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He, Schluss jetzt, ihr zwei!
Monsieur Daoud, richtig? - Stimmt. Guten Morgen.
Michel Peretti, der Schulleiter. - Angenehm.
Na, dann herzlich willkommen bei uns.
Vielen Dank. - Aber gerne.
Darf ich vorstellen: Monsieur Brahimi, Monsieur Daoud.
Farid Brahimi, Klassenlehrer der 6., die Orchesterklasse. - Sehr schön.
Meine Hoffnung ruht auf Ihnen. - Wir werden sehen.
Steck sie in die Unterhose! Alle!
Rein damit! Na, mach schon!
Spinnst du? Warum schlägst du mich?
Halt die Fresse! Für wen hältst du dich? Bin ich vielleicht deine Nutte?
...weil ich Lust drauf habe, Geige zu spielen. Ich möchte gerne...
Mehr Zeit mit den Schülern verbringen, verstehen Sie. Auf gleicher Stufe.
Allerdings haben Sie dann einen Schüler mehr.
Wenn Sie wollen, gerne. - Super!
Spinnst du? - Lasst eure Hände bei euch!
He, Mouctar! Setz dich! - Sie hat meine Tasche!
Er hat mich geschlagen! - Setz dich und guck nicht so!
Wo glaubst du, bist du? Und du mit dem Rücken?
Warten Sie...
Dreh dich um!
Vollpfosten. - Was hast du gemacht?
Was du gemacht hast?! - Nichts.
Sein Pimmel ist größer geworden. - Halt die Fresse!
Gut jetzt. - Wer ist das?
Ja, genau... - Das ist Kiriku.
Also, das ist...
Können wir mal für zwei Sekunden still sein?
Ich muss lachen... - Nein, hört auf!
Das ist Monsieur Simon Daoud, euer Geigenlehrer.
Guten Morgen. - Guten Morgen.
Monsieur...
Warum hat er so eine sexy Glatze? - Ah, der Bastard.
Was hast du da gesagt?
Entschuldige dich auf der Stelle! - Ja, ich entschuldige mich.
Morgen, inschallah.
Hör auf, den Schlauen zu spielen!
Entschuldigen Sie das mit sexy Glatze, ich wollte Sie nur kennenlernen.
Wie heißt du? - Samir. Und wie heißen Sie?
Bist du blöd? Hat er doch gesagt! - Fresse halten, du!
Du Schwachkopf! Er heißt Monsieur Daoud. - Hier wird nicht beleidigt!
Dann ist er ein Idiot. - Gut, ein Idiot.
Ist immerhin besser. - Und wie heißt du?
Ich heiße Abou, meine Mutter nennt mich Albakar, mein Vater...
Ist uns doch scheißegal! - Wir haben's kapiert.
Bin nicht fertig. - Schon gut, er hat's kapiert.
Nö, der weiß nicht alles. - Mutter, Schwester, Bruder, Schluss!
Aber stimmt doch! Bruder und Schwester hab ich nicht.
Okay, super, Abou. - Mögt ihr Musik?
Mögt ihr Musik? - Ja.
Kennt ihr auch die... klassische Musik?
Ja, die von der Champions League. Die geht so:
Monsieur, nein, die geht so:
Entschuldigen Sie. - Sind euch klassische Komponisten bekannt?
Nein. - Ja.
Das wird repariert.
Mozart. - Mozart, ja. - Sehr gut.
Wolfgang Amadeus Beethoven, der hat das Ding da gemacht:
Klar, Céline Dion!
Céline Dion und klassische Musik? Ein Komponist der Klassik?
Monsieur, sprechen Sie ordentlich Französisch!
Es heißt Komponisterin klassischer Musik.
Eine Komponisterin? - Komponistin!
Danke, Abou, für Komponisterin und Samir, für Céline Dion.
Hefte raus und keine Geige, sondern Diktat.
Los, Hefte raus, kramt in euren Sachen!
Das riecht nach Klebstoff.
Abou!
Damit kannst du in die Fresse hauen.
Die ist ziemlich zerbrechlich. - Ist weich, was?
Ist leicht. - Okay, aber auch weich.
Samir, schau mal!
Seid behutsam, das ist kein Spielzeug. - Aber es heißt doch Geige spielen.
Das stimmt.
Ja, dasselbe Verb. Es heißt spielen, aber nicht, sich vergnügen.
Wozu dann, wenn es keinen Spaß macht? - Wir lernen, wir machen Musik.
Hey Alter, Geige ist mega einfach! - Also, warum bist du hier?
Um Geige zu lernen. - Genau. Und ich bringe es dir bei.
Doch vorher werden wir das Instrument kennenlernen.
Es stinkt. - Jetzt reicht es aber!
Du bist jetzt still! - Riecht nach Pferd.
Etwas mehr Ruhe.
Hier... habt ihr den Hals. Hier.
Seht ihr? Der Hals. Und das hier,
das lange Schwarze, das ist das Griffbrett.
Ja? Das Griffbrett. Wo die Saiten sind. Und hier der Steg.
Der ist hier. Auf ihm ruhen die Saiten.
Ja?
Hier die Schalllöcher. - Sind die nicht in den Ohren?
Nein, es geht hier um das Instrument. Das hat nichts miteinander zu tun.
Insgesamt hab ich 25.
Die eine Hälfte macht Sport, die andere Hälfte Geige.
War das freiwillig? - Ja.
Und es wollten mehr zu Geige, als Plätze da waren.
Hallo, Claude. - Hallo, Farid.
Guten Tag, Monsieur. - Alles klar, Mädels?
Sie geben also Konzerte?
Ja. Und wie sind Sie hier gelandet? - Was meinen Sie?
Na ja, es gibt motivierendere Orte zum Unterrichten.
Ich komme aus Roubaix.
Und bin meiner Frau hierher gefolgt. Es läuft gut.
Schauen Sie mal...
Ich hab hier eine Fotoliste mit den Vornamen. Das macht es einfacher.
Guten Tag. Marie Pagès. - Simon Daoud, angenehm.
Alles klar, Farid? - Ja. Hier, für Sie.
Und wie war der erste Tag? - Ein erstes Kennenlernen.
Gut.
Mir wäre wichtig, dass Sie bis zum Ende des Schuljahres bleiben.
Ein Lehrerwechsel würde Unruhe stiften. - Verstehe.
Erste Proben mit auswärtigen Orchesterklassen sind Anfang Januar.
Und... hier, Ihr Vertrag.
Stoppt mal!
Jetzt wird es etwas träge.
5 Minuten Pause? Wie läuft es mit den Bälgern?
Willst du's wirklich wissen? - Klar.
Nein, das macht dir Angst. Doch! Selbst mir macht es Angst.
Dass man dir Kinder anvertraut!
Die können sich keine Minute konzentrieren. Ich muss ihnen Scheherazade beibringen.
Und danach zurück ins Ghetto?
Dann können sie in Fleury immer noch Rimski-Korsakow spielen.
Wenigstens hast du 'n bisschen Arbeit. - Ist eher Sozialarbeit.
Eventuell zieht sich die zweite Geige zurück.
Ich bin dabei, Laurent. - Ich kann dir nichts versprechen.
Ich sagte, leg's hin! - Das ist ein Experiment.
Abou!
Samir!
Samir!
He, da vorne spielt die Musik!
So, nehmt eure Plätze ein!
He, Mädels, nach vorne! - Bitte etwas friedlicher!
Samir. - Ja?
Hier ist doch kein Friedhof.
Willst du rausgehen?
Darf ich um mehr Ruhe bitten?
Die Bögen könnt ihr weglegen, das sind keine Degen.
Heute widmen wir uns dem wichtigsten Instrument, und das wäre?
Die Geige. - Sie halten uns wohl für Idioten.
Samir, wie redest du?
Es gibt noch etwas Wichtigeres. - Der Bogen?
Nein, auch nicht der Bogen. - Was dann?
He, Samir!
Das Kolophium. - Kolophonium. Weißt du, was das ist?
Eine Kolonie, wo es viele Telefone gibt.
Das ist nicht lustig! - Geh raus! Raus!
Monsieur, öffnen Sie bitte die Tür! - Samir, spiel nicht den Schlaumeier!
Das wichtigste Instrument des Geigers ist sein Körper.
Seht ihr das kleine Loch zwischen den Schlüsselbeinen?
Das erlaubt uns das exakte Anlegen. Machst du es, bitte?
Macht es, nur zu!
Tut es, bitte!
Mademoiselle?
Das tut weh. - Das geht vorbei.
Nicht zu viel Druck. - Genau.
Halte dich aufrecht!
Den Ellbogen unters Instrument. Nicht davor, nicht dahinter.
Legst du die Geige bitte anders an?
Du hast vorhin nicht zugesehen, schau, so geht das.
Gut festhalten.
Halte dich aufrecht!
Schön aufrecht, heb den Kopf.
Genau. Siehst du?
So.
Dein Kinnhalter sitzt nicht richtig. Wenn ich ziehe, musst du sie festhalten.
Genau. So ist's gut.
Halte dich aufrecht!
So. Die Hände hierhin...
Mach ich es richtig? - Sei still, sei still!
Ich zeige es euch jetzt.
Was denn?
Den Kopf von Toto.
Oh, der macht alles kaputt! - Ruhe!
Ich störe doch nicht? Ich repariere die Elektrik.
Kann das nicht warten? - Nein, ich kann nur jetzt.
Pst! Beruhigt euch, seid still!
Kann das nicht warten?
Das... Beeilst du dich?
Was geht? Was wird das? Wie, du fasst... du fasst meine Geige an?
Er widersetzt sich! - Yo, yo, yo!
Pack ihn!
Samir! Das geht nicht! Hörst du auf!
Hört auf! Lasst ihn! Geh raus! - Meine Geige...!
Geh raus! - Ganz ruhig!
Arnold, hör auf! - Ruhig jetzt!
Er will meine Geige klauen! - Geh raus!
Hör auf! - Warte nur, Schwuchtel!
Halt den Mund! Zisch ab! - Blöder Clown!
Raus mit dir!
Um dich kümmer ich mich noch!
Stimmt das, was er sagt?
Ist das dein Klassenzimmer? - Nein.
Was machst du hier?
Wollte die Geige sehen. - Interessiert sie dich?
Ich habe nichts gehört. Interessiert sie dich? - Ja.
Willst du musizieren? - Ja.
Ein Schüler mehr, stört Sie das?
Wenn er motiviert ist, warum nicht? - Hast du das gehört?
Vielen Dank, Monsieur.
Was ist die Bedingung? Die Bedingung?
Ich prügel nicht mehr. - Und was noch?
Wir respektieren uns. - Geht doch!
Vielen Dank, Monsieur, danke.
Die Finger müssen gerundet am Bogen liegen.
Es sollte eine Clementine darunter passen.
Das Handgelenk muss beim Drehen locker bleiben.
Und diese Lockerheit überträgt sich auf die Saiten.
Und jetzt werden wir am Griffbrett üben.
Eine der grundlegenden Bewegungen.
Wir bewegen unsere Finger auf dem Griffbrett hin und her,
indem wir so locker wie möglich bleiben.
Schluss mit dem Lärm da!
Was ist das für eine Geige in deinem Zimmer?
Die gehört mir, das ist... meine Geige.
Was macht die da? - Die hab ich für die Orchesterklasse bekommen.
Was ist das?
Eine Musikgruppe. - Und sie haben dich genommen?
Ah, sehr gut. Du machst also jetzt Musik?
Ja. - Und spielst du gut?
Noch nicht. - Macht es dir Spaß?
Sehr.
Das ist gut. Sehr gut.
Aber du kennst die Priorität, ja? - Die Schule?
Genau. Die Schule.
Links! Du läufst aber rechts!
Mach schon! Schneller!
Na los, komm...! - Yaël?
Alles klar? - Und bei dir?
Hilfst du mir mit der Geige? - Jetzt?
Wenn du kannst. - Gut, wenn du willst, aber...
...nicht bei mir, meine Alte bringt uns um. - Ja, kein Problem.
Ich komm wieder.
Die nervt mit ihrer Geige.
Was habt ihr im Unterricht gespielt? - J'ai du bon tabac.
Und ist das schwer? - Nein, ganz leicht.
Schau hin und hör zu!
Hast du's begriffen? - Zeig's mir!
Leg los! Da.
Genau. Null...
Eins...
Nein, die hier.
Genau. Eins.
Zwei.
Null.
Eins.
Eins.
Zwei.
Drei angedrückt.
Nochmal drei.
Zwei.
Zwei.
Das war Kacke, nochmal.
Manchmal bringst du mich zum Lachen. - Womit?
Weiß nicht.
Du bist seltsam.
Wer nervt dich am meisten? Samir, Mehdi, Abou...
Samir, ganz klar. - Du hast eine Wut auf ihn.
Mega.
Man sollte ihm eine verpassen...
Danke für den Unterricht. - Kein Problem, ich mag dich.
Ach ja? - Hast gut gelernt.
Ja, das sehen wir morgen.
Merk's dir, sonst war alles umsonst. - Ja, ja.
Bereitmachen!
Ihr spielt jetzt J'ai du bon tabac. In Position...
Drei... vier...
Halt, halt, halt!
Halt, bitte!
Kommst du bitte, Arnold? - Warum ich?
Komm, bitte. Komm her!
Ich spiel nicht vor allen. - Ich möchte, dass du es mir zeigst.
Zeig es mir, komm her!
Komm, Arnold! Nur keine Angst.
Stell dich hier auf! - Wovor hast du Angst, du Lappen?
Mouctar, geh raus! - Bitte nicht, Monsieur.
Du bist tot, verdammt. - Lass dein Instrument hier!
Ruhe, bitte!
Was hast du? - Ich will nicht vor allen spielen.
Wenn du in der Philharmonie spielen willst, gewöhn dich dran. Okay?
Schau her! Zeig es ihnen!
Seht genau hin!
Bitte in Position, Arnold.
Bereit?
Fertig?
Drei... vier...
Gut.
Spielst du zu Hause? - Ja.
Du übst von selbst? - Ja.
Habt ihr gehört?
Gut so.
Du kannst zurück auf deinen Platz.
Wohnst du schon lange hier?
Und gefällt's dir hier?
Du redest nicht viel. Wie meine Tochter. - Wie alt ist sie?
Fünfzehn.
Spielt sie auch Geige?
Ja.
Kann sie es gut?
Ja. Obwohl, momentan, keine Ahnung. Ist etwas kompliziert.
Sie hat nur Jungs im Kopf und Party? Wie meine Schwester.
Nein, das würde mich überraschen. Ich kenne sie.
Meine Schwester ist so.
Da sie gleich alt sind, dachte ich eben...
Dein Bogen!
Halte dich gerade, Cybèlagena!
Achte auf deine Finger am Bogen, Camilla!
Umi, dein Bogen!
Den Bogen parallel zum Steg, Kadi!
Mit dem ganzen Bogen, Farid! Gut, Arnold.
Wieso hörst du auf, Abou? - Das tut weh.
Und du? - Ich schaff es nicht.
Die anderen aber schon. - Nerven Sie mich nicht mit anderen!
Nein, du nervst. - Sie sind nicht mein Lehrer.
Doch, hier bin ich es. - Fick deine Mutter!
Was hast du gesagt? Wie redest du? Wiederhole das noch mal...!
Du kleiner Scheißer! - Lass mich los!
Simon, lass ihn los! Hör auf, beruhige dich! - Deine Großmutter, die Nutte!
Sabrina bring ihn sofort zu Peretti! Sei jetzt ruhig!
Sabrina! Bring ihn zu Peretti!
Monsieur, ihm fehlt der Respekt. - Packt zusammen, der Unterricht ist zu Ende.
Räum dein Instrument weg!
Geht's?
Ja, es geht.
Ich versteh das, Simon, aber...
Du kannst nicht die Hand erheben gegen die Knirpse. Das geht nicht.
Ich lass so einen Scheißer nicht auf mir herumtrampeln.
Ich sage nur, Autorität kannst du anders ausüben.
Ich kann nicht mehr, verstehst du? Wenn das so weitergeht...
Tschüs, Farid. - Schönen Abend!
Ich kann nicht mehr. Die machen sich beim Konzert nur lächerlich.
Vielleicht kannst du einfach keine Kinder unterrichten.
Solche ganz gewiss nicht.
Für die Philharmonie musst du die Störenfriede ausschließen.
Wie ausschließen? Ein, zwei Tage?
Generell. Ich will sie nicht mehr sehen. - Hörst du dir eigentlich zu?
Dann müsste ich alle rausschmeißen, Samir, Sabrina, Yaël...
Willst du nur noch drei Schüler? - Sie haben keine Lust zu lernen.
Wie du redest!
Ziel des Programms ist es doch, Bengeln wie Samir zu helfen!
Ich soll eine Gruppe stärken, keine Individuen. - Arnold zieht die anderen hoch.
Ich sagte, Gruppe! Ich lass keinen zurück. - Hör mir auf mit "Gleichheit".
Es gibt Gute und Nieten.
Richte dich nach den Besten oder stürze alle ins Unglück.
Du glaubst nicht, was du da sagst.
Und geht es?
Ja.
Werden Sie die Schule verlassen?
Nein, keine Sorge.
Hallo. - Guten Abend. Alles gut, Arnold?
Guten Abend, Madame. - Guten Abend.
Sind Sie der Geigenlehrer?
Arnold spricht nur noch von Ihnen. - Ach ja?
Vielen Dank für Ihr Engagement. - Ich mache nur meine Arbeit, Madame.
Was haben Sie heute Abend vor?
Essen Sie mit uns?
Ich möchte nicht stören. - Tragen Sie meine Tüten.
Ich helfe Ihnen gerne, aber... - Es würde mich sehr freuen.
Gut, ich bringe sie... - Sie werden sehen, es wird Ihnen schmecken.
Das ist nett. - Na, und du? Den ganzen Tag: "Simon, Simon..."
Schmeckt es Ihnen? - Es ist köstlich.
Nicht zu scharf? - Ein wenig pikant, aber sehr gut.
Hab Ihretwegen wenig gewürzt. - Ist das afrikanisch?
Ja. Elfenbeinküste und Senegal. Eine Spezialität.
Kennen Sie die Elfenbeinküste?
Nein. Also kennen schon, war aber nie dort.
Sie kennen doch Didier Drogba, oder? - Ja.
Der Fußballspieler.
Arnold, isst du nichts?
Hab keinen Hunger mehr. Muss Hausaufgaben machen.
Warte, Arnold! Hier...
Danke.
Er ist begabt.
Ach ja? - Ja.
Mit viel Gespür.
Man sollte ihn antreiben, ermutigen. - Nicht nötig, er liebt es.
Den ganzen Tag übt er auf dem Dach und nervt die Nachbarn.
Er schläft sogar mit seiner Geige. Ich fasse sie besser nicht an.
Mit seiner Schwester verhält es sich anders. Da ist es komplizierter.
Wie alt? - Sechzehn Jahre.
Sechzehn Jahre? Aha. - Die Pubertät. Der Höhepunkt.
Verstehe. Meine Tochter ist fünfzehn.
Mit ihr ist es auch sehr schwierig.
Problematisch zu kommunizieren.
Tanzen Sie gerne? - Wie bitte?
Tanzen.
Seinen Körper so bewegen. Wollen Sie?
Denn hier wird getanzt.
Beim Essen tanzen wir. - Wie das?
Einen Moment...
Kommen Sie, tanzen! - Oh nein!
Wir leben nur einmal! Na los! - Nein, nein...
Kommen Sie, auf geht's! - Ich kann nicht tanzen...
Jetzt lernen Sie's, kommen Sie! Na los!
Ich mach mich lächerlich... - Schwingen Sie die Hüfte!
Und los geht's. Die Hand und...
Ist doch einfach!
Geht's? Gut so? - Ja.
Ich tanze sehr schlecht. - Nein, sehr gut.
Eigentlich...
Irgendwie darf ich mich nicht amüsieren.
Warum hast du das vorhin getan?
Ich hab mich geschämt.
Zumal wir nichts Schlechtes gemacht haben.
Wo ist mein Vater?
Wo ist mein Vater?
Wo ist er?
Ich weiß es nicht, Arnold.
Euch ging es doch gut, oder? Also, wo ist er? Lass mich wenigstens mit ihm telefonieren.
Arnold...
Ich weiß nicht, wo er ist.
Ich habe ihn noch nie gesehen.
Warum ist er gegangen?
Ich weiß es nicht.
Deine Schuld, oder?
Wie heißt er?
Wie heißt er?
Er heißt Aimé.
Bitte, nur einmal!
Warum hat er uns nicht lieb?
Warum wollte er mich nicht kennenlernen?
Arnold, geh schlafen.
Es ist spät.
Du weißt es, du willst nur nicht, dass ich ihn sehe.
Ein Mal!
Entschuldige, aber ich weiß nicht, wo dein Papa ist.
Arnold...
...ich bin müde.
Ist er das?
Guten Morgen, Monsieur. - Guten Morgen.
Hast du meinen Sohn geschlagen?
Ich habe Samir nicht geschlagen. - Er sagt, schon.
Ist er das oder nicht?
Hat er dich geschlagen oder nicht?
Soll ich dich schlagen? Soll ich? - Sachte...
Papa, nicht...! - Ich werd's dir zeigen!
Lass ihn! - Ein Kind zu schlagen!
Beruhigen Sie sich! - Echt nicht!
Lassen Sie los! - Was sind das für Sitten?
Lassen Sie los! Man schlägt keinen Lehrer!
Ach ja? Aber Kinder in der Schule schon?!
Er hat nicht geschlagen, ich war dabei. - Ach so?
Los, Kinder, geht rein, hopp! - Diese Scheiße will ich nicht in meinem Haus!
Los, komm, wir gehen!
Alles in Ordnung? - Ja.
So, geht mal vor! - Alles klar, Monsieur?
Danke.
Und Ruhe bitte!
Ganz still, bitte!
So.
Also...
Letzte Woche fragte mich Yaël: Wie wird man ein großer Geiger?
Erinnerst du dich?
Ich ging nach Hause und dachte: Habe ich das Wichtigste vergessen?
Habt ihr eine Idee?
Mouctar. - Sein Instrument zu stimmen.
Die Leidenschaft.
Oft zu üben. - Das auch. Aber noch etwas anderes.
Matthieu? Nein? Keine Idee? Sabrina?
Lust haben zu üben. - Ja, aber es gibt noch etwas Wichtigeres.
Die Geige zu lieben? - Ja, aber was noch?
Das Wichtigste ist, seinen Spaß zu haben.
Trotzdem ist es viel Arbeit. - Aber Musizieren muss Spaß machen.
Sie sagten doch, die Geige sei kein Spiel. - Ja, stimmt.
Hab ich das gesagt? - Ja, am ersten Tag, zu Samir.
Aha, gut. Dann ändern wir heute die Methode. Wisst ihr was?
Ihr spielt alle nur eine Note und denkt dabei an ein Unwetter.
Einverstanden? Spielt eine Note...
...und ich möchte den Wind hören, Regen,
Blitz und Hagel.
Sabrina, wir beginnen bei dir.
Genau, nur zu!
Nur zu, spielt euer Instrument!
Stellt euch das Unwetter vor! Stellt es euch vor!
Nur zu! Genau, sehr schön!
Sehr gut. Schneller! Ich höre die Noten nicht!
Kommt schon! Sehr schön, Kadi. Sehr schön. Noch schneller!
Was soll das sein, Farid? - Der Hagel.
Vorwärts, Mouctar, das ist gut! Gut, Arnold!
Und was machst du, Abou?
Was machst du? - Das Schiff, das untergeht.
Das Schiff, das untergeht, natürlich!
Komm schon, Matthieu, immer schneller! Lauter!
Lauter, Matthieu, lauter!
Der Wind, der aufkommt, sich dreht, der immer stärker bläst.
Genau! Das kommt alles aus eurem Instrument! Sehr gut!
Na los, zeigt mir das Unwetter! Ja, Kinder, lauter!
Und der Wind bläst und wirbelt. Und der Donner!
Und euer Schiff, das am Felsen zerschmettert! Weiter so!
Das ist das Unwetter!
Vorwärts, Yaël, nur zu!
Nur zu, Abou! Lauter und lauter und immer lauter!
Ich geh schon!
Was wollen Sie? - Guten Abend.
Ich wollte mich entschuldigen.
Es tut mir wirklich leid, ich wollte Ihren Sohn nicht schubsen.
Zumal er... Fortschritte macht.
Es ist schade... - Wer ist das?
Samirs Geigenlehrer.
Guten Abend, Monsieur. - Guten Abend, Madame.
Kommen Sie doch rein. - Danke.
Bitte sehr.
Danke. - Hier...
Ein schrecklicher Verlust für das Orchester, wenn Samir nicht am Konzert teilnähme.
Er ist für die Musik geschaffen.
Ach ja?
Zu Hause hört sich das nicht so an. - Er lernt es doch erst.
Immer bist du mit ihm so negativ.
Ich denke, wenn er sich ernsthaft an die Arbeit macht,
erhalten wir sehr gute Ergebnisse.
Zu seinem Lehrer sagte ich, reine Zeitverschwendung. Faul, wie er ist.
Willst du wieder Geige spielen?
Ich weiß nicht... ja.
Vielleicht lieber was anderes? - Nein.
Sicher? - Ja.
Spielen Sie uns was vor?
Hier?
Jetzt... sofort?
Wenn Sie wollen.
Bitte sehr. - Danke, Monsieur.
Geh weg, du Schleimer! - Mouctar!
Halt die Fresse, du Clown! - Samir, leise!
So.
Die letzte Stunde vor den Weihnachtsferien. - Yes!
Danach stehen Proben mit anderen Klassen an.
Keine Sorge, wir sind stark. - Ich hoffe es. Kann ich auf euch zählen?
Ja! - Wie?
Voll und ganz?
Dann an die Arbeit!
Für das Solo habe ich dich im Auge.
Das Solo? Das ist zu schwer, das schaffe ich nicht.
Wenn du dich anstrengst, schaffst du's.
Ich verspreche nichts, aber ich werd's probieren.
Ich weiß, du schaffst es.
Arnold, seit Stunden rufe ich dich! Komm runter!
Beeil dich!
Was suchst du hier? - Bravo, du machst Fortschritte.
Du schlägst dich jetzt echt gut.
Weißt du noch, die Eisbahn am Rathaus?
Mit dem Weihnachtsmarkt.
Abends sind wir Schlittschuh gelaufen, das war klasse.
Ich... weiß, ich hab dich zu sehr angetrieben.
Es tut mir leid.
Ich möchte Frieden schließen.
Soll ich dir beim Ausziehen helfen? Das muss wehtun.
Geht schon.
Ein Abendessen hast du noch nie vorgeschlagen. - Doch, schon oft. Du wolltest nur nie.
Unsinn.
Doch, das stimmt. - Wann?
Keine Ahnung, vor einem Monat. - Hör auf.
Weißt du, ich frage mich...
Warum lernst du nicht bei einem anderen Geigenlehrer weiter?
Bitte, wir wollten heute nicht darüber reden. - Gut.
Bitte sehr. - Danke.
Hier... - Danke.
Dein Weihnachtswunsch? - Eine Katze.
Oh nein.
Deine Mutter ist allergisch. - Sie kann doch bei dir wohnen.
Oh nein.
Nicht bei mir.
Bitte.
Kümmerst du dich ums Katzenklo? - Versprochen.
Und hast du momentan einen Freund?
Was soll denn die Frage?
Na ja...
Dein Leben interessiert mich. Ist doch normal, oder?
Und hast du eine Freundin?
Wie heißt sie?
Siehst du, ganz schön nervig, so 'ne Frage.
Die machen wir fertig. - Du machst niemanden fertig.
Bleib konzentriert und mach nicht auf Großmaul. Heute ist es ernst.
Wie Wellen, man muss überpräzise sein. - Julien?
Entschuldige. Das ist Simon Daoud, der mit der Klasse von Farid Brahimi arbeitet.
Freut mich. - Ganz meinerseits.
Und das hier... - Guten Tag.
...Julien Hertz, der Dirigent.
Hattet ihr Zeit, ein bisschen zu üben? - Etwas mehr Zeit wäre nicht schlecht gewesen...
Kein Problem, nach dem Solo proben wir, und das in aller Ruhe.
Super. - In Ordnung?
Fangen wir an? - Leise!
Wir beginnen nach dem Violinsolo. Achtet auf das Tempo, recht langsam.
Ja? Probieren wir's? Gut, bis zum Schluss.
Schaut zu mir!
Ruhe!
Hört auf die Bässe!
Schaut zu mir!
Etwas schneller!
Spiele! Nur zu! Nimm deine Violine!
Lass uns FIFA zocken gehen.
Also...
Angesichts der Katastrophe letztes Mal,
kriegt ihr euch besser wieder in den Griff.
Also ich war stark. - Das sagt er ja!
Dein Zahnfleisch hängt gleich raus.
Wollt ihr beide vor die Tür?
Was ist da so lustig? - Das Zahnfleisch.
Nichts. - Guten Tag, Monsieur.
Guten Tag, Kinder.
Monsieur...
Was machen wir jetzt mit der katastrophalen Probe vom letzten Mal?
Wir werden arbeiten...
...bis euch das Publikum Standing Ovations beschert.
Was ist Standing Ovations? - Was soll das jetzt wieder?
Das nervt, diese Lampen. - Heute arbeiten wir nicht am Instrument,
heute wärmen wir unsere Finger auf.
Und wir wärmen uns die Finger auf.
Habt ihr gesehen? Beide Hände. Auch wenn nur eine tatsächlich die Noten greift.
Spürt ihr, wie das Blut zirkuliert? - Ja.
Genau, das wärmt sie auf.
Ich hab sie lieber oben.
Jemand hat gefurzt... - Das bist du.
Alles klar, Stéphanie? - Hallo, Farid.
Guten Tag. - Guten Tag.
Willst du einen Kaffee? - Nein, danke.
Ich habe mit Marie gesprochen. Deine Überstunden werden bezahlt.
Danke.
Kann ich dich einen Moment sprechen? - Ja.
Gut, aber nicht hier.
Alles in Ordnung?
Man hat mir eine Tournee angeboten.
Für drei Monate. - Wann?
Anfang April.
Aber da kannst du nicht.
Anfang April geht nicht.
Heißt das, du lässt mich hängen? - Ich habe noch nichts entschieden.
Ich kapier nicht ganz, gehst du oder gehst du nicht?
Wann entscheidest du dich? - Ich bin am Überlegen...
Das Angebot ist bedeutend, das kommt nicht jeden Tag.
Aber du hast dich verpflichtet.
Wolltest sie in die Philharmonie bringen. Hast unterschrieben.
Ich weiß.
Aber ich bin Musiker, ich...
Was ist das hier für dich? Ein Job zwischen zwei Tourneen? Ist es das?
Die Kinder sind dir egal.
Sag das nicht, Farid.
Und was sag ich den Kindern?
Wie stell ich das an? - Sag den Kindern bitte nichts.
Ich mache weiter und...
Willst du mich verarschen? Was mach ich jetzt mit den Bälgern?
Du findest schon noch Ersatz, ich meine...
Verarsch mich nicht! Du weißt genau, dass das Projekt erledigt ist. Und die Philharmonie.
Es tut mir leid.
Und Arnold? Gehst du zu ihm? Sagst du es ihm?
Und hier übst du immer?
Bei Gott, wie schön!
Wahnsinn, ist ja fabelhaft!
Du bist ein Vollpfosten. - Das ist sehr schön!
Ja, diese Aussicht! - Man sieht alles von hier aus.
Oh ja!
Du kommst hierher?
Jeden Morgen kommst du hierher?
Steht auf, wir proben Scheherazade. - Das ist Schnee.
Ich rede mit euch. - Was denn?
Wir proben Scheherazade. - Nein, er sagte, Sindbad und das Meer.
Ist doch dasselbe.
Die Ouvertüre. - Nehmt eure Plätze ein!
Scheherazade ist doch 'ne Kanakin? - Deine Mutter ist 'ne Kanakin.
Fangen wir jetzt an oder nicht? Wir fangen an!
Mouctar, beeil dich!
Eins... zwei... drei...
Stop, er kommt nicht mit! Stop!
Hör auf!
Eins... zwei... drei...
Du benutzt zu wenig Bogen und ihr spielt nicht zusammen. Noch mal.
Eins... zwei... drei... - Warte, warte...!
Stop! Eins...
...zwei... drei...
Hör auf, das machst du extra! - Mach ich nicht.
Stell dich anders hin! - Ich stand hier.
Hört auf! - Stell dich anders hin...
He, gut jetzt! - Du berührst sie mit deinem Bogen.
Eins... zwei... drei...
Du bist nicht gleichauf. Und...
Du machst zu viel auf dem Griffbrett. - Und du zu viel auf Boss.
Wenn's dir nicht passt, verzieh dich! - Halt die Fresse!
Aber wenn's dir nicht passt...! - So klappt es nie!
Blöder Clown. - Arschkriecher.
Eins... zwei... drei...
Schluss jetzt, Samir, wir proben! - Klappe!
Der macht nur Quatsch! Ich bin zum Proben hergekommen!
Dein Problem.
Du nervst so was von! - Wir sind zum Proben hier. Eins...
...zwei... drei...
Besser, aber die letzte Note länger halten. Eins... zwei... drei...
Abou, du schwimmst zu sehr auf dem Griffbrett. - Schon gut.
Die letzte Note. Von da aus weiter. Eins... zwei...
Hör jetzt auf mit dem Scheiß! - Lass mich in Ruhe!
Du willst nur alles verpfuschen! - Komm, blas mir einen!
Wirst schon sehen! - Wir kommen zum Arbeiten und du nervst.
Hört auf! - Der spielt sich auf, wart's nur ab!
Abou, lass ihn doch...! - Eins... zwei...
...drei...
Noch mal von vorne, aber wirklich bis zur letzten Note.
Eins... zwei... drei...
Abou, was ist?
Wartet, wartet...!
Abou, was ist? - Nichts.
Warum spielst du dann nicht?
Was ist? - Halt die Fresse, ich rede gerade.
Was ist hier los?
Verpiss dich! - Ich verpiss mich nicht!
Du nervst! Halt die Fresse, Schwanzlutscher!
Warum bist du gekommen? - Von Anfang an sucht er Streit.
Du siehst doch, dass er Streit sucht.
Ihr habt euer Ding verbockt, mich angerufen, wir proben, aber wenn das so ist, geh ich.
Du siehst doch, wie er Streit sucht. - Ja, aber ich kann auch gehen.
Immer verdirbst du alles! Immer! Scheiße, mir reicht's!
Immer verdirbst du alles. Ja!
Wir waren am Arbeiten und du verdirbst alles. Scheiße auch!
Sag ja nichts, lass mich!
Immer ist es wegen dir! Alles.
Ich bin früh aufgestanden, wir haben Arnold abgeholt und du verdirbst alles.
Du bist nicht mehr mein Freund, ich kenn dich nicht mehr.
Ich kenn dich nicht mehr.
Es ist aus, ich mag dich nicht mehr.
Du kommst und verdirbst alles. Kein Mensch mag dich. Keiner! Selbst Simon nicht.
Verpiss dich!
Nicht mal deine Eltern mögen dich.
Heute werden wir am Vibrato arbeiten.
Ist das nicht das Ding zum reinstecken? - Denkst du nur an das eine?
Schwuchtel. - Halt die Fresse!
Hast du auch nur das im Kopf?
Alle Probleme gelöst?
Mit dem Vibrato bringt man eine Note zum Singen.
Zum Beispiel ist das eine Note ohne Vibrato.
Mit Vibrato...
Dieselbe Note, doch sie vibriert, singt.
Wir beginnen mit einer einfachen Übung. Nehmt euer Instrument.
Den Mittelfinger auf die grüne Saite und vor- und zurückgleiten.
Auf der ganzen Länge. So wie hier...
Sehr langsam.
Auf der ganzen Länge, wenn möglich. Mit dem Unterarm, nicht dem Handgelenk.
Immer schneller, los!
Schön schnell!
Genau so.
Das ist die Übung.
Und jetzt mit dem Bogen.
Seht her, so.
Auf der ganzen Länge, vor und zurück!
Genau. So ist's gut!
Versucht den Bogen gerade zu halten!
Genau. Das ist lustig. Ja?
Klingt wie eine Frau, die schreit.
Wie was? - Eine Frau, die schreit.
Du solltest dich wirklich behandeln lassen.
Ob Mädels auf Geige abfahren? - Sicher! Hab schon zwei klargemacht.
Virginie und Zera.
Virginie und deine Mutter mit deinen gelben Zähnen.
Und Zahnfleisch wie Schinken.
Habt ihr schon Mädels geküsst? - Schlimmeres.
Du nicht, aber ich! Ich massakriere die Mädels.
Wovon redet der? Ist noch Jungfrau und hat 'ne kleine Nudel!
Soll ich's dir zeigen? Schau!
Ich schwör, er lügt. Du Lügner.
Nur zu, mach weiter, Mouctar! - Mach weiter, Mouctar!
Woher stammt der Tanz? - Aus Indien.
Aus Indien? Aha.
Kann ich dich kurz sprechen?
Ich habe hier...
Das sind Konzertkarten.
Ich spiele mit. Ich habe zwei, wenn du...
Vielen Dank, Monsieur. - ... jemanden mitbringen magst.
Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
Deine Mutter hat die gleichen gelben Zähne. Ich schwör.
Erzähl mal, wie war dein Konzert?
Es war gut.
Auch gut besucht.
Ein sehr schöner Saal.
Ich glaube, sie haben es sehr genossen. Ich habe gut gespielt.
Aber es hat mir keinen Spaß gemacht, Mama. - Wieso denn das?
Ich hatte keinen Spaß.
Ich habe gespielt, das Konzert war zu Ende, habe meine Geige eingepackt...
Ich ging und dachte: Das gibt's doch nicht! So freudlos, das ist nicht normal!
Weißt du, ich arbeite gerade mit Kindern.
In einer Schule.
Bei ihnen bin ich viel glücklicher.
Tja...
Du hast sie wohl sehr gern.
Ja, aber... - Die Jugend hat etwas Liebenswertes.
Aber das sind eigentlich verdammte Strolche.
Nicht die Jugend, die du gekannt hast.
Ich werde nicht auf Tournee gehen.
Ist sie abgesagt? - Nein.
Ich bleibe bei euch, bis zum Schluss.
Eine gute Nachricht.
Auf geht's!
Und Ruhe bitte!
Das ist nicht sauber.
Mehr Vibrato.
Dein Bogen... achte auf deinen Bogen!
Nein, das ist nicht richtig.
Dein Bogen liegt nicht korrekt.
Das ist falsch, Arnold.
Konzentration.
Das Vibrato gedehnter, bis zum Schluss.
So kannst du nicht aufhören.
Wir fangen noch mal an.
Arnold!
Hier hören wir doch nicht auf! Wir sind noch nicht am Ende.
Also gut.
Nehmen wir's am Donnerstag noch mal in Angriff.
Du bist der Solist.
Sind Kameras in der Philharmonie? - Wieso?
Na ja, ich dachte, wenn mein Vater mich sieht, mich erkennt, würde er staunen.
Hast du ihn lange nicht gesehen? - Ich habe ihn noch nie gesehen.
Meine Schwester sagt, er war ein hübscher Kerl.
Das überrascht mich nicht.
Und wie ist Ihr Vater?
Mein Vater ist schon vor einigen Jahren gestorben.
Das tut mir leid.
Nicht schlimm.
Woran ist er gestorben? - An einer Krankheit.
Was für eine Krankheit? - Eine lange Krankheit.
Krebs.
Mein Vater war Algerier.
Und Ihre Mutter? - Meine Mutter ist Bretonin.
Wo haben sie sich kennengelernt? - In der Bretagne. Er kam aus Algerien,
in den 50er-Jahren, traf meine Mutter, sie verliebten sich und heirateten.
Ich hätte auf die Normandie getippt. - Wieso denn?
Sie haben den Kopf eines Normannen. - Sag bloß.
Ein Kurzschluss.
Gibt es noch einen anderen Raum zum Proben?
Leider nein.
Gibt es keine anderen Räume in der Schule? - Doch, aber sie sind nicht schallisoliert.
Es stört beim Lernen.
Und nach dem Unterricht proben? - Nein, das ist verboten.
Die Kinder werden entrüstet sein.
Zumal sie gerade Feuer fingen.
Tja, dann...
Hier arbeitest du also.
Ist beflügelnd hier.
Die Akustik ist vielleicht nicht günstig, aber...
Gehen Sie weg?
Und lassen uns allein.
Nach allem, was wir geschafft haben?
Es war nicht umsonst.
Doch. Jetzt ist es zu nichts nütze. - Aber nein! Du kannst schon etwas Geige spielen.
Das nützt nichts. - Du wirst doch weitermachen.
Nein.
Du wirst nicht aufhören. - Doch.
Nein.
Was bringt es, ohne Sie weiterzumachen?
Ich bin nicht der Einzige, es gibt noch andere.
Sie waren der Einzige, der mich angetrieben hat.
Ich weiß.
Aber... ich werde dir helfen.
Ich suche dir eine Musikschule hier. Soll ich? - Will ich nicht.
Guten Tag. - Guten Tag.
Kann ich Sie kurz sprechen? - Selbstverständlich. Kommen Sie rein!
Guten Abend. - Kann ich Sie kurz sprechen?
Ich bitte Sie...!
Ganz großartig, Ihre Lösung!
Entschuldigung, die Kinder können nichts dafür! Das geht nicht, tut mir leid.
Natürlich nicht. Ich hätte auch gerne weitergemacht.
Arnold schuftet seit Monaten dafür! - Nicht nur Arnold.
Es ist ungerecht. - Ich bedauere es ebenso...
Es gibt einfach keinen Raum.
Ich habe eine Kfz-Werkstatt. Das Lager daneben muss nur geräumt werden.
Eine gute Idee. - Es ist komplizierter.
Ja, denn das Gebäude entspricht wohl kaum den Vorschriften.
Ich bin Elektriker, ich krieg das hin.
Versuchen wir es wenigstens! - Ich weiß nicht, ob Simon da mitmacht.
Monsieur Simon hat gesagt, er hilft uns bis zuletzt! - Das stimmt.
Er hat geschworen, die Kinder in die Philharmonie zu bringen.
Sie wollen von uns eine Lösung, wir schlagen etwas vor, sind zu allem bereit...
probieren wir's!
Schauen wir uns den Ort an. - Tun wir es für die Kinder!
Die Geige meiner Tochter.
Achte gut auf sie, einverstanden? - Das kann ich nicht annehmen.
Ich leihe sie dir. - Das kann ich nicht annehmen.
Wow...
Eine super Gymnastik!
Das war zu straff gespannt, jetzt geht's.
Stellt euch bitte auf!
So, ich bitte um Aufmerksamkeit. Achtung!
Und los geht's!
Den Bogen ansetzen...
Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs.
Zu spät beim Pizzicato, Mouctar.
Gut, Samir! Richte dich etwas auf!
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs...
Eins, zwei, drei...
Sabrina, du streichst verkehrt herum!
Eins, zwei drei, vier, fünf, sechs... ja!
Sehr schön!
Die Finger am Bogen gerundet, Samir!
Sehr gut, sehr gut...
Alle gut!
Nur zu, bedien dich!
Die schmeckt echt gut.
Du stehst auf meine Augen!
Ich steh auf was ganz anderes.
Stehst du auf eine hier? - Auf keine, du Spinner.
Und ob! Auf Sabrina! - Auf deine Mutter steh ich.
Du stehst auf sie...
Abou, er steht auf Sabrina. - Lüg nicht!
Das stimmt! - Hör auf zu lügen!
Ich sag die Wahrheit. - Dreckiger Lügner.
Er hat unter Tränen einen Brief geschrieben. - Hör auf zu lügen!
Er hat Makassy gehört: Doucement...
Er sagte: Ja, Sabrina, ich lieb dich. Dazu diese Schnulz-Musik.
Dann der Brief. - Mach dir nix draus.
Hast du nicht Makassy gehört, du Lügner? Doucement...
Dazu hat er geflennt. - Stimmt nicht!
Und danach? Da hat er ein Gedicht erfunden...
Lüg nicht so! - Das erste Wort war Süße.
Mieser Lügner! - Und was hat er dann geschrieben?
Süße, lass uns die Rose schauen,
ob sie mochte anvertrauen...
...der Sonne ihr Purpurgewand.
Ob wohl bleichte die Dämmerstunde...
Den Rest hab ich vergessen. Ehrlich, es war ein Scheiß-Gedicht.
Und darunter schrieb er: Gezeichnet, Samir. Für mein Baby Sabrina.
Mieser Lügner! - Gezeichnet, Samir.
Bei Gott, wie du lügst! Hör auf zu lügen!
Hör endlich auf zu lügen!
Sag mir, ob das stimmt! - Er hat tiefsinnige Worte gesucht.
Halt die Fresse! - Kannst ja nicht mal Französisch.
Besser als du! - Redest wie ein Alphabet.
Mich schockt, dass er auf heißer Typ macht, aber so sensibel ist.
Halt die Fresse! Soll ich mal auspacken? - Das ist 'ne Ente.
Keine Ente, ein Pinguin! - Und du hast Umi geschrieben, auf Bambara.
Ich kann überhaupt nicht Bambara! - Wisst ihr, was er geschrieben hat? M-t-t-t-t...
He, Mouctar! Du hattest doch mit 12 schon Sex.
Sex mit 12, also sei ganz ruhig!
Noch dazu ohne Kondom!
So ein Lügner! Verdammt, du kommst in die Hölle.
Er hat mit feuchtem Papier verhütet. Feuchtem Toilettenpapier.
Soll ich mal über Yaël auspacken? Weißt du noch?
Wir waren auf der Place Carrée und er sagte: Nur zu, ruf sie an!
Moment mal...! - Ich erinnere mich.
Er sagte: Yaël ist großartig. - Ja, ich steh dazu.
Ich steh dazu. Und jetzt fährt Arnold auf sie ab.
Ich flenne nicht und höre keine Schnulzen.
Du bist ja heiß. - Du stehst auf Matthieu.
Gut. Matthieu, ich liebe dich.
Ich liebe Matthieu. Klar?
Du hast Sex für ein Kompott.
Und das ist noch nicht mal gezuckert.
Ein salziges Kompott.
Als Yaël das erste Mal geübt hat, hätte ich fast die Flucht ergriffen.
Zum Glück hat Arnold auf dem Dach gespielt. Er hat mich verschont.
Anfangs war es unerträglich. Entsetzlich. Nicht mit anzuhören.
Er übt, das ist doch normal. - Er übt... wie ertragen Sie das?
Ohrstöpsel.
Ich bin es gewohnt. Und die Kinder, das ging, das war einfach.
Am schlimmsten ist Farid.
Was?
Tut mir schrecklich leid, Farid.
Ich wollte im Wohnzimmer üben, aber sie war dagegen.
Sie sagte: Wenn du Geige spielen willst, da ist die Tür!
Jetzt wird mir einiges klar.
Haben Sie deshalb aufgehört? - Sicher.
Ich und in der Philharmonie spielen... - Unser Glück!
Alles klar? - Ja. Und bei dir?
Hier, für dich.
Wofür? - Für die Philharmonie.
Es bringt Glück.
Tschüs.
So, wir haben's geschafft.
Wir sind da.
Der große Abend.
Heute müssen wir alles geben. Eure Eltern sollen stolz auf euch sein.
Ich weiß, dass ihr dazu fähig seid.
Ihr werdet also jetzt die Bühne betreten und euren Spaß haben.
Ich möchte, dass ihr es genießt.
Denn das darf nicht jeder. Letztes Mal haben wir uns blamiert,
aber jetzt werden wir ihnen zeigen, dass...
Dass wir Krieger sind. - Ihr seid Krieger, ihr seid Super-Musiker.
Ich zähle auf euch, ja?
Arnold,
ich zähle auf dich, viel Spaß!
Versetze auch du sie ins Träumen. - Danke, Monsieur.
Dann los! - Und wir danken Ihnen für alles in diesem Jahr.
Ihnen gebührt unser Applaus. - Danke, Simon!
Danke. Kommt, gehen wir!
Untertitel: Kain Gold
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