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Hallo. Salam aleikum.
Ich wollte Sie fragen,
wann das nächste Konzert
der Jazzton Band stattfindet.
Freitag, um wie viel Uhr?
Fünf Uhr?
Gut, herzlichen Dank.
Akram, Essen ist fertig. - Okay, ich komme.
Gibt's keine Eier?
Ich habe Bohnen gekocht,
aber ich kann welche anbraten.
Muss nicht sein.
Arbeitest du am Freitag wieder?
Ja, wir haben viele Bestellungen.
Ich gehe nach dem Gebet, wieso?
Nichts, ich wollte vielleicht Fisch kaufen.
Ach, diese Arschlöcher! - Was ist denn los?
Es gibt kein Netz mehr.
Sicherlich wurde sein Tod bestätigt.
Warte hier. Ich schliesse das Tor.
Akram! Sie zünden Bakris Auto an!
Ist das die Polizei?
Nein, Bakri, mit einer Waffe.
Hat er auf sie geschossen?
Nein, nur in die Luft.
Der Präsident bestätigt den
Tod des Ersten Vizepräsidenten
und Anführers der
Volksbefreiungsbewegung SPLM,
John Garang, bei einem Hubschrauberabsturz,
als er aus Uganda zurückflog.
Die sudanesische Regierung bekräftigt
das Naivasha-Friedensabkommen,
das den 50 Jahre andauernden
Bürgerkrieg beendet hat
und dem Süden nach dem
Ende der Übergangsperiode
das Recht auf Selbstbestimmung einräumt.
Wir gehören Allah und
zu Ihm kehren wir zurück.
Neuste Meldungen: Anlässlich
der Ausschreitungen in mehreren
Stadtvierteln von Khartum sind zahlreiche
nordsudanesische Opfer zu beklagen.
Es gibt keinen Gott, ausser Allah!
Friede sei mit dir. - Guten Tag.
Es tut mir leid, Santino, die Anwohner
möchten euch draussen haben.
Weshalb? Wegen den Ausschreitungen?
Was habe ich damit zu tun? - Ich weiss.
Ich konnte sie kaum überzeugen, euch einen
oder zwei Tage länger Zeit zu lassen.
Ich habe nichts getan.
Die Nachbarn wissen, dass ich
gegen die Ausschreitungen bin.
Ich zahle meine Miete, Haj
Ahmed, das ist ungerecht.
Ich weiss, aber sie haben so
entschieden, ich muss es respektieren.
Ich habe dein Geld,
die ganze Miete. Verzeih mir.
Hier, deine drei Flaschen.
Julia?
Hallo Daniel, wie geht es dir?
Alles ok, Achole?
Mir geht es gut, Gott sei Dank.
Und dir, Santino? - Gut, und dir?
Gott segne dich. - Uns
geht es Gott sei Dank gut.
Kommt bitte herein.
Entschuldigt mich bitte, ich
muss kurz was ausliefern.
Ich beeile mich.
Kein Problem. Sei vorsichtig. - Ja.
Zum Glück seid ihr wohlauf.
In einigen Vierteln ist es sehr gefährlich.
Verzeih, Achole,
wir fallen euch zur Last,
bis sich die Lage beruhigt.
Nicht doch. Du bist mein
Bruder, fühl dich wie zu Hause.
Viel kann ich nicht bieten,
aber die Nachbarn sind nett
und werden euch nicht stören.
Ich habe euch Platz gemacht,
damit ihr es bequem habt.
Das ist ein russisches Gewehr.
Es hat fünf Kugeln.
Vier in der Kartusche, hier,
und eine im Lauf.
Drück den Kolben gegen die Schulter,
dann spannst du.
Dann so hier
und schon bist du bereit.
Du zielst und schiesst.
Spielt heute nicht die Jazzton Band?
Tut mir leid, meine Dame,
das Konzert wurde abgesagt
wegen den Ausschreitungen,
heute servieren wir nur Essen,
nächste Woche spielen sie wieder.
Na gut. Dann schau ich mir
die Karte nächste Woche an.
Danke. - Bitte.
Gut. Wir machen dieselbe Übung noch einmal.
Was ist los?
Die Strasse ist gesperrt. Sie
nehmen Aufständische fest.
Wir singen jede Note nur ein Mal,
um die Stimmbänder zu schulen
und die nötige Beweglichkeit
für die Noten zu schaffen,
nachdem wir gelernt haben,
den Atem zu kontrollieren.
Vom Zwerchfell
zum Kehlkopf und zu den Stimmbändern.
«Bin auf dem Heimweg.
Brauchst du noch was?»
Die Stimmbänder erzeugen den Ton.
Sei vorsichtig, lass mich mal.
Mach. - Okay.
Es ist noch staubig.
Wo ist Achole? - Sie ging Holzkohle besorgen.
Schau mal, Danny, jetzt ist es sauber.
Du kannst den Eimer draussen ausleeren.
Santino, ich bin nicht in Stimmung.
Khamis schläft und
Danny kommt in 2 Minuten.
Zwei Minuten sind lang.
Ich giesse deine Bäume in 10 Sekunden.
Wir werden beobachtet.
Wie lange bleiben wir hier?
2, 3 Wochen. Bis wir etwas finden.
Noch 2 Wochen?
Ohne Wasser, Strom und Gas!
Du gehst überhaupt nicht mehr ins Studio.
Warum so ungeduldig?
Die Araber greifen die
Südsudaner überall an.
Eben hatte ich noch gute
Laune. Verderbe sie nicht.
Eigentlich sollte doch
eine neue Ära anbrechen,
wir brauchen Entwicklung und...
Bei der nächsten Übung geht es
um eine verbesserte Atemkontrolle.
Lasst uns tief einatmen...
...nun versuchen wir es noch mal.
Danny! Bist du ok?
Danny?
Sind Sie blind?
Mein Mann wird einen Krankenwagen rufen.
Öffnen Sie die Tür.
Warum verriegeln Sie sie?
Verdammt!
Danny, geht es?
Was ist passiert? - Nimm ihn.
Halt! Halt!
Halten Sie an! - Ein
Südsudanese verfolgt mich!
Stopp! - Wo bist du?
Ich weiss nicht. - Halten Sie an!
Ich weiss es nicht, Akram! - Fährst du?
Ja. - Halt!
Ja. - Komm schnell nach Hause!
Ja, ich komme!
Akram, warte! - Geh rein.
Akram, hör mal! - Geh rein!
Halt, nicht weiter!
Sie bedrohen mich mit einer
Waffe? - Ich sagte «Halt»!
Wie heissen Sie? - Akram
Mohamed Omar Al Makk.
Wie alt sind Sie? - 39 Jahre.
Adresse? - 13, Block 115, West-Khartum.
Wer hat angerufen?
Das war ich, Herr Polizist.
Bakri Kamil, vom Nachbarschaftskommitee.
Erfreut. - Ebenso.
Sie müssen mitkommen. - Einverstanden.
Akram, deine Schlüssel.
Die Sachen des Opfers?
Nichts.
Ich habe das Motorrad genommen,
als Entschädigung für mein Auto.
Geh mit ihnen mit. Keine Sorge.
Guten Abend, Sir.
Es gibt ein Problem.
Mein Nachbar hat einen
Südsudanesen getötet,
der seine Frau verfolgte.
Wir fahren jetzt aufs Revier.
Danke, Sir.
Gott segne Sie.
Guten Abend, Officer.
Ich möchte meinen Mann als vermisst melden.
Sein Name?
Santino Mabior.
Wo wohnen Sie? - Gleich um die Ecke.
Er wird sicherlich irgendwo
betrunken rumhängen.
Er trinkt nicht.
Setzen Sie sich. Ich schaue mal nach.
Was will die Südlerin?
Ihr Mann ist verschwunden.
Bedecken Sie sich. Das
ist eine Polizeistation.
Wie heisst der Leutnant nochmal?
Kamal El Din? - Kamal, ja. Ein netter Typ.
Wir sollen uns bei ihm
melden, wenn sie uns belästigen.
Das Problem wurde schnell gelöst.
Wenn wir gewartet hätten,
wäre es schwierig geworden.
Aber zum Glück hat er schnell gehandelt.
Gott sei Dank geht es deiner Frau gut.
Wir leben gefährlich, seid also vorsichtig.
Ich gehe jetzt. Ruht euch aus.
Bleib noch, Bakri. - Danke, mein Bruder.
Danke. - Gern geschehen.
Auf Wiedersehen. - Danke nochmal.
Geht es?
Was ist? Hat der Mann dir weh getan?
Hast du Angst?
Bist du besorgt?
Hör zu, das war reine Notwehr, mehr nicht.
Nimm das. Zerbreche dir nicht den Kopf.
Warum hast du nicht in die Luft geschossen?
Mona, der Typ war verrückt.
Er war halbnackt. Gott weiss,
was hätte passieren können.
Oder auf seine Beine?
Ich hatte keine Zeit nachzudenken,
ich handelte instinktiv.
Ich habe «Halt» gerufen, er
kam näher, also schoss ich.
Hast du sein Gesicht gesehen?
Er wollte dich töten. Das
ist die einzige Erklärung.
Hätte er es doch nur getan. - Mona.
Kanntest du ihn?
Weisst du, was er von dir wollte?
Woher sollte ich einen Südler kennen?
Warum machst du mir
ein schlechtes Gewissen?
Um Himmels willen, ein Mann ist gestorben.
Bist du nicht erschüttert?
Darum geht es doch nicht!
Ich habe mein Zuhause
beschützt und würde es wieder tun!
Warum warst du eigentlich unterwegs?
Du hattest mir nichts gesagt.
Ich hatte einen Arzttermin.
Musste das jetzt sein?
Draussen herrscht Chaos.
Konnte das nicht warten?
Verzeih, Akram. Ich wollte
dir keinen Vorwurf machen.
Mach dir keine Sorgen.
Du kommst darüber hinweg.
Nimm die Tabletten,
damit du schlafen kannst.
Morgen ist ein neuer Tag.
Es sind 8 Fotos 4x6
und das Gruppenfoto 5x8. Bitte sehr.
Danke. - Gern geschehen.
Julia, wie geht es dir?
Schön, dich zu sehen.
Wo ist Santino, warum
ist er nicht gekommen?
Ich wollte nach ihm fragen, Herr Mirghani.
Ist er nicht gekommen?
Schon mehrere Tage nicht.
He, Junge! War Santino
hier, als ich weg war?
Nicht, seit Garang tot ist.
Okay, ich suche weiter.
Trotzdem vielen Dank.
Viel Glück, meine Liebe. Gott sei mit dir.
Hast du Papa gefunden?
Khamis, hast du Santino gefunden?
Leider nicht.
Weder im Krankenhaus, noch im Gefängnis.
Ich habe die Familie angerufen.
Niemand hat ihn gesehen.
Wir können hier noch schauen
morgen und Daniel bei Mariam lassen.
Oh, barmherziger Gott,
wir legen diese Seelen in Deine Hände.
Wir vertrauen darauf, dass die
Toten in Christus auferstehen werden.
Wir preisen Dich, oh Herr, dass
Du uns Deinen Sohn gesandt
und die Himmelspforte
für uns geöffnet hast.
So können wir eingehen in Dein Reich,
in dem Du herrschst
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
Brüder und Schwestern in Christus,
Prophet Jesaia sprach:
«Früher, bevor Christus zu uns kam,
sprach Gott zu uns,
er würde für immer den Tod besiegen.
Er wird unsere Tränen trocknen.»
Habe Geduld, Schwester.
Das dürfen Sie nicht. - Lassen Sie mich.
Führt sie fort.
Lass mich, Khamis, ich muss ihn finden.
Bringt sie weg von hier.
Lass mich ihn suchen.
Wie fühlst du dich? Besser?
Viel besser. Was ist das?
Singvögel.
Sie leisten dir Gesellschaft
und heitern dich auf.
Gib ihnen zweimal am Tag Futter.
Salam aleikum. - Guten Tag.
Frau Mona? - Ja.
Officer Kamal erwartet Sie.
Guten Tag. Möchten Sie Wasser?
Nein danke. Ich habe nur eine
Frage. Es dauert nicht lange.
Überprüfen Sie diese Akten.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Am Telefon haben sie einen
Vorfall vom letzten Monat erwähnt.
Um ehrlich zu sein, weiss
Akram nichts von meinem Besuch.
Ich möchte die Familie
des Opfers kontaktieren.
Weswegen?
Um den Blutpreis zu
zahlen oder ihnen zu helfen.
Er war vielleicht ihr Ernährer.
Ich brauche Ihre Hilfe.
Leider wissen wir nichts über ihn.
Er ist ein Unbekannter.
Niemand hat nach ihm gefragt.
Ich kann nichts tun.
Geben Sie mir bitte
Bescheid, falls jemand fragt?
Sehen Sie, ich weiss Ihre
noble Geste zu schätzen,
aber dieser Fall läuft unter Artikel 51:
Unbekannter von Unbekannten erschossen.
Wenn seine Familie Wind bekommt, kann
Art. 130 zum Zug kommen, Mord 1. Grades.
Verstehen Sie das?
Ja, ich verstehe. Danke.
Warten Sie.
Ich kann Ihnen vielleicht
helfen. - Wirklich?
Ich habe eine Kopie des Berichts
und seine Brieftasche, die als
Beweis unterschlagen wurde.
Das kann weiterhelfen, um
seinen Namen zu erfahren
und seine Familie zu finden.
Dann tappen Sie nicht im Dunkeln.
Wir treffen uns hinter der Wache.
Ich gebe Ihnen meine Nummer.
«Offizielle Todesursache:
Bei Unruhen zu Tode getrampelt.»
«Führerschein.»
Mona, die Arbeiter sind da.
Kommen Sie herein.
Friede sei mit Ihnen. - Friede und Gnade.
Schneid 20 cm vom Rahmen weg. - Mache ich.
Ruf den Maler für die Decke
an. Sie ist wieder undicht.
Du solltest besser Alkohol brauen,
als Wayka-Pulver zu stampfen.
He, Sie da!
Was glotzen Sie die ganze Zeit?
Sie sollten sich schämen!
Komm, wir gehen. Bring die Kamera rein.
Beeil dich, Danny.
Julia, das ist Mariams Platz.
Drüben ist es zu heiss. Bist du
vom Ordnungsamt, oder was?
Kümmere dich um deinen Kram.
Ich werde ihr sagen, dass du
ihr den Platz weggenommen hast!
Wenn du sie so magst, kann
sie auf deinem Schoss sitzen.
Guten Morgen.
Was möchten Sie, Schwester?
Wie viel kostet das Wayka?
5 der grosse, 3 der kleine
Beutel. Wie viel wollen Sie?
Viel, wenn es gut ist.
Frisch von heute Morgen. Probieren
Sie, und Sie kommen wieder.
Wie heissen Sie? - Julia.
Ist das Ihr Sohn? - Ja, mein Sohn Daniel.
Gott segne ihn. Ich heisse Mona.
Ich nehme bitte 10 grosse Beutel.
Gerne. Planen Sie ein Fest?
Nein, ich friere sie ein.
Sind Sie häufig hier?
Täglich, immer am selben Platz.
10 grosse Beutel und einer
dazu, damit Sie wiederkommen.
Vielen Dank.
Mögen Sie noch etwas?
Ich suche eine Hausangestellte.
Wie geht es dir, Daniel?
Sag guten Tag.
Iss etwas, solange
deine Mutter noch arbeitet.
Vielen Dank.
Woher kommst du, Julia? - Aus Khartum.
Ich meine, woher stammt deine Familie?
Aus einem kleinen Dorf namens Kodok.
Kennen Sie es?
Nein. - In der Nähe von Malakal.
Malakal kenne ich.
Ich kam als Kind nach Khartum.
Ich erinnere mich nicht mehr daran.
Fährst du nie hin?
Wenn ich Geld hätte, ginge ich
nach Ägypten, nicht nach Kodok.
Dort kenne ich niemanden mehr.
Alle sind im Krieg gestorben oder geflohen.
Warum nach Ägypten?
Ich will, dass Danny
ohne Krieg aufwächst
und die Pyramiden sieht.
Der Krieg ist vorbei.
Hier läuft der Krieg immer
weiter. Morgen geht es wieder los.
Ich bin aus Khartum. Den
Süden kenne ich kaum.
Verkaufst du schon immer Wayka?
Schon meine Mutter machte es.
Nach meiner Hochzeit hörte ich damit auf.
Mein Mann kümmerte sich um uns.
Aber kürzlich hat sich alles verändert.
Ruf mich, wenn du fertig bist. - Mache ich.
Danke. - Gern geschehen.
Das ist zu viel, Mona - Nimm es.
Komm jederzeit zurück,
wenn du Arbeit brauchst.
Sagen Sie Bescheid, wenn
Sie eine Hilfe benötigen.
Putzen, waschen, ich kann alles machen.
Ich habe eine Putzfrau, aber
sie kommt nur unregelmässig.
Du könntest sie ersetzen.
Sehr gerne. Schluss mit Wayka.
Ich kann früh kommen.
Lieber nach 9, wenn
Akram fort ist. - Alles klar.
Bist du müde?
Reisst die Zelte ein. Alles wegreissen.
Nehmt alle Beweise mit.
Alles einreissen und auf Haufen stapeln.
Alles muss weg.
Runter damit, los!
Los.
Beweg dich!
Hier hoch.
Was ist hier los, Achole?
Der Drecksack von
Nachbar hat uns angezeigt.
Verflucht sei er!
Ruhe. Verschwinde, oder
wir nehmen dich auch mit.
Herr Polizist, ich sitze ja schon.
Julia, geh zu meinem Bruder
Majok in Omdurman, bleib bei ihm.
Ich muss für ein, zwei
Monate ins Gefängnis,
danach suchen wir etwas Neues.
Raus hier! Wir fackeln alles ab.
Was machst du hier? Ich
hatte doch nach 9 Uhr gesagt.
Tut mir leid, ich habe
zu Hause ein Problem.
Der Rest meiner Familie wohnt zu weit weg.
Ich warte hier bis 9 Uhr.
Nicht doch! Was ist denn bei dir passiert?
Polizisten brannten alles ab.
Warum denn?
Eine Verwandte verkauft Alkohol.
Wenn du wegziehst, kannst
du morgen nicht kommen, oder?
Ich hole eine neue Glühbirne.
Wenn du putzt, kannst du hier bleiben.
Dahinten steht ein Besen.
Danke, Mona, Gott segne Sie.
Friede und Allahs
Barmherzigkeit seien mit dir.
Guten Morgen. - Guten Morgen.
Wer war das? - Die neue Putzfrau.
Soll sie hier wohnen?
Eigentlich wolltest du doch
keine Angestellte hier, oder?
Sie wohnt zu weit weg.
Sie schafft den Weg nicht.
Nimmst du Frühstück mit?
Danke. Nur Marmelade.
Aus dem Westen oder dem Süden?
Das weiss ich nicht genau.
Wie heisst sie denn? - Julia.
Dann ist sie aus dem Süden.
Sie hat einen Sohn?
Eine Nachbarin hat sie mir empfohlen.
Ich mag, dass sie Mutter ist.
Ledige kommen schwanger
aus dem Wochenende zurück.
Glaubst du, sie ist anders?
Die aus dem Süden sind wie Wilde,
streunende Hunde.
Sie haben keine Scham.
Wenn ihr Mann stirbt,
zieht sie zum Stiefsohn.
Können wir sie eine Woche ausprobieren?
Ich habe ihr schon zugesagt.
Okay. Aber sie darf nicht kochen.
Das sagte ich ihr schon.
Wo ist das Bild?
Ich habe es weggenommen.
Ich hänge ein anderes hin.
Bakri meinte letzthin, es wäre verflucht.
Verflucht?
Wo es auch hing, entweder brannten die
Häuser ab oder es gab andere Katastrophen.
Na ja. Bis später. Tschüss.
Geh, öffne das Tor.
Liebe Zuschauer,
dies war unsere Berichterstattung der Woche
rund um die Festlichkeiten in Khartum,
der arabischen Kulturhauptstadt 2005.
Wenn wir fertig sind,
lasse ich das Essen hier,
für dich und den Jungen.
Das rot markierte Geschirr ist für euch.
Ich zeige dir alles.
Es ist nicht viel zu tun.
Wir leben auf dieser Etage.
Unten ist Akrams Werkstatt.
Es ist Morgen, meine Liebe
Die stürmische Nachtigall
kam zu dir, oh Liebste
Es ist Morgen, meine Liebe
Die stürmische Nachtigall
kam zu dir, oh Liebste
Sie wollte dir erzählen,
sie wollte dir klagen,
wie sie sich nach dir sehnt, meine Liebe.
Mona, Sie haben das Wayka
nicht in die Eistruhe getan.
Das habe ich vergessen. Mach du es.
Eine Hand auf ihre Schulter.
Lächeln.
Danke. Hier entlang, bitte.
Herr Mirghani, wie geht es Ihnen?
Guten Tag, Julia. Es geht.
Und dir? Hältst du durch? - Gott sei Dank.
Es schmerzt, nicht zu wissen, wo er ist.
Ich dachte, er ruft Sie vielleicht an,
wenn er irgendwo hingegangen ist.
Hier die Nummer, wo ich jetzt arbeite.
Geben Sie sie ihm bitte,
falls er anruft. - Sicher.
Hier, das ist sein letzter Lohn.
Nimm das, und wenn du
mehr brauchst, komm zu mir.
Ich bin wie dein Vater.
Danke, Herr Mirghani. - Gern geschehen.
Die Tests zeigen eindeutig,
dass Ihre Unfruchtbarkeit nicht
von einem polyzystisches
Ovarialsyndrom herrührt.
Es handelt sich um eine
vorzeitige Ovarialinsuffizienz.
Dagegen gibt es leider keine Behandlung.
Wir können es mit Spermainjektionen
oder Hormonbehandlungen versuchen,
aber die Chancen sind gering.
Julia?
Ist was?
Ist das ein Ausweis oder ein Führerschein?
Von wem ist er? Hier, nimm ihn.
Du bist zurück?
Was hat der Arzt gesagt?
Der Arzt?
Wie immer, ein
polyzystisches Ovarialsyndrom.
Möchte er operieren?
Das ist nicht nötig. Die
Behandlung wirkt schon.
Wir machen weiter. Es gibt Hoffnung.
So Gott will.
Du durchsuchst nicht meinen
Schrank! Wo ist die Brieftasche?
Ich besitze es, weil ich
nach deinem Vater forsche.
Möchtest du ihn wiedersehen?
Wenn du es deiner Mutter erzählst,
werfe ich euch raus und
du hast kein Zuhause mehr.
Niemand sucht dann nach ihm, verstanden?
Was hast du mit seinem Gesicht gemacht?
Sei nicht böse auf ihn. Er liebt dich sehr.
Mona.
Können Sie mir Geld leihen?
Für den Schulstart braucht Danny
eine Tasche und eine Uniform.
Er geht zur Schule? - Er
kommt in die erste Klasse.
Welche Schule?
Ich finde eine öffentliche
Schule in der Nähe.
Wie soll er dahingehen?
Ich begleite ihn, solange
er Angst vor Autos hat.
Es gibt eine Privatschule
am Ende der Strasse.
Dahin kann er alleine gehen.
Keine Sorge, ich kümmere
mich um die Kosten.
Möge Gott uns helfen, unsere
Schuld bei Ihnen zu begleichen.
Nicht doch. Das mache ich gerne.
Steh nicht so rum. Hilf mir mal.
Du redest nicht viel, oder?
Funktioniert deine Kamera?
Ich habe eine, die geht. Willst du die?
Hier.
Halt mal das Holz fest.
Wem gehört die Kamera? - Meinem Vater.
Deinem Vater? - Ja.
Wo ist er jetzt?
Schau mal, was ich habe!
Du Glückspilz. Fotografier
mich und zeig mir das Bild.
He du, warte.
Wo ist dein Mann? Der Kleine
sagt, er sei verschwunden.
Vor zwei Monaten war er auf einmal weg.
Hast du in Krankenhäusern
und Gefängnissen nachgefragt?
Ich habe überall gesucht,
ohne ihn zu finden.
Wie heisst er denn? - Santino Mabior.
Gut.
Ich kenne einen Polizeileutnant,
der vielleicht weiterhelfen kann.
Mein Telefon geht nicht. Kann ich
meine Mutter mit deinem anrufen?
Ja, klar.
Hallo, Mama. - Ja, Hallo.
Wie geht es dir?
Warum rufst du mit Akrams Telefon an?
Meins funktioniert nicht.
Ach so. Wie geht es dir?
Ich brauche dein Rezept
für den Ni'aimiya-Eintopf.
Das ist einfach. Schreib auf.
Ich mache den Lautsprecher an.
Bereit? - Ja, ich höre.
Zuerst schneidest du die Zwiebel, dann...
Hallo? - Hallo.
Ja? - Guten Tag, Herr Leutnant.
Hallo, wer spricht da?
Akrams Frau, erinnern Sie sich an mich?
Ich erinnere mich nicht an den Namen.
Ich war wegen dem Mann
aus dem Süden bei Ihnen.
Ja, Frau Mona. - Genau, Mona.
Warum bist du rausgegangen?
Ich wollte sie grüssen.
Ich habe sie um ein Rezept
gebeten und grad geprüft,
ob ich alle Zutaten habe.
«Ausgehende Anrufe»
«Anrufdauer»
Wenn die Schuld nicht wäre, meine Liebe
Wenn die Schuld nicht wäre...
Lass, Julia.
Ich habe dort einige in
Nelkenwasser eingelegt.
In Ordnung.
Ich spreizte meine Flügel wie eine Taube
und flöge hoch ins Weltall.
Gib mir die Guten.
Ich liesse diese leere Welt hinter mir
Genügend Zeit
Genügend Zeit ist vergangen
bedrückt von Schuld
Macht ihr im Süden auch Rauchbäder?
Nein, aber wir wissen, was das ist.
Sie haben eine schöne Stimme.
Singen Sie auch Sayed Khalifa?
Hört ihr auch unsere
Musik? - Was? Natürlich.
Also die aus dem Norden.
Sind Sie Sängerin? Ich habe
Ihr Foto im Schrank gesehen.
Früher, aber ich habe aufgehört.
Warum?
Akram hat mir ein Ultimatum gesetzt.
Leere Worte. Wer würde denn
eine so schöne Frau verlassen?
Oh doch, es führte sogar zur Scheidung. Er
nahm mich erst zurück, als ich aufhörte.
Die meisten Männer
sind kaltherzige Egoisten.
Ich wollte nicht sagen,
dass Akram egoistisch ist.
Er scheint ein netter
Mann zu sein, der Sie liebt.
Er ist es, aber ich glaube schon
lange nicht mehr an die Liebe.
Ein guter Mann reicht aus.
Das stimmt, und den sollte man behalten.
Oft merkt man erst, was man
hatte, wenn er nicht mehr da ist.
Gib mir die Decke.
Ich denke immer an ihn.
Was ist bloss mit ihm passiert?
Wenn er noch lebt,
warum meldet er sich nicht?
Abwesende haben ihre Gründe.
Manchmal denke ich, er hat uns verlassen.
Es gibt Männer, die fliehen.
Warum sollte er?
Er wollte nach Europa.
Er meinte, ich könne dort die
Schule beenden und zur Uni gehen.
Etwas aus mir machen.
Aber ich wollte das nicht.
Wenn man nicht schwimmen kann,
dann sollte man nicht auf ein Boot.
Hätte ich doch Ja gesagt.
Dann wären wir nicht in dieser Lage.
Daniel beginnt bald mit der Schule.
Also kannst du die Schule auch
hier beenden und studieren gehen.
Daniel kann bei mir bleiben.
Welche Schule nimmt mich
noch? Ich bin jetzt zu alt.
Keine Sorge, ich kenne den richtigen Ort.
Geht es Ihnen gut, meine Dame? - Ja, danke.
Was sagte Akram?
Er fragte nach einem
Vermissten aus dem Süden.
Er nannte den Namen. Ich
versprach nachzuschauen.
Und was sagen Sie ihm,
wenn er wieder anruft?
Dass ich nirgends eine Spur finden konnte.
Am besten gehen Sie gar nicht mehr ran.
Gute Arbeit. - Gern
geschehen, verehrte Lady.
Ich kann mich auch als
Leutnant Kamal ausgeben
oder sogar als Akram, wenn Sie es wünschen.
Was soll das! Sie sollten sich schämen!
Sie werden mich nicht erpressen.
Wenn Sie sich nicht
benehmen, schreie ich um Hilfe!
Akram wird mich hassen, aber
Sie wird er töten, verstanden?
Wollen Sie mein Geld?
Es tut mir leid, verzeihen Sie.
Wollen Sie Geld, oder nicht?
Und keine Entschuldigung.
Es ist ein Missverständnis.
Verschwinden Sie mit Ihrem
Motorrad. Schämen Sie sich!
Glaubst du, dass es klappt?
Vielleicht, so Gott will.
Gott ist grosszügig.
Wenn du magst, kannst du
häufiger ein Rauchbad nehmen.
Nicht nur beim Eisprung.
Die Frau aus dem Süden bleibt also?
Ja, sie leistet mir
Gesellschaft und arbeitet gut.
Du hast ihr Kind an der
Privatschule eingeschrieben?
Ja.
Wirklich, Mona?
Was denn? Ich bezahle sie mit meinem Erbe.
Die Kosten sind mir egal.
Das ist keine Schule für ihn. Er
ginge besser auf eine öffentliche.
Warum?
Er wird sich nicht
integrieren und nur leiden.
Wie lange willst du für ihn zahlen?
Zahlst du weiter, wenn sie einmal geht?
Vielleicht.
Die öffentliche Schule ist zu weit
weg und er kann noch nicht Bus fahren.
Er könnte laufen.
Du gehst zu weit mit den beiden.
Zu weit?
Freunde dich lieber mit einer Nachbarin
an, mit der du ausgehen kannst.
Nicht mit einer
Bediensteten, einer Sklavin.
Nenn sie nicht so, Akram.
Aber das ist sie.
Bis vor kurzem besass mein
Grossvater Sklaven und Diener.
Möge Gott dir verzeihen. Der
Prophet sagt, wir sind alle gleich.
Er sprach von den
Freien, nicht von Sklaven.
Sonst stünde im islamischen
Recht nichts von Sklaverei.
Mit Leuten wie dir kommen wir nicht voran.
Gestern wusstest du nicht, wer Garang ist,
und heute spielst du die Aktivistin?
Früher sprachst du von
Sklaven. Jetzt nicht mehr?
Ich verwende das Wort nicht mehr und
hatte es nie jemandem ins Gesicht gesagt
oder Menschen anders behandelt,
weil sie aus dem Süden stammen.
Wie viele kennst du denn?
Es gibt Millionen von
Südsudanern in Khartum,
wen kennst du noch ausser sie?
Darum geht es doch nicht.
Du bist Teil der Gesellschaft,
der du Rassismus vorwirfst.
Du bist auch so, nur siehst du es nicht.
Du versklavst sie auch.
Ich? - Ja.
Du schläfst mit Klimaanlage,
während sie im Schuppen schwitzen.
Du hast es gemütlich, während
sie dich für ein paar Cent bedient.
Was für eine Freundschaft ist das?
Es ist keine Sklaverei, es
geht nicht um ihre Herkunft.
Es ist nur eine Arbeit. - Arbeit, die wir Araber nicht machen.
Es geht um Ehre, unsere
Töchter würden das nicht machen.
Du weisst, ich habe recht.
Du trinkst nicht aus dem
Becher, den du markiert hast.
Also bitte...
Frag nach Pfarrer Peter, er erwartet dich.
Die Schule ist hinter der Kirche.
KHARTUM - DEZEMBER 2010
Warum bricht Achole jetzt schon
auf? Sie könnte doch zuerst hier wählen.
Die Leute dort feiern schon.
Sie kann etwas Geld
verdienen. - Mehr als hier?
Dort gibt es echten Alkohol
zu kaufen, nicht ihren Fusel.
Ihr seid wohl glücklich damit. Unsere
Männer mögen das industrielle Zeug nicht.
Besorg uns doch eine
Flasche, bevor sie weggeht.
Ich würde gerne wenigstens
einmal Arak probieren.
Willst du die Scheidung? Ich
möchte nicht gefeuert werden.
Ach, gehen wir jetzt mal
in diese Bar oder nicht?
Hallo, Danny.
Was ist los mit dir?
Sagst du es mir? - Ich will
nicht mehr in die Schule.
Ich will mit Onkel Akram
in der Werkstatt arbeiten.
Julia, nimm deine Tasche. Ich
fahre dich hin und bringe ihn zurück.
Ist das ein Schachspiel? - Ja.
Hast du die gemacht? - Ich
habe die Bauern gemacht.
Weisst du, wie man spielt?
Onkel Akram bringt es mir bei.
Erzählst du mir, was in
der Schule passiert ist?
Die Jungen ärgern mich.
Was haben sie gesagt?
Es war früh morgens und
ich schlief in meiner Hütte.
Da weckte mich meine
Schwester Alek und rief:
«Majier, die arabischen
Soldaten sind hier».
Ich hörte die Kalaschnikows.
Meine ganze Familie wurde
getötet. Alek und ich flohen.
Wir überquerten den Fluss
und versteckten uns im Busch.
Wir waren lange auf der Flucht.
Meine Schwester wurde
schwer krank und starb.
Ich musste sie zurücklassen,
ohne sie zu beerdigen.
Ich ging weiter, bis ich ein
Lager der SPLA erreichte.
Ich trat in die Volksbefreiungsarmee ein.
Mit 12 Jahren lernte ich,
mit Waffen umzugehen.
Ich kenne den Krieg, meine Brüder,
und er muss enden,
zum Wohle unseres Volks und unserer Kinder.
Wer ist das?
Die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung.
Was wollen die hier? - Es
geht um das Referendum.
Was machst du an Weihnachten?
Ich fahre nach Juba.
Du auch? - Du solltest auch kommen.
Die beiden Schwestern da drüben,
worüber unterhaltet ihr euch?
Ich meinte nur, dass ich
nicht nach Juba gehen werde.
Ein Mädchen aus Khartum.
Wofür wirst du stimmen?
Für die Einheit. Wir sind
Geschwister und teilen dasselbe Land.
Dann hör gut zu.
Sie sind unsere Brüder,
solange es ihnen nützt.
Al-Bashirs Regierung
möchte Frieden und
Einheit nur wegen des Erdöls.
Sobald sie es haben, wird alles wie früher.
Ihr seid Afrikaner. Ich bin Araber
und mein Vorfahr ist Al Abbas.
Wenn Abbas heute lebte,
er könnte es nicht glauben.
Wir wollen die Teilung. Den
Sklavenhändlern ist nicht zu trauen.
Das sagen Sie besser nicht in der Schule.
Früher, meine Brüder, nannte
unser Anführer die Araber
«Mondokoro» und «Jalaba».
Er dachte, Rassismus von unten
wäre ein Akt des Widerstands.
Wir haben jetzt Macht.
Den Rassismus überlassen wir dem Norden,
im Süden wollen wir ihn nicht.
Wenn wir dem Norden
verzeihen können und vergessen,
werden wir gesunden und uns
ein besseres Zuhause aufbauen.
SPLM, Oyee!
SPLM, hurra!
Teilung, hurra!
Teilung, Oyee!
Teilung, Oyee!
Die SPLM hat mich in die USA geschickt,
um dort zu studieren.
Hast du einen Abschluss? - Ja.
Entschuldigt mich.
Julia.
Du bist Julia, oder?
Verzeih, wenn ich dich vor deinen
Kameraden blossgestellt habe.
Nicht so schlimm.
Ich bin Majier Mulual Majok, von der SPLM.
Früher Leutnant der Befreiungsarmee.
Ich bin Julia. - Julia und weiter?
Nur Julia.
Ich kenne deinen Vornamen,
aber was weiss ich noch nicht?
Zum Beispiel?
Ob du einen Mann hast?
Okay. Bis morgen, «nur Julia».
Warum der ganze Aufstand?
Der Direktor hat gesagt,
dass sowas nicht mehr passiert.
Für sie ist er kein Sudanese.
Sie machen nichts für ihn.
In seinem Zeugnis steht,
dass er sich integriert hat.
Ich sagte doch, dass
es die falsche Schule ist.
Du willst ja nicht hören.
Er soll in die Werkstatt
kommen und Schreiner lernen.
Er hat ein Händchen für Holz.
Diplomat wird er nie.
Prima, Akram. Vielen Dank.
Dann legst du das Holz an die Schneide.
Danny, wir gehen.
Tschüss. - Tschüss.
Dein Flüstern, deine Berührung
Oh Wunderheilerin
Ich vermisse deine Augen
meine Liebe
Dein Flüstern, deine Berührung
oh Wunderheilerin.
Hör auf zu lachen, wir fallen sonst auf.
Du siehst gut aus, das
solltest du öfter tragen.
Als ich es wusch, wusste
ich nicht, dass es von dir ist.
Jetzt weisst du es, aber verrate
Akram nichts, sonst bringt er mich um.
Keine Sorge.
Kommst du häufig hierher?
Einmal im Jahr, um ihre
neuen Songs zu hören.
Vielen Dank.
Es ist eine Freude, hier zu spielen.
Wer mag auf die Bühne kommen?
Vielleicht der Herr dort?
Oder die Dame im Tschador?
Ihre Freundin zeigt auf sie.
Geh schon, Mona. Dich erkennt eh niemand.
Willkommen.
Welches Lied magst du spielen?
Oh Fremder, fern der Heimat,
du kehrst bestimmt zurück
Nach Jahren in der Fremde
kehrst du bestimmt zurück
Dann wirst du erzählen...
Was ist passiert, Mona? Die
Leute haben dir zugejubelt.
Darum geht es nicht.
Wolltest du nicht singen?
Nichts lieber als das, aber
er hätte mich wiedererkannt.
Akram, du hast mich
erschreckt. Wo gehst du hin?
Zu Bakri, um das Spiel
zu sehen. Wo wart ihr?
Auf dem Markt.
Ich habe oben meinen Schlüssel vergessen.
Nimm meinen. Ich bleibe hier.
Auf welchem Markt wart
ihr denn? - Saad Gishra.
Und ihr habt nichts gekauft?
Nein, diesmal nicht. Ich habe
mir nur Stoffe angeschaut.
Aber mir hat nichts gefallen.
Du sagtest, dass ein Mann dich
wiedererkennen würde. Wer denn?
Ein Verkäufer. Wir haben gehandelt.
Ich sagte ihm, dass ein
Schleier nebenan preiswerter war
und er nachsehen sollte.
Das hat er dann auch gemacht.
In der Zwischenzeit sind wir fortgegangen.
Gib mir dein Handy.
Julia! Komm hierher.
Wo seid ihr gewesen?
Auf dem Markt. - Auf welchem?
Saad Gishra.
Du kannst gehen.
Verzeih, ich hatte es falsch verstanden.
Wie viel? - 25.
Bitteschön. - Danke.
Ob sie zum Vorhang im Eingang passen?
Dem grünen?
Er ist rot. Kennst du
deine Vorhänge etwa nicht?
Sie gefallen mir eh nicht. Meine
Schwiegermutter kaufte sie.
Dann tausch sie aus.
Ich wäre lieber umgezogen,
weg vom Friedhof.
Das Haus gehört Akrams Familie.
Muss man alles behalten, was man erbt?
Oder nur das, was man mag?
Er sagt, es rieche nach seinem Vater.
Mit dem Friedhof in der Nähe
riecht es nach jedem toten Vater.
Ich habe übrigens jemanden
in der Schule getroffen.
Wirklich? Wer ist es? Erzähl!
Hallo, Julia, wie geht es? - Guten Tag, Pater.
Wo legen Sie die Prüfung ab? - In Khartum, Pater.
Wir eröffnen bald eine Schule in Juba.
Wir brauchen dort Hilfslehrer.
Ich fühle mich geehrt.
Aber ich möchte nicht, dass
Daniel die Schule wechseln muss.
Okay, kein Problem.
Wenn Sie Ihre Meinung ändern,
sagen Sie Bescheid, okay?
Danke, Pater.
Einen guten Tag. - Danke.
Hast du es eilig?
Nein, warum? Hast du noch etwas zu tun?
Ich möchte dir etwas zeigen.
Ich war noch nie in einer Kirche.
Sie ist sehr schön.
Ich möchte dir den Chor
zeigen, der für Weihnachten übt.
In der Moschee gibt es keine Musik.
Gehst du deshalb nie dahin?
Mona El Zahi? - Ja.
Wie geht es Ihnen? Ich bin
James und spielte mal bei Jazzton.
Sehr erfreut.
Ist sie deine Freundin,
Julia? - Ja, wir sind befreundet.
Sie müssen mit uns singen.
Ich möchte nicht stören. Ein anderes Mal.
Kein Problem. Heute
singen wir Weihnachtslieder.
Wir spielen alles Mögliche.
Chor und Instrumente sind hier.
Es wäre uns eine Ehre, wenn Sie mitmachen.
Er ist mein Nachbar und ich bin seine
Wann gehe ich zu ihm?
Er ist mein Nachbar und ich bin seine
Wann gehe ich zu ihm?
Ich wünsche ihm den Himmel
und brenne selbst in seiner Hölle
Er ist meinem Herz am nächsten
Seine dunkle Haut lässt
mir den Atem stocken
Er ist meinem Herz am nächsten
Seine dunkle Haut lässt
mir den Atem stocken
Mein Nachbar, mein Nachbar
Er ist mein Nachbar und ich bin seine
Die hier habe ich für dich aufbewahrt.
STIMME FÜR DIE TEILUNG STIMME FÜR FRIEDEN
Hast du je eine so
coole Einladung erhalten?
Mein Sohn Daniel ist 11
und schreibt besser als du.
Bring ihn her. Ich würde
ihn gerne kennenlernen.
Ich denke darüber nach.
Baby, ich bin dein
Nachbar - Aus dem Viertel
Ich schwöre, ich bin
verliebt, verliebt in dich
Baby, ich bin dein
Nachbar - Aus dem Viertel
Ich schwöre, ich bin in dich verliebt
Verliebt, verliebt, verliebt.
Das war ein Konzert der Ahfad-Universität.
Du bist so begabt, Mona.
Du warst ein echter Star.
Das war im Parlamentscafé.
Hast du Tariqs Kopf ausgeschnitten?
Der neulich im Café gesungen hat? - Ja.
Was ist passiert? Habt ihr gestritten?
Nein, er ist ein lieber Mensch.
Warum hast du seinen Kopf ausgeschnitten?
Er war der Grund für die Scheidung.
War er in dich verliebt?
Akram glaubte das.
Darum hasst er den
Gesang. Er erträgt es nicht.
Und danach? Erzähl mir, was passiert ist!
Das ist eine dumme Geschichte.
Wir haben am Telefon zusammen
ein neues Lied geschrieben.
Akram rief an und die Leitung war besetzt.
Er kam wütend nach Hause.
Er fragte, mit wem ich telefoniert
hatte. Ich sagte, mit meiner Mutter.
Ich wollte keinen Ärger.
Er durchsuchte dein Handy.
Ja, aber ich hatte Tariqs Nummer gelöscht.
Er fand nichts.
Wie hat er es erfahren? - Er
fand keinen Anruf meiner Mutter.
Wie hat er dir verziehen?
Ich versprach, nie wieder
zu singen und zu lügen.
Aber es stimmt nicht.
Doch, ich singe nicht mehr.
Und das Lügen?
Manchmal lüge ich noch, aber besser.
So werde ich nicht erwischt.
Warum lügen, wenn man
die Wahrheit sagen kann?
Ich weiss es nicht genau.
Vielen gefällt die Wahrheit nicht.
Und wenn dich jemand anlügt?
Wärst du dann nicht sauer?
Das hängt von den Gründen ab.
Der Strom ist wieder da.
Sollen wir Daloka hören?
Ja, gerne.
Danny, sing mit uns.
Ich kenne das Lied nicht.
Dann komm tanzen.
Die Stimmung ist
aufgeheizt wegen des Hasses
zwischen dem Norden und dem Süden.
Mona, wo bleibt der
Tee? - Er ist fast fertig.
Wo sind die Vögel?
Ich habe sie freigelassen.
Warum?
Sie taten mir leid in dem Käfig.
Glaubst du, sie wären
gerettet? Eher sterben sie jetzt.
Sie können alleine keine Nahrung finden.
Das ist eine dumme Gefühlsentscheidung.
Du hättest mich vorher fragen sollen.
Lass den Käfig offen.
Vielleicht kommen sie zurück.
Für mich ist der Vorschlag
der Gegenseite arrogant,
er zeugt von einer rassistischen Gesinnung.
Eigenartig,
er redet so viel über Rassismus,
aber seine Tochter dürfte nie
einen aus dem Süden heiraten.
Diese Politiker verkaufen nur Worte.
Das dient Israels
imperialistischen Bestrebungen.
Wie geht es?
Frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten.
Machst du sie für besondere Personen?
Wer sagt, dass ich das gemacht habe?
Majier. - Daniel.
Bist du in der sechsten Klasse?
Bist du in der Armee?
In der SPLM, das ist fast das Gleiche.
Ist das ein echtes?
Kann das schiessen?
Willst du schiessen?
Einverstanden.
Darf ich noch eine abschiessen?
Du darfst, aber fackle nicht alles ab.
Gib ihm noch eine.
Komm, hab keine Angst.
Wohin gehen wir?
Komm.
Du lebst beim Fluss.
Ich hätte gerne einen Sohn wie Daniel.
Nimm ihn, du tust mir einen Gefallen.
Kommt er mit seiner Mutter?
Komm, das Wasser kommt aus dem Süden.
Möchtest du Danny oder seine Mutter?
Ich möchte beide.
Ich möchte ein Kind, ein
Haus und eine Frau zum Lieben.
Hast du denn keine Frau zum Lieben?
Wenn der Krieg deine
ganze Familie auslöscht,
verhindert die Wut, dass
du eine neue gründest.
Bist du jetzt nicht mehr wütend?
Hast du dich mit den Mördern ausgesöhnt?
Ich habe ihnen verziehen,
aber mich nicht mit ihnen versöhnt.
Was ist der Unterschied?
Versöhnung geschieht mit dem anderen.
Verziehen habe ich mir selbst,
um zu leben und das zu
suchen, was ich verpasst habe.
Komm mit in den Süden. Wir bauen
uns zusammen ein neues Heim.
Ich kann nicht, Majier.
Denkst du noch an Santino?
Er ist tot.
Ich kann unsere Leute
in der Regierung anrufen,
um Infos zu erhalten.
Das geht dich nichts an.
Ich brauche dich nicht.
Denkst du, nur weil du
so gut Arabisch sprichst,
bist du eine «Jalaba», eine von ihnen?
Die «Mondokoros» werden dir nicht helfen.
Julia.
Das sind Entschuldigungsbriefe der Eltern.
Sie versprechen, dass
es nicht wieder vorkommt.
Gut für dich.
Warum bist du so kalt? Du
solltest dich für mich freuen.
Für dich?
Machst du das für dich oder für Daniel?
Das ist doch nur Tinte auf Papier.
Sie werden alle abgeschoben,
wenn sie für die Teilung stimmen.
Dann war deine ganze Arbeit umsonst.
Hallo.
Ich rechnete nicht damit, dass du
rangehst, aber wollte mein Glück versuchen.
Frohes neues Jahr, Mona.
Frohes neues Jahr, Tariq. Wie geht es dir?
Gut. Ich habe gehört, du
singst jetzt in der Kirche.
Das war nur einmal, ich
war mit einer Freundin da.
Wie hast du davon erfahren?
James hat es erzählt. War
das die Freundin vom Konzert?
Hör mal, Mona. Wir wollen die
alte Gruppe zusammenbringen.
Das Publikum will dich. Wir
sind bereit, wenn du es bist.
Ich singe nicht mehr, Tariq.
Danke für dein Angebot.
Entscheide nicht jetzt, nimm dir Zeit.
Ich denke drüber nach. Ich muss auflegen.
Wählt.
Warum spalten wir uns ab?
Um in Sicherheit und
Frieden leben zu können.
Wir spalten uns ab, damit jeder von uns
ein erfülltes Leben führen kann.
Woher haben Sie dieses
Motorrad? - Hau ab, Kleiner.
Das gehört meinem Vater.
Verschwinde von hier. Los!
Mama, Akram kommt nur heim, um
sich umzuziehen und wegzugehen.
Ja, alles ist gut.
Akram ist ein Mann, liebe Tochter...
Tante Mona, der Nachbar hat
das Motorrad von meinem Vater.
Mama, ich rufe dich zurück.
Vielleicht sehen sie sich nur hnlich. - Das Kennzeichen ist 1955.
Bleib hier, ich frage nach.
Ich bin gleich wieder da.
Alles aufladen. Das Motorrad zum Schluss.
Hallo Bakri, ziehst du um?
Nein, ich räume etwas auf.
Man weiss gar nicht
mehr, was man alles besitzt.
Da hast du recht.
Wohnt der Kleine aus dem Süden bei dir?
Das ist der Sohn unseres Hausmädchens.
Keine Sorge, er erfindet Geschichten.
Er sagt, das Motorrad gehört seinem Vater. Wer war sein Besitzer?
Er lügt. Er meint, alles
gehört seinem Vater.
Ich kenne ihn. Manchmal
arbeitet er für uns.
Dann gibt es ja kein Problem.
Danke und verzeih den Ärger. - Nicht doch.
Was hat er gesagt?
Du hattest recht, Danny, es
gehörte anscheinend deinem Vater.
Bakri sagt, einer aus dem
Süden hat es ihm verkauft.
Er wollte das Geld zum Reisen.
Das war vor 4 oder 5 Jahren.
Er lügt.
Warum sollte er?
Es tut mir leid, Danny.
Es scheint, als käme
dein Vater nicht wieder.
Ich weiss, dass du enttäuscht bist.
Aber du bist ein grosser Junge.
Wenn Julia davon erfährt,
wird es ihr das Herz brechen.
Langsam kommt sie darüber hinweg.
Möchtest du sie unglücklich machen?
Versprich mir, es bleibt unser Geheimnis.
Niemand darf davon erfahren.
Lieber Gott, unser Vater,
wir beten zu dir und bitten dich
Gib unserem Anführer Dr. John den Sieg
Unser Leader, der für
unsere Sache in Abyei kämpft
Gib unserem Chef Dr. John den Sieg
Hier ist Bor... - Wo die
Revolution ausbrach
Und das Volk von Agar...
Unterstützte die Revolution
Und Aweil... - Verkündete
den Sieg der Revolution.
- Die Twic... - Erhoben
sich für die Revolution.
Und die Rek - Schlossen
sich der Revolution an
Die Nuer - Führten uns zum Sieg
Die Ngok - Führten die Revolution fort
Notieren Sie Ihren Namen,
Ihr Alter und Geschlecht.
Dann gehen Sie hinein und
wählen für Einheit oder Trennung.
Erzählt den Frauen,
dass der Kampf weitergeht
Generation für Generation
Unsere Männer erhoben
sich und griffen zu den Waffen
Die Frauen führten uns
auf den Weg der Befreiung
Damit unser Land wieder aufersteht,
haben Sie ihre Kinder grossgezogen
So viele Anstrengungen für
unser Land, den Südsudan
Fährt dein Nachbar Motorrad?
Fährt Bakri wirklich Motorrad?
Warum sollte er? Er hat doch ein Auto.
Was ist los mit dir?
Nichts, ich bin nur müde.
Okay. Mach das Teil
fertig und ruhe dich aus.
Ein fruchtbares Land
bringt Blumen unter all den Dornen hervor.
So kann dieses geliebte gute Land...
Akram.
Hast du dich an der Hand verletzt?
Ich habe mich am Geschirr geschnitten.
Hör mal, Akram.
Ich muss dir etwas sagen.
Tariq rief mich an.
Und?
Er hat gehört, dass ich in
Julias Schule gesungen habe.
Er glaubt, ich wolle wieder anfangen.
Er sucht eine Sängerin.
Ich habe abgelehnt, das
Telefonat dauerte keine 2 Minuten.
Du hast gesungen?
Es tut mir leid.
Warum bist du rangegangen?
Ich wusste nicht, dass er es war.
Es gibt noch etwas.
Ich bin unfruchtbar.
Ich habe kein polyzystisches
Ovarialsyndrom.
Der Arzt sagte es mir vor einem Jahr.
Ich verriet dir nichts.
Aus Angst, dass du wieder heiratest.
Du bist dran.
Spiel, Alter.
Er hat das Spiel blockiert.
Daniel, was ist passiert?
Julia?
Was ist los, Mona?
Setz dich.
Ich muss dir etwas sagen.
Ich weiss nicht, ob du mir je verzeihst.
Wer bist du? Was willst du hier?
Auf die Knie!
Du dummer Sklave.
Was ist passiert, Mona? Erzähl!
Mona...
Wir haben uns nicht zufällig getroffen.
Es ist dumm, in die Luft zu
schiessen. Ziel besser auf mich.
Ich weiss, dass du gerne
Leute aus dem Süden erschiesst.
Keine Bewegung! Lass das Gewehr fallen!
Majier!
Bist du verrückt?
Was machst du hier?
Weisst du, dass du bei dem
lebst, der deinen Mann getötet hat?
Wen? Ich kenne ihren
Mann nicht. - Schnauze!
Bring ihn.
Hat dieser Mann Santino Mabior getötet?
Ja, das ist er.
Das geht dich nichts an. Du
solltest mich in Ruhe lassen!
Du willst wegen diesen
Mondokoro nicht mit mir kommen?
Obwohl sie deinen Mann getötet haben?
Ausserdem bist du ihr Hausmädchen!
Das geht dich nichts an.
Keiner bat dich um Hilfe!
Doch, Daniel.
Er wollte die Wahrheit
über seinen Vater erfahren.
Dieser Mann nennt mich
einen dummen Sklaven!
Entweder er bittet um Verzeihung
oder er landet im Gefängnis.
Majier,
um Gottes willen,
tu das nicht, das ist meine Familie.
Was?
Lass dich nur weiter erniedrigen.
Sei weiter ihr Hausmädchen.
Aber die Beleidigung akzeptiere ich nicht.
Akram, entschuldige
dich bitte. Tue es für mich.
Mach es nicht noch schlimmer.
Verzeihung, Herr Offizier.
Es war falsch von mir, verzeihen Sie.
Eine Frau, die ihren
Mann für so wenig verrät,
hat meine Liebe nicht verdient.
Nimm deinen Sohn und hau ab.
Ich möchte euch nie wiedersehen.
Komm, Danny.
Daniel.
Hier der Schlüssel. Morgen früh klopfe ich.
Es gibt einen Laden
nebenan, wenn er hungrig ist.
Es liegt Geld in der Schublade.
Ok, meine Liebe?
Gott schütze dich.
Danke, Herr Mirghani.
Danny.
Wir haben einen Mann umgebracht, Akram.
Das war das Mindeste, was ich tun konnte.
Ich war das alleine. Du solltest
nichts damit zu tun haben.
Versuche es nicht damit zu rechtfertigen,
dass du mich schützen wolltest.
Du hattest Angst vor der Scheidung.
Mach mir seinetwegen
kein schlechtes Gewissen.
Ich habe mein Heim verteidigt.
Aber es war keine Notwehr.
Du hast ihn erschossen,
weil er aus dem Süden war.
Ich habe ihn wegen deiner Lügen getötet!
Wir haben alle gelogen, Akram.
Und du belügst dich sogar selbst.
Was meinst du damit?
Dass ich falsch liege?
Dass ich ein blöder Rassist bin?
Ja, ich habe den Fehler gemacht,
dich wieder aufzunehmen, obwohl
klar war, dass du dich nie änderst.
Warum hast du es dann getan?
Weil ich dich liebe.
Aber lieben ist eine Sache,
dir zu vertrauen eine andere.
Es ist das erste Mal, dass du das
sagst, seit wir wieder zusammen sind.
Du liebst mich nicht, Akram.
Du kennst mich überhaupt nicht.
Auch im Bett.
Du weisst nicht, was ich mag oder nicht.
Du fragst nie nach.
Du magst eine Version von mir,
die nur in deinem Kopf besteht.
Und diese soll ich sein.
Ich kenne dich sehr gut, Mona.
Ich verstehe nicht, worauf du hinauswillst.
Ich will, dass du mich kennenlernst.
Dann wirst du mich vielleicht lieben.
Ich bin nicht deine Kopfgeburt,
aber auch kein schlechter Mensch.
Jetzt verstehe ich.
Du willst wieder singen, oder?
Dann komm doch zum Punkt.
All dein Reden, die Eingeständnisse,
alles zielt darauf ab.
Ja, Akram, ich möchte singen.
Aber ich will nicht mehr lügen.
Es ermüdet mich so.
Ich will ohne Sorge mit dir sein.
Dir meinen Tag erzählen und dir zuhören.
Reden ohne zu überlegen,
und dass du zuhörst, ohne zu urteilen.
Einverstanden, sehr gut.
Ich verstehe.
Aber ich habe eine Frage.
Kennst du Tariqs Nummer nicht mehr?
Es ist spät.
Du schläfst heute hier.
Ich gehe woandershin schlafen.
Morgen packst du die
Koffer und verschwindest.
Sing, Mona.
Mach, was du willst.
Hunderte Südsudaner feierten
die Verkündigung des Ergebnisses.
Sie können nun ihren eigenen
unabhängigen Staat gründen.
Mehr als 98% der sudanesischen Wähler
stimmten für die Sezession vom Norden,
so wie es der Friedensvertrag
von 2005 einräumte.
So endet jahrzehntelanges Blutvergiessen.
Das Ergebnis des Referendums
fällt mit fast 99% der Stimmen
zugunsten der Abspaltung aus.
Die UNO und die EU
begrüssen die hohe Transparenz
während des Abstimmungsverfahrens.
Unter den internationalen Beobachtern
waren bekannte Persönlichkeiten.
...Sie trat am Freitag
um Mitternacht in Kraft.
In der jüngsten Hauptstadt Juba fanden
offizielle Feierlichkeiten statt...
Die IOM berichtet
von der Umsiedlung
Tausender Südsudaner in Booten
über den Hafen Kosti
in die Städte Wau und Aweil
im neuen Land Südsudan.
Die Rückführungen sollen
mit Hilfe der Nationalen
Ausschaffungsbehörde
durchgeführt worden sein...
Der Himmel barst vor Feuerwerk und
den Freiheits- und Freudengesängen.
Was einst Afrikas grösstes
Land war, ist jetzt zweigeteilt.
Die Quadratwurzel von 9? - 3.
Die Quadratwurzel von 4? - 2.
Die Quadratwurzel von 1? - 1.
Wir sind da, meine Dame.
Wann hast du es erfahren?
Im allerersten Monat.
Wie?
Weil ich Danny in dieser Schule anmeldete?
Etwas war merkwürdig.
Niemand zahlte mir so viel.
Und du kauftest mir so viel Wayka
ab, obwohl du es gar nicht verwendest.
Ich hatte eine Ahnung.
Wie hast du es herausbekommen?
Ich fand die Brieftasche
von Santino, nicht Danny.
Hast du darauf rumgekritzelt?
Er hätte sie nie mehr losgelassen, wenn
er das Bild seines Vaters gesehen hätte.
Verhörst du mich?
Ich möchte mich entschuldigen.
Eigentlich hast du uns belogen.
Das hängt vom Grund ab, oder?
Welcher Grund? Du hast mich ausgenutzt.
Du tötest meinen Mann
und beklagst dich dann noch?
Was hätte ich denn machen sollen?
Die Polizei rufen?
Ihr wärt doch davongekommen.
Du wolltest deine Schuld
auf diese Weise begleichen.
Ich musste das für meinen Sohn akzeptieren.
Hätte ich mir keine Sorgen um ihn gemacht,
hätte ich euch zwei getötet.
Ich habe euch ausgenutzt?
Es war genau andersrum.
Ihr habt unsere Not und
Einsamkeit ausgenutzt.
Wo ist Danny?
Er fehlt mir so.
Am Anfang ängstigt uns,
dass wir eines Tages das Ende sehen werden
Ich könnte nicht ohne dich leben
Du könntest nicht ohne mich sein
Bewahre die Erinnerungen nah bei dir auf
Dir reichten meine Entschuldigungen nicht
Lass ein Lächeln zurück,
das ich noch sehen kann
Wenn ich im Spiegel Selbstgespräche führe,
verrate mir,
wie ich noch einen weiteren Herbst
ohne dich an meiner Seite überleben soll
Nur ein blasser Schatten von dir
Verrate mir,
wie ich noch einen weiteren Herbst
ohne dich an meiner Seite überleben soll.
Nur ein blasser Schatten von dir
Am Ende ängstigt mich dann,
den Anfang liebevoll zu erinnern
und zu bemerken, dass ich ohne dich lebe
Ohne dich an meiner Seite.
IN LIEBEVOLLER ERINNERUNG
AN MEINEN VATER, CAPT. MUSTAFA KORDOFANI
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