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Original subtitles

EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE

Papa?

WISSENSCHAFT ODER KUNST

Dr. Everest?

Doktor?

Doktor?

Hallo?

8. SEPTEMBER 23 ANRUFE - 157 NACHRICHTEN

15 Tage?

Hallo, Mama.

Ja, ich bin's.

Keine Sorge, ich... Mir geht's gut.

Ja.

Nein, Mama. Mein Akku ist gleich leer.

Ich habe mich ein paar Tage ausgeruht.

Ich erzähle dir gleich alles. Ich komme jetzt.

Ja, bis dann, Mama. Bis dann.

PEROXID

PHYSIK LISBETH

Scheiße.

-Ich möchte zu Dr. Everest. -Sie ist nicht da.

-Es ist wichtig... -Sie wurde gestern weggebracht.

Was? Von wem?

In einem Krankenwagen.

Aber sie hat keine Familie. Sie hat nur mich.

Da kann ich leider nichts tun.

-Kann ich zu ihr? -Ich kann Ihnen leider nicht helfen.

Ist sie wach? Kann sie Besuch empfangen?

Dr. Rius?

Was gibt's?

Ich möchte zu Dr. Everest. Sie wurde gestern eingeliefert.

-Ein Angehöriger? -Nein.

Sagen Sie ihr, Eduard ist hier. Mal sehen, was sie sagt.

Fragen Sie sie.

Ist es etwas Ernstes?

-Wie bitte? -Dr. Everest. Hatte sie einen Herzinfarkt?

Nein, eine Angina.

Wird sie es schaffen?

Es ist ernst, aber sie ist stabil. Woher kennen Sie sie?

Sie ist...

Sie ist meine beste Freundin.

Wir haben ihre Akte aus dem Pflegeheim erhalten,

aber leider keinerlei Ausweisdokument.

Sie ist Amerikanerin.

Ja, das wissen wir. Aber wir kennen ihre medizinische Vorgeschichte nicht.

Nicht mal, ob sie bestimmte Medikamente nicht verträgt

oder wie alt sie ist.

Wie alt sie ist? Sie ist alt.

-Ja. -Es geht in Ordnung. Sie will Sie sehen.

-Wie geht es Ihnen? -Ich bin...

...froh, Sie zu sehen.

Ich auch.

Ich war jeden Tag dort und...

Haben Sie sie gesehen?

-Wen? -Ihre Kinder. Ihre...

Ja, ja.

Ja, es war fantastisch.

Warum sind Sie zurückgekehrt?

Ich hatte es doch versprochen. Ich werde Sie nie verlassen.

Wie geht es ihr?

Gut. Sehr gut sogar.

Vielleicht sollten Sie öfter kommen.

Hören Sie nicht auf ihn.

Gehen Sie nach Hause zu Ihren Lieben.

Gehen Sie zu ihnen. Sie brauchen Sie.

-Und Sie brauchen sie. -Ich komme jeden Tag.

Nein.

Wollen Sie mich denn nicht wiedersehen? Warum nicht?

Ich brauche ein paar Tage meine Ruhe. Ich muss mich erholen.

Na los, gehen Sie.

-Entschuldigen Sie. -Bis später.

Dr. Everest sagte, Sie möchte keine Besucher.

Tere möchte, dass du zum Essen kommst.

-Deine Neffen vermissen dich sehr. -Ich vermisse sie auch. Ist gut.

-Wollt ihr einen Kaffee? -Nein.

Ohne Koffein.

-Einen Kräutertee? -Nein, Mama. Ich brauche nichts, danke.

Denkst du nicht, dass du zu weit gehst?

Mama gegenüber. Und uns und deinen Freunden.

Inwiefern?

Du musst uns helfen lassen, Eduard.

-Wir können nicht... -Nicht nötig...

-Warte! -Du machst mir...

Ich mache dir ein schlechtes Gewissen, weil du uns das nicht weiter antun kannst.

Ich tue euch nichts an.

Und neulich Abend beim Essen?

Da ging es mir nicht gut.

Und dass du ständig verschwindest, ohne uns ein Wort zu sagen.

Mama macht sich Sorgen.

Kannst du uns nicht wenigstens sagen, wo du bist?

-Nein. -Was treibst du?

Versteckst du dich vor jemandem? Vor der Welt?

-Versteckst du dich irgendwo? -Ja.

Warum?

-Ich will keinem mehr weh tun. -Heißt?

Ich habe meine Familie getötet. Genügt das nicht?

Du hast sie nicht getötet, Eduard. Es war ein Unfall.

-Ich habe sie getötet, Pere! -Es war ein Unfall!

Genug! Hört auf zu streiten! Schluss!

Eduard ist jetzt hier und ich möchte, dass wir uns vertragen.

Vielleicht können wir ihn überzeugen, dass er ab jetzt bei uns bleibt.

-Darf ich einen Schluck haben? -Ich mache dir einen.

-Nein, ein Schluck genügt mir. -Du musst pusten, er ist heiß.

-Lass das, Mama. Ich mache das. -Nein, schon gut.

Bitte, lass es. Ich mache das.

Danke, dass du dich um mich kümmerst und für mich da bist.

Ich tue, was ich kann, um...

Ja, ich weiß. Und ich danke dir zu selten dafür.

-Das musst du nicht. -Doch, das muss ich, Mama.

Eine bessere Mutter als dich könnte sich kein Sohn wünschen.

Und es tut mir leid, wenn ich das noch nie gesagt habe.

Mama?

Du hast nicht verdient, dass ich dir all das antue.

Es tut mir leid.

Ich bringe dich ins Bett.

Wann bist du so weit?

Wann fängst du wieder an zu leben?

-Lebe ich nicht? -Du weißt, was ich meine.

Wann hörst du auf zu verschwinden und bleibst hier.

Bei deiner Familie und deinen Freunden.

Und führst ein normales Leben.

Es ist noch nicht genug Zeit vergangen, Mama.

Es ist fast ein Jahr vergangen!

Nicht für mich.

Was meinst du?

-Mama, für mich war es schwer genug... -Nein, Eduard.

Bitte lass uns nicht wieder damit anfangen.

Du gehst zu einem Arzt.

-Ich brauche keinen Arzt. -Ich bin auch nicht froh darüber, aber...

Was?

Ich will, dass sie dich durchchecken. Von Kopf bis Fuß.

Und wenn es Tabletten gibt, sollen sie sie dir verschreiben.

Jeder, der so ein Trauma durchlebt,

braucht die Hilfe eines Spezialisten, dafür sind sie da.

Wie du wünschst, Boss.

Und übrigens,

Toni und deine Kollegen fragen nach dir. Was soll ich ihnen sagen?

-Mach dir keine Sorgen, Mama. -Doch. Natürlich mache ich mir Sorgen.

Ich weiß nicht, ob ich es schaffe.

Aber ich versuche es.

Hey. Ich verspreche es dir.

Schön Sie zu sehen.

Ich freue mich auch. Hallo.

-Eduard! -Hallo!

Willkommen!

-Sie kommen also zurück? -Nein, noch nicht. Aber bald, oder?

Ich wollte Hallo sagen und Bescheid geben,

dass ich in den nächsten Tagen zurückkomme.

Vermutlich schon bald. Ich komme gerade vom Arzt.

-Das ist toll. Vor allem für Roser. -Ja.

Es ist mühsam, diesen Typen ständig hinterherzulaufen.

-Behandelt man Sie so schlecht? -Frag nicht.

Ständig heißt es: "Eduard würde das anders machen.

Eduard wäre empört."

Echt nervig, Mann.

Ich wollte mich entschuldigen, dass ich euch im Stich gelassen habe.

Nicht reagiert habe. Aber ich... Ich tue, was ich kann.

Wir haben Sie vermisst, Chef.

Wir sind wirklich froh Sie zu sehen.

Melden Sie sich einfach, wenn Sie etwas brauchen.

Danke. Kann ich heute hierbleiben?

-Sie sind noch krankgeschrieben. -Um wieder reinzukommen.

Mich an alles zu gewöhnen und von Roser informieren zu lassen.

Gut, okay. Aber Sie sind nur zu Besuch hier.

-Es wird nicht gearbeitet, okay? -Ja, natürlich.

-Dann willkommen zurück. -Danke.

DR. CARME RIUS CAMBRAY KARDIOLOGIN

Dr. Rius?

Ist das nicht ihre private Nummer?

Eduard Marina.

Ich wollte nur fragen, wie es Dr. Everest geht.

Sie ist eine Patientin im Krankenhaus.

Okay. Ja, danke.

DEIN KÜHLSCHRANK IST LEER ICH BIN EINKAUFEN

LASS ES DIR SCHMECKEN!! MAMA

ERNEUT ANRUFEN

Inwiefern beschäftigt?

Ich rufe bereits zum fünften Mal an.

Ich will wissen, wie es Dr. Everest geht. Sie ist eine Patientin.

Sagen Sie es mir einfach. Nein, ich bin kein Angehöriger.

Und wenn ich einer wäre?

Hören Sie...

Sehr gut! Hilfst du mir?

Gib her.

Danke.

Wir haben einen Tisch in einem Restaurant. Es wird dir gefallen.

Ich kann nicht, Mama.

Warum nicht?

Ich muss jemanden besuchen, dem es nicht gut geht?

Schlechter als mir?

Keine Vergleiche, Mama...

Doch. Ist diese Person etwa wichtiger als deine Mutter?

Als deine Familie und deine Freunde?

Kannst du das nicht morgen machen?

Doch, natürlich.

Erwartest du einen Anruf?

Nein, nein.

-Sollen wir gehen? -Nein.

Mama hat meinen Schwiegervater zum Essen eingeladen.

Ich will nicht stören.

Sind die beiden...

Was? Nein, nein. Nicht, dass ich wüsste.

Als ich ihn zuletzt sah, während einer deiner "Abwesenheiten",

schien er guter Dinge zu sein.

-Joan? -Ja.

Als ich ihn das letzte Mal sah, sagte ich, dass ich es nicht ertrage.

Die Spannungen zwischen uns, die...

Und er sagte...

Was?

"Welche Spannungen?"

Joan ist ein guter Kerl. Ich hoffe, er vergibt mir eines Tages.

Aber na ja, es ist nicht ganz richtig.

-Was? -Was ich gerade erzählt habe. Es...

-Von Joan? -Ja. Nicht er hat das zu mir gesagt.

Jetzt spann uns nicht so auf die Folter.

Ich habe schon öfter versucht, es euch zu erklären und...

Und?

Es ist jedes Mal in die Hose gegangen.

Du meinst die Party?

Du hast verrückte Dinge gesagt. Dass Elisa und ich...

Ich weiß, es klingt verrückt.

Du und ich, wir waren zusammen.

Wir hatten Kinder.

Sie hießen Joan und Carlota, nicht Jan und Carla.

Und wir haben Elisa gesehen. Sie war eine berühmte Sängerin.

Ich hätte euch von Anfang an alles erzählen sollen.

-Was? -Alles!

Ich habe Elisa und meine Kinder gesehen. Immer dann, wenn ich fort war.

Und dich. Und mich.

Und meine Mutter, meinen Bruder und meinen Schwiegervater Joan.

Und meinen Vater. Möge er in Frieden ruhen.

Andere Versionen von uns. In anderen Universen.

Bei meiner letzten Reise war ich bereit. Dr. Everest hatte mich gewarnt.

Hätte ich nicht so schnell reagiert, wäre ich nicht hier.

Ich werde nicht mehr in andere Universen reisen.

Aber die Versuchung, Elisa wiederzusehen, ist sehr groß.

Und Jan und Carla, sie sind so süß...

Aber jedes Mal wird alles zerstört. Von einem Unfall. Als wäre es ein Fluch.

Außerdem hat Dr. Everest diesmal Angst bekommen.

Ich habe sie seit drei Tagen nicht gesehen.

Sie ist so alt und zerbrechlich. Aber so eine tolle Frau.

Ich verstehe nicht, warum sie nicht zurückrufen.

-Wer? -Das Krankenhaus.

Warum sollten sie?

Weil Dr. Everest dort Patientin ist.

Bei einer Dr. Rius. Aber ich erreiche sie einfach nicht.

-Aber warum rufst du überhaupt an? -Ich will wissen, wie es ihr geht.

-Wem? -Was heißt hier wem? Dr. Everest!

-Was guckt ihr so? -Eduard...

Was?

-Hast du deinem Arzt davon erzählt? -Nein.

-Das solltest du aber. -Warum?

-Edu, bitte. -Was?

-Du behauptest... -Was?

Dass du durch Universen reisen kannst, mit einem Gerät,

das eine greise Amerikanerin erfunden hat.

-Ein Armband. -Ja.

Es dringt in meine Haut ein und erzeugt diese Lichtstrahlen.

Funken und Lichtstreifen, die meinen Körper umgeben.

Dann wird alles weiß und ich lande in einem anderen Universum.

Und wo trägst du dieses Armband?

Hier. Sieh her.

Siehst du diesen Fleck?

Es dringt in meine Haut ein,

wird unsichtbar und dann muss ich nur noch...

Ihr glaubt mir nicht?

Nein, die Besuchszeit ist vorbei.

-Wir möchten zu Dr. Everest. -Zu wem?

Ich war kürzlich hier, sie hat keine Verwandten.

-Hier gibt es keine Dr. Everest. -Sie ist Patientin.

-Patientin? -Ja.

Wie heißt sie?

Lisbeth, glaube ich.

Ich benutze immer nur ihrem Nachnamen. Man nennt sie Dr. Everest.

Wir haben keine Patientin, die so heißt.

Könnten Sie Dr. Rius rufen?

Sie weiß, wer ich bin. Wir haben miteinander gesprochen.

-Dr. Rius arbeitet doch hier, oder? -Ja.

Dann los. Es ist dringend. Ich bin Eduard Marina.

Ich dachte schon, ich wäre verrückt.

Sie ist aus einer anderen Schicht. Daher kennt sie mich nicht.

Dr. Rius musste zu einem Notfall außer Haus.

Sie ist nicht hier.

Ich sagte doch, ich muss zu Dr. Everest.

Mit wem statt Dr. Rius kann ich sprechen?

Ich sagte doch, es gibt hier keine Dr. Everest.

Doch, ganz bestimmt.

Ich kenne meine Patienten.

Hier ist keine Dr. Everest.

Ist sie entlassen worden?

-Sie müssen gehen. -Sie waren nicht hier, oder?

-Nein, aber... -Was habe ich gesagt?

Ich habe Dr. Rius mehrmals angerufen,

aber sie reagiert nicht.

-Warum? -Würden Sie bitte aufhören zu schreien?

Das will ich aber nicht! Was ist hier los?

-Edu, bitte! -Nein. Lass mich.

-Dr. Rius hat mir ihre Karte gegeben. -Gehen Sie oder ich rufe den Wachdienst.

-Nein. Edu... -Das ist nicht nötig.

Komm, Edu.

-Kennen Sie ihn? -Ich sehe ihn zum ersten Mal.

Danke.

Wo wollen Sie hin? Sie können hier nicht rein.

-Wir müssen zu Dr. Everest. -Nein.

-Ich bitte Sie. -Treten Sie zurück.

-Hören Sie doch auf. -Sie dürfen hier nicht rein!

Weil ich jemanden dabei habe?

Dr. Everest wird nichts dagegen haben. Sie sind Freunde.

Sie wird sich freuen.

Doktor wer? Wen meinen Sie?

Nein.

Das kann nicht Ihr Ernst sein. Rufen Sie Dr. Everest!

Hier wohnt niemand mit diesem Namen.

-Das kann doch nicht wahr sein. -Edu!

Aufhören!

Hey, wo wollen Sie hin?

-Hey! -Eduard!

-Keine Bewegung! -Edu!

-Bleiben Sie stehen! -Edu, hör auf!

Wo wollen Sie hin? Stehenbleiben!

-Edu! -Raus da!

-Er lügt. -Komm schon, Edu. Wir gehen.

Glaubt ihr mir nicht? Seht doch, er lügt.

-Komm, Edu. -Er lügt.

Wenn er noch mal hierherkommt, rufe ich die Polizei.

Wohnt hier eine ältere Dame mit Namen Everest?

-Nein! -Und haben Sie ihn schon mal gesehen?

Nein.

Komm, wir gehen.

Fahr schneller.

Ich fahre ganz normal. Und jetzt beruhige dich.

Wohin fahren wir jetzt? Nach Barcelona?

Sie ist dort, ganz bestimmt.

Und wenn nicht, auch okay.

Ich zeige euch das Portal. Dann werdet ihr mir glauben.

Nein.

Das kann nicht sein.

Das kann einfach nicht sein.

-Lebst du hier, wenn du... -Nein!

Hier hatte Dr. Everest ihr Labor.

Sie hat vermutlich die Klinik verlassen und alles ausgeräumt.

Es sah hier aus wie in einem Trödelladen, aber..

-Eduard... -Okay. Komm, Eduard.

-Das genügt. -Nein, nein, nein! Wartet!

Wenn wir reingehen, wird sich das Gerät aktivieren.

Kommt mit!

Wo willst du hin, Eduard?

Ich fasse es nicht.

Ich fasse es einfach nicht.

Ich fasse es einfach nicht.

Nein.

Und hier schläfst du?

Nein.

Nein. Nein!

Nein, Eduard. Warte!

Nein.

Ich muss etwas finden, dass ich euch zeigen kann.

Damit ihr nicht glaubt...

-Glaubt ihr, ich habe all das erfunden? -Nein.

Nein. Du hast es erlebt.

Und ich glaube dir.

Aber manchmal

erzeugt unser Gehirn Halluzinationen, die absolut echt wirken.

-Ihr denkt, ich bin verrückt? -Nein.

Nein, Edu.

Ganz und gar nicht.

Ja. Nein, wir sind unterwegs, Maria. Keine Sorge.

Bis bald.

Was hast sie gesagt?

Joan leistet ihr noch Gesellschaft.

Sie bleiben so lange wach.

Wir reden morgen darüber.

Sie werden ihn heute Abend nicht darauf ansprechen.

Schläft er noch?

Ja.

Wird er es überstehen?

Ich hoffe es.

Aber diese Wahnvorstellungen sind so intensiv...

Es könnte auch sein, dass es so bleibt.

Eduard! Geht es dir gut?

Wollten Òscar und Clara nicht mit hochkommen?

Eduard...

Tut mir leid, ich bin sehr müde. Ich gehe schlafen.

Darf ich reinkommen?

Ja.

Ich weiß, wie du dich fühlst.

Ich meine zwar einen anderen Zeitpunkt, aber im Grunde bin ich wie du.

Ich bin genau wie du. Darum weiß ich, wie du dich fühlst.

-Einen anderen Zeitpunkt? -Ja, die Zeit.

Keiner weiß, was sie ist, aber wir alle leugnen sie.

Wie kann man was leugnen, wenn man nicht weiß, was es ist?

Wir sagen...

Wir sagen "Ich werde es nie wieder tun"

und denken dabei an etwas, das wir nicht wiederholen möchten.

Aber eines Tages tun wir es doch

und dann sind es nur noch leere Worte aus der Vergangenheit.

Völlig bedeutungslos.

Ich war noch sehr jung, als ich Miriam verlor.

-Jünger als du jetzt. -Wirklich?

Und jetzt...

Jetzt habe ich Elisa und meine beiden Enkel verloren.

Ich bin wie du.

Dieser Abstand... Es ist nicht dasselbe.

Aber ich habe diese Jahre nicht mehr. Ich bin wie du.

Nein, sogar schlimmer.

Ich bin alt.

Ich werde ohne Nachkommen sterben. Du kannst ein neues Leben anfangen.

Das ist unmöglich.

"Ich werde es nie wieder tun."

Aber eines Tages wird die Zukunft dich überraschen und du wirst es tun.

Soll ich dir ein Geheimnis verraten?

Ja.

Nach dem Unfall konnte ich tagelang nur an eine Sache denken.

Eine Erinnerung, die ich nicht mehr loswurde.

-Und ich verstand nicht warum. -Welche Erinnerung?

Einen der dieser Momente, von denen du weißt,

dass sie dir bleiben. Sie werden immer wieder zurückkehren.

Ist dir das schon mal passiert?

-Keine Ahnung. -Eine sehr intensive Erfahrung.

Aber das Leben ist grausam.

Man löscht diese Erinnerung aus und denkt nie wieder daran.

Doch...

Eines Tages, wenn du es am wenigsten erwartest... bumm! Dann kehrt sie zurück.

Wie ein Schlag ins Gesicht.

Bumm!

Bumm!

Elisa. Es geht zu Ende.

Mit mir. Das weißt du doch, oder?

Heb dir die Tränen für später auf. Noch kann ich sprechen.

-Mama... -Hör mir einfach zu.

Am meisten an meinem frühen Tod hasse ich,

dass ich nicht erlebe, was aus dir wird.

Ich wusste es seit deiner Geburt.

Du wirst Großes erreichen.

Es steckt in dir, du weißt es nur noch nicht.

-Du musst es mir versprechen. -Was?

Dass du Großes erreichen wirst.

Was denn?

Als du beim Jahresabschluss-Konzert auf der Bühne standest,

habe ich es gesehen, alle haben es gesehen.

-Was gesehen? -Deine Gabe.

Für das Schreiben, für die Schauspielerei,

für Literatur, für Musik, für Kunst...

Willst du dich nicht ausruhen, Miriam?

Nein, nein. Hör mir zu.

Aus dir wird eine großartige Künstlerin. Alle werden dir zusehen.

-Willst du dich ausruhen? -Nein, keine Sorge.

Was ist los?

Nächste Woche müssen wir uns entscheiden.

Was?

Für unser letztes Schuljahr

müssen wir uns zwischen Wissenschaft und Kunst entscheiden.

Und warum erzählst du mir das? Wo liegt das Problem?

Bumm!

Bumm!

Sie entschied sich um.

Für die Kunst.

Aus Respekt vor ihrer Mutter.

Elisa wollte in die Wissenschaft gehen.

Der Krebs ihrer Mutter wurde entdeckt, als sie neun Jahre als war.

Und sie sagte immer:

"Wenn ich groß bin, werde ich Ärztin,

damit ich diese schreckliche Krankheit untersuchen und heilen kann."

Aber sie wählte die Kunst.

Und wurde später nie eine Künstlerin.

Nicht in dieser Welt, nein. In dieser Welt hat sie nur Kunst studiert.

Wie bitte?

Nichts.

Ich wurde diese Erinnerung nach ihrem Tod nicht mehr los.

Wenn sie nicht auf ihre Mutter gehört hätte...

Vielleicht...

Vielleicht hätte sie einen anderen Weg gewählt.

Oder wäre dir niemals begegnet.

-Vielleicht... -Du meinst, sie würde noch leben?

Wenn sie mir nie begegnet wäre?

Nein.

-Nein, entschuldige. -Natürlich...

Nein, nein, das meine ich nicht. Komm schon.

Wer weiß das schon? Vielleicht würde ich mir dann jetzt diese Frage stellen.

"Was, wenn ich dieses oder jenes nicht getan hätte?"

Wir müssen diese Gedanken aus unseren Köpfen bekommen.

Vor Kurzem hat mir jemand etwas erzählt, über das ich viel nachgedacht habe.

"Das Universum kennt nicht nur eine Geschichte.

Es kennt alle Geschichten, die möglich sind."

Deine Geschichten...

Ich weiß, du hast sie gelebt.

Die mit dir und Elisa.

Deine möglichen Geschichten.

Wer? Wer hat das zu dir gesagt?

-Ach, irgendjemand. -Wer? Wer?

Eine Person...

-Du wirst ja rot. -Ach was.

Eine Frau?

-Ja, eine Frau. -Älter?

"Ich werde es nie wieder tun. Und plötzlich, eines Tages, tust du es."

Darum verfolgt dich diese Erinnerung noch Jahre später.

Nein, wovon redest du?

-Du bist verliebt. -Was?

-Komm schon, nein. -Und ich weiß auch in wen.

Ach, wirklich? In wen?

In eine Frau, die älter ist als du. Faszinierend, intelligent.

Eine Ausländerin, eine Amerikanerin,

die seit Jahren hier in Abgeschiedenheit lebt.

Dr. Everest.

-Wovon redest du da? -Ist sie es?

Nein. Sie ist Ausländerin, ja, aber nicht Amerikanerin, sondern...

-Und wie heißt sie? -Sie ist keine Doktorin. Sie heißt Betty.

Betty. Betty wie?

Wann habt ihr euch getroffen. Und wo?

Vor einigen Monaten. Kurz nach Elisas Tod.

Ich ging eines Tages allein ins Kino,

und da sah ich sie, in der Schlange. Wir haben uns unterhalten.

-Worüber? -Über alles und nichts.

Über das Leben und den Tod.

Sie hat auch viel Schmerz erlitten. Wir haben uns gegenseitig getröstet.

Seht ihr euch oft?

Wir waren im Kino und...

ein paar mal etwas trinken. Und in einem Restaurant.

Aber danach verschwindet sie jedes Mal spurlos.

Ich weiß nicht, wo sie wohnt. Sie kommt jedes Mal zu mir.

Hast du etwas von ihr? Ein Foto?

Nein, nein.

Eines Tages...

Eines Tages wollte ich ein Selfie machen. Mit meinem Handy.

Aber sie lehnte ab. Auf kokette Weise.

Sie ist einfach so...

Ich bin in sie verliebt. Vom ersten Moment an.

Das ist mir seit Miriam nie wieder passiert.

Ich habe neulich heimlich ein Foto gemacht.

Warte, ich suche es.

Sie bringt mich um, wenn sie es erfährt.

Hier.

-Das ist sie! -Wer?

Das ist der Beweis, dass ich...

Dass alles... Sie ist es.

-Lass mich... -Was machst du denn?

Ich schicke es mir.

Bei Clara geht auch nur der Anrufbeantworter ran.

Es ist schon sehr spät, du solltest schlafen.

Ruh dich aus und ruf sie morgen an.

Sie müssen mir glauben. Ich habe jetzt den Beweis.

-Wovon redet er? -Keine Ahnung.

-Welcher Beweis? -Hör auf deine Mutter.

-Ich gehe, Mama. -Nein.

Bitte, Eduard. Tu das nicht.

Warte bis morgen.

Ich kann nicht!

Nein! Eduard!

Keine Sorge. Wir wissen jetzt, wo er ist, wenn er verschwindet.

Ja.

In einem schäbigen kleinen Loch. Und tut nichts!

Was hast du gesagt? Was hat ihn so aufgebracht?

Nichts. Ich habe ihm ein Foto gezeigt. Von...

Von wem?

Von dieser Freundin, von der ich dir erzählt habe.

-Kennt er sie? -Offensichtlich.

-Woher? -Keine Ahnung.

Darf ich es sehen?

Ja.

Sie ist ziemlich alt, oder?

Nicht zu glauben.

Diese Frau war hier und hat mir einen Brief für Eduard gegeben.

Woher kennst du sie?

Wir waren ein paarmal aus.

Was hat diese alte Frau mit Eduard zu tun?

Wo verstecken Sie sich, Dr. Everest?

Ich brauche Sie.

Warum sind Sie einfach spurlos verschwunden?

Und noch schlimmer, sie haben alle Spuren verwischt.

Der Wachmann und das Klinikpersonal

sollten sich ahnungslos stellen, nicht wahr?

Ich war kurz davor...

Warum haben Sie das Labor ausgeräumt? Was ist mit dem Portal?

Warum sagen Sie nichts?

Warum treffen Sie meinen Schwiegervater?

Warum antworten Sie nicht?

Wo bringen Sie mich hin?

Warum?

Damit alle denken würden, ich wäre verrückt?

Warum mussten Sie erscheinen?

Was ist mit Ihnen passiert?

Ich wollte, dass alles gut wird.

Warum haben Sie es getan?

Warum sind wir hier?

Können Sie das Portal reaktivieren?

-Warum? -Können Sie es?

Erst sagen Sie mir warum.

Ich will in ein Universum reisen, in dem der Weg nicht von mir abhängt,

sondern von einer anderen Person.

Ist das möglich?

Welcher anderen Person?

Elisa, meiner Frau.

Was haben Sie vor?

Ich will das Universum finden, in dem es keine Unfälle gibt.

Keine bevorstehenden Tragödien, die unsere Leben zerstören.

Warten Sie hier.

Um welchen Zeitpunkt im Leben Ihrer Frau geht es?

Sie war 15 oder 16 Jahre alt. Sie hat damals einen Fehler gemacht.

Welchen Fehler?

-Ihre Ausbildung betreffend. -Warum?

Wir mussten uns damals zwischen Wissenschaft und Kunst entscheiden.

Sie wählte die Kunst.

Es muss ein Universum geben, in dem sie die andere Option wählt.

-Die Wissenschaft? -Ja.

Was ist das?

Es funktioniert vielleicht nicht.

Vielleicht aber doch.

STOCKHOLM 10. DEZEMBER 2022

Meine Damen und Herren, die Frau, die die moderne Wissenschaft

und die ganze Welt revolutioniert hat, ist soeben eingetroffen.

Verehrte Gäste, wir begrüßen heute Abend

die Gewinnerin des Nobelpreises für Physik des Jahres 2022,

Dr. Lisbeth Everest.

Entschuldigung, sagte er gerade "Dr. Everest"?

Ja, sie ist es, höchstpersönlich. Dr. Everest.

Untertitel von: Matthias Ott

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