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(Musik: "Time With You" von Marc Robillard)
♪ Everyday I fall just a little bit
♪ When I close my eyes, yeah I admit
♪ I think of it, you and me alone
♪ Is anyone else near here?
♪ 'Cause I don't think I know or care
♪ I feel like I'm invisible
♪ And only you can see
♪ Oh, oh, oh
♪ It's moving much too slow
♪ The same old things come and go and take my time
♪ And it's meant for you and I
♪ And it's all I can do I wish my days away, it's true
♪ So I can waste my time with you
♪ So I can waste my time with you
♪ Every day, every night, I can't get you off my mind
♪ So I'll waste a whole day through
♪ 'Cause I'd rather waste my time with you
Du folgst mir und machst alles genauso wie ich. Ja?
♪ Always away from you, it seems I'm just passing through
♪ A road that fills my time until I see your face again
♪ My mind is a one way track, it's gone too far, no turning back...
Carpaccio of lobster with lime tarragon vinaigrette,
frisee and sugar snap peas.
Enjoy your meal.
Nicht schlecht für einen Praktikanten.
(junger Mann) Mein Name ist Saliya Kahawatte.
Ich hatte mal einen Satz gelesen von einem Typen namens Buddha.
"Es gibt keinen Weg zum Glück.
Glück ist der Weg."
Aus heutiger Sicht stimme ich ihm da völlig zu.
Aber Buddha hin oder her,
dieser Weg hätte echt nicht so verdammt steinig sein müssen.
Ich durfte sogar Gäste bedienen. Das erlauben sie Praktikanten sonst nie.
Der Personalchef meinte, wenn ich da die Ausbildung machen will,
würden ihre Türen mehr als offen stehen.
Das klingt wirklich toll. - Hör auf, der platzt gleich vor Stolz.
Stolz kann er sein, wenn ihm das Hotel gehört.
Hier spricht unser verarmter Adel aus Sri Lanka.
Was ist das für ein Servietten-Origami? - Klassiker: die Bischofsmütze.
Was ist denn?
(Mutter) Sali?
Alles gut.
"Die Verwandlung" ist eine aus dem Jahr 1912 entstandene Erzählung
von Franz Kafka.
Ähm... die...
Entschuldigung.
Die...
(Schüler lachen.) (Lehrer) Na, Saliya,
kannst du die Schrift nicht entziffern?
Du machst dich hier zum Kasper. Setz dich hin.
(Klacken)
(Mann) Kannst du was erkennen?
Nein, zu unscharf.
Wird's besser?
Nein.
(ruhige Klaviermusik)
(Schritte)
Sali, kommst du bitte?
Du kannst dich hierher setzen.
Unsere Untersuchungen haben ergeben,
dass du an einer beidseitig angeborenen Augenerkrankung leidest.
Leider hat diese bei dir durch Komplikationen
zu einer Netzhautablösung in sehr kurzer Zeit geführt.
Du hast 80% deines Sehvermögens verloren.
Zudem ist dein Sehnerv defekt und leitet kaum noch Impulse weiter.
Wir müssen operieren,
um wenigstens einen kleinen Teil deiner Sehkraft zu erhalten.
(ruhige Klaviermusik)
(Tür fällt zu.)
(Sie schluchzt.)
Wenigstens bleiben mir 5%. Ich bin nicht ganz blind.
Da habe ich sogar noch Glück gehabt.
Ich helf dir, wo ich kann.
(Sali) Ich geh auf keine Spezialschule.
Ich will hier mein Abi machen, an einer normalen Schule.
Und dann die Hotelfach-Ausbildung.
Das war immer mein Plan.
Nur wegen meiner Scheiß-Augen geb ich den nicht auf.
Lies.
Lies mir vor.
Na los, du sollst mir vorlesen.
(Vater) Normale Schule!
Du bist aber nicht normal.
Versprich mir, dass ich auf meiner Schule bleiben darf.
Ja, das versprech ich dir.
(Mann) Noch mal die Kettenregel.
Y gleich e hoch 4x
plus 2.
Wir substituieren 4x plus 2 mit u,
bleibt die äußere Funktion y gleich e hoch u.
Du sagst Bescheid, wenn ich zu schnell bin, Saliya, ne?
Mach ich, Herr Dönges, danke.
Die äußere Ableitung bleibt also y gleich e hoch u,
während die innere Ableitung von 4x plus 2 4 ist.
(Mitschüler) Was labert der da?
(Ratschen, Klappern)
(Kauen, Scharren, Rascheln)
Ich raff's nicht.
(verzerrte Stimmen)
(Dönges) ...gleich e hoch 4x plus 2 mal 4...
Das heißt, y Strich... - ...gleich e...
...gleich e... - ...hoch u...
(Sali)...hoch u...
...mal 4.
Eine weitere Zahl als Faktor... - Eine weitere Zahl als Faktor...
Wollt ihr nicht mal Pause machen?
Du bist schon ganz müde.
Pause machen kann ich auch nach dem Abi. Weiter.
Zwei Brüche... - Zwei Brüche...
Die Summe... (Sali) Die Summe...
...von Arcus-Sinus und Arcus-Cosinus... (Sali spricht mit.)
...ist konstant... (Sali)...ist konstant...
...und beträgt... (Sali)...und beträgt...
Bei allem Verständnis, Saliya, aber bringt das wirklich was? Dieses...
...Nachmurmeln?
Ähm...
Die Ableitung des Arcus-Sinus von x
ist 1 dividiert durch die Wurzel von 1 minus x zum Quadrat.
Das heißt, die Summe von Arcus-Sinus und Arcus-Cosinus von x
ist konstant und beträgt...
...Pi Halbe.
Oder auch 1,570796327.
Ja... dann machen wir weiter.
Mama? Sheela?
(ruhige Klaviermusik)
Ich hab das Abizeugnis bekommen.
2,7.
(teilnahmslos) Herzlichen Glückwunsch.
Wahrscheinlich bin ich blind geworden, um dich nicht mehr sehen zu müssen.
(Sali) Hiermit bewerbe ich mich um eine Ausbildung in Ihrem Hotel.
Ich war früher viel im Ausland.
Schon da stand mein Ausbildungswunsch "Hotelfachmann" fest.
Ich habe diesen Sommer das Abitur am Kant-Gymnasium in Neustadt
mit 2,7 bestanden.
Leider wurde bei mir ein Augenleiden diagnostiziert,
das meine Sehfähigkeit stark einschränkt.
Nichtsdestotrotz habe ich mein Abitur an einer ganz normalen Schule geschafft.
Eine Ausbildung mit meiner Einschränkung wird nicht einfach,
aber ich werde alles dafür tun.
"Es tut uns leid, Ihnen eine Absage schicken zu müssen.
Wir haben uns aus vielen Bewerbungen für andere Kandidaten entschieden."
Weil man Behinderte schwer kündigen kann, stellt man sie nicht ein.
5-Sterne Hotel. Herr Kahawatte. Seien Sie realistisch.
Bei der Schwere Ihrer Behinderung
sind nur eine Ausbildung zum Telefonisten oder Masseur
in einer behindertengerechten Einrichtung möglich.
Ich kann Ihnen nur raten:
Hören Sie auf zu träumen. Hm?
Wie soll das gehen?
Soll ich mir vielleicht eine Traumbehinderung zulegen?
(beschwingte Musik)
Du bewirbst dich bei einem 5-Sterne-Hotel und willst es verschweigen?
Ja. Geht ja nicht anders.
Ich will das Leben führen, das ich führen will.
Ohne dass man sagt, das geht nicht mit meiner Behinderung.
(PC-Stimme) Der seit 1841 privat geführte und mehrfach ausgezeichnete
Bayerische Hof mit 340 Zimmern
ist eine Institution unter den Luxushotels.
Das Live-Entertainment ist legendär...
(weitere Infos schnell vorgespult)
(Sheela) Augenkontakt. Das ist das Allerwichtigste.
Und dabei nicht vergessen, weiter mit mir zu reden.
Okay.
So, Herr Kahawatte,
Sie wollen also eine Ausbildung bei uns absolvieren?
Das ist mein Wunsch, ja. Deshalb habe ich mich bei Ihnen beworben.
Das ist zu tief. 15% höher, dann hast du die Augen.
Ja, perfekt. Und jetzt weiter Augenkontakt halten.
Okay.
Sie sind also bereit, immer gleich freundlich zu sein,
egal wie ein Gast Sie behandelt?
Ich werde ihm jeden Wunsch vom Klang seiner Stimme ablesen.
Sehr gut. Dann darf ich Sie bei uns begrüßen.
Danke.
Du musst meine Hand schütteln.
Streck sie zuerst raus, damit der andere sie nehmen muss.
Noch mal.
Dann darf ich Sie bei uns begrüßen.
Du sollst meine Hand schütteln, nicht die Brust.
Entschuldigung.
(ruhige Musik)
(Verkehrslärm)
(Straßenbahnklingel)
(Musik hört auf.)
(Sheela) Also noch mal: Eingang, Drehtür.
Danach 12 Uhr, 20 Schritte bis zum Durchgang.
Dann 45 Grad links und noch 10 Schritte bis zu den Sofas.
Dann bleibe ich stehen und warte, bis der Personalleiter auf mich zukommt.
Perfekt. Viel Glück.
(ruhige Klaviermusik)
Egal was passiert, wir lieben dich.
(Musik wird schneller.)
(Musik hört abrupt auf.)
(Frau) Hier. Bis später.
(laute Schritte, Rattern)
(Stimmengewirr)
Herr Kahawatte?
Fried. Ich bin der Personalleiter. - Danke für die Einladung.
Während wir uns unterhalten, zeige ich Ihnen das Hotel.
Sie haben Abitur gemacht. Warum haben Sie sich gegen ein Studium entschieden?
Ich habe mich FÜR eine Ausbildung in Ihrem Haus entschieden.
Entschuldigung. Entschuldigung!
Max Schröder. - Unser Termin war vor über einer Stunde.
Ja, ich weiß, aber ein Lastwagen ist in die Straßenbahn reingerauscht.
Die ist entgleist und in einem Hauseingang steckengeblieben.
Vollsperrung. Haben Sie vielleicht im Radio gehört.
Ich hab's gehört.
Hallo.
(leise) Danke.
Na gut, dann begleiten Sie uns. Wir beginnen ganz oben.
Nach dem Praktikum haben Sie den Entschluss gefasst,
in einem 5-Sterne-Hotel zu arbeiten?
Eigentlich schon viel früher. Mit 14. Mein Vater kommt aus Sri Lanka.
Wir haben oft seinen Bruder besucht, der dort in einem großen Hotel arbeitet.
Was hat Sie mit 14 daran so fasziniert?
Ich bin in Neustadt aufgewachsen. Nicht gerade die große Welt.
In dem Hotel hatte ich das Gefühl, dass die ganze Welt dort zusammenkommt.
Die unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, Religionen, Kleidungsstile.
Und alle gehen respektvoll und höflich miteinander um.
Genau so, wie es überall auf der Welt sein sollte.
Hier entlang, Herr Kahawatte.
Alles okay? - Danke.
So, das ist eine unserer Suiten.
Housekeeping wäre auch eine Ihrer Ausbildungs...
...stationen.
WENN wir Sie nehmen...
Herr Schröder.
Hast du die gesehen? Der Knaller, oder?
(lautes Surren)
(Fried) Im Küchenbereich werden Ihnen die Grundkenntnisse
für die gehobene Gastronomie vermittelt.
(Chef) Zweimal Schwarzfederhuhn, einmal Kalbsfilet, einmal Königsbrasse.
Zügig. (Koch) Jawohl.
(Anweisungen)
(Küchengeräusche)
Ja? Nein? Leck mich am Arsch?
(Männer) Jawohl! - Ganz schön krass, oder?
Unser Hotel war immer Ihr Traum?
Schon immer. - Auch schon mit 14, wie Herr Kahawatte?
Ja, na klar.
Unser Küchenchef, Herr Krohn.
Hallo. - Hallo.
Er hat lange auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet.
Daher sein strenges Regiment hier.
Zum Abschluss zeige ich Ihnen eins unserer Restaurants.
15 Tische, fast immer ausgebucht. Da ist jeden Abend richtig Betrieb.
Herr Kleinschmidt dort leitet das Restaurant und die angeschlossene Bar.
(leise Geigenmusik)
(Kleinschmidt)...dritte Abmahnung.
Sie können ab morgen Ihre Ausbildung in einer Jugendherberge beenden.
Er nimmt sich wirklich viel Zeit für die Auszubildenden.
Haben Sie einen Moment? Es geht um heute Abend.
Warten Sie hier.
Wir machen gleich mit Ihnen weiter, Herr Schröder.
Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwas stimmt nicht mit dir.
Du hast gesagt, es war immer dein Traum, in diesem Hotel zu arbeiten.
Das war gelogen.
Denn wenn es wirklich dein Traum wäre,
hättest du nicht die verrauchten Klamotten von gestern Nacht an.
Und nicht durchgesoffen,
was man trotz der wahrscheinlich 20 "Fisherman's Friend" riecht.
Scheiße.
Du wärst auch nicht bei einem Mädchen gelandet.
Was sicher der Grund für deine Verspätung ist.
Woher willst du... - Parfum.
Außer du stehst selber auf "Little Princess" von Vera Wang.
Bist du der indische Rainman, oder was?
Da reicht eine stinknormale Nase.
Es kann sein, dass all das Herrn Fried nicht aufgefallen ist.
Aber wenn doch, wird er 100%ig wissen wollen, warum genau dieses Hotel?
Wo es doch schon immer dein Traum war.
(leise) Fuck.
1841 errichtet.
Schon zwei Jahre später so vornehm,
dass der König zweimal im Monat zu Gast war,
weil es in seiner Residenz keine Badewanne gab.
Mehrfach umsatzstärkstes Hotel Deutschlands.
Gehört zu den "Leading Hotels of the World".
Wo waren wir? Ach ja, Ihr Traum.
Was soll in zehn Jahren auf Ihrer Visitenkarte stehen?
"Hoteldirektor".
Und warum genau unser Haus?
Oder sind Sie nur hier, weil Ihr Vater Sie hergeschickt hat?
Das hat mit dem nichts zu tun. Mir geht es um den Bayerischen Hof.
Mehrfach umsatzstärkstes Hotel. Eins der "Leading Hotels of the World".
Selbst der König kommt zum Baden.
Kam. - Kam.
Kommen Sie mit.
Herr Schröder, warten Sie hier bitte?
Setzen Sie sich, Herr Kahawatte.
Es gefällt mir, was Sie über das Hotel in Sri Lanka erzählt haben.
Ungewöhnliche Antwort.
Sie wollen das hier mit ganzem Herzen, oder?
Ja.
Ich schätze Sie als ehrlichen Menschen ein.
Damit passen Sie zu unserem Haus.
Was ist?
Herr Kahawatte?
Nichts. - Na dann.
Ich freue mich, Sie bei uns begrüßen zu können.
(Musik: "Take Me High" von Roland Spremberg)
Danke.
Nehmen Sie Platz.
Sie haben mich genommen. - Was?
Die dachten, ich kann normal sehen.
♪ Give me the strength to rearrange
♪ Drawn by the silver pearls, leather and lace
♪ Don't wanna sail on a ship of fools
♪ High
♪ Don't get by
♪ Take me high
♪ Don't get by
♪ All I can see, see he is
♪ Green fields and dreams
Bescheidene Aussicht. Sei froh, dass du nichts siehst.
Na ja...
Okay, also, jetzt noch 28 Schritte bis zur Ampel.
An der Ampel gehst du links.
Dann immer geradeaus bis zur Haltestelle
und dort kannst du jede Straßenbahn nehmen.
Die halten alle nach fünf Stationen direkt vorm Bayerischen Hof.
Also.
(Ampelsignal)
(Straßenbahn klingelt.)
(Sheela) Das ist die letzte Straße vor dem Eingang.
Stufe.
Da stehen ungefähr 30 Leute.
(Stimmengewirr)
Jetzt musst du allein klarkommen. - Ja...
(leise) Du schaffst das.
Viel Glück. - Danke.
(Stimmengewirr wird lauter.)
Hey, Sali. Na?
Ab jetzt wird's ernst.
Nie wieder ausschlafen.
Sind wir vollzählig?
Folgen Sie mir bitte.
Auf geht's.
Liebe Auszubildende, wir haben Sie aus fast 300 Bewerbern ausgewählt,
weil wir glauben, dass Sie Talent haben für diesen Beruf.
Nun gilt es, aus dem Talent etwas zu machen.
Sie repräsentieren ab jetzt den Bayerischen Hof.
Seine Tradition, seinen Ruf
und besonders den Umgang mit dem Gast, der immer im Mittelpunkt steht.
Seien Sie sich dieser Verantwortung bewusst.
Natürlich werden nicht alle alles gleichzeitig durchlaufen.
Deswegen teilen wir Sie in Gruppen ein.
Frau Riedinger?
Hannah Kümmerle... - Ja.
Saliya Kahawatte,
Tim Wasmuth,
Irina Saizew-Müller,
Jala Asgari und Max Schröder.
Sie beginnen Ihre Ausbildung bei mir. Folgen Sie mir.
(Musik: "Nothin' To Lose" von Vincent Stein/Konstantin Scherer)
♪ Sometimes you feel like you got nothing to lose
♪ Follow me
♪ If you got nothing to choose
♪ Follow me
(Riedinger) So, und jetzt zeige ich Ihnen noch mal,
wie man ein Hospiz-Eck faltet.
Und das, Herr Schröder, will ich nie wieder sehen.
Sollte ich einen von Ihnen jemals sitzend erwischen,
haben wir ein Problem miteinander.
Schauen Sie gut zu. Das lernen Sie in der Berufsschule nicht.
So! Und zum Abschluss treten Sie einen Schritt zurück
und betrachten das Zimmer mit den Augen des Gastes.
Es sieht erst mal schwierig aus, aber in ein paar Wochen
schaffen Sie das Zimmer in weniger als einer Stunde.
So, probieren wir es aus. Jeder von Ihnen bekommt ein Zimmer.
Weil es Ihr erster Tag ist, haben Sie zwei Stunden Zeit.
Folgen Sie mir, bitte.
(Quietschen)
(entfernte Sirene)
(Sali leise) Mann, das gibt's doch gar nicht!
Warum geht das nicht weg?
Ich wusste, dass irgendwas mit dir nicht stimmt.
Was hast du? - Wieso?
Alter, ich hab die Lupe gesehen.
Netzhautablösung.
Ich sehe nur 5% von dem, was du siehst. Quasi nichts.
Und du hast nichts gesagt?
Hättest du mich dann genommen?
Nö. - Siehste. Also bitte verrat es keinem.
Das kann ich nicht.
Ich muss es Frau Riedinger sagen. Ich kann keinen Betrug decken.
Alter, ich weiß, du kannst es nicht, aber...
Du solltest dich jetzt mal sehen! Alter, geil!
Mann, natürlich sage ich es niemandem.
Bin ja kein Arsch.
Ich helf dir mit dem Spiegel.
Also was du brauchst...
...sind frische Handtücher.
Nicht diesen Minilappen hier.
Und ganz viel Glasreiniger. (Sali hustet.)
Ruhig in rauen Mengen auftragen.
So, Handtuch eins.
Das nimmst du zum Trockenmachen. Hier.
Und mit dem zweiten polierst du dann.
Wenn der Spiegel sauber ist,
schmeißt du die Handtücher in den Wäscheschacht.
Darfst dich nur nicht erwischen lassen. - Du kennst dich ja aus.
Mein Vater ist in derselben Branche. Er hat Restaurants.
Deswegen machst du die Ausbildung? - Quatsch, im Gegenteil.
Bin zweimal durch den Bachelor gerauscht. Mein Alter hat mir den Geldhahn zugedreht.
Das hier ist der Kompromiss.
Ich will und kann nicht. Und du kannst, willst aber nicht.
Ein Blinder und ein Tauber machen Tanzmusik. Fragt der Blinde:
"Tanzen sie schon?"
Antwortet der Taube: "Wieso, spielen wir schon?"
(beschwingte Musik)
So, rechts sind die Junior-Suiten, und eins höher sind die Senior-Suiten.
Links. (Sali zählt leise.)
Acht Schritte und dann sechs Stufen.
(Sali zählt leise.)
Sorry, äh, sieben Stufen. Ich...
(Max räuspert sich.)
(Frau spricht Dari.)
Hallo. - Guten Tag.
Sie müssen sich Kenntnisse über Besteckarten...
(Sali)...Besteckarten...
Das kannst du dir alles auswendig merken? - Mhm.
Unterschiedliche Gläserarten zuordnen können.
(Klingel)
Ihr Frühstück ist da.
(Frau) Stellen Sie es ans Fenster? - Sehr gerne.
Guten Morgen. - Schönen guten Morgen.
Lassen Sie mich wissen, wenn Sie noch etwas brauchen.
All in.
Bin raus.
Und du hast den Buben, ja?
Schau's dir bitte an.
Will ich sehen.
Ja!
Ja!
Jawohl! - Fuck!
Woher weißt du jedes Mal, dass ich bluffe?
(Er zählt leise.)
(Klingel)
Housekeeping.
(Stöhnen im Nebenzimmer)
Hallo? Housekeeping.
(Stöhnen)
Hallo?
(Frau) Oh, der Roomboy. - Oh.
Das tut mir leid. (Max) Ey, Sali!
Max?
Komm doch rein. Hier ist ganz viel Platz.
(Musik: "Blue" von Reverend and the Makers)
(Klopfen) (Frau Riedinger) Housekeeping!
Saliya?
(Musik hört auf.)
Geht doch.
Die ganze Suite in 110 Minuten. Nicht schlecht für einen Auszubildenden.
Ich war ja grundsätzlich ein bisserl skeptisch bei Ihnen.
Aber Sie haben sich wirklich sehr gesteigert. Gratuliere.
Danke.
("Blue" setzt wieder ein.)
(Stimmengewirr)
(Mann) Sind noch Sachen auf dem Grill?
(Max) Zitat von Stevie Wonder:
"Lieber blind als schwarz."
Nicht gut? - Na ja...
Da beobachtet dich jemand. - Wer?
Keine Ahnung. Einer der Spüler. Mach schneller.
Max, hol den Wagen mit dem Schmutzgeschirr aus dem Rücklauf.
Mach das richtig sauber, sonst kriegen wir hier alle Ärger.
Hast du Probleme mit den Augen?
Sag, wenn ich dir helfen kann.
Danke.
Woher kommst du? - Afghanistan.
Was verschlägt dich her?
Ich bin geflüchtet. Aus Kabul. Ich hab da im Krankenhaus gearbeitet.
Früher Chirurg, jetzt Spüler.
Hey! Hamid! Du bist hier nicht zum Plaudern! Geh zurück und spül weiter!
Lass ihn reden.
Hauptsache, ich bin in Deutschland und AOK-versichert.
Kommt, Leute, ein bisschen Beeilung!
Und? - Chirurg aus Kabul.
Er weiß Bescheid und will mir helfen.
Und Kawasaki, du bringst den Müll raus.
Ja, was ist? Schlaf nicht ein!
(Frau singt auf Englisch.)
♪ I'm only going over Jordan
♪ I'm only going over home...
(Gesang geht über in Musik.)
Also kennst du nur ihre Stimme? - Genau.
Und deswegen weißt du, dass es die Frau deines Lebens ist?
Genau.
Was, wenn sie wahnsinnig hässlich ist?
Ist mir egal.
Stimmt, du siehst sie ja eh nicht.
Sie kann nicht hässlich sein, bei der Stimme.
Vorsicht Pfütze! Noch eine, noch eine.
Ja! - Arsch.
Und jetzt? Ein "Blind Date"?
Alter, du bist so schlecht.
Drei Stufen.
(Max verstellt) Bernd Kögel?
Personalbüro. Wir möchten Ihnen was Erfreuliches sagen.
Folgendes...
Ja wirklich?
Ich?
Ja, klar komme ich hoch.
Bis gleich.
Hey, Kahawatte. Spring mal kurz für mich ein.
Der Biohof kommt gleich. Ich muss ins Personalbüro.
Bin gleich wieder da. - Kein Problem.
(Frau) Morgen.
(Rattern)
Wo ist Bernd?
Im Personalbüro. Ich springe für ihn ein.
Okay.
Legen wir los? - Ja.
Danke.
Ich bin übrigens Sali. - Ich bin Laura.
Bist du neu hier? - Ich fange gerade mit der Ausbildung an.
Frisch aus der Folie. Sozusagen.
Sali ist ein ungewöhnlicher Name.
Kommt von Saliya. Ist ein singhalesischer Name.
Heißt "Der Fromme" oder so ähnlich.
Du kommst aus Sri Lanka? - Mein Vater.
Ich komme aus der tiefsten Provinz.
Neustadt... an der Eisch.
Auch schön. - Mhm.
Auch schön.
Der Fromme also?
Ja.
(Bernd) Wenn ich rausfinde, wer das war, dem zieh ich die Ohren lang!
Sackratten! - Was ist los?
"Mitarbeiter des Monats".
Ich soll mir beim Personalchef persönlich meine Urkunde abholen.
Ich Saudepp fall auch noch drauf rein.
Ich mach weiter. Danke. - Gern.
Der Fried hat mich angeschaut, als ob ich...
vollkommen verrückt...
...geworden... (Max) Sali?
Oh, ich... muss zurück. - Sali!
Ciao! Schön, dich kennengelernt zu haben.
Ebenso.
Tschüss.
(Musik: "Endlessly" von Michael Geldreich)
Sali, seit zehn Minuten solltest du Mortadella fürs Buffet schneiden.
Die Aufschnittmaschine kennst du? An, aus, Stärke einstellen.
Hier ist die Mortadella, ganz einfach.
Ich will durch die Scheiben Zeitung lesen können, klar?
(Maschine surrt.)
So doch nicht.
Wie tief ist es? - Nicht so schlimm.
Hamid, Verbandszeug! - Ja!
Verbandszeug! Verbandszeug!
(Sali keucht panisch.)
Wann war die letzte Tetanus? - Keine Ahnung.
(Hamid) Wir stoppen jetzt das Blut erst mal.
Sali, ich will dich heute nach Dienstschluss hier sehen. Klar?
(Stöhnen, Aufprall)
(Mann) Raus hier.
(Mann ♪2) Schönen Feierabend.
Wird schon.
Schönen Feierabend. - Ebenso.
(Räuspern)
Sali?
Kommst du mal bitte?
(Scheppern)
Okay, was ist los mit dir?
Du hast zwei Möglichkeiten:
Du sagst, was los ist, oder du brauchst nicht wiederzukommen.
Ich habe ein Problem mit der Netzhaut. Ich sehe sehr schlecht.
Wie schlecht?
5% von dem, was Sie sehen, und das auch noch verschwommen.
Warum verschweigst du es?
Weil mir als "Sehbehinderter" niemand eine Chance gegeben hat.
Ich kann es nicht verantworten, dass hier so ein Unfall passiert.
Wir bauen die Aufschnittmaschine auseinander, ich erklär sie,
du baust sie wieder zusammen und dann beherrschst du sie.
Ja?
Danke. - Komm.
So, erster Griff immer zum Kabel.
Ausstecken. Das kommt hier raus, auf der Seite. Ausstecken.
Nie hier reinfassen. Die Hand immer außerhalb.
Am Schneidblatt immer von innen nach außen.
Jetzt Schlitten lösen. Oben rausnehmen.
In der Mitte ist ein Dorn, der muss in die Nabe.
Jetzt in die Mitte. Sehr schön.
(schmissige Musik)
Sali, es reicht.
Hm?
Und? - Hübsch.
Aber nicht so hübsch, dass sie nur hübsch ist.
Weiter. - Schlank. Schöne, definierte Arme.
Wohl vom vielen Kühemelken auf dem Biohof.
Weiter. - Nicht zu groß.
Blonde Haare. Zopf.
Perfekt.
Sie lächelt viel. Und...
...und sie hat einen Freund.
Was? - Sorry.
Und du bist dir ganz sicher?
Na ja, schon. Knutschen immer noch.
Komm, wir spülen es runter.
(Dance-Musik)
Jeder hat mehrere große Lieben im Leben. Stimmst du mir da zu?
Wahrscheinlich schon.
Du musst einfach schnell zur nächsten großen Liebe übergehen.
So einfach ist es? - So einfach ist es.
Vielleicht ist es eine von den beiden, die zu uns rüber schauen.
Ja, ja.
Doch, ich schwöre. 14:00 Uhr.
(Mädchen) Heute Abend leg ich den Inder da an der Theke flach!
Die eine will heute Abend "den Inder" flachlegen.
Ist doch perfekt.
Erstens bin ich kein Inder, zweitens offiziell noch in Trauer,
und drittens hat sie Pech mit ihrer Stimme.
Einspruch abgelehnt.
Okay. Sie kommt. Grünes Cocktailkleid. Rote Haare.
(Sali) Blonde wären mir lieber.
Du bist blind. Auch noch Ansprüche stellen, oder was?
Halli-hallo mit Doppel-O! Mein Name ist Max, das ist Sali.
Hi, ich bin Tina.
(Stöhnen)
(Sie stöhnt.)
(Tina) Mach alles mit mir, was du willst, ja?
(Sie stöhnt lasziv.)
(lautes Stöhnen)
(Sie stöhnt lustvoll.)
Was ist los?
Nichts. Alles super.
Oh Gott. Oh Gott.
(schrill) Oh Gott! Oh Gott!
Oh Gott. (spitzes Stöhnen)
(schrilles Stöhnen)
(Sie schreit.)
Oh Gott...
(Mann) Wir warten, Herr Schröder.
Bitte zuerst die Primär-Aromen.
(Max schnuppert hörbar.)
(lautlos) Erd...
...bären.
Bären?
Nun, Beeren-Aromen haben wir so gut wie in jedem Wein.
Das geht sicher noch spezifischer.
(lautlos)
Erdbären?
Richtig. Was noch?
Wir warten.
Veilchen?
Nicht schlecht, Herr Schröder. Bitte.
Jakobsmuscheln, wie lange?
Fertig. - Raus.
Zwei Lammhaxen? - Drei Minuten, Chef.
Sali, die dreckigen Sauteusen raus. Sautiertes Gemüse, Polenta, wie lange?
So gut wie fertig!
Gut, Polenta in drei Minuten bei mir.
Max! Der Lachs! Auf geht's! Der muss ins Rohr!
Jan zeigt dir, wie man den füllt. Ordentlich geschuppt? Schlamper!
(Krohn) So, Tim... (Hamid) Oh, Chef ist da.
Jala. Hannah. Schön war's. - Danke schön.
Irina. Gut. - Danke schön.
Nächste Station ist Rezeption? - Ja.
Ich bleib bei der Spüle.
Viel Glück.
Danke.
Danke für alles.
(Musik: "Do The Right Thing" von D/troit)
♪ Girl, it's a sin
Here is your key.
Oh, it's 641, not 642.
Did you gave her your key again?
Sorry that my friend gave you the wrong key.
But he loves beautiful women. - Thank you.
Have a nice day. - Danke.
♪ But somehow things got turned upside down
♪ It's so long due
♪ Yeah I know what to do
♪ I want it so true, girl it's a sin
♪ Got to do the right thing
♪ Never meant to let it get this far
♪ The dead-end streets, the backdoors and the bars
Zieh ab! Zieh ab!
♪ Always meant to turn and walk away
Hey! Sali! Sali! Kleinschmidt...
Hey.
Lassen Sie's gut sein, Hubert.
Okay, Kleinschmidt weg.
Hat Ihr Sohn den Studienplatz? - Das wissen Sie noch?
Ja, er hat ihn.
Herzlichen Glückwunsch. - Danke.
Zimmer 291. Einen schönen Aufenthalt. - Danke schön.
(leise) Streber.
So sieht's aus.
Okay. 4 Tische auf jeder Seite, alle 3 Schritte voneinander entfernt.
Die Bar ist 11 Schritte lang und drei Schritte breit.
(Kleinschmidt) Das ist die letzte Station. Aber es wird die härteste.
Im Service zeigt sich ein gutes Hotel:
Sie fangen an, bevor der erste Gast gekommen ist,
und Sie bleiben, wenn der letzte Gast gegangen ist.
Sie sind immer da, wenn ein Gast Sie braucht,
geräuschlos, unauffällig und vor allem: mit einem Lächeln.
Denken Sie daran:
Kommt das Lächeln von Herzen, weiß der Gast,
dass Sie Ihren Beruf lieben.
Und ich werde weder Schlampigkeit
noch Unpünktlichkeit noch Faulheit
noch etwas anderes tolerieren, das dem Ruf des Hotels schadet.
So. Die Herren holen die Getränke, und die Damen sortieren sie ein.
Hm! Lecker, lecker, lecker.
Sali, kannst du mir helfen?
Was gibt's? Wieder die Behörde? - Ja, wieder ein Brief.
Salim aleikum. - Grüß Gott.
Also. "Sehr geehrter Herr Hamid Mousafa, betreff unseres Schreiben
bezüglich Ihres Antrags auf die Überprüfung des Widerspruchs
zum Antrag auf Veränderung des augenblicklich...
des augenblicklichen Arbeitsverhältnisses..."
Laura hat gewinkt. Du hast nicht zurückgewinkt.
Jetzt hab ich für dich gewinkt.
Jetzt ist sie weg. - Wo ist sie hin?
Rausgegangen. - Ich bin gleich zurück.
(Schmerzenslaut) Uff!
Fuck.
Laura?
Hamid hat gesagt, dass du gewunken hast.
Ich hab's nicht gesehen.
Okay.
Was machst du mit Hamid? - Ich helf ihm bei Briefen vom Amt.
Er ist Arzt und will sich jetzt als Rettungssanitäter bewerben.
Aber laut seinem Pass darf er nur als Spüler arbeiten.
Kompliziert.
Wie geht's dir?
Ganz gut. Und dir?
Gut.
Wie läuft's mit... Irina?
Ihr seid doch ein Paar? Oder nicht?
Nee. Definitiv nicht.
Kein Paar. In beiderseitigem Einvernehmen. Kein Paar.
Und bei dir? Wie läuft's mit deinem...
...Kollegen?
Ähm... getrennt.
Nicht in beiderseitigem Einvernehmen.
Ach...
Das tut mir leid. - Muss es nicht, war ein Arsch.
Das kommt etwas aus der Hüfte, aber...
Willst du mit mir Essen gehen?
Wie kommst du jetzt darauf?
Äh, ich... - Nein, das war nur ein Witz.
Morgen? Du suchst das Restaurant aus?
Äh...
Morgen Abend kann ich nicht. Ähm, Samstag?
Gut. Schön.
Bis dann.
(ruhige Instrumentalmusik)
Wir befüllen das Longdrink-Glas vorsichtig mit der Barzange
mit einigen Eiswürfeln.
(Eis klimpert.) Jetzt den Messbecher, genannt Jigger.
Wir geben nacheinander je 1,5 cl Wodka,
weißen Rum,
Tequila, Gin,
2 cl Cointreau,
und einen Dash Zitronensaft...
...in den eisgekühlten Shaker.
Deckel drauf.
Kräftig mit wenigen definierten Bewegungen schütteln.
Strainer nehmen und abseien.
Den restlichen Glasinhalt mit Cola auffüllen,
Zitronenzeste abschneiden, rollen,
einen Spritzer, ausdrehen.
Zwei Zitronenscheiben zur Dekoration,
Strohhalm,
Stirrer.
Und dann...
...servieren wir den Long Island Ice Tea.
Wir ziehen die Karte durch die Registrierkasse,
Tisch auswählen,
die Nummern finden Sie auf der Liste,
und anschließend den Bon ausdrucken und ablegen.
Noch Fragen?
Voilà. Das Restaurant von meinem Alten.
Schau dich ruhig um. (Max lacht.)
(Sali) 8962. Campari Soda.
Classic... Mojito.
Cuba... libre.
Wie viel cl da?
4 cl weißer Rum...
Kubanischer Rum. - Ja.
12 cl Cola und zwei Limetten. (Sali spricht mit.)
Eins, zwei, drei... - Stopp! Stopp.
Zu viel.
Noch mal.
(Sali) Okay, also...
(leise) Eins, zwei...
Hm, fast!
(Rülpsen) - Und wenn wir doch Wasser nehmen?
Blödsinn. Wasser hat 'ne andere physikalische Dichte
als Wodka. Also, noch mal.
Okay, also. Eins, zwei...
Sauber!
(Max) Und zur Übung noch mal.
Eins, zwei... - Gut.
Eins, zwei...
Sehr gut.
Fantastisch.
(Sali zählt.) - Ich bin stolz auf dich, Mutti.
Darauf...
(Musik: "Hippy Hippy Shake" von Georgia Sattelite)
♪ For goodness sake I got the hippy hippy shake
♪ Yeah, I got the shake
♪ I got the hippy hippy shake
♪ Oh, I can't stand still
♪ With the hippy hippy shake
♪ Yeah, I get my thrill now
♪ With the hippy hippy shake
♪ Yeah, it's in the bag
♪ The hippy hippy shake
♪ The hippy hippy shake
♪ The hippy hippy shake
Ich glaub, ich geh mit Laura hierher.
Menü- und Weinkarte. Kannste zu Hause auswendig lernen.
Danke. - Holst du sie ab?
Zu kompliziert. Und zu viel Risiko.
Ich frag sie, ob wir uns hier treffen.
Wär's nicht einfacher, wenn du ihr die Wahrheit sagst?
Dann geht es nur noch darum.
Und ich will kein erstes Date, wo es nur um Blindheit geht.
Dann kann ich's ja gleich vergessen. - Aber wann willst du es ihr denn sagen?
Keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht beim ersten Date.
Schau mich nicht so skeptisch an.
Tu ich nicht. Ich schau ein Mädchen auf der Straße an.
Tust du nicht. - Wohl.
Weißt du was?
Bestell Gnocchi mit Tomatensoße. Die lassen sich "blind" löffeln.
(Lachen)
(Musik: "Never Gone By" von Roland Spremberg)
♪ Sit down on an empty space
♪ Be prepared for what comes next
♪ Show me what's inside your dreams
♪ Cause nothing lasts forever
♪ See the time flashing by
♪ Come on and be by my side
♪ Show me what's inside your dreams
♪ Cause nothing lasts forever
Passabel fürs erste Mal. Pils ist gut gezapft.
Mit Spirituosen kenn ich mich aus.
Hab ich mir gedacht. So sehen Sie morgens auch immer aus.
Bier ist keine Spirituose. Dünner schneiden.
♪ Hey love is strong
♪ And will never pass by
Ein Long Island Iced Tea.
Lassen Sie es sich schmecken.
♪ I gave my heart So don't keep pushing me
♪ And it is only right, what you feel
♪ 'Cause nothing lasts forever
Nicht schlecht.
Aber nichts drauf einbilden. Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
(leise Klaviermusik im Hintergrund)
(Schritte)
(Frau) Tut mir leid, dass ich zu spät bin.
(Tür geht auf.)
Hey.
Hey.
Wartest du schon lange? - Bin auch gerade erst gekommen.
Ist schön hier.
Kannst du was empfehlen?
Die Risotti sind super.
Zweite Seite. Bei Primi.
Okay.
Gut, nehm ich.
Einmal das Risotto mit grünem Spargel. - Vielen Dank.
Und einmal die Gnocchi. - Danke.
Lasst es euch schmecken.
Guten Appetit. - Ebenso.
Seit wann arbeitest du auf dem Hof?
Ungefähr drei Jahre. Davor hab ich in der Stadt gelebt.
Gefällt es dir? Also, hast du nette Chefs?
Sehr nette. Sind meine Eltern.
Der Hof gehört deinen Eltern? - Ja, ich bin da aufgewachsen.
Und du bist wieder zurückgegangen?
Ja, war zwar nicht meine Traumvorstellung, wieder bei meinen Eltern zu wohnen,
aber ich bin Mama und nehme trotzdem gern am Leben teil.
Das war die beste Möglichkeit. - Du hast ein Kind?
Mhm. Oskar. Fünf Jahre alt.
Wow. - Ja, wow.
Das war auch das Erste, was meine Eltern gesagt haben.
Und die passen gerade auf ihn auf? - Mhm.
Ja. Ich dachte immer, das ist ein Klischee.
Aber man geht tatsächlich nur noch ausgewählt aus.
(Musik: "Via Con Me" von Paolo Conte)
(Musik überlagert Dialog.)
♪ Non perderti per niente al mondo Lo spettacolo d'arte varia
♪ Di uno innamorato di te
♪ It's wonderful It's wonderful
♪ It's wonderful
♪ Good luck my baby
♪ It's wonderful
♪ It's wonderful
♪ I dream of you
(Musik überlagert Dialog.)
♪ Via via
♪ Vieni via con me
♪ Entra in questo amore buio
♪ Pieno di uomini
♪ Via via
♪ Entra e fatti un bagno caldo
♪ C'è un accappatoio azzurro
♪ Fuori piove un mondo freddo
♪ It's wonderful It's wonderful
♪ It's wonderful I dream of you
Die Idee ist nicht neu,
aber wenn ich mich inzwischen mit was auskenne,
dann wo das beste Fleisch herkommt, das beste Gemüse.
Es müsste irgendwas Spezielleres sein. Nicht der hundertste Beef-Laden.
Singhalesische Küche. - Ja, da kenn ich mich ja auch aus.
Dafür ich.
Sehr gut.
Ich geh Sonntag mit Oskar an die Isar. Vielleicht willst du mitkommen?
Du musst nicht, wenn du keine Lust hast.
Doch, na klar hab ich Lust.
Also, bis Sonntag. - Bis Sonntag.
Tschüss. - Tschüss.
(beschwingte Klaviermusik)
(Wecker piept.)
(rhythmische Instrumentalmusik)
(lautes Ausatmen)
(Er murmelt leise.)
(leises Knistern)
(verschiedene leise Geräusche)
(Stimmengewirr)
Haben Sie sich entschieden?
Ja. Den da, bitte.
Kommt sofort.
Das ist er. Der arrogante Frosch.
Einen Moment, bitte.
Jameson. Gold Reserve.
Wie war's mit Laura? - Super.
Ja und? Hast du es ihr erzählt?
Nein.
(Max) Wo waren wir? Der arrogante Frosch.
Besagte Amphibie ist vom Aussterben bedroht,
doch nahe des Weinguts erfreut sie sich bester Gesundheit,
Fruchtbarkeit und Potenz.
Na dann probiere ich ein Glas von dem Froschwein.
Mit Vergnügen.
(Mann) Ein Gin Tonic, bitte.
(Frau) Herr Ober? Zahlen, bitte. - Ich bin sofort da. Danke.
(Kasse piept und druckt aus.)
(Gäste unterhalten sich auf Finnisch.)
(Unterhaltung geht weiter.)
Ich geh mal ins Bett.
Nacht.
(Tür geht auf.)
Und? Fertig?
Ja.
Geh mal weg.
(Schnauben)
Sie nehmen alle Gläser und spülen und polieren sie noch mal.
Sind dann immer noch Flecken drauf, machen Sie es erneut.
Haben Sie das verstanden, Kahawatte?
Ja. - Gut.
(Seufzen)
(ruhige Klaviermusik)
Und? Fertig? - Fast.
Sie bleiben hier, bis Sie es gelernt haben.
Na los.
(laut) Alles noch mal!
Geben Sie es her.
Nee, wieder nicht, Kahawatte.
Noch mal.
Nee. Sagen Sie mir, ob es sauber ist.
(laut) Ist das Glas sauber oder nicht?
Sie werden doch sagen können, ob ein Glas sauber ist oder nicht?
Ich weiß es nicht. - Was?
Ich weiß es nicht. Ich bin müde. Ich kann nicht mehr!
Sie machen weiter, bis Sie es wissen. Alles noch mal. Spülen und polieren.
Ach, und noch was, Kahawatte. Ihr Ton da gerade eben...
Können Sie sich bei Gästen auch nicht beherrschen?
Das ist die erste Abmahnung. Bei der dritten sind Sie raus.
(Tür fällt zu.)
(Glas klingt dumpf.)
(Glas klingt heller.)
(sehr helles, langes Klingen)
(Laura) Hier ist schön, oder? (Sali) Sehr schön, ja.
(Sali) Na?
Sali? - Mhm.
Komm, wir gehen Fußball spielen.
Ist das okay? - Ja, klar.
Okay.
Da ist ein Tor. - Das Tor? Okay.
Wo die zwei Stöcke sind!
Da wo die Stöcker sind.
Okay...
Okay!
(Musik: "Hello My Love" von Scott Krippayne)
Ja! (Sali stöhnt.)
(Sali ächzt.)
Ich mach dann mal Pause, ja?
Oskar hat ganz schön viel Energie.
Laura?
Was machst du da?
Entschuldigung, ich dachte, du schläfst...
So was machst du bei schlafenden Frauen? - Nein, ich...
Sali, du sollst mitspielen!
Oh, entsch... Dein Sohn ruft.
("Hello My Love" geht weiter.)
(Jubel)
Mach ich, mein Schatz.
Oskar will dich noch was fragen.
Hey, Oskar.
Was gibt's? - Bist du ein Außerirdischer?
Wie kommst du darauf?
Weil es auf eurem Planeten kein Fußball gibt.
Mach dir keine Sorgen.
Ich bin kein Außerirdischer. - Okay.
Und wenn doch, versprichst du mir, dass du meine Mama und mich nicht frisst?
Ich pass sogar auf, dass kein anderer euch frisst.
Okay. Dann schlaf ich jetzt.
(ruhige Instrumentalmusik)
Na, da haben sich ja zwei gefunden.
Trinken wir noch was? - Gerne.
(Musik wird lauter.)
Was ist eigentlich mit Oskars Vater? - Kein Kontakt mehr.
Oh. - Ja.
Zuerst war er Feuer und Flamme, und als Oskar dann da war,
wollte er sein altes Leben zurück.
Er ist nach Berlin gezogen. Meldet sich nicht mehr.
Krass. - Ohne ihn ist es einfacher als mit ihm.
Und ich muss mich nicht mehr über seine ewige Lügerei ärgern.
(Grillenzirpen)
Was ist?
Was ist denn?
Alles gut.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Komm gut heim.
(rhythmische Musik)
(Wecker piept.)
(Wecker piept schneller.)
Nun der Hauptgang.
Das Grundprinzip lautet auch hier: nie über den Teller des Gastes reichen.
Halten Sie stets die Servicerichtung ein...
Das ist Ihr erster Tag im Restaurant und Sie kommen zu spät.
Das tut mir leid. Ich hab den Wecker nicht gehört.
Das ist Ihre zweite Abmahnung. Die bekommen Sie diesmal schriftlich.
Sie stehen einen Schritt vor der roten Linie.
Was ist das?
Was ist mit Ihrer Krawatte, Kahawatte?
Sollen wir Sie in Zukunft Krawatte nennen?
Wäre das einfacher? Hm?
Nur für Sie. (laut) Was haben Sie gesagt?
Es macht es einfacher für Sie.
Ich hoffe, Sie haben kein Problem mit von Herzen kommender Abneigung.
Kein Problem. Kenn ich von zu Hause.
Sie sollen sich wie zu Hause fühlen.
Nun zum nächsten Punkt: das Eindecken eines Tisches.
(Handy piept.)
(Mutter) Er hat Schmuck und Wertsachen mitgenommen.
Außerdem hat er alle Bankkonten leer geräumt.
Und dann hat er letzte Woche in Sri Lanka eine neue Frau geheiratet.
Und auf die hat er seine Lebensversicherung überschrieben.
Es ist ihm irgendwie gelungen, die Ehe mit mir annullieren zu lassen.
Mama braucht einen Job, um die Kredite fürs Haus weiterzuzahlen.
Was nicht so einfach wird.
Papa wollte ja nie, dass ich arbeite. - Ich weiß.
Kann ich helfen?
Besteh du deine Ausbildung. Dann habe ich eine Sorge weniger.
Entschuldigung.
Ich kann Mama 200 Euro von meinem Gehalt überweisen
und such mir einen Nebenjob.
Hamid arbeitet auch noch bei einem Bäcker.
Wie soll denn das gehen? Du bist jetzt schon total überarbeitet.
Ich schaff das schon.
Ist ja auch nur so lange, bis Mama einen Job hat.
Aber sag ihr nichts, okay?
(Musik: "Do The Right Thing" von D/troit)
♪ Girl, it's a sin
♪ Gotta do the right thing
♪ Never meant to be this kind of man
♪ Slipping round, the hurting and the lies
♪ Always meant to walk a straight line
♪ But somehow things got turned upside down
Und falschrum.
In dem Tempo, mit dem Sie eindecken, werden Sie die Prüfung nicht bestehen.
(Stimmen und Rufe)
Oskar, nicht so hoch.
(Oskar) Guck mal, wie hoch ich bin!
♪ Never meant to let it get this far...
Have you already chosen what you would like to order?
Yes...
♪ Always meant to turn and walk away
(entferntes Hupen)
♪ But somehow I just kept hanging around
♪ It's long overdue...
(Husten)
♪ Yeah I know what to do
♪ Always so true, babe
♪ It's a sin...
♪ Got to do the right thing
(Stimmengewirr)
(Stimmengewirr)
What's that?
♪ It's a thin line...
Sali! Fang mich auf!
Nein, Oskar, ich bin kein guter Fänger.
♪ Got to do the right thing
(Oskar) Eins... - Nein.
Zwei... - Nicht. Nicht!
(Stimmengewirr)
Drei! - Nein!
(Oskar jauchzt.)
Das war cool! Noch mal!
♪ I gotta do the right thing...
Du bist kurz davor, das Kartenhaus, das du so mühevoll aufgebaut hast,
mit deinem Arsch einzureißen.
(Schnarchen, Handy-Signalton)
(Stöhnen)
Oh fuck!
Fuck.
(Laura) Sali.
Danke. Ich muss die Lieferung für meinen Vater übernehmen.
Es dauert nur eine Stunde. - Überhaupt kein Problem.
Für Oskar ist es eh das Größte, wenn du mit ihm spielst.
Wo ist er denn? - Da, im Sandkasten.
Er baut schon euer Ufo.
Bis gleich. Ich beeil mich.
Bis gleich, Oskar.
(Kinderstimmen)
Hallo, Außerirdischer.
Na?
(gruselige Laute)
Hier?
(Sali ächzt.)
(Handy klingelt.) Was ist das denn hier?
Okay...
Max, was gibt's?
Wenn Kleinschmidt sieht, dass du nicht da bist, bist du raus.
Fuck! Das heute habe ich völlig verpeilt.
Ich bin auf dem Spielplatz, pass auf Oskar auf.
Ich komme, so schnell es geht. Laura müsste gleich kommen.
Bis gleich.
Fuck.
(Er stöhnt.)
(Ächzen)
Scheiße.
Laura, heute ist eine Hochzeitsgesellschaft im Hotel.
Ich war da im Service eingetragen.
Ich hätte längst da sein müssen.
Du bist sowieso gleich hier?
Super, bis gleich, ja.
Ciao. Ciao.
(Stöhnen)
(Kinder kreischen.)
Oskar?
(Kinderrufe)
Oskar!
Oskar?
Oskar, wenn das ein Spiel ist, musst du damit aufhören.
Oskar!
(Kinderstimmen)
Hey, das ist nicht witzig, ja?
(Kind) Was schreit der denn so?
Oskar?
(Kind) Hä?
Oskar?
(Kinderstimmen)
Oskar!
Sali? Was ist los?
Ich hab Oskar verloren. Ich hab kurz telefoniert.
Oskar ist weg. - Seit wann?
Seit ein paar Minuten. Er war gerade noch hier!
Oskar!
Oskar!
Mann, Sali, such mit!
Oskar!
Was ist denn los?
Ich kann nicht mitsuchen. Ich kann nichts sehen!
Oskar!
Oskar!
Oskar!
Haben Sie einen kleinen Jungen gesehen? Fünf Jahre, blaue Mütze?
Oskar.
(Laura) Hey. Du darfst nicht einfach weglaufen.
Nie einfach wegrennen, Schatz. Du musst immer Bescheid sagen.
(Autotür wird auf- und wieder zugemacht.)
Was soll das heißen, du kannst nichts sehen?
Ich hab einen Augenfehler.
Ich seh nur noch 5% von dem, was du siehst.
Du passt auf mein Kind auf und sagst nicht, dass du nichts siehst?
(ungläubiges Schnalzen)
(ruhige Klaviermusik)
Na, was habe ich Ihnen gesagt?
Ich hoffe, es ist alles so, wie Sie es sich vorgestellt haben.
(Handy klingelt.)
Kleinschmidt ist hier. Wenn du nicht jetzt kommst, war's das!
Ich bin gleich da. Fünf Minuten.
Man darf hier nicht telefonieren. - Kommt nicht mehr vor.
Ey! Du hast Tisch drei. 25 Schritt auf zwei Uhr.
Ich glaub, Kleinschmidt hat nichts gemerkt.
Alles klar? - Ja.
Ich muss zurück.
(Er schnaubt laut.)
(Stimmengewirr)
Sali, da bist du ja!
Hier, Champagner, Tisch drei. Die warten schon.
(Gläserklirren, laute Stimmen)
(Ratschen)
(Stöhnen)
Lass. Nicht, dass du dich schneidest.
Sali? Sali!
Das macht keinen Sinn. Du stehst völlig neben dir.
Wenn ich jetzt gehe, bin ich gefeuert.
Alter. Du bist voll drauf. Du kannst so nicht arbeiten!
Hey! - Lass mich los.
Sali, ich bin dein Freund,
aber du entwickelst dich zum Vollidioten.
Wenn du jetzt reingehst, kann ich dir nicht helfen.
Dann mach deinen Scheiß alleine.
(Klatschen, bewundernde Rufe)
Sie Vollidiot! Was machen Sie da? Sind Sie blind oder was?
(laut) Ja, verdammt, ich bin blind!
Was?
Und Sie haben es die ganze Zeit nicht gemerkt.
Sie verschwinden jetzt. Sofort! Raus!
(Musik: "Drunk On You" von Jesper Munk)
(Schluchzen)
(Straßenbahn klingelt laut.)
♪ Well I went
♪ After your invisible ties
♪ Just to see
♪ If you're unbound
(Würgen)
♪ I was trapped
♪ In a greedy tune
♪ Just to find the truth
♪ That you once found
♪ Well I guess
♪ That I'm drunk on you
Hör auf mit den Drogen. Willst du deinen Kopf auch noch kaputt machen?
Kümmer dich um deinen Scheiß.
♪ I'm drunk on you
♪ Drunk on you
(leise Techno-Beats im Hintergrund)
♪ And since my path crossed yours
♪ Under the maple of time
♪ My senses fainted
♪ In the ocean of your eyes
Du hast genug.
♪ I see a broken wagon wheel
♪ At the end of the road
Pass doch auf, Mann!
♪ Thou shalt not forget that misery is cold
(Das Lied bricht ab.)
(Mann) Ich ruf den Notarzt. (Frau) Geht's Ihnen gut?
(hallend) Wie heißen Sie? Wissen Sie Ihren Namen? Hallo!
Hören Sie mich? Können Sie mich sehen?
(lautes Tropfen)
Sch.
(Schluchzen)
Alter, dich kann man auch keine zwei Minuten alleine lassen.
Tut mir leid, wie ich mich verhalten habe.
Ich war echt ein Arsch.
Du warst echt ein Arsch.
Weil du mir verschwiegen hast, dass du eine so...
unfassbar hübsche Schwester hast.
(Sali) Beschützerinstinkt.
Komm mit nach Neustadt. Mama würde sich so freuen.
Sie hat einen neuen Job. Bei 'ner Versicherung.
Wir können also das Haus behalten.
Ich kann nicht gegen meine Behinderung leben.
Es funktioniert nicht. Das weiß ich jetzt.
Wenn mich kein Hotel haben will, muss ich mir was suchen,
wo sie mich mit meiner Sehbehinderung nehmen.
Aber hier.
In München.
(Stimmengewirr)
Kommen Sie, hier entlang.
Etwa 40% unserer Mitarbeiter sind blind oder sehbehindert.
Damit sind wir der größte Integrationsbetrieb in München.
Für unsere behinderten Mitarbeiter gibt es Schulungen und Weiterbildungsprogramme.
Das werden wir dann natürlich auch Ihnen anbieten.
(Stimmen werden lauter.)
Und?
Das kann ich nicht machen, auf gar keinen Fall.
Hätte mich auch gewundert. Und jetzt?
Ausbildung zum Masseur?
(Er seufzt.)
Es gibt da was, das wollte ich schon lange mit dir machen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.
(Musik)
(entfernte Stimmen und Lachen)
No fucking way.
Das ist ganz flach.
Außerdem hast du jetzt Erfahrung mit Stürzen.
Ah!
(Max ruft Anweisungen.)
Und jetzt rechts, rechts, rechts.
Rechts ziehen, rechts ziehen, rechts ziehen, rechts ziehen, rechts ziehen.
(Bremsen quietschen.)
Grade, grade, grade, grade, grade.
Bei mir, bei mir, bei mir.
Ah!
Bei mir, bei mir, bei mir.
Hier, hier, bremsen!
Bremsen! Bremsen!
Links halten, links halten, links halten!
Ein Uhr rechts, ein Uhr.
Gerade, langgezogen.
Links!
Fuck! Hindernis!
Hindernis!
Wie, Hindernis?
Brems!
(Surren)
(langgezogener Schrei von Sali)
(Aufprall)
Alles okay!
Okay!
Er kann nichts dafür. Er ist blind wie ein Maulwurf.
Weiter geht's.
Linke Kurve, hart rechts.
Bremsen, bremsen, bremsen! Stopp! (Sali schreit auf.)
(Beide lachen.)
(atemloses Stöhnen)
Wann sind die Abschlussprüfungen?
Ja!
(Max schreit laut.)
(Straßenbahn klingelt.)
(leise Unterhaltung)
Was machen Sie hier?
Ich wollte mich entschuldigen.
Bei Ihnen, Herr Kleinschmidt und Herr Fried,...
und auch bei den anderen. Dafür, dass ich euch die Ausbildung über angelogen habe.
Das tut mir wirklich leid.
Und dass ich dem Brautpaar die Hochzeit versaut habe, ist...
Wirklich unverzeihlich.
Was wollen Sie?
Lassen Sie mich bitte die Abschlussprüfung machen.
Wissen Sie, bevor ich mich hier beworben habe, hat man mir gesagt:
Sei realistisch, hör auf zu träumen und vergiss die Ausbildung.
Vielleicht hat mich meine Lüge weitergebracht,
als wenn ich immer die Wahrheit gesagt hätte.
Aufgeben kam aber für mich nicht in Frage.
Also werde ich ab jetzt zu dem stehen, was ich bin.
Ein Typ, der ohne die Hilfe seiner Freunde aufgeschmissen ist,
weil er einfach beschissen sieht.
Aber ich werde das Träumen nicht aufgeben. Auf keinen Fall!
Lassen Sie mich zeigen, dass ich es schaffen kann.
Bitte. Geben Sie mir die Chance.
Bitte, Herr Kleinschmidt.
Sie glauben sowieso nicht, dass ich bestehe. So wie ich Tische eindecke.
Das glaube ich in der Tat nicht. Sie sind zu langsam.
Lassen Sie mich das Gegenteil beweisen.
Na los, Herr Kleinschmidt, tun Sie was für Ihr Karma.
Geben Sie ihm eine Chance. - Ja, lassen Sie ihn die Prüfung machen.
Von mir aus. Probieren Sie es.
Danke.
Sagen Sie den Prüfern, dass sie mich bewerten sollen wie alle anderen.
Keine Sorge, Kahawatte, das werden sie.
Ich bin einer von ihnen.
(Musik: "Out There" von Vincent Stein)
(Max) Hopp, hopp, hopp!
Er ist Löffel, sie ist Gabel, richtig?
(Sali) Genau. Er liegt immer oben.
Mach nichts kaputt.
Also. Noch mal? - Ja.
Ah, scheiße.
Ganz ruhig.
Stopp!
Zieh, zieh, zieh, zieh!
Wodka...
Weißen Rum...
(Max) B-fifty-ten. Gin.
Cointreau...
1, 2, 3...
Dann haben wir hier den Gin.
(lauter Aufprall)
(stockend) "Es wird Ihnen gemäß Paragraph 30
ein erweitertes Führungszeugnis erteilt.
Dieses muss für Ihre Tätigkeit als Rettungssanitäter...
vorgelegt werden."
Also, du musst mit deinem Reisepass zur Ausländerbehörde gehen.
Okay. - Ähm...
"Bitte unterzeichnen Sie den beigelegten Antrag auf..."
Laura ist da. Diesmal hat sie nicht gewinkt.
Ich komm gleich wieder.
Sie kommt.
Ich hab von deinem Auftritt gehört. Find ich gut.
Ich bin jetzt "offiziell" sehbehindert.
Ist gar nicht so schlecht.
Jetzt kann ich wirklich lesen, statt so zu tun.
Und du darfst doch deine Prüfung machen?
Morgen früh geht's los.
Getränkekunde und Gläser erkennen.
Dann drück ich dir die Daumen. - Danke.
Ich muss weg.
Vielleicht bin ich ein dummer Afghane und das läuft anders hier.
Aber wenn ich du bin, lauf ich ihr hinterher.
Laura!
Pass auf, rechts!
Ich vermisse dich.
Mach's gut.
Ich vermisse dich trotzdem, auch wenn du es nicht hören willst.
(leise) Verdammter Schankverlust.
(Rascheln)
Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie in Ruhe.
Cognacschwenker...
Whiskeyglas - kleiner Tumbler...
Cocktailglas...
Acapulco, 480 ml.
Sektglas, auch Schluckglas genannt,
Biertulpe, 0,2 I...
Caipirinha-Glas...
Und das ist ein... Martiniglas.
Was ist ein Martini? - Ein Wermut.
Woher kommt der Name?
Vom Wermutkraut. Was den bitteren Geschmack erzeugt.
Kennen Sie einen weiteren Wermut? - Cinzano.
Dies ist Ihre letzte Prüfung.
Wenn der Gong ertönt, stellen Sie die Arbeit sofort ein.
Wir bewerten, was Sie geschafft haben.
Viel Erfolg. Ab...
jetzt.
(rhythmische Musik)
Wer war noch mal "er"? Löffel oder Gabel?
Wo liegst du lieber beim Sex? - Oben.
So auch der Löffel.
Entschuldigung. (Sali zählt leise.)
(Musik wird schneller.)
(Gläserklirren)
Noch eine Minute und die Wassergläser fehlen. Beeilung.
(Musik wird noch schneller.)
Noch 30 Sekunden.
(schnelles Ticken im Sekundentakt)
(lautes Klirren und Atmen)
(Prüfer) Niemand fasst mehr etwas an!
Gläser in der Reihe. Nicht ganz... - Nur ein kleiner Punktabzug.
Nein, aber das ist sehr schön.
(Max) Ganz gut.
Für die Jugendherberge.
Komm, schau dir mal mein Kunstwerk an.
Danke.
So, jetzt kommen wir zum nächsten Tisch.
Hast du die Batik-Arbeit selbst gemacht?
Das sind Rosenblätter, du Eule.
(Kleinschmidt) Herr Kahawatte? Kommen Sie bitte mal zu Ihrem Tisch.
So, Herr Kahawatte. Kommen wir zu Ihnen.
Ihr Tisch ist eine Katastrophe, da gibt's nicht viel zu bereden.
So wie der aussieht, als Einzelleistung, reicht das nicht.
Da Sie aber in den anderen Prüfungen gut abgeschnitten haben,
in der theoretischen sogar sehr gut,
haben wir entschieden, dass Sie wegen des Gesamtergebnisses
Ihren Gesellenbrief erhalten.
(Max) Jawohl!
(beschwingte Musik)
(Fried) Glückwunsch.
Glück gehabt. - Ein bisschen Talent auch.
Alles Gute. - Danke.
Ich hätte nie gedacht, dass Sie länger als einen Monat durchhalten.
Ich auch nicht.
Herzlichen Glückwunsch. - Danke schön.
Bei Ihnen musste ich mir keine Sorgen machen.
Sie wollten es wirklich. Gratuliere. - Danke.
(laute Sirene)
(Max) Hast du das gehört?
(Hamid) Hey Max!
Hamid!
Hey Sali! Ich liebe dich!
(Hamid) Danke!
Schon unglaublich, wie schwer sie es dem gemacht haben.
Sag mal, hat der eigentlich einen Führerschein?
Ich dachte, dass ich nie jemanden kennenlerne,
der diesen Beruf mehr will als ich.
Jetzt denke ich, ich habe diesen jemand schon kennengelernt.
Danke.
Ihr Gespür für Wein ist ausgezeichnet.
Sie können bei mir im Restaurant anfangen.
Mit Zusatzausbildung zum Sommelier.
Das freut mich unglaublich.
Aber ich kann Ihr Angebot leider nicht annehmen.
Ich plane mit Max was Eigenes.
Sie verblüffen mich immer wieder, Kahawatte.
Also dann. Viel Glück.
Sie haben es sich wirklich verdient. - Danke.
Was hat er denn genommen?
(Musik: "Hooked On A Feeling" von Blue Swede)
Und...
♪ Hooked on a feeling
♪ I'm high on believing
♪ That you're in love with me
♪ Lips as sweet as candy
♪ Its taste is on my mind
(Sali) Ein Sprichwort sagt: Wer schnell gehen will, geht am besten allein.
Aber wer weit gehen will, geht am besten in guter Gesellschaft.
Ich war schon immer eher der Langstreckentyp.
Hier, bitte.
♪ I just stay a victim
♪ If I can for sure
Kann ich helfen?
Laura?
Ich hab versucht, Oskar zu erklären, warum wir uns nicht mehr sehen.
Er dann gesagt,
er hätte auch mal angelogen, aus Angst, ich würde ihn nicht mehr liebhaben.
Sieht aus, als könntet ihr Hilfe brauchen.
Und wie.
Gut.
(Musik: "Tomorrow's Calling You")
Ich glaube, Sali hat gerade den schönsten Moment seines Lebens.
(Klingeln) Ein Geschenk von uns.
Was ist das?
Ein Ball mit einer Klingel drin.
Zum Fußball spielen für Blinde. So macht's vielleicht mehr Spaß.
Komm.
Ich trete euch doch auf die Füße.
Ich hab zwei Augen.
Die reichen für uns beide.
(Musik: "My Way" von Jesper Munk)
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