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Original subtitles

Harald Schäfer

Ulrich Rotermund

Peter Arndt

Burkhard Schönhammer

Hm?

Habe ich meine Kekse hier vergessen?

Ach, ich nehme mir mal einen.

Was macht deine Magengeschichte?

Darm, Uli. Morgen ist die Untersuchung.

Hast du mal eine Zigarette?

Danke. Denk an dein schwarzes Bein.

Ich habe kein schwarzes Bein.

Was ist denn das da?

Kannst du mal schärfer stellen?

Da.

Das... Das ist die Grenze der Deutschen Demokratischen Republik.

Komm. Bleib schön auf deiner Seite, ja?

Husch, husch, husch...

Husch, husch, husch.

Wehe. Wehe!

Halt, stehen bleiben!

Peter? Harald?

Unerlaubter Grenzübertritt eines Hundes. Verstehe.

Jetzt haben wir ein Problem.

Hund herrenlos auf der Grenze.

Posten alarmieren.

Deine Kekse.

Dann darf ich mal bitten, die Gurte zu öffnen. Jawohl.

Da, die Pralinenschachtel, da möchte ich reinschauen.

Da sind Brötchen drin. - Mama, ein Hund!

Halt! Du Hund! Jens!

Achtung, er kommt!

Halt! Bleib stehen! Bleibst du stehen.

Axel, los. Axel, komm.

Ich habe ihn. Ich habe ihn.

Jens. Jens. Du bist dran. Jens, los.

Jens!

Scheiße! Verdammt!

Mann. - Warum?

Ist das ein Junge oder ein Mädchen? - Mädchen.

Feines Mädchen bist du. Fein.

Der Chef.

Genosse Oberstleutnant, Grenzverletzer ist dingfest gemacht.

Danke, Genossen.

Komm her. Na, na.

Gib mir mal, Harald.

Der Chef vom Dienst hat doch andere Aufgaben.

Ich mache das schon, Uli.

Ein Parteisekretär hat doch andere Aufgaben.

Ich sollte ihn untersuchen.

Äh... Vielleicht trägt er Spionagemittel am Körper, Harald.

Ja. Vielleicht eine Atombombe, Uli.

Danke, Genossen. Einsatz beendet.

So. Alles ausräumen. Alles. - Ja?

Alles klar.

"Feststellung...

eines Hundes."

Name. Geburtsdatum. Wohnort.

Pst. Komm. Brav.

Hier: "Tiere im grenzüberschreitenden Verkehr."

Der Hund muss untersucht werden.

Das ist mein Ernst, Harald. Wir kommen zurecht, Uli.

Ist noch was?

Rasse.

Oder wir fragen doch Uli, der hatte einen Pudel.

Das ist ein operativer Fahndungsfall.

Dafür bin ich zuständig. So ist das nun mal.

Machen Sie die Meldung fertig.

Angaben zum Fahndungsobjekt, Protokoll, ärztliches Attest.

Du weißt schon. Viel Vergnügen mit deiner Fahndung.

Das ist mein Keks.

Weißt du, was mein Vater immer sagte?

"Kommunismus ist Kollektivismus. Gemeinwohl. Teilen."

Heinz. Mahlzeit, Genossen.

Der Hund, der steht feindwärts, am Schlagbaum.

Mit Blick in die Deutsche Demokratische Republik.

Offenbach guckt ihn an und denkt: "Er wird doch nicht rübermachen?"

Und sagt: "Halt. Stehen bleiben. Keinen Schritt weiter."

Der Hund, der guckt zurück und pest los.

Links. Rechts. Quer durch die Anlage durch.

Und irgendwann schnappen sie ihn.

Ich wette, er packt ihn in den Festnahmeraum.

Und der Hund wird von Uli gefoltert.

Stromstöße, natürlich, natürlich!

Bis er gesteht. Auf der Flucht erschossen.

Mahlzeit. Mahlzeit.

Na, Ilona? Na, du?

Gib mir mal eins mit Käse und einen Kaffee.

Ist aber still heute hier.

Wo ist denn der Hund?

In der Obhut der Partei.

"...die es jedem Bürger der DDR ermöglicht,

über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."

Bitte?

- Ab sofort? - Mir wurde mitgeteilt,

dass eine solche Mitteilung heute schon verbreitet worden ist.

Sie müsste eigentlich in Ihrem Besitz sein.

"Privatreisen ins Ausland können beantragt werden,

ohne Voraussetzungen, Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse.

Genehmigungen werden kurzfristig erteilt.

Die Abteilungen Pass- und Meldewesen sind angewiesen,

Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen,

ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen vorliegen müssen."

Wann tritt das in Kraft?

Nach meiner Kenntnis ist das sofort. Unverzüglich.

Was redet der für einen Dünnschiss?

"Presseabteilung des Ministeriums: '...hat der Ministerrat beschlossen,

dass bis zum Inkrafttreten einer Regelung durch die Volkskammer

diese Übergangsregelung in Kraft tritt.'"

Du musst den Bericht unterschreiben, dann kann ich ihn wegheften.

Operatives Leitzentrum, Oberst Kummer.

Hier Schäfer, GÜST Bornholmer Straße.

Ich rufe an wegen der Äußerung von Schabowski.

Wegen dem Blödsinn rufst du an? Ja. Deswegen rufe ich an.

Hm.

Was hat das zu bedeuten?

Du weißt, DDR-Bürger brauchen einen Pass und ein Visum.

Ja, das weiß ich. "Na also, oder..."

Stehen bei euch schon welche unten?

Das kann ich von hier aus nicht sehen.

Bevor du die Pferde scheu machst, erkunde die Lage.

"Schäfer?" Ja?

Mach deine Leute nicht verrückt. Ja.

Was habt ihr euch dabei gedacht?

Genosse Oberstleutnant, freundwärts ein ruhiges Vorfeld.

Waren Leute hier, die ohne Visum ausreisen wollten?

Ohne Visum? Nein, Genosse Oberstleutnant.

Wenn welche kommen, schickt ihr die zurück.

Selbstverständlich. Zurückschicken. Genosse Oberstleutnant.

Zu.

Was machen die denn da?

Rambold. Hoffmann.

Auf jeden Fall die Ruhe bewahren, verstanden?

Verstanden.

Was gucken die denn so?

Ja? "Genosse Kummer."

"Die ersten Menschen nähern sich der Grenze."

Wie viele? "Vier."

Was machen die? "Die schauen zu uns rüber."

Wo befinden sich die Personen?

"Circa hundert Meter vom Schlagbaum entfernt."

Behalt das im Auge.

"Wenn die zu euch kommen, schickt ihr sie weg. Der Schabowski..."

Der muss da was in den falschen Hals gekriegt haben.

"Schäfer?" Ja.

Nicht nervös werden.

Ja.

Nicht nervös werden, Harald.

Nicht nervös werden.

Ja?

"Harald, es werden mehr." Ich komme.

Sitz.

Sitz.

Sitz!

Fein.

Ich dachte, bevor er Probleme macht, gehe ich Gassi.

Du solltest mal mit dem Genossen Schabowski Gassi gehen.

Willst du damit sagen, Genosse Schabowski ist ein Hund?

Er macht Probleme, Uli!

- Ist noch zu? - Ja, ist zu.

Jürgen.

Was ist denn hier los? Jürgen, ich rede mit dir.

Der Chef kommt gleich. Mach dir nicht ins Hemd.

Der Schabowski hat der Presse vorhin Unsinn erzählt.

Kam im Fernsehen. Er sagte, jeder darf in den Westen reisen.

Wie, jeder? Keine Ahnung. Er sagte, das gilt ab sofort.

Wie, ab sofort? Unverzüglich, hat er gesagt.

Und was machen wir jetzt? Das ist die Frage.

Genosse Schäfer, was machen wir? Es gelten die alten Bestimmungen.

Was ist denn hier los?

Schabowski sagte, jeder darf in den Westen.

Was? Verstehe ich nicht. Ist auch nicht zu verstehen.

Wir lassen uns nicht provozieren.

- Guten Abend, die Herren. - Guten Abend.

Guten Abend. - Wir möchten gern nach Westberlin.

Und? - Was und?

Ihren Pass, bitte. - Wieso Pass?

Haben Sie Schabowski nicht gehört? Ja, das haben wir gehört.

Können wir jetzt rüber? - Wenn Sie ein Visum haben.

Von Visum sagte der Genosse nichts. Oder habt ihr was davon gehört?

Er sagte nicht, dass die Gesetze der DDR außer Kraft gesetzt sind.

Schabowski hat gesagt, das gilt ab sofort.

Unverzüglich, sagte er. - Die Partei hat immer recht.

Die Botschaftsflüchtlinge durften doch auch raus.

Ich sage nur Prag. Ja. Das war...

eine großzügige Geste. Dann machen Sie doch auch eine.

Wir halten uns an die Gesetze der DDR.

Im Gegensatz zum Politbüro? Diskutieren Sie nicht.

Wir kommen wieder. Wir haben Kinder.

Wenn die Bestimmung erlassen ist, informieren wir Sie.

Das wird nicht heute Abend sein. Gehen Sie jetzt, andernfalls...

Andernfalls? Schießen Sie, oder was? - Nicht schießen.

Hier schießt keiner.

Komm, wir gehen jetzt.

- Macht auf. - Macht auf.

Wir kommen wieder. Darauf können Sie Gift nehmen.

Was ist bloß mit unserem Land passiert?

"Werner." - Werner?

Sag mal, haben wir einen Leitungsschaden?

Scherz beiseite. Ich dachte, du rufst zurück?

"Genau die richtige Zeit für Scherze."

Ich sitze hier komplett auf dem Trockenen.

"Und wir feiern hier, oder was?"

Meine Leuten erwarten von mir eine Anweisung.

"Menschenskind. Wir arbeiten hier an einer Lösung!"

"Du hast zu warten und deine Verantwortung wahrzunehmen!"

Zu Befehl. Natürlich. Zu Befehl, Genosse General.

Ruft ihr mich zurück?

Bitte, Werner!

Hallo?

Mein Ministerium weiß nichts.

Die sagen, ihr seid zuständig. Bei uns herrscht Schweigen.

Das Ministerium ist außerstande, einen Befehl zu erteilen.

Das ist die Lage, Genossen.

Die können uns doch nicht hängen lassen.

Sie lassen uns schon nicht hängen.

Ich kapiere das nicht.

Wenn die alle rüber wollen wie die Bekloppten,

dann brauchen wir doch mindestens zwei Wochen Schulung.

Und völlig neue Zollbestimmungen.

Was soll ich meinen Jungs sagen? Nun habt doch mal Geduld.

Der sagt Geduld. Haben die uns je hängen lassen?

Schon ein einziges Mal? Bei Mielke wäre das nicht passiert.

Bei Honecker auch nicht. Ach nee?

Was war mit der Prager Botschaft? Hm? Erst lassen sie sich erpressen,

dann karren sie Leute durchs Land, als hätten sie alles im Griff.

Die Leute rennen weg, als gäbe es nichts mehr zu fressen.

Das ist höhere Gewalt! Du hast immer eine Begründung.

Für alles hast du eine realpolitische Begründung.

Das geht mir so auf den Sack! Da hast du recht, Peter.

Ach, und wie ist deine Begründung? Jetzt hört doch mal auf.

Vor allen Genossen kannst du einmal Stellung beziehen!

Einmal, vor allen Genossen!

Steht doch mal alle auf. Aufstehen!

Fasst euch an den Händen. Hä?

Das ist ein Befehl.

Wir müssen das hier zusammen durchstehen!

Setzen.

Und was machen wir, wenn das da draußen eskaliert?

Harald?

Könnt ihr mal aufhören, mir die Bude vollzuqualmen?

Wird einem ja übel von.

Weißt du, wovon mir übel wird? Wie du mit meinen Keksen umgehst.

Und dass du hier keinen einzigen Mucks sagst!

Wer ist hier Chef vom Dienst?

Äh... Könnt ihr mal kommen?

Jetzt sag du uns, was wir machen sollen, Harald.

Immer mit der Ruhe.

- Hey! - Hey!

Im Westen ist auch mit anstellen.

Jetzt steht man hier rum.

Was tust du hier? - Ich hatte Angst.

Ich bin im Dienst!

Ihr dürft keinen Blödsinn machen. Axel, verstehst du?

Melitta, was sollen die Genossen denken?

Die Leute sind ganz friedlich. Axel, wirklich.

Geh nach Hause. Bitte, Melitta.

- Kommt nicht in Frage. - Probleme?

Hm?

Nein. Alles in Ordnung.

Ich habe schon erklärt, dass sie ein Visum braucht.

Und? Haben Sie eins, junge Frau?

Grenzgebiet ist verbotene Zone. Das sollten Sie wissen.

Sonst noch was?

Mensch, klar. Das ist eine nicht genehmigte Demonstration.

Da sind die Genossen von der Volkspolizei zuständig.

Wir sind gerettet.

Mensch, Achim. Endlich. Ihr wisst also Bescheid?

Natürlich. Da bin ich erleichtert.

Und? Was und?

Welche Instruktionen habt ihr? Wir?

Na, wir dachten, ihr. Nee. Wir dachten, ihr.

Ich glaube, ich bin im falschen Film.

Wollen die uns prüfen? Oder ist das nur ein Witz?

Ja, ist alles bloß ein Witz!

Kann bloß keiner drüber lachen.

Harald, was habt ihr jetzt vor?

Das ist eine Zusammenrottung. Da seid ihr zuständig.

Die stehen vor eurer Grenze. In eurem Revier.

Eure Leute schlafen und wir halten den Kopf hin?

Wir müssen was machen. Nicht ohne Befehl!

Danke, Achim. Du hast mir sehr geholfen.

Harald.

Mensch, Harald! Jetzt schiebst du mir den schwarzen Peter zu?

Na prima! Feiner Genosse! Was soll ich denn machen, Genosse?

Was sollst du machen, Genosse? Was soll ich machen?

Schöne Scheiße!

Da sitzen wir wohl zusammen drin, hm?

Ich habe mir das gerade bildlich vorgestellt.

Achim? Ja?

Wir brauchen eine Idee, wie wir da rauskommen.

Wir könnten ja Folgendes machen:

Ich rufe meinen Chef an und sage,

wir können die Genossen von der Grenze nicht allein lassen.

Und ich rufe meinen Chef an und sage,

wir können die Volkspolizei nicht alleine lassen.

Die brauchen unsere Hilfe.

Achim, mir geht's gleich viel besser.

Du, Harald, mir auch.

Äh, Moment. Was war denn jetzt die Idee?

Du holst dir deinen Befehl, ich hole mir meinen. Und dann...

Dann sehen wir weiter. Ja. Gut.

Achim. Harald.

Unterschrift.

"Ja?" Hier noch mal Schäfer.

"Die Genossen von der Volkspolizei waren hier."

"Die brauchen dringend unsere Hilfe."

Was gehen die uns an? Die sind zuständig für uns.

Drehst du jetzt völlig durch? Ich bin für euch zuständig!

Das meine ich ja. Ähm...

Die brauchen einen Befehl.

"Und wir brauchen auch einen Befehl. Ist doch so."

"Oder? Genosse Oberst?"

Bitte.

Ich kann mir keinen Befehl aus dem Rippen schneiden.

Und was soll ich meinen Leuten sagen?

"Hör auf deinen gesunden Menschenverstand."

"Mehr kann ich dir auch nicht sagen."

Harald, kannst du mal den Hund unterschreiben?

Der tierärztliche Notdienst weigert sich, heute noch zu kommen.

Wie machen wir das mit dem Gesundheitszeugnis?

Harald. Kannst du mal da anrufen? Erst unterschreiben.

Glaubt ihr eigentlich, ich schaukle mir hier die Eier?

Seid ihr wahnsinnig? Du bist der Chef!

Schaff den Hund weg. Und dann kommst du runter zum Schlagbaum.

Du, ich glaube, der hat Durchfall. Kein Wunder, bei der Aufregung.

Menschenskind, dann setz ihn aufs Klo!

Ich will ihn nicht mehr sehen! Dann komm zum Schlagbaum.

Und dann? Uli! Bring den Hund weg!

Ist ja gut. Ich gehe ja schon!

Sperr ihn in den Festnahmeraum.

Meine Unterschrift?

- Tor auf. - Macht das Tor auf!

Macht das Tor auf! - Macht es doch endlich auf!

Macht das Tor auf! - Macht auf!

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Alles in Ordnung, Hoffmann?

Was passiert denn jetzt, Genosse Oberstleutnant?

Das werden wir sehen.

Wasserwerfer, Genosse Oberstleutnant?

Das könnte sein.

Panzer?

Komm her, mein Kleiner.

Legst du dich hin und schläfst ein bisschen.

Bis der Uli wiederkommt. Na komm. Platz.

So ist fein.

Du sollst liegen bleiben.

Gut.

Guck mal. So.

Ja.

Es geht nicht anders, mein Kleiner.

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Wie befohlen zur Stelle.

Hol mir mal einen Stuhl. Ist dir nicht gut, Harald?

Nee, ein Tisch ist besser. Ich will mit den Leuten reden.

Was? Das ist nicht dein Ernst. Besserer Vorschlag?

Den Hund sperrst du ein, aber mit denen willst du reden?

Hol den Tisch. Schwachsinn ist doch das.

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Guten Abend, Genosse Offizier. Guten Abend.

Ich möchte meine Tochter in Westberlin besuchen.

Haben Sie ein Visum? Ist nur ein Besuch.

Zeigen Sie mir bitte Ihr Visum. Ich komme auch wieder.

Sie wollen mich nicht verstehen?

Gibt es Probleme, Genosse Oberstleutnant?

Der Genosse Schabowski hat gesagt... Ich weiß, was er gesagt hat.

Wollen Sie mich für dumm verkaufen?

Nee. Ich wollte nur meine Tochter besuchen.

Hören Sie nicht? Sie halten sich unerlaubt im Grenzgebiet auf.

So was. Versucht es auf die dummdreiste Art.

Pst, Wiese. Nicht nervös werden.

Jetzt reicht's hier! - Lasst uns rüber!

Lasst doch die Frau zu ihrer Tochter!

Tisch sichern.

Macht das Tor auf! - Hey, hey!

Bürger...

Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.

Ruhig!

Es ist nicht möglich,

Ihnen hier und jetzt die Ausreise zu gewähren.

Dafür benötigen Sie eine Genehmigung

durch die zuständigen Dienststellen der Deutschen Volkspolizei.

Die haben morgen früh ab acht Uhr geöffnet.

Bitte verlassen Sie das Grenzgebiet.

Haut ab! - Buh! - Tor auf!

Morgen wird doch auch ein neuer Tag!

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Wiese. Halten.

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Wir kommen wieder! Macht das Tor auf!

Kannst du mal runterkommen? Ist was passiert, Harald?

Komme.

Ich kann nicht mehr.

Danke, Genosse.

Weißt du, was mein Sohn neulich beim Frühstück gesagt hat?

"Papa, wir haben eine Weltanschauung,

ohne uns die Welt angeschaut zu haben."

Ich habe ihm natürlich die Meinung gegeigt,

aber jetzt sagt das auch die Partei.

Es ist viel passiert in den letzten Monaten, nicht?

Ja.

Es ist viel passiert. Aber wir reden nie drüber.

Soll ich dir die Beichte abnehmen?

Wenn die die Grenze aufmachen... ...haben wir viel Arbeit.

Glaubst du das wirklich? Harald!

Ich habe das Ganze hier mit aufgebaut.

Die Grenze ist mein Leben. Meins doch auch.

40 Jahre ohne Krieg sind unser Verdienst.

Ja, aber... Der Sozialismus ist richtig.

Keine hohle Phrase. Auf keinen Fall.

Wir stehen auf der richtigen Seite. Ja.

Aber hättest du geglaubt, dass wir in so eine Situation kommen?

Darüber müssen wir reden, Harald!

Hey. Sie!

In den Nachrichten wurde gebracht, dass die Grenze auf ist.

Stimmt das? Dürfen die Ossis jetzt rüber?

Sehen Sie hier welche? Wir hören doch, dass da was ist.

Hört ihr das nicht? Wie Sie sehen, ist alles wie immer.

Gehen Sie ruhig ins Bett.

Wenn die wüssten, was, Harald? Wolfgang.

Anruf von unten. Was ist passiert?

Die wissen nicht, was sie machen sollen.

Operatives Leitzentrum. "Genosse Oberst."

Ich weiß, mir steht das nicht zu, aber...

Ich muss wissen, was ich jetzt tun soll.

Ich brauche eine Entscheidung.

Jetzt werde ich aber langsam wütend.

Es ist alles gesagt, Schäfer. Die Leute werden aggressiver.

"Dann stell sie ruhig!" Habe ich versucht.

Wie viele sind das überhaupt? Ich weiß nicht. Aber sehr viele.

"Viele"? Was ist das für eine verblödete Angabe?

Ihr kriegt das schon hin.

Was sollen wir hinkriegen? Was meinen Sie denn?

Du wartest auf den Befehl und dann führst du ihn aus.

So einfach ist das. Aber es gibt doch keinen Befehl!

Genosse Oberst, es gibt keinen Befehl!

Du sollst Stellung halten! Stellung halten!

"Hast du das verstanden?"

Ob du das verstanden hast, Genosse Oberstleutnant?

Das ist ein Befehl.

Jawohl. Stellung halten.

"Verschaff dir erst einen Überblick und mach hier keine Panik."

Zu Befehl, Genosse Oberst: Erst mal Überblick verschaffen.

Ja.

Wie viele mögen das sein, Harald? Weiß ich nicht.

Tausend?

Oder Zehntausend?

Wahrscheinlich die ganze Stadt. Und wie viele Männer haben wir?

Das weißt du doch. 16.

16.

Ich habe auch noch zwei.

Na ja, da sind wir ja gerettet.

18.

18!

Wir müssen uns aufs Schlimmste vorbereiten.

Micha.

Ich habe euch ein paar Schrippen geschmiert.

Micha, was machst du mit dem Gewehr?

Wie kannst du an Essen denken?

Der Zoll ist keine Kampfeinheit!

Wir müssen uns aber vorbereiten. - Michael!

Du hast Frau und Kinder. - Ja, genau. Für die stehe ich hier.

Regelt eure Familienprobleme doch zu Hause.

Wer ledig ist, sollte sich raushalten.

Wir sind doch nur vom Zoll. Ilona, lass Micha in Ruhe.

Mutti, du machst mich vor denen lächerlich.

Ich habe nur ein paar Schrippen geschmiert.

Je zwei Mann für Schlagbaum, Baracke, Brücke und Dach.

So, nun mal langsam. Ach so. Machen wir hier Sandkastenspiele?

Oder was?

Was meinst denn du, Micha?

Ist schon eine schwerwiegende Frage. Wir sind nicht im Krieg, Burkhard!

Draußen steht der Mob!

Tee wäre besser.

Oh, danke. - Aber besser als gar nichts.

Danke.

So hübsch und so allein?

Keinen Freund?

Der ist leider im Dienst.

Dann kann er Sie ja gar nicht beschützen.

Den muss man vor sich selbst schützen.

Peter, kannst du deine Offiziersschüler herbeordern?

Wenn ich die abziehe, ist das Hinterland ohne Kontrolle.

Die stehen bei uns vor der Tür! Keiner klettert da über die Mauer.

Du sagst immer nur, was nicht geht, Peter.

Fällt auf. Du bist sehr negativ. Ist mir schon lange aufgefallen.

Und ich möchte, dass du jetzt dazu Stellung nimmst.

Uns steht die Scheiße bis zum Hals, und du klopfst hier Sprüche?

Dein Gequatsche finde ich so was von zum Kotzen!

Bin ich jetzt der Idiot, wenn die Genossen Scheiße bauen?

Du bist so ein blödes Arschloch!

Harald, hast du das gehört? Arschloch hat er gesagt!

Halt die Schnauze! Darum geht's jetzt gar nicht!

Bestimmst du, worum es geht? Ausgerechnet du?

Der sich hinter Mutti versteckt. Lass Mutter aus dem Spiel!

Ruhe. Ruhe, Ruhe, Ruhe! Hier kann man ja nicht klar denken!

Der Chef denkt nach! Ja, der denkt nach.

Wann kann man mit dem Ergebnis rechnen? Ruhe!

Harald, du musst jetzt wirklich... Ruhe, Uli, Ruhe! Uli! Ruhe!

Du musst eine Entscheidung treffen. Es ist so.

Mir reicht's.

So, Genossen.

Es kann losgehen.

Ich weiß nicht, Burkhard. Sag mal...

Habe ich dir den Befehl gegeben? Wir haben den Ernstfall, Harald.

Zwei Mann mit MP stellen wir direkt an den Schlagbaum.

Und mit der scharfen Lilly...

ein einziger, gezielter Schuss in die Menge.

Und sofort haben wir wieder Respekt.

Du willst auf die draußen schießen? Ohne Vorwarnung?

Burkhard! Aber wozu sind wir hier?

Zur Verteidigung unserer Staatsgrenze!

Mit allen Mitteln!

Habt ihr es schon vergessen?

Mensch, wenn wir jetzt nicht Flagge zeigen,

dann können wir einpacken.

Bis jetzt ist kein einziger ins Grenzgebiet eingedrungen.

Wir dürfen also nicht schießen! Falsch, Harald!

Wir müssen verhindern, dass jemand eindringen kann!

Wenn wir Schützen aufstellen...

Harald! ...provozieren wir die Leute!

Wir provozieren? Wir provozieren? Ja.

Sag mal...

Weißt du überhaupt noch, wo du stehst? Ja!

Wir haben das alles hier mit aufgebaut.

Denk mal an '61.

Hör mir doch auf mit '61. Dreh dich um!

Das war eine Meisterleistung!

Weißt du noch, wie die uns mit Steinen beschmissen haben?

An der Ebertstraße.

Mit Steinen! Solche Dinger.

Und damals haben wir uns geschworen,

diese Grenze bis zum letzten Blutstropfen zu schützen.

Bis zum letzten Blutstropfen!

So.

Und ich bringe jetzt Lilly schon mal in Stellung.

Für alle Fälle, Harald.

Du... bringst das Ding

zurück in den Panzerschrank.

Verstanden?

Ich hoffe, du weißt, was du tust.

So, ihr Arschlöcher. Was machen wir jetzt?

Ich beschütze dich, mein Junge.

Soll ich das Licht ausmachen?

Harald? Ist dringend. Diplomatische Verwicklungen.

Genosse Oberstleutnant, der Botschafter von Mosambik.

Ich sagte, es ist kein Durchkommen, aber er will einreisen.

Guck mal, guck mal.

Herr Botschafter, es tut mir leid, ich muss Sie bitten umzukehren.

Wir kriegen Sie nicht durch. Es sind besondere Umstände.

Diplomaten haben freie Fahrt. Keine besonderen Umstände.

Ja. Eine Folge der Pressekonferenz des Genossen Schabowski.

Wer ist Genosse Schabowski?

Er machen Schwierigkeiten? Ja.

Ich meine, nein. Wir wollen Ihnen keine Schwierigkeiten machen.

Ich bitte aber um Verständnis. Es ist...

Wie soll ich denn sagen? Es ist höhere Gewalt.

Darf ich bitten um Ihren Namen und Dienstgrad?

Auch von diesem Genossen Schabowski. Sie können nicht durch.

Bitte verstehen. Straße verstopft.

Nix passieren können. Ich kann nichts dafür.

Da unten herrscht Chaos! Chaos?

Ich kenne kein Chaos. In Maputo ist die Straße immer verstopft.

Entschuldigung. Entschuldigung.

Immer noch Chaos?

- Hier ist Sackgasse! - Lasst uns erst raus!

Was ist denn jetzt?

Hier kommt doch keiner durch! - Geschlossen!

Wie wollt ihr denn hier durch?

Burkhard, das ist deine Aufgabe.

Mache ich. Mache ich.

Passieren lassen.

Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.

Es handelt sich hier um eine diplomatische Angelegenheit.

In diesem Auto sitzt ein Freund aus Mosambik.

Sie wissen, wie eng wir mit dem schwarzen Kontinent sind.

Da dürfen wir doch gar nicht hin!

Bitte gefährden Sie nicht unsere Freundschaft

zu den Völkern Afrikas. Was für eine Freundschaft?

Der Botschafter muss dringend in die DDR einreisen.

Und wir wollen raus! Bitte räumen Sie die Straße frei.

Guck mal an, die Staatsmacht bittet. - Auf dich hört doch keiner mehr.

Hey, Leute, kommt. Macht frei. Wem gehören hier die Autos?

Bitte räumen Sie die Straße frei.

Da kann jeder kommen!

Erstes Deutsches Fernsehen. Keine Interviews.

Ein kurzes Statement. Warum ist die Grenze geschlossen?

War ich nicht deutlich? Ist doch ganz einfach!

Wir stehen uns hier die Beine in den Bauch.

Und die da? Gucken Sie sich den Typen an mit seiner Uniform.

Wie ein Vater, der seine Kinder einsperrt!

Stubenarrest! Ne, Vati?

Mann, mit 45 wirst du hier immer noch behandelt

wie ein ungezogenes Kind!

Es steht mir bis hier! Ich habe es so satt!

Lassen Sie uns durch! Wir kommen doch wieder!

Nur eine Stunde!

Was sollen wir in der Millionenstadt?

Soll ich da auf der Straße pennen, oder was?

Lasst mich durch.

Hey, was ist mit euch? Habt ihr Angst vor uns, oder was?

Wir sind doch ganz friedlich!

Wiese, Hoffmann. Einschreiten. Holt den Mann raus.

Der Rest bleibt bei mir. Grenze sichern.

Keine Gewalt! Keine Gewalt!

Das kippt. Das kippt, Harald. Das kippt!

Mensch, Junge, reiß dich zusammen.

Burkhard.

Harald.

Lass uns die Lilly in Stellung bringen.

Bitte.

"Operatives Leitzentrum." Hier noch mal Schäfer.

Gibt es neue Informationen? Du willst Informationen?

Du denkst, ich habe welche und gebe sie nicht weiter?

Das meine ich nicht.

Aber ich kann meine Leute nicht länger hinhalten.

Dann hör jetzt mal genau zu, Schäfer.

Unser Genosse Erich Mielke,

der seit zwei Tagen nicht mehr im Amt sein darf,

hat vor einer halben Stunde den Genossen Egon Krenz angerufen.

Er hat ihm von den Vorfällen an der Grenze berichtet.

Aber der liebe Herr Krenz,

Generalsekretär unserer Partei,

Oberhaupt unseres Staates,

Vorsitzender unseres Nationalen Verteidigungsrates,

wusste von nichts.

"Von nichts!"

"Also hat unser Genosse Erich Mielke Klartext geredet, du kennst ihn ja."

"'Egon', hat er gesagt, 'du musst jetzt eine Entscheidung treffen."

'Und zwar schnell. Es brennt an der Grenze!'

'Entscheidung? Was meinst du?'

Herr Krenz sah sich außerstande, eine Entscheidung zu treffen.

Noch mehr Informationen? Kannst du haben:

"Im Bonner Bundestag sollen sich vor einer Viertelstunde

die Abgeordneten erhoben haben, um die BRD-Nationalhymne anzustimmen."

"Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland."

Die feiern schon ihren Endsieg!

Und was sollen wir jetzt tun?

Willst du Cognac?

Heinz, hol die anderen her. Schnell.

Ich kippe ihn dir durchs Telefon.

Genosse Oberst...

Humor ist nicht deine starke Seite, was, Schäfer?

So was nimmt man doch mit Humor. Wir brauchen eine Entscheidung.

Die Leute überrennen uns, wenn nicht bald etwas passiert.

Ich lache mich tot!

Gibt es einen Schießbefehl?

Sollen wir schießen?

Was hat Oberst Kummer gesagt?

Ich stelle fest, Genossen, es gibt immer noch keinen Befehl.

Ich treffe jetzt eine Entscheidung.

Ich rufe alle dienstfreien Männer sofort hierher.

Das geht nur im Alarmfall, Harald.

Du bist nicht befugt. Ich bin zu nichts befugt!

Nicht mal dazu. Mit 18 Männern die Grenze sichern,

auf Befehle warten wie ein Idiot, dazu bin ich befugt!

Übernimmst du das Kommando? Laut Dienstvorschrift ist nur

das Operative Leitzentrum befugt. Du kennst die Grundregeln!

Und wenn eine Million Menschen vor der Grenze stehen?

Was sagt die Dienstvorschrift da? Was?

Was sagst du da, Peter Arndt?

Ich will keinen falschen Eindruck erwecken. Aha. Micha?

Ich bin nur der Zoll. - Was soll ich jetzt schreiben?

- Tor auf! - Los jetzt!

Macht das Tor auf!

Tor auf! - Wir wollen raus!

Wir wollen nur eine Stunde gucken!

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Geht weg da!

Genossen, manchmal muss man seine Angst überwinden.

Kummer? Genosse Oberst.

Ich habe alle verfügbaren Männer herbeordert.

Was hast du? Ich habe alle verfügbaren Männer...

Ohne meinen Befehl?

Ich weiß, Genosse Oberst, das steht mir nicht zu.

Das kann böse Folgen haben, Schäfer.

Ich weiß, Genosse Oberst.

Bleib in der Leitung. Jawohl.

Du hältst die Klappe, verstanden? Jawohl.

Ja? - Kummer hier. Genosse General.

"Du, Werner..." Der General.

"Ich bekam eben den Bericht von Oberstleutnant Schäfer,

dem diensthabenden Leiter der GÜST Bornholmer Straße."

Die Situation wird da langsam bedrohlich, sagt er.

Kann der Genosse das real einschätzen, Kummer?

"Ich denke schon, Werner."

Vielleicht hat er nur die Hosen voll.

Wir können uns jetzt keine Nieten leisten, Hartmut.

Der Kerl soll sich zusammenreißen.

Genosse General, Chefmajor GÜST Bornholmer Straße.

Sie können mal hören, was hier los ist!

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

"Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!"

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

"Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!"

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Hallo?

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Genosse Oberst?

Sie wollen die Realität nicht zur Kenntnis nehmen.

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Genosse Oberst? "Schäfer."

"Es gibt einen Befehl."

Einen Befehl? "Ihr macht Folgendes:"

Diejenigen, die besonders provokativ auftreten,

die isoliert ihr von der Menge. Die lasst ihr ausreisen.

Ihr setzt ihnen einen Stempel auf das Lichtbild.

"Die lasst ihr nicht wieder rein."

"Und wenn sich andere mit durchdrängeln,

dann macht ihr denen den Stempel nicht vorne, sondern hinten rein."

Hinten, verstehst du?

Die dürfen wieder einreisen, die anderen sind ausgebürgert.

Provokateure isolieren und ausbürgern.

Mitläufer wieder reinlassen. So ist es.

"Du wirst sehen, Schäfer."

Erst lassen wir bisschen Druck aus dem Kessel,

dann entweicht der Dampf von ganz allein.

Wir schaffen das schon. Kopf hoch.

Danke, Genosse Oberst. Danke.

Wir haben einen Befehl! Wir haben einen Befehl!

Wir haben einen Befehl!

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Entschuldige, Erich.

Du suchst die Provokateure raus.

Du übernimmst sie und führst sie zur Tür.

Du geleitest sie zur Passkontrolle.

Und du machst den Stempel in den Ausweis.

Aber...

Aber Harald, woher weiß ich denn, wer den Stempel wohin bekommt?

Hm... Burkhard.

Du sagst dem Uli, wer ein Provokateur ist. Uli.

Du sagst es dem Christoph, und du sagst es dem Jürgen.

Nee, ich glaube, das funktioniert nicht.

Wieso nicht? Stille Post.

Am Ende kommt immer was anderes raus.

Dann machen wir das anders.

Jeder arbeitet für sich alleine.

Vom Aussondern bis zur Passkontrolle.

Macht den Weg frei. Lasst uns raus! Macht das Tor auf!

Wie lange sollen wir noch rumstehen?

Ich warte jetzt schon 28 Jahre, nun ist mal genug!

Warum schreien Sie so?

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze.

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze.

Seht euch mal die Wanze an, wie die Wanze tanzen kann.

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze.

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanz'.

Seht euch mal die Wanz' an, wie die Wanz' tanz' kann.

Auf der Mauer, auf der Lauer... Na, dann los.

Hä, was? Kommen Sie.

Was?

Na los, Sie dürfen ausreisen.

- Hey! - Was? Und wir?

Sie dürfen ausreisen. Los. Geh schon.

Und wir anderen? Folgen Sie mir.

Ich auch! Ich will auch!

Und was ist mit mir? Sie bleiben, wo Sie sind.

Nehmen Sie mich mit! Ich will auch raus!

Kommen Sie.

Vorne an der Passkontrolle halten.

Er aufs Passbild, sie hinten.

Da links lang.

Kneifst du mich mal?

Sie sind die Ersten, die heute die Grenze passieren.

Haben Sie Familie in Westberlin? - Nein.

Wir wollten nur mal gucken gehen.

Ihr erster Anlaufpunkt wird sein? - Äh, Ku'damm wahrscheinlich.

Prost! Na, komm her! - Willkommen im Westen.

Genosse Offizier! Bitte, Genosse Offizier.

Ich habe meine Tochter seit zwei Jahren nicht gesehen.

Ich will nur... Ich will doch nur einen Tag...

Einen Tag, eine Stunde will ich nur zu ihr rüber.

Folgen Sie mir. Sie beide, folgen Sie mir.

Bitte, Genosse Offizier!

Los, weiter. Die anderen auch.

Zur Seite!

Hinten anstellen. Nachrücken.

Da lang.

Hinten anstellen. Ausweise bereithalten.

"Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten.

Sie nutzen sich leicht ab. Aber heute darf man einen riskieren.

Dieser 9. November ist ein historischer Tag.

Die DDR teilte mit, ihre Grenzen sind ab sofort für jeden geöffnet.

Die Tore stehen weit offen." - Das hättest du wohl gern!

Lassen Sie uns durch!

Machen Sie Platz!

Nehmt ihr mich mit? - Zurücktreten.

Treten Sie zurück! - Wer darf hier raus und wer nicht?

Ist das Selektion, oder was?

Das ist eine Grenzverletzung, das ist Ihnen klar?

Zurücktreten habe ich gesagt!

Zurücktreten!

Die Alarmgruppe ist angetreten.

Wir arbeiten jahrelang drauf hin, dass auf jeden Bürger

zwei von uns kommen, und dann bringst du nur zehn Mann?

Die anderen sind nicht durchgekommen.

Also, Genossen.

Unsere Aufgabe ist es, die Grenze mit allen Mitteln zu schützen.

Einsatz der Schusswaffe nur bei Gefahr für Leib und Leben.

Ist das klar?

Macht das Tor auf! Wir kommen wieder!

Sieh zu, dass du hier wegkommst!

Kennen wir uns? - Mensch, Melitta!

Weißt du noch, warum du hier stehst, Axel?

Weil es so Leute gibt wie dich!

Genosse Hoffmann, ins Postenhäuschen!

Gehen Sie und betätigen Sie den Summer!

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Zurücktreten!

Macht das Tor auf! Macht das Tor auf!

Macht das Tor auf!

Zurücktreten! - Wie denn?

Zurücktreten, sagte ich! - Geht nicht, siehst du doch!

Fassen Sie mich nicht an! - Ich lass mich nicht mehr anpissen.

Die Zeit ist vorbei, wo ihr einen von der Straße weg...

Ich puste dich weg, du Vogel!

Und in den Knast stecken für nichts

und erpressen und bedrohen, das könnt ihr!

Ihr habt mich die ganze Zeit...

Jens! Jens!

Genosse Feldwebel! Sofort an die Vorkontrolle!

Er griff mich an. Wegtreten!

Das ist Feigheit vor dem Feind! Das ist ein Befehl!

- Keine Gewalt! Keine Gewalt! - Die schießen aufs eigene Volk!

Hey, Bürger! Aufs eigene Volk!

Sie dürfen jetzt ausreisen. Sofort.

Haben Sie mich verstanden?

Hey, du darfst raus! Nimmst du mich mit? Bitte!

Reihe wieder schließen marsch.

Das war knapp, Hoffmann.

Reinlassen. Ich kann nicht.

Was soll das heißen, ich kann nicht?

Das ist Befehlsverweigerung. Das ist meine Freundin.

Ich kann mich nicht auch noch um eure Freundinnen kümmern!

Harald, wie viele sollen wir denn noch rauslassen?

300? 500? 1000?

Das gibt es doch nicht. Mach auf da!

Wir können doch nicht alle gehen lassen.

Du kennst den Befehl. Was machen wir denn hier?

Wir führen einen Befehl aus! Wir reißen doch mit dem Arsch...

Mensch, das ist doch unsere schöne Grenze!

Dafür habe ich keine Zeit.

Mach das auf! Bitte, Genosse Oberstleutnant...

Mann.

Was soll denn das?

Das hat ein Nachspiel. Das kannst du mir glauben.

Tor auf! Tor auf!

Tor auf! Tor auf!

Nehmen Sie die Hände da runter.

Sind das Familienmitglieder, die Sie wiedersehen? - Nein.

Also werden Sie einfach freundlich begrüßt hier?

- Der ist nicht gültig. - Was?

Wieso denn nicht?

Weil ich es sage. - Aber warum?

Diskutieren Sie nicht! - Wir waren nur mal gucken!

Hier, ganz offiziell. So. Der Stempel.

Unsere Kinder sind zu Hause.

Sie können rein, Ihr Mann nicht. - Das kann doch nicht wahr sein!

Wir gehören zusammen! - Wir haben Anweisungen.

Was soll das? Erst dürfen sie nicht raus...

Was seid denn ihr für Menschen? Was ist hier los?

Er lässt meinen Mann nicht rein. Wir werden das prüfen.

Ihren Ausweis, bitte. Was gibt es da zu prüfen?

Wir sind hier nicht im Zoo. Ausweis.

Was ist denn jetzt?

Kommen Sie bitte. Sichern.

Kommen Sie. Und was ist mit mir?

Jetzt beruhigen Sie sich erst einmal.

Ich verstehe Sie ja, aber Sie müssen uns auch verstehen.

Was soll ich denn verstehen?

Meine Kinder wissen gar nicht, dass wir weg sind. Die schlafen.

Warum sind Sie dann ausgereist? Scheiße!

Das war doch ganz offiziell, mit Ausweis und allem.

Warum sind Sie überhaupt an die Grenze gekommen heute Abend?

Wir wollten nur mal gucken. Ihre Leute nahmen meinen Mann mit,

und wir durften beide rüber. Sollte ich ihn alleine gehen lassen?

Sie können gehen. Sie dürfen wieder einreisen.

Und mein Mann?

Ihr Mann auch. Folgen Sie mir bitte.

Einreise. Das ist gegen die Sache.

Das ist gegen alles! Reinlassen.

Nee. Nee!

Du machst das, was ich dir sage: Du lässt diesen Mann rein.

Sie bleiben weg!

Dich zerquetschen wir wie eine Wanze.

Danke.

Jens!

Kommst du wieder?

Mann, ist doch scheiße hier! Das ist...

Das ist scheiße...

Bitte, Genossen, helft mir.

Ich bin mit meiner Weisheit am Ende.

Du musst jetzt entscheiden, Harald.

Und wie soll ich mich entscheiden, Herr Sicherheitsoffizier?

Menschenskinder, jetzt sagt doch mal was!

Ich könnte... die Grenze vollständig schließen.

Ende der Ventillösung.

Ich beordere die Offiziersschüler her,

und die sichern die Grenze am Schlagbaum.

Es sei denn, die Bürger provozieren oder greifen an.

Und dann lass ich sofort das Feuer eröffnen.

Wenn du das befiehlst, Harald, hole ich sofort die Lilly.

Das gibt ein Blutbad!

Was passiert mit uns, Harald?

Hast du mal eine Zigarette für mich?

Alle runter zum Schlagbaum.

Jetzt. Was?

Na los, raus hier!

Was hast du denn vor?

Lasst mich durch!

Ich will den Herrn Offizier sprechen.

Ich will endlich gehört werden.

Herr Offizier...

Herr Offizier, ich will...

Ich will einmal in den anderen Teil der Stadt,

wo meine Tochter wohnt.

Ich bin seit 30 Jahren Lehrerin

und erziehe die Kinder in unserem Land.

Und ich kann ihnen nicht mehr erklären,

warum sie nicht reisen dürfen.

Während ihre Freunde das Land verlassen

über Ungarn und die Tschechoslowakei.

Wofür werden wir denn bestraft, wenn wir hierbleiben?

- Wir wollen doch hierbleiben. - Wofür werden wir bestraft?

Ist das Ihre Politik für die Leute, die hier jeden Tag zur Arbeit gehen

und jeden Tag etwas tun, damit es in unserem Land voran geht?

Lassen Sie mich für eine Stunde zu meiner Tochter.

Nur eine Stunde!

Eine Stunde!

Haben Sie keine Kinder?

Haben Sie kein Herz?

Genosse Leutnant, Fahndungskartei und alle Diensträume sichern.

Alarmgruppe, mir nach! Im Laufschritt marsch!

Tor auf! Tor auf! Tor auf!

Wir wollen rüber! Wir wollen rüber!

Mach den Schlagbaum auf!

Mach den Schlagbaum auf.

Mach den Schlagbaum auf!

Was ist denn nun?

Tor auf, Tor auf!

Beiseite treten marsch!

Tor auf! Tor auf! Tor auf!

Kommen Sie, bitte.

Kommen Sie? Kommen Sie, bitte.

Kommen Sie, bitte.

Tor auf! Tor auf! Tor auf!

War es das, was du wolltest?

Komm doch mal her, mein Guter.

Ich gehe dann mal Meldung machen, ja?

Danke!

Genosse Oberst,

ich habe heute, am 9. November 1989,

ohne Befehl die Grenze geöffnet.

28 Jahre lang habe ich sie bewacht wie mein eigenes Kind.

Geschützt vor Grenzverletzern, Agenten, Provokateuren.

Als die Partei mir ihre Hand bot,

habe ich sie ergriffen, habe studiert

und mit wissenschaftlicher Sorgfalt die Lehre des Marxismus

in die Praxis umgesetzt, hier an dieser, unserer Grenze.

Selbst gesundheitliche Probleme haben mich nicht davon abgehalten,

jeden Tag das mir übertragene Vertrauen zu rechtfertigen.

Aber heute...

Nee, Genossen.

Ich werde mich hier nicht verteidigen.

Ich habe gehandelt, wie ich handeln musste.

Und nun ist es an euch, zu beurteilen, was ich getan habe.

Es ist an euch.

Ich rufe zurück.

"Nur durch Kampf allein erreichst du viel.

Aber wenn du zögerst knapp vorm Ziel,

lachend kommt der Nächste

und gewinnt das Spiel."

Reiß dich zusammen.

"Nur auf die Minute kommt es immer an.

Ob man sie verstehen und erfassen kann.

Einer steht daneben und begreift sie nie.

Und der andre kommt und sieht und weiß nicht wie..."

Genosse Oberst? Sind Sie das?

"Nur auf die Minute kommt es immer an.

Manchmal hängt das Schicksal eines Volkes dran..."

Ist gut, mein Junge. Schreib deinen Bericht.

"Denn auf die Minute kommt es immer an.

Nur auf die Minute kommt es immer an."

Harald.

Der Hundebesitzer ist da.

Was sollen wir denn jetzt machen?

Lass ihn laufen, Uli.

Aber wir haben doch gar kein Gesundheitszeugnis.

Ach, Uli.

Gib mal her. Nee, bitte...

So, lauf.

Draußen wartet Herrchen.

Kümmere dich drum, Uli.

Mensch, Harald. Ich kann das nicht.

Das Leben geht weiter, Uli.

Ich habe mich von Anfang an

für eine friedliche Lösung eingesetzt.

So konnten wir aller Welt beweisen,

dass der Friede für uns das höchste Gut ist.

Sie können mir glauben,

die Entscheidung ist mir nicht...

Danke! Mensch, Sie sind doch auch nur ein Mensch!

Was?

Im Westen stinkt's.

Weichei.

Was haben Sie jetzt vor? - Erst mal feiern!

Ku'damm!

Liebe Zuschauer, Sie sehen selbst.

Mittlerweile strömen die Menschen ungehindert über die Brücke.

Scheinbar haben die Grenzer tatsächlich die Kontrollen...

Komm her.

Habt ihr gut gemacht.

Tja, das war's wohl.

Was meinst du? Na, mit der DDR.

Hallo. - Hallo.

Morgen, Greta. Du kommst aber spät.

Das Politbüro des Zentralkomitees veröffentlichte...

Hast du die Darmuntersuchung vergessen?

Beeil dich, Harald.

Greta, ich habe heute Nacht die Grenze aufgemacht.

Hm?

Ich habe heute Nacht die Grenze aufgemacht.

Damit macht man keine Witze, Harald.

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