All language subtitles for Der bewegte Mann[de]

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Original subtitles

Sie sagt zwar

nein, das heißt oft beinahe so viel wie

ja.

Reiche sein, es kommt dabei drauf an, ob

der Mann es dann fühlt oder nicht.

Was ist denn?

Willst du mir die Dame nicht vorstellen?

Doro, ich kann das erklären.

Ach ja?

Das ist jetzt nicht so, wie du vielleicht

denkst, Doro.

Hör zu, Axel, mir reicht's.

Morgen Abend bist du raus aus meiner Wohnung,

klar?

Ob das klar ist?

Gut.

Habt ihr wenigstens Kondome benutzt?

Wohnungsschlüssel wirf bitte in den Briefkasten.

Schöner Gigolo, armer Gigolo, denke nicht mehr an

die Zeiten, wo du allzu sarr, goldverschnürt sogar,

konntest durch die Straßen reiten.

Hallo?

Hallo, Birgit, rat mal, wer hier ist?

Schöne Welt, du gingst in Fransen, wenn das

Herz dir auch bricht.

Hi.

Axel, wer bist du denn hier?

Na ja, ich wollte nur mal gucken, wie

es dir so geht.

Mensch, Axel, der Uro ist da drin, und

wenn der dich hier sieht, dann geht das

wieder von vorne los.

Ja, ich dachte ja auch eigentlich nur, dass

wir, ich meine...

Also, mach es gut.

Weißt du nicht, wenigstens eine Wohnung für mich?

Hallihallo, der Axel.

Axel, kleinen Moment, ja?

Ja.

Wenn das Herz dir auch bricht, sei kein

Lachen, dass du nicht tanzen und du musst

tanzen.

Die genaue Zeit, es ist neun Uhr.

Hier ist wieder R2 mit den Nachrichten.

Köln, in den frühen Morgenstunden explodierten zwei Atombomben

in der Innenstadt.

Entschuldigung.

In den frühen Morgenstunden explodierten zwei Autobomben in

der Innenstadt.

Menschen wurden dabei nicht verletzt.

In einem Bekennerbrief machte sich die Nationalrevol...

Die Nationalrevol...

Entschuldigung.

Die Nationalre...

Waltraud.

Tach, Norbert.

Habe ich dich beim Onanieren gestört?

Mein Plattenspieler ist weg.

Dein was?

Der CD-Player auch.

Die ganze Anlage ist weg.

Jetzt mal langsam.

So was löst sich doch nicht in Luft

auf.

Wo ist denn dein Punker?

Keine Ahnung.

Heut Nacht war er noch da.

Oh nein, das glaube ich einfach nicht.

Vielleicht hat er sich die Sachen auch nur

rausgeliehen.

Norbert, was lernst du eigentlich?

Als du dich in diesen Typen in Kopenhagen

verknallt hast, bist du gleich zu ihm geflogen,

hast ihm die ganze Wohnung tapuziert.

Als du fertig warst, hat er dich vor

die Tür gesetzt.

Da hast du dumm gelaufen.

Na und wenn Fränzi nicht die ganze Nacht

auf dich eingequatscht hätte, wärst du doch für

den Zeugen Jehova auf die Straße gegangen, hättest

einen Wachturm verteilt.

Fernseher ist auch weg.

Ihr wollt also hier mit dem Fitnesstraining anfangen?

Habt ihr vorher schon mal Sport getrieben?

Im Fitnesscenter oder so?

Nein, aber ich bin Vegetarier.

Überhaupt nichts?

Nicht irgendein Training?

Bei uns ist nur der Schließmuskel trainiert.

Also kein Sport.

Okay, dann starten wir mal das Aufbauprogramm.

Komm mit.

Ob das so eine gute Idee war?

Klar Mensch, ein paar Muskeln kann doch jeder

gebrauchen.

Und die erotische Komponente dabei ist doch ordentlich

zu verleugnen.

Und Fränzchen hatte schon befürchtet, du gehst jetzt

unter die Heteros.

Ah, ich sag dir, das ist vielleicht schrill.

Jetzt mach's nicht so spannend.

Also, kürzlich war ich mal seit Urzeiten wieder

im Schulz.

Und da hing da so ein Zettel am

schwarzen Brett.

Männergruppe sucht Homosexuellen, der Lust hätte, sich an

den Gruppenabenden zu beteiligen und von seiner Homosexualität

zu erzählen.

Da hab ich mir gedacht, Waltraud, das wird

ein Spaß.

Männergruppe, das war doch in den 70ern.

Eben, die sind ja jetzt wieder angesagt.

Jedenfalls sind da fünf Typen.

Einer sieht ganz passabel aus.

Und die bequatschen ihre Probleme, die sich aus

ihrer Rolle als Mann ergeben.

Meistens geht's ja bei ihr um Frauen.

Logo.

Da haben die echt Last damit.

Einer zum Beispiel, der wurde von seiner Frau

beim Onanieren im Badezimmer erwischt.

Der hat jetzt tierische Schuldgefühle.

Das ist alles höllisch interessant.

Ich dachte, du sollst denen was erzählen.

Tu ich ja auch.

Zwei Lektionen haben wir schon hinter uns in

der ganzen Tralala.

Du, am meisten Probleme haben die mit Analverkehr.

Bei dem Thema, da werden die ganz nervös.

Die krampfen sofort die Rosette zusammen.

Als ob die ihre Frau nicht auch...

Na, aber dich bitte ich, wo denkst du

hin?

Die wollen natürlich alle.

Aber das ist ja der heikle Punkt.

Das ist nämlich frauenfeindlich.

Ach.

Was hast du denn?

Ist schwindelig.

Bist ganz blass im Gesicht.

Ich glaub, ich krieg einen Kreislaufkollaps.

Ey, Trainer!

Mein Kumpel hier kriegt einen Kreislaufkollaps.

Was ist los?

Der hat einen Kreislaufkollaps.

Was?

Zu schwer gehoben.

Beim Fahrradfahren?

Ey, Franz, komm ins Heer, guck dir das

an.

Da ist einer beim Radfahren zusammengebrochen.

Wer denn?

Der Junge da.

Das siehst du schon an der Körperhaltung.

Du musst was tun, sonst klappst du mit

40 zusammen.

Ganz in Ruhe, ganz entspannt.

Vielleicht in der Badewanne.

Ein bisschen Gleitcreme auf den Finger.

Einfach mal ausprobieren.

Also, ich hab keine Badewanne.

Nur eine Dusche, ne?

Machst es eben auf dem Teppich oder im

Bett.

Jetzt sagt los, du hast auch kein Bett.

Was?

Entschuldige mal!

Ich hab überhaupt keinen Bock, mit dem Finger

hinten reinzustecken.

Beim Onanieren, ne, da hat mich meine Freundin

schon mal erwischt.

Ja, beim nächsten Mal ertappt sie mich mit

dem Finger im Hintern, oder was?

Nur die Ruhe, Lutz.

Keine Aggressionen, bitte.

Okay, Jungs, wechseln wir das Thema.

Ich hab gedacht, es interessiert euch.

Na gut.

Sag mal, wie war das nochmal mit dem

vaginalen und klitoralen Orgasmen?

Ich hab das noch nicht ganz kapiert.

Du willst schon so einen Arm nehmen?

Ach, das muss Axel sein.

Ist das der, den seine Freundin rausgeschmissen hat?

Genau der.

Also, kein falsches Wort jetzt, ja?

Ich schiss jetzt.

Sprechen wir ihn drauf an, oder nicht?

Also, ich weiß nicht, weil wir kennen den

doch gar nicht, ne?

Ist doch egal.

Über sowas muss doch geredet werden.

Na, wozu ist sonst eine Männergruppe da?

Ich denke, wir sollten ihn in Ruhe lassen,

ne?

Also, ich finde, da hat der Klaus-Dieter

recht, weil wenn er darüber sprechen will, dann

wird er schon sagen, ne?

Da auf dem Kalbfell ist noch ein Plätzchen

frei.

Tja, das ist Axel.

Rüdiger, Lutz, Klaus-Dieter, Dirk und das ist

Walter von der schwulen Gruppe Ehrenfeld.

Hi.

Hallo.

Tja, Axel und ich haben uns ewig nicht

gesehen und er schläft heute hier.

Leider geht's nur diese eine Nacht, Axel, weil

morgen kommen meine Eltern zu Besuch.

Ja, ist okay.

Vielleicht kann ich ja einen Koffer hier lassen,

bis ich was gefunden hab.

Klar.

Ich weiß auch keiner in der Wohnung.

Wo waren wir stehen geblieben?

Ja, wir sprachen gerade über Finger im Hintern

und so.

Nein, entschuldige, Klaus-Dieter, aber wir sprachen doch

gerade davon, dass wir nicht mehr über Finger

im Hintern reden wollten.

Richtig.

Der Walter hat wissen wollen, wie das mit

dem vaginalen und dem klitoralen Orgasmus ist.

Gell, Walter?

Was?

Oh, ich hab gerade nicht zugehört.

Ähm, Günther, kann ich mir ein Brot machen?

Ich hab ziemlich einen Hunger.

Ja, klar.

Steck das in der Küche, bedien dich.

Aber Walter, du musst uns jetzt schon sagen,

ob du wirklich an weiblicher Sexualität interessiert bist.

Natürlich, das interessiert mich brennend.

Ja, und was willst du jetzt so genau

wissen?

Wie ist das mit der vaginalen Klitoris?

Das, ähm, zum Beispiel.

Die Sache ist so, für eine Frau gibt

es im Prinzip zwei Möglichkeiten, den Orgasmus zu

erreichen.

Erstens über die Klitoris, das ist wohl die

gängigste Methode.

Dabei wird der sogenannte Kitzler vom Penis des

Mannes gerieben und äh...

Nein, entschuldige bitte nochmal, Klaus-Dieter.

Aber nicht unbedingt nur vom Penis, ne?

Entschuldigung, ich muss mal dringend aufs Klo.

Nein, natürlich nicht nur vom Penis, Entschuldigung.

Als wenn es für die Frau nur den

Penis gäbe, also wirklich.

Muss man denn gleich so schlecht drauf sein,

wenn einem die Frau abhaut?

Ich glaube nicht, dass du als Homosexueller das

beurteilen kannst.

So, glaubst du?

Wie lange wart ihr denn zusammen?

Drei Jahre.

Na klar, ihr Heteros macht ja immer gleich

ein Auf-End-Los.

Und?

Sie kriegt die Einbauküche, du die Ledergarnitur?

Jeder hat seinen eigenen Kram.

Na ja, wenn du willst, kannst du gerne

bei mir ein paar Tage unterkommen.

Lass mal gut sein.

Ach so, du als Heteromacker hast was gegen

Schwule, oder?

Hab ich nicht.

Ich sag immer, jeder soll auf seine Weise

glücklich werden.

Na bitte.

Schreib dir mal meine Nummer auf.

Die von meinem Kumpel Norbert.

Bei dem bin ich öfter.

Für alle Fälle.

Ich hab gekündigt.

Gut.

Ich denke eben, dass es besser ist, wenn

wir uns bei der Arbeit nicht immer über

den Weg laufen.

Ja, stimmt.

Und wo ist der Schlüssel?

Was für ein Schlüssel?

Der Wohnungsschlüssel.

Du wolltest den Schlüssel in den Briefkasten schmeißen.

Der Schlüssel.

Hab ich vergessen.

Hast du Hunger?

Du siehst schlecht aus.

Na, wie seh ich denn aus?

Ohne Pumps wie ein verkleideter Mann, Franzi.

Waldrad wie gemalt.

Seid doch nicht so empfindlich.

Welche Schuhe soll ich denn anziehen?

Die stehen doch eh nur, die hässlichen Holzklepper.

Ich finde, man macht sowieso viel zu viel

Aufwand für so eine blöde Party.

Und dann ausgerechnet in Bel-Air.

Da laufen doch sowieso nur Langweiler rum.

Können wir nicht bald losgehen?

Wir passen wie noch die Show.

Welche Show?

Tina Trümmer hat gedroht, auf die Bühne zu

gehen.

Gehst du mal, Waltraud?

Ach, ich wette, dass Karsten und ich ihn

abholen können.

Waltraud?

Ja, hier ist der Axel.

Ich hätte gern den Walter gesprochen.

Oh, Augenblick.

Ich schau mal nach, ob er da ist.

Walter!

Hallo, hier ist Walter.

Hallo Walter, hier ist Axel.

Oh, hallo Axel.

Sag mal Walter, steht dein Angebot noch?

Mit der Wohnung meine ich.

Klar steht das noch, klar.

Wann dachtest du denn, dass...

Ja, also ich hab gedacht, wenn es dir

nichts ausmacht, vielleicht sogar schon heute?

Macht mir gar nichts aus.

Gern.

Ich bin nur gerade...

Ich bin gerade auf dem Weg zu einer

Party.

Kann ziemlich lange dauern.

Hey, warum kommst du nicht einfach mit?

Ja, warum komm ich nicht einfach mit?

Wo ist denn die Väter?

Kennst du den Parkplatz am Underground?

Ja.

Am besten treffen wir uns dort.

Dann bin ich in einer halben Stunde da.

Ach, das find ich riesig.

Also bis gleich.

Tschüss.

Was ist denn nun los?

Der Hetero kommt.

Hetero?

Was für ein Hetero?

Na, diese superscharfe Sahneschnitte aus meinem Psychomännerclub.

Wo ist denn der Nagellackentferner?

Oh, scheiße, ich krieg eine Krise.

Wie?

Schminkst du dich jetzt wieder ab, oder was?

Natürlich schmink ich mich wieder ab.

Wenn er mich in diesem Aufzug sieht, kann

ich ihn ja gleich von der Backe putzen.

Du bist verliebt.

Sie ist verliebt.

Übrigens heiße ich heute Abend Walter und nicht

Waltraud.

Bitte merkt euch das.

Walter?

Wieso Walter?

Weil ich eben so heiße.

Basta.

Sie heißt Walter und sie ist verliebt.

Wie seh ich aus?

Wie eine verkleidete Tunte.

Blöde Tuppen.

Hallo, Walter.

Hallo, Mädels.

Hallo.

Hallo.

Das ist Norbert, Fränzchen, Mädels, das ist Axel.

Tag, Axel.

Jetzt geht's los.

Ach, guck, die Prominenz kommt.

Altraud!

Sie heißt jetzt Walter.

Ich hab schon gedacht, ihr kommt nicht mehr.

Was hast du denn da mitgebracht?

Das ist Axel.

Axel, das ist Else, die Gastgeberin.

Hallo.

Ist mir nicht böse, dass ich nur einfach

mitgebracht habe.

Ach, hör doch auf.

Wenn du von der Sorte noch ein paar

aufgeladen hast, schmeiß ich die Tunten alle raus.

Dann machen wir eine Privatorgie.

Hey, Norbert, wer ist denn der Typ da

hinten bei Waltraud?

Solche Männer bringen mich immer aus der Fassung.

Hm, blond und blauäugig.

Ich bin schon ganz feucht.

Ich weiß nur, dass er Axel heißt und

heterosexuell veranlagt ist.

Ach ja?

Wie tragisch.

Na, amüsierst du dich?

Geht so.

So ein bisschen ungewohnt für dich, hm?

Die gucken alle so komisch.

Das leckt sich wieder.

Wie wär's mit einem Salat oder so?

Ich geh grad zum Buffet.

Soll ich dir was mitbringen?

Nein, danke.

Okay.

Sekündchen, Sekündchen, meine Lieben.

Haltet mal ganz kurz zu und haltet eure

Tratschmäuschen, ja?

Ich hab nämlich zwei gute Nachrichten für euch.

Also als erstes, Tina Trümmer ist leider ganz

kurzfristig krank geworden und kann deshalb heute nicht

auftreten.

Naja, stattdessen hab ich die ganz, ganz große

Ehre, euch eine liebe alte Bekannte von ihr

vorzustellen.

Ich mache diese Tellermine jetzt frei für Monty

Arnold!

Applaus gilt natürlich auch für meinen lieben Kollegen

Herrn Dr. Berti.

Ich hab ihn geschenkt bekommen, als das DFF

-Fernsehballett aufgelöst wurde.

Herr Dr. Berti, das wäre Ihr Einsatz gewesen.

Na, wie gefällt's dir auf deine ersten Schwulen

-Fete?

Naja, ein bisschen ungewohnt.

Es sind keine Frauen hier.

Stimmt.

Weißt du, was ich jetzt mache?

Was?

Ich vergesse jetzt die ganze Scheiße mit Doro

und sauf mir so richtig einen ab.

Siehst du, so gefällst du mir.

Was ist

denn das braune in der Schale da?

Das ist original französisches Mousse au Chocolat.

Vom feinsten.

Oh, geil.

Gibst du mir mal einen von den großen

Tellern da?

Übrigens, Axel schläft heute Nacht bei mir hier.

Was, im Ernst?

Nein, im Bett.

Er hat gerade keine Wohnung, will sich heute

Nacht einen ansaufen.

Na, wenn schon.

Er wird besoffen, neben dir liegen und fürchterlich

schneiden und du machst vor Aufregung kein Auge

zu.

Stimmt.

Ich gebe zu, ich platze vor Neid.

Ist er nicht niedlich?

Ich habe den schweren Eindruck, dass er bi

ist.

Wird mich jedenfalls nicht wundern.

Was ist das denn?

Das schmeckt ja ekelhaft.

Liebe Prostete.

Was ist denn da los?

Ich kann nicht.

Du kannst nicht?

Wieso das denn?

Tut mir leid, ich kann nicht.

Hast du, ich meine, hast du irgendwie ein

Problem?

Wir können doch vorher drüber sprechen.

Nee, ich habe kein Problem.

Ich gehe jetzt nach Hause.

Das habe ich ja gern.

Erst einen ganzen Abend schlafen und wenn es

darauf ankommt, kneifen.

Ihr Weiber denkt immer, ihr seid die Einzigen

auf der Welt, die Probleme haben.

Ich habe auch Probleme und will trotzdem mit

dir schlafen.

Wie stehe ich denn jetzt da?

Der Freitagabend ist noch gelaufen oder meinst du,

ich ziehe nochmal los und reiße eine andere

auf?

Arschloch.

Jetzt hat er mich genug auf meine Kosten

gefreut.

Jetzt soll er nach Hause, die Köchin, ja?

Sag mal, hast du eigentlich Haare auf der

Brust?

Haare?

Ich habe Fell.

Echt?

Zeig mal.

Finger weg.

Dann hier drauf wirst du wohl nachher aus

der Hose helfen müssen.

Ich habe auch Haare auf der Brust.

Zeige ich dir aber auch nicht.

Jetzt reicht es.

Axel, komm, wir gehen nach Hause.

Mit dir gehe ich nicht nach Hause, du

willst nur mit mir ins Bett.

Genau, Waltraut will nur mit dir ins Bett.

Quatsch.

Finger weg.

Du sollst doch nur bei mir übernachten, von

mir aus auf dem Sofa.

Glaub ihr kein Wort.

Also fahren wir jetzt oder was?

Genau, ich schlafe heute Nacht bei Norbert.

Was?

Was?

Wieso bei mir?

Also pass mal auf, Axel, du brauchst überhaupt

keine Angst haben.

Waltraut will überhaupt nichts von dir.

Ich schlafe heute Nacht bei dir, Norbert, weil

du bist echt in Ordnung.

Und wenn schon.

Er wird besoffen neben dir liegen und fürchterlich

schnarchen.

Und du machst vor lauter Aufregung kein Auge

zu.

Gute Nacht, die Damen.

Lauf geradeaus, Axel.

Immer geradeaus.

So, setz dich.

Das ist das Sofa.

Zieh die Jacke aus.

Blöd.

Weißt du eigentlich, warum ihr Schwulen es besser

habt als wir normal?

Da bin ich ja mal gespannt.

Weil ihr keinen Ärger habt mit Frauen, weiß

ich.

Dafür müssen wir uns mit Männern rumärgern.

Ist auch nicht viel komischer.

Frauen sind schlimmer.

Meiner Meinung nach sollten hetero Männer schwul werden

und Frauen in die Weltpolitik.

Das ist der einzige Weg, diesen Planeten zu

retten.

Warst du eigentlich mal beim Bund?

Um Gottes Willen.

Ich schon.

Damals haben wir wochenlang keine Frau zu Gesicht

bekommen.

Kannst du dir vorstellen, wie beschissen das ist,

wochenlang keine Frau zu Gesicht zu bekommen?

Nö.

Hat man in unserer Kompanie.

Alfons ist der.

Das war ein richtiger Künstler.

Der konnte total gut tätowieren, willst du mal

sehen?

Nicht schlecht, was?

Hallo Norbert.

Hallo Fränzchen, du störst überhaupt nicht.

Es tut mir leid, ich habe meine Wohnungsschlüssel

verloren.

Kurt ist nicht zu Hause.

Falls das bedeuten soll, dass du heute hier

übernachten willst, das passt mir im Moment gar

nicht.

Wieso?

Axel ist hier.

Ja, das ist mal wieder typisch.

Kaum ist eine Schnitte im Spiel, werden die

besten Freunde vor die Tür gesetzt.

Na ja, schlafe ich eben auf die Parkbank.

Ja, schon gut.

Ich will ja gar nichts von deinem Hater.

Axel, Fränzchen schläft heute Nacht auch hier.

Ich schlage vor, du schläfst bei mir im

Schlafzimmer und Fränzchen hier auf der Couch, ja?

Ist vielleicht eine Decke, dann schlafe ich hier

auf der Couch und der Typ da im

Bett.

Ja, ich habe eine Decke, aber die ist

furchtbar dünn, da wirst du frieren.

In meinem Bett habe ich frisch bezogene Daunendecken.

Wollig warm, richtig warm.

Wenn ich jetzt etwas vermaselt habe, dann tut

es mir echt leid.

Vergiss es.

Also er meinte, dass er Frauen im Bett

am besten kennenlernen würde.

So ein Typ, ja.

Aber ich hatte es nötig, verstehst du?

Ich habe seit drei Jahren nur mit Axel

geschlafen.

Ja, wirklich.

Also bin ich mit zu ihm, warum nicht?

Ich meine, dumm fickt gut, sagt man doch,

oder?

Na ja.

Na ja und als es losging, konnte ich

nicht.

Es ging nicht, ich musste an Axel denken.

Ich war einfach viel lieber mit ihm ins

Bett gegangen.

Ich hänge immer noch an dem Arsch.

Oh, scheiße.

Ich bin dann nach Hause, aber er war

natürlich nicht da.

Hat er denn schon alle Sachen mitgenommen?

Nee, nur das Nötigste.

Ich habe mich ins Bett gelegt und gehofft,

dass er noch kommt.

Ach, der wird schon wieder auftauchen.

Verdammte Scheiße, alle meine guten Vorsätze, mich von

Axel zu trennen, sind mal wieder über den

Haufen.

Aber das Beste kommt noch.

Meine Tage sind seit einer Woche überfällig.

Oh, scheiße.

Du bist doch nie etwa dabei, dich in

den Typen zu verlieben, oder?

Wie kommst du denn da drauf?

Sonst kommst du nicht vor.

Mittag hast du deine Mantel und jetzt laufst

du schon am Morgen durch die Landschaft.

Neue Hose, schickes Hemd, das gute Porzellan-Service.

Blödsinn.

Morgen.

Habt ihr vielleicht mal einen Aspirin oder sowas?

Moment, ich schau mal eben.

Moment.

Ja.

Kein Wunder, in der Buhle waren vier Flaschen

Wodka und du hast die halbe Schüssel leer

gemacht.

Wer seid ihr überhaupt?

Also ich bin Fränzchen, ich war gestern das

Gazing-Mädel mit den Klumpen und sie war

die Rosa Rose.

Und wieso bin ich hier?

Naja, eigentlich solltest du bei Walter übernachten, aber

durch gewisse Umstände.

Ja.

Oh, Fränzchen, kommst du nicht zu spät zu

deiner Verabredung?

Meine Ver...

Ja, meine Verabredung.

Ich bring' die schon zur Tür.

Ich kenne diese Typen, Norbert.

Wenn die Probleme mit ihren Frauen haben, dann

lassen die sich von den Schulen draußen.

Weil die so nett und verständlich so sind.

Aber kann man mit dir wieder eine Frau?

Ja, ja, ja, ja, ok, ok, ok.

Gab dich wohl.

Kann ich mal bei dir duschen?

Was?

Klar, natürlich kannst du bei mir duschen.

Das Bad ist gleich da hinten.

Sag mal, wie war denn das genau mit

Walter?

Das war ein bisschen peinlich, weißt du.

Du hattest Angst, dass Walter was von dir

will.

Na ja, dann hast du hier geschlafen.

Und Walter ist jetzt ein bisschen...

sauer.

Auf mich?

Das war ja typisch.

Was meinst du, ist aber sowas sehr unzündlich.

Wie?

Was?

Aber wenn sowas sehr empfindlich ist.

Kann man wohl sagen.

Na ja, aber eine schöne Bude hast du.

Gibst du wirklich?

Die Lampen habe ich übrigens alle selber gebastelt.

Schön.

Hast du Atmung für sowas?

900.

Warm.

Na ja, Doro und ich hatten auch keine

schlechte Bude.

Ich meine, wenn es dir was hilft, kannst

du ruhig ein paar Tage hierbleiben.

Die Wohnung ist ja groß genug.

Nee, danke.

Ich würde dir sowieso nur auf den Keks

gehen.

Quatsch.

Alleine kommst du nur mies drauf.

Und wenn es schief geht, ziehst du eben

wieder aus.

Wir könnten zusammen einkaufen, kochen.

Bisschen ficken?

Na ja, ich denke mal drüber nach.

Ich werde porös.

Kleines Fräulein, einen Augenblick.

Halten Sie mal still.

Bleiben Sie mal stehen.

Lassen Sie mal sehen.

Ja, so wird das gehen.

Kleines Fräulein, einen Augenblick.

Denn was ich nun will, dauert nur bis

drei, schon ist es vorbei und es ist

geschehen.

Einmal Kino, bitte.

Natürlich Kino.

Juklitz on the Block oder heißes Schinkelblut, junger

Töchter.

Achsel.

Was machst du denn hier?

Ich schreibe gerade an einem Referat für unsere

Männergruppe.

Über das Rollenverhalten des Mannes in der kommerziellen

Pornografie, da muss ich mir sowas ja wohlunterübelnd

mal ansehen.

Und du, was traust dich denn hier?

Mich?

Dasselbe.

Ich meine, das glaubt man ja nicht, wenn

man das nicht selber mal gesehen hat.

Ist es nicht erscheinend, was da mit den

Frauen gemacht wird?

Ich verstehe nicht, wie man sowas erotisch finden

kann.

Pack dir mal aus.

Also, ich habe genug gesehen, ich gehe jetzt.

Und du, willst du etwa noch hierbleiben?

Ich bin doch gerade erst gekommen.

Ja, ich auch.

Aber mir ist schon ganz übel davon.

Stimmt, mir wird auch übel.

Ich komme besser mit raus.

Ungeheuerlich.

Ja.

Also, mach's gut, ne?

Vielleicht sehen wir uns in der Männergruppe?

Ja, ich gucke dann mal.

Ach ja, der Schwule hat angerufen, dass er

nicht mehr kommt.

Hat keine Gründe genannt, aber ich bin ganz

froh.

Irgendwie war der nervig, ne?

Ja, also, bis dann, ne?

Tschüss.

Ja, mach's gut.

Nochmal die heißen Schändel, bitte.

Und, siehst du schon was?

Positiv.

Ja, ist positiv.

Siehst du nicht da den rosen Punkt?

Das bildest du dir ein.

Das bilde ich mir nicht ein.

Ich habe diesen Test schon 15 Mal gemacht.

Ich weiß, wovon ich rede.

Man sieht doch erst nach einer Stunde was.

Ja, und?

Ist doch jetzt eine Stunde.

Nee, noch vier Minuten.

Vielleicht bildet sich der Punkt ja wieder zurück.

Du bist schwanger, Doro.

Hurra.

Hi.

Du hast mich vielleicht erschreckt.

Was ist das denn?

Das ist jemand nass.

Keine Angst, der schreit nicht so oft.

Der ist nur aufgeregt vom U-Bahn-Fahren.

Wie herzig.

Ich habe dir einen Spinnstreu geräumt.

Da kannst du deine Sachen reinstecken.

Alles klar.

Was hast du denn in dem Koffer da?

Bist du Fotograf oder sowas?

Ich wollte mal einer werden.

Im Augenblick fotografiere ich Spiele für den Möbelhauskatalog.

Hübsch ist er ja.

Das muss man ihm lassen.

Wer?

Der Vogel.

Ja.

Ich stelle ihn mal Richtung Fenster.

Da kann er rausgucken.

Ja.

Doro hat mir den mal geschenkt.

Ich hänge total an dem.

Der ist voll gut drauf.

Nur reden kann er nicht.

Aber das bringe ich mir auch noch bei.

Der ist nämlich total intelligent, weißt du?

Wenn der raus will, hat der einen super

Trick drauf.

Dann stellt er sich tot.

Oh, oh.

Das dauert ewig, bis wir den wieder haben.

Und der jetzt wieder fest bei dir, oder

was?

Nein, der bleibt nur noch ein paar Tage,

weil er hat im Moment keine Wohnung.

Oh Gott, mir kommen die Tränen.

Waltraut soll nicht nachtragen.

Der hat sich ihm schuldig.

Hast du mal Feuer?

Weißt du auch noch, wo hier das Klo

ist?

Danke.

Los, komm, Norbert, wir hauen ab.

Wieso das denn?

Wir sind doch gerade erst angekommen.

Also, ich bleibe keine Sekunde länger in dem

Laden hier.

Was ist denn passiert?

Das erkläre ich dir dann auf dem Heimweg.

Er will nach Hause?

Wieso das denn?

Es ist doch erst elf.

Wir nehmen die U-Bahn, du weißt Bescheid.

Lass ihn doch alleine fahren.

Mein Gott, wenn Herr Axel will, müssen alle

mit, oder was?

Das regt dich ab.

Er wollte dich anmachen da oben.

Wenn er mich anmachen will, warum fragt er

mich dann nicht, ob ich ein Bier mit

ihm trinke, oder sowas?

Warum muss er mir gleich sein Riesenlödel zeigen

und dann noch auf den Klo?

Soll er ihn dir auf der Tanzfläche zeigen?

Nein.

Na, also.

Was ist denn hier los?

Scheiße, das war schier was Nettes.

Oh, nein.

Das gibt's doch nicht.

Mal platzen.

Guck dir mal den Fikus an.

Tut mir leid, das macht er ganz selten.

Die Wälder sterben, die Flüsse sind vergiftet, überall

Atomkraft und du willst auch noch Kinder in

die Welt setzen.

Na, Bravo.

Fang bloß nicht so an, ja?

Und dann noch von diesem Arsch.

Ich fass es nicht.

Hast du mit ihm schon über Kohle gesprochen?

Na, Tobi sucht ihn schon seit Tagen, aber

keiner weiß, was steckt.

Na, und wenn ich ihn finde, dann werde

ich wohl erst mal mit ihm über das

Heiraten reden.

Was?

Das gibt's doch einfach nicht.

Du willst doch dieses Arschloch nicht auch noch

heiraten.

Sag mal, bist du noch zu retten?

Jetzt reicht's aber, Jutta.

Wenn ich ihn ein Arschloch nennen darf, dann

bin ich das, verstanden?

Na, bitte, von mir aus.

Außerdem hat der Arzt gesagt, wenn ich noch

mal abtreibe, dann kann ich wahrscheinlich keine Kinder

mehr kriegen.

Das will ich einfach nicht riskieren.

Doro, dieser Typ hat dir in den letzten

Jahren nichts als Ärger gemacht.

Wie war das noch, als er mit dieser

Disko-Schlampe monatelang hinter deinem Rücken rumgefödelt hat?

Er hat ja eingesehen, dass er Fehler gemacht

hat.

Doro, ist dir eigentlich klar, dass dieses Kind

dein Leben von Grund auf verändern wird?

Da ist nichts mehr mit abends in die

Kneipe oder ins Kino gehen.

Da ist nur noch dieses Kind angesagt, und

zwar von morgens bis abends.

Das stimmt, Doro.

Aber, ich meine, wenn ihr mal ausgehen wollt,

ich spiele gerne den Babysitter.

Ach ja, das wollte ich auch gerade vorschlagen.

Ich meine, wenn mal Lothar Mannes...

Ich hab's zuerst gesagt.

Kann ich mal sehen?

Gefallen Sie dir nicht?

So.

Sehr.

Du machst nicht mehr aus dir als ein

Möbelfotograf.

Robert, jetzt muss endlich den Wagen stehen.

Komm, wir gehen was essen.

Hier gibt's ein super Steakhaus.

Das wird auf die Dauer zu teuer.

Außerdem macht selber kochen auch viel mehr Spaß.

Guck dich doch mal um hier.

Die ganzen Gewürze kannst du selber zusammenstellen, ausprobieren.

Na toll.

Hast du überhaupt schon mal was gekocht?

Natürlich.

Kaffee, Eier...

Ja, dann wird's aber Zeit.

Komm, pack einfach mal was in den Einkaufswagen.

Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Was denn?

Jetzt pass mal auf.

Erstens bin ich Vegetarier.

Zweitens kann ich kein Blut sehen.

Und drittens kommen mir tote Tiere schon aus

Prinzip nicht ins Haus.

Was sollen wir dann essen?

Grießbrei vielleicht?

Oder Apfelkompott?

St. Pierre auf Beurre Blanc.

Und jetzt?

Schneiden.

Und wie?

So ungefähr.

Sag mal, hast du zufällig eine Tageszeitung wegen

der Wohnungsanzeigen?

Ja, ich hab eine abonniert, aber die wird

ja immer geklaut.

Ach, wer glaubt in die Zeitung?

Woher soll ich das wissen?

Ja, und was machst du dagegen?

Was soll ich denn machen?

Ja, wehr dich doch mal.

Wie denn?

Soll ich mich etwa um fünf Uhr morgens

auf die Dauer legen?

Womit hab ich das verdient?

Was willst du?

Wir mussten doch nicht mal extra aufstehen, weil

man noch gar nicht im Bett war.

Dein Pierre war übrigens hervorragend.

Da freut sich doch die Hausfrau.

Ja, jetzt reiß dich mal ein bisschen zusammen.

Tu ich ja.

Aber was machen wir, wenn er die Zeitung

erst um neun klaut?

Ja, wohin bis neun hier?

Scheiße.

Was?

Ich hab grad an Doro gedacht.

Sag mal, hast du eigentlich noch nie was

mit ner Frau gehabt?

Doch.

Irgendwas war da mal.

Da war ich siebzehn oder so.

Ist jedenfalls schon verjährt.

Also ich lag mit dieser...

Marion, glaub ich, hieß sie.

Also wir lagen zusammen im Schlafsack und ich

dachte, naja, jetzt erwartet sie sicher von mir,

dass ich irgendwas mache.

Und dann bin ich ihr mit dem Finger

in die Mühse und sie fing dann mit

ihren spitzen Fingernägeln bei mir rum zu murksen.

Das fand ich nicht sehr erotisch.

Und nach drei Minuten haben wir es gelassen.

Das war alles?

Ja.

Und ich glaub nicht, dass ich irgendwas verpasst

hab.

Ihr Heteromänner habt nämlich alle ein Mutterkomplex.

Ach ja.

Ja.

Ihr wollt am liebsten alle zurück in Mammis

Bauch und weil das nicht geht, wollt ihr

wenigstens mal mit dem Pimmel reingucken.

Das ist jedenfalls meine Theorie von Heterosexualität.

Ich hab übrigens nem Freund von mir deine

Fotos gezeigt.

Der ist Herausgeber von so ein paar Zeitschriften.

Du hast was?

Na, irgendeiner muss es doch machen.

Du hättest mich ja wenigstens mal fragen können.

Stimmt.

Jedenfalls fand er sie klasse und hat ein

paar Aufträge für dich.

Um drei Uhr hast du einen Termin, Adresse

geb ich dir später.

Moment mal ganz langsam, du bist...

Psst.

Wer wohnt im ersten Stock?

Manfred Beker.

Und?

Ich würd's ihm zutrauen.

Ey, das ist ein Missverständnis.

Ich wollte nur mal reingucken wegen dem Fernsehprogramm.

Und deshalb...

Jetzt hör mal gut zu, du Penner.

Ich wohne jetzt auch hier und wenn ich

morgens keine Zeitung hab, krieg ich ne Krise.

Solltest du also in Zukunft hier vorbeikommen und

der Briefkasten ist leer, geh lieber eine kaufen

und steck sie da rein.

Weil wenn sie das nächste Mal weg ist,

werd ich dich persönlich dafür verantwortlich machen.

Ist das klar?

Klar.

Gut.

Das hast du schön formuliert, Axel.

Also ich steh da an der Wursttheke und

seh da eine neue Verkäuferin.

Ganz junge Frau, vielleicht Auszubildende.

Und die hatten ziemlich großen Busen.

Also richtig große Brüste.

Und ich denk, Herrgott, zack, das Mädle hat

vielleicht dicke Titten.

Also wörtlich, ich hab nicht denkt, Gott, die

junge Frau hat einen großen Busen.

Ich hab wirklich denkt, heiliges Blechle.

Die Kleine hat vielleicht dicke Titten.

Und das nach zwei Jahren Männergruppe.

Ich hab mich geschämt.

Auch von mir selbst.

Und in dem Moment komm ich auch noch

dran.

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Ich bestell Fleischwurst, obwohl ich gar keine Fleischwurst

mag.

Fleischwurst gleich Fallosymbol, ist ganz klar.

Nein, entschuldige, Dirk.

Aber meiner Meinung nach liegt das Problem ganz

woanders.

Nämlich bei diesem Zusammenhang.

Wurst, große Brüste.

Das hat wahrscheinlich irgendein Kindheitstrauma bei dir freigelegt.

Rüdiger, hat deine Mutter irgendein besonderes Verhältnis zu

Würsten?

Wie hättest du reagiert, wenn sie statt Wurst

Fisch verkauft hätte?

Fisch?

Wieso Fisch?

Hallo, Axel.

Na Männer, wieder an Probleme wälzen?

Was ist denn mit dir los?

Strahlt's ja wie ein Honigkuchenpferd, ne?

Ja, mir geht's ja auch wieder gut.

Ich hab eine neue Wohnung und einen neuen

Job.

Und jetzt brauch ich nur noch den Koffer.

Also, macht's gut.

Ach, Klaus Dietzer.

Wenn du dein Referat hältst über die heißen

Schenkelblut junger Töchter, ruf mich vorher an, es

interessiert mich.

Was für ein Referat?

Der Axel hat recht.

Was ist denn so schlimm an dem Wort?

Man muss doch nicht alles dramatisieren.

Titten.

Titten, Titten, Titten.

Und jetzt?

Hartwigstrasse.

In Nippes?

Ja.

Und wenn sie zu Hause ist?

Nee, die ist am Arbeiten.

Außer dem Diaprof, hörst du nix mehr hier?

Nee.

Das gehört alles Doro.

Wo steht er denn?

Drüben.

Da waren

wir an der Südküste.

Zu der Zeit gab's noch richtig tolle einsame

Strände.

Jetzt guck dir die Figur an.

Hat sie nicht eine tolle Figur?

Aha, das war in Bergen, das war genial.

Wir haben in so einer einsamen Hütte geschlafen.

Die war ganz oben auf dem Berg, da

kommst du mit dem Auto gar nicht hin.

Ja, also die Rucksäcke aufgeschnitten, haben uns erstmal

eine Stunde zu Fuß da hochgequält.

Wir haben uns den Arsch abgefroren, so kalt

war das.

Aber oben hat die Bäuerin uns dann erstmal

was Leckeres zu essen gemacht.

Speckknödel mit Bratwurst.

Und Bratkartoffeln.

Als wir dann ins Bett gehen wollten, haben

wir gemerkt, dass Doro ihren Schlafsack vergessen hat.

Da haben wir dann zusammen in meinem geschlafen.

Das war romantisch.

Mann, Axel, hast du was dagegen, wenn ich

ein bisschen was ausziehe?

Ist furchtbar heiß.

Na ja, mach ruhig.

Wieder nichts.

Jetzt hab ich sie alle durch, seine Schwester,

seine Eltern und seine Kumpels.

Keiner weiß, wo er steckt.

Vielleicht sollten wir doch langsam die Polizei rufen.

Einen Versuch mach ich noch.

Fahr mich nach Hause.

Nach Hause?

Ja, nach Hause.

So eine Frau wie Doro läuft einem nicht

zweimal über den Weg.

Warum merkt man das immer erst, wenn es

zu spät ist?

Was war das denn?

Das ist Doro in den Artikeln.

Nein, nein, nein, davor dies.

Da wollte ich mal meinen Selbstauslöser ausprobieren.

Norbert!

Du hast hier überhaupt nichts mehr an.

Scheiße, Doro.

Was?

Los.

Axel, bist du da?

Lass uns schauen.

Was schauen?

Ich geh mit dir ins Badezimmer und du

schleichst dich ganz leise aus dem Haus.

Ist das klar?

Axel.

Doro.

Oh mein Gott, wie ich dich gesucht habe.

Keiner wusste, wo du steckst.

Das war so, ich war nämlich...

Ich hab dich vermisst, Axel.

Doro.

Ist was nicht in Ordnung?

Du bist so komisch.

Ich komisch?

Wie kommst du denn darauf?

Ich kenn dich.

Irgendwas stimmt nicht.

Das ist, weil...

Ich wollte mir gerade...

Hast du eine Frau hier?

Was?

In meiner Wohnung?

Doro, hier ist keine Frau.

Ich schwör's.

Wo ist sie?

Oh nein.

Sie ist nicht im Kleiderschrank.

Doro, lass uns ins Badezimmer gehen, ja?

Ins Badezimmer?

Ich will sie sehen.

Lass mich in den Kleiderschrank.

Doro, bitte.

Lass mich in den Kleiderschrank.

Abend.

Ja, ich geh dann wohl.

Besser mal jetzt.

Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße.

Doro.

Pass auf, ich erklär dir das.

Das ist alles halb so wild.

Sieh mal, also wichtig ist jetzt nur, dass

du...

Also, dass du nicht denkst, dass ich irgendwie

schwul geworden bin oder sowas.

Das bin ich wirklich nicht.

Sieh mal, jeder Mensch ist ein bisschen bisexuell.

Das wissen wir spätestens seit Einstein.

Freud.

Richtig, Freud.

Aber ich bin doch nicht mal das.

Im Gegenteil, du hast mir total gefehlt, seit

du weg bist.

Du hast mir auch gefehlt und ich bin

trotzdem nicht lesbisch geworden.

Doro, das hat alles nichts zu bedeuten.

Das ist völlig unwichtig, ehrlich.

Ich versteh überhaupt nichts mehr.

Wir trennen uns und nach zwei Wochen bist

du schwul und ich schwanger.

Passt ja, fängt beides mit schw an.

Was hast du gesagt?

Ich bin schwanger.

Aber Doro, das ist ja...

Das ist ja fantastisch.

Von wem?

Von dir, du Pappnase.

Ist das wirklich wahr?

Ja, das ist wirklich wahr.

Doro.

Tschüss.

Mach's gut, Norbert.

Sehen wir uns nochmal?

Ich meine, einfach nur sitzen und dran abquatschen.

Ja, ich ruf dich mal an.

Und deine Sachen?

Hol dich bei Gelegenheit ab.

Tschüss.

Was passiert sich für mich?

Und ich frage mich.

Denkt gelegentlich jemand mal an mich.

Vielleicht, dass manche mich im Land der Dänen

wähnen.

Oder fern von hier, wo die Hyänen...

Aber Axel, du kannst mich in diesem Zustand

doch nicht allein lassen.

Axel!

Tut mir leid, Norbert, ich geh zurück zu

Doro.

Ciao.

Was ist los, Norbert?

Haben die Wehen eingesetzt, oder was?

Norbert!

Du musst pressen!

Jetzt press doch!

Ja!

Gut so!

Er kommt!

Er kommt!

Ja, Norbert!

Ja!

So ein kleiner Prachtkerl.

Norbert, gratuliere!

Du hast es geschafft!

Die Explosion zweier Atombomben in der Innenstadt vor

acht Monaten...

Entschuldigung.

Die Explosion zweier Autobomben vor acht Monaten ist

jetzt...

Guten Morgen, Horst.

Du hast wieder geschrien im Schlafen.

Der Frikadellmörder von Manhattan?

Musst du dir dieses widerliche Zeug schon zum

Frühstück reinziehen?

Ich komme gerade von Nachtschicht.

Was hat denn das damit zu tun?

Dabei kann ich mich am besten entspannen.

Was macht er denn beruflich?

Als gelernter Metzger.

Gelernter was?

Du hast schon richtig verstanden.

Kannst du dir vorstellen, was ich für Konflikte

durchmache?

Ich bin Vegetarier und fick mit einem Metzger.

Das ist doch ein völlig schwul, untypischer Beruf.

Außerdem interessiert er sich für Fußball.

Fußball?

Also irgendwas stimmt doch da nicht.

Oder kennst du etwa nur einen Schwulen, der

sich für Fußball interessiert?

Also ich nicht.

Und sonst?

So la la.

Es dauert halt immer ein bisschen, bis er

in Fahrt kommt.

Jetzt lass dir doch nicht jedes Wort aus

der Nase ziehen.

Er hat Erektionsprobleme.

Zufrieden?

In seinem Alter ist er nicht gerade der

Brüller.

Das hat mit dem Alter nichts zu tun.

Das ist bei ihm psychisch.

Also wenn ich kurz mal zusammenfassen darf.

Dein Freund ist Metzger, Fußballfan, guckt geschmacklose Horrorvideos

und kriegt keinen hoch.

Wo fahren wir denn eigentlich hin?

Überraschung.

Dorothea, ich wünsche dir alles Gute.

Danke Tante Gisela.

Wann ist es denn soweit?

Zwei Wochen.

Verdammt.

Du hast dich nicht unterkriegen, mein Junge.

Keine Sorge, Opa.

So, dann wollen wir beide uns noch ein

paar Haltungen machen.

Ich hoffe, ihr führt eine glückliche, schöne Ehe,

Axel.

Ich wünsche dir alles Gute.

Danke, Tante Ilse.

Gratuliere, Axel.

Danke, Waltraud.

Was machst denn du hier?

Ich hab zufällig in der Zeitung gelesen, dass

du heiratest.

Da hab ich mir gedacht, wir kommen einfach

mal vorbei.

Wer?

Na, wir.

Schau mal, ich hab mir zur Feiertage sogar

meinen Schnauz gegrasiert.

Das war ein wunderschöner Traum.

Axel, ich hab so geweint.

Ob Doro nach der Hochzeit den Fummel noch

braucht?

Tut mir leid.

Ich hab die nicht eingeladen.

Der schönste Tag im Leben.

Kann ja noch werden.

Also ich finde, wir sollten jetzt auf die

Hochzeitsfeier gehen.

So, findest du.

Dann hör mir mal gut zu, Axel.

Ich bin deine Frau.

Und ich bin im neunten Monat schwanger.

Und es stinkt mir, wenn deine Homofreunde sich

über mich lustig machen.

Das sind nicht meine Homofreunde.

Ich hab die Jungs seit Monaten nicht mehr

gesehen.

Nur weil ich zufällig ein paar Schwule kenne,

bin ich noch lange nicht selber schwul.

Und warum steckt dir dann damals ein nackter

Mann in meinem Kleiderschrank?

Das hab ich dir schon tausend Mal erklärt.

Ich wollte nicht, dass du mich mit ihm

im Bett erwischst.

Aha.

Und was bitteschön machst du mit einem Schwulen

im Bett?

Die haben Dias angesehen, nichts weiter.

Dias angesehen!

Hey.

Das war jetzt wirklich einfach.

Ja, du hast recht.

Wahrscheinlich bin ich etwas...

Hysterisch.

Tut mir leid, Axel, aber ich bin ein

bisschen...

Bisschen nervös wegen dem Baby.

Hey, zwei Wochen noch und der kleine Hosenscheiße

legt auf den Wickeltisch.

Dann sind wir eine richtige Familie.

Eine Mami, ein Papi, ein kleiner Schreihals.

Zwei Schreihälse.

Komm, lass uns ins Bett gehen, ja?

Jetzt?

Ja, warum nicht?

Die warten doch alle auf uns.

Also, du hast mal wieder keine Lust.

Klar hab ich Lust.

Wir schlafen letzter Zeit immer weniger miteinander.

Ist dir das auch schon aufgefallen?

Ja, schon, aber das ist eben so bei

Männern, wenn's dauernd so heiß ist.

Ich will aber jetzt und nicht erst im

Winter.

Okay, dann gehen wir eben ins Bett.

Ich möchte dich aber nicht überfordern.

Von mir aus können wir auch bis zum

Winter warten.

Ich meine, es sind ja nur ein paar

Monate.

Wir können ja zwischendurch eine Pause einlegen, wenn

du Angst hast, dich zu überanstrengen.

Also, wenn du noch lange rumholst, hab ich

gleich wirklich keine Lust mehr.

Dieser Vogel macht mich noch wahnsinnig.

Stell ihn ins Bad, dann kann er von

mir aus rumkrakeern.

Ich verstehe wirklich nicht, wozu wir überhaupt noch

einen Vogel brauchen.

Wir haben bald ein Kind.

Schiladnate bleibt hier.

Der gehört zur Familie.

Ja, ist ja gut.

Sag mal, hast du nicht auch Hunger?

Okay, okay, vergiss es.

Warte ich eben bis zum Winter, hier war

ich sowieso lange dran, keinen Verkehr zu haben.

Am Wochenende fahre ich übrigens zu Renate nach

Bonn.

Da geht's nicht gut.

Die hat sich von Rainer getrennt.

Ach ja, erzähl doch mal.

Rainer wollte trotz Hitze andauernd mit ihr schlafen.

Das hat sie überfordert.

Kommst du mal langsam, oder was?

Wird doch alles kalt hier.

Bitte.

Was ist denn das?

Kalter Gemüse-Eintopf.

Und die Wurst da drin, ist die für

mich?

Das ist eine Tofu-Wurst.

Ach, das ist wieder keine echte Wurst, oder

was?

Das ist eine echte Tofu-Wurst.

Also ist das jetzt eine Wurst, oder nicht?

Das ist eine Tofu-Wurst.

Ich hab dir schon zehnmal erklärt, was Tofu

ist.

Das sind wieder so Vegetarier-Zeugs.

Wieso stehe ich eigentlich den ganzen Tag im

Schlachthof?

Um unnötigerweise hilflose Tiere abzumurksen.

Ich murks keine Tiere ab.

Was machst du denn sonst?

Ich entleere Schweinedämme.

Die werden dann zu Wurstpelle verarbeitet.

Das ist eine ganz saubere Angelegenheit.

Du nimmst einfach das Darmende, stülpst es über

einen Wasserkran und spülst es dann durch.

Scheiße bleibt da ganz selten hängen.

Die werden zwar mitverarbeitet, aber das so minimal,

das merkt kein Mensch.

Können wir jetzt vielleicht mal das Thema wechseln?

Du wolltest es auch wissen.

Sag mal, ist da Lauch drin?

Bisschen.

Du weißt doch ganz genau, dass ich Lauch

nicht ausstehen kann.

Dann tue es doch zurück in den Topf.

Die ganze Suppe schmeckt lauchig.

So.

Ich hol mir jetzt eine Currywurst.

Currywurst?

Mit Pommes.

Kannst du mir mal sagen, warum ich den

ganzen Tag am Herd stehe?

Ich hab dir nicht drum gebeten, also hörst

du auch nicht vor.

Drum gebeten hast du mich nicht, aber wenn

es dir schmeckt, dann hast du auch nichts

dagegen.

Sack.

Zählen bitte 13.

Axel.

Kann ich mal kurz mit dir sprechen?

Klar, was gibt's?

Ich fand euer Verhalten neulich ganz schön beschissen.

Doro hat mir die Hölle heiß gemacht.

Ich schwöre, ich war traut, was hab ich

damit zu tun?

Ich wusste noch nicht mal, dass wir da

hinfahren.

Bei meiner Hochzeit im Kleid aufzutrauchen, das ist

einfach scheiße.

Ist doch klar, dass sie sauer ist.

Und wenn wir schon dabei sind, was du

damals nackt in ihrem Kleiderschrank gemacht hast, das

hat sie bis heute nicht begriffen.

Ehrlich gesagt, mich auch nicht.

So wie ich mich erinnere, haben wir Dias

geguckt und wollten da nett ein bisschen vögeln.

Hey, am Mainz klarzustellen.

Ich hab nie die Absicht gehabt, mit dir

nett ein bisschen zu vögeln.

Jedenfalls denkt sie wirklich, wir hätten was gehabt.

Hatten wir ja auch.

Hatten wir nicht.

Immerhin hattest du eine Erektion.

Hatte ich nicht.

Ich hab in meinem Leben einige Erektionen gesehen

und du hattest eine.

Für euch ist jeder hetero und verkappter Schwuler,

stimmt's?

Stimmt nicht, nur jeder Gutaussehende.

Okay, du hast beschlossen, dich voll deiner ehelichen

Verantwortung zu widmen.

Hast nicht einmal mehr angerufen und deine Klamotten

hast du heimlich abgeholt, als ich nicht da

war.

Was sollte ich denn machen?

Doro ist beim Wortschwul sofort auf 180.

Außerdem hatte ich mit dem Kind und der

Hochzeit echt andere Sorgen.

Wann kommt denn das Kind?

Zehn Tagen ungefähr.

24 bitte 9.

Und mit Doro, klappt's?

Na klar.

Läuft super.

Und bei dir?

Auch.

Auch.

Doch.

Muss.

Ich hab jetzt auch wieder eine Beziehung.

Ist auch super.

Komm Schatz, wir gehen ein Trinken.

Also wir freuen uns jedenfalls tierisch auf den

Kleinen.

Willst du mal ein Foto sehen?

Foto?

Mit Infrarot oder so.

Also ich erkenne da gar nichts.

Der helle Fleck hier, das ist mein Sohn.

Niedlich.

Kann ich dir noch was anvertrauen?

Klar, warum nicht?

Du darfst es aber keinem weitersagen, du hast

doch noch nicht mal Waltraud versprochen.

Waltraud erzähl ich noch nicht mal, dass wir

hier miteinander sprechen.

Die reißt mir den Kopf ab.

Also eigentlich geht's mir gar nicht so gut.

Ich hab Probleme mit Doro.

Sag bloß.

Seit sie schwanger ist, hat sie noch viel

mehr Lust als sonst.

Aber ich kann einfach nicht mit ihr schlafen,

wegen dem Bauch.

Ich weiß, das klingt blöd, aber...

Am Anfang war's super.

Die hat solche Brüste gekriegt.

Naja, aber jetzt so kurz vor der Geburt,

das ist auch ein psychisches Problem.

Ich hab einfach Hemmungen da einzudringen, weil ich

weiß, dass der Kleine da drin ist.

Mein Sohn.

Klar ist das Quatsch, aber ich möchte einfach

nicht, dass das Erste, was er von seinem

Vater mitkriegt, mein Pimmel ist.

Das sind so Hetero-Probleme, die ich absolut

nicht nachvollziehen kann.

Das Blöde an der Sache ist, dass ich

selber total rollig bin, wenn du weißt, was

ich meine.

Ich guck mich ständig nach anderen Frauen um.

Wieso erzähl ich dir das eigentlich?

Du denkst wahrscheinlich, hoffentlich hört der Typ bald

auf, mich vollzusetzen.

Nein, nein, ist sehr interessant.

Ich unterhalte mich gerne mit heterosexuell veranlagten Mitmenschen.

Okay, dann muss ich mal.

Schönen Gruß an Doro.

Doro?

Wenn die wüsste, dass ich hier mit dir

gesessen hab, die würd ausrasten.

Wenn die den Namen Norbert Brommer nur hört,

ist die auf 180.

Dabei kennt sie mich doch gar nicht.

Tja, sie hat eben Angst, dass ich schwul

sein könnte, weil sie dann keinen Einfluss mehr

drauf hat, ist doch klar.

Also, mach's mal guten Arbeit.

Du auch, Axel.

Ich lad dich ein.

Axel?

Ich krieg ein Koller.

Du bist doch der Axel Feldheim, oder?

Na klar!

Kennen wir uns irgendwoher?

Oh, jetzt machen wir nicht fertig.

Elke Schmitz!

Mensch, wie lange haben wir uns jetzt nicht

gesehen?

Also, acht Jahre mindestens.

Ich hab gedacht, du lebst jetzt in Amerika.

Ja, tu ich auch.

Aber mein Daddy ist 60 geworden, da bin

ich kurz eingeflogen.

Und außerdem wollte ich mir das Klassentreffen nicht

entgehen lassen.

Du siehst übrigens richtig gut aus.

Die kurzen Haare stehen dir gut.

Du siehst auch echt scharf aus.

Vorhin, da hätte ich dich fast nicht erkannt.

Ich hab dich an den Augen erkannt.

Diese scharfen, grünen Augen.

Damit legst du wahrscheinlich heute noch jede Frau

flach, stimmt's?

Ach, so wild ist das heute auch nicht

mehr.

Weißt du noch das Open-Air-Konzert mit

den Stones, wo wir das Schweinebetäubungsmittel eingenommen haben?

Klar weiß ich das noch.

Sie spielten Time is on my Side.

Und wir lagen unten im Schlafsack zwischen den

Leuten und haben gevögelt wie die Blöden.

Du warst übrigens der erste Mann, mit dem

ich einen Orgasmus hatte.

Ach.

Ja, mit deinem alten Käfer.

Damals auf dem Rücksitz.

Ach ja, der Käfer.

Sag, Mam, hast du eigentlich noch deine Bundeswehr

-Tätowierung da unten?

Die nackte Frau?

Was soll ich machen?

So was hört man ja nicht mehr los.

Ich hab nämlich jetzt auch eine Tätowierung.

Am Hintern eine Rose.

Sag mal, Elke, wie lange bist du in

der Stadt?

Bis Montag.

Ja, weil, ähm...

Also, wenn du Lust hast, dann könnten wir

ja Samstagabend bei mir...

Ich kann mittlerweile kochen.

Egon, gehst du von dem Kugel weg!

Au!

Hier, nimm du sie.

Ja.

Tut mir leid, dass ich so spät bin.

Ich hab noch einen alten Bekannten getroffen, von

früher.

Das Abendessen ist in der Pfanne.

Es könnte inzwischen kalt sein.

Jutta, würdest du bitte nicht so viel rauchen?

Das ist nicht gut für Doro.

Entschuldige, Doro, das ist echt rücksichtslos von mir.

Übrigens, Renate hat vorhin angerufen.

Sie hat einen neuen Lover, und es geht

ihr wieder besser.

Ich fahre also am Wochenende nicht nach Bonn.

Nein, Renate hat sich von Rainer getrennt.

Ja, aber jetzt ist sie mit einem italienischen

Pizzabäcker zusammen.

Der wohnt schon bei ihr.

Jede Wette, es gibt wieder eine Katastrophe.

Renate hasst doch Italien.

Und sie hat jetzt kurze Haare.

Sieht kacke aus.

Du fährst also nicht nach Bonn, Doro?

Nee, sagte ich doch gerade.

Also, ich bin jedenfalls am Wochenende nicht da.

Ich bin, ähm, auf einem Klassentreffen.

Was für ein Klassentreffen?

Ja, ich habe doch eben diesen Bekannten getroffen,

und der hat mir das gesagt von dem

Klassentreffen.

Samstagabend.

Da kam neulich mal eine Postkarte für dich

mit einer Einladung zum Klassentreffen, aber das ist

schon ein bisschen her.

Die habe ich gar nicht gesehen.

Ähm, naja, macht dir auch nichts, weil es

hat sich ja sowieso verschoben auf Samstagabend.

Naja, ich werde den Samstag auch ohne dich

rumkriegen.

Ja, also, ich gehe dann mal in die

Küche und mache mir was zu essen.

Sehr merkwürdig.

Was?

Dieser Blick.

Ich kenne den.

Gefällt mir gar nicht.

Telefonauskunft.

Guten Tag, ich hätte gerne die Nummer von

Norbert Brommer.

Und was stehst du da raus?

Ich denke, wir können davon ausgehen, dass er

keine heimliche Verabredung mit der Heilsarmee hat.

Das gibt es doch gar nicht.

Ich meine, ich bin doch schwanger, dann kann

er doch nicht fremdgehen.

Wo steht das?

Äh, Doro, ich gehe noch mal kurz zum

Block, ja?

Tschö.

Und jetzt geht da Zuri und meldet, dass

sie sich woanders treffen müssen, weil du doch

zu Hause bist.

Ich glaube es nicht.

Nee, ich glaube es nicht.

Hier riecht es irgendwie angebrannt.

Wo ist der?

Ich glaube, er hat Terminprobleme.

Das sieht aber dringend aus.

Setz dich.

Wie erkläre ich dir das jetzt am besten?

Stell dir vor, du gehst durch die Stadt,

denkst an nichts Böses und triffst auf einmal

einen alten Schulkameraden.

Und du guckst ihn an und denkst, Mann,

sieht der toll aus.

Also genau der Typ, bei dem du schwach

warst.

Blaue Augen, blonde Haare, was weiß ich.

Aber ist hier irgendwo noch ein Bier?

Woher soll ich das wissen?

Bin ich für dein Bier zuständig oder was?

Ist ja gut, recht ihr ab.

Also ich treffe einen blauäugigen Schulkameraden und dann?

Ah ja, genau.

Blond und blauäugig.

Und, äh, kann man das nicht unter vier

Augen besprechen?

Soll das werden?

Geheimtunden-Tratsch?

Bitte.

Gehe ja schon.

Hübsche blonde Jungs, ne?

Wer ist das denn?

Ein Metzger.

Also was ist mit dem blonden Jungen?

Äh, ja.

Ich hab dir doch heute Nachmittag von meinem

Problem erzählt.

Gleich darauf habe ich jemanden getroffen.

Eine alte Schulfreundin, Elke Schmidt.

Jedenfalls hat diese Elke Schmidt bei mir ihren

ersten Orgasmus gehabt.

Naja, und am Samstag treffe ich sie wieder.

Und, äh, jetzt brauche ich eben für Samstagabend

irgendeine Wohnung.

Ist nicht dein Ernst?

Norbert, ich weiß, es ist unverschämt von mir,

dass ich ausgerechnet zu dir komme, aber ich

hab gedacht, du verstehst mich vielleicht.

Du willst in meiner Wohnung mit deiner Frau

schlafen?

An deiner Stelle würde ich ihm am Samstag

einen Strich durch die Rechnung machen, aber gründlich.

Ich würde mich an seine Phasen heften und

ihn mitsamt seiner Mietze aus dem Mist heben.

Guck mal, eine Telefonnummer.

Habt ihr's?

Ausprobieren.

Und was soll ich sagen?

Guten Abend, sind Sie die Geliebte von meinem

Mann, oder was?

Erst mal, wenn man dran ist.

Vielleicht kennst du sie ja.

Äh, ich weiß nicht.

Wahrscheinlich heißt sie Gabi.

Oder Ulrike?

Norbert!

Das Ganze dauert schlappe zwei Stunden.

Ich beziehe das Bett neu und schon bin

ich weg.

Ich verstehe nicht, warum du so ein Drama

draus machst.

Ihr könnt doch ins Kino gehen.

Es geht ums Prinzip.

Wozu bin ich denn 1979 mit diesem heteronalen

Dankeschild mit Frankfurt gelatscht?

Damit ich jetzt meine Wohnung an dich vermiete

und du irgendeine Frau zum Orgasmus bringst?

Ihr Schwulen, ihr verlangt immer Toleranz und Verständnis

von uns, aber wehe, wenn wir mal damit

kommen.

Was?

Also, wenn du einen hübschen Junge treffen wolltest

und du wüsstest nicht wohin, ich würde dir

meine Wohnung geben.

Aber nur, wenn Doro nicht zu Hause ist.

Norbert Brummer.

Doro, was ist los?

Wir waren dran.

Um Gottes Willen, Doro, sag doch was.

Haben die Wehen eingesetzt?

Doro!

Das war ein Mann.

Aha, verheiratet ist sie also auch noch.

Das war ein Homosexueller!

Also gut, vergiss es.

Es war vielleicht wirklich ein bisschen blöd von

mir ausgerechnet, zu dir zu kommen.

Tut mir leid.

Zwei Stunden.

Was?

Nach zwei Stunden seid ihr verschwunden, ist das

klar?

Zwei Stunden ist gebombt, Norbert.

Und sage, sie soll nicht so laut quietschen

beim Orgasmus.

Frauen sollen da oft sehr laut sein.

Und ich will nicht ins Gerede kommen bei

den Nachbarn.

Wenn Waltraud das hört, die bringt mich um.

Geht in Ordnung.

Wehe, die Bettlagen sind danach versaut.

Irgendwelche Blutflecken von wegen Menstruation oder Jungfernhäutchen, was

es da so gibt.

Ich kann kein Blut sehen, wie du weißt.

Geht klar, Norbert.

Hier sind die Schlüssel.

Hör zu, wir gehen in die Spätvorstellung, Visconti.

Hat meistens Überlänge.

Spätestens um eins hast du das erledigt mit

ihrem Orgasmus und bist raus aus der Wohnung.

Ist das verstanden?

Danke.

Dann stand da dieser Mann im Kleiderschrank.

Nackt.

Unglaublich.

Ich habe Axel einiges zugetraut, aber das nun

echt nicht.

Und neulich hat er noch tausend Eile geschwommen,

mit ihm nichts mehr zu tun zu haben.

Er kommt zurück.

Los, du.

Reiß dich zusammen, du darfst dich jetzt nicht

anmerken lassen.

Hallo, da bin ich wieder.

Hallo.

Oh, die wollen doch nicht etwa in Visconti.

Glaube ich nicht.

Oh, guck mal.

Tod in Venedig läuft im Furzkino.

Ich kann die Wohnzimmerkinos nicht ausstehen.

Der Ton ist mies, die Leinwand ist mies,

du ruckst da drin wie eine Ölsardine.

Dann lass uns doch in den Stallone gehen.

Meint der das jetzt ernst?

Klar, warum nicht?

Der ist bestimmt super, der Film.

Ach komm, vergiss es.

Ich gebe doch keine 10 Mark aus, um

zwei Stunden lang zuzugucken, wie der Rambo da

irgendwelche Leute verprügelt.

Also los jetzt.

Lütticher Straße, bitte.

Ich dachte, wir gehen zu dir.

Eben, da fahren wir jetzt auch hin.

Hier hatte ich nur was zu erledigen.

Ist doch prima.

Alle anderen sind im Stallone und wir haben

das ganze Kino für uns.

Kino ist gut.

Drei Sitzreihen und eine Leinwand so groß wie

ein tragbarer Fernseher.

Aber dass wir hier alleine sitzen, finde ich

gut.

Na keine Bange, die kommen schon noch.

Wer kommt noch?

Na die mit den Chipstüten.

Erst kommen sie zu spät, dann hocken sie

gleich hinter dir in der Reihe und dann

fressen und quatschen sie.

Also ich finde, du bist etwas paranoid, Waltraud.

So, immer rein in die gute Stube.

Fühl dich ganz wie zu Hause.

Wo ist denn das Klo?

Das Klo?

Ja, komm mit, ich zeig's dir.

Und zwar immer geradeaus, die Tür lang.

Oh Mann, ey.

Oh nein.

Nimmst die Sau hier rum, ey.

Was sollen die Leute denken?

Halt's Maul, ey.

Halt doch mal den Kopf kippen, ey.

Oh, Wartenwesen, genau.

Und wo setzen wir uns hin?

Warte, Pia, setz auf deinen Arsch, ey.

Kann mir mal jemand erklären, was die in

einem Visconti-Film machen?

Tut mir leid, ich seh da nix.

Soll ich in die Wanne pinkeln, oder was?

Ach so, ja, das Klo ist ja extra.

Es ist die Tür nebenan, glaube ich.

Du kennst dich ja wohl nicht so gut

aus, was?

Tja, wenn man so selten zu Hause ist

wie ich.

Hey, weg mit den Schiffen.

Ja, im Arsch, ey, kauf dir selber was.

Popcorn hätte ich jetzt auch gerne.

Scheiße, ey, ich hab da neun Puketten gehabt.

Hast du die nicht?

Vielleicht sind sie ja gleich ganz still.

Vielleicht ist die Erde ne Scheibe.

Was denn?

Ich hab jetzt was Feines mitgebracht.

Ta-da!

Was ist denn das?

Das hier, mein Lieber, ist der reine Wahnsinn.

Bull Power.

Ein Stimulierungsmittel für Zuchtbullen.

Das benutzen die Farmer in Texas.

Man sprüht es den Viechern einfach unter die

Nase und schon werden sie wild.

Aha.

Adieu, Tadschio.

Es war alles zu kurz.

Gott möge dich segnen.

Boah, wie lange dauert denn die Scheiße noch?

Ich hab doch gleich gesagt, das ist jetzt

kein Vorfilm.

Wir sind im falschen Kino.

Erzähl keinen Scheiß.

Na hör mal, hier läuft doch gleich Stallone,

oder nicht?

Nein, Stallone läuft im großen Kino.

Er hat gesagt, Stallone läuft im Kino 1.

Du bist vielleicht ne Flasche.

Du glaubst doch sofort allen Scheiß.

Was ist denn das für ein Film?

Tod in Venedig.

Geht ihr da jetzt da um die Schuhnopper,

oder was?

Könntet ihr vielleicht mal die Klappe halten?

Ich möchte den Film in Ruhe sehen.

Was hast du gesagt?

Das Großhirn setzt aus und du bist nur

noch geil.

Naja, so ein bisschen Großhirn ist doch gar

nicht so schlecht, oder?

Beim Sex stört's nur.

Mit diesem Zeug hier kommen die tierischen Triebe

wieder hoch.

Du kriegst das geistige Niveau eines texanischen Zuchtbullen.

Ich weiß nicht.

Was ist denn los mit dir?

So kenn ich dich ja gar nicht.

Ja, ja, schon gut.

Ich brauch das Zeug zwar nicht, aber wenn's

unbedingt sein muss.

Na also.

Einatmen und Luft anhalten.

Du hast die ja ganz schön vermöbelt.

Hast du da Übung drin?

Ab und zu prügeln muss ich geben.

Du bist wirklich der heterosexuellste Homosexuelle, der mir

je begegnet ist.

Noch eins und ein Spruch und ich hau

dir auch einer rein.

Huch, wie männlich.

Was machen wir noch mit dem angebrochenen Abend?

Gehen wir noch in die Sub?

Jo.

Na klar, ich wollte immer schon mal mit

Nasenbluten tanzen.

Jetzt gehen wir erst mal zu dir.

Da wasch ich mich.

Zu mir?

Na natürlich zu dir.

Du wohnst doch gleich um die Ecke.

Aber ich hab ja überhaupt nichts zum Verarzten

da.

Einen Lappen und Wasser wirst du doch wohl

haben.

Das reicht.

Jetzt komm endlich.

Brommer Alfred, Brommer Bernhard, Brommer Norbert.

Selbe Telefonnummer.

Lütticher Straße.

Soll ich wirklich nicht mitkommen?

Das erledige ich schon selber.

Aber du hast nicht zufällig einen Revolver dabei.

Und du meinst nicht, wir sollten gleich zum

Arzt?

Mit Nasenbluten ist nicht zu spaßen.

Quatsch.

Was sagst du so?

Vielleicht ist die Nase gebrochen oder du hast

eine Gehirnerschütterung.

Manchmal redest du wie meine Mutter.

Oh nein.

Was?

Jetzt hab ich den Wohnungsschlüssel verloren.

Mist.

Ich hab ja noch einen.

Ui, da hab ich wohl vergessen das Licht

auszumachen.

Ich geh erst mal aufs Klo.

Handtücher sind im Bad.

Gleich.

Ich brauch erst mal einen Trink.

Würdest du mich bitte vorbeilassen?

Ja.

Da hockt ein nackter Hetero auf deinem Wohnzimmertisch

und grunzt.

Könntest du mir vielleicht andeuten, was der hier

macht?

Axel?

Axel?

Robert, was macht der hier?

Hi.

Kennst du das hier?

Bullporn?

Du hast deine Wohnung an einen stadtbekannten Hetero

-Macker vermietet, nur damit er mit einer Frau

ungestört vögeln kann?

Mach nicht so ein Drama.

Ja gut, aber wo ist die Frau?

Warum hockt der da wie ein Orang-Utan

und sagt nichts?

Das wüsste ich auch gerne.

Vielleicht ist das ja sobald ein Heteros.

Vielleicht fand sie danach eine Art Totenstacher.

Lass deine blöden Witze.

Ich mach mir langsam wirklich Sorgen.

Er reagiert auf die Klingel.

Was ist denn das noch?

Hey!

Klingel nochmal!

Ist mein Mann hier?

Äh...

Axel?

Axel?

Was habt ihr mit ihm gemacht?

Er hat...

Er ist...

Ich weiß auch nicht.

Was habt ihr mit ihm gemacht?

Gar nichts haben wir mit ihm gemacht.

Was ist denn eigentlich los hier?

Ah!

Ich hab das mal in einem Film mit

Richard Burden und Liz Taylor gesehen.

Oh...

Was ist denn jetzt?

Hm...

Oh Gott, ich glaub es geht los.

Axel!

Das Baby!

Axel!

Elke?

Elke?

Doro?

Was?

Ich bring dich jetzt ins Krankenhaus.

Mein Mann bringt mich ins Krankenhaus?

Dein Mann sitzt nackt auf dem 50er-Jahre

-Wohnzimmertisch und denkt, er wär ein Primat.

Und deswegen kommst du jetzt mit!

Und der Metzger hilft beim Tragen.

Metzger!

Metz...

Hilfe!

Na, was brauchst du denn so spät an?

Mein Baby!

Die wollen mir mein Baby wegnehmen!

Pass auf, du gehst jetzt ins Krankenhaus.

Ich komm mit dem Typen nach, sobald er

wieder fit ist.

Metzger!

Metzger!

Alles klar.

Meinst du, wir schaffen es noch?

Ja, glaub schon.

Ich versichere dir, ich bin genauso dumm in

diese Geschichte reingerasselt wie du.

Ich hab keinen blassen Schimmer, was mit ihm

los ist.

Waltraud bringt ihn jedenfalls ins Krankenhaus.

Ist er schwul?

Wer?

Waltraud?

Axel.

Nein, der ist ziemlich hetero.

Deswegen ja die ganze Aufregung.

Verstehe.

Doro, du darfst das jetzt alles nicht überbewerten.

Eigentlich ist er ganz in Ordnung.

Und lieben tut er nur dich.

Er hat es mir immer wieder gesagt.

Und das soll ich dir glauben?

Großes Ehrenwort.

Gleich haben wir es geschafft.

Danke, dass du dich um mich kümmerst.

Schon in Ordnung.

Blinddarm oder Kind?

Kind.

Dr. Röttge, hätten Sie Zeit für eine Geburt?

Keine Zeit jetzt.

Wenn Sie dieses Kind nicht augenblicklich auf die

Welt holen, garantiere ich für nichts mehr.

Moin, Schutz.

Was soll das denn?

Hygiene.

Sie wollen doch dabei sein, oder?

Das fehlt mir gar nicht noch.

In der Geburtsanmeldung steht, dass Sie dabei sein

wollen.

Also los.

Aber ich bin doch gar nicht...

Glauben Sie mir, das ist für jeden Vater

eine wunderbare Erfahrung, junger Mann.

Was machst denn du hier?

Dasselbe könnte ich dich auch fragen.

Aber wir fahren jetzt besser mal.

Fahren wo hin?

Was ist denn hier überhaupt los?

Deine Tusse ist mit dem Metzger durchgebrannt und

wir fahren jetzt ins Krankenhaus.

Da wartet nämlich schon deine Frau auf dich.

Was?

Viel Glück.

Ist das Ihr erstes Kind?

Ach, ein Kind ist ja so ein wichtiges

Ereignis für eine junge Ehe.

Ich weiß es noch genau.

Mein Mann war damals ganz aus dem Häuschen

vor Glück.

Ach, das war eine ganz wunderschöne Zeit.

Als wir plötzlich zu dritt waren, da haben

wir uns noch mehr geliebt als vorher.

Doro.

Hau ab.

Doro, bitte hör mich an.

Verschwinde, ich will dich nicht mehr sehen.

Doro.

Raus!

Es war schrecklich, Axel.

Was war schrecklich?

Alles voller Blut.

Du warst bei der Geburt dabei?

Und das Baby?

Ist das Baby okay?

Natürlich ist das Baby okay.

Immer noch ein Junge.

Ein Junge?

Ich hab' einen Sohn.

Doro hat mich rausgeschmissen.

Richtig so.

Lässt sich bestimmt scheiden, dann ist sie weg.

Mein Sohn auch.

Quatsch, sie beruhigt sich schon wieder.

Du musst ihr nur ein paar Wochen Zeit

lassen, um über alles nachzudenken.

Meinst du?

Mein ich.

Willst du es ihr nicht wenigstens mal angucken?

Was?

Na was wohl?

Kann man das denn?

Ja bitte?

Ich würde gerne...

Er möchte gerne sein Kind sehen.

Feldheim, Dorothea ist die Mutter.

Genau.

Um die Zeit?

Es ist dringend.

Augenblick.

Norbert, ich glaube, ich muss mich jetzt wirklich

mal bei dir bedanken.

Glaube ich auch.

Ich meine, für alles, was du für mich

und natürlich auch für Doro...

Ich koche mal was Schönes für dich, ja?

Ach du Scheiße.

Scheiße, ich bin immer noch auf Drohe.

So, das reicht jetzt aber.

Der Kleine braucht Ruhe.

Kommen Sie bitte morgen wieder.

Schon gefrühstückt?

Soll doch ein Witz sein.

Habt ihr schon was aufhat?

Am Bahnhof.

Kennst du schon die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen?

Welche?

Homosexualität ist wahrscheinlich erblich.

Echt?

Alles eine Frage der Gene.

Was willst du denn jetzt damit sagen?

Oh, nichts.

Du hast nicht zufällig irgendwelche Schwulen in der

Verwandtschaft?

Nee.

Doch warte mal, ein Onkel.

Doro sogar zwei.

Oha.

Was oha?

Na ja, da bin ich ja mal gespannt.

Die Männer sind schon die Liebe wert.

Wer nicht so denkt, denkt bestimmt verkehrt.

Wer ohne Mann lebt, wird bald belehrt.

Für einen richtigen Mann gibt es keinen Ersatz.

Wenn wir auf Groß tun und mächtig schreien,

in euren Armen sind wir doch ganz klein

und gehen auf all eure Wünsche ein.

Und kein anderer Mann hat im Herzen mehr

Platz.

Wer darauf verzichten will, der tut mir furchtbar

leid.

Ich weiß, mancher denkt sich still, hätt' ich

erst einen Mann so weit gelah.

Die Männer sind schon die Liebe wert.

Wer nicht so denkt, denkt bestimmt verkehrt.

Wer ohne Mann lebt, wird bald belehrt.

Für einen richtigen Mann gibt es keinen Ersatz.

Empfindlich!

Bin ich ohne dich nur ein Zündholz, das

nicht brennt, und ein Tonfilm, der das Wörtchen

Liebe nicht kennt.

Was bin ich ohne dich?

Nur ein Piepmatz, der nicht singt und Max

Schmieling, den die kleine Annie bezwingt.

Aber wenn du mich liebst, dann steh ich

auf Reudekopf und schenk dir auch einen schönen

Blumentopf.

Was bin ich ohne dich?

Nur ein Zündpolz, das nicht brennt und ein

Tonfilm, der das Wörtchen Liebe nicht kennt.

Wenn du mich liebst, dann muss ich singen

und fange die Pura das, dann geht es

am meisten fast.

So muss dann meine Stimme klingen, dass mir

der Tigaro glatt geschrieben hat.

Was bin ich ohne dich?

Nur ein Zündpolz, das nicht brennt und ein

Tonfilm, der das Wörtchen Liebe nicht kennt.

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