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Ich schwor den Eid auf einen Verbrecher.
Du wirst erst gesund.
Sterile Spritzen sind da? Die Einwilligung der Eltern?
Nicht nötig. Sind Reichsausschusskinder.
Sie ist so schön wie du. Nennen wir sie Karin?
Artur, ich muss dir was zeigen.
Zu hoher Hirndruck. Ein Wasserkopf?
Gute Nacht.
Träum was Schönes.
Anni Waldhausen Professor Sauerbruch
Otto Marquardt
Margot Sauerbruch
Hast du alles? Ja.
Wann bekam sie das Phenobarbital? Vor zwei Stunden.
Gut.
Ich punktiere erst mal 25 Kubik.
Man darf den Druck nicht zu schnell senken.
Notfalls punktieren wir nach.
Karin erlitt wohl unter der Geburt eine Hirnblutung.
Das Gerinnsel hat den Liquorabfluss verlegt.
Das wird es sein.
Stoeckel übte massiven Druck auf meine Gebärmutter aus.
Er hat ein Trauma gesetzt.
Mit etwas Glück ist das Gerinnsel in ein paar Tagen resorbiert.
Bessau will, dass du am Montag anfängst.
Und kriegt sie einen Wasserkopf?
Ich las, per OP könnte man den Liquorabfluss verbessern.
Das ist extrem riskant und wurde selten versucht.
Ob Sauerbruch es kann? Hör auf mit Wasserkopf.
Das müsste gemeldet werden.
Bei uns ist es nicht erblich.
Von meiner Seite jedenfalls nicht. Was soll das heißen?
Ich habe Samen gespendet, die Kinder sind alle gesund.
Du... hast was?
Das war vor unserer Ehe. Ehrenamtlich, ich wollte helfen.
Denk doch mal an die Soldatenfrauen.
Und warum hast du es geheim gehalten,
wenn du das alles so normal findest?
Ich habe es nicht geheim gehalten.
Ich hielt es nur nicht für wichtig.
Nicht wichtig.
Du bist der Vater von Karin und dutzend anderen.
Da bin ich nicht wirklich der Vater. Anni.
Anni? Einen Moment.
Störe ich? Nein.
Darf ich mir deine Lehrbücher ausleihen?
Ja. Ich nehme mal die Kleine.
Du musst anfangen zu pauken. Du klingst wie Mutter.
Wann kommt sie? Wenn die Züge regelmäßig fahren.
Das Insulin kriegt sie nur ein paar Tage im Voraus.
Ist alles in Ordnung?
Natürlich.
Danke.
Sie können hier Platz nehmen.
Ganz warm, wie die Sonne.
Die Müttersprechstunde prüft für die Kinderlandverschickung.
Ariernachweis prüfen, Ausschlusskriterien.
Infektionen, Läuse, Behinderung erkenne ich.
Aber Bettnässern? Das kann die Mutter verschweigen.
Oder erfinden. Viele Mütter wollen ihre Kinder behalten.
Du kommst endlich unter Menschen.
Benimm dich anständig, ja?
Kommst du gar nicht mit?
Ich muss ins Wiesengrund, es gab Komplikationen.
Der Impfstoff wird nicht vertragen.
Bis heute Abend.
Schwester Käthe?
Ah, Schwester Hilde.
Na, ihr Hübschen? Nett, dass Sie sie betreuen.
Kiek mal.
Habe ich selbstgemacht. Ein Negerpüppchen.
Arische Stoffreste hatte ich nicht mehr.
Und, Mausebär, ja...
Du bleibst schön brav bei mir. Oh...
Was ist denn das? Da ist eine Kruste.
Da hat sie sich nur gekratzt.
Na, dann gehen wir zwei Hübschen gleich mal zur Maniküre.
Herr Professor? Ja?
Professor Bonhoeffer.
Sicherlich geht es um Bonhoeffers Kinder.
Seinem Sohn Dietrich machen sie schon lang das Leben schwer.
Als Pastor der bekennenden Kirche hat er Rede- und Schreibverbot.
Er und Hans von Dohnanyi brachten Vater dazu,
gegen die Krankenmorde zu protestieren.
Ein Prozess wegen Devisen?
Das ist doch lächerlich.
Dietrich und Hans halfen jüdischen Freunden zur Flucht.
Hans hat seine Stellung bei Canaris genutzt.
Die Gestapo hat keine Beweise, man konstruiert ein Devisenvergehen.
Dietrich sitzt in Tegel in Haft, Hans in der Lehrter Straße.
Aber wie kann ich da helfen?
Bei der Gestapo kann ich nichts machen.
Ich weiß nicht, zu wem ich sonst kann.
Seit de Crinis habe ich keinen Einfluss mehr.
Auch ich herrsche nur noch in einem begrenzten Reich.
Vielleicht erreichen Sie etwas für Hans.
Er hat Nierenkoliken, Thrombosen. Er steht die Haft nicht durch.
Auch wenn sich der Gefängnisarzt bemüht.
Er soll Hans zu mir verlegen.
Der zuständige Untersuchungsrichter verweigert die Verlegung.
Ein widerlicher Zeitgenosse, Roeder.
Ich muss auch bald los.
Nach der Hepatitis bist du nicht fronttauglich.
Muss Peter schon einrücken?
Du könntest ihn beschränkt tauglich schreiben.
Der Krieg ist doch bald vorbei. Ich bin Offizier.
Ich will zu meinen Kameraden.
Noch ist kein russischer Soldat hier oder Alliierter gelandet.
Ich will Schlimmeres verhindern. Siehst du?
Taugt nicht zum Schreibtischhengst.
Hat er von mir.
Voralarm. Das reicht noch bis in die Kaserne.
Danke, Kobov.
Hoffentlich sehen wir ihn wieder.
Sicher ist: Er wird das Schlimmste nicht verhindern.
Und was ist das Schlimmste?
Die Niederlage oder der Sieg?
Schon besser.
Eins, zwei, drei...
Schwester Käthe.
Sagen Sie die Müttersprechstunde ab. Karin fiebert.
Mach hier fertig.
Ihr seht doch, dass der Mann nicht gehen kann.
Warten Sie bitte draußen.
Ich bin Dr. Frentzel, Gefängnisarzt aus der Lehrter Straße.
Wir fanden Herrn von Dohnanyi bewusstlos in der Zelle.
Das Gefängnis wurde getroffen.
Es brannte, alle Telefone sind gestört.
Untersuchungsführer Roeder war leider nicht zu erreichen.
Ich habe Dohnanyis Verlegung eigenmächtig angeordnet.
Das hast du gut gemacht.
Darauf hatten wir gehofft. Ich warne Sie.
Roeder wird alles daran setzen, dass Sie ihn wieder rausgeben.
Ich hab Lenin behandelt, Hindenburg, Hitler.
Ich werde mit Roeder fertig.
Nehmen Sie die Bewachung mit. Ich bürge für Herrn von Dohnanyi.
Gut.
Massive Beinvenenentzündung.
Schweinerei.
Fass mal meine Hand.
Nicht den Mut verlieren, wir kriegen das hin.
Vermutlich linksseitiger Apoplex.
Schlaganfall. Aber keine Angst.
Sprachstörung und Lähmungen können sich wieder zurückbilden.
Du bist bis auf Weiteres nicht vernehmungsfähig.
Du stehst jetzt unter Sauerbruchs Schutz.
Wir haben Glück gehabt. Hamburg hatte zehnmal so viel Tote.
Dafür hatten wir das ausgebrochene Krokodil.
Gut, dass Knautschke überlebte. Hm?
Man merkt, dass du kein Berliner bist. Knautschke. Das Flusspferd.
Der ist ein richtiger Star.
Stars schaue ich mir im Kino an, nicht im Zoo.
Solange wir noch eins haben.
Hättest du mal Lust? Ins Kino?
Du gehst doch lieber mit Christel.
So habe ich mir den Schlendrian vorgestellt.
Zwei wehrtaugliche Männer machen sich einen Lenz.
Zeigt mir den Untersuchungshäftling Dohnanyi.
Dalli oder soll ich euch Beine machen?
Beine... - Weiß ich doch nicht.
Ohne Ihr Verwundetenabzeichen.
Kann ich helfen? - Wo ist Hans von Dohnanyi?
Ich bin der Stationsarzt im Dienst, Prof. Adolphe Jung.
Darf ich Ihren Ausweis sehen?
Wir geben keine Auskünfte, außer Sie sind schriftlich autorisiert.
Einem Fremdarbeiter muss ich nichts zeigen,
da kannst du noch so geschwollen reden, du Adolphe.
Du wagst es, meinen Oberarzt zu duzen?
Herr Professor Sauerbruch.
Ich bin Oberstkriegsgerichtsrat Roeder... Du bist das?
Und du bist so frech hierherzukommen?
Du hast Glück, dass Dohnanyi nicht starb!
Der hätte längst eingeliefert werden müssen!
Oder willst du, dass er ohne einen Prozess wegstirbt?
Damit eins glasklar ist:
Er ist weder transport- noch vernehmungsfähig.
Er hatte einen Hirnschlag! Dann gehört er zu Prof. de Crinis.
Du willst einen Sauerbruch medizinisch belehren?
Ich werde mich über dich beschweren. Verschwinde!
Der wird schlecht schlafen heute Nacht.
Ihr werdet ab sofort Dohnanyi abwechselnd bewachen.
Falls diese Kanaille noch mal kommen sollte
und versuchen, ihn in Haft zu nehmen.
Entschuldigen Sie den Hunnen.
Es gibt nicht nur Schillers und Goethes hier.
Das entging mir nicht.
Komisch ist es schon, oder?
Dass der Gefangene hier in der Chirurgie liegt?
Ist doch gut, dass wir wenigstens bei ihm keine Verbände wechseln.
Gehen Sie mit mir in den "Münchhausen"?
Den Lügenbaron? Das klingt sehr verlockend.
Aber ich muss leider fürs Examen büffeln.
Wie redet der denn mit mir? Was glaubt der, wer er ist?
Was fällt denn dem ein, hm?
Weiß der, wer ich bin? Hält er sich für unantastbar?
Wir kennen doch Sauerbruch.
Seinen Befund können Juristen nicht anzweifeln.
Aber Sie.
Als sein Kollege.
Ja, könnte ich.
Meine Frau.
Hm...
Hans.
Was haben sie mit dir gemacht?
Hm... Christel?
Das ist Otto. Die Leibgarde Ihres Mannes.
Befehl von Imperator Sauerbruch. Danke.
Otto, die Nachtwachen übernehme ich selbst.
Der Professor ist einverstanden. Gut.
Dann versuche ich, ein Bett aufzutreiben.
Es gab auch in Tegel viele Opfer.
Aber Dietrich ist unverletzt.
Und die Kinder? - Alles gut.
Wollen Sie mich belehren, dass die deutsche Frau nicht raucht?
Nein. Ich wollte Ihren Rat wegen Karin.
Wie Sie bemerkten, strebe ich nicht das goldene Mutterkreuz an.
Ich bin keine große Hilfe.
Ich wollte Sie fragen, weil ich...
mich nicht getraut habe, Ihren Mann anzusprechen.
Hat Professor Sauerbruch schon einen Hydrozephalus operiert?
Darf ich mal sehen?
Guten Tag. Tag.
Guten Tag.
Mein Mann hat schon zweimal punktiert.
Aber der Hirndruck steigt weiter.
Wir machen uns große Sorgen. Kopfumfang?
Bisher normal. Gut.
Keine Hirnschädigung.
Sie wächst altersentsprechend. Sagt auch mein Mann.
Der Chef sollte sie sich anschauen.
Er hat Liquorableitungen und Rekanalisierungen
bei Hydrozephalus versucht.
Was meinen Sie mit "versucht"?
In Sauerbruchs Operationslehre steht,
die Operation wurde bisher nur in zehn Fällen versucht.
Und fast alle Kinder sind gestorben.
Wir sollten es nicht machen.
Wir haben keine Wahl.
Wird der Hirndruck höher, kriegt sie einen Wasserkopf.
Sauerbruch sollte Karin zumindest untersuchen.
Er operiert nur, wenn es Aussicht auf Erfolg gibt.
Wir müssen Karin diese Chance geben, sonst wird sie behindert.
Gut, aber nur, wenn wir sicher sind, dass Karin überlebt.
Einverstanden.
Aber man kann auch an einem Wasserkopf sterben.
Hier.
Der ist für Sie. - Merci.
Ich öffne Ihre Post nicht. Das war die Zensur.
Weiß Ihre Frau denn, was Sie schreiben kann?
Ihr ist bewusst, dass die Deutschen mir misstrauen.
Der Chef fährt für Vorträge in die Schweiz.
Ich gebe ihm Ihre Post mit.
Sicher wollen Sie schreiben, ohne dass einer mitliest.
Sehr nett. Ihr Herr Kolbe fährt auch oft in die Schweiz?
Natürlich. Er ist ja schließlich Diplomat.
Löslicher Bohnenkaffee. - Ja.
Gemein, dass den bei uns nur die Wehrmacht kriegt.
Schokolade.
Ja, und...
Und meine geliebten Tournee Royal.
Das ist der Vorteil,
mit einem hohen Tier des Auswärtigen Amts liiert zu sein.
Und der Nachteil ist,
dass ich mit dir jederzeit auffliegen kann.
Im Haus fängt man an, Fragen zu stellen.
Doch nicht Sauerbruch. Der mag mich.
Dich sowieso. - Jung. Der hört das Gras wachsen.
Der ist ganze dicke mit Margot... - Pst.
Feind hört mit.
Ich fasse daher zusammen:
Kriegsneurotiker unterteilen sich in Hysteriker und Charakteropathen.
Hysteriker, die mit psychogenen Störungen reagieren,
wie Lähmungserscheinungen, Zittern oder Erblindung,
heilt man mit Elektroschock, Arbeitstherapie und Suggestion.
Charakteropathen sind als Störer und Versager zu betrachten,
sie werden in Sonderabteilungen des Heeres erzogen.
Man muss erwägen, diese Ballastexistenzen ins KZ zu bringen.
Wenn die Herren Studiosi wieder selbst im Feld stehen,
werden Sie froh sein,
wenn die Kameraden keine psychopathischen Jammerlappen sind.
Also dann, bis morgen.
Kollege Bonhoeffer.
Willkommen in Ihrer alten Wirkungsstätte.
Wollten Sie Hörsaalluft schnuppern?
Da fühle ich mich ja geehrt.
Kann ich Sie kurz sprechen? Es geht um Hans von Dohnanyi.
Ich habe einen Termin mit dem Reichsgesundheitsführer.
Sie sind vom Wehrmachtssanitätswesen beauftragt, ein Gutachten zu machen.
Dazu möchte ich Ihnen meine fachliche Einschätzung vortragen.
Ich kenne den Zustand meines Schwiegersohnes sehr gut.
Ach so. Sie bezweifeln wieder meine fachliche Kompetenz.
Wie, als Sie mich als Nachfolger verhindern wollten.
Lassen Sie sich nicht von alten Ressentiments leiten,
die mit Hans nichts zu tun haben.
Er hatte einen schweren Schlaganfall.
Er ist nicht verhandlungsfähig.
Das zu beurteilen, werden Sie mir überlassen müssen.
Bedenken Sie, dass nach einem verlorenen Krieg...
die Sieger anders über Sie urteilen,
wenn ich Ihre Hilfe hierbei bezeuge.
Ich könnte Sie wegen Defätismus vor das Volksgericht bringen.
Aber Sie sind schon genug gestraft mit Ihrer degenerierten Sippe.
So...
Drück mal, so fest du kannst. Hm?
Ja.
Um die 40 Prozent Handkraft, du machst Fortschritte. So...
Werde nicht zu schnell gesund, wenn de Crinis als Gutachter auftaucht,
kommst du wieder in Haft.
Das... muss ja keiner erfahren.
Kannst du schauspielern? Klappe halten, Arm nicht bewegen?
Auf gar keinen Fall aufstehen?
Hoch. Zusammen.
Hoch. Zusammen.
Was stiefelst du hier rum? Und turnen?
Professor de Crinis schickte nach mir. - Ins Meisenheim?
Komm aber wieder. Schneller!
Bitte. - Nein, danke.
Trauen Sie sich.
Es geht um eine etwas heikle Mission.
Ich weiß, wie vorbildlich Sie als NS-Funktionsschwester
die Warnkartei führen.
Sie wissen, was es heißt, dem Volkswohl verpflichtet zu sein,
und nicht dem einzelnen Kranken.
Zu viel Mitgefühl kann schwach sein. - Sehr richtig.
Es geht um den Untersuchungshäftling von Dohnanyi.
Die Heeressanitätsinspektion will ein Gutachten von mir.
Er hatte wohl einen Hirnschlag.
Ich fragte mich auch, warum er bei uns liegt.
Ich sehe schon. Sie denken mit.
Also... Man hat den Verdacht, dass der Mann schlicht simuliert.
Sauerbruch boykottiert seine Verlegung in die Psychiatrie.
Er will ihm offenbar den Gerichtsprozess ersparen.
Vielleicht aus Loyalität zu meinem Vorgänger.
Professor Bonhoeffer? - Ja, Dohnanyis Schwiegervater.
Mhm.
Behalten Sie den Mann im Auge.
Ob er wirklich so krank ist und ob er unerlaubt Besuch empfängt.
Erstatten Sie mir darüber Bericht, aber... nur mir persönlich.
Mmh... Probieren Sie die Johannisbeere.
Mmh.
Na, nicht mischen.
Sie rufen mich, wenn was ist.
Na, macht Dohnanyi Fortschritte? Na ja...
Er versucht gerade, etwas zu schlafen.
Und?
Haben Sie den "Münchhausen" gesehen?
Ach, ohne Sie hatte ich keine Lust.
Feierabend, Herr Professor? - Für heute reichts.
Wo tut es denn am meisten weh?
Da?
Bald hast du keine Bauchschmerzen mehr.
Deck dich mal zu.
Dieses Haarekauen. Wie lange geht das schon so?
Das hat sie von Anfang an gemacht.
Warum schneiden Sie nicht die Haare? Rapunzelsyndrom.
Die Haare bilden ein Knäuel im Magen, der perforieren könnte.
Ach was. Dann hole ich eine Schere.
Ja, unbedingt. Professor Bessau?
Professor Bessau.
Professor Bessau.
Ist es dringend? Es geht mir nicht gut.
Die kleine Meisner hat ein Trichobezoar.
Sie muss operiert werden. - Verlegen nach Wiesengrund.
Aber Herr Professor...
Die haben keine Chirurgie. - Brauchen sie nicht.
Wenn ihr Magen perforiert, stirbt sie.
Waldhausen. Es ehrt Sie, dass Sie sich so um sie bemühen.
Es hat keinen Sinn, sie unnötig lange leiden zu lassen.
Eine Blinde, das ist kein Leben. Sie ist für die Familie eine Bürde.
Im Tierreich regelt das Mutter Natur.
Da überlebt das Kranke auch nicht, zum Wohl der ganzen Art.
Auch wenn es schwerfällt:
Wir Ärzte müssen die Verantwortung für die Gemeinschaft
gerade in so schweren Zeiten wahrnehmen.
Das verstehen Sie doch sicher. - Ja.
Ich kann mich auf Sie verlassen. Verlegen Sie sie.
36,5 Zentimeter.
Wie oft hast du punktiert?
Zweimal 100 Kubik. Der Effekt hält nicht lange.
Die Fontanelle fühlt sich recht gespannt an.
Eine Ventrikulografie, um das Ventrikelsystem einzuschätzen?
Das ist eine unnötige Quälerei.
Entscheiden wir anhand des OP-Befunds.
Der Druck muss gesenkt werden, sonst gibt es Schäden.
Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten?
Ich will nichts beschönigen. Der Eingriff ist lebensbedrohlich.
Aber es gibt eine reelle Chance.
Verstehe ich Sie richtig?
Wir haben sicher ein behindertes oder vielleicht ein totes Kind?
Die Entscheidung kann euch keiner abnehmen.
Ich weiß, wie ihr euch fühlt, ich habe meine jüngste Tochter...
an Kinderlähmung verloren, mit wenigen Monaten.
Wie würden Sie vorgehen?
Der Abfluss des Hirnwassers muss verbessert werden.
Ich führe keinen Schlauch ein.
Es zeigte sich, dass das zu Meningitis führen kann.
Ich vermute, dass es am dritten Ventrikel eine Engstelle gibt.
Die erweitere ich. Damit wird Karin geheilt?
Ich kann nichts versprechen.
Aber der alte Sauerbruch ist kein Anfänger.
Gut. Wir machen es.
Herr Professor.
Wegen des OP-Berichts. Wir wollen unnötige Fragen vermeiden.
Sagen wir, dass sie vom Wickeltisch fiel
und ein Eingriff am Schädel nötig war?
Äh...
Ein traumatisches Epiduralhämatom. Danke.
Ich kann den Aquädukt nicht vernünftig darstellen.
Putz mir die Brille.
Ich bin steril, Mann. Komm! Kann ich mal sehen?
Für mich sieht der Aquädukt nicht verengt aus.
Eine Erweiterung würde nichts nützen.
Aber der Plexus choroideus ist hypertroph.
Wir sollten teilabladieren.
Was heißt das? Was ist mit der Brille?
Ah, jaja. Jetzt sehe ich das auch.
In diesem besonderen Fall können wir...
die Bildung des Liquor drosseln,
statt den Abfluss zu verbessern.
Es ist aussichtsreicher.
Wir veröden einen Teil
des Adergeflechts.
Gib Dr. Jung den Elektrokauter. Der dahinten.
Na?
Es ist ein Elektrokauter, schalt ihn ein.
Da. Verzeihung. Im Instrumentieren bin ich ungeübt.
Vorsicht mit der Vena Galeni.
So, alles gut überstanden.
Ich habe den Plexus choroideus
beim dritten Ventrikel teilweise verschorft.
Ich bin zuversichtlich, dass der Liquorfluss gedrosselt ist.
Hoffentlich auf Dauer.
Auf der Kinderstation
muss der Hirndruck regelmäßig kontrolliert werden.
Du hast das ja im Blick. Bringt die Kleine rüber.
Herr Professor.
Kann Karin auf der Chirurgie bleiben?
Bei postoperativen Komplikationen
ist es hier besser für sie.
Gut, wenn ihr das wollt.
Gut dass wir so schnell reagieren konnten. Ja.
Aber ob der Druck dauerhaft normal bleibt?
Die Fehlbildung ist wohl angeboren. Es war richtig.
Ja, vertrauen wir auf die Selbstheilungskräfte.
Der beste Arzt ist die Natur. Sie spricht nie schlecht von Kollegen.
Die Kinderklinik soll den Druck kontrollieren.
Die Kleine liegt bei uns.
Waldhausen wollte das so. Bon.
Merci, docteur. A tout a l'heure.
Waldhausen wollte sein Kind nicht auf die eigene Station aufnehmen.
Könnte das Kind bei Bessau in Gefahr sein?
Nicht hier an der Charite.
Kannst du nicht rausfinden, was da los ist?
Machen die mit den Tötungen weiter? Zum Minister kann ich nicht.
Gürtner ist tot.
Sein Nachfolger Thierack ist ein Bluthund.
Wir sollten in der Schweiz bleiben, wenn du da demnächst vorträgst.
Was hält uns noch hier?
Ja, ja. Ich bewege mich auf dünnem Eis.
Willst du warten, bis du einbrichst?
Lang dauert der Spuk nicht mehr.
Olbricht, Beck, von Hassel, Popitz, die planen was.
Keine Angst.
Ich bin nicht eingeweiht.
Die denken sicher, ich habe mich nicht im Griff.
Recht haben sie, Ferdinand.
Pst.
♪ Es ist ein Ros' entsprungen.
Aus einer Wurzel zart.
Wie uns die Alten sungen,
von Jesse
kam die Art.
Und hat ein Blümlein bracht.
Mitten im kalten Winter... ♪
Das ist mein Weihnachtsgeschenk.
Hans.
Du kannst ja stehen.
Wir haben fleißig geübt.
Frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten.
Warten Sie. Ich habe etwas für Sie und Ihren Kollegen.
Vorsicht, zerbrechlich. Danke.
Ich bin Ihnen sehr dankbar. Das machen Martin und ich gerne.
Die Stunden mit Ihrem Mann sind das Beste hier.
Passen Sie auf,
dass niemand sieht, dass er wieder laufen kann.
Wie geht's ihr? Gut.
War ja nur eine harmlose Blutung.
Hältst du mich für dumm?
Karins Hirndruck wird ständig kontrolliert.
Ich bin dein Bruder.
Ich verstehe nicht, warum Artur sie vor Bessau versteckt.
Sie ist doch jetzt geheilt. Und wenn nicht?
Dann hätte Artur guten Grund. Warum?
Was verstehst du unter ausmerzender Fürsorge?
Das steht in deinem Buch zur Rassenhygiene.
Du als de Crinis' Doktorandin musst wissen,
was Gnadentod für die bedeutet.
Da steckst du.
Die Weihnachtsfeier geht gleich los.
Deine Impfprobanden sind alle behindert.
Man teilt mir natürlich keine gesunden Kinder zu.
Das sind Reichsausschusskinder.
Es sind neun gestorben.
Ja, das bedrückt mich auch.
Stell dir vor, wie viel Gesunde man retten kann,
wenn gegen Tuberkulose geimpft werden kann.
Wenn es Karin wäre?
Du glaubst doch nicht, dass ich unsere Karin hingäbe.
Wo gehst du hin? Zur Weihnachtsfeier.
Ist alles in Ordnung? Ja.
Werden wir ja gleich hören.
Liebe Kollegen,
liebe Mitarbeiter der Charite.
Ich möchte heute ein paar wenige grundsätzliche Worte
zur Natur des Arztberufes sagen.
Wissen ist die Grundlage allen Handelns
und muss immer wieder neu erarbeitet werden.
Aus diesem lebendigen Wissen erwächst... Können.
Und gibt dem Arzt die Kraft, an seine Fähigkeiten zu glauben,
um guten Gewissens
die schwere Verantwortung des Berufes zu meistern.
Glauben muss er allerdings auch an den Allmächtigen.
Weil nur so sein Kämpfen um Heilung...
Segen erwarten darf.
In diesem Glauben erst
kann er frohen Mutes das Leben bejahen
und jene Sonne ans Krankenbett bringen, die so nötig ist.
Über allem Tun des Arztes aber...
muss die Liebe walten.
Denn, so wusste schon Paracelsus,
alle Arznei...
kommt aus der Liebe.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen
ein ungetrübtes Fest der Liebe.
Frohe Weihnachten. Frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten.
Wir singen "Stille Nacht".
Die, die den neuen Text nicht kennen, können ihn ablesen.
Eins, zwei, drei.
Heilige Nacht.
Alles schläft,
einsam wacht
unser Führer
für deutsches Land. ♪
♪ Holder Knabe im... ♪
♪ ...die Sorgen er bannt.
Dass die Sonne uns lacht. ♪
♪ Dass die Sonne uns lacht. ♪ - ♪ Schlaf in himmlischer Ruh'. ♪
♪ Stille Nacht.
Heilige Nacht.
Alles schläft,
einsam wacht
Adolf Hitler... ♪
♪ Halleluja. ♪ - ♪ Für deutsches Geschick. ♪
♪ Führt zu Größe, zu Ruhm... ♪ - ♪ Tönt es laut von fern und nah. ♪
♪ Christ, der Retter, ist da. ♪ - ♪ Gib uns Deutschen die Macht. ♪
♪ Christ, der Retter, ist da. ♪
Eier. Das gibt ein Festmahl.
Ein versierter Chirurg.
Der bald an der Front Glieder absäbelt.
Laut neuer Prüfungsordnung
muss ich am Semesterende mein Examen machen.
Und wenn ich das nicht bestehe,
werde ich als einfacher Soldat abkommandiert.
Ich muss zurück an die Front. Ich will dir noch was sagen.
Ich habe mich in dich verliebt.
Ist das so schlimm?
Es ist nicht ansteckend.
Ich bin verurteilter 175er.
Mit 20 hatte ich was mit einem Mann.
Wir sind denunziert worden. Seitdem sitzt er als Verführer im KZ.
Ich weiß nicht mal, ob er noch lebt.
Ich wurde zur Frontbewährung verurteilt, ich war zu jung.
Mein verlorenes Bein hat mich zurückgebracht, aber...
Ich habe polizeiliche Auflagen.
Du hast wirklich mich vor der Wache gesehen.
Wenn rauskommt, dass ich noch mal was mit einem Mann habe,
dann gelte ich als Berufsverbrecher,
und das heißt KZ.
Ich will dich nicht in Gefahr bringen.
Das dürfen wir nie wieder machen.
Bärbel. Meine Große. - Auf Wiedersehen.
Schlaf gut.
Noch einen.
♪ So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil uns're Augen
sie nicht seh'n. ♪
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