ja weggenommen.

Vater, könntest du dich einen Moment von deiner Zigarre trennen

oder willst du, dass wir in die Luft fliegen? - Verdammt noch mal, das wäre so ein Spaß.

Wie kann ein Mensch nur so dumm sein? Du hast doch gewusst,

dass im Steinbruch Dynamit gestohlen worden ist. - Ja, das hab ich.

Peter, wir haben auf Dynamit geschlafen. - Daran bin ich gewöhnt.

Wer mit dir verheiratet ist, hat immer Dynamit im Bett.

Könnt ihr mal aufhören zu quasseln?

Ja, du musst wohl die Polizei verständigen, dass Willy das Zeug gestohlen hat.

Ja, ja, ich fahre gleich hin. - Pass bloß auf, Onkel Jocelyn.

Muss Willy nun ins Gefängnis? - Wahrscheinlich. Er ist ja ein Dieb.

So, nun habe ich genug von Unterhaltung. Lasst mich mal alleine.

Verdammt noch mal, wo ist denn meine Zigarre?

Jetzt sieh mich mal an, Mädchen. Heulst du etwa?

Entschuldige bitte, am liebsten würde ich meine Kinder nehmen und... - Abhauen.

Du kannst das natürlich nicht verstehen. Aber... - Na, na. Komm, setz dich zu mir.

Ich kann nicht mehr. - Doch, du kannst. Wie ich dich kenne, stehst du es durch.

Du weißt ja gar nicht, was los ist. Seitdem die Kinder hier sind,

bin ich dauernd in Verteidigungsstellung.

Dieser Junge ist mir einfach unheimlich und Emma...

...ist nur mit Humor zu ertragen. - Den hab ich aber nicht mehr.

Weißt du, was Jenny mir gesagt hat? - Hm?

Sie liebt Jocelyn. Hättest du das für möglich gehalten?

Warum nicht? Sie ist jung und hat das Recht, dumm zu sein.

Die Hauptsache ist, dass Jocelyn dich liebt. - Ja, tut er das denn noch?

Aber May! Er ist ein Dichter.

Vielleicht sieht er in der kleinen Puppe schon den Schmetterling.

Eines Tages macht er ein Gedicht darüber und die Sache ist erledigt.

Und außerdem: Welcher Mann lässt sich nicht gerne bewundern?

Aber ich bewundere ihn doch. - Aber gezeigt hast du ihm das lange nicht mehr.

Musst du jetzt lesen? - Mhm. Das ist sehr interessant.

"Wenn gelb die Blätter fallen"? - Ja.

Manche Bücher muss man zweimal lesen, bevor man sie versteht.

Ja, mein Schatz, ich wollte morgen in die Stadt.

Ich muss mich mal wieder im Verlag sehen lassen. - Ja, tu das.

Vielleicht fährt Jenny mit.

Äh, ich dachte, du kommst mit. Du könntest vormittags Besorgungen machen,

nachmittags gehen wir ins Kino und abends können wir irgendwo nett essen.

Musst du ein schlechtes Gewissen haben!

Wäre doch ganz hübsch, wenn wir mal wieder ganz alleine wären.

Also, kommst du mit? - Unter einer Bedingung:

Dass du mich auch aus lauter Mitleid heimlich vor meinem Zimmer küsst.

Bei dir komme ich sogar mit rein.

Herr Schilling ist draußen, Herr Pentecost. - Er soll reinkommen.

Guten Tag, Herr Pentecost. Eigentlich wollte ich Ihren Sohn sprechen.

Der ist in die Stadt gefahren und kommt erst in der Nacht zurück. Setzen Sie sich doch.

Danke.

Ich kann es Ihnen ja auch sagen. Der Willy ist abgängig.

Was heißt das, abgängig? - Na ja...

Die Polizei war gestern dreimal bei Frau Foggerty, um den Jungen abzuholen.

Immer umsonst. Auch heute Nacht ist er nicht nach Hause gekommen.

Willy schläft öfters im Wald.

Aber zum Essen ist er bisher immer nach Hause gekommen, sagt die Mutter.

Äh, ich meine nur, Sie sollten die Kinder nicht so weit vom Haus weglassen,

bis wir ihn haben. Lange kann es ja nicht dauern.

Jedenfalls danke ich Ihnen für die Nachricht. Möchten Sie ein Stück Kuchen haben?

Ja, gerne.

Du, sag mal, hast du die zwei Stück schon wieder verdrückt? - Ja.

Die hat er in sein Taschentuch eingepackt. - Pfui Deibel! Das ist eine Schweinerei.

Nehmen Sie sich stattdessen eine Zigarre.

Du meine Güte! Herzchen, was machst du denn hier um diese Zeit?

Ich habe Hunger.

Na, was ist denn los mit dir, dass du jede Nacht vor Hunger aufwachst?

Ich bin eben im Wachsen, da hat man Hunger. - Du hast bestimmt einen Bandwurm.

Na komm, ich mache dir was zurecht. Aber tu das mal deiner Mutti sagen.

Ich hab schon gedacht, du lässt mich verhungern.

Ich musste doch erst warten, bis alle schlafen.

Was ist denn das? Milch?

Ich hab doch gesagt, ich will Bier haben.

David! Was willst du denn hier?

Wenn du mir was tust, sage ich es Bert. Der haut dich.

Mir hat er auch gleich eine in die Fresse gehauen,

weil ich ihm die Zauberstangen genommen habe.

Das tut mir aber leid, Willychen. Jetzt sag mir mal, wo die Stangen sind.

Wo die anderen Stangen sind. Sonst erzähle ich der Polizei, wo sie dich finden kann.

David, Willy ist unschuldig. Bestimmt.

Du, sei still. Wo hat Bert die anderen Stangen? Los, raus damit!

Weiß nicht. Er hat sie rausgenommen aus dem Versteck. Er sagt, er braucht sie.

Wozu braucht er sie? Nun pack mal aus, Willychen.

Du bist doch... Du bist doch gar nicht so dumm, wie die Leute denken.

Wozu braucht Bert die anderen Stangen? - Er will was fliegen lassen.

Er sagt, er braucht da nur ein Streichholz und ein Stückchen Schnur

und dann kann eine ganze Brücke in die Luft fliegen.

Und auch ein Auto, wenn gerade eins drüberfährt.

Und in dem Auto sitzt jemand drinnen, was?

Der Herr, der ihn in die Besserungsanstalt gebracht hat.

(Beide summen ein Lied)

"Wie süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft."

Das hat doch David mal gesagt. - Ja.

Musste ich gerade daran denken.

Ein sonderbarer Junge.

(Sie summen weiter)

Zum Beispiel, kannst du mir einen vernünftigen Grund sagen,

warum er das Dynamit behalten hat, statt uns gleich etwas davon zu sagen?

Bei einem Jungen in seinem Alter darfst du nicht nach vernünftigen Gründen fragen.

Aber Herr Pentecost! Das ist doch Fantasie.

Da hat sich Ihr Enkel eine Geschichte ausgedacht. - Das stimmt nicht!

Verdammt noch mal! Setzen Sie sich auf Ihr verdammtes Rad

und fahren Sie zu der verdammten Brücke!

Bis die Polizei hinkommt, kann es schon zu spät sein!

Hände hoch!

Bert Foggerty! Stehen bleiben!

Hände hoch!

Stehen bleiben, Idiot!

Wir müssen mal wieder Tanzstunden nehmen. Ich komme mir vor wie mein Großvater.

Ich finde, du tanzt ausgezeichnet.

Diese Mistbrücke können sie wirklich mal erneuern. - Das wirst du nicht mehr erleben.

Nanu? - Was ist denn hier los? Das ganze Haus ist ja hell.

Ist sehr merkwürdig. - Ich hab doch gewusst, dass was passiert, wenn wir wegfahren.

Soll ich dich nicht verbinden? - Ach Quatsch! Ist doch gar nichts, Emma!

Geh doch mal weg. Das ist ein Sieg, der muss gefeiert werden.

Die Polizei kann sich bei Ihnen bedanken. Bei dir auch, David.

Du bist der Held des Tages. Hätte ich dir nie zugetraut!

Nicht, Emma. Geh doch mal weg!

(Stimmengewirr)

David! Um Gottes willen, was hast du denn wieder angestellt?

Angestellt?

Angestellt? Was heißt hier "angestellt"? - Er hat mein Kind gerettet.

Weißt du, ich bin hierher gekommen, um Ruhe zu haben und nicht dieses...

Nun reg dich nicht auf, wir fahren morgen ab. - Gaylord hat Willy versteckt!

Und ich hab schon geglaubt Gaylord hat einen Bandwurm.

Mama, Willy ist unschuldig. Bestimmt. Jetzt haben sie Bert eingesperrt.

David hat alles gewusst. - Wollt ihr jetzt mal den Mund halten?

Wer soll aus eurem Geschwafel klug werden? Also, um es kurz zu machen:

Es klingt vielleicht etwas theatralisch, aber es sieht ganz so aus,

als ob ihr David euer Leben zu verdanken habt.

Mami, Bert hat beinahe David abgemurkst!

Verdammt noch mal, Bert wollte die Brücke in die Luft sprengen, während ihr darüber fährt.

Ich muss mich bei dir entschuldigen, David.

Das ist nicht nötig, Tante May. Du hast mich eben von Anfang an nicht gemocht.

Unsinn! Ich habe dich nicht verstanden.

Und als der Schuppen abgebrannt ist, musste ich glauben, dass du was damit zu tun hast.

Du warst ja ganz voll Ruß! Und deine Jacke war halb verbrannt.

In dem Schuppen war eine Katze mit Jungen. Die musste ich rausholen, als er brannte.

Er hat Jocelyn gehasst und ich habe Angst gehabt, dass er euch was tut.

Und ich habe gedacht, wir wären dir alle gleichgültig.

Wir haben beide Fehler gemacht.

Jennylein, du bist noch so jung.

Du wirst dir doch nicht einbilden, dass du einen verheirateten Mann liebst.

Ich bilde es mir nicht ein, ich liebe dich nun mal. Da kann man nichts machen.

Ach, wenn du wüsstest, wie oft du dich noch verlieben wirst.

In hunderttausend Männer.

Na ja, oder drei oder vier.

David, wenn du Lust haben solltest, in den nächsten Ferien wieder zu kommen,

ich würde mich freuen.

Ein Drops, bitte. - Ja.

Bitte. - Hier, zum Abschied.

Das sind ja saure, die mag ich nicht.

Brauchst du ja nicht zu essen. - Nächstes Jahr fahre ich nach Indien.

Vielleicht heirate ich später einen Maharadscha.

Die heiraten nur ganz schöne Frauen.

Du weißt ja nicht, was eine schöne Frau ist. - Ja, Mami ist eine schöne Frau.

Glaubst du!

Los, der Zug kommt! - Na und?

Komm, der wartet nicht! - Wetten, dass er wartet?

Danke schön.

Wo ist denn Emma? Emma, komm, beeil dich. Hopp!

Das ist eine Nummer! - Ein Glück, dass Gaylord nicht so ist.

Brumm...

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