All language subtitles for Die Feuerzangenbowle[de]

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Original subtitles

Nun, meine Herren, sollen Sie auch den Anlass

erfahren.

Heute Nachmittag habe ich unseren lieben alten Pavian

begraben.

Bitte nicht zu lächeln.

Er hieß eigentlich Schmitz und war unser Lateinlehrer.

Er hat uns mit Cäsar und Horats gefüttert.

Wir haben ihm dafür Knallplätzchen unter das Katheder

gelegt.

Nun hatte Ruhe vor seinem bösen Buben.

Wir trinken auf sein Andenken.

Ja, unsere alten Lehrer.

Sie waren heute so darüber nachgedacht.

Ich erinnere mich da.

Wir hatten einen jungen Turnlehrer.

Wenn wir den ärgern wollten ...

Wir waren auch so eine laute Bande.

Wenn ich daran denke, was Sie alles mit

unserem verehrten, alten Otto Bock angestellt haben ...

Eine interessante Zwischenfrage.

Warum tut man das eigentlich?

Warum macht man solchen Und mit seinen Lehrern?

Wahrscheinlich doch, weil sie so saukomisch sind.

Nein, nein, gerade umgekehrt.

Sie werden erst dadurch komisch, wenn man dauernd

Schindluder mit ihnen hat.

Das hört doch kein Pferd aus.

Tagaus, tagein vor so einer Rasselbande, da wird

man leicht ein bisschen verschoben.

Ja, eine kleine Schwäche haben sie wohl alle.

Unser Direktor zum Beispiel, der hat die Hühner.

Nicht neben dem Schulboot.

Die Hühner haben wir mit Brot gefüttert.

Das Brot haben wir vorher in Schnaps getaucht.

Es war wundervoll.

Es hat den Hühnern gut geschmeckt.

Und sie benahmen sich sehr menschlich.

Die einen versuchten zu singen, die anderen wurden

sentimental.

Der Hahn aber, der wurde zugänglich und begriff

sich an einer Konservenbüchse.

Jedenfalls hatten wir Gelegenheit, die erschütternden Wirkungen des

Alkohols nur in diesem Sinne.

Wo ist es?

Wir flinken auf.

Auf unsere Schule.

Auf unsere Lehrer.

Sie sollen leben.

Leben und nicht aussterben.

Wie geht es Ihnen, Herr Doktor?

Na, die Herren sind ja heute sehr animiert.

Ich glaube, Herr Doktor, sie erzählen sich Witze.

Unanständig.

Hi, da ist er, Pfeiffer.

Na, endlich kommen Sie.

Hat lange gedauert, die Premiere.

Na, wie war denn das Stück?

Ich bin froh, dass ich es nicht geschrieben

habe.

Kommen Sie, hier, inzwischen.

Was ist denn das für ein Gebräu?

Wir haben schon ein bisschen angefangen.

Feuer, Zang und Bohle.

Ein Teufelszeug, kann ich Ihnen sagen.

Geht scheußlich aufs Gemüse.

Und macht bei mir nichts.

Und macht einen herrlichen Kater.

Geht Ihnen das auch so, Pfeiffer?

Dass Sie manchmal noch von der Schule träumen?

Schule?

Nein.

Wie kommen Sie darauf?

Weißt du, war doch alles.

Wohl eine Alterserscheinung.

Ich habe immer denselben Traum.

Ich sitze mit meinem Jungen zusammen auf der

Schulbank.

Stellen Sie sich vor, als alter Knaft.

Ich habe natürlich keine Ahnung mehr.

Und der Bengel muss mir alles vorsagen.

Ich träume immer, ich habe mein Geschichtsbuch vergessen.

Besonders, wenn ich abends zu viel Hunger gegessen

habe.

Geschichtsbuch?

Ich habe niemals Bücher besessen.

Das Geld war mir viel zu schade.

Ich habe alles versoffen.

Habe ich Ihnen das schon mal erzählt?

Passen Sie mal auf.

Also, es war am 1.

April.

Bei uns war immer April.

Pfeiffer, lachen Sie doch auch mal.

Worüber?

Ihnen ist nicht zu helfen.

Wollen Sie zwischen die neue Auflage treten?

Na, danke sehr, danke sehr.

Sie dürfen mich nicht immer unterbrechen.

Wenn man nämlich abgeschabte Kreide auf Kinder tut,

dann schäumt sie und es kippt.

Das Außerirdische, ja.

Wir hatten mal ein, wir hatten mal ein,

ja.

Das war so ein richtiger, feiner Pinkel, wissen

Sie.

So furchtbar intimitätlich, ein bisschen kurzsichtig war er

auch.

Und dem haben wir ...

Dem haben wir ...

Einen nassen Schwamm.

Einen nassen Schwamm haben wir den auf den

Kasten und Stuhl gelegt.

Nun stellen Sie sich mal vor, den ganzen

Morgen saß der mit seiner Tasche in der

Hose.

Und, äh, und das lassen sich die Lehrer

alle so gefallen?

Oh, mein Lieber, die werden doch nicht gefragt.

Haben Sie denn sowas nicht gemacht?

Nein.

Was war denn das für eine Musteranstalt?

Ich war auf keiner Schule.

Ja, aber Sie haben doch ...

Mein Abitur habe ich privat gemacht.

Ich bin von einem Hauslehrer, auf dem Gute

meines Vaters unterrichtet worden.

Was?

Sie waren in keiner Schule?

Nein.

Das ist ja entsetzlich.

Was Sie armer, bedauernswerter Mensch.

Da wissen Sie ja gar nicht, wie das

ist.

So eine richtige Penne mit richtigen Vorkorn.

Richtigen Lausi-Jungens?

Kann es mir wahrscheinlich vorstellen.

Vorstellen?

Erleben müssen Sie das?

Natürlich, Pfeiffer, da haben Sie schrecklich viel versäumt.

Er kann einem richtig leid tun.

Das schönste Stück Jugend hat er verpasst.

Das weiß Gott, das Vater, und das kann

er auch nicht mehr nachholen.

Prost, Pfeiffer.

Prost, Pfeiffer.

Verzeihen Sie eine Frage.

Warum kann er das nicht mehr nachholen?

Wie soll ich das verstehen?

Sie meinen, er sollte nachträglich noch mal?

Nur aus Spaß natürlich, für ein paar Wochen.

Also, als erwachsener Mensch?

Das ist ja Unsinn.

Natürlich ist es Unsinn.

Obwohl ich eigentlich rein theoretisch betrachte.

Ja, meinen Sie das im Ernst?

Das weiß ich nicht genau.

Das müsste man sich mal überlegen.

Es könnte natürlich nur irgendwo sein, wo man

ihn nicht kennt.

Ach, das ist das Wenigste.

Bamberg zum Beispiel, das ist meine Heimat, liegt

wunderbar hinter dem Mond und ist ein entzückendes

Städtchen mit einem entzückenden Gymnasium und mit ganz

entzückenden ...

Mädchen?

Nee, Lehrern.

Gibt es denn da wenigstens ein anständiges Hotel,

wo er wohnen kann?

Hotel, Quatsch.

Eine Bude muss er natürlich haben.

Ja, alles klar, sturmfrei.

Ich möchte nur seine schöne Marion.

Würde es Ihnen nicht erlauben?

Ich werde Sie nicht fragen.

Wie, Pfeiffer, wollen Sie etwa wirklich?

Ich habe, weiß Gott, Wichtigeres zu tun, als

da wochenlang in so einem Kap rumzusitzen.

Na, was das anbelangt, ich als Ihr Verleger

darf mir ein offenes Wort erlauben.

Sie haben mir letztens ein bisschen viel geschrieben.

Es wäre Zeit, dass Sie mal was erleben.

Jawohl, und was richtig Verrücktes, dass Ihnen mein

Auge nicht das Gehirn durchpustet.

Lass Sie wieder lachen, Lehrmann.

Sie haben es am nötigsten von uns allen.

Na, wie wär's, Pfeiffer?

Hätten Sie Mut?

Wozu Mut?

Was kann ihm schon passieren?

Wenn es ihm zu dumm wird oder man

will ihn rausschmeißen, kann er jederzeit aufstehen und

sagen, Sie können mir gar nichts.

Mein Abitur habe ich hier in der Tasche

und meinen Doktor oben drein.

Also, beschlossen und verkündet, wir schicken den Pfeiffer

noch mal aus den Asiaten.

Ja, ja, ja, nur erlauben Sie mal.

Mir wird gar nichts erlaubt.

Bis ich mich dazu geäußert habe.

Ach was, Sie sind bestimmt vier gegen eins.

Wann fahren Sie?

Aha, ich verleide Sie.

Verdammt, man möchte mit Ihnen fahren.

Mensch, ich könnte Sie ermorden.

Wir sind uns klar darüber, dass es natürlich

ein Irrsinn ist, aber ...

Ich habe mir schon immer gewünscht, mal etwas

Irrsinniges zu tun.

Mal ein richtiger Junge sein.

Albern und ohne Sorgen.

Klassenarbeiten machen, mit Papierkügelchen schießen.

Ach, Leute, das glaubt mir ja kein Mensch.

Ich gehe doch nicht aus wie ein Penela.

Kleinigkeit.

Dann müssen Sie sich eben entsprechend zurecht machen.

Dann stellt ihr euch das vor.

Soll ich mir vielleicht das liebe Bärtchen wegnehmen

lassen?

Und mein wallendes Dichterhaar stutzen?

Vielleicht auch noch eine traurige Nickelbrille ins Gesicht?

Bücher unter dem Arm und die Primarnermütze auf

den Kopf.

Und dann stehe ich eines Morgens auf dem

Schulhof, bin der Neue, die Sensation für Babenberg.

Und jetzt kommen sie in dichten Haufen, staunen

mich an, fragen mich aus, wer ich bin,

woher ich komme und ob ich ...

Mensch, wer ist das?

Das ist der Neue.

Der sieht aber aus.

Der soll aus Berlin sein.

Du bist ja hier.

Der schlaue ...

Setzen Sie sich.

Sie sollen sich setzen.

Sind Sie der Neue Schölung?

Ich bin er.

Nehmen Sie die Mütze ab und stehen Sie

auf.

Ich heiße Sie im Namen unserer Lehranstalt und

der Oberprima herzlich willkommen.

Setzen Sie sich da vorne hin, damit ich

Sie besser beobachten kann.

Sie werden sich recht wohl bei uns fühlen.

Sie heißen?

Johann Pfeiffer.

Mit einem F oder mit zwei?

Mit drei, Herr Professor.

Mit drei F?

Eins vor dem Ei, zwei hinterm Ei.

Bitte.

Sie sind etwas albern.

Sie wären doch auf keiner Anstalt.

Das spürt man.

Sie werden sich an strenge Schulzucht gewöhnen müssen.

Setzen Sie sich.

Ich bin er.

Mit der Schule ist es wie mit der

Medizin.

Sie muss besser schmecken, sonst nützt sie nichts.

In dem von mir verfassten Buche Die Gerechtigkeit

des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren Lehranstalten

unter besonderer Berücksichtigung der höheren Lehranstalten habe ich

ausgeführt, dass das wissenschaftliche Streben um den vorgeschriebenen

Lehrstoff getragen werden muss.

Einerseits von dem Verständnis und der Fürsorge des

Lehrers für den ihm anvertrauten Schüler und andererseits

von der ehrfurcht- und unbedingten Hochachtung des

Schülers vor seinem Lehrer.

Wäre es das gewesen?

Wäre es das gewesen?

Herr Professor, fragen Sie doch mal den Lok.

Lok, haben Sie mit der Papierkugel geschossen?

Ich?

Rosen, haben Sie gesehen, dass der Lok mit

der Papierkugel geschossen hat?

Das habe ich auch gar nicht gesagt, Herr

Professor.

Ich habe nur gesagt, Sie möchten ihn mal

fragen, weil er doch so klug ist und

immer alles weiß.

Setzen Sie sich, Rosen.

Ihnen fehlt die sämtliche Reife.

Da der Öveltäter sich nicht meldet, werde ich

ihn feststellen.

Aha, das Stück Papier ist aus einem Schulhefte

gerissen.

Treten Sie vor, zeigen Sie Ihre sämtlichen Häfte.

Herr Lösch, Herr Lösch.

Herr Professor, es hat geläutet.

Für die nächste Stunde repetieren Sie, was wir

heute durchgenommen haben.

Nun, Klenk, was bringen Sie denn?

Pfeiffer soll mal sofort zum Herrn Direktor kommen.

Bitte.

Treten Sie näher, Pfeiffer.

Bitte.

Was ist denn die Schulordnung, Pfeiffer?

Sie ist mir ausgehändigt worden.

Dann ist Ihnen auch bekannt, dass Schüler ohne

Begleitung Erwachsener keine Wirtshäuser besuchen dürften?

Jawohl.

Sie sind aber gestern Abend gegen halb zehn

Uhr, wie ich eben höre, im Gasthof Axtmacher

gesehen worden?

Natürlich, ich wohne ja da.

Sie wohnen da?

Das fängt ja gut mit Ihnen an.

Herr Direktor, ich hatte gedacht...

Sie sollen aber nicht denken.

Schön, da bin ich es mir abgewöhnt.

Ich hatte nur gedacht, weil Axtmacher ein so

gediegenes Hotel ist...

Ja, und dann hatte ich mir eben gedacht,

wenn da lauter so feine Herren wie die

Herrn Professoren...

Er denkt ja immer noch.

Verzeihung, ich...

Nun schweigen Sie mal stille.

Ich möchte nichts gegen den Gasthof Axtmacher gesagt

haben.

Aber das ist kein Aufenthalt für Sie.

Erstens mal ist das für Sie viel zu

großes Spiel.

Und zweitens, was macht das für einen Eindruck?

Der Schüler einer höheren Lehranstalt kann doch nicht

in ein Wirtshaus wohnen.

Daran habe ich nicht gedacht.

Sie sollen aber denken, dafür sind Sie ein

gebildeter Mensch.

Oder wollen es wenigstens werden.

Das will ich mir auch wieder angewöhnen.

Und heute Nachmittag gehe ich auf Budensuche.

Budensuche?

Was ist denn das für ein Aufspruch?

Eine Bude ist etwas Ungehöriges.

Ich möchte fast sagen, Unmoralisches.

Der Schüler einer höheren Lehranstalt hat keine Bude,

sondern, sofern er nicht zu Hause wohnt, eine

ordentliche Kammer.

Bei anständigen, rechtschaffenen Leuten.

Schön, dann gehe ich gleich heute Nachmittag...

Nein, ich fahre einfach heute Vormittag.

Vom Unterricht sind Sie selbstverständlich distanziert.

Ja, wie gesagt, ich weiß nicht, ob es

für Sie nicht ein bisschen teuer ist.

Aber da würde ich unter Umständen auch...

Die 65 Mark die Woche mit Verpflegung, das

kann ich mir schon leisten.

Die Woche?

Pro Monat, junger Herr!

Pro Monat, um Gottes Willen, was geben Sie

da zu essen?

Gute Hauswandfrost, selbstverständlich.

Alles sehr kräftig und nahrhaft.

Und reichlich.

Und allem so viel, wie Sie wollen.

Ich bin kein großer Esser.

Das müssen Sie aber.

Kinder in den Entwicklungsjahren haben das nötig.

Der meine wollte auch nicht recht.

Erst später, als er zu fremden Leuten kam...

Bestatten Sie, kann ich mal das Badezimmer sehen?

Badezimmer?

So, ja.

Ich habe da eine Zinkwanne, die ich dafür

benutze.

Wenn Sie mal sehen wollen.

Ich heize Ihnen dann die Küche gut ein.

Jeden Samstag.

Sie sollen bei mir alles so haben wie

zu Hause.

Wissen Sie, ich wollte ja eigentlich gar nichts

vermieten.

Aber da mein Sohn nicht mehr im Hause

ist, wenn Sie vielleicht sonst noch Wünsche haben,

ich kann Ihnen auch einen schönen Schaukelstuhl ins

Zimmer stellen.

Oder vielleicht mein Klavier.

Dankeschön.

Oh, das habe ich aber gar nicht schön

gemacht.

Sehen Sie mal, wie leicht hätte das kaputt

gehen können.

Oh, sicher Ihre Frau Mutter.

Nein, nein, nein, nein, das ist...

Dann ist es wohl sonst eine Verwandte von

Ihnen.

Vielleicht eine Tante?

Ja, sowas eben.

Ach, eine schöne Frau.

Und so elegant.

Und kümmert sie sich auch ein bisschen um

Sie?

Ja, ich muss damit rechnen.

Wo ist Dr. Pfeiffer?

Ist er wieder nicht da?

Herr Dr. Pfeiffer ist verreist, wie ich dem

Fräulein bereits schon mehrfach gesagt habe.

Alfred, sie lügt.

Er ist nicht verreist und hat er nicht

mitgenommen.

Vielleicht hat er diesmal besondere Gründe, dass er

ohne das gnädige Fräulein...

Gründe?

Herr Alfred, seien Sie doch mal ehrlich.

Sie bekommen doch ein paar Theaterkarten.

Wer ist es?

Wie heißt sie?

Ist sie hübsch?

Wer?

Sie, die er mitgenommen hat.

Der Gnäher hat diesmal keine mitgenommen.

Dann ist er auch nicht verreist.

Ich rieche doch seine Zigarette.

Das kann ich mir kaum vorstellen.

Das Glas, das er frisch benutzt hat.

Wer hat ihm das da hingestellt?

Alfred, was ist Ihnen denn?

Ach, stehen Sie doch mal gerade.

Sie sind ja betrunken.

Irgendetwas stimmt doch hier nicht.

Seine sämtlichen Koffer sind noch hier.

Auch alle seine Anzüge.

Wäsche hat er auch nicht.

Mit nicht einmal einem Pyjama.

Der arme Mensch, wie will er denn da

schlafen?

Telefon.

Mausi.

Geh du mal hin.

Ein Buch.

Das ist...

Unfahme Kreatur.

Herr Hans, ist Ihnen was?

Nein, nicht nur.

Was soll ich Ihnen zum Frühstück machen?

Ich pflege morgens sehr wenig zu nehmen.

Nur eine Kleinigkeit.

X ist gleich Minus B-Halbe plus Minus

Wurzel aus B-Halbe im Quadrat Minus Q.

Tangent 1-Halbe Klammer Alpha plus Beta.

Verhält sich zu Tangent 1-Halbmal.

Wenn Ihnen der Kakao nicht süß genug sein

sollte?

Doch, doch.

Alpha minus Beta wie A plus B.

Wie fällt es Ihnen denn hier im warmen

Wetter?

Haben Sie sich schon gut eingelebt?

Waren Sie schon auf dem Schützenfest?

Am Sonntag ist nämlich das Schützenfest.

Was ich Ihnen übrigens noch sagen wollte, geben

Sie sich nicht mit Mädchen ab.

Wir leben hier schließlich in der Stadt und

da ist längst nicht alles so wie es

sein sollte.

Schon mancher gute Junge ist da vor der

Zeit verdorben worden.

Lassen Sie sich nicht stören.

Der meine war auch immer so fleißig und

konnte nie ein Ende finden.

Der ist jetzt bei der Steuer.

Ach, es wird alles immer schlimmer.

Da haben Sie wohl auch sehr strenge Lehrer.

Ja.

Moin, Jungs.

Moin, Herr Hauptmann.

Ah, du bist der Neue, was?

Du brauchst nicht aufzustehen, wenn ich reinkomme.

Das tun Sie bei mir alle nicht.

Was habe ich davon, wenn ihr aufsteht?

Moin, Bärbel.

Moin.

Moin, hab ich schon gesagt, was?

Ach, ist das ein Wetterchen heute und die

Sonnenscheine so schön.

Ich bin so jutje laut.

Da wollen wir uns aber auch gar nicht

ärgern.

Wo sind wir denn dran?

Aha, heute haben wir die Dampfmaschine.

Was ist eine Dampfmaschine?

Da stellen wir uns mal ganz dumm und

sagen, eine Dampfmaschine, das ist eine große, runde,

schwarze Raum.

Und die große, runde, schwarze Raum, die hat

zwei Löcher.

Das eine Loch, da kommt der Dampf rein

und das andere Loch, das kriegen wir später.

Was tut nur der Dampf?

Der Dampf, der drückt auf den Kolben.

Was eine Kolben ist, das kann man nicht

explizieren.

Das steht im Buch.

Das steht überhaupt alles im Buch, was ich

sage.

Bloß, die sind so schön.

Was machst du denn da unten, Rudi?

Mir sind zehn Pfennig runtergefallen.

Das ist so, dass du nicht Roscheln wiederkriegst.

Das ist viel Geld für den Jungen.

Wo waren wir dran?

Ach so, ja, beim Kolben.

Nun ist das ganz präventiert gemacht.

Da kommt auch Dampf von der anderen Seite

rein und den drückt auch auf den Kolben.

Siehst du?

Und darum geht der Kolben hin und her

und hin und her.

Was gibt's denn hier für die Mecklenburg?

Hast du einen Doppel?

Ist ja egal.

Ist ja egal.

Zeig mal hier.

Das ist die Prüfung.

Das ist der Läulstang.

Manchmal hat so eine Dampfmaschine auch zwei Zylinder.

Dann ist es eine Zwillingsmaschine.

Da ist ja nichts zu lachen.

Das heißt, dann geht der Dampf erst in

der einen Zylinder, die ist kleiner, und dann

in der anderen.

Sind noch Fragen?

Dann wisst ihr jetzt ganz genau, wie eine

Dampfmaschine geht.

Und wer nicht, der ist es selber in

Schuld.

Wo ist denn der andere Schuh?

Der hat doch eben noch hier gestanden, Herr

Professor.

Der ist aber weg.

Herr Professor, vielleicht haben Sie ihn schon ein.

Nee.

Hat einer von euch der andere Schuh gesehen?

Wenn ich die Sorgung kriege, wenn mich der

Schuh weggetan hat.

Herr Professor, wir müssen uns das verbitten.

Wir stehlen keine Schuhe.

Herr Professor, also nur sei doch mal nett

und gib mich den Schuh raus.

Den kriege ich auch keinen Strafe.

Zur Belohnung gebe ich euch auch nichts auf.

Herr Professor, Sie können unsere Pulse nachsehen.

Wenn ihr euch einbildet, ich hopf jetzt auf

einem Bein durch die Klasse.

Ich hab Zeit.

Herr Professor, es hat zum zweiten Mal geläutet.

Ohne den Schuh kann ich nicht weg.

Herr Professor, wir haben gleich Geschichte bei Herrn

Dr. Brett.

Da kann ich nicht so drücken.

Ist da was Besonderes?

Da drüben, das ist die höhere Töchterschule.

Ah, ist ja praktisch.

Oh, die sind hübsch.

Kann ich denen anbandeln?

Die Blonde mit den langen Zöpfen da oben,

das wäre so mein Fall.

Hier liegt die Schwarze.

Mensch, die hat Rasse.

Beine kriege ich.

Und ich die Große mit der hellen Bluse.

Du, da ist was dran.

Welche willst du?

Alle Ferkel.

Man merkt, dass du aus Berlin kommst.

Brett!

Achtung!

Guten Morgen!

Morgen!

Bitte.

Herr Kollege, das muss wohl ein Irrtum sein.

Ich habe hier Unterricht.

Und ich warte auf meinen Schuh.

Was ist hier los?

Was ist los?

Morgen, Herr Kollege!

Bitte schön, Herr Professor.

Bah!

Was habt ihr für einen fiesen Charakter.

Pfeiffer.

Ich weiß, mit drei F.

Ja, das war aber nur, weil er Schnauz

so komisch gefragt hat.

Schnauz?

Ja, ich bin neu.

Ich kann ja nicht wissen, wie Professor Krei

richtig heißt.

Sie sehen, Pfeiffer, bei mir ist das anders.

Und damit Sie von vornherein im Bilde sind,

ich pflege meine Klasse vor die Wahl zu

stellen, Krieg oder Frieden.

Die Klasse hat sich für Frieden entschlossen.

Sie fährt ganz gut dabei.

Außerdem hätte es bei mir auch gar keinen

Zweck.

Denn alle Dummereien, die gemacht werden können, sind

mir aus meiner Jugend bekannt.

Bei mir würde nichts gehen.

Auch nicht, wenn es vielleicht etwas ganz Neues

ist.

Dann bitte.

Sie haben für heute die Völkerwanderung repetiert.

Nun, Knebel.

Erzählen Sie uns mal, welchen Volkstamm können Sie

denn am besten?

Die Goten.

Sie meinen, da brauche ich Sie nach den

Goten also nicht zu fragen?

Schön.

Dann erzählen Sie uns doch mal etwas von

den Goten.

Die Goten saßen ursprünglich, ursprünglich

saßen die Goten in ...

Okay, drehen Sie doch mal aus.

Es saßen die Goten ursprünglich in Schweden.

Richtig.

Und von dort gingen sie?

Von dort gingen sie in die Gegend von

Danzig.

Und von da gingen sie dann nach Russland.

Und von da nach...

Ja, und da wussten sie eigentlich nicht recht,

was sie machen sollten.

Und zerfielen dann in die Ost- und

in die Westgoten.

Gut, Knebel.

Sie können sich setzen.

Vier.

Wieso vier, Herr Doktor?

Ich hab doch alles gekonnt.

Ich hätte eher eine Zwei verdient.

Zwei bekommt Pfeifer.

So, nun geben Sie mir mal Ihren Spiegel.

Bitte.

Das nennen Sie neu.

Und was machen Sie bei Regen?

Der Frühling fließt dam Südentier, doch auch auf

der Posaune.

Der Frühling fließt dam Südentier und immer der

Sixtausowin.

Der Frühling fließt am Südentier, und immer der

Sixtausowin.

Der Herr bei guter Laune, von jemals liebter

Staune.

Der Friedrich, da war sein Lied von Sauerheit.

Der Friedrich, das blöde Lied, da war sein

Lied von Sauerheit.

Der Herr bei guter Laune, von jemals...

Das müssen Sie doch vielleicht hören.

Das singt doch jemals unrein.

Im Reinen ist alles rein.

Pfeifer, sind Sie das, der so falsch singt?

Ausgeschlossen.

Vielleicht kommen Sie mal vor.

Singen Sie vielleicht mal diesen Ton.

Sie singen zu tief.

Hören Sie vielleicht mal zu.

Ah, ah, ah.

Nein, Pfeifer, jetzt ist es zu hoch.

Mehr in der Mitte, dazwischen.

Ah, ah, ah.

Sie sind noch im Stimmbruch, aber das wächst

sich vielleicht aus.

Vom Gesang sind Sie natürlich distanziert.

Ach, dann darf ich also nicht mehr mitsingen.

Also nochmals.

Der Frühling nimmt das blöde Spiel, doch auch

auf der Fosaune.

Der Frühling nimmt das blöde Spiel, doch auch

auf der Fosaune.

Ich bin winreif.

Diese stolze Melancholie des Mondes.

Göttlich, sauberhaft, himmlisch.

Außerdem ist der Blut.

Man kann sogar sich so lieb unterhalten.

Wem sagen Sie das, meine Liebste?

Er war noch gestern bei mir zum Frühstück.

Da haben Sie Glück gehabt, verehrte Schwestern.

Pfeifer ist seit zwei Wochen spurlos aus Berlin

verschwunden.

Meine Damen, bitte weiterzugehen.

Es ist ein Erleben, hier zu leben.

Leben.

Ach so, das könnte man wirklich auch mal

tun.

Sehen Sie, das ist er.

Pfeifer, wie er lebt und lebt.

Elegant, schön, überlegen und so verführerisch.

Na, kennen Sie auch alle?

Ja, und wann fangen wir an?

Das Stichwort heißt Baldrian.

Wie?

Baldrian.

Baldrian.

Und wer sagt das?

Ich natürlich.

Wenn ich sage Baldrian, geht's los.

Vorsicht, die Pauke.

Der Pfeifer hat sich ganz gut bei uns

eingelebt.

Ich fürchte in der Zukunft.

Haben Sie heute noch Unterricht in der Prima,

Herr Kollege?

Ja, warum?

Ich würde Ihnen raten, auf der Buche zu

sein.

Ach, wenn wir den Jungens nichts tun, tun

Sie uns auch nichts.

Gestatten Sie, Herr Kollege.

Naja, dass sie liebt, das meckt sich.

Die Zuneigung der Schüler gewinnt man durch andere

Mittel.

Ich habe da gewisse Winkelzüge, mit denen man

den Leerstoff angemessen würzt und angenehm gestaltet.

Heute in der Chemie zum Beispiel komme ich

an die alkoholische Gärung.

Und da bringe ich jedes Jahr, meine Schüler

wissen das, eine Liter Flasche Heidelbeerwein, die ich

selbst hergestellt habe, mit in den Chemieunterricht, damit

jeder sich von dem Wohlgeschmack des Getränkes überzeugt.

Vorsicht, jeder nur einen winzigen Schluck, sonst steigt

er in den Kopf.

Jeder muss das Glas um einen Winkel von

20 Grad drehen, damit er eine neue Ställe

bekommt.

Wir bestimmen inzwischen den Alkoholgehalt.

Sehen Sie, das sind fast 13 Prozent.

Die Heidelbeeren habe ich nämlich persönlich gepflückt.

Heidelbeerwein hat nicht nur einen ausgesprochen würzigen Geschmack,

sondern ist auch durchaus gesund und bekömmlich.

Stimmt, stimmt das, Herr Professor?

Aber Waldrian, Waldrian soll doch zum Beispiel auch

sehr gesund sein.

Natürlich ist Waldrian gesund, aber das gehört doch

nicht hierher.

Doch, doch, doch, Herr Professor, mein Onkel, mein

Onkel sagte immer, Waldrian, Waldrian gehört in jede

Familie.

Pfeiffer, Sie sind albern, setzen Sie sich.

Ackermann, was wissen Sie von der alkoholischen Gärung?

Schon die alten Germanen haben aus Honig ein

berauschendes Getränk bereitet, welches sie Met nannten.

Und mit diesem Met legten sie sich auf

die Beerenhausen.

Was ist denn los, Ackermann?

Gar nichts, mir ist nur so, so, so

komisch im Kopf.

Wenn Ihnen komisch im Kopf ist, setzen Sie

sich mal hin.

Pfeiffer, fahren Sie fort.

Die alkoholische Gärung oder die Gärung des Alkohols

erzeugt Alkohol, das Alkohol erzeugt Gärung, die sogenannte

alkoholische Gärung.

Pfeiffer, Sie fasen, setzen Sie sich.

Der gierende Alkohol beginnt dann zu faseln und

so entstehen Heilbeerfasel oder Heilbeerfusel.

Doch, was wollen Sie denn?

Herr Professor, ich weiß nicht, ob das was

zu betäuben hat, aber ich kann, ich kann

gar nicht mehr reden.

Was können Sie nicht?

Wenn man den Alkohol, den Heilbeerfusel, der gierende

Alt-Heilbeerfusel ...

Oh, Pfeiffer, ist Ihnen nicht wohl?

Doch, sehr wohl.

Machen Sie mal das Fenster auf.

Rosen, fahren Sie fort.

Lachen Sie doch nicht so lächerlich.

Herr Professor, ich lache doch gar nicht.

Ich muss nur an meine arme Mutter denken.

Meine arme Mutter!

Der Wein, der Wein, der Alkohol, der weinende

Alkohol geht durch die Heilbeeren in Gierung, in

gierische Alkoholung.

Herr Professor, Herr Professor, ich sehe alles doppelt.

Hören Sie es nicht?

Herr Professor?

Herr Professor?

Herr Professor, ich gehe jetzt schlafen.

Ich verstehe das nicht.

Den winzigen Schluck, das ist doch unmöglich.

Mir auch ein Stückchen.

Was ist

denn los hier?

Das hört man ja, bis zu einer Flügel.

Ruhe!

Ich will wissen, was hier los ist.

Seien Sie so klein, Herr Professor.

Wir haben Wein getrunken, schön Wein getrunken.

Kommt jetzt nicht in die Bank.

Wir haben dich alle so lieb, du.

Verpasst!

Ach, Herr Mann, was haben Sie getrunken?

Als gute Deutsche haben wir unneutzen Wein getrunken.

Wo habt ihr denn den Wein her?

Den haben wir bei Professor Greil trinken müssen.

Vor einem Reiz.

Herr Direktor, wenn Sie auch einmal einen Schluck

...

Ich verzichte.

Ihr geht jetzt nach Hause.

So leise ihr könnt.

Nehmt euch ein bisschen zusammen.

Und dann legt ihr euch möglichst unauffällig ins

Bett.

Herr Kollege, Sie haben meine Oberprima vergiftet.

Ich wollte lediglich die alkoholische Gärung.

Meine schöne Oberprima.

Jeder nur einen winzigen Schluck.

Vergiftet, sage ich.

Herr Kollege, dieser war zunächst Ihren schriftlichen Bericht.

Das weitere wird sich finden.

Nun, Pfeiffer, was haben Sie denn?

Ist da jemand?

Sie?

Sind Sie der Mann mit dem Heidelbeerwein?

Was wollen Sie denn?

Wir wollen doch mal gucken.

Sie, Sie, Sie, lassen Sie das!

Sie, Sie sollen doch so klug sein.

Dann sagen Sie doch mal was Kluges.

Und dann wollen Sie eine Zigarette.

Wir dürfen ja gar nicht rauchen.

Das ist hier verboten im Kaster.

Aber wir könnten Ihnen was vorrauchen.

So, jetzt kriegt er noch mal Kaster, weil

er im Kaster geraucht hat.

Ihr seid ja eine feige Gesellschaft.

Den Mut habt ihr nur, weil eine Tür

zwischen uns ist.

Sollen wir ein bisschen ...

Ich bitte darum.

Sie genieren uns doch.

Was denken Sie von uns?

Ihr seid wahrscheinlich hässlich wie die Nacht, was?

Und krummbeinig und schief.

Vorne nichts und hinten nichts, sonst würde ich

auch reinkommen.

Hübsche Mädchen genieren sich nicht.

Dann Pfeiffer.

Gänse.

Das ist schade.

Frau Binscheit, glauben Sie, geht das so?

Das hat man nicht gern, wenn die Jungs

auf einmal so eitel werden.

Bei den Meinen hat es auch so angefangen.

Also, bis zum Abendessen bin ich zurück.

Hans!

Tschüss, auf Wiedersehen.

Willst du nicht so wieder hin?

Du wolltest uns doch den Aufsatz machen.

Nein, nein, ich muss ...

Sollen wir denn mitgehen?

Nein, nein, vielen Dank.

Wiedersehen.

Sagen Sie, Herr Pfeiffer, war es eigentlich sehr

schlimm im Karzer?

Ach, im Gegenteil.

Das war ein hochinteressantes Erlebnis.

Herr Pfeiffer, warum erzählen Sie eigentlich so wenig

von sich selbst?

Ach, was ist da schon viel zu erzählen?

Was möchten Sie denn gerne wissen?

Ach, allerhand.

Waren Sie eigentlich schon einmal verliebt?

Ach, ich habe mich immer sehr zurückgehalten.

Sehen Sie, das finde ich so nett an

Ihnen.

Ich mag die Jungs nicht leiden, die gleich

immer so frech sind.

Aber die Unterprimarner sind die Schlimmsten.

Wirklich?

Bestimmt.

Meine Freundin kannte einen, der wollte sogar einen

Kuss von ihr.

Oh ja.

Was ist denn?

Schade, dass ich kein Unterprimarner bin.

Warum?

Sie da!

Was machen Sie denn da?

Äh, nichts.

Sie haben hier das Schild heruntergenommen.

Nein.

Blasen Sie es, ich bin blind.

Heben Sie es sofort wieder auf.

Was?

Ich weiß auch nicht.

Sie sollen das Schild wieder aufheben zum Donnerwetter.

Vielleicht so freue ich mich, der Meinung des

Herrn Direktors anzuschließen.

Ich habe mich ja noch gar nicht geäußert.

Bitte, Herr Kollege.

Die Freifeldtagsverlandung, unnachsichtige Bestraftung.

Ich stemme dafür, dass der schuldige Schüler unverzüglich

von der Anstalt entfernt wird.

Sehr richtig.

Und ich stimme dafür, dass wir den schuldigen

Schüler erst herausbekommen, ehe wir ihn entfernen.

Sehr richtig.

Wir werden an sein Ehergefühl appellieren und ihn

bitten, sich freiwillig zu melden.

Verschglaubern, unsere Jugend.

Aber da sie sich vor lauter Ehergefühl von

der Schule verweisen lässt.

Meistens findet sich ja auch ein lieber Freund.

Ich will nicht hoffen, dass dieser liebe Freund

sich auf unserer Anstalt findet.

Tja, wenn wir nicht weiterkommen, dann müssen wir

nach altem Rezept eben alle bestrafen.

Wir haben 247 Schüler auf unserer Anstalt.

Da bestrafen wir eine zu Recht und 246

zu Unrecht.

In meinem Buche die Gerechtigkeit des Lehrers unter

besonderem Berücksichtigung der höheren Lehranstalten, Herr Kollege Brandt.

Bitte unterdrücken Sie doch das Lächeln.

Die Angelegenheit ist ernst genug.

Allerdings.

Aber das Problem liegt ganz woanders.

Wenn es herauskommt, dass das Schild eine Fälschung

war und wir alle, auch wir, meine Herren,

auf diesen dummen Jungenstreich hereingefallen sind, es gibt

in der ganzen Stadt ein wührendes Gewächter.

Und was das Provinzialschulkollegium dazu sagen wird?

Um Gottes Willen, meine Herren, was sollen wir

denn machen?

Nichts.

Was heißt nichts?

Wir können doch diese Fälschung ...

Ob das eine Fälschung ist, Herr Direktor, das

hängt ganz von uns ab.

Da stellen wir uns ganz dumm und sagen

so.

Das Schild ist echt.

Das haben wir selber rausgehängt.

Wegen der Bauarbeiten.

Dieser Vorschlag steht im schärfsten Gegensatz zu den

Prinzipien meines Buches und ich lehne ihn ab.

Ich bedauere, dass in dieser Runde und mir

ein solcher Vorschlag gemacht wird.

Wir sind es dem hohen Ansehen und dem

ehrlichen Ruf unserer Anstalt schuldig.

Ja, schuldig, dass wir ihr die Blamage erspart.

Und Ihnen, Herr Direktor, den immerhin recht peinlichen

Bericht an das Provinzialschulkollegium.

Sie meinen, lieber Bömmel, da brauchte ich ...

Ja, aber lieber Kollege, wie stellen Sie sich

das vor?

Wir haben doch gar keine Bauarbeiten.

Das mache ich Ihnen schon zurecht.

Kinder, die Konferenz ist aus.

Nein, jetzt geht die Untersuchung los.

Herr Pfeiffer, mit dem großen Mut, großen Mund

wollte ich sagen, schlottern hier nicht ein bisschen

die Knie?

Was meinst du, wenn das rauskommt?

Wie soll das schon rauskommen?

Weiß ich nicht.

Vielleicht, wenn dich jemand anzeigt.

Wer denn?

Du vielleicht?

Mensch, hast du ja nicht Mut dazu.

Mut?

Ich sage das nicht nur einmal, sonst tue

ich es wirklich.

Wetten, dass du das nicht tust?

Wetten, dass ich es doch tue?

Setzen Sie sich.

Nehmen Sie die Bücher.

Schlagen Sie auf, Seite.

Was wollen Sie denn noch?

Herr Professor, ich habe Ihnen eine wichtige Mitteilung

zu machen.

Wenn Sie wieder nicht präpariert haben?

Ich halte es für meine Pflicht und ich

möchte nicht, dass vielleicht der Unschuldige aufsucht.

Und wenn er mir nachsagt, ich hätte nicht

den Mut dazu.

Machen Sie Ihre Zwässlichkeiten auf dem Schulhof ab.

Oder besser noch auf der Straße.

Herr Professor, es ist doch wegen dem Schilf.

Setzen Sie sich.

Herr Professor, wegen dem Schilf von gestern.

Es heißt nicht wegen dem Schilf, es heißt

wegen des Schildes.

Also schön, Herr Professor, wegen des Schildes.

Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen sich setzen.

Aber es muss Sie doch interessieren, wer das

Schild.

Wenn Sie weiter stören, kommen Sie vor die

Tür.

Ich meine, wer das Schild gemacht hat.

Rosen, Sie reden irre.

Das Schild hat der Kastellaner gefertigt.

Wegen der Bauarbeit.

Das ist schwindelig, das ist schwindelig.

Jetzt ist es genug.

Setzen Sie sich.

Ackermann, schreiben Sie ins Klassenbuch.

Der Rosen stört den Unterricht durch alle Wundereien.

So.

Jetzt schlagen Sie auf Seite 117.

Na, Pfeif?

Sie machen so ein vergnügtes Gesicht.

Sie möchten sicher, dass ich Sie wieder mal

drannehme.

Bitte, ich bitte darum.

Dann will ich mal sehen, ob Sie Ihren

Wallenstein auch verstanden haben.

In welcher Macht und in welcher Szene spricht

wer zu wem die Worte?

Das war kein Heldenstück.

Octavio.

Ja, sehen Sie, Pfeifer, es ist nichts mit

Ihnen.

Sie werden immer dümmer.

Sie werden zum Gespött der ganzen Klasse.

Ich verstehe das nicht, Pfeifer.

In allen Fächern stehen Sie genügend und besser.

Nur in Deutsch sind Sie mangelhaft.

Herr Deutsch, Deutsch liegt mir nicht.

Das ist schlimm.

Was wollen Sie denn einmal werden?

Das weiß ich noch nicht.

Suchen Sie sich einen Beruf, bei dem Sie

nicht viel zu schreiben haben.

Am besten werden Sie Zahnarzt.

Bitte.

Für die

Ehre.

Einen guten Abend zu, wenn Sie eins bleiben.

Danke.

Was gibt es hier überhaupt für ein Hotel,

wo Dr. Pfahl zu einem Herrn Pfeifer ...

Wissen Sie noch, der mir das kolossale Trinkgeld

...

Ach, der kommt doch gar nicht infrage.

Kolossales Trinkgeld, sagen Sie?

Dann kommt er vielleicht doch infrage.

Wo wohnt er jetzt?

Ja, wir haben jetzt gerade kurze Pause.

Ach, bitte, wo ist das Gymnasium?

An der Querstrasse rechts.

Danke.

Wo wollen Sie hin, Fräulein?

Ich bin Ihnen vielleicht der Dr. Pfeifer.

Ich muss Ihnen dringend sprechen.

Dr. Pfeifer?

Nee.

Wer soll denn das sein?

Ein Lehrer?

Das weiß ich eben nicht.

Dr. Pfeifer haben wir hier nicht.

Das ist mir aber gesagt worden.

Sie, Fräulein.

Wenn Sie vielleicht den meinen, den haben wir

vor ein paar Wochen gekriegt.

Der ist aber kein Doktor.

Der ist ...

Können Sie bitte nicht so schnell rausholen?

Nee.

Der muss jetzt in seine Klasse.

Moin, Jungs.

Moin.

Wir schreiben heute Klassenarbeit.

Oder Luftdruck.

Herr Professor, können wir nicht lieber über das

Thermometer schreiben?

Das können wir besser.

Das ist mir egal.

Schreibt über was ihr wollt.

Unsinn wird es ja doch.

Herr Professor, es hat geklopft.

Der Witz ist zu alt.

Da fallen ja nicht mehr drauf rein.

Also meins wiehin?

Über das Thermometer.

Herr Professor, es hat wirklich geklopft.

Meins hat er nicht gehört.

Geh mal raus an die Tür und guck,

was der will.

Da draußen ist eine Dame.

Eine Dame?

Was will die von uns?

Die will da reinkommen.

Nee, nee, nee, nee.

Wie sieht die denn aus?

Schön.

Geh mal selber gucken.

Ich nehm' dich mal einen Augenblick anständig.

Ja, was ist denn?

Bitte, ist bei Ihnen ein Herr namens Zweifel?

Ein Herr?

Ach, Sie meinen der Junge da, der Neue?

Wem möchte ich sprechen?

Ja, das sieht hier sich.

Wir schreiben gerade in Klassenarbeit über das Thermometer.

Oh, Herr Professor, nun sagen Sie doch nicht

so streng.

Schicken Sie ihn mir mal raus.

Ja, wenn es Ihnen allzu lang dauert, Fräulein.

Was soll ich ihm denn sagen, wer da

ist?

Es genügt wohl, wenn er dasselbe sieht.

So.

Ja, und in welcher Angelegenheit bitte?

Das ist ja egal.

Oh Gott, wenn es Ihnen egal ist, mir

ist es auch egal.

Herr Professor, der ist nämlich geistig nicht ganz

in Ordnung.

Und den geistig, den ...

Och, der steckt uns alle in den Sack,

wie wir da sind.

Woher kennen Sie ihn überhaupt?

Aus Berlin natürlich.

Aus Berlin, ja.

So sehen Sie auch aus.

Was?

Wissen Sie was, Fräulein, lassen Sie mich meine

Jungs hier in Ruhe.

Ich danke Ihnen.

Hans, sind Sie da?

Ach, er muss gerade weggegangen sein.

Der ist nachmittags immer unterwegs.

Wenn ich was bestellen soll ...

Ach, jetzt sehe ich erst.

Die Frau Tante.

Wie bitte?

Ja, ich kenne Sie doch von dem Bild

her, das dahin gegangen hat.

So.

Haben Sie ihm nicht geschrieben, dass Sie kommen

wollen?

Es ist manchmal besser, wenn man unangemeldet kommt.

Oh, Sie wollen ihn überraschen.

Oh, der wird sich aber freuen.

Nein, wie jung Sie noch aussehen.

Ja, liebe Frau.

Ja, ja.

An den Kindern merkt man, dass man älter

wird.

Wie geht es denn meinem Neffen?

Oh, sehr gut.

Hübscher Junge ist das geworden.

Dann hat er auch sicher schon eine kleine

Freundin oder sowas.

Nein.

Och, was soll er denn damit?

Da hat er doch gar keine Zeit zu.

Der hat nur Sinn für seine Bücher und

seine Arbeit.

Der liebe, melancholische Kaffee.

Nun wollen wir es uns mal wohl sein.

Ja, nun warte, warte, ich fange jetzt an.

Pfeiffer, wir können Ihnen da sicherlich keine Vorschriften

machen, aber finden Sie es nicht ein bisschen

merkwürdig, dass Sie sich da am Nachbar-Tisch

setzen?

Ach so, wenn ich zu Ihnen rüberkommen darf?

Recht gern natürlich.

Hatte mir das nur nicht getraut, nicht wahr?

Herr Professor, wenn Sie mich vielleicht den beiden

Damen vorstellen würden?

Nein?

Gestatten, Pfeiffer?

Gestatten, Pfeiffer?

Herr Direktor, war so liebenswürdig, mich herüberzubitten.

Soll ich wirklich neben dem Gädige, Fräulein?

Verbindlichsten Dank.

Ja, ich weiß nicht, Gädige Frau, ob Sie

schon von mir gehört haben, aber bitte lasst

mich doch gar nicht abschrecken, ja?

Jedenfalls freue ich mich außerordentlich, in Ihnen, die

bezaubernde Gattin unseres hochverehrten Herrn Direktors, kennenzulernen.

Oh, bitte.

Übrigens ganz erstaunlich, Gädige Frau, wie sehr Sie

Ihrem Fräulein-Schwester ähnlich sehen.

Ach, aber nein, Herr Pfeiffer, das ist doch

gar nicht meine Schwester.

Das ist mein Töchterchen.

Nein, ach, was?

Aber so etwas, was?

Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.

Sie haben schon eine so große Tochter.

Ich dachte, das Gnädige Fräulein.

Na, was haben Sie gedacht?

Wäre Ihre Tochter, Herr Professor.

Sie überschätzen mich.

So alt bin ich noch nicht.

Ach ja, Herr Professor, das habe ich auch

nicht richtig überlegt.

Sie werden höchstens doppelt so alt sein wie

Frau Eva, nicht?

Aber, Herr Professor, machen Sie sich bitte deswegen

keine Sorgen.

In 20 Jahren, übrigens eine sehr interessante Rechnung,

sind Sie nur noch anderthalbmal so alt.

Und in 100 Jahren, das müsste ich mal

ausrechnen.

Pfeiffer, wenn Sie heute noch etwas anderes vorhaben

sollten, wahrscheinlich muss doch auch noch seine Schulaufgaben

anfertigen.

Nein, Herr Professor, die machen wir ja morgens

in der Schule.

Aber wenn Sie das Bedürfnis haben, sich über

mich noch etwas zu unterhalten, will ich nicht

länger im Wege sein.

Es war mir ein ganz besonderes Vergnügen.

Er ist natürlich noch nicht da.

Na, wir können ja schon immer griechisch anfangen.

Ach Quatsch, griechisch.

Sehen wir mal nach, ob er nicht ein

paar Zigaretten da hat.

Was ist das?

Das ist ein Haarschläfer.

Der ist ja verrückt.

Überhaupt, Färber muss man schlecht behandeln, dann fressen

wir aus der Hand.

Na, ich harate erst nach dem ersten Schlaganfall.

Du hast es nötig.

Weißt du, wie du der Lotte von Halbach

nachhältst.

Die möchte ich nicht geschenkt, wo ihr dann

sieht, dass ich die Haare blond färbe.

Das kann man doch gar nicht.

Du rost mit Wasserstoffsuperoxid, H2O2.

Das würde übrigens sein, ich habe ja noch

keine Chemie für morgen.

Die Zigaretten hat er natürlich wieder versteckt.

Ach, was ist denn das hier?

Wenn die Herren vielleicht von mir eine Zigarette

möchten.

Sie können doch sicher schon rauchen.

Hörst du das?

Höre ich nicht.

Ihr wartet sicher auf Hans.

Meinst du?

Nicht übel.

Stell mich doch mal vor.

Das geht doch nicht.

Dann musst du mich zuerst vorstellen.

Du sollst mich vorstellen.

Ich sage dir, es geht nicht.

Du sollst mich jetzt vorstellen.

Du sollst mich vorstellen.

Meine Herren, streiten Sie sich nicht.

Aber klopfen Sie nächstens lieber an, wenn eine

Dame im Zimmer schläft.

Sie hätten mich leicht in eine Situation bringen

können.

Jawohl.

Bitte.

Entschuldigen Sie bitte.

Aufkommen.

Sie brauchen nicht rot zu werden, meine Herren.

Sie brauchen auch nicht die Flucht zu ergreifen.

Es genügt, wenn Sie sich mal ein bisschen

umdrehen.

So.

Und weil er so hübsch artig war, dürfte

er mir jetzt auch die Schuhe zumachen.

Aua.

Meine Herren.

Also Preußenskuhn war keiner mehr da.

Dafür habe ich ...

Es ist immerhin erstaunlich, dass du meinen Namen

noch weißt.

Ja, sehr erstaunlich.

Ja, dass du gekommen bist.

Darf ich dir meine Freunde vorstellen?

Sie stören mich.

Können wir ja gehen.

Nein, ganz im Gegenteil.

Was es rauskommt.

Du wirst sie nie aus der Insel kommen

lassen.

Mensch, das ist doch meine Tante.

Entschuldigung.

Geht schon.

Da bist

du also.

Ja.

Da bin ich.

Ja, dass du gekommen bist.

Das sagst du jetzt zum dritten Mal.

Naja, zum zweiten.

Zum dritten.

Also bitte, du kannst anfangen.

Du weißt natürlich ganz genau, dass jetzt ein

großer Auftritt kommt in der Komödie, die wir

voreinander spielen.

Du wirst mich fragen, ob ich verrückt bin.

Diese Frage würde ich als ungebührlich und nicht

zur Sache gehöre ich übergehen.

Dann wirst du mir mit einem glasklaren Verstand

beweisen, dass das Ganze hier eine lächerliche Farce

ist, ein widerliches Theater, das ich bei den

Leuten spiele und dass man nicht wieder zum

Kinde wird, indem man sich eine kindische Schülermütze

auf den Kopf setzt.

Dann wirst du mir klar machen, dass meine

literarischen Studien in der Kleinstadt nur eine Ausrede

sind, dass es in Wirklichkeit eine Flucht ist

vor der Welt, vor dir, vor mir selbst.

Dass mir in Berlin die Fälle schwimmen gehen,

dass meine Premiere in Gefahr ist und dass

mein Verleger und der Herr Minister und die

deutsche Literatur usw.

usw.

Alles ganz gut und richtig.

Und ich werde dich ausreden lassen, denn ich

bin höflich und ich höre deine Stimme gern.

Aber dann werde ich dir antworten.

Meine Rolle ist klein und hat nur einen

Satz.

Ich fühle mich hier sauwohl.

Es ist nicht Aufgabe eines Dichters, sich sauwohl

zu fühlen.

Du, das hast du aber schön gesagt.

Man muss nur sehen, wie du aussiehst.

Richtig fett bist du geworden.

Ja, und verjüngt habe ich mich auch.

Zu Weihnachten kannst du mir Karl May schenken

und wenn das so weitergeht, glaube ich Ostern

wieder an Klapperstorch.

Du merkst wohl gar nicht, wie albert du

bist.

Jedenfalls habe ich dir deine große Szene gründlich

vermasselt.

Du irrst, lieber Hans.

Theater spiele ich nur auf dem Theater.

Im privaten Leben habe ich andere Mittel.

Müssen wir denn ausgerechnet an diesen Dings hier

vorbeigehen?

Das ist meine Schule.

Den kleinen Abschiedsblick wirst du mir wohl gönnen.

Siehst du das Tor hier?

Da bin ich nun so manchen Morgen hineinspaziert.

Meist mit schlechtem Gewissen und ohne Latein.

Mittags wieder rausgetrudelt, mit dem Magen voll Hunger

und dem Kopf voller Unsinn.

Wollen wir nicht weitergehen?

Wann besiegt die Westbodenkaiserbahn?

Hörst du da oben an der Ecke?

Das sind wir.

Das ist meine Oberprima.

Wir haben gerade Geschichte bei Dr. Brett.

Feiner Kerl.

Sind übrigens alles feine Kerle im Grunde genommen.

Du, es ist gerade kleine Pause.

Du kommst schon endlich.

Wohin?

Ach so.

Marion, ich habe einen herrlichen Einfall.

Weißt du was?

Fahr du allein.

Das ist ja ein toller Schild.

Wahnsinn.

Setzen Sie sich.

Sie haben heute die großen deutschen Dichter Repetet.

Schreiben Sie uns die Namen aus mit Geburts

- und Sterbetaten.

Schreiben Sie groß und deutlich.

Wo kommen Sie

denn noch so spät?

Oh, Pfeife.

Fehlt Ihnen etwas?

Danke, Herr Professor.

Das ist ja weiter nichts, nur ein bisschen

starke Zahnschmerzen.

Und hier ist die Entschuldigung, wenn Sie sie

sehen wollen.

Warum bleiben Sie denn nicht zu Hause?

Ach, Herr Professor, hier habe ich mehr Ablenkung.

Das ist schön.

Nun, dann setzen Sie sich mal vorsichtig hin.

An dem Pfeifer können Sie sich ein Weißbier

nehmen.

Nun, wie weit sind Sie noch?

Warum schreiben Sie nicht weiter?

Die Tafel ist voll.

Dann drehen Sie sich doch mal rum.

Ja, das geht nicht.

Ich glaube, die kämpfen.

Hören Sie mal her.

Soll ich

das da vielleicht wegwischen?

Holen Sie den Herrn Direktor.

Ich muss sagen, ich bin aufs Tiefste erschüttert,

einen solchen Fall sittlicher Entgleisung in meiner Anstalt

zu erleben.

Viel über euch.

Bevor ich in die Untersuchung dieses Falles eintrete,

will ich dem schuldigen Schüler Gelegenheit geben, sich

freiwillig zu melden.

Nein, nicht hier vor der Klasse.

Die Schande will ich immer sparen.

Er mag heimlich auf mein Zimmer kommen.

Was wollen Sie, Pfeifer?

Also, Herr Direktor, Sie können mich totschlagen, aber

ich finde, ich finde das Bild ganz hübsch.

Pfeifer, ein junges Mädchen, vielleicht das bester Familie

und ohne jegliche Begleitung.

Herr Direktor, das sehe ich doch nicht ein.

Das ist doch gar kein Mädchen.

Das soll doch ein Junge sein.

Wir, wir sind mit der Zeichnung noch nicht

ganz fertig geworden.

Ja, in der Tat, ich habe mir auch

schon zu etwas gedacht.

Na, jedenfalls ist es mir außerordentlich lieb, dass

dieser peinliche Vorfahrt eine so harmlose Aufklärung gefunden

hat.

Und nun wollen wir nicht mehr darüber sprechen.

Ackermann, wischen Sie das aus.

Wo sind wir gestern im Donkerl noch stehen

geblieben?

4.8. 17.

Aufritt.

Wir lesen wieder mit verteilten Rollen.

Wer will denn hier Edelmach-Gypose erst sprechen?

Der Rosen ist der Richtige.

Gut.

Rosemann, dann übernehmen Sie die Prinzessin Ebul.

Um aller Himmel Willen, lassen Sie mich diesen

Ort.

Was hat er denn gesagt?

Was hat er dir gesagt, Unglücklicher?

Nichts.

Lassen Sie mich nichts.

Wie viel hast du erfahren?

Hier ist keinem drinnen mehr.

Du wirst auf dieser Welt es niemandem mehr

erzählen.

Großer Gott, was meinen Sie damit?

Sie wollen mich doch nicht ermorden.

In der Tat, das bin ich.

Sehr gesonnen war es kurz.

Mich?

Mich, o ewige Barmherzigkeit.

Was habe ich denn begangen?

Es ist Zeit, Notrat.

Gestatten Sie.

Freifuß, wir haben immer noch Fernefanz im Kopf.

Was ist das für ein Zettel?

Ein Brief von einem Freund von mir.

So?

Lass uns mal lesen.

Erwarte dich zur gewohnten Stunde an gewohnter Stelle.

Tausend Kösse, Ausrufungszeichen.

Unterschrift, großes E, Punkt.

Wer ist das?

Das hat mit der Schule nichts zu tun.

Wer ist großes E, Punkt?

Da werde ich die Handschrift durch Ihren Direktor

feststellen lassen.

Herr Professor, darf ich einen Moment?

Bitte.

Danke.

Geben Sie den Brief zurück.

Geben Sie den Brief!

Pfeifen!

Wir sprechen noch darüber.

Ich erwarte Sie heute Nachmittag um drei Uhr

bei mir in der Wohnung.

Der Herr Professor hat sich schon vor einer

Stunde erwartet.

Sehr böse.

Wenn Sie einen Moment Platz nehmen wollen, es

wird drüben trotzdem Platz gegeben.

Sehr.

Pfeifen!

Nun sind Sie schon wieder unten.

Ich habe Sie doch um drei Uhr bestellt.

Es ist gerade drei Uhr, Herr Professor.

Dann geht Ihre Uhr falsch.

Zwei Minuten nach vier.

Entschuldigen Sie, Herr Professor.

Könnte es nicht sein, dass Ihre Uhr falsch

geht?

So, das will ich Ihnen mal beweisen.

Sehen Sie?

Das verstehe ich.

Siehst du, mein Sohn, Sie haben mich ja

zum Uhrmacher umringt.

Ja, lieber Pfeifer, da hätte ich Ihnen ja

beinahe Unrecht getan.

Pflanzen Sie sich.

So.

Und nun kommen wir zum Zweck Ihres Besuches.

Also, wer ist großes E-Punkt?

Oder wollen Sie es nicht sagen?

Nein.

Das ist anständig von Ihnen, aber es nützt

Ihnen nichts.

Ich habe es bereits anderweitig festgestellt.

So.

Oder wenn Sie eine schöne Wut auf mich

haben und ich habe niemals Wut auf einen

Schöner, das widersprechen grundsätzlich in meinem Buch die

Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderem Berücksichtigung.

Ja, dann kann ich jetzt wohl gehen, Herr

Professor.

Einen Augenblick.

Pfeifer, Sie sind zwar ein höchst mittelmäßiger Schöner,

aber vielleicht trotzdem ein anständiger Mensch.

Sie stehen im Begriff, einem unerfahrenen jungen Mädchen

den Kopf zu verdrehen.

Sie zerstören ihm dadurch die Gelegenheit zu einem

baldigen, gesicherten und wohlsituierten Lebensglück.

Können Sie das verantworten?

Ja, ich werde mir das überlegen.

Entschuldigen Sie mich, Herr Professor, ich habe noch

eine Verabredung.

Oh.

Darf ich?

Vielen Dank.

Wiedersehen.

Arme Eva.

Sag mal schnell, woran denkst du jetzt?

Ich mache mir so einige Gedanken, mit denen

ich nicht so ganz fertig werde.

Hast du Angst, dass der Kai dich beim

Abitur durchsaust?

Ich werde ihm keine Gelegenheit dazu geben.

Wie meinst du das?

Ich stehe ab, vielleicht schon bald.

Hans, das ist ja entsetzlich.

Und ich?

Ich nehme dich natürlich mit.

Oh Hans, du bist nicht ganz gescheit.

Das geht doch gar nicht, wie stellst du

dir das überhaupt vor?

Das geht sogar sehr gut, aus meiner Frau

natürlich.

Was hast du denn gedacht?

Oh Hans, du musst mit mir nicht solche

Scherze machen.

Ich habe dich ja entsetzlich lieb.

Und so mich wohl auch.

Aber schau mal Hans, wir gehen doch bald

noch auf die Schule.

Wir dürfen doch gar nicht an so etwas

denken.

Du, ich will ja gern auf dich warten,

wenn du willst.

Und wenn du mich dann auch magst.

Wieso warten?

Ich bin volljährig und du bist über 16.

Du bist nicht ganz gescheit, Hans.

Als Pineda kannst du doch nicht heiraten.

Du musst doch erst einmal einen Beruf haben.

Was hast du dir überhaupt gedacht, dass du

werden willst, so ohne Abitur?

Komm, wollen wir mal überlegen, ja?

Vielleicht Schriftsteller.

Dazu braucht man kein Studium, keine Vorbildung.

Und man kommt bald ans Verdienen.

Das glaubst du ja wohl selber nicht.

Doch Eva, kennst du übrigens meinen berühmten Namensvetter,

den Schriftsteller Johannes Pfeiffer?

Ach, ist das der mit dem Roman in

der Woche?

Ja.

Aber Hans, mit dem kannst du dich doch

nicht vergleichen.

Das ist doch ein richtiger Dichter.

Das kann man wohl sagen.

Ach, den finde ich natürlich wundervoll.

Nicht wahr?

Wir waren in Berlin viel zusammen, fast täglich.

Und ich weiß manches von ihm, was andere

nicht wissen.

Aber Hans, jetzt schneidest du schon wieder auf.

Hast du den überhaupt schon mal gesehen?

Wie sieht er denn aus?

Ach, ganz nett, so weit, so mittelgroß, ungefähr

meine Figur.

Und das Haar, naja, ist auch so ähnlich,

nur ein bisschen länger.

Und die Brille, muss man natürlich wegdenken, nicht

wahr?

Der Affe trägt nur einen Monockel.

Tja, und das Gesicht, wie soll ich das

beschreiben, Eva?

Tja, wenn du es ganz genau wissen willst,

sieh mich an.

Jetzt weißt du, wie er aussieht.

Was tu dir wieder ein, Billiges?

Ich sehe nämlich diesem hochbegabten Dichter, wie die

Kritik ihn nennt, nicht nur verteufelt ähnlich, sondern

auch sehr selbst.

Wie soll ich denn das verstehen?

Das wirst du ja, ich bin der Johannes

Pfeiffer.

Vor drei Wochen habe ich den großen Literaturpreis

bekommen und von mir ist auch die neue

Komödie im königlichen Schauspielhaus.

Wenn ich wahrkomme, ein bisschen überraschend für so

ein kleines Mädchen.

Sag mal, was ist eigentlich los mit dir?

Erst kennst du ihn furchtbar gut, dann willst

du ihn eh nicht sehen, jetzt bist du

es im Endeffekt sogar selbst und bist ja

heute unerträglich.

Also im Ernst, Eva, ich schwöre es dir,

ich gebe dir sogar mein Ehrenwort.

Ich will eine Frau zusammenbringen, die mich von

Berlin her kennt.

Wenn du willst, bitte.

Das war sogar so spöttisch zu sagen.

Aber ich will nicht verstanden, hörst du?

Ich will, dass du mir glaubst, dass du

mir vertraust, dass du mich heiratest.

Aber bitte, bitte, wenn du immer noch nicht

kapiert hast, wer ich bin, wenn du immer

noch glaubst, dass ich der kleine, armselige Penela

bin, dann, dann, dann, dann, dann, dann kannst

du mir bestohlen werden.

Bitte, bitte gib mir meinen Mann hin.

Bitte?

Bitte, bitte.

Du, Rudi Hermann, hast du die Geometrie für

morgen schon gemacht?

Nee.

Da kommt ja Hans.

Mensch, Hans, was ist los mit dir?

Du machst ja ein Gesicht.

Ach, nix.

War sie denn nicht nett zu dir?

Lass doch die Almanen reden.

Ach so, wir sagen mal, Hans, hast du

die Geometrie für morgen gemacht?

Nein.

Ach, du Donnerwetter, die hast du noch nicht

gemacht?

Na, ich fahre morgen.

Wohin denn?

Aber eine, wo es knallt, denen mache ich

morgen ein Ding, da können sie sich auf

den Kopf stellen.

Dann müssen sie mich rausschmeißen.

Na ja, das wäre dann der Schluss.

Na?

Ja, was ist?

Herr Professor, unter 8 Uhr durch, haben Sie

heute keine Schule?

Wieso denn?

Es ist doch eben noch sieben.

Sieben?

Na, dann gehen Ihre Uhren falsch.

Quatsch, das war's mal.

Um Gottes willen!

Der hat doch diese unverschämte Lümmel!

Entschuldigung!

Ach, der Schnauz!

Der kommt heute etwas später.

Von mir aus kann er ganz zu Hause

bleiben.

Kinder, lasst doch den Quatsch sein.

Die Mädchen bilden sich, wer weiß was ein.

Hans, du hast gut reden, du hast ja

eine.

Wie wär's?

Soll ich euch die rüberholen?

Was?

Wie?

Hm?

Tja.

Hierher!

Was?

Der ist ja verrückt.

Hey, hey, komm mal, komm mal.

Lauf mal rüber in die Mädchenschule, ja?

Und sag der Frau Direktor einen schönen Gruß

von unserem Herrn Direktor.

Und dann sagst du ihr Folgendes.

Zu uns in die Chemiestunde kommt gleich ein

Mann, der uns Radium zeigt.

Wiederhol mal.

Es käme ein Mann, der uns Radium zeigt.

Richtig.

Und ob die Frau Direktor nicht ihre Oberklasse

rüber schicken wollte, dass wir das mal ansehen

können.

Verstanden?

Ja.

Los.

Ist das

hier richtig?

Bei uns ist immer richtig.

Was machen wir jetzt mit dem?

Weiß ich nicht.

Du Knebel, sprich sie doch mal an.

Ich weiß gar nicht, was ich da sagen

soll.

Bitte, wo ist denn der Mann mit dem

Radium?

Was für ein Mann.

Ich weiß gar nicht, was ich da sagen

soll.

Radium?

Ach so, der.

Ja, der kommt sicher gleich.

Sie bitte, habt ihr denn keinen Lehrer?

Unser Schlauz kommt heute nicht.

Hat der Pfeifer gesagt.

Wo ist denn Hans Pfeifer?

Der ist nicht da.

Oh.

Sie kommen rein an mir heute Morgen.

Sie können ja früher aufstehen.

Dann müssen Sie mich früher wecken.

Dafür haben Sie genug Uhren.

Ich bin noch nie in meinem Leben zu

spät gekommen.

Auch als Schüler nicht.

Ausgerechnet heute.

Setzen Sie sich.

Sie sollen sich setzen.

Meine Damen, ich danke Ihnen für den jobelnden

Empfang und stelle fest, dass ich bei Ihnen

mehr belebt bin als bei meinen Schölern.

Ich habe mich leider etwas verspätet, aber nach

den Grundsätzen meines von mir fehlbeachteten Bohrs, die

Gerechtigkeit des Lehrers unter besondere Berücksichtigung der höheren

Lehrern zu halten, muss die Gerechtigkeit auch gegen

den Lehrer stattfinden.

Ackermann schreiben Sie daher ins Klassenbuch, Professor Schnauz

erhält eine Stunde Arrest, wegen unentschuldigten Suspektkonten.

Wir werden schnell fertig sein.

Für Professor Krei ist ein Direktorposten in Aussicht

genommen.

Ich möchte mich nur noch einmal von seiner

Unterrichtsmethode überzeugen.

Das ist richtig ausgezeichnet, Herr Oberschulrat.

Der Professor Krei hat gerade Chemie in Oberprima.

Wenn Herr Oberschulrat sich das anhören wolle.

Ich bitte doch.

Pst.

Na, wo bleiben Sie denn?

Wollen Sie nicht mitkommen?

Doch, doch, immer mit der Ruhe.

Auch wenn der Herr Oberschulrat da ist.

Wissen Sie, im Kollegenkreis ist der Direktorposten wirklich

zu jüng.

Wenn Sie auch manchmal seine Lehrmethode etwas eigenartig

finden.

Na, Ihre ist auch ein bisschen eigenartig.

Die finden Sie eigenartig?

Das finde ich aber eigenartig.

Wollen Sie Ihrem reisen Kollegen nicht mal verraten,

welche Methode nach Ihrer Ansicht die richtige ist?

Meine.

Aha.

Wann ist denn überhaupt eine Methode richtig?

Wenn der Lehrer der Freund seiner Schüler ist.

Das ist bei mir der Fall.

Und die Schüler vor ihm Respekt haben.

Das ist bei mir nicht der Fall.

Herr lieber Professor, es wäre ja auch traurig,

wenn eine neue Zeit nicht auf neue Methoden

hätte.

Ja, ja, ihr Jungen, ihr wollt immer alles

besser machen.

Und ihr macht es auch besser, das weiß

ich ganz genau.

Aber ich bin für die neuen Methoden zu

alt.

Sehen Sie, lieber Böhmle, ach, verzeihen Sie, Herr

Professor.

Ach, sagen Sie ruhig, Böhmle, verzeihen Sie die

Jungs ja auch.

Junge Bäume, die wachsen wollen, muss man anbinden.

Dass sie schön gerade wachsen, nicht nach allen

Seiten aufschlagen.

Und genauso ist es mit den jungen Menschen.

Disziplin muss das an sein, das sie bindet.

Zu schönem, geradem Wachstum.

Brett, das mit den Bäumen, das haben Sie

schön gesagt.

Und haben Sie nur keine Angst, dass Ihnen

Ihre Bäume in den Himmel wachsen?

Nein, keine.

Dafür sorgt schon das Leben.

Haben Sie das auch schon gemerkt?

Radium, Radium ist ein zweiwertiges Element, welches die

Eigenschaft hat, im Dunkeln zu leuchten.

Ich werde Ihnen das jetzt vorführen.

Aber dazu ist es nötig, dass es vollkommen

dunkel ist.

Hackermann, gehen Sie mal ans Fenster.

Ziehen Sie die Vorhänge vor.

Bitte, Herr Kollege, lassen Sie mich nicht unterbrechen.

Sie haben wohl gerade einen kleinen Scherz gemacht.

Muss auch sein, auch sein.

Wissenschaft mit Humor gewürzt, gewürzt.

Bitte, teilen Sie im Unterricht fort.

Um Himmels Willen, springen Sie das Theater weiter.

Der Oberschuler darf nichts merken.

Haben Sie keine Angst, Sie werden nicht bestrahlen.

Ich gebe Ihnen mein Wort darauf.

Wo waren wir stehen geblieben?

Wir sprachen von der Chemie des Ackerbodens.

Schon Friedrich der Große hat die Bedeutung dieses

Problemes klar erkannt.

Von ihm stammt der Ausbruch.

Wer es fertig bringt, zwei Halme wachsen zu

lassen, wo bisher nur einer wächst, der ist

größer als der größte Feldherr.

Und wederum war es ein Deutscher, der durch

seine wissenschaftlichen Forschungen die Grundlagen gelegt hat zu

unserer heutigen modernen Agräkulturchemie.

Wir können ihn gewissermaßen den Vater des Konstüngers

nennen.

Er studierte in Gießen, erfand das Chloral und

Chloroform, schuf neue Verfahren zur Analyse.

Sein Name ist allerdings mehr bekannt geworden durch

den nach ihm benannten berühmten Fleischextrakt.

Nun, wie heißt wohl dieser große Chemiker?

Maggi!

Liebig!

Liebig.

Wo kommen denn die jungen Mädchen her?

Die Mädchen?

Ja, gewissens.

Das ist die Oberklasse der Höhen- und

Mädchenschule von nebenan.

Ach, ich verstehe.

Sie machen den Versuch eines Gemeinschaftsunterrichts.

Sehr modern, aber nicht schlecht.

Nicht schlecht.

Bitte, mir Ihre Erfahrungen demnächst zu berichten.

Herr Kollege, sehr, sehr hübsch.

Bitte, fahren Sie fort.

Schön, sehr schön, Ackermann.

Eins bis zwei.

Setzen Sie sich.

Pfeifer!

Fahren Sie fort.

Wo steckt denn der wieder, dieser Borsche?

Im Pferd.

Schade, schade, schade, Herr Oberschollrat.

Ich hätte Ihnen so gern den größten Pflegel

unserer Anzahl vorgestellt.

Ich bin der Einzige, der mit ihm fertig

wird.

Danke, es genügt schon, Herr Kollege.

Sie können sich in Kürze auf eine erfreuliche

Mitteilung gefasst machen.

Ich finde seinen Unterricht ganz ausgezeichnet.

Wirklich frisch und originell, originell.

Wir können dann gehen.

Sie unverschämter Löwe.

Sie, Sie bodenloser Frechling.

Machen Sie, dass Sie hinauskommen.

Ich setze Sie vor die Tür.

Ackermann, holen Sie die Polizei.

Lockroben Sie die Feuerwehr.

Herr Direktor, sehen Sie denn nicht.

Verzeihen Sie, meine Herren, eine Frage.

Wer von Ihnen beiden ist denn der richtige?

Ich, Herr Oberschollrat, das sehen Sie doch.

Ich, Herr Oberschollrat, denn ich bin früher dagewesen.

Am besten wird es sein, die Herren machen

das unter sich aus.

Herr Direktor, gestatten Sie, dass ich mich jetzt

zurückziehe.

Mein Zug fährt ab.

Ich erwarte dann Ihren Bericht.

Herr Direktor, wir können uns kurz fassen.

Sie werden mir jetzt ein paar unfreundliche Worte

sagen und mich dann hochkantig hinausschmeißen.

Ich bin einverstanden.

Damit habe ich gerechnet.

Das habe ich verdient.

Das habe ich bezweckt.

Nein, Pfeifer, das ist ja alles viel schlimmer.

Ich kann Sie gar nicht von der Schule

verweisen.

Nicht das Geringste kann ich Ihnen tun.

Ich habe Ihnen ja mein Wort gegeben, Sie

nicht zu bestrafen.

Was?

Ich fliege immer noch nicht?

Was ist das hier für ein Murksbetrieb?

Was muss ich noch alles tun, dass es

endlich klappt?

Muss ich jetzt einen totschlagen?

Oder ihre Frau und Tochter entführen?

Jahren kannst du.

Ich halte zu dir, mit und ohne Abitur.

Bravo!

Ach Papa, wir wollen nämlich Schriftsteller werden.

Da wollen Sie wohl verhungern.

Ach, das ist uns ganz egal.

Wir schlagen uns schon durch, nicht wahr, Hans?

Ja, damit hätte ich es also doch noch

geschafft.

Ich gehe ab und bekomme meine Eva.

Ich, der Primana, Hans Pfeifer.

Bravo!

Übrigens, Herr Direktor, das hätte ich mal ganz

vergessen.

Hier ist mein Abiturientenzeugnis.

Und hier mein Doktordiplom.

Hier mein Literaturpreis.

Und das würde Sie besonders interessieren, lieber Schwiegerpapa,

meine letzten Verlegerabrechnungen und mein Einkommensteuerbescheid.

Himmels Willen, wenn das der Schriftsteller ist, dann

macht er aus uns am Ende noch einen

Roman oder gar einen ungezogenen Film.

Meine Herren, das ist bereits geschehen.

Aber Sie brauchen keine Besorgnissen zu haben.

Ich habe alles so stark übertrieben, dass kein

Mensch sie wiedererkennt.

Übrigens, ein solches Gymnasium, wie wir das hier

haben, mit solchen Magistern wie Sie und solchen

lause Jungs wie ich, das gibt es ja

gar nicht.

Ich will auch gerne öffentlich bekennen, dass ich

die ganze Geschichte von A bis Z erlogen

habe.

Die Schule, den Direktor, die Lehrer und die

kleine Eva.

Ja, sogar mich selbst habe ich erfunden.

Wahr an der ganzen Sache ist nur der

Anfang.

Die Feuerzangenbowle.

Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit

uns tragen, die Träume, die wir spinnen und

die Sehnsüchte, die uns treiben.

Damit wollen wir uns beschränken.

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