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Original subtitles

* Verkehrsrauschen *

* Automotor wird abgeschaltet. *

* Autotür wird zugeschlagen. *

* Schnelle Schritte *

* Motorbeschleunigung *

* Die Schritte werden schneller. *

* Heftiges Klopfen *

Ah, Sie sind die Frau vom Herrn Lichter, ja?

Richtig, wo ist er?

Im Keller. Die Rolltreppe hoch und dann links.

Frau Schmitz bringt Sie zu ihm. Alles klar.

* Fernes Hupen *

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* Fernes Poltern *

* Rauschen von draußen *

Gut, dass Sie gekommen sind. Wo ist er?

Er hat sich unten im Lagerraum eingesperrt.

Wann ist sein Gespräch? Hatte er schon.

Und? Sie waren nicht begeistert.

Und davor? Vor was?

Hat er die Fragen richtig beantwortet?

Er ist nach zwei Minuten weggelaufen.

Er holt das Gespräch gleich nach. Das geht nicht mehr.

Bitte fragen Sie nach. Das bringt nichts.

Mein Mann will diesen Job.

So sah er nicht aus. Sie haben falsch geguckt.

(dumpf) Herr Lichter!

Herr Lichter!

Machen Sie auf, sonst muss ich die Tür aufbrechen.

Dann können Sie das bezahlen.

Warten Sie, er kommt gleich. Er hat eine Panikattacke.

Herr Lichter, Ihre Frau ist jetzt da.

Die Frau ist da. Kommst du?

Sagen Sie ihm, dass Sie da sind.

Halten Sie das kurz. Dafür haben wir keine Zeit.

Das dauert schon viel zu lange.

Hey, da können Sie nicht...

Reden Sie doch erst mal mit Ihrem Mann.

Das bringt jetzt nichts.

Sag den Kollegen, dass das noch dauert.

Frau Lichter, reden Sie mit Ihrem Mann.

Das bringt jetzt nichts.

Da können Sie nicht durch.

Sagen Sie ihm, er soll rauskommen.

Wird er gleich.

Wenn Sie was kaputt machen... Ich mach nichts kaputt.

Herr Lichter, Ihre Frau ist da.

Geben Sie mir die Wasserflasche.

Sag mal Küppers Bescheid.

Ich weiß nicht, was das ist.

(Frau) Was soll ich denn sagen?

Danke schön.

* Leise Gespräche im Hintergrund *

* Dumpfer Knall *

* Metallisches Poltern *

* Dumpfes Poltern *

(flüstert) Paul.

Hey, Paul.

* Die Kuh schnaubt. *

* Die Kuh röhrt. *

Pscht.

* Die Kuh schnaubt wieder. *

* Tiefes Röhren *

(fast lautlos) Hey.

* Schnauben *

Hm.

(leise) Hey.

Ist alles gut.

Ist nichts passiert, Paul.

Doch.

Nee, ist gar nichts passiert. Es tut mir so leid.

Weißt du, was unser Töchterchen heute Morgen zu mir gesagt hat?

M-m.

Dass ihre Freundinnen in der Schule

dich gern mal als Papa ausleihen würden.

Hab ich gesagt, den verleihe ich nicht, den verkaufe ich nur,

sonst habe ich ja nichts von.

Komm, trink mal was.

Hast du jetzt einfach Arbeit abgebrochen?

Alles gut.

So.

Komm, du gehst da jetzt raus. Ich kann nicht.

Ich bin da.

Du gehst da jetzt raus, entschuldigst dich,

sagst denen, dass dir das in Drucksituationen

manchmal passieren kann

und dass du dich noch beim Chef persönlich entschuldigen willst.

Dann gehen wir nach Hause

und machen uns einen schönen Abend mit den Kleinen.

Es tut mir so leid.

Muss dir nicht leidtun.

Okay? M-hm.

Gut.

* Fernes Dröhnen *

* Metallisches Klappern *

So, haben Sie sich wieder beruhigt?

Ja, es ist alles gut.

Ich hab auch nichts kaputt gemacht.

Ja, alles gut. Es tut mir leid.

Ich hab manchmal Panikattacken in Prüfungssituationen.

Ich muss mich dann kurz sammeln, und dann geht's wieder.

Gut.

Ich würde mich gerne beim Chef entschuldigen.

Das richten wir für Sie aus. Nein, ich möchte das.

Das ist nicht notwendig. Ich warte auch.

Herr Lichter, ruhen Sie sich aus, gehen Sie zu Ihren Kindern.

Das dauert ja nicht lange. Das Ganze dauert zu lange.

Ich stehe zu meinen Fehlern, bitte lassen Sie mich entschuldigen.

So, setzen Sie sich kurz.

ich frage mal beim Küppers nach, ob er eben Zeit hat.

Herr Lichter...

Sie wissen doch, dass wir kooperieren müssen.

Warum reden Sie denn nicht mit mir?

Frau Schmitz, dauert das noch lange?

Es gab ein paar Komplikationen, aber es wird gleich...

Sie haben ja das Formular noch gar nicht ausgefüllt.

Das ist so klein. Wie soll man das lesen?

Kommen Sie, das schaffen Sie schon.

Darf ich auch mal kauen?

Mmh, lecker. Willst du auch mal?

Ah, war gerade auf dem Klo. Warte kurz.

Nadine, das kannst du doch nicht bringen.

Ich muss doch ernst bleiben.

Stimmt.

Guten Tag.

Ernst mein Name. Guten Tag.

Freut mich, Sie kennenzulernen.

Schon besser?

Nicht wirklich.

Du musst mir schon was Trauriges sagen.

Okay.

Du bist fast 40,

hast graue Haare, bist quasi tot.

Deine Mädchen sind Gladbach-Fans.

Ist hart.

Meine Chefin plant eine Betriebsänderung.

Was für eine Betriebsänderung?

Weniger Gehalt oder Leute werden entlassen.

Nicht dein Ernst, oder?

Ich hab ihm gesagt, dass er nicht muss,

aber er wollte unbedingt.

So, Sie wollten sich entschuldigen.

Sie können jetzt... - Ja.

Ich wollte mich persönlich bei Ihnen entschuldigen

wegen des Zwischenfalls.

Es wird nicht wieder passieren. Okay, verstanden. Schönen Tag.

Ich würd das Gespräch gern nachholen.

Sie wollten sich nur entschuldigen. - Das geht nicht.

Frau Schmitz, ich hätte den Job gern.

Ja, und Sie hatten Ihre Chance.

Noch ein Gespräch. Sie haben zu viel aufgewirbelt.

Okay. Nee, das ist nicht okay.

Du hast dich wochenlang vorbereitet.

Du machst alles, was man von dir verlangt.

Du warst pünktlich, hast nichts kaputt gemacht.

Du hast kurz den Raum verlassen, dich jetzt entschuldigt.

Und du solltest noch ein Gespräch kriegen.

Das würde nicht viel ändern. Der erste Eindruck ist da.

Er ist besser auf den zweiten. * Er lacht. *

Wirklich.

Noch besser auf den dritten.

Würde er kämpfen wie Sie, würde ich es mir überlegen.

Mein Mann ist wie ich.

Gut, beweisen Sie das.

Kommen Sie nächste Woche und bringen Sie Zeit mit.

Mal sehen, wo ich Sie reinkriege, ja?

Vielen Dank. Gut.

Danke Ihnen. Sie kommen mit.

Alles Gute.

* Türgeräusch *

(flüstert) Ich hol den Rucksack.

Danke, Nadine.

* Handyklingeln *

Geh doch ran.

Was hat deine Chefin gesagt?

Sie hat eine Mail geschrieben. Keiner checkt, was drinsteht.

Alle haben Angst und ich darf das jetzt für alle übersetzen.

Die sollen dich in Ruhe lassen. Du kümmerst dich sowieso drum.

Am Ende musst du sie wieder beruhigen.

Die wissen doch, dass du die Düren immer kriegst.

Nick nicht so halbherzig.

Ja.

Du kannst sogar Scheiße labern und man glaubt dir alles.

Du glaubst mir alles, Paul.

Jeder glaubt dir alles. Die ganze Welt?

Die ganze Welt.

* Er küsst sie sanft. *

Weißt du was?

Jetzt übernehme ich und fahr

und du kannst dich ein bisschen ausruhen.

Na?

* Ruhige Musik *

* Nachdenkliche gezupfte Gitarrenmelodie *

* melodische Gitarrenmelodie *

* Popmusik im Hintergrund *

* Ulkige Laute *

Mach mal Platz, Eleni. Nein.

(Kind) Eleni, geh mal weg von der Tür!

Ach, Eleni.

Du bist unser neuer Staubsauger oder was?

Ja, Papa, ich bin ein Staubsauger.

Unser Haus ist jetzt blitzeblank.

Dann saug mal ordentlich.

* Sie reden durcheinander. *

* Eleni lacht. *

Mama, deine Kollegen haben angerufen.

Ajda auch. Dreimal. Was hast du gesagt?

Dass sie sich keine Sorgen machen sollen.

Danke, Mica.

Wie sieht's aus, Mica? Habt ihr was gegessen?

Sie hatte keinen Hunger. Steh auf, Eleni.

* Eleni macht saugende Laute. * - M-m.

Was ist das jetzt hier? Eleni, steh auf.

Was ist das hier?

Eleni hat deine Passbilder bemalt. Na super.

Hätte ich die so eingeschickt,

hätte ich den Job sofort bekommen.

Guck mal. Eleni, steh auf.

Schick. "Hey."

Ajda, hey.

Entschuldige, dass ich mich jetzt erst melde.

"Was ist passiert?" Nichts.

"Ich dachte, Paul hatte einen Unfall."

"So wie du losgerannt bist." Ihm geht's gut.

"Die Düren tut so,

als ob der Kohleausstieg eine Überraschung für sie wäre."

Ajda, du kennst sie.

Wenn Rhein-Streams Druck macht, wird die sofort nervös.

Wir kriegen die beruhigt.

"Die Kollegen drehen am Rad."

Ich hab mir schon was überlegt.

Ich ruf die gleich alle an. "Die haben alle Schiss."

Ich nicht. "Danke."

Gerne.

(flüstert) Komm, wir massieren die Mama mal.

Macht Windgeräusche dazu. So.

Ganz feste.

Mach Windgeräusche.

* Sie pusten leise. *

* Sie lachen. *

Eleni, noch fester.

Ganz feste.

Du weißt doch, die Mama hat Betonfüße.

(dumpf) So, Mica, Eleni, ab in die Kiste.

(Kind) Bitte, Papa, noch ein bisschen.

* Dumpfes Gespräch *

* Telefonklingeln *

* Weiterhin dumpfe Gespräche *

* Ruhige Gitarrenmelodie *

* Sie keucht angestrengt. *

(Mann) Bist du die Neue?

Dann geh mal hier vorne in die Werkstatt.

Die Ajda wartet da auf dich.

Das hier ist die Werkstatt. Da drüben ist die Halle.

Und das sind die Nutzfahrzeuge für den Tagebau.

Aber heute nicht anfassen. Hilf beim Schleppen.

Das hier muss da rüber. Und ab morgen bist du pünktlich.

* Maschinensurren, dumpfe Gespräche *

Nee, die muss da rüber.

* Weiterhin ruhige, gezupfte Gitarrenmelodie *

Sie müssen mir sagen,

wenn das Kind den ganzen Tag hier im Zimmer ist, verstanden?

Aber Mica ist ja ein Engelchen, ne?

Zeigst du der Mama mal das Bild, was du gemalt hast?

* Leises Stimmengewirr von draußen *

Hast du gegessen?

Schlafen wir morgen noch mal hier? Ja.

Übermorgen auch? Vielleicht.

* Leises Verkehrsrauschen von draußen *

(flüstert) Möchtest du einen Gute-Nacht-Kuss?

(haucht) Wohin?

Weiß nicht.

Komm, du musst jetzt schlafen gehen.

Ab ins Bett.

* Leises Dröhnen und Rauschen *

* Metallisches Klackern, Dröhnen *

* Radio läuft im Hintergrund. *

* Laute Gespräche *

Komm, Uwe!

(Mann) Bist du die Aurica?

Heißt du Aurica? Nee.

Wie heißt denn du noch mal? Nadine.

Charline? Nadine.

Ajda meinte, du heißt Aurica. Bist du die Rumänin oder nicht?

Nee.

War wohl die andere Bewerberin.

Wo bist du denn her? Hamburg.

Das ist doch fast Rumänien, ne?

(fern) Jawoll!

Ich heiße Paul.

Okay, dann hast du einmal verwechseln gut bei mir.

Hm? Was?

Mit wem willst du mich verwechseln?

(rufend) Paul! Will ich nicht.

Paul, komm mal rüber hier!

* Unverständliche Gespräche *

Und, wie findest du den Paul?

Weiß ich nicht.

Nicht dein Typ oder... Nee.

Wieso? Der sieht doch gut aus.

Wie sieht denn der Vater deiner Tochter aus?

Normal.

Normal?

Der Vater von Paul hat hier auch schon gearbeitet.

* Sie seufzt. *

Die beiden, die waren, du...

Das hättest du mal sehen müssen.

Er ist vor ein paar Wochen gestorben.

Und die Mutter von Paul ist auch schon tot.

Oder, Uwe? Uwe?

Na ja.

Guck mal, wie der Uwe schnarcht.

* Schnarchen *

Guck doch mal!

Wie so ein kleiner Seehund.

Ist was mit der Suppe?

Wieso?

Weil du die ganze Zeit nach unten guckst.

Guck mich mal an.

Du guckst mich nicht an.

Du guckst durch mich durch, ne? Hast du keine Freunde?

Sagt die Frau, die mir noch nicht mal in die Augen gucken kann, oder was?

* Papierrascheln *

Hier hast du fünf Euro.

Oder was sind so deine Anguckpreise?

Okay. Hier.

Reicht das?

Guckst du mich jetzt an?

Was siehst du?

Nichts.

Doch.

Du siehst was.

Du hast ein Loch in deinem Kinn.

Ich hab das tausendmal gemacht.

Machen Sie's noch mal. - Soll's jemand anders prüfen.

Herr Lichter, das ist eine Sicherheitsvorschrift.

Ich hab Ihnen das schon gesagt, ich mach das gerne.

Aber Prüfungen mag ich nicht. Ich diskutier nicht mit Ihnen.

Müssen Sie nicht! Ich weiß, was ich tu!

Muss ich noch mal machen.

Du Kuh, ey.

Wieso machst du die Prüfung nicht? Hä?

Mach doch einfach die Prüfung.

Was ist mit dir los?

Du kannst es doch, dann mach's doch.

Stresst mich halt. Dann stress dich halt nicht.

Seit wann kannst du so viel reden? Fick dich.

Was? Fick dich.

Hast du gerade "Fick dich" gesagt? Ja.

Ja?

Wow.

Leute, hört mal.

Die kann reden, die kann sogar beleidigen.

Das ist richtig krass. Kannst du noch mehr?

Ey. (Frau) Ey!

Nadine!

Paul! - Nadine!

Paul! Was soll denn das?

Jetzt lass das Mädchen. - Was ist denn los?

Mann. - Hört auf!

Hör auf jetzt, Paul.

Hey.

Was ist hier los?

Ich bin gestolpert. Sie ist gefallen.

Ich hab ihr wieder hochgeholfen. Ist alles okay?

Ja, super.

Wenn Sie nicht klarkommen, muss ich Sie trennen.

Wieso denn trennen? Wir sind doch kein Paar.

Ich hab Sie im Blick, gerade in der Probezeit.

Ja. Und Sie kommen jetzt mit.

Pisser.

(leise) Fick dich.

* Dumpfes Hämmern *

(Mann) So, Leute, macht mal hinne.

Wir müssen noch die Tagebau-Karren holen.

* Nachdenkliche Musik mit gezupfter Gitarrenmelodie *

* Leises Klingeln eines Windspiels *

* Die Gitarrenmelodie wird melodischer. *

* Leises Rauschen *

* Musik und Gitarrenspiel verklingen. *

(Mann) Nadine!

Nadine!

Nadine, komm mal bitte!

Ajda und Marco haben Stress.

* Werkzeugsurren, fernes Streitgespräch *

(Marco) Fass mich nicht an!

Was willst du denn jetzt? - Was willst du denn machen?

Ja, man sieht das doch! Bist du dumm?

* lautes Durcheinanderschreien *

Hört auf! Ey, ey! Verpiss dich.

Hey! Verpiss du dich doch.

Fuck mich nicht ab jetzt.

Die Geisteskranke hat fast die ganze Halle angezündet!

Halt die Fresse, Mann! Hört auf! So.

Man sieht doch, dass es kaputt ist. Halt jetzt die Klappe!

Die Info hatte die Ajda noch nicht.

Regen wir uns nicht wegen so einem Scheiß auf, okay?

Okay.

Marco, sehen wir uns bei der Versammlung?

Ja.

Ich repariere das. Schaffste nicht.

Ich verprügle euch gleich beide, ja?

Macht ihr mal Mittag. Ich kümmer mich drum.

* Dröhnen im Hintergrund *

* Surrende Geräusche *

* Fernes Hämmern *

* Sie stöhnen lustvoll. *

* Er atmet schwer. *

Ist alles okay?

Hey.

Alles okay?

Oder bist du eingeschlafen?

Ich muss mal aufs Klo.

* Klopfen *

Ich muss auch mal.

Das ist ein bisschen wie ein Zauberwohnwagen,

wo man alles reinpacken kann, egal wie viel.

Einfach alles rein.

Was würdest du denn mitnehmen in deinem Wohnwagen?

Was willst du da reinpacken?

(Mica) Ähm ... Eis und Schokolade.

Das ist das Allerwichtigste. Ja.

Ist doch gut. Mehr braucht man nicht.

Ich würd noch eine Badehose einpacken,

weil ich an den See will.

(Mica) Ja.

Kriegst du's nicht auf? - Ich krieg's nicht auf.

* Sie unterhalten sich leise weiter. *

* Er singt eine Melodie, sie quietscht. *

* Sie kreischt. *

Willst du nicht frühstücken?

Wir sind schon fast zu spät für dein Bewerbungsgespräch.

Eleni will wieder nicht aufstehen.

Hm.

Hast du sie schon bestochen?

Und? Hat nichts gebracht?

Ich guck mal.

Ich hab gehört, hier muss ein Bett weggetragen werden.

* Mica kichert. *

* Paul und Eleni unterhalten sich. *

Alles okay, Mama?

Alles gut.

Pass mal auf, Mica.

Kannst du das hier übersetzen?

Mit deiner App?

Arabisch und Polnisch.

(Eleni) Nein, ich will runter!

Seid ihr schon entlassen worden?

Wir werden nicht entlassen!

Oje, oje, oje, oje.

Das ist aber schwer.

* Paul murmelt. *

* Eleni quengelt. *

Mica, komm mal kurz.

Ich brauch deine Hilfe.

Drück mal die Dame ganz fest hier ... dran.

Die will nämlich auf gar keinen Fall aufstehen.

So.

Oha, was ist das denn?

Hm? Hey.

Ist heute noch was schiefgelaufen? Kann das sein, ja?

Okay, das erledigen wir sofort. Aber das kostet extra.

Da musst du hier unterschreiben.

Mach nicht so ein Theater. Das ist kein Theater.

Das ist eine meiner besten Kundinnen.

Red doch normal mit ihr. Hast du gehört? Normal.

Sag mal was ganz Normales. Hm? Was soll denn das?

Was denn? Wieso machst du so eine Show?

Ich kann auch mit so einer Fresse wie du dastehen,

aber ich weiß nicht, ob das mehr bringt.

(Mica) Komm, aufstehen.

Diesmal klappt's.

Das wird super.

* Fernes Verkehrsrauschen *

* Rauschen wird dumpfer. *

* Sie lacht sanft. *

* Aufgebrachtes Stimmengewirr im Hintergrund *

Ja, Entschuldigung, ist doch so.

Das bringt überhaupt nichts.

Nee, jetzt bin ich... - Was für eine Scheiße.

Gehen Sie bitte zurück an Ihre Arbeit.

Ich kümmer mich drum.

Sie werden nicht auf der Straße landen.

* Sie unterhalten sich weiterhin aufgebracht. *

Ja, danke für nichts.

Marco, hol mir mal den Kasten da hinten.

* Metalltür fällt laut zu. *

* Leise Nachrichten aus dem Radio *

* Unbehagliche Musik *

(Radiosprecher) "Dabei war ihnen eine Sache besonders wichtig."

(Mann) "Wir wollten, dass man im Wohnmobil alles umklappen kann."

"Dann hat alles zwei Funktionen."

(Sprecher) "Wenn Frank mit seinem Wohnmobil nicht unterwegs ist,

nutzen es seine Kinder für Pyjamapartys."

* Radio läuft weiter. *

* Schnarchen, unbehagliche Musik *

(Eleni, flüstert) Ist Papa tot?

(flüstert) Nein, natürlich nicht. Eleni, komm her.

Komm her, der schläft nur.

Na komm.

Guck mal, guck mal, guck mal.

Guck mal.

Siehst du, wie der Körper sich bewegt?

Schau mal. Schau mal zu.

Mhm.

Guck mal, der atmet. Mhm.

Der schläft ganz tief.

Nein, wo?

Wer war das?

Wer war das?

Na los, du musst ihn fangen. Hm?

Du musst ihn fangen, na los. Na komm.

* Sie kreischt aufgeregt. *

* Sie reden und kichern aufgeregt. *

* Paul schreit verspielt. *

(Mica) Könnt ihr mal leise sein? Ich muss pennen.

"Mich macht das krank. Die anderen wollen nicht mehr kämpfen."

"Du hast gesagt, der Paul kennt einen Experten."

"Die können uns nicht einfach entlassen."

Uwe, mach dir keine Sorgen.

"Der Paul spricht mit dem Typen, ja?" Genau.

Wir sprechen morgen noch mal. "Tut mir leid für die Uhrzeit."

"Schlaf gut." Schlaf gut.

Warte. Worauf?

Du bist so heiß.

Ist das eine Anmache? Nee, du bist sehr warm.

Das ist warm?

Ja, du bist mir gerade zu warm.

Soll ich mich abkühlen? Nee, passt schon.

Dann kann ich dich nicht umarmen. Gerade nicht.

* Er grummelt. *

So.

Hui.

Besser so?

Jetzt stinkst du.

Das sind die Dinger hier.

Nee, das bist du.

Wonach denn?

Nach dir.

Du findest, ich stinke?

Gerade ja.

Du musst dich jetzt nicht waschen.

Natürlich.

Ich will doch nicht, dass du neben so einem Stinker schläfst.

Das ist schon okay. Nee.

* Er haucht sie an. *

Immer noch?

Du findest, ich stinke immer noch, ne?

Ich geh duschen.

Musst du nicht, vielleicht stinke ich.

Du stinkst nie. Woher willst du das wissen?

Weil ich dich schon beim Arbeiten, beim Kochen, beim Kacken,

beim Kinderkriegen, Kindermachen gerochen habe

und du stinkst einfach nie.

Du hast eine schlechte Nase. Hm.

Wieso lächelst du jetzt?

Weil ich muss.

Lächelst du so?

Was ist denn jetzt mit meinem Lächeln?

Ich frag nur, lächelst du immer so?

Du weißt doch, wie ich lächle.

Sieht so aufgesetzt aus.

Scheiße.

Was?

Jetzt riech ich das auch. Was denn?

Krass, so riech ich?

Du lebst seit Jahren mit so einem stinkenden Typen da zusammen

und sagst nichts.

* Belebte Musik, Stimmengewirr *

* Jubeln, Lachen *

Alles gut bei dir?

Ist jedes Karneval das Gleiche.

Ich freu mich das ganze Jahr über

und wenn's so weit ist, könnt ich einfach nur pennen, ja.

Ich bin platt.

Will deine Tochter nicht feiern?

Die schläft oben im Zimmer.

Was hat die für ein Kostüm an?

Warum hast du so ein Scheißkostüm an?

Eine Wette verloren.

Gegen wen?

Gegen meinen Paps.

Hab gewettet, dass er diesen Karneval noch überlebt.

Er hat dagegen gewettet.

Und der Verlierer musste als Badezimmer gehen.

Und der Gewinner? Als Zitrone.

Ich hoffe für den guten Mann, dass er die Zitrone anhat.

Wann ist denn dein Vater gestorben?

Vor zwei Monaten etwa.

War im Rhein pissen.

Hat schon zwei Schlaganfälle gehabt und dann kam Nummer drei.

Dann hat sich der Rhein den geschnappt.

Gedacht, was zappelt denn da so rum?

Dann bin ich später zum Rhein gefahren

und hab den Rhein dann verprügelt.

Bam. Links.

Bam. Rechts.

Aber hab ihn nicht umgebracht.

Hab ihn weiterfließen lassen.

Obwohl er meinen Paps aufm Gewissen hat.

Weißt du, mein Paps...

* Stimmengewirr rückt in den Hintergrund. *

Mein Paps hat sein Leben lang ...

die Scheiße, die da durch die Türme geschossen kommt, eingeatmet.

Und er hat mir immer für die Prüfungen

die Spickzettel geschrieben.

Weißt du, mein Vater hatte seine Lippe immer so...

Einmal, als er am Schlafen war, hab ich so mit einem Finger...

Für einen kurzen Moment,

wie er da lag ...

wollt ich ihn einfach nur küssen.

Und dann?

Dann hat er angefangen zu sabbern.

Und ich hab ihm den Mund abgewischt.

Meinem Paps.

* Ruhige, bedrückte Musik *

* Melancholisches Gitarrenspiel *

* Das Stimmengewirr wird wieder lauter. *

(Frau) Paul, los. Aufstehen.

Komm schon.

* Bewegte Popmusik *

♪ Solang wir noch am Leben sind.

Am Lachen, Kreischen, Tanzen sind.

Solang wir noch am Leben sind. ♪

* Musik wird flotter. *

♪ Solang wir noch am Leben sind.

Am Lachen, Kreischen, Tanzen sind.

Solang wir noch am Leben sind.

Solang wir noch am Leben sind. ♪

* Die Musik ist jetzt peppiger. *

Leute, bitte seid ruhig.

Nimm doch die Abfindung.

Das ist doch nicht dein Ernst, Marco.

Mit dir rede ich doch gar nicht.

Ich hab hier jede zweite Maschine repariert.

Ich geh nicht einfach.

Deswegen gehen die auch alle nicht mehr.

Der Paul findet doch auch keine neue Arbeit.

Es ist schwierig. Die Abfindung ist zu niedrig.

Dafür haben wir uns nicht so angestrengt.

Es gibt noch andere Möglichkeiten

bei einer Betriebsänderung.

Red doch nicht wie die Düren.

Betriebsänderung heißt Massenentlassung, fertig.

Das ist so, als wenn du sagen würdest, du bist nicht tot,

du hast dich nur geändert. Ist doch so.

Nee, eben nur zum Teil.

Wir können mit der Düren noch sprechen.

Wir müssen gucken, was uns wichtig ist.

Was soll die Düren da machen, wenn Rhein-Streams spart?

Uwe, du weißt doch, wie die Düren ist.

Die lässt uns glauben, es gäbe keine andere Option.

Was kann die Düren für den Kohleausstieg?

Sie soll Rhein-Streams nicht in den Arsch kriechen.

Dann gäb's uns nicht mehr!

Nee, die Düren redet mit den Ärschen,

aber kriechen, das müssen wir.

Scheißen wir auf Rhein-Streams. Das müssen wir ja nicht.

Kohle ist eh vorbei.

Rhein-Streams braucht uns beim Rückbau.

Rhein-Stream braucht uns für den Rückbau.

* Marco und Ajda streiten. *

Rückbau! Wenn aus dem Tagebau mal ein See werden soll...

Leute, wenn aus dem Tagebau mal ein See werden soll,

dann brauchen die Fahrzeuge zum Rekultivieren.

Wir kennen die neuen Modelle, wir kennen die alten Modelle.

Wir können die kombinieren.

Rhein-Stream denkt, sie gehen einfach zur Konkurrenz,

aber es gibt gar keine.

Die können nicht mal einen Reifen wechseln.

Bevor hier irgendjemand gehen muss

oder wir noch weniger Gehalt kriegen,

müssen wir uns einfach ein bisschen anpassen.

Wir müssen miteinander reden. Anpassen...

Wie die Käfighühner sind wir am Arbeiten.

Ich kann das nicht mehr hören, dieses Anpassen.

Wo kommen wir denn da hin?

Weißt du nicht mehr, wer du bist. Aber wir wissen das.

Ja, ich weiß nicht... Doch, Marco, das weißt du.

Ajda ist die beste Mechatronikerin im ganzen Rheinland.

Ist auch die einzige.

Und der Grund, warum wir so viel lachen.

Wer bin ich dann? Du kennst alle Maschinen.

Wann habe ich denn das letzte Mal einen Witz gemacht?

Nee, ehrlich, Leute.

Wann habe ich das letzte Mal einen Witz gemacht, hm?

Du redest immer von so Sachen, die vor 100 Jahren mal so waren.

Der Zusammenhalt, die gute Arbeit, meine Witze. Aber wann?

Du hast neulich mal die Düren nachgemacht.

Ha! - Ja, das war toll.

Das war klasse. - Mach noch mal, Ajda.

Ajda. - Komm.

Ajda, Ajda, Ajda, come on!

Also, ich sehe ganz viel Potenzial, ganz viel Potenzial.

* Sie lachen, ein Handy vibriert. *

Ihr müsst euch nur erniedrigen lassen,

aber dann ganz viel Potenzial.

* Sie lachen und klopfen Applaus. *

* Piepen *

* Stille *

* Freizeichen *

"Alles gut?"

Bin stehen geblieben. Der Tank war leer.

Kannst du bei Heiko anrufen und fragen,

ob du sein Auto haben kannst und mich abholen?

"Wo bist du denn?"

Hinterm Kraftwerk aufm Feldweg.

"Unserem?"

Nee, bei den neueren.

"Wie bist du denn jetzt da gelandet?"

Hab mich verfahren.

"Okay. Ich komm."

* Ruhige Musik *

* Fernes Verkehrsrauschen *

* Melancholische, gezupfte Gitarrenmelodie *

* Musik verklingt. *

Was ist los?

Was ist los?

Sprich mit mir, komm!

Ich weiß es nicht.

Gott, du frierst ja richtig.

Komm mal her.

Weißt du, was ich mir immer schon gedacht hab?

Der kleine, der kann weg.

Hast du schon mal drüber nachgedacht?

Nein, wieso?

Ich find den überflüssig.

(lacht) Ne, Kleiner, du bist überflüssig.

Ich hab heute einen Anruf bekommen.

Und?

Wir haben's geschafft.

Was heißt das?

Dass ich den Job bekommen hab.

(männliche Stimme) Diesmal hat's endlich geklappt.

Wieso hast du es mir nicht vorher gesagt?

Hab ich noch nicht geschafft.

Wieso hast du mich nicht gleich angerufen?

Ich wollte dich überraschen.

Wieso freust du dich gar nicht?

Ich freu mich doch.

Ich kann nächsten Monat schon anfangen.

Also, ist erst mal nur die Nachtschicht.

Aber ich hab mir schon überlegt, wie wir das mit den Kindern machen.

Weißt du, was die gesagt haben?

Die haben gesagt, ich hätte die

mit meiner kommunikativen und leidenschaftlichen Art überzeugt.

Gut, ne?

Ich wusste gar nicht, dass die noch Komplimente machen.

Vielleicht machen die das bei jedem.

Nee, du bist so.

Darf ich dir eine runterhauen?

Klar.

Brauchst du mal Zeit für dich?

Nee, ich brauch Zeit für dich.

Hast du eine Minute?

Klar.

Ich muss den Vorsitz abgeben, Ajda.

Ach, wieso?

Ich schaff das nicht mehr.

Wenn's einer schafft, dann du.

Paul braucht mich. Ich...

Hat's mit dem Job nicht geklappt?

Doch, doch. Diesmal hat's geklappt.

Warum braucht er dich dann?

Kennst du das, dass du manchmal ...

einen fremden Mann anguckst und das komisch findest,

wie der redet oder ...

was der sagt?

Und nach einer Weile fällt dir auf, dass es dein Mann ist?

Nein, kenn ich nicht.

Kannst es dir ja vorstellen. Nee, kann ich nicht.

Der Paul kann auch mal was ohne dich hinkriegen.

Macht er schon.

Na ja, also...

Du kannst ja jetzt nicht aufhören.

Die anderen reden jetzt schon darüber,

die Abfindung zu nehmen und so, aber ...

die haben ja auch alle Hobbys, Familie und so einen Scheiß.

Ich hab nur den Job.

* Ajda seufzt schwer. *

* Sie schluchzt leise. *

Du sagst mir, wenn ich verbittert bin, ja?

Du darfst es nicht zu spät sagen, sonst ...

hör ich dir nicht mehr zu.

Du bist verbittert. * Sie lacht sanft. *

Bin ich gar nicht.

Hm.

Früher hast du viel fester zugedrückt.

Warum hab ich mir eigentlich damals den Paul nicht geangelt?

Willst du ihn haben?

Nee.

Das würde mir das Herz brechen,

wenn ihr beide nicht mehr zusammen wärt.

* Ruhige Musik *

* Videospielklänge *

"Wow, you can do it."

* Nadine kichert. *

Yeah.

* Piepen *

"Awesome."

* Paul lacht herzhaft. *

Komm, wir gehen zusammen.

In die Mitte.

* Ruhige Musik *

* Sie kreischen verspielt. *

Komm, schneller.

Wie soll ich denn schneller? Komm doch mal!

Nicht weglaufen! Aufpassen, Blumentöpfe.

Was? Komm, schneller.

Darf ich? Noch nicht.

* fernes Hundebellen *

Jetzt kannst du aufmachen.

* Leises Vogelzwitschern *

Nee, ne?

Bist du komplett verrückt?

Den mochtest du doch.

Bist du wahnsinnig?

Das ist der beste.

* Die Kinder unterhalten sich im Hintergrund. *

Aber der ist geliehen, ne?

Gefällt er dir nicht mehr?

Doch, aber das können wir uns nicht leisten.

Wo geht's hin? Du willst jetzt los?

Ja. Komm. Komm, Mica. Komm, Eleni.

Wer fährt? (Mica und Eleni) Ich.

Okay.

Ich will fahren.

Ich will auch fahren!

Ich kann es nicht mehr aushalten!

* Sanfte Gitarrenmelodie *

Nadine.

Nadine.

Komm mal kurz.

Schau mal, die Düren mal wieder mit ihrem Mann am Streiten.

Dritte Mal die Woche schon.

Denkst du, die trennen sich?

So wie die Düren drauf ist, könnte es auch eine Anmache sein.

Nein, die hat vielleicht nicht alle Latten am Zaun,

aber das ist keine Anmache.

Ich glaub, die machen einen Deal gerade.

Was denn für einen Deal?

Dass sie sich in Zukunft besser anlügen.

* Reißverschluss wird geöffnet. *

* Sie atmen lustvoll. *

* Kusslaute *

* Klappern *

* Sie atmet erregt aus. *

Fühlt sich so ein Ultraschall an?

Mach mal die Zunge raus.

Mhm.

* Er kichert sanft. *

Eher so, ein bisschen ... kälter.

Haben deine Eltern auch in einer Fabrik gearbeitet?

Nee, die sind Bauern.

Und die Mica?

Was will die später mal werden?

Als ob du das nicht weißt.

Du musst mich so was nicht fragen.

Ja, aber ich will es ja wissen.

Was bringt denn das? Ja, nix.

Ja, dann frag doch nicht.

Du weißt es nicht, oder? Nee.

Ist okay. Nee, ist nicht okay.

Doch, ist okay.

Du musst nicht alles über deine Tochter wissen.

Du musst mich jetzt nicht aufbauen.

Aber ich kann's. Nee.

Denkst du, ich bin dazu nicht in der Lage?

Du bist doch selber so ein Schisser.

Bist du dumm? Bist du dumm.

Dann bin ich ein Schisser, aber ich krieg's hin.

Nadine!

Nadine, warte mal!

Nadine?

Ich kann das.

Ich beruhig dich nicht, wenn du das nicht willst.

* Er atmet angestrengt. *

Aber...

Ich kann für dich weinen, wenn du grad nicht kannst.

Mach ich gut.

Dann mach mal.

Keine Angst, ich tröste dich nicht.

* Leises Rauschen im Hintergrund *

Nach der Geburt hab ich immer gedacht,

dass ich einfach nur müde bin.

Und deshalb diese Gefühle nicht hab.

Irgendwann, da war ich nicht mehr müde

und die Gefühle waren trotzdem nicht da.

Jetzt ist sie schon fünf.

Sie lächelt mir jeden Tag zu, aber ich ... kann ihr nichts zurückgeben.

Und sie merkt das ...

und lächelt trotzdem, aber ich kann nicht.

* Sie wimmert leise. *

Sie weiß, dass du sie liebst.

Aber woher weiß ich das?

(flüstert) Weil ich es dir sage.

Du kennst mich nicht.

Aber ich weiß, wie Menschen aussehen, die nicht lieben können.

Und wie sehen die aus?

So sehen die aus.

Aber in dir sehe ich Liebe.

Versprichst du es mir?

Ja.

* Dumpfes Rauschen *

* Starre Klänge *

Komm, schieb doller!

Mama, weiter!

Komm.

Schnell!

Juhuu!

Wuhuhuhu!

Wuuh!

Mica, ich möcht auch mal.

* Sie lachen vergnügt. *

* Vergnügte Laute *

(lacht) Ein Kamel!

Ein Drache.

Ein Drache? Okay.

Hätt ich fast nicht erkannt. Ein ganz lieber Drache.

Ein ganz böser Drache. Ach was.

Der kann dich fressen. Was frisst 'n der?

Äh ... Was frisst du? Hände.

Hände!

Oh, ja. Davon hab ich genug. Wie viel brauchst du denn?

Eine.

Eine nur? Die hab ich da.

Bitte schön.

Richtig essen.

Dein Drache hat aber spitze Zähne.

Das weiß ich.

* Durchsage im Hintergrund, fernes Kinderstimmengewirr *

Hey. Hey.

Das reicht.

Das reicht!

Das reicht!

Ey! Das kannst du nicht machen!

Das will ich nicht.

Du entschuldigst dich bei der Mama, das tut ihr weh.

Du hast ihr wehgetan, das machst du nicht noch mal.

Die Mama aber auch nicht. Die Mama hat nur gespielt.

Und du hast ihr wehgetan.

Man zieht nicht an den Haaren, ja?

Hast es ja auch oft genug versucht, ne?

Ich mein, dass du wieder einen neuen Job hast,

das freut mich echt.

Ich mach mich aufm Weg. Ciao. Tschüss.

* Stimmengewirr, Besteckklimpern *

Wieso hast du dem nicht eine verpasst?

Wieso?

Der hat dich behandelt, als wärst du so ein Diener.

So ein Diener?

Hast du nicht gemerkt, wie der dich angefasst hat?

Ich hatte das Gefühl, der will was von mir.

Du warst immer lustig.

Du hast ja grad gelacht, ne?

Ja, aber du warst immer richtig lustig.

Nee, ich war nie lustig.

Dein Humor, ne? Der war einfach nur sehr einfach.

Du hast sogar gelacht,

wenn ich auf einer Bananenschale ausgerutscht bin.

Ja, warum rutschst du nicht mehr aus?

Weil ich nicht dumm bin. Weil du vorsichtig geworden bist.

Weil ich dem nicht sofort eine verpasst hab?

Du regst dich ja nicht mal mehr auf.

Will ich auch nicht. Komm her.

Findest du die hübsch? Guck nicht so schnell.

Ja.

Willst du mal mit der reden?

Wieso?

Weiß nicht, find ich lustig.

Flirte doch mal mit der.

Ich flirte lieber mit dir.

Komm.

Flirte du doch mit der.

Ich kann das nicht. Ich bin nicht so charmant.

Nadine, was ist los?

Wieso? Wir haben doch immer so Sachen gemacht.

* Ruhige Musik *

* Musik verklingt. *

* Fernes Kinderjauchzen *

Du warst richtig erfolgreich. War gute Idee mit dem Foto.

Hat sich scheiße angefühlt.

Wieso?

Weil sie sich falsche Hoffnungen gemacht hat.

Du warst einfach nur voll charmant. Nein.

Es war einfach nur dumm.

Paul.

Was ist los? Willst du was anderes anziehen?

Nein.

Komm, Eleni, lass Papa den Schlafanzug anziehen.

Ich will das nicht. Macht er doch immer.

Papa soll rausgehen.

Lass ihn dir den anziehen! Nein.

Doch. Komm, Paul, die soll sich nicht so anstellen.

Wenn sie nicht will. Ich kann's machen.

Nee, Paul macht's. Nein.

Hör mal, Freundchen.

Reiß dich zusammen, sonst geht's nach Hause.

Und zwar sofort. Hast du das verstanden?

Komm.

Ich will nicht nach Hause.

Willst du nach Hause? M-m.

Siehste?

Müssen wir ihn doch anziehen. Zack.

Was ist los, Äffchen? Hm?

Geh weg.

Wohin denn? Weg.

Der Papa bleibt hier.

Siehst du.

Ganz von selbst. Zack.

Fertig.

So, war das jetzt so schlimm?

Ob das jetzt so schlimm war?

Es ist okay.

Hey, Eleni, ist alles gut. Nee, du tröstest sie jetzt nicht.

Sie weint doch! Natürlich darfst du die trösten.

Nee, ihr tröstet sie jetzt nicht. Sie soll sagen, was los ist!

Wir trösten sie jetzt! Das kann doch mal passieren!

Warum soll der Papa nicht, hm?

Sag doch, dass ich gehen soll und nicht der Papa.

Sag nicht so einen Scheiß.

Dann soll sie wieder lieb zu dir sein.

Siehst du doch, kann sie gerade nicht.

Dann soll sie halt so tun.

Das kann man doch nicht so einfach!

Natürlich kann man das.

Bin gleich wieder bei euch, Äffchen.

(Mica, leise) Es ist alles gut.

Ist gar nicht schlimm.

Hm?

Hey.

Komm.

Hey.

Hey.

Hm?

Komm.

Ich muss dir was zeigen.

Jetzt?

Ja, jetzt. Komm.

Komm, komm mit.

* Leises Maschinensurren im Hintergrund *

* Das Surren verklingt. *

Zieh mal die Schuhe aus.

Wie die Mica hier vorhin rumgesprungen ist, was?

Die hat so eine Kraft, das ist unglaublich.

Hab ich noch nie gesehen.

In ein paar Jahren ist die bei Olympia, ich sag's dir.

Und welche Disziplin? Alle.

Laufen, Schwimmen, Schunkeln, mit Doping, ohne Doping.

Die macht alles einfach.

Und wir machen dann so ein Familiendings auf,

müssen wir gar nicht mehr arbeiten.

Und du bist dann der Manager oder...

Nee, Eleni.

Die macht dann die Deals und sagt dann immer nur:

"Ich will nicht, ich will nicht."

Dann haben alle Schiss vor der, verstehste?

Was machen wir dann?

Ich mach Fanpost.

Ja, ich schreib dann immer so ganz, ganz lieb zurück,

und dann sag ich so:

"Oh, ja, tut mir leid, Junge, ich versteh, dass du die liebst,

aber das muss ich dir jetzt mal so sagen,

das ist einfach eine Nummer zu groß für dich, das tut mir leid."

Und du, ähm...

Du chillst einfach in so einer Villa.

Hast eine Affäre mit einem Gärtner.

Isst dich die ganze Zeit nur voll.

Paul.

Und hin und wieder musst du ein paar Paparazzis verprügeln,

aber das machst du ja mit links.

Paul. Warum lieb ich dich nicht mehr?

Du liebst mich noch.

Ja?

Ja.

Oder willst du mich nicht mehr lieben?

Doch, ich will das, aber ich weiß nicht mehr, wie.

Dann hör auf, das zu versuchen.

Kann ich nicht.

Mach dir keine Sorgen.

Ich kämpf um dich.

Aber Paul, was ist, wenn du nicht gewinnen kannst?

Dann verklag ich deine Liebe.

Und meine Liebe hat die besseren Anwälte und mehr Geld.

Dann bring ich die um.

Und dann lieb ich dich wieder.

Ja.

* Getragene Klaviermelodie *

* Klaviermelodie wird etwas flotter. *

Kannst die Augen aufmachen.

Kann der Paul auch die Augen zumachen?

Und dann kommt die erste.

Zack.

Zack.

Ich krieg dich, Mama!

Mica, du schaffst das!

Mica!

Der Paul kriegt dich gleich!

Hey!

* Sie kichert vergnügt. *

"Es herrscht große Ungewissheit in der Kohleindustrie."

"Während Rhein-Streams weiter Milliardengewinne macht,

werden kleinere Unternehmen um ihre Existenz fürchten müssen."

(gedämpft) Nadine!

Nadine! Nadine, hör mal!

Nimm mal die Dinger ab!

Der Paul hat sich eingesperrt.

Er hat die Prüfung geschmissen und die Düren will ihn rausschmeißen.

Kannst du mal bitte mit ihm reden?

Was soll ich denn da machen?

Sie hört auf dich.

Paul!

Alles gut bei dir?

* Panisches Atmen *

* Paul schlägt laut gegen eine Tür. *

Paul.

* Er atmet weiterhin panisch. *

Paul.

Beruhig dich.

Alles gut.

Hey, Paul.

* Er schlägt laut gegen den Spind. *

* Er atmet schwer. *

* Er atmet weiterhin schwer. *

Hey.

Paul.

* Er atmet weiterhin schwer und schnieft. *

* Ruhige Musik setzt ein. *

* Die Kuh schnaubt. *

* Die Musik wird melodischer. *

* Gitarrenspiel setzt ein. *

(Mann) Ist doch scheiße. - (Mann) Versteh ich nicht.

* Stimmengewirr *

Bestimmt hat die wieder eine Ausrede.

Leute! Hey, Leute!

Wir haben nicht viel Zeit.

Die Düren wollte heute auch noch vorbeikommen.

Hört euch doch einmal an, was der Paul zu sagen hat.

Ich hab mit einem alten Freund gesprochen,

der sich rechtlich ganz gut mit diesen Sachen auskennt.

Er sagt, dass ihr gegen Düren klagen müsst.

Aber das kann nur funktionieren,

wenn ihr alle zusammen an einem Strang zieht.

(Ajda) Das überzeugt die Düren bestimmt, wenn wir ihr sagen,

dass der Typ, den sie rausgeschmissen hat,

jetzt sagt, dass ihr Antrag keinen Sinn macht, ne?

Ja, ist bestimmt überzeugender, wenn du redest, ne?

Marco, ich hau dir auf die Fresse. - Mach doch.

Damit du wieder petzen kannst?

Geh einfach. Keiner braucht dich.

Marco! Hör auf, sie zu provozieren.

Ajda, du auch. Hey!

Halt die Fresse! * Marco ächzt. *

Bist du bescheuert?

Stopp, Marco...

Lass mich!

Jetzt lass!

Beruhig dich! Ey!

Alles gut, ist gut.

So, mir reicht's, Leute!

Ich geh nach Hause. Nein, du bleibst hier.

Setz dich hin und wir reden gleich alle weiter.

Komm, wir spülen das aus.

Komm, wir holen ein Pflaster.

* Sie ächzt. *

* Dumpfes Murmeln *

* Eine Tür wird geöffnet und geschlossen. *

* Klopfen *

Nadine?

Hey.

* Er klopft mehrmals. *

* Leises Stimmengewirr von draußen *

Wo ist denn Ajda?

Weiß ich nicht.

Mhm.

Du hast alles richtig gemacht.

Ich will nicht mehr.

Wir reden mit Ajda. Die entschuldigt sich.

Ich will nicht mehr, Paul.

Wieso haben wir die alle eingeladen?

Die überzeugen wir noch.

Ich will nicht mehr. Ich will die alle nicht mehr sehen.

Ja, musst du gar nicht.

Guck mal, ich halt dir die Augen zu. So.

Ey.

Jetzt guck mich mal an.

Mich kannst du noch sehen. Wir kriegen das hin.

(kaum hörbar) Ich will nicht mehr.

Wir kriegen das hin.

Ajda hört auf dich.

Ja?

Ich will nicht mehr.

Na los.

Du sollst mir doch sagen, wenn ich verbittert bin.

* Dumpfes Murmeln *

Du bist nicht verbittert.

Tut mir leid.

Leute, das geht nicht.

Dass die euch noch so weit kriegt,

dass ihr euch gegenseitig auf die Fresse haut.

Jetzt mal ganz im Ernst. Ihr seid im Recht.

Das Ganze kann aber nur funktionieren,

wenn ihr alle geschlossen die Abfindung ablehnt.

Deshalb, denke ich, solltet ihr mal abstimmen.

Okay. Wer macht mit?

Was ist mit dir?

Sehr gut.

Sollen wir das dann mal so festhalten?

Gut, dann sind 14 dafür, niemand dagegen und keine Enthaltung.

Könnt euch mal beim Paul bedanken.

Ja, danke, Paul.

* Sie bedanken sich. *

Kannst du den Paul mal umarmen?

Was? Wie meinst du?

Na, geh rüber, sag Danke und umarm ihn ganz fest.

* Vereinzeltes Kichern *

Danke, Paul.

Ihr alle, nicht nur der Uwe.

Ja, na los. Sag Danke, Ajda. Marco, umarm ihn.

Dieter!

Selim, Peter.

Danke, Paul.

Danke, Paul.

Richtig umarmen, oder weißt du nicht mehr, wie das geht?

Sollen wir eine Pause machen? Erst wenn dich alle umarmt haben.

Hey.

Na also, geht doch.

So, Marco, komm. Jetzt du.

Richtig, Junge. Komm, richtig.

Ist gut jetzt, Nadine.

Hey.

Ist gut.

Nadine, sollen wir dich mal umarmen?

Nee, den Paul!

Der Paul ist der einzige Grund,

warum ich euch alle Jahre ausgehalten hab.

Der einzige Grund, wenn ihr wieder rumgeheult habt.

Dann hab ich nur den Mut nicht verloren,

weil der Paul für mich da war.

Nur deswegen. Also könnt ihr ihn doch mal kurz umarmen.

Nadine.

* Tür wird geöffnet. *

* Sie schließt die Tür. *

Du hast es geschafft, Paul.

Ich hol mal einen Lappen.

* Leises Klappern aus dem anderen Raum *

Du hast es geschafft.

Was machst du da?

Hör doch auf.

Was ist eigentlich mit dir los, Mensch?

* Türsummer *

* Er öffnet die Tür. *

(Frau) Guten Abend. Guten Abend. Kommen Sie rein.

* Die Tür wird geschlossen. *

Die Düren ist da.

Entschuldigen Sie, dass ich es nicht geschafft hab,

rechtzeitig hier zu sein.

Ich nehme an, die Kollegen sind schon weg.

* Sie seufzt. *

Wie geht's Ihnen?

Gut.

Wir haben Ihren Vorschlag gründlich besprochen,

aber haben einige Fragen dazu.

Ist es richtig, dass Ihr Plan zur Betriebsänderung...

Das ist alles nicht mehr aktuell. Natürlich ist das aktuell.

Ihre Planung zur Betriebsänderung

ist arbeitsrechtlich nicht erlaubt.

Nein. Ich war bei einer Versammlung von Rhein-Streams.

Die planen eine neue Ausschreibung für den Abbau vom Tagebau.

Was heißt das?

Wird sich sowieso noch mal alles ändern.

Das können Sie nicht so stehen lassen.

Ist alles nicht mehr aktuell. Dann ist es mir scheißegal!

Meine Frau reißt sich hier nächtelang den Arsch auf,

nur weil Sie sich so eine Scheiße ausdenken.

"Ist nicht mehr aktuell"!

Sie müssen sich jetzt erst mal keine Sorgen mehr machen.

Rhein-Streams steht unter Zeitdruck.

Wir haben gute Chancen,

die nächste Ausschreibung ohne Kürzungen zu bekommen.

Dann erklären Sie uns mal, wie Sie sich das hier vorgestellt haben.

Das spielt doch jetzt keine Rolle mehr.

Ich werde Sie trotzdem verklagen.

Wofür?

Dafür, dass meine Frau mich nicht mehr liebt.

* Türsummer *

* Er öffnet die Tür. *

Hey, meine Äffchen. Na? Vielen, vielen Dank.

Ist sie nicht eine tolle Nachbarin? (Eleni) Ja.

Wie war's? Cool!

Danke. (Frau) Gerne.

Tschüss, schlaft gut. - (beide) Tschüss.

* Sie unterhalten sich leise im Vorraum. *

Es tut mir leid für Sie.

Sehe ich so traurig aus oder was?

(Eleni) Ja. - (Mica) Na ja.

Ich bin so traurig, weil ihr mir gefehlt habt.

* Die Tür wird geöffnet und geschlossen. *

* Die Kinder und Paul unterhalten sich leise im Vorraum. *

* Klackern *

* Sie wimmert verzweifelt. *

* Bedrückte Musik setzt ein. *

* Ruhige Gitarrenmelodie *

Viel Spaß beim Pizzaessen, meine Äffchen.

Danke. - Ja.

Esst eine für mich mit.

Ja.

Magst du noch mitkommen?

Bin gleich da.

* fernes Verkehrsrauschen *

* Sie schlagen die Türen zu. *

* Quietschen *

* Er klopft an das Fenster. *

(Mann) Ja, was kann ich für Sie tun? Tag.

Mein erster Arbeitstag heute, Paul Lichter.

Ach, richtig, stimmt. Hallo, Herr Lichter.

Super, dass das geklappt hat mit dem Job.

Sie finden den Weg. Man kommt Sie da abholen.

Einen schönen ersten Arbeitstag. Komm.

Hallo. Hallo.

Bis wohin soll ich mitkommen?

Nur kurz bis zum Chef, ja?

Ich kann nicht.

Klar, wir können auch hier warten.

Ich will nicht hier mit dir warten, Paul.

Okay.

Dann sehen wir uns später.

* Ferner Verkehrslärm *

Wenn die hier scheiße sind zu dir,

ne, dann lässt du dich nicht unterkriegen.

Wenn die dann weitermeckern, dann ...

sagst du denen:

"Nee, Kollege, ich bin nicht langsam, ich bin ruhig."

Wenn der Chef sagt, dass du Scheiße redest,

dann sagst du denen, dass du für gute Laune sorgst.

Und wenn die deine Witze nicht verstehen,

dann weißt du, dass die dumm sind, ja?

Klar.

Versprichst du mir, dass du dir das dann denkst, Paul?

M-m.

(leise) Bitte.

Dafür bist du dann da.

Du bist die Beste darin.

Und ich bin der Beste darin, dir zuzuhören.

Oder findest du, ich hör nicht mehr gut zu?

Doch.

Scheiße, du hast recht.

Ich sag ganz oft "Mhm"

und dabei hab ich dir gar nicht richtig zugehört.

Das machen alle mal.

Ja, aber bei dir sollte das keiner machen.

(Mann) So, Herr Lichter, heut geht's endlich los, ne?

Ich komm gleich, ja? Komm gleich.

Vielleicht muss ich jetzt mal was Kluges sagen.

Und du darfst einfach nur zuhören.

Schön, wenn andere mal klug sind.

Vielleicht kennen wir uns einfach zu gut.

Irgendwann werden wir alt, dann vergessen wir Dinge,

und dann können wir die wieder neu entdecken.

Sagen Sie mal, dauert das noch lange hier?

Das ist wichtig gerade, ja?

Und wie oft hast du mir gesagt,

dass du keinen Bock mehr auf die Arbeit hast?

Und was hab ich gemacht?

Ich hab dir nur so Scheiß- Durchhalteparolen gesagt, ne?

Aber ich mach das jetzt nicht mehr.

Du musst nicht mehr durchhalten.

Hast du ja lange genug gemacht, du hast die ganze Zeit durchgehalten.

Du kannst jetzt einfach nur schlafen.

Ich mach das jetzt und dann liebst du mich wieder.

Machen Sie wieder so ein Theater?

Ich mach hier kein Theater, ja? Ich muss das kurz klären.

Klären Sie das woanders.

Ich muss kurz reden. Können Sie nicht.

Lassen Sie mich nicht warten. Schmeißen Sie mich raus!

Ihr Ernst? Sie sind mir scheißegal!

Er meint das nicht so. Natürlich mein ich das so.

Ich mein das so.

Soll ich dem eine reinhauen? Soll ich?

Eine verpassen? Richtig?

Oder...

Oder soll ich den anflirten?

Nicht weinen, he.

Nicht weinen.

Soll ich dem eine verpassen?

Oder ich küsse den einfach?

Paul... Darf ich Sie mal küssen?

Herr Lichter. Ist für eine gute Sache.

Er ist nur aufgeregt.

Was ist denn mit dir, ey?

Herr Lichter.

Hey! Hey, Herr Lichter!

Hey!

Hey!

Frau Lichter...

Die haben ja gar keine Türen.

Die haben gar keine Türen hier.

* Er atmet schwer. *

* Er atmet tief durch. *

(verweint) Sie können sich auf ihn verlassen.

Gut, dann...

Dann beruhigen wir uns wieder und vergessen das

und fangen noch mal ruhig von vorne an.

Gut, Herr Lichter?

Gut.

Herr Lichter?

* Ruhige Musik setzt ein. *

* Eine Tür fällt quietschend zu. *

* Getragene Klaviermelodie *

* Geräusche von einem Videospiel *

Eleni, du siehst aus wie ein Alien.

(mit Roboterstimme) Wollen Sie ein Raumschiff kaufen?

So reden keine Aliens.

(flüstert) Wollen Sie ein Raumschiff kaufen?

(flüstert) So auch nicht.

Aber das Raumschiff nehm ich trotzdem.

(flüstert) Das geht nur, wenn du sagst, ich bin ein Alien.

* Piepsen des Spiels *

Okay, du bist ein Alien.

(haucht) Ich bin auch eins.

(Eleni) Mama, aber das geht nicht.

Warum?

Du bist doch das Raumschiff.

Ach so.

* Ruhige Musik *

* Nachdenkliche Gitarrenmelodie setzt ein. *

(Frau) So. Schön, dass Sie jetzt da sind.

Tut mir leid, dass Sie warten mussten.

Manchmal hat man keinen Einfluss, wenn sich's ein bisschen verzögert.

Äh, Herr Lichter. Ja?

Sie wollen arbeiten? Ja.

Das ist schon mal gut. Ja.

Und darf ich fragen, wer Sie begleitet?

Das ist meine Frau.

Gut. Haben Sie die Papiere schon ausgefüllt?

Ja. Dann geben Sie mal her.

Wie lange sind Sie schon verheiratet?

Wir sind nicht verheiratet. Ist doch nicht Ihre Frau?

Nein, ich will sie heiraten.

Aber die Dame ist sich nicht sicher?

Ich hab sie noch nicht gefragt.

Gut, fragen Sie sie nachher. Wir sind hier ja wegen Ihres Jobs.

Sie haben angegeben,

dass Sie hin und wieder unter leichten Panikattacken leiden.

Gibt's noch weitere... Ja, ja.

Ja, ich bin Hals über Kopf verliebt.

Wollen Sie ihr kurz den Antrag machen?

Alles gut.

Gut, dann lassen Sie uns beim Thema bleiben.

* Sie räuspert sich. *

In welchen Situationen haben Sie diese Panikattacken?

Ja, Prüfungen und so.

Empfinden Sie dieses Gespräch gerade als Prüfung?

Na ja, wenn die nachher Nein sagt, hab ich wohl verkackt, ne?

Hatten Sie mit dem Arbeitgeber mal

über eine alternative Position in derselben Firma gesprochen?

Das war eine fristlose Kündigung. Sie waren Kfz-Mechatroniker?

Mhm. Gut.

Sie müssen in Zukunft flexibel sein.

Es kann auch eine Weile dauern.

Ich kann Ihnen nur das vorschlagen, was auch angeboten wird.

Und es ist möglicherweise nicht so einfach.

Vielleicht müssen Sie sich immer wieder bewerben

und werden immer wieder nicht genommen.

Daher bitte ich Sie offen zu bleiben, ja?

Darf ich Sie was fragen? Ja.

Finden Sie nicht auch, dass es einfach ist,

sich in diese Frau hier zu verlieben?

Klären Sie das und kommen dann wieder.

Ich hab nur diese eine Frage. Das ist eine Arbeitsvermittlung.

Machen Sie mich nicht wahnsinnig. Interessiert mich.

Ich kenn Ihre Freundin nicht.

Ja, aber Sie müssen ja Leute einschätzen und so, ne?

Ja, aber zum Arbeiten.

Ja, aber dann gucken Sie sie doch einmal an.

Ich hab sie ja noch nicht mal ein Wort sagen hören.

Sag mal was, bitte.

Was soll ich denn sagen?

Weiß nicht.

Sag mal, was du siehst.

Ich seh ein Fenster.

* Lebendige Musik *

* Musik: "Die Erde wird der schönste Platz im All" von Chuckamuck *

♪ Und plötzlich wird alles klar

und macht endlich Sinn für dich.

Und die Erde wird,

wird der schönste Platz im All.

Und die Erde wird,

wird der schönste Platz im All.

Und die Erde wird, wird der schönste Platz im All. ♪

Untertitel: AUDIO2 2024

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